Wenn gestandene Mannsbilder zu Vögelchen werden — „Ins Näscht“

Dezember 30th, 2005
  • Wenn Männer zu Vögelchen werden
  • Vor kurzen sagte uns ein Schweizer Freund am Abend, als es etwas später geworden war: „Ich ga hai ins Näscht„. Das machte uns dann doch stutzig. Der Kerl war 190 cm gross und wog an die 100 Kg, wie soll der sich in ein „Näscht“ legen? Er meinte freilich sein „Bettchen“, sorry, sein Bett, denn die Verkleinerungsform ist hier wirklich nicht mehr angebracht.

  • Nestbau in der Schweiz

  • Die Schweizer sind noch im „Näscht“ am Morgen, wenn wir sie zu früh anrufen (also vor 6.00 Uhr), sie bleiben am Sonntag gern länger „im Näscht„, und sie kehren am Abend zurück „ins Näscht„. Googel-Schweiz verzeichnet 388 Beispiele.

  • Nestbau auch in Süddeutschland und im Elsass

  • Es geht also zu wie bei den Vögeln. Ein Schelm, wer die Wörtchen „bei“ und „den“ zum Wort „beim“ zusammenzieht. Nestbau und Nestpflege sind mächtig angesagt unter den Schweizern. Aber nicht nur dort, auch unsere Deutschen Freunde aus dem schwäbisch-alemanischen Sprachraum reden ständig vom „Nescht“, dann aber mit „e“.
    „Ins Nescht“ bei Google

    Nestbau bei Vögeln:
    Ins Nest, Näscht oder Nescht

    Im Wikiwörterbuch findet sich zu Nest auch noch die militärische Bedeutung:

    Aus Wiktionary – dem freien Wikiwörterbuch
    [1] Die Stätte der Aufziehung und der Wohnort bestimmter Tiere (zB: Vögel)
    [2] Die übertragene Bedeutung der Wohnstätte als Zufluchtsort, ein Ort der Geborgenheit
    [3] Umgangssprachlich für Stellung in militärischen Belangen. (Quelle:)

    Ob es also etwas mit „Stellung“ zu tun hat, dass die Schweizer gern ins Nest schlüpfen? Als Erinnerung an ihre MG-Nest-Zeit während der letzten Reserveübung? Egal, wir gehen jetzt auch ins Näscht und machens wie die Vögel.

    Tritt ein bring Glück herein — Die Eintretensdebatte

    Dezember 29th, 2005

    Wir lasen am 15.12.05 in unserem Standardlehrwerk für den Schweizerdeutschen Politikjargon, dem Tages-Anzeiger:

    Darüber waren im Rat die Meinungen geteilt: Zu reden gab in der Eintretensdebatte die unklare Verfassungsgrundlage. Auch Blocher räumte ein, dass unter Juristen die Bundeskompetenz zur gesetzlichen Regelung von Rayonverbot, Meldepflicht und Polizeihaft umstritten sei. (Quelle:)

    Und wir beginnen zu grübeln… wer tritt da was ein? Die Polizei darf eine Tür eintreten, wenn sie eine „vorläufige Erschiessung Festnahme“ durchführen muss. Müssen die Jungs von der SoKo (=SonderEinsatzKommando) darüber noch debattieren?

    Rein wörtlich handelt es sich um die „Debatte des Eintretens„, wie das Genitiv-S am Ende vermuten lässt. Wir suchen noch ein bisschen weiter und finden Rat beim Grossen Rat des Kantons Basel Stadt:

    Eintretensdebatte
    Liegt dem Parlament eine Gesetzesvorlage der Regierung oder einer Kommission vor, so diskutiert es zuerst, ob es überhaupt auf diese eintreten, d.h. sie behandeln will. Beschliesst es Nichteintreten, was relativ selten vorkommt, so signalisiert es, dass es eine Vorlage für überflüssig hält. Das Geschäft ist dann erledigt. Wird Eintreten beschlossen, so folgt die Detailberatung und die Schlussabstimmung. (Quelle: )

    Auf diese eintreten„? Das liest sich wie der Bericht von einem Überfall einer Horde Skinheads. Und so geht das Parlament mit einer Gesetzvorlage um? Sie kannten das Wort zuvor auch nicht so genau? Das erstaunt uns sehr, denn allein bei Google-Schweiz finden sich 16.800 Beispiele für die Verwendung.

    Uns erinnert das sehr an Kneipentouren mit Freunden. Wir spazieren durch die Stadt, kommen an einer Kneipe vorbei, und schon verspüren einige schrecklichen Durst und es beginnt eine „Eintretensdebatte„. Sollen wir nun eintreten oder nicht? Immer streng nach der Lehre des alten Journalisten-Kalauers (der auch als kürzester und schlechtester Witz bei Spiegel-Online zitiert wurde):

    Gehen zwei Journalisten an ’ner Kneipe vorbei.

    Foto aus dem Spiegel-Online Artikel:
    Oh mein Gott, ist dieser Witz schlecht (Foto von Spiegel Online)

    Schweizer Höflichkeitsrituale — Vom Ihrzen und Euchzen

    Dezember 28th, 2005
  • Wenn Sie plötzlich viele sind
  • Kennen Sie das? Sie sind mitten im Gespräch mit einem Schweizer, weit und breit ist niemand Ihrer Familie oder Ihrer Freunde zu sehen, und plötzlich sagt der Schweizer:
    „Ihr müsst das verstehen, das könnt Ihr so nicht machen..“

    Ich drehe mich dann um und suche die anderen Menschen, die hier mit „Ihr“ gemeint sein könnten, denn „Ihr“ ist für mich die 2. Person Plural, die Mehrzahl von „DU“ also.

    Ausserdem frage ich mich, warum ich plötzlich so plump geduzt werde von meinem Gegenüber. „Euch macht das wahrscheinlich nichts aus, aber uns ist es doch arg“ geht die Rede weiter. Das Wörtchen „arg“ kennen wir zum Glück von „Argwohn“, es bedeutet etwas Schlimmes. In der isolierten Form als Variante von „sehr“ ist es im Norden eher ungebräuchlich, aber im Süden „arg“ praktisch, also haben wir es ruckzuck in unser Vokabular aufgenommen.

    In einer Gesprächssituation im nördlichen Teil Deutschlands kann man sich durch Verwendung von „arg“, „gell“ und „hat’s noch Kaffee“ jederzeit als hoffnungslos Süddeutsch eingefärbt zu erkennen geben, und damit auch als Deutscher vom „Jöö-Effekt“ profitieren.

  • Ihrzen und Euchzen
  • Die Schweizer haben diese geschickte Form der Anrede, die grammatikalisch gesehen ein Mittelding zwischen „Du“ und „Sie“ darstellt: Das „Ihrzen“. Ein kleiner Trost für die Schweizer: Sie sind mit dieser Angewohnheit nicht allein im Deutschen Sprachraum, auch im Badischen und Schwäbischen haben wir die „Ihr“ Anrede häufig gehört. So sagte mein Fahrlehrer (ein Schwabe), wenn ich etwas falsch machte:
    „Ihr müsst einfach besser aufpassen, ihr schaut da beim Überholen nicht rechtzeitig in den toten Winkel“, und ich lehnte mich entspannt zurück, denn mich konnte er ja nicht gemeint haben, weil auf Du waren wir nicht.

  • „Ihr“ kommt von „Vous“?
  • Es ist vielleicht ein Überbleibsel aus der Zeit Napoleons? Als die Schweiz und Süddeutschland besetzt waren von Französischen Truppen? Die französische Höflichkeitsform „Vous“ = „Sie“ entspricht der 2. Person Plural, dem deutschen „Ihr“. Ob es daher kommt? Ob man zu Zeiten, als es zum guten Ton gehörte, unter Bildungsbürgern auf Französisch zu parlieren, die „Vous“ Form verwendete und dann beim Rückfall ins eigene Idiom beim „Ihr“ blieb? Bei den Russen im 19. Jahrhundert war es garantiert so, die Romane von Tolstoi hat er nicht allein auf Russisch geschrieben, sondern grosse Passagen auf Französisch, nämlich immer dann, wenn sich die russischen Herrschaften unterhielten und dabei nicht von ihren Diener verstanden werden wollten.

  • Nördlich des Weisswurstäquators
  • „Wer von Euch ist dafür zuständig? Könnt Ihr mir das sagen?“ Geschickt wird hier mit der französischen Höflichkeitsform der Mittelweg zwischen „Du“ und „Sie“ gewählt. Das ist alles gut und schön, wir empfinden das als eine wundervolle Bereicherung. Nur hütet Euch davor, dies irgendwo nördlich des „Weisswurstäquators“ zu verwenden. Das ist die Grenze, die Bayern und den Süden vom Rest Deutschlands abtrennt, das einzige Pendant, was wir in Deutschland zum „Röstigraben“ kennen.

    Schweizerpass und Schweizergrenze — Wenn alles „Schweizer-“ ist

    Dezember 27th, 2005

    Der Schweizer Filmemacher Peter K. Wehrli brachte auf SF1 und auf 3SAT einen wundervollen Film mit dem Titel „Kniefall & Karneval“, in dem er einen Schweizer Blick auf die Deutschen wirft und viele Schweizer Schriftsteller dabei zu Wort kommen lässt. Oder sollte ich schreiben „Schweizerblick“ und „Schweizerschriftsteller“? Er stellt nämlich fest:

  • Der Pass der Schweizer ist ein Schweizerpass
  • Screenshot aus dem Film:
    Schweizerpass in einem Wort

    Peter Bieri (Philosoph)

    Vielleicht kann man darin etwas erkennen, wie dass man bestimmte Dinge der Schweiz einverleibt. Also wenn man etwas einen „Schweizerpass“ nennt, so ist es, als sei der Pass jetzt eine Eigenschaft des grossen Wesens Schweiz, und nicht nur ein Pass, der unter anderem die Eigenschaft hat, ein Pass eines Schweizers zu sein.

    „Reisepass“ steht auf den Pässen der Deutschen:
    Reisepass der Deutschen
    Was dieser Unterschied wohl bedeutet?

    Nun, wir haben selbst mal gegooglet und fanden diesen „Schweizerpass“ nicht mehr. Heute sieht das Ding so aus:
    Schweizer Pass in zwei Wörtern
    Und da sind deutlich die beiden Wörter „Schweizer Pass“ getrennt zu lesen. Vielleicht war es ja früher so.

    Die Fahne der Schweiz wird in einem Wort „Schweizerfahne“ genannt.
    Schweizerfahne in einem Wort

    Die Grenze, an der sie weht, „Schweizergrenze“, in einem Wort.
    Als ob die Schweizergrenze etwas anderes wäre als die Grenze der Schweiz. Wahrscheinlich ist es eher Bequemlichkeit, aus „Schweizer Grenze“ die „Schweizergrenze“ zu machen. Und diesemal ist sie ja wirklich ein Teil der Schweiz, zumindestens bis zur Hälfte.

  • „Schweizergeist“ — „Schweizerzeit“
  • Schweizerzeit in einem Wort

    Der Schriftsteller Hugo Loetscher meint dazu:

    Das hat natürlich mit einem Nationalismus zu tun, der sehr hartnäckig ist. Aber den man insofern verstehen kann, aus der Geschichte heraus, es war eine Selbstbehauptung, nicht, vor allem war das eben doch in den Dreissigern und dem Zweiten Weltkrieg, das man sich gegenüber Deutschland, also dem Nationalsozialismus behaupten musste, also behauptet man sich eben per „schweizerisch“, und plötzlich hat man eben Sachen als schweizerisch bezeichnet, die Schweiz als „Qualitätsbegriff“ und nicht als Eigenschaft, ja eben als Eigenschaft genommen.

    Nun, das ist ein wörtliches Zitat, so ganz begriffen habe ich es ehrlich gesagt nicht.

    Peter Bichsel (Schweizerschriftsteller):

    Es gibt in diesem kleinen reichen Land ja wirklich alles, was es auf der Welt gibt. Und wenn wir von allem was wir haben, Schweizer Wein, Schweizer Aschenbecher, Schweizer Tisch, Schweizer Haare, ich hab Schweizer Finger, und Schweizer Fingernägel, wenn alles Schweizer ist was wir haben, dann sind wir die ganze Welt. Das ist ein Problem der Kleinen.
    Und wenn dann ein so Kleiner einen grossen Bruder hat, ist das schon ein bisschen schwierig.

    Nix „grosser Kanton“ also, sondern „grosser Bruder„. Normalerweise ist das doch etwas Positives? So einen grossen Bruder kann man holen, wenn es Ärger gibt, z. B. mit den Chaos-Demonstranten am Flughafen von Genf, während des G8 Gipfels 2003 (vergleiche🙂

    Thomas Hürlimann (auch Schweizerschriftsteller):

    Wer so auf den Putz haut dass er das Wort „Schweiz“ mit der Grenze zusammen ziehen muss, der hat natürlich immer auch eine gewisse Angst, dass diese Grenze geschleift werden könnte, dass sie verschwindet. Also zwischen diesen Wörter durfte man durchaus manchmal etwas Luft lassen.

    Sehen wir es also als eine postive Entwicklung an: Der Name wird heute zumindestens auf dem Pass in zwei Teilen geschrieben, da ist wieder Luft dazwischen.

    Alle Zitate der Schriftsteller sind wörtliche Mitschriebe aus dem Film „Kniefall & Karneval“ von Peter K. Wehrli.

    Schweizerdeutsch für Fortgeschrittene (Teil 15) — Fischen gehen mit Fussballrowdies

    Dezember 26th, 2005
  • English for run-aways
  • Wir haben uns in den letzten Jahren daran gewöhnt, dass in der Schweiz die Fussballsprache nicht Deutsch sondern Englisch ist. Wie es sich für die Heimat der „Super League“ und „Champions League“ geziehmt (vergleiche: ), dass es hier keinen Torhüter sondern einen Goalie gibt, und dass der Schiedsrichter keinen Freistoss pfeift, sondern vom „referee“ ein „penalty“ „ge-whistle-d“ wird, das dann womöglich als „throw-in“ oder „corner“ endet, falls die Spieler nicht in die „offside trap“ gelaufen sind.

    Doch mitunter verstehen wird dennoch nicht genau, was damit gemeint ist, wenn im Tages-Anzeiger vom 16.12.05 zu lesen stand:
    Hooligans fichieren
    Werden sie „ge-fischt“, herausgefischt aus einer grösseren Menschenmenge?

    Oder geschieht sonst etwas Schreckliches mit ihnen, denn in dem Artikel wird ja gesagt, dass sie in der Schweiz „härter angepackt“ werden sollen. Werden sie „frittiert“ oder „filetiert“? So brutal wird es schon nicht, wenn es hier um eine nationale Datenbank geht.

    „Fichieren“ tut man in der Schweiz gern, Google-Schweiz findet das Wort 600 Mal.

    Diesmal findet sich die Lösung des Rätsels nicht in der Fussballsprache Englisch, sondern in der Lieblingsprache der Schweizer für alle Lehnwörter, dem Französischen.

  • Fichieren kommt von „ficher“
  • Fichieren ist die Schweizer Fassung von Französisch „ficher“, und das heisst laut Leo

    FRANZÖSISCH DEUTSCH
    f ficher einrammen
    f ficher einschlagen
    f ficher erfassen
    f ficher festmachen
    f ficher hineinstecken
    f ficher karteimäßig erfassen
    f ficher karteimäßig registrieren
    f ficher lustig machen
    f ficher machen
    f ficher pfeifen
    f ficher rausschmeißen
    f ficher registrieren
    f ficher werfen

    Nun, zwischen „einrammen“, „werfen“ und „rausschmeissen“ sind natürlich grosse Unterschiede. Gemeint ist hier in der Schweiz das „karteimässige erfassen, registrieren“, wenn von „fichieren“ die Rede ist. Die Schweizer kennen sich da gut aus, denn sie hatten einmal einen grossen „Fiche“ Skandal, und auch der hatte nichts mit Angeln und „Petri Heil“ zu tun, auch wenn die ganze Geschichte gewaltig stank, wie alter Fisch nur stinken kann.

  • Fichen-Skandal
  • Das Schweizer Synonym für den „Big-Brother“ Staat (nein, mit der TV-Sendung, bei der man stundenlang zusehen musste, wie sich gelangweilte Mitteleuropäer auf Ikea-Sofas rumlümmeln und Nichtigkeiten von sich gaben, hat das jetzt nichts mehr zu tun.) ist der „Fichen-Skandal“.

    Ein „fiche“ ist Französisch für eine Akte, eine Datei. Englisch „a file“, was eigentlich den Stahldraht bezeichnet, an dem diese „Fiches“ aufgehängt im Aktenschrank gelagert werden.
    Akten hängen im Aktenschrank an Stahldrähten = Files

    Gemeint ist mit dem Begriff „Fichenskandal“ das Bekanntwerden einer geheimen Staatsdatenbank, in der für alle Schweizer, ob schuldig oder nicht, solche „Fiches“ angelegt wurden mit Daten darüber, wer wo wann auf welcher Demo war, sich sonst wie auffällig verhalten hat, etc. Die ostdeutsche Stasi-Krake lebte in der Schweiz also munter weiter. Es wurden Informationen gesammelt was das Zeug hielt. Im Jahr 2002 bekam die Schweiz einen (negativ) Preis, für den grössten unbegründeten Datensammler:

    So ging am 30.10.2002 ein „Big Brother“-Preise in der Schweiz an Polizei, Geheimdienste, und Abhörbehörden

    Zum dritten Mal sind gestern Abend in der Schweiz die Big Brother Awards verliehen worden. Ausgezeichnet mit den „Preisen, die niemand will“ wurden Behördenstellen, Unternehmen und Einzelpersonen, die sich im laufenden Jahr durch die Geringschätzung der Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger besonders hervorgetan haben. Organisiert wurde die Preisverleihung von der Swiss Internet User Group und dem Archiv Schnüffelstaat Schweiz.

    Wenige Tage nach den Preisverleihungen in Deutschland und Österreich sind gestern Abend im Casinotheater des Städtchens Winterthur zum dritten Mal die größten Datenschnüffler der Schweiz mit den „Big Brother“ Preisen ausgezeichnet worden. Neben den Ehrungen in den Kategorien Staat, Business, Telekommunikation und Lebenswerk, wurde ein weiteres Mal der so genannte Winkelried-Award – benannt nach einem Eidgenossen, der sich anno 1386 gegen die Habsburger heldenhaft in die Schlacht gestürzt hatte – für besonders lobenswerten Widerstand gegen Überwachung und Kontrolle vergeben.

    „Ein Preis, der niemand will“
    Die vier Negativ-Kategorien wurden von den üblichen Verdächtigen dominiert, die bereits in den vergangenen Jahren zu zweifelhaften Ehren gekommen waren. Als staatlicher Schnüffler Nummer 1 gilt seit gestern die Polizei des Kantons Zürich. Anlass ist die von t-systems Schweiz entwickelte Fahndungsdatenbank „Joufara II“, in der eine Vielzahl polizeilicher Vorgänge gespeichert werden können. Zugriff auf die Daten haben sämtliche Polizeibeamten des Kantons und der Stadt Zürich, sowie der Stadt Winterthur. Eine formelle gesetzliche Grundlage für die Datensammlung fehlt offenbar; dies hat die Kantonspolizei im vergangenen Juli dem Tagesanzeiger gegenüber bestätigt. Neben diesem Umstand war für die Auszeichnung vor allem die Tatsache Ausschlag gebend, dass die Einträge nur mangelhaft aktualisiert, respektive gelöscht werden. So figuriere eine unschuldig verhaftete Wissenschaftlerin aus Zürich nach wie vor als angeschuldigte Posträuberin in der Fahndungsdatenbank, schreibt die Initianten des „Big Brother-Awards“. (Quelle Heise.de)

    Nun, das ist jetzt alles schon 3 Jahre her, und seitdem wird sich die Situation natürlich deutlich verbessert haben. Es sei denn, sie sind ein Hooligan, dann ab in die Datenbank! Wie würden die Franzmannen sagen: „Fiche-moi la paix, je m’en fiche„. Zu Deutsch: Fische mit mir den Frieden, ich fische mit.