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Warum die Deutschen kein Leitungswasser trinken — Ein Erklärungsversuch

  • Kein Leitungswasser im Deutschen Restaurant
  • Wer gern in Frankreich oder Spanien Urlaub macht, wird es gewohnt sein (Schweizer Leser dürfen es auch „sich“ gewohnt sein), dass dort zu jeder Mahlzeit neben dem obligatorischen Weissbrot auch eine Karaffe mit (gekühltem) Leitungswasser auf dem Tisch steht. Gehen Sie in ein französisches Strassencafe und bestellen einen „grand crème“ (Deutscher Jargon: „ön Kaffee Olé„), können Sie den Keller gleichfalls bitten, Ihnen dazu „un verre d’eau“ zu bringen. Versuchen Sie dies einmal in Deutschland. Der Keller wird sie mitleidig anschauen, vermuten, Sie leiden an Kopfweh und möchten ein Aspirin einnehmen, wozu er Ihnen höchstwahrscheinlich ein nur halb bis dreiviertel gefülltes Glas Leitungswasser bringen wird. Bestellen Sie zum Essen einfach nur Wasser, wird es garantiert Mineralwasser in einer Flasche sein, still oder mit Kohlensäure.

    Die Deutschen offerieren äusserst ungern Leitungswasser, schon gar nicht im Restaurant. Am „Offerieren“ merken Sie, das wir schon lange in der Schweiz leben. Ein „Anbieten“ geht uns kaum mehr über die Lippen.

    Es gehört zu den letzten ungelösten Geheimnissen der Deutschen Trinkkultur, warum das so ist. Ob es an der Hitze und den südlichen Temperaturen Frankreichs liegt? Unmöglich, denn in Nordfrankreich ist es im Schnitt sicher kälter als im Süden Deutschlands, und dennoch werden Sie dort stets eine Karaffe Wasser zum Essen serviert bekommen, nicht aber in Bayern oder Schwaben.

  • Ist gekauftes Wasser in Flaschen gesünder?
  • Eine Theorie besagt, dass die Deutschen ihrem eigenen Leitungswasser misstrauen, dass es nicht so gesund sei, wie abgefülltes Wasser zum kaufen. Als die Rohre noch aus Blei bestanden oder ziemlich verrostet waren, hatte diese Skepis ihre Berechtigung. Aber das ist lange vor dem Krieg gewesen. Heute ist es natürlich Quatsch, denn kein Nahrungsmittel wird in Deutschland so ausgiebig und permanent überprüft wie das Hahnenwasser, das dort auch „Kranwasser“ genannt wird

  • Die psychologischen Spätfolgen der Notzeit
  • Eine andere Theorie behauptet, die Deutschen seien heutzutage einfach „zu reich“ um einfach nur Wasser aus der Leitung zu trinken. Es sei ein Überbleibsel aus der Zeit der Not und der Entbehrung, als es kein Fleisch, keine Butter und keinen Kaffee gab. Als nach dem Zweiten Weltkrieg in den Fünfzigern die Versorgung wieder funktionierte, erlebte Deutschland eine beispiellose Fresswelle. Fleischloses Essen oder Margarine statt Butter haftete fortan das Attribut an, „Essen für Notzeiten“ zu sein. Ähnliches gilt für Leitungswasser: Das trinkt man nur wenn man sich gar nichts anderes mehr leisten kann.

  • L’eau gazeuse macht Bauchweh
  • In Frankreich und in der Romandie hält sich hartnäckig das Gerücht, dass man von Mineralwasser MIT Kohlensäure immer starkes Bauchgrimmen bekommt. Sie müssen explizit drauf bestehen, ein Wasser „avec des bulles“ serviert zu bekommen, und man wird Sie als Wunder der Verdauungstechnik bestaunen, wie Sie es schaffen, dieser gefährlichen Bläschen in Ihrem Magen Herr zu werden.

