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Nicht lecker essen, sondern fein — über die Adjektive der Schweizer beim Essen

  • Nicht lecker essen, sondern fein
  • Von Adolf Muschg lernten wir in der Talk-Show CLUB, die ihr zischend fröhliches „Zischtigs“ Attribut leider abgeben musste (welches auf den “Tag des Ziu” zurückgeht, siehe hier), was die Schweizer niemals nie zum Essen sagen, nämlich dass es „lecker“ sei.

    Schweizer Essen ist niemals „lecker“, sondern meistens „fein“ oder wenigstens „guot“. Über die Eigenschaft der Schweizer, mit grosser Vorliebe am liebsten „etwas Feines“ zu essen, hatten wir schon berichtet (vgl. Blogwiese) . Neu ist uns hingegen die offensichtliche Aversion gegen das standarddeutsche Adjektiv „lecker“. Oder ist das gar nicht Standarddeutsch, sondern ein nur in Deutschland gebrauchter „Teutonismus“, den die Schweizer selbst nie in den Mund nehmen würden?

    “Lecker” kann sogar Leitspruch einer Diät werden:
    Lecker schlank werden
    (Quelle Foto: tvugsto-presse.tv)

    Machen wir den kleinen Google-Test. Es findet sich bei Google-CH die Kombination „lecker essen“ nur 4‘270 Mal während sie Google-DE 252‘000 Mal ausweist. Natürlich sind solche Zählungen kein objektiver Massstab, aber die Relation 1 zu 60 ist schon sehr eindrücklich. Die Fundstellen für „lecker“ bei Google-CH und Google-DE bringen es auf das Verhältnis 1 zu 20, also wird das Wort 20 Mal mehr in Deutschland verwendet als in der Schweiz, gemäss der nicht repräsentativen Google-Messung.

  • Lecker ist zu nordisch
  • Das Wörtchen „lecker“ ist nichts für die Schweizer, denn es kommt wahrscheinlich einfach zu weit aus dem Norden, dem Niederdeutschen. Im Niederländischen ist „lecker“ übrigens nicht allein ein positives Adjektiv für feines Essen, sondern hat eine viel allgemeinere Bedeutung. „Lekker“ mit zwei “k” geschrieben steht dort für „toll, prima, schön“.
    lekker heisst schön
    (Quelle: niederlandistik.fu-berlin.de)

    Wer nach „lekkere meisjes“ googelt findet garantiert kein Rezept für delikat zubereiteten Mais, sondern hübsche holländische Mädels.

  • Ist lecker zu anrüchig?
  • Aber warum gebrauchen die Schweizer grundsätzlich dieses Wort nicht im Zusammenhang mit Essen, so wie die Deutschen? Hängt es vielleicht damit zusammen, dass es lautlich sehr nah beim Fluch „läck mr“ oder „läk“ steht? Kann etwas kaum als Lob für gutes Essen verwendet werden, was schon fast wie ein Fluch klingt?
    Vielleicht liegt es einfach daran, dass die adjektivische Vielfalt der Varianten von „feines Essen“ und „guotes Essen“ nicht weiter überfrachtet werden sollte. Warum ein drittes Adjektiv, wenn man schon zwei hat, die ihren Zweck gut und häufig erfüllen? Kleine Hunde sind „herzig“ und gutes Essen ist „fein“, so ist das eben in der Schweiz. Wer braucht schon Varianz? Für ganz ausgefallene Belobigungswünsche gibt es ja immer noch das Lob für “währschafte” Essen.

    

    82 Responses to “Nicht lecker essen, sondern fein — über die Adjektive der Schweizer beim Essen”

    1. Psalmist Says:

      Nee, das hat wohl kaum den Gründ der Verwechslung mit “läck” - als Schweizer nehmen wir die Vokale und damit die beiden Wörter als völlig unterschiedlich wahr. Ich denke, der Grund ist viel einfacher: “Lecker” ist im schweizerischen Deutsch ein Fremdwort (geworden?). Warum sollen wir in Fremdwörtern (ob die nun englisch, latein, französisch oder eben deutsch sind) sprechen, wenn wir auch eigene Wörter für die Dinge haben? Das wirkt zu Recht künstlich und logischerweise fremd im Sinne von “ausländisch”.

      Eine andere Frage ist, in welchen Fällen man das Künstliche von Fremdwörtern doch bewußt sucht - und was man damit ausdrücken will. Die Facetten sind hier reich: Von Weltgewandtheit und Gebildetheit über Anbiederung bis zum (bösen oder weniger bösen) Spott über die ausländische Ausdrucksweise ist hier fast alles möglich.

      Ich selbst habe das Wort “lecker” allerdings (soweit ich mich erinnern kann) noch nie aus Schweizer Mund gehört (auch nicht ironisch “nachäffend”, wie ich es mir noch am ehesten vorstellen könnte) oder selbst gebraucht. Deshalb reagierte ich anfangs immer etwas verständnislos, wenn ein Deutscher das Wort brauchte - hä, was will er mir genau sagen? Später dann mit kindlicher Belustigung über das seltsame Wort, und mittlerweile ist es ein selbstverständlicher Bestandteil meines passiven Wortschatzes geworden. Vielleicht ist das ein ähnlicher Vorgang, wie wenn ein Deutscher sich an Schweizer Ausdrücke wie “läck” gewöhnt?

    2. mare Says:

      Und was ist mit den Basler “Läckerli”? Hab’ allerdings schon gehört, dort komme das Wort von “Lebkuchen/Läbchueche”. Aber sonst hab ich das Wort auch noch nie gehört.

      [Anmerkung Admin: Auch das wäre ein Erklärungansatz! Vielleicht eine versteckte Aversion, im Sinne von “Wie kann etwas gut sein, was aus Basel kommt?” Oder wie kann ich ein Adjektiv für eine Speise gebrauchen, die schon der Name eines Nahrungsmittels ist? Grübel… ]

    3. Maximus Says:

      In diesem Zusammenhang will ich auch noch mal auf dieses “e Guote”zurück.
      Lässt man sich die französische Form “Bon Appetit” oder sogar nur das lapidare “enjoy or meal” auf der Zunge zergehen, klingt die schweizerisch Art dem Gegenüber einen gesegneten Appetit zu wünschen, wie eine Konversation zwischen zwei Bauarbeitern. Man muss was sagen, sagt es aber nur halb, um blos nicht zuviel Kulter in das Gespräch einfliessen zu lassen.
      E Guote, was…..?, dieser unvollständige Wunsch lässt Raum für Spekulationen.
      Im Übrigen hört man in Deutschland, genauer gesagt Rheinhessen, eine ähnliche From der Esseneinleitung. “E guude”, oder” e guude Hunger”. Sie wird aber nur zwischen wirklich guten Bekannten, Freunden, Kollegen oder in gesellschaftlich “nicht hervorgehobenen” Zusammenkünften benutzt.
      die Schweizer wiederrum gebrauchen die Floskel in allem Formen gesellschaftlichen Zusammenseins, und lassen stoisch den “Appetit” oder “Hunger” aussenvor.
      Klingt das etwa zu französisch oder gar zu deutsch?
      Man besinnt sich auf die alte Kunst des Weglassens, Verschweigens und nicht Aussprechen zurück.
      E guote Verdauig.
      Gruss Maximus

    4. Anton Says:

      Das Wort “lecker” stösst mich ab. Wieso weiss ich nicht. Es hat etwa die gleiche Wirkung auf mich wie das Verb “kriegen”.
      Nur eins ist noch schlimmer: “Jetzt pass mal auf” als Einleitung für eine Erklärung.

    5. Viking Says:

      Läckerli gibt es auch in Zürich. Wenn auch nicht so bekannt wie die Basler Variante (die mir persönlich auch besser schmeckt) und eher was für Marzipan Liebhaber:

      http://www.geschenkidee.ch/images/products/6449.01_g.jpg
      http://www.anismodel.ch/modelbilder/mehrfach/4127k.jpg
      http://www.kochrezepte.us/rezept_Z%C3%BCri-Leckerli_10994.html

    6. Peter Says:

      Guten Morgen!

      Also mit “lecker” kannst Du auch in meiner Heimat Österreich keine Sympathiepreise gewinnen und kaum ein Österreicher wird “lecker” wohl je freiwillig verwenden. Entspricht einfach nicht unserem Sprachgebrauch - so wie hier in der Schweiz eben auch - und gilt als ein absolutes Piefkewort.
      In Ö heisst es auch “a guats Ess:n” also wie in der Schweiz. “Herzig” sagen wir dafür auch weniger - aber es wird verwendet. Da sagen Österreicher eher “liab” (lieb) a la “mei is des a liaba Hund”. Oder auch bei Sympathie zu Menschen “des is ja a ganz a liabs Mädl (Mädchen)”.

      Schönen, tatenreichen und erfolgreichen Arbeitstag!
      Pfiat Eich, sali,
      Peter

    7. coolman Says:

      “Lecker” ist einfach ein scheussliches Wort. Ich als Bayer nehme das auch nicht in den Mund. Und jeden echten Bayern schauderts auch, wenn er das hört. Es gibt da so Wörter, die einem richtig körperlich wehtun und “lecker” gehört definitiv dazu. Genauso wie mir es weh tun, wenn ich “ich gehe die Treppe/den Berg hoch” höre. Brrrrr. Der Berg ist schon selber hoch. Deshalb lauf ich ihn rauf oder von mir hinauf.
      Zum Glück haben die Schweizer da ähnliche Ohren.

      [Anmerkung Admin: Aber es muss doch einen Grund geben, warum ein Wort “scheusslich” ist? Stimmt der Erklärungsversuch mit dem “Läck” Anklang?
      Wie können manche Wörter schön und andere scheusslich sein? Ist es einfach zu nordisch? Ist es mit irgendeiner absolut negativen Erfahrung verbunden? Den hässlichen Preussen, der zur Schweinshaxe “Lecker Braten” gesagt hat?]

    8. patrick Says:

      Das Wort “lecker” existiert afaik in keinem Schweizer Dialekt. Daher kommt es mir auch nicht in den Sinn, wenn ich Hochdeutsch spreche. Eine Abneigung gegen dieses Wort habe ich keine…

      [Anmerkung Admin: Und was machen die Basler mit ihrem Spezialgebäck? Sagen die nicht sowas wie “läkker” dazu?]

    9. 2xm Says:

      ich glaube das diese wort im südlichen deutschsprechenden raum nur zum erwiterten wortschatz gehört! ich komme von bern und in dieser region haben französische wörter ihren stammplatz im hauptwortschatz. dies durch die nähe der sprachgrenze. in der ostschweiz befinden sich diese wörter nicht mehr im hauptwortschatz.
      ich glaube herr wiese denkt u viel! ;o)
      sie können sich noch mit dem phanömen “zwöi meitschi” aber “zwe giele” beschäftigen. sehen sie den unterschied? weibliche und männliche zahlen. dies ist aber nicht so einfach, denn es gibt keine regel was wie angewendet wird!

      [Anmerkung Admin: Danke für die Warnung vor zu vielem Denken. Werde künftig ab 15:00 Uhr bis 20:00 Uhr nicht mehr denken, oder weniger denken. Vielleicht hilft es ja.]

    10. Tellerrand Says:

      Es wäre hilfreich für die Völkerverständigung, wenn man in die unterschiedliche Wortwahl und den Gebrauch verschiedener Begriffe für die selbe Sache nicht allzu viel hinein interpretiert.

      Deutsche wünschen ihrem Gegenüber, dass er sein Essen geniessen möge. Schweizer tun das und Österreicher auch. Um mal im (hoch-)deutschen Sprachraum zu bleiben.

      Man sagt zwar, Kommunikation sei, was der andere versteht, das schiebt aber eigentlich dem Falschen den Schwarzen Peter zu. Denn nur der sagt, meint etwas bestimmtes damit. Es muss nicht immer dasselbe sein, was der Angesprochene versteht und da beginnt das Problem.

      Deutsche tönen für Schweizer Ohren arrogant, aha. Und deswegen sind sie das auch?

      Schweizer sagen zu essen nicht “lecker”, Deutsche schon. Na und?

      [Anmerkung Admin: So einfach ist das leider nicht. Es besteht regelrecht eine Aversion gegen das Wort. Und sorry, das kapiere ich nicht. Aber vielleicht sollte ich bis 15:00 Uhr warten, und dann nicht mehr dran denken]

    11. vorgestern Says:

      Ich bin 1954 von Deutschland in die Schweiz gekommen. Damals war das Wort “lecker” in D überhaupt nicht gebräuchlich, ein Essen war gut oder schlecht. Es kam erst viel viel später auf und ist für mich persönlich eindeutig “neudeutsch”. Ich habe es höchstens im passiven Wortschatz, weil ich es ein bisschen albern oder affig finde. Tut mir leid!

    12. Fiona Says:

      @ Psalmist. Re Fremdwörter in Schwyzerdeutsch. Aus dem Französichen
      und dem Englischen (USA / GB) haben die Deutschschweizer eine Menge Wörter übernommen - eine Bereicherung für den Mundart?

      Uebrigens, frappant (Fr.) ist es, dass die englische Sprache ca. 500 000 Wörter umfasst, Deutsch aber nur 250 000. Die Folgen sind eher negativ für die Deutschen, u.a. ein gewisses Manko an Gewandheit?

      [Anmerkung Admin: Es ist nicht so ganz deutlich, wie da gezählt wird. Sind alle mundartlichen Varianten dabei? Oder geht es um alle Wörter, die je in der Literatur niedergeschrieben wurden? Shakespears Wortschatz soll 750′000 Wörter umfassen, habe ich mal gelesen. Der von Racine (franz. Autor von klassischen Dramen) nur 5′000.
      Englisch hat schon allein dadurch das grösste Vokabular, weil es das angelsächsische Erbe mit dem romanischen Erbe verschmolzen hat. ]

    13. Peter Says:

      Woher die Aversion gegen lecker kommt - keine Ahnung! Aber wie “coolman” und ich selber weiter oben geschrieben haben, ist es eines der Wörter dass ein Österreicher oder Bayer (Bayern reden Österreichisch :-) ))) na es ist umgekehr Österreicher stellen die grösste Bayrische Sprachgruppe laut Wikipedia) und auch Schweizer einfach nicht freiwillig verwenden wird.
      Und “lecker” hört sich einfach zu deutsch an (ähnlich wie Apfelsine oder Aprikose für einen Österreicher: sowas würden wir nie freiwillig sagen, die Wörter sind mit Aversion betrachtet und klingen seeeehhhhrr bundesdeutsch für uns). Solche Dinge sollten zum Beispiel auch Werbetexter nicht vergessen. Falsch gewählte Wörter können ganz schnell einen ganzen Sprachraum als Kunden vergraulen :-)

      Peter

    14. Anton Says:

      Genau! Jetzt fällt es mir auch auf! Früher hörte man dieses Wort kaum (z.B. in der TV-Werbung) und jetzt braucht es jeder Werbefritze bis zum K***. Alles und jedes soll plötzlich “lecker” sein. Dieser Umstand, in Verbindung mit einer bestimmten Art Deutsch, die in unseren Ohren arrogant tönt und der Weise, wie dieses “Lecker” in der Werbung zum Teil präsentiert wird, könnte der Schlüssel für unsere Abneigung sein.

      Grüsse aus dem Röstigraben, Anton

    15. Christian Says:

      Ich find’s schon etwas traurig, dass der Germanist Jens ständig das Variantenwörterbuch zitiert und dann doch immer noch die Begriffe “Standarddeutsch” und “Teutonismus/Helvetismus/Austriazismus” durcheinanderbringt: Der Begriff “Standarddeutsch” heißt eben *nicht*, dass ein Begriff, eine Bedeutung oder eine grammatikalische Konstruktion quasi gesamtdeutsch sein müsse - im Gegenteil: Es gibt innerhalb des deutschen Sprachgebiet eigene Standards in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz.
      Folglich ist “lecker” ein Teutonismus - so wie “fein” (im Bezug auf das Essen) ein Helvetismus ist.

      [Anmerkung Admin:
      Wo werfe ich das denn durcheinander? Ich verwende “Standarddeutsch” für die Wörter, die von allen gleich gut verstanden werden. Der gemeinsame Nenner.
      Gemäss der Definition:

      “Das Standarddeutsche, umgangssprachlich auch (durchaus missverständlich) Hochdeutsch genannt, steht im Gegensatz zu Dialekten, Umgangssprachen und Soziolekten. Es ist die deutsche Sprachform, die zur überregionalen Verständigung verwendet und die im Fremdsprachunterricht gelehrt wird.”
      (Quelle Wikipedia)

      Wenn Du die Definition anders formulieren würdest, dann immer raus damit. Was Du als “eigene Standards” bezeichnest, wird vom Variantenwörterbuch als “Varianten des Standards” genannt.

      Oft wird Standarddeutsch im Variantenwörterbuch auch als “Gemeindeutsch” bezeichnet. Als “Teutonismus” bezeichne ich (siehe Wiki-Erläuterung) die Varianten, die nur in Deutschland aktiv gebraucht werden, und in Österreich oder in der Schweiz event. verstanden aber nicht aktiv verwendet werden. Gleiches gilt für “Helvetismus” und “Austriazismus”. Wenn das in einem Posting irgendwo “unklar verwendet wird”, bitte ich um einen konkreten Hinweis, dass ich das verbessern kann.

      Wie gesagt, wenn Du eine bessere Definition oder Begriffsunterscheidung kennst, immer raus damit. Lerne gern dazu.]

    16. widi Says:

      Und das Wort “guot” kenne ich auch nicht, dafür “guet”
      -> Mit einem “e”…

      “e Guete”
      “es guets Ässe”

      Widi

    17. Anton Says:

      Hoppla, da hab ich wohl was Falsches gesagt und die Zensur hat zugeschlagen? Noch etwas bezüglich Varianz: Es gibt selbstverständlich noch ausgezeichnetes Essen! Trotz der penetranten “Lecker”-Werbung.

    18. neuromat Says:

      uf guetbärnisch

      gibt es allein zehn Bezeichnungen für “essen”. Da braucht es eigentlich kein lecker. Tellerrand hat absolut recht: Genausowenig wie ich Oesterreicher oder Schweizer aufgrund des von Ihnen gebrauchten Vokabulars abschätzig beurteile sollte man es auch bei der Verwendung von “lecker” eigentlich nicht tun, insofern der übrige Sprachschatz auf entsprechend zivilisierte Umgangsformen schliessen lässt. Nun gibt es allerdings eine Radiowerbung die mit dem dauernden Wiederholen von Leckerleckerleckerlecker tatsächlich etwas nervt. Dennoch ist die Haltung von Anton und Peter mit Ihren abfälligen Bemerkungen (Piefkewort) im Grunde die eigentlich arrogante.

    19. mirach Says:

      Lecker müsste auf Berndeutsch wohl “läcker” ausgesprochen werden - läck! Wenn wir es “lecker” aussprechen, ist uns ob der Nähe zu Lecken wohl etwas unwohl. Oder das starke ck im Zusammenhang mit feinem Essen stösst uns etwas auf.

      Kriegen müsste auf Berndetusch “chriege” oder bestenfalls “kriege” heissen - läck, die Nähe zu Krieg lässt uns erbeben.

      Schöne Worte passen uns in den Mund - so ist das.
      ;o))

    20. Herr Köhler Says:

      läcked mer doch all am Tschöpli! ;-)

    21. Anna Says:

      nimm es nicht persönlich Jens, dass die Schweizer dein Lieblingswort nicht benutzen.

      Vielleicht liegt es nur daran, dass sie es noch nicht geschafft haben, ein schweizerdeutsches Pendant zu finden, bzw ganz viele verschiedene CHerdeutsche Varianten für jeden Dialekt. Und wie mirach geschrieben hat: das ck wird im Cherdeutschen so hart und kratzig ausgesprochen, dass es lautmalerisch gar nicht mehr nach feinem Essen klingt.

      Und das Wort wie im Hochdeutschen auszusprechen kommt natürlich gar nicht in Frage… ;-)

      en Aargaueri

      [Anmerkung Admin: Wer sagt, dass es mein Lieblingswort ist :-) ? Es ist einfach merkwürdig, wie Wörter “beliebt” und “unbeliebt” sein können. Nach dem hunderten Mal “herzig” hören fing ich auch an, gegen dieses Wort eine Abneigung zu entwickeln.. ;-) ]

    22. Administrator Says:

      Gerade per Mail erhalten (vielen Dank Ursula)
      Die vollständige Bedeutung von lekker auf Niederländisch:

      Aus: Van Dale (2002): Groot woordenboek Nederlands – Duits, Duits – Nederlands, versie 2.0. Utrecht: Van Dale lexicografie bv.

      lekker1 (bijvoeglijk naamwoord)
      1
      smakelijk
      lecker, schmackhaft, fein
      van wijn süffig
      (formeel) appetitlich
      (Oostenrijk) gustiös
      context
      een lekker hapje
      ein leckeres Häppchen
      (zelfstandig) iets lekkers
      etwas Leckeres
      iets lekker vinden
      etwas schmackhaft / lecker finden
      2
      aangenaam van geur
      herrlich, angenehm
      (algemeen) gut
      context
      een lekkere geur
      ein herrlicher Duft
      wat ruikt die bloem lekker!
      wie angenehm / gut die Blume riecht / duftet!
      3
      gezond, plezierig
      wohl
      (algemeen) gesund
      context
      ik ben niet lekker
      mir ist nicht gut / wohl
      (figuurlijk) je bent niet lekker!
      du bist wohl nicht gescheit!, dir ist wohl nicht gut!, du bist wohl nicht ganz dicht!
      vandaag voel ik me bijzonder lekker
      heute fühl(e) ich mich topfit
      ik voel me niet lekker
      ich fühle mich nicht wohl, mir ist nicht wohl
      4
      prettige indruk makend
      toll, prima
      context
      een lekker baby’tje
      ein süßes Baby
      een lekkere dikkerd
      ein gemütlicher Dicker
      kind ein Dickerchen
      (informeel) een lekkere meid, lekker stuk
      ein steiler Zahn
      5
      verlekkerd
      erpicht
      context
      iemand lekker maken
      jemandem etwas schmackhaft machen, jemandem den Mund wässrig machen
      6
      onaangenaam
      (ironisch) (ganz) schön
      context
      jij bent lekker!
      du bist ja lustig!, du bist (aber) gut!
      het is me een lekkere jongen
      er ist mir gerade der Richtige, er ist mir ein Früchtchen
      ¶ idioom
      het is me wat lekkers!
      das ist (mir) eine schöne Bescherung!
      lekker2 (bijvoeglijk naamwoord, bijwoord)
      prettig
      angenehm, herrlich, schön
      gemakkelijk, gerieflijk bequem
      behaaglijk gemütlich
      knus kuschelig
      context
      een lekker bad
      ein wohliges Bad
      het gaat lekker
      es geht bestens / blendend / prima
      lekker knus in een fauteuil gaan zitten
      ook sich in einen Sessel schmiegen
      kom lekker bij me zitten
      komm, setze dich schön zu mir
      de hond lag lekker tegen me aan
      der Hund kuschelte sich an mich
      lekker in de zon liggen
      sich in der Sonne aalen
      de auto loopt lekker
      das Auto läuft gut / prima
      de kinderen spelen lekker
      die Kinder spielen vergnügt
      een lekkere stoel
      ein bequemer Stuhl
      lekker verwend worden
      herrlich / schön verwöhnt werden
      zich bij iemand lekker voelen
      sich bei jemandem wohl fühlen
      lekker weer
      angenehmes / herrliches Wetter
      een lekkere winterjas
      ein molliger Wintermantel
      dat ziet er niet lekker uit
      das sieht übel, nicht sehr gut aus
      ik zit hier lekker
      ich sitze hier bequem / angenehm
      dat zit hem niet lekker
      das wurmt ihn, das behagt ihm ganz und gar nicht
      lekker3 (bijwoord)
      1
      smakelijk
      lecker, schmackhaft
      (formeel) appetitlich
      context
      lekker eten
      met smaak eten lecker essen
      fijne spijzen eten fein essen
      dat ziet er lekker uit
      das sieht aber appetitlich aus
      2
      m.b.t. leedvermaak
      (ironisch) (ganz) schön
      context
      ik doe het lekker toch (niet)!
      ätsch, ich tue es doch (nicht)!
      sterker den Teufel werde ich tun!
      hij is er lekker ingelopen
      er ist ganz schön reingefallen
      (dat was) lekker mis!
      (das war) genau / schön daneben!
      3
      in hoge mate
      (algemeen) sehr
      context
      ik dank je lekker!
      ich danke für Obst und Südfrüchte!

    23. .d. Says:

      Also ich starte mal einen kleinen Erkläungsversuch:

      Der Herr Wiese fragte bisher stets: ‘Wieso sagen die Schweizer nicht “lecker”?’
      Ich frage: ‘Wieso sollten die Schweizer “lecker” sagen?’

      Ich meine wir sagen ja auch nicht “Doswidanja” wenn wir jemanden verabschieden weil das eben Russisch wäre und nicht Schweizerdeutsch.

      Genauso ist lecker (wie viele anderen Worte ebenso, bekannt ist ja z.B. das Verb ‘klingen’) einfach ein Wort, welches nicht im Schweizerdeutschen vorkommt.

      Die Konstruktion einer verstecken Aversion, einet Verwechslung mit ‘leck mich’ oder was auch immer ist als Erklärung gar nicht nötig.
      Oder wieso sagen die Deutschen nicht endlich “hyvää huomenta” anstatt “Guten Morgen”, haben sie etwa alle eine versteckte Aversion gegen diesen finnischen Ausdruck?

      @ Maximus

      Ich empfehle dir ein Wochenende in Weimar ;)
      (Nur so ein Gedanke, vielleicht möchtest du ja mal wieder aus der Umzingelung des primitiven Arbeiter- & Bauernvolks ausbrechen und in die Kultur zurückkehren)

    24. Brun(o)egg Says:

      Glaube nicht, dass Basler “Läggerli” etwas mit lecker zu tun haben. Vermutlich eher mit lecken. Denn früher waren die Dinger meistens hart und mussten “angeschluzt” werden um geniessbar zu sein. (?)

      Was das “en Gute” oder “Bon-A” (Fr.) angeht ists immer noch sympathischer als “Mahlzeit”! Zack!

      Wir haben feines Essen und trinken süffigen oder feinen Wein und in deutschland ist’s immer schöner Wein, schönes Essen, usw.

      Vielleicht ist ja die Aversion bezüglich lecker auch indirekt mit dem Nordwesten Europas verbunden. Oder hat schon mal jemand etwas von holländischer Küche gehört?

      es gibt übrigens ein Lebensmitel Transport Unternehmen, mit Ableger in der Schweiz. “Lekkerland”Ich muss jeden Tag dort vorbeifahren und leide gewaltig

      [Anmerkung Admin: Wir wünschen uns bei Tisch “Gesegnete Mahlzeit”, und nicht diese merkwürdige Kurzform. Das ist eher ein Gruss in einer Deutschen Firma zwischen 11:30 und 15:00 Uhr. ]

    25. Ginger Says:

      Also so kurz vor der Mittagspause macht mich das Diskussieren um ‘lecker’ ganz nervös ;-)
      Ich benutze das Wort (bin ja auch Deutsch) und mir ist noch nie aufgefallen, dass mein Schweizer Umfeld darauf in irgendeiner Weise reagiert hat. Lecker gibt es übrigens auch im Schwedischen und ist ähnlich ausgedehnt zu benutzen wie im Hölländischen. Ich denke (nur noch bis 12:00 Uhr, versprochen) daher, der Ursprung ist wohl eher germanisch, weswegen er im nördlichen D wie auch in Skandinavien benutzt wird.

      Noch was zu einigen Wörtern aus dem Schweizerdeutschen, die mir nie über die Lippen gingen: auf Platz 1 eindeutig ‘herzig’ (nee, geht gar nich!), ‘jöh’ ist auch so ein Fall, kann mich nur schwer anfreunden….;-)
      Aber, mir ist es ziemlich egal, ob diese Wörter um mich herum genutzt werden, solange keiner verlangt, dass ich sie sage.
      Es lebe die Vielfalt!!!! :-)

      Kann mir mal einer sagen, warum alles Deutsche oft soooo negativ beurteilt wird? Ich war ganz erstaunt, als ich damals in die CH kam, welcher Sprachenmix hier vorherrscht und wie selbstverständlich englische (sorry, challange,…), französische (Velo, Reduit, …), italienische (jetzt fällt mir grad keins ein) usw. Wörter hier verwendet werden. Aber alle Diskussionen drehen sich fast immer um das ‘böse Deutsche’.

    26. Peter Says:

      @neuromat

      Entschuldigung! Wollte keinen hier oder sosnt wo anwesenden Deutschen Staatsbürger mit dem “Piefke” beleidigen. Viele meiner besten Freunde sind Deutsche und keinen hat das bisher gestört so genannt zu werden - weil man muss schon verstehen wie man es meint. Piefke hat die gleiche Bedeutung wie “Schwab” - bezeichnet einfach ein Gebiet. In diesem Fall alle nicht bayrisch sprechenden Deutschen. Meine Güte! Verzeihung! Ich werde auch “Schluchtenscheisser” oder “Dösi” von meinen deutschen Freunden genannt oder so aufgezogen. Was solls das hat wirklich nichts mit Arroganz zu tun! Was sich liebt das neckt sich :-) Also bitte….nimms nicht so tragisch (ich habe selber deutsche Wurzeln, lebe im Ausland, bin mit einer Frau mit einer anderen Staatsbürgerschaft verheiratet, also ziemlich multinational - und da liegt normalerweise respektlosigkeit und Arroganz nicht in meinem Metier).

      Die arrogante oder beleidigende Art in unserem Sprachschatz wäre ja “Preiss” oder “Saupreiss” gewesen oder das habe ich ja nicht gesagt ;-)

      Also vergib mir!
      Peter

    27. Maya Says:

      Lieber Jens,

      ich hab da noch was spannendes im Internet gefunden. Wikipedia auf Alemannisch. Denn das ist die Sprachfamilie, welcher wir Schweizer angehören.

      Schau doch mal rein: http://als.wikipedia.org/wiki/Houptsyte

      Ich glaube nicht, dass hier die Nationalität den Unterschied macht, sondern viel eher die Sprachfamilie, welcher man angehört. Ich denke nicht, dass die Schweizer z.B. den Begriff “lecker” jetzt wirklich abstossend finden (bei mir ist das auf jeden Fall nicht so), sondern dass das halt einfach ein Begriff ist, der in unserer Sprachfamilie nicht vor kommt.

      Etwas gutes zu Essen ist in der Schweiz nun mal halt “fein” oder “guet - guot - guät etc.etc.etc.” und nicht “lecker”. Hat nichts mit Abneigung zu tun, ist einfach ein anderer Wortschatz.

    28. Michael Says:

      @Brun(o)egg

      Die Holländer machen den leckeresten Käse der Welt. ;)

      Michael

    29. Michael-H. Says:

      Ich arbeite mit Deutschen zusammen und habe eine deutsche Freundin. Wenn ich standarddeutsch spreche, benütze ich auch lecker. In Mundart jedoch nie. So wie ich in Mundart nie “Au revoir”, sondern “Ade/uf wiederluege” sage. Woher der Name Leckerli kommt, ist mir auch schleierhaft. Aber ich liebe diese Dinger :-)

      Fazit: Es gibt Wörter in anderen Sprachen, die ich nur dann benütze, wenn ich eben diese Sprache spreche (lecker, clothes, au revoir etc.)

    30. awo Says:

      @peter
      “Preiss” oder “Saupreiss” habe ich nun eigentlich nie als Beleidigung verstanden! Was mich aber bei dieser Sprachendiskussion interessieren würde. Wieso spricht man bei Tumbler oder Tupperware das “u” wie “ö” statt wie “a” im englischen! Und dann das franz. “Departement”, wieso wird das nicht franz. gesprochen!
      En Guete / Mahlzeit / Bon Appétit
      PS: Bei uns zu Hause hat man früher immer “Guten Appetit” gesagt! Schon in Oberfranken wird`s dann immmer kürzer: “guten”!
      In diesem Sinne!

    31. neuromat Says:

      @ Peter:

      Kein Problem. Schluchtenscheisser habe ich noch nie gehört. Klingt doch nach Abenteuer. Komisch dass mich bis zu Deinem Posting Piefke mehr störte als Preiss. Aber so lernt man eben nicht aus. Wie gesagt, absolut vergeben … ich bin bisher mit österreichischen Freunden, Bekannten und Kollegen immer sehr gut ausgekommen – geniale Skilehrer!

      @ Brun(o)egg, Anna, Fiona, mirach Anton und Co Lecker ist meiner Ansicht nach Mundart in meinem Heimat Dialekt kommt das etwa so vor: Ech mäuht noch ens en Mottersch Köche kieken, wo, wie ech woss, völl lecker Krömken dren.

      Das weckt in mir den Verdacht, dass die helvetische Abneigung vermutlich gar niht gegen allfällige standarddeutsche Vokabeln gerichtet ist, sondern sich auf in die Standardsprache einschleichende andere Dialekte bezieht. Dies wiederum gibt zu denken, da man in diesem Falle selbst auf seinen Dialekt hinweisend, den des anderen und eben Fremden nicht akzeptiert. Nun mag sein das ganze beruht auf einfachen „menschlichen“ Gesetzen: Doch mag ömmes us nit lieden, schwart dröm mackt us beï den Lüden, an us lött nit eïn gout Hoor,
      dann deït men nit twiewelnd frogen es ‘t wohr on nit gelogen? Lästertongen glöüft men sier. Et es secher nit et Reihte, datt men sierden glöüft et Schleihte, doch schinns mackt et mieh Pläsier.

      Wer kann das denn jetzt mal ins Schyzerdütsch uebersetzen?

      Mahlzeit hat ebenfalls nichts mit „Zack“ zu tun. Es ist tatsächlich ein Gruss, ich glaube sogar bis nach Oesterreich (habe dies zumindest aus de Mund einer österreichischen Skirennläuferin gehört) Im Dialekt heisst Mahlzeit bei uns „Mohltiet“. Und „holländische Küche“ – wart Ihr noch nie chinesisch oder indisch essen - ist echt lecker!

    32. smartsurfer Says:

      Lecker tönt in meinen Ohren nach unappetitlichen Kochsendungen im deutschen Privatfernsehen. Man sieht geradewegs den Speichel friefen.
      Kulinarisch hält sich der Schweizer doch lieber an seine Nachbarn im Süden.

    33. Maximus Says:

      @.d.
      Danke für Ihren “guete Rat”.
      Ich würde aber, sofern ich Kulturnotstand hätte, doch lieber eine Stadt im Westen der Republik aufsuchen.

      “Ich meine wir sagen ja auch nicht “Doswidanja” wenn wir jemanden verabschieden weil das eben Russisch wäre und nicht Schweizerdeutsch”

      Also Doswidanja und Wiedäluege klingen doch sehr ähnlich, finde ich.
      Nichts für Unguet mein Herr.
      gruss Maximus

    34. vorgestern Says:

      Ich bin mit “.d” vollkommen einverstanden, der schreibt: ‘Wieso sagen die Schweizer nicht “lecker” und fragt ‘Wieso sollten die Schweizer “lecker” sagen?

      Manche Deutsche gehen in ein Land und geben gleich von sich: “Wass’n hier los? Iss ja alles anders, (muss sofort geändert werden)”. Es ist einfach die Einstellung / Haltung dahinter, die nicht gut ankommt. Vor 6 Jahren besuchte ich (inzwischen 71, seit über 50 Jahren in der Schweiz) in Malaga zusammen mit anderen Ausländern, mehrheitlich deutschen Studenten, einen Spanischkurs. Eines Tages mussten wir bei freier Themenwahl einen Aufsatz schreiben. Die Deutschen wählten die lokale Müllentsorgung als Thema und ihr Urteil war vernichtend. Dabei war alles nur *anders* organisiert. Für die leeren Flaschen standen z.B. alle paar hundert Meter spezielle Container (vidrio si) bereit, ebenso für Altpapier (tu papel es importante), aber keiner von ihnen war bereit, sie zu benützen. Was sie auszusetzen hatten, war lediglich, dass es *nicht so wie in Deutschland* war. Ich sagte ihnen, dass wir in der Schweiz unser Glas/Altöl/Metall auch nicht direkt vor der Haustür entsorgen, sondern irgendwo hinbringen müssten. Das interessierte sie nicht, es war nicht deutsch. Am deutschen Wesen soll die Welt genesen?

      Nüt für unguet…

      [Anmerkung Admin: Die drei ältesten kulturhistorischen Konstanten sind:
      a) Die Jugend von heute weiss sich nicht zu benehmen.
      b) Wahr ist, was war.
      c) Früher war alles besser. etc.

      Soll heissen: In jeder Nation gibt es merkwürdig Angwohnheiten. Die einen trennen den Müll nicht, die anderen trennen ihn. Die einen bewahren ihre Gewehre daheim auf, die anderen lieber in der Kaserne. Und jeder ist davon überzeugt, dass seine Vorgehensweise die einzig richtige ist. Das hat nichts mit “deutschem Wesen” zu tun, wie gesagt, das war schon bei den Ägyptern so.]

    35. mare Says:

      Mir kommt in den Sinn: Auf den Alpweiden gibt man doch den Kühen das “Gläck” (Salz zum Beispiel) und die lecken das dann sauber auf. Und statt “herzig”, das ich auch nie brauche, gibt es auch “schnusig” oder “schnuggelig” oder “schatzig” oder ….

    36. lamiacucina Says:

      Schweizer Essen neigt heute dazu, nicht nur “lecker” zu sein, nein, in manchen Beizen muss es jetzt auch noch “munden”. “Hät’s gmundet ?” Nein Danke, mir ist der Appetit vergangen.

    37. Maximus Says:

      @lieber Herr von Vorgestern,
      wer einmal die Vorzüge der deutschen Müllentsorgung kennengelernt hat, will sich nicht mit weniger abfinden.
      Kein 3monatiges Papiersammeln, Sperrmüllentsorgung auf Abruf, saubere Trennung von Wertstoffen und vor allem, es gibt Wertstoffabgabestellen und die sind jeden Tag offen und KOSTENLOS. Erzählen sie mir bitte nicht, dass es in der Schweiz besser sei. Mal von den Preisen abgesehen, hab Ihr den schlechteren Service.
      Welt, nimm dir kein Beispiel am schweizer Müllsystem, genese an den deutschen Umweltgesetzen.

      Gruss Maximus

    38. awo Says:

      @lieber maximus
      Ich teile ja viele Deiner Ansichten, aber wenn Du sagst Du ziehst Dir statt Weimar lieber eine Stadt im Westen vor, dann praktizierst Du ja die gleichen Vorurteile (innerdeutsch), die Du den Schweizern vorwirfst!
      awo

    39. vorgestern Says:

      Das Altpapier wird in Zürich alle zwei Wochen abgeholt, Karton alle drei bis vier. Kleinmetall, Altöl und Glas können jeden Werktag in einem Container an der nächsten Ecke entsorgt werden.

      Unter http://www.stadt-zuerich.ch/internet/erz/home/entsorg/entsorgkalender.html kann sich jeder seinen persönlichen Entsorgungskalender herunterladen.

      Das Cargo-Tram nimmt Sperrgut, das E-Tram elektrische und elektronische Geräte GRATIS entgegen. Unter www.erz.ch kann man die Termine einsehen. Alte Haushaltgeräte gleich welcher Marke nimmt ebenfalls die Migros kostenlos entgegen.

    40. Tischplatte Says:

      @Maximus

      Was heisst denn hier KOSTENLOS? Wohl ein weiterer Punkt, warum die Steuern in Deuschland höher sind als in der Schweiz.

      Aber zum Rest:
      Ich sammle Papier nur für 2 Wochen und Karton für 4 Wochen. Sperrmüll kann ich auch einmal pro Jahr gratis entsorgen. Gibt sogar so etwas wie ein Sperrmülltram in Zürich, hab es allerdings noch nie benutzt.

    41. Brun(o)egg Says:

      @ginger

      Das häfige verwenden von fremdsprachigen Wörtern, - vor allem französisch - hat geschichtliche Hintergründe. Der Code civile und die Neuaufteilung der Schweiz durch Napoleon haben da Spuren hinterlassen. Der Kanton Aargau ist in dem Sinne ein Franz. Kunstprodukt. Den gabs vorher nicht.
      Es ist vor allem der Sprachgürtel von Colmar bis Bern, mit der anschliessenden Romandie in der franz. und eingedeutschte Wörter verwendet werden. Vom Trottoir bis zum Perron und zum Facenetli (BS).
      Das englische welches Du ala Beisiel erwähnt hast, ist heutiges Bussienss Englisch. Nur ist Englisch durch die Engländer die Ende 19. Jhr. die Schweiz
      für den Urlaub und unter anderem den Bobsleigh Sport inittierten, schon lange Umgangssprachlich bekannt.
      Mein ersten Englsich Kennstnisse waren: ” Dont cross the Rail”. Hässliche blaue Tafeln in den Bahnhöfen. Viersprachig!

      Ob du es glaubst oder nicht: Dank Tourismus und Napoleon ist die Schweiz schon ziemlich lange weltoffen.
      Image Korrekturen sind uns willkommen.

    42. Holger Says:

      Ich weiß nicht, ob’s einfach polarisieren soll, oder ob der jeweilige Schreiber es tatsächlich so meint. Aber “am deutschen Wesen soll die Welt genesen” stimmt doch wohl in den seltensten Fällen. Vielmehr labern da ingorante Deutsche rum, die noch nie was anderes als den deutschen Weg gesehen haben und jetzt staunen, daß andere Länder andere Lösungen für ein Problem gefunden haben. Ignoranz: ja. Arroganz: nein.

    43. Kai R Says:

      Die Erklärung, warum Schweizer das Wort “Lecker” nicht mögen ist ganz einfach: Man kann es nicht auf Schweizerdeutsch sagen: “das isch läcker” tönt extrem blöd. Es ist das Schweizerdeutsch, welches von Deutschen gebraucht wird, wenn sie krampfhaft versuchen, Schweizerdeutsch zu reden …. Übrigens braucht es viel Gespür dafür, welches hochdeutsche Wort eingeschweizert werden kann und welches nicht. Bei “Wecker” z.B. kann man das ohne weiteres tun (”de Wecker lüütet” …).

      Es wäre einmal interessant, zu untersuchen, ob alldiejenigen Wörter Aversionen hervorrufen, welche hochdeutsch sind, die man aber nicht unverändert auf Schweizerdeutsch sagen kann.

      Und ausserdem: “Lecker” ist definitiv Neudeutsch: Früher (vor 20 Jahren) gab’s das auch in Norddeutschland noch kaum, ausser als Idiom der Kindersprache: “Dieser Lutscher (bzw. Lolly) ist aber lecker” - “gib mir was ab von der leckeren Lakritzeschnecke”. Deshalb ist es auch besonders schlimm, wenn man echte Erwachsenennahrung oder gar Dinge der hohen Esskultur mit diesem Wort belegt und zum Beispiel sagt: “Dieser Chianti Classico ist aber lecker”. Und das tun schliesslich nur Deutsche, oder? … ;-)

      Gruss Kai

      [Anmerkung Admin: Chianti Classico, ist das der aus dem Tetrapack oder der aus dem Plastikschlauch? Rot oder Weiss? Süss oder nicht süss?]

    44. Phipu Says:

      An Mare
      Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass „Läckerli“ (dank Baseldeutsch „Läggerli“ ausgesprochen, ohne Krach-K) von „Läbgghiechli“ (Lebküchlein) abstammt. Zumal die Zutaten ja durchaus ähnlich bis gleich sind.

      In deutschen (oder deutsch übersetzten Comic-Strips habe ich schon den amüsanten Text gesehen: „Komm Lumpi (Hund), du kriegst ein Leckerli“. Mir wäre es einfach viel zu teuer, dem Hund originale, echte Basler-Läckerli zu verfuttern. Da könnte der Hund noch so „herzig“ dreinschauen, ich würde dieses Zuckergebäck selber verzehren! So geht eben der Schweizer Gedankengang bei diesem Wort. Ich kenne Hundehalter, die sagen eher „Lumpi, es gibt Gutzi**“ oder „gudi-gudi-feini-feini“

      ** siehe http://www.blogwiese.ch/archives/491

      An Neuromat:
      Solche Herausforderungen nehme ich gerne an. Wo ist eigentlich dieser Dialekt her?

      = „Ich möchte noch einmal in Mutters Küche gucken, wo, wie ich weiss, viel leckerer Kram drin (ist)“.

      Mal sehr wörtlich auf Hochdeutsch, damit man die Fehlerquellen eher sieht. Ist sicher nicht ganz richtig.
      Die „Krömken“ erinnern mich sehr an berndeutsche „Chrömli“, hochdeutsche Bisquits und teutonische Kekse (Auch letzteres Wort kracht nur so vor K, dass man die eigenen und fremden Ohren damit schont, und es gar nicht in Schweizer Dialekten braucht.)

      Nun in Berndeutsch:
      „I möcht no ees i der Muetter ihri Chuchi gugge, wos, wien i mi bsinne, viu feiner Ruschtig dinne het“.

      Dann der zweite Teil:

      = „Doch, mag jemand uns nicht leiden, uns bei den Leuten anschwärzt, an uns keinen guten Faden* lässt, dann würde man nicht zweifelnd fragen, ist es wahr und nicht gelogen? Lästerzungen glaubt man eher. Es ist sicher nicht das Richtige, dass man eher das Schlechte glaubt, doch scheint’s macht es mehr „plaisir“ (frz. Vergnügen).“

      * Siehe http://www.blogwiese.ch/archives/508

      Was ich mir Hochdeutsch wörtlich zusammengereimt habe, nun noch zu Berndeutsch:
      „We üs öpper aber nid ma liide, über üs bi de Lüt achelaht, annis ke guete Fade laht, de het ke Chnoche e Zwifu, gäb’s itz wahr isch oder gloge. Schnurihüng gloubt me einewäg ringer. Es isch gwüss nid juscht, dass me ringer ds Schlächte gloubt, aber `s macht däich meh Frööd.

      Ich konnte es mir nicht verkneifen, ein paar Freiburger und Berner Oberländer Ausdrücke einzufügen. Manchmal zur Verwirrung, manchmal, um Gemeinsamkeiten aufzuzeigen.

    45. Brun(o)egg Says:

      @ Michael

      Ok, man knn auch Edamer als Käse bezeichnen. Ist wie Emmentaler. Mir ists zu geschmacklos. Dann lieber Frankfurt… einen Handkäs mit Musik, Öl und Essig, Pfeffer und Salzoder wir gehen zusammen nach Frankreich. da stimmts.

      @neuromat

      Min Fru di Ilsebill… usw. hatten wir in der Schule. In der Schweiz! Lach.
      Ich glaub Dir ja das lecker oder lekker zu deinem Dialekt gehört. Deswegen muss ichs ja noch nicht lieben.
      Und ehrlich: was ich da so in deutschen Kochstudios sehe, - ein Risotto mit Rahm (!) von Bio bis zum Schnellkochenden und Dauerquatschenden “wie heisst er schon wieder?” macht mich nicht gerade lecker. Ausnahme Schubeck auf Bayern 3.
      Nochmal zu lecker: ich mags auch nicht. Frag mich nicht warum. Ich meins ernst. Ist komische Sache. Hab mich heute auch hinterfragt. Bin nicht schlauer geworden. Die Abneigung ist da.

    46. Brun(o)egg Says:

      @maximua

      Das Entsorgungssstem in Deutschland muss ja gut sein, nachdem sich die Dosenpfand Dikussion mit Herrn Trittin über ca. 4 Jahre ausgedehnt hat.
      Und was die Abfallentsorgug in der schweiz angeht: du kannst in (fast) jeder Gemeinde alles, ausser Sperrgut und Elektronik jederzeit entsorgen.
      Was ist daran nicht gut? Und alle drei Monate Papier genügt doch auch für kleinere Gemeinden.

    47. Fiona Says:

      @ Jens. MEM um 09.08h.

      Ein interessantes Thema, oder’

      Gemäss Websters Dictionary gibt es 450 000 Wörter in der E-Sprache (doppelt soviel wie in der D resp. F Sprache!!).

      Weshalb? Bis 1066 waren O.N. (Old Norse) und O.E. (Old English) die wichtigsten Komponenten der englischen Sprache. 1066 kam William the Conqueror aus der Normandie nach England, gewann the Battle of Hastings und wurde Herrscher in GB. Ab 1066 wurde französich Amtssprache (in der Verwaltung, bei den Gerichtshöfen usw) in England, massenweise wurden französiche Wörter zwangsweise ” importiert” worden….
      Dies ist der Hauptgrund, weshalb English so viele Wörter umfasst - da die alten O.N. (Old Norse - die Sprache der Vikingen) resp. O.E. (Old English/Anglo-Saxon) Wörter wurden unter dem Volk weiterhin benutzt.

      Deshalb hat Chaucer (gut ausgebildet) das Wort “wastel bread” = sweet bread cake) weiterhin verwendet…

      Empfehlenswert:
      “Questions of English” Oxford Univ. Press ISBN 0-19-869230-7

    48. Fiona Says:

      P.S. @ Jens/Admin. Ein paar Sätze am Ende sind verschwunden!

      Noch etwas:
      Chaucer hat das Wort “wastel-bread” ( cake) weiter verwendet…..

      [Anmerkung Admin: Wo ist bitte was verschwunden? Einfach nochmal hochladen bitte ]

    49. aquado Says:

      “Lecker” wird auch bald zum Wortschatz der Schweizer gehören; genauso wie “Hallo” und “Tschüss”! (Die Sprachlawine rollt unaufhaltsam über Euch drüber!) :-O

      Außerdem ist ein “Leckerli” in Deutschland eine Belohnung für einen Vierbeiner.

      Lecker sagt einfach alles aus: wohlschmeckend, deliziös, Gaumenfreude, Geschmacksfeuerwerk, Fest für die Sinne…
      Lecker ist eben typisch deutsch: einfach, kurz und prägnant! :-)

    50. Anton Says:

      “Lecker” wird auch bald zum Wortschatz der Schweizer gehören; genauso wie “Hallo” und “Tschüss”! (Die Sprachlawine rollt unaufhaltsam über Euch drüber!) :-O

      Au ja! Da freu ich mich schon drauf! Auf den ersten Beizer, der mich nach dem Essen fragt: “Isch es läcker gsi?”
      Das nennt man im Fussball glaub ich “Steilvorlage”.

      Grüsse, Anton

      PS. @aquado: Musst Du unbedingt alle meine Vorurteile bestätigen?

    51. Fiona Says:

      @ Admin. Ich wollte aus den “Canterbury Tales” zitieren, bin aber wahrscheinlich geografisch am falschen Ort. P.S. Re Shakespeare - er war angeblich kein Einzelgänger, sondern Teamleader!

    52. neuromat Says:

      @ Phipu

      Da bin ich “baff” . Fantastisch, ganz hervorragend Ihre Uebersetzung. Der Dialekt ist unterfränkisch (hat aber mit Bayern nichts zu tun) etwas oberhalb des ripuarischen.

      @ Brun(o)egg
      Mit dem Fischer seiner Frau hat das nicht allzuviel zu tun. Wieso sehen Sie eigentlich deutsche Kochstudios im Fernsehen? Wahrscheinlich weil es da so oft heisst, “ich hab da schon etwas vorbereitet”, oder - war zumindest vor vielen Jahren so, als ich ncoh dort lebte. Der Dauerquatscher heisst glaub ich Kachelmann, aber der hat gar kein Kochstudio, der isst nur Joghurt mit links und rechts drehenden Kulturen. Soll aber auch sehr lecker, äh fein sein.

    53. solar Says:

      Uiii, mit so vielen Kommentaren (eine Folge von Jens Medienpräsenz) wird entweder mein Gedächtnis überstrapaziert oder dann brauche ich zu viel Zeit, auf all die Spontanreaktionen in den vielen Beiträgen reagieren zu können (u.a., weil ich immer hin- und herswitchen muss (”switchen”, ein Fremdwort; ich sollte wohl besser “gumpen” verwenden? Hin- und herspringen wär wohl korrekt, aber switchen drückt den Vorgang irgendwie präziser aus))

      Bis man sich durchgelesen hat, vergeht einige Zeit – und schon, als Adolf Muschg das ungeliebte “lecker” in der Sendung Club erwähnt hat, hab ich meine Reaktion darauf erforscht.

      Ich kann mich dagegen wehren, wie ich will: Ich krieg wirklich fast Pickel davon, aber warum?

      So lange man allfällige Pickel nicht sieht, käme es mir aber auch nie, nie in den Sinn, jemanden, der “lecker” verwendet, meine Abneigung gegen dieses Wort merken zu lassen. Ich habe holländische Freunde, die es regelmässig verwenden. Auch denen hab ich es nie gesagt.

      Tatsächlich reagiere auch ich jedesmal auf das “Leckerland” auf den grossen Lastern. Es ist wirklich wie ein kurzer Stich. Aber warum? Ich finde keine Erklärung, warum dieser Ausdruck negativer sein soll als andere, aber er ists.

      “Kekse” sind auch so ein Wort. “Chrööli/Chröömli/Chräämli”, “Gutzi/Guutzi”, “Guetsli” bedeuten Kleingebäck (Durchmesser unter 5 cm), während bei uns ein “Kecks” (von engl. Cake) doch ein Kuchen in Kastenform (Querschnitt ungefähr trapezförmig, gegen oben durchs Aufgehen des Teigs etwas gewölbt und das Ganze ist einiges länger als breit und hoch) ist, für den man die Kecksform und eine Kecksplatte braucht. Wie nennen denn die Deutschen das?

      “Häts gmundet?” ist tatsächlich zum Davonlaufen. Wird aber wohl genauso erfolgreich kommen wie der Rahm. Zum Durchbruch verhalf diesem wohl der Kaffeerahm, weil man früher extra “Kafiniidel” nicht kannte, sondern einfach “Niidel”, wenns “feiner” als Milch sein musste. Und als die Einzelportionen – die mit den “Kafiraamteckeli” (Kaffeerahmdeckelchen, eine Zeit lang begehrtes Sammelobjekt) – kamen, gab es daraus die “Kafiräämli” (Kafferähmchen). Es fällt mir noch jedes Mal unangenehm auf, wenn ich es verwende, um ein zweites “Kafiräämli” in meinen “Kafi ggrääm” (Kaffee crème) zu erbitten.

      Eine Anekdote: Unsere Grosseltern hatten nach dem Hirnschlag meiner Grossmutter in den späten Fünfzigern eine deutsche Hausangestellte. Als meine kleine Schwester einmal aus den Ferien zurückkam, sagte sie während des Essens immer wieder ’schmetz’. Die Hilde habe das auch immer während des Essens gesagt.” Offenbar hatte diese jeweils “schmeckts?” gefragt.

      Wenn bei uns etwas schmeckt (”schmöckt”), dann gibt es starken Duft oder gar Gestank ab. Das Wort Duft bzw. duften existiert aber im Schweizerdeutschen nicht. Statt schmecken” bzw. nach etwas schmecken sagen wir relativ kompliziert: “Es hät en Guu (frz. Goût) wie …”

      Dass Deutsche Wörter verwenden, die in unserer schweizerischen Standardsprache aktiv nicht vorkommen, aber meistens verstanden werden, ist ja in Ordnung, dass aber so viele Werbedialoge in elektronischen Schweizer Medien offensichtlich von Unfähigen einfach mit Dialektaussprache deutscher Wörter übersetzt werden, sticht mich unendlich viel mehr, als wenn ich von Nichtschweizern “lecker” hören oder lesen muss. Denn so verludert unsere eigene Sprache.

    54. Psalmist Says:

      @Tellerrand, 2xm: Manchmal gibt’s auch Dinge, da drängt sich die Frage nach dem “warum?” einfach auf. Die Deutschschweizerische Aversion gegen das Wort “lecker” ist so etwas. In der Diskussion sind einige interessante Antworten zusammengekommen - so lernt man etwas!

      Und übrigens, 2xm: Was heißt “es gibt keine Regel, was wie angewendet wird? “zwe” = männlich, “zwoi” = weiblich, “zwo” = sächlich. Wendest du ja selbst an! Als Viertelberner habe ich immer geglaubt, das seien beliebige Varianten - sind sie nicht! Das habe ich aber erst gemerkt, als mich ein allgemeiner Sprachwissenschaftler darauf aufmerksam gemacht hat. Somit laufe ich nicht mehr Gefahr, “zwo giele” zu sagen, was einem eingeborenen Berner wohl in den Ohren weh tut. Daraus folgt: Nachdenken ist eben doch sinnvoll! Weil ohne Nachdenken keine Völkerverständigung - nicht mal zwischen Zürchern und Bernern. Wäre doch schlimm, nicht? ;-)

    55. aquado Says:

      @Anton:

      Vorurteile? inwiefern?

      Seit wann sind Wortübernahmen Vorurteile?

      Die “Teutonen” scheinen wahrlich immer noch nicht sehr von den Schweizern gemocht zu werden, trotz dieses wertvollen Blogs.

      Das ist wirklich schade, sehr schade.

      Es tut einem wahrlich nicht gut, wenn man sein “Haus” verlässt und nirgendwo gern gesehen bzw. willkommen ist. :-(

    56. Andrea Says:

      Noch was zu ‘fein’: Erst durch diesen Beitrag von JRW ist mir aufgefallen, dass ich/wir das Wort in Bezug auf Essen als “fein” ausspreche/n, in seiner anderen Bedeutung, also im Sinne von ‘weich’, jedoch als “fiin”.

    57. Maximus Says:

      @awo
      keine Sorge mein Herr. ich kenne alle Vorzüge der alten deutschen Kulterstätten.
      Ich bevorzuge allerdings die familiären Austauschmöglichkeiten und die liegen nun einmal im Westen.
      Gruss Maximus

    58. Anton Says:

      @aquado: Das war Ironie lieber Aquado, pure Ironie! Und es ging mir nicht um die Wortübernahmen, sondern um deinen letzten Stz. Bei diesem ist mir unwillkürlich die Skilift-Nummer des Cabaret Rotstift in den Sinn gekommen. Dieser Sketch ist zwar uralt, aber er zeigt in übertriebener Form, wieso die Teutonen in der Schweiz nicht sehr beliebt waren. Heute wird er aus Gründen der Political correctness nicht mehr am Radio gebracht, aber ich kann ihn jedem Deutschen empfehlen, der in die Schweiz ziehen will.
      Doch die Zeiten haben sich geändert und einer neuen Generation Platz gemacht.
      Ich habe mein Leben lang mit Deutschen zusammengearbeitet und habe viele deutsche Freunde und Bekannte. Arroganz ist mir dabei selten begegnet und ich muss sagen, dass mir die Deutschen generell lieber sind, als so ein Züri-Schnurri…aber das war jetzt wieder Ironie.
      Grüsse, Anton

    59. Brun(o)egg Says:

      @ solar

      Die “einschweizerung” deutscher Wörter ist immer eine Crux. Texte aus D müssen, bei übernommenen Werbekampagnen, eingeschweizert werden und umgekehrt müssen die Helvetismen entfernt werden. Schöne Beispiel ist die Tür. Lass 10 Schweizer die Tür schreiben. 9 davon behaupten, dass es die TürE heisst. wetten. Das ist Folge der Dialekte.

      Und was das Bonbon angeht: Das staret an der französischen Greneze als Bonbon, wird in basel zum Däfeli, ist spätesten in Rheinfelden ein Gutzi und mutiert bis nach Zürich zum Zältli.

    60. Phipu Says:

      An Solar (und Brun[o]egg)
      Zu einigen deiner Themen steht sogar schon etwas in der Blogwiese. Z.B. zum „Goût haben“ für „schmecken“
      http://www.blogwiese.ch/archives/70

      oder zu den Varianten für Täfeli, Gutesli:
      http://www.blogwiese.ch/archives/279
      http://www.blogwiese.ch/archives/491

      Ich würde allerdings den „Kantenkuchen“ (Wort: Eigenkreation) als [Keek] aussprechen. So wie die „Keekform“ etc. Erst im Englischunterricht lernte ich, dass man auf richtig Englisch zum geschriebenen „Cake“: fern aller Schweizerdeutschfärbung „Ggheik“ sagt. In meinem Umfeld sprechen die meisten Leute übrigens von „der Keek“ (männlich). Genau so oft habe ich aber schon „’s Keek“ (sächlich) gehört.

      An 2xm und Psalmist
      von wegen „zwe, zwo, zwöi“. Es gibt natürlich schon Regeln, nur sind die Berndeutsch-Lehrbücher weniger verbreitet als Werke über eine Sprache, die auch eine offizielle Schriftsprache kennt (z.B. Hochdeutsch).
      Hier nachschauen, z.B. unter „Grammatik“
      http://de.wikipedia.org/wiki/Berndeutsch
      oder hier
      http://als.wikipedia.org/wiki/Genus

      In den Urzeiten der Blogwiese gibt es auch schon einen Kommentar in diesem Sinne:
      http://www.blogwiese.ch/archives/147

      Berndeutsch wird durchaus auch geschrieben:
      http://www.edimuster.ch/baernduetsch/berndeutsch.htm

    61. Schwarzbueb Says:

      @Brun(o)egg
      und was das Bonbon angeht: Im Laufental ist es ein Bummeli.

      @ Jens
      und was lecker angeht: Das kann man nun wirklich nicht auf schweizerdeutsch sagen. Wenn es jemand in seiner Sprache sagt, fällt es mir auf, aber stört mich nicht besonders.
      Eine leckere Mahlzeit wäre für mich “ä usgezeichnet Ässe”. E Guete!

    62. ronniehellström Says:

      @solar - Muschg hatte wirklich recht, lecker ist eines DER Unwörter, die sich möglicherweise langsam in den CH-Deutschen Sprachgebrauch einschleichen (habe es tatsächlich schon von CH-Schweizern gehört). Genauso wie Früehstück (aua!).

      Es geht hier gar nicht so sehr um eine Abneigung gegen die Deutschen oder das Deutsche, sondern doch einfach um die Bewahrung unserer Mundart. Und - let’s face it - Deutsch ist einfach nun mal völlig out, Englisch ist in ;-) . Deshalb stören sich viel weniger Leute an all den englischen Ausdrücken, Redewendungen etc, die wir hier willig übernehmen. Obwohl mich persönlich das manchmal fast genauso nervt (inkl. Halloween - noch gröberes aua!).

    63. giacometti Says:

      Ob es der ursprüngliche Grund ist, weiss ich nicht, aber die unsägliche Deutsche Werbeindustrie hat sicher das Wort “lecker” und andere ähnliche Wörter nicht wirklich beliebt gemacht. Ein grosser Teil der Deutschen Werbung an Fernsehen und Radio erzeugt wirklich Brechreiz. Laut, schrill, doof und humorlos. Die Werber, die solche Werbung produzieren, haben wohl das Gefühl ihre Zielgruppe seien geistig zurückgebliebene 3-jährige Babies. Auch wenn ich nicht gerne pauschalisiere, aber Schweizer Werbung ist glücklicherweise im Allgemeinen um Welten besser. Es ist zwar auch nur Werbung, aber man fühlt sich wenigstens als erwachsener Kunde ernst genommen - und sie hat mehr Humor.

      [Anmerkung Admin: Man bin ich erleichtert, dass Du nicht pauschalisiert hast. Ich dachte schon, du würdest die Ideen deutscher Werber grundsätzlich als doof und langweilig bezeichnen. Zum Glück ist das ja nur ein Klischee]

    64. Brun(o)egg Says:

      @ ronnie hellström.

      Das mit den Anglizismen / Amerikanischem Kommerzscheiss, wie X-Mas, Santaclaus, Hellowyn usw. ist ein Thema für sich.
      Und ich gestehs ein: bevor ich einmal X_Mas verwende, schreibe ich mit hängen und würgen Lekker oder lecker.

    65. mik Says:

      Es ist wirklich interessant…… Wenn ich mir’s so überlege, habe ich auch eine Aversion gegen “lecker”, kann aber nicht genau sagen wieso. Vermutlich, weil - falls richtig ausgesprochen - “zu” deutsch klingt. Als Schweizer würde ich wahrscheinlich “lekkkkkker” (kratzendes ck).

    66. Thomas W. Says:

      Wie sacht doch de Kölsche:
      “Blootwoosch, Kölsch un e lecker Mädsche, dat fingst de nur he in Kölle am Rhing” - wobei man in Köln kein Hannibal Lecter sein muss, um Mädchen lecker zu finden…

    67. Brun(o)egg Says:

      @thomas W.

      Noch en helles , Köbes.

    68. Thomas W. Says:

      @Bruno(o)egg:
      Versuchs in Köln mal lieber mit: “Nooch een Alt, Köbes”, wenn Du dort richtig dazugehören willst… Das kommt dort noch besser als ein Helles zu bestellen.

      Kein Schmarrn übrigens: Schon im Badischen (Karlsruhe beispielsweise, eigene Erfahrung) erntet man als Münchner verblüffte Blicke bei der Bedienung, wenn man gedankenverloren ein “Helles” bestellt - die wissen dort noch nicht mal, dass man Bier meint.

    69. awo Says:

      @giacometti
      Wieso siehst Du denn deutsche Werbung? Auf SF1 oder SF2 kommt doch nur Schweizer Werbung! Und zum “…Welten besser” kann ich nur sagen. Schweizer Werbung ist oftmals (sicher nicht alles) dilletantisch und billig gemacht! Siehe LIPO usw. Mach ich ja mit meiner Videokamera zu Hause besser! Oder “wer hat`s erfunden” ein typischer Schweizer Komplex kommt da zum Ausdruck!

    70. giacometti Says:

      @awo - Ich verstehe Ihre Frage nicht ganz. Ich schaue und höre Deutsche Werbung auf Deutschen Fernsehsendern, in Deutschen Radios und in Deutschen Kinos, wenn ich dort bin. Und in Deutschland wünsche ich wirklich jedes Mal, die Werbung wäre so schnell wie möglich vorbei, währenddem sie in der Schweiz meist angenehm oder gar unterhaltsam ist.

      Die Ricola-Werbung ist übrigens ja eben genau die typische Werbung für den DEUTSCHEN Markt. Sie kommt von einer Deutschen Werbeagentur. Unverkennbar, würde ich sagen! ;) Der Vock selbst ist aber auch sonst eine Nervensäge, gebe ich zu. Aber seine Theaterstücke muss ich mir ja zum Glück nicht ungefragt reinziehen.

      LIPO? Ein sehr weit hergeholtes Beispiel… Wann haben Sie denn ernsthaft solche Werbung zum letzten Mal gesehen? In diesem Jahrhundert? Ausserdem - wenn auch billig gemacht, war es trotzdem nicht so ätzend wie ein Grossteil der Deutschen Werbung.

      @admin - doch, doch, ich habe sehr wohl pauschalisiert - bei bestem Wissen und Gewissen. ;)

    71. Frieda M. Says:

      @ Selma

      Diese Unterscheidung gibts laut unserem zürcher Russischlehrer und Sprachforscher auch im Zürichdeutschen.

    72. Phipu Says:

      Mir fielen eben ein paar Wörter ein (und davon gibt es sicher noch viel mehr Beispiele) , die sich ganz klar aus dem Hochdeutschen in den Dialekt gemausert haben. Heute sagen alle Deutschschweizer diese Wörter, ohne dass jemand davon Hühnerhaut (DE: Gänsehaut) bekäme. Hühnerhaut bekommt man eben z.B. bei „Früehstück“, „Telefonzälle“ „chlotze, nid chläckere“ oder „Leihbüecherei“ oder so. „Die gehen gar nicht!“ Aber eben, was „geht“, ist: Radiohörer, Lutsprächer (Lautsprecher) oder Färnsehzueschauer (Fernsehzuschauer).

      Genau genommen müsste es im Dialekt eigentlich „Radioloser“ heissen. Denn die, Menschen, die man als „Hörer“ bezeichnen kann, sind die, die aufmerksam „zuelose“ und nicht einfach zufällig „ghöre“, was da so gerieselt wird.
      Eigentlich hätte ich geglaubt, in der Blogwiese stünde schon etwas über „lose“, aber ich finde es nicht. Für Fremde kurz erklärt: im Schweizerdeutschen gibt es den selben Unterschied wie in Englisch und lateinischstämmigen Sprachen:
      CH: lose = UK: listen = FR: écouter
      CH: ghöre = UK:hear = FR: entendre

      Das Verb „spräche“ gibt es im Dialekt gar nicht, das wird immer durch „reden“ ersetzt, z.B. „Redet Sii Düütsch?“. Man findet es höchstens in abgewandelten Wörtern wie „Gspräch“ oder „verspräche“. Deshalb müsste der „Lutsprächer“ eigentlich ein „Lutredner“ sein.

      Der „Färnsehzueschauer“ ist ein mehrmalig eingedeutschter Ausdruck. Mit dem Fernseher kann man eben „i d‘ Färni luege“ (also nicht einfach „gseh“ = [zufällig] sehen). Deshalb müsste es ein „Färnlueger“ sein. Schon auf Deutsch ist es nicht sehr konsequent, vom „Fernseher“ zu sprechen, denn eigentlich „schaut“ (absichtlich) man ja fern. Das Verb „schaue“ gibt es in den meisten Dialekten nicht – ausser vielleicht im Berner Oberland (gschoue). Ich kenne es nur in abgewandelten Wörtern wie „Schaufäischter“. Hierzulande gehen alle Leute ein Theaterstück „luege“, Also müsste es eigentlich ein „Zuelueger“ sein. Hier gibt es die Parallele zu Englisch und lateinischstämmigen Sprachen ebenfalls:
      CH: luege = UK: look = FR: regarder
      CH: gseh = UK: see = FR: voir

      Zu „luege“ mehr hier
      http://www.blogwiese.ch/archives/121

      Nun ist „Färnluegzuelueger“ schon nicht so phantasievoll. Deshalb bin ich froh, dass einige Worte doch noch aus dem Hochdeutschen übernommen wurden. Aber auf „läcker“ kann ich getrost verzichten.

    73. Ninator Says:

      Vielleicht liegt’s einfach daran, dass man “fein” mit vollem Mund viel besser aussprechen kann als “lecker” (das gäbe Sprühregen) ;o)

    74. stef Says:

      Ich dachte immer ‘lecker’ sei typisch westdeutsch. In DDR (süd) habe ich das jedenfalls bis zur Wende nicht oft gehört. Ich spüre jedesmal körperliches Unbehagen wenn das Wort in meiner Nähe gebraucht wird. Ein Spassvogel, dem ich das einmal anvertraut hatte, hat mich dann zum Spass wochenlang damit gefoltert, ausgerechnet ein Schwabe, der sowas sonst nie sagen würde.

    75. Thorsten Strauss Says:

      hallo, ich grüße aus dem süddeutschen baden-württemberg. vorneweg: für mich ist dieses leidige “lecker” kindersprache (also wie z.b. toll, a-a, super, voll, echt usw…) l”lecker” ist daher höchstens ein gemischtes eis, das die dreijährige lena in sich reinlöffelt und nacher mehr eis um den mund rum ist als vorher im becher war.
      leider ist “lecker” in deutschland gerade das modewort nummer eins. kaum eine werbung für lebensmittel, die ohne - ihr wisst schon - auskommt. sogar auf den verpackungen von nahrungsprodukten ist es schon regelmäßig zu lesen. ich als “teutone” boykottiere sämtliche firmen, die mit diesem unwort werben.

      viele grüße aus’m schwabenländle

    76. Tugiensis Says:

      Es wurde bereits erwähnt, dass “lecker” einfach kein schweizerdeutsches Wort ist. Das reicht bereits, dass es von (Deutsch-)Schweizern nicht ausgesprochen wird. Es heisst schliesslich auch “Stäge” und nicht “Treppe”.

      Ein weiterer Grund könnte sein, dass das wohlige Gefühl, das einem bei “feinem” Essen widerfährt, sich mit einem “mmmhhh, feeeeiiiiin/faaaaaaiiiