Mögen Sie Kaba? Das Schlüsselerlebnis beim Schokodrink
Juli 11th, 2006Wenn Sie einen Schweizer frage, wie er „Kaba“ findet, hat er eine ganz andere Vorstellung von dem, was sie meinen, als ein Deutscher. Wir Deutschen denken bei „KABA“ gleich an das leckere Schokogetränk, die auf Werbedeutsch „flüssige Schokolade“ oder schlicht „Kakao“ genannt wird. KABA in der Schweiz hingegen ist etwas ganz anderes. Sie werden noch ihr „Schlüsselerlebnis“ mit diesem Produkt haben, wenn Sie nämlich ihren Wohnungsschlüssel verlieren und bei der Verwaltung einen neuen bestellen müssen. Das ist teuer, denn es ist mit 60 % Wahrscheinlichkeit ein „KABA“ Schlüssel, den Sie da verwenden.
Als ein Getränk, auch „Plantagengetränk“ genannt, ist Kaba die Kurzform für „Kakao und Bananentrank“:
Kaba wurde in Bremen von Ludwig Roselius erfunden. 1929 auf den Markt gebracht, entwickelte es sich zu einem der bekanntesten deutschen Markennamen. So beantworteten 1975 96% der Befragten die Frage „Kennen Sie Kaba?“ mit ja. (Hartmut Roder, u. a. (2002): Schokolade – Geschichte, Geschäft und Genuss). Kaba hat in der Umgangssprache ein Begriffsmonopol für Schokoladen- bzw. Kakaogetränke.
(Quelle: Wikipedia)
(Quelle Foto: doit24.de)
Kaba ist der Schweizer Markführer für Schliesssysteme mit Sitz in Rümlang.

(Foto Kaba: Dieser Schlüssel ist nicht aus Kakao)
1862 von Franz Bauer gegründet, entwickelte sich das Unternehmen von der lokalen Schlosserei für Kassen- und Panzerschränke zu einem der führenden Anbieter für Zutrittskontrolle und Zeitwirtschaft, Tür- und Schliesssysteme sowie Bankausrüstungen. Viele Meilensteine markieren die Firmengeschichte. Der berühmteste ist die Erfindung des Wendeschlüssels im Jahre 1934.
(Quelle: kaba.ch)
Was man mit einem Wendeschlüssel machen kann? Na zum Beispiel wenden. Das Volk der „Wenden“ , auch als „Sorben“ bekannt, ist den Schweizern fremd, sie haben genug eigene sprachliche Minderheiten um auch noch die von Deutschland zu kennen. Und zum „umdrehen“ sagen sie lieber „kehren“, aber dann denkt jeder Deutsche an den Besen und Kehricht, darum bleiben wir lieber beim „wenden“.
Für die Moslems hingegen ist die Kaba ein Heiligtum:

Die Kaaba (arabisch: الكعبة „Kubus“, „Würfel“) ist das zentrale Heiligtum des Islam. Sie ist ein etwa 12 m x 10 m x 15 m großes Gebäude und befindet sich im Innenhof der großen Moschee in Mekka im heutigen Saudi-Arabien. Für gläubige Muslime ist die Kaaba das Bayt Allâh (بيت الله „Haus Gottes“).
Umhüllt ist die Kaaba von der Kiswah, dabei handelt es sich um einen schwarzen Brokat, der jährlich erneuert wird. In ihrer südlichen Ecke sind die Bruchstücke des al-Hadschar al-Aswad (الحجر الأسود „der Schwarze Stein“) etwa auf Augenhöhe eingemauert. Häufig wird gesagt, beim „Schwarzen Stein“ handele es sich um einen Meteoriten, jedoch ist dies nur eine Vermutung, denn der Stein wurde nie wissenschaftlich untersucht. Die muslimische Überlieferung besagt, dass Abraham den Stein beim Erbauen der Kaaba als Geschenk vom Erzengel Gabriel empfing, er somit aus dem Paradies stamme. Der Stein wurde im Mittelalter beschädigt.
(Quelle Wikipedia)
So hat also jeder seine ganz private Vorstellung von dem, was für ihn „Kaba“ ist, und auch diese Tatsache liesse sich als Test verwenden, ob jemand aus der Schweiz oder Deutschland kommt. Vielleicht nur nicht gerade bei Schweizer Kids, die zu viel Deutsches Werbefernsehen gucken und mit Bezeichnungen von Schliessanlagen nicht viel anfangen können.