  • Sprudeln tut es in der Schweiz nur im Sprudelbad
  • Eines der hübschesten Sprachmissverständnisse zwischen Deutschen und Schweizern ist das Wort „Sprudel“. Während die Deutschen dies als Synonym für „Mineralwasser mit Kohlensäure“ sehen, denken die Schweizer an Wellness und kitzelnde Luftblässchen am ganzen Körper, wenn sie sich ein „Sprudelbad“ leisten. In Süddeutschland darf man dazu auch „saurer Sprudel“ sagen, weil der ja nicht süss ist, auch wenn er eigentlich nach nichts schmeckt. So nannten wir den früher: „Sprudel ohne Geschmack„.

  • Der Wandel kam mit Sodastream
  • Erst in den letzten 10-12 Jahren, mit dem Aufkommen von preisgünstigen Sodastream „Sprudelmaschinen„, hat sich der Trend in Deutschland ein wenig gewandelt. Es wurde schnell populär, dass man mit dem guten Leitungswasser den Sprudel auch selbst herstellen kann, und sich das Kistenschleppen damit spart. Was jedoch noch lange nicht heisst, dass es jetzt auch Leitungswasser im Restaurant zum Essen gibt.

  • Der Harass ist kein Schäferhund
  • Die Schweizer kaufen ihr Mineralwasser in Kästen, die sie „Harass“ nennen. Deutsche würden bei dieser Bezeichnung eher an einen scharfen Polizeihund denken, und nicht an Leergut. Unser Variantenwörterbuch meint dazu:

    Harass CH der, -es, -e ( aus frz. harasse “ Korb zur Verpackung von Glas“
    1. Kiste AD (ohne nordost) Kasten D „offenes Behältnis aus Kunststoff mit Unterteilung für Transport und Aufbewahrung von Getränkeflaschen: „Ich bin ein richtiger Festbruder… Ich arbeite mit Bier und trinke den Saft auch gern. Bis Mitternacht habe ich einen Harass geschafft (Blick 11.7.1994,8)
    (Quelle: Variantenwörterbuch DeGruyter, S. 332)

    Es gibt auch den Bierharass oder den Getränkeharass
    Bierharasse
    (Foto: schneider-weisse.ch)

    Der Duden führt den Begriff auch als „Lattenkiste“:

    Harass, der; -es, -e [frz. harasse, H. u.] (Fachspr.):
    Lattenkiste, Korb zum Verpacken zerbrechlicher Waren wie Glas, Porzellan:
    Täglich werden 8 000 Harasse Vollgut ausgeliefert, 7 000 Harasse Leergut zurückgenommen (NZZ 25. 10. 86, 38).
    (Quelle: Duden.de)

    Alte Harasse für Coca Cola
    (Foto: route66store.ch)

    Diese Getränkekisten wurden übrigens in Deutschland während der WM gerade extrem knapp, weil der Bierverbrauch zwar stieg, aber niemand Zeit hatte, das Leergut wieder zurückzutragen. Die Brauereien mussten regelrecht dazu aufrufen, weil die Flaschenproduktion mit dem Verbrauch nicht mithalten konnte.

  • Auch des Teufels General war ein Harras
  • Ältere Deutsche kennen den Begriff „Harras„, mit zwei „r“ und einem „s“, als Figur aus Carl Zuckmayers Stück „Des Teufels General“:

    Das Stück handelt vom Luftwaffen-General Harras, der seine Fähigkeiten wegen seiner Flugleidenschaft den Nationalsozialisten zur Verfügung gestellt hat, obwohl er im Grunde anderer politischer Meinung ist. Als er in seinem Umfeld eine Sabotage-Aktion des Widerstands an einem neu entwickelten Flugzeugtyp aufdeckt, wird ihm das Ausmaß seiner Schuld bewusst. Zur Desertion unfähig, nimmt er sich das Leben, indem er mit einer derart sabotierten Maschine, mit der auch schon sein Freund Eilers abstürzte und starb, in den Tod fliegt.
    Der Held erinnert an den mit Zuckmayer befreundeten Flieger Ernst Udet. Dieser hatte 1941 Freitod verübt.
    (Quelle: Wikipedia)

    Wenn Sie in Deutschland Ihr Leergut loswerden wollen, dürfen Sie also nicht fragen, ob es für Ihren „Harass“ auch „depot“ (vgl. Blogwiese) zurück gibt, sondern Sie müssen die „Leergutannahmestelle“ aufsuchen, um dort Ihre „Getränkekiste“ oder Ihren „Bierkasten“ abzugeben. Dass es sich beim „Bierkasten“ nicht um einen gut gefüllten Schrank mit Gerstensaft handelt, versteht sich hoffentlich von selbst. Ein „Küchenkasten“ ist ja auch keine Kuchenkasse.

    

    28 Responses to “Warum die Deutschen kein Leitungswasser trinken — Ein Erklärungsversuch”

    1. Johnny Says:

      Warum in deutschen Restaurants kein Leitungswasser serviert wird ? Weil Deutschland eben eine Servicewüste ist.
      Wer einmal in den USA war weiss, dass praktisch ausnahmslos in jedem Restaurant, ob fastfood oder Steakhouse, softdrinks als free refill von einer freundlichen Bedienung angeboten wird und nicht wie hier eine lauwarme coke von schlecht gelauntem Personal aufgetischt wird.

    2. sabine Says:

      Ich trinke zu Hause fast nur Leitungswasser (pur oder mit einem Schuß Zitronensaft) und muß mir regelmäßig scharfe Blicke von Bekannten gefallen lassen, wenn ich auf die Frage nach etwas Unalkoholischem antworte: öhm, Leitungswasser? Ich asoziales Stück 🙂
      Übrigens schmeckt das Leitungswasser überall anders. Hier in Hamburg schmeckt es hervorragend. In Berlin schmeckt es furchtbar. Auch in Aarau habe ich es wieder direkt aus dem Mund laufen lassen, während es in Thun wieder mundet.

    3. Fiona Says:

      Ein bisschen off-piste, gewiss – aber alles was mit der WM zu tun hat ist doch SEHR aktuell, oder?

      http://www.bluewin.ch

    4. tr Says:

      Leider ist es auch in der Schweiz keineswegs so, dass man Restaurants von sich aus Leitungswasser auftischen. Das Hauptproblem dabei ist, dass bei der Kalkulation der Preise die Getränke den Grundaufwand finanzieren. Ähnlich dürfte es in Deutschland sein. Persönlich würde ich lieber einen fixen Betrag fürs Coperto (Gedeck, oder eben der Aufwand, den das Restaurant hat, einem überhaupt zu bedienen) bezahlen und dafür Leitungswasser à discretion bekommen.

    5. Thomas W. Says:

      Die Erklärung ist viel banaler: Wirte machen mit den Getränken den meisten Gewinn. Oft zahlt man für 0,5 Liter Spezi oder Wasser soviel wie für ein Dessert. Gerne wird das Wasser dann auch als 0,2 Glas für 2,50 Euro gereicht. Und diese Marge wollen sich die Gastronomen hier in D-land nicht entgehen lassen.
      Allerdings gibt es Ausnahmen: In einigen, leider zu wenigen, guten Cafes bekommt man das Glas Wasser automatisch und kostenlos zum Kaffee mitserviert. Hier in München an einigen Stellen, aber auch in einem meiner Lieblingslokale – dem Weinbrenner in Karlsruhe, direkt am Markt bei der Pyramide. Für sage und schreibe 2,- Euro bekommt man dort nicht nur einen ausgezeichneten Cafe Creme auf dem Silbertablett serviert, sondern dazu noch einen schmackhaften Keks, ein Glas Wasser und das alles meist sehr stilvoll vom gut ausgebildeten Kellner an den Platz gebracht – obwohl es eine junge, angenehme Mischung aus Restaurant, Bar und Kaffeehaus ist. Das Essen dort ist übrigens vorzüglich und wird auch Schweizern munden. Nur das Tafelwasser aus der Karaffe kostet dort als 0,5 Liter 3,60 Euro. Na ja.

    6. Michael Says:

      In vielen Kantonen ist es immer noch gesetzlich vorgeschrieben, dass die Restaurants das Amtsblatt/Kantonsblatt (Bezeichnung variiert je nach Kanton) und ein Glas Wasser GRATIS auftischen müssen. Ich weiss nicht, ob es in allen Kantonen Pflicht ist, auf alle Fälle in der Innerschweiz, auch Zentralschweiz genannt (z.B. Nidwalden). Im Gegensatz zur USA kommt das Wasser jedoch ohne Eis (Eiswürfel, nicht Glacé).

    7. Cruschti Says:

      Des Teufels General ist ein empfehlenswertes Buch. Ich freue mich, dass der Autor literarisch bewandert ist. 🙂 *daumenhoch

    8. Petra Says:

      Früher waren die Wasserleitungen in den alten Häusern glaube ich aus Kupfer und das war glaube ich für die Gesundheit nicht so gut. Nach und nach wurden ja auch in Altbauwohnungen die Wasserleitungen erneuert, vielleicht wäre dies auch eine Erklärung weshalb sich das Wassertrinken vom Hahnen nur langsam duchsetzt.
      Ich glaube, dass wir in Deutschland eben auch sehr an den Sprudel gewöhnt sind und stilles Wasser einfach nicht so gerne getrunken wird.

    9. Andreas Says:

      > Wer einmal in den USA war weiss, dass….

      … man aus der Lokalität nach dem Essen auch gleich wieder mehr oder weniger Freundlich hinauskomplimentiert wird, damit der nächste Kunde dann mit der Mahlzeit wieder Umsatz bringt.

    10. prostmaster Says:

      @Johnny: na ja, in der schweizer Gastronomie steht aber auch kein Leitungswasser standardmaessig auf dem Tisch. Mit „Servicewueste DE“ liegst du allerdings richtig, da kann auch die WM2006 nichts aendern, aber das ist ein anderes Thema. In Frankreich ist diese „Wasser-auf-dem-Tisch“ Sitte, soweit ich mich erinnere, ein verbrieftes Recht des Gastes. Der Wirt ist verpflichtet, Wasser kostenlos zu jedem Essen zu offerieren, er muss auch keine weiteren Getraenke bestellen. Dein Beispiel USA hinkt uebrigens: um den Fast-Food-Frass runterzuspuelen braucht’s mehr als 1 Glas (super-size-it, max, xxl) softdrink.

    11. viking Says:

      Das mit dem verbrieften Recht auf ein Glas Wasser ist leider nicht so:

      „Einzelne Konsumenten erwarten, dass ein Glas Wasser im Restaurant gratis ist. Es besteht aber kein rechtlicher Anspruch auf Gratis-Wasser, sei es mit oder ohne zusätzliche Konsumation. Der Restaurateur kann deshalb auch für Leitungswasser einen Preis festsetzen. Andererseits ist eine gewisse Kulanz angebracht
      und deshalb muss von Fall zu Fall entschieden werden. Vor allem bei Stammgästen empfehlen wir Grosszügigkeit. Und ein Glas Wasser zum Espresso ist ein schönes Stück Servicekultur. Wirte müssen nach betriebswirtschaftlichen Kriterien arbeiten und können deshalb Leistungen
      nicht kostenlos abgeben. Offerierte Produkte werden in der Preisberechnung berücksichtigt: Somit zahlen alle Gäste für die «Gratisbezüge» einzelner Restaurantbesucher! Für die Preisbildung im Gastgewerbe sind primär die Dienstleistungskosten entscheidend. Diese sind gerade bei Kleinkonsumationen beachtlich. Die Abgabe von Wasser verursacht zwar nur einen geringen Warenaufwand, es entsteht jedoch der gleiche Personalaufwand wie bei einem «verkauftem Getränk».“
      Quelle: http://www.baizer.ch/pdf/preisbildung_im_gastgewerbe.pdf

      Gruss
      Bruno

    12. viking Says:

      Mein Beispiel bezieht sich natürlich auf das Gratis Glas Wasser in der Schweiz und nicht auf das verbriefte Recht in Frankreich 😉

      gruss
      bruno

    13. Thomas W. Says:

      @Andreas:
      Guter Punkt, ist absolut zutreffend. Ich habe mal ein Jahr in New York gelebt, und dort ist dies genau so stets passiert: Das Wasser gab es zwar gratis, aber nach 20 Minuten wurde wortlos die Rechnung auf den Tisch gepfeffert, selbst wenn der Teller noch halb voll war. Ob man noch einen Espresso oder gar ein Dessert wollte, das interessierte nicht. Hauptsache, man drückte 15-20% Trinkgeld ab. Teils war es regelrechte Massenabfütterung – und das waren keine Diners, sondern recht gediegene Restaurants. Zwei oder drei Stunden wie hier in D-land (und wohl auch in der Schweiz) hat dort keiner im Restaurant verbracht. Und eine Kaffeehauskultur wie in unseren Breiten – mit bereitliegenden Zeitungen, die man gemütlich bei einer Tasse Kaffee durchblättert, gibt es eher nicht. Nur bei Starbucks wird man in USA mit dem eigenen Buch in Ruhe gelassen.

    14. zwergerl Says:

      Mir hat neulich mal ein Schweizer Kollege beim Essen erzählt, dass Frauen, die regelmässig Leitungswasser trinken keine Pille zu nehmen brauchen weil die Klärwerke die Hormone nicht aus dem Wasser herausfiltern könnten. Na ja, ob’s stimmt? Wenn ja, würde mir die Lust auf Leitungswasser doch irgendwie vergehen.

    15. ursle Says:

      …..das mit dem Glas Wasser kommt eigentlich aus dem schönen Italien: Kaffee enzieht dem Körper Wasser, darum trinken die Italien ein Glas Wasser zu ihrem starken Espresso!

    16. Branitar Says:

      Ich muss mich wohl als Non-Konformist outen, denn ich mag kein Mineralwasser mit Kohlensäure. Ich trinke lieber Wasser von dem ich nicht hinterher rülpsen muss wie Ochse mit Verdauungsstörungen.
      Leider ist das Wasser aus meiner Leitung zuhause nicht wirklich geniessbar, wenn es nicht zusätzlich gefiltert wird. Wegen des hohen Kalkanteils habe ich hinterher meist mehr Durst als vorher, deshalb greife ich lieber auf stilles Mineralwasser zurück.
      Und die Wasserpreise in den Restaurants hier empfinde ich als absolute Frechheit. Für 0,2 Liter Mineralwasser 2 Euro oder sogar mehr zu bezahlen (und Wasser ist wegen gesetzlicher Vorschriften immer das billigste Getränk) ist ziemlich happig, wenn man bedenkt, dass der Wirt/Eigner für diese Menge wohl maximal 30 cent bezahlt…

    17. prostmaster Says:

      Hallo Bruno (der Baer?),

      scheint sich aber in FR auch langsam zu aendern:

      http://www.restocours.net/Legislation/carafe%20d'eau.htm

    18. Thomas W. Says:

      @zwergerl: klingt unwahrscheinlich. Zumindest wenn Quell- oder Grundwasser genommen wird, sollte da nix vom Menschen mehr drin sein. Das Münchner Wasser beispielsweise kommt hauptsächlich aus dem Mangfalltal – insofern dort nicht gerade mehrere Millionen Frauen gleichzeitig in die Quellen reinpinkeln, dürfte man nicht genügend Hormone für einen Pillenersatz zusammenbekommen. Es wird höchstens dann eine meßbare Hormonkonzentration geben, wenn Klärwasser einer Großstadt im See oder Fluß landet und in der Nähe Wasser aus diesem Gewässer als Trinkwasser gewonnen wird.
      @ursle: das mit dem Koffein, das Wasser entzieht, ist mittlerweile wissenschaftlich widerlegt. In Italien hängt dies wohl eher mit der Hitze zusammen – denn ein Tässchen Espresso stillt tatsächlich an einem heißen Sommertag nicht gerade den Durst. Rein quantitativ.
      @Branitar: ein hoher Kalkanteil ist für den Menschen völlig unerheblich – und nur für Maschinen interessant, die verkalken können. Den Durst stillt Wasser unabhängig vom Kalkgehalt. Ich empfehle mal eine Blindverkostung zum Vergleich. Würde mich wundern, wenn Du einen Unterschied spürst.
      Kalk ist schließlich kein Salz. Wobei sogar salzige Brühe durststillend wirkt, wenn sie nicht gerade völlig übersalzen ist. Mineralien sind sogar durchaus wichtig, erst recht an einem heißen Tag, wo viel ausgeschwitzt wird (Schweiß ist salzhaltig).
      *Aufklärungsmodus Ende*

    19. Nussi Says:

      >ursle
      …..das mit dem Glas Wasser kommt eigentlich aus dem schönen Italien: Kaffee enzieht dem Körper Wasser, darum trinken die Italien ein Glas Wasser zu ihrem starken Espresso!

      Dieses Problem trifft uns Männer wohl stärker als die Frauen. Östrogene machen Männer impotent. Interessante Forschungsobjekte stellen die „Zwitter-Forellen“ im Rhein dar 🙂

    20. Helveticus Says:

      Zum Thema Hormone: Einerseits ist es wahr, dass im Wasser (sogar im Grundwasser) sehr kleine Spuren von Hormonen nachzuweisen sind, aber nicht nur davon. Die Sache mit den Hormonen ist verzwickter, da viele logischerweise in der Natur vorkommen. Die heutige Nachweisstechnik findet von (fast) allem überall irgendwelche Spuren.
      Anderseits ist es noch wahrer, dass diese Tatsache zu Horrormeldungen aufgebaut wird um dubiose „Wasserreinigungsanlagen“ oder sonst magische Wässerchen zu verkaufen. Das ist die grössere Gefahr.
      Also Tipp an alle Frauen (und Männer), vertraut nicht auf den Hormoncoctail im Trinkwasser.

    21. Sandra-Lia Says:

      Deutschlands Gastronomen dürften so gar nicht genannt werden. Der Beste namen für ein Restaurant in Deutschland wäre einfach Imbiss. Und zwar, weil die Deutschen im allgemeinen keine Ahnung haben, was ein Gastronome tut, und wie man Gäste bewirtet.

      Für die Deutschen Imbissbesitzer ist der Kunde eine last, die man abservieren muss.

      Und so lange die Deutschen diese Einstellung haben, wirds im Lande auch nicht aufwärts gehen.

    22. Branitar Says:

      @StefanW
      Ich bin in meinem Leben oft genug umgezogen und habe genug Leitungswasser getrunken, um einschätzen zu können, wie Leitungswasser in verschiedenen Gegenden schmeckt und wie es auf mich wirkt. Fakt ist, dass ich nach dem Wasser aus meiner Leitung durstig bleibe, und ob es nun wirklich am Kalkgehalt liegt oder nicht, ist mir herzlich egal.

    23. Johnny Says:

      @ Thomas W.
      Da übertreibst Du aber :

      „“ nach 20 Minuten wurde wortlos die Rechnung auf den Tisch gepfeffert, selbst wenn der Teller noch halb voll war““

      Das ist sicher nicht die Regel und sowas habe ich während meinen Jahren in usa nie erlebt. Ein einziges Mal musste ich aussergewöhnlich lange auf die Bestellung warten und als ich mich dann beim Manager beschwerte war das Essen für vier Personen kostenlos, dazu gab es einen voucher.

      Allerdings stimmt es, dass nach dem Essen ein gemütliches Sitzenbleiben unüblich ist, das hat aber imho nichts mit schlechtem Service zu tun, da die Kunden sowas von sich aus normalerweise nicht wünschen.

      Ich musste miterleben wie eine Familie aus Deutschland am Lake Powell mit einer „Geschäftsidee“ kläglich gescheitert ist, weil sie einfach nicht wahrhaben wollten, dass Amerikaner in ihrer Freizeit nicht stundenlang in einem Kaffee sitzen, sondern lieber mit water ski und wake board über den See brettern.

    24. Thomas W. Says:

      @Johnny: In New York und San Francisco geschieht Dir das fast immer. In 90% der Fälle, insbesondere in New York, wurde die Rechnung noch vor dem letzten Bissen wortlos auf den Tisch gelegt. Die meisten Amis finden dies allerdings zugegebenerweise praktisch, denn sie müssen dann nicht erst noch nach der Rechnung fragen. Und länger Sitzen zu bleiben ist dort tatsächlich unüblich. Als Folge kann jedoch deutlich mehr Umsatz pro Tisch generiert werden, denn speziell in New York stehen die Nächsten schon an der Bar und warten auf Deinen Tisch – während die deutschen Wirte den Umsatz hauptsächlich durch die Getränke machen und dann eben kein Gratis-Wasser servieren.
      @Sandra-Lia: Man kann solche und solche Erfahrungen machen. In Berlin gibt es durchaus noch Orte mit einer gewissen rauhen Herzlichkeit. Anderswo sind die Wirte und Bedienungen oft teils zauberhaft, teils professionell bemüht.
      Auch in Zürich bin ich schon reingefallen und konnte in einem teuren Restaurant trotz Reservierung und hohem Umsatz als Organisator eines Geschäftsessens einige Ruppigkeiten erleben – so lange, bis die Bedienungen gemerkt haben, dass ein paar wichtige Leute aus Zürich mit in der Delegation waren – danach lief dann alles prima. Dabei war ich supernett. Vielleicht anfangs sogar zu nett. Und auch in dem teuren Hotel in der Zürcher Innenstadt benahm sich das Personal so, als seien wir in einer Jugendherberge abgestiegen und müssten uns freuen, dort noch schlafen zu dürfen. Und in einem Lokal im Zentrum wurden wir auch sehr unfreundlich behandelt. In Basel hingegen waren alle stets supernett und teils sogar herzlich – auch zu mir als Deutschem.
      Ich glaube mittlerweile nicht mehr an diese Stereotype von der deutschen Servicewüste und den allzeit freundlichen Schweizern. Die Realität ist keinesfalls so schwarz-weiss. Kommt immer drauf an, wo man gerade landet.

    25. aquado Says:

      Leitungswasser in Restaurants in Deutschland gibt´s nur für Hunde.

    26. Pierre Says:

      Ich denke mal das dies mit der Legionärskrankheit zusammenhängt.

      Grüssli Pierre

    27. freiheitistunteilbar Says:

      @Jens Rainer Wiese

      Leitungswasser enthält weniger Mineralien als Mineralwasser und es fehlt die Kohlensäure. Kurzum: Es ist einfach gesünder. Die Zeiten in denen Mineralwasser Luxus war, sind lange vorbei. 😉

    28. Allmechtna Says:

      „Als die Rohre noch aus Blei bestanden oder ziemlich verrostet waren, hatte diese Skepis ihre Berechtigung.“

      Von wegen: BESTANDEN!

      Mal etwas von Altbauwohnungen und -häusern gehört?
      Es ist eben in „altehrwürdigen“ Wohnvierteln mit Häusern z. T. noch aus dem Jugendstil definitiv *nicht* gang und gäbe, dass die Bleileitungen alle bereits ausgetauscht sind! In vielen uralten Häusern *gibt* es diese eben noch!
      Und da darf man mit Fug und Recht dem Leitungswasser widersprechen.

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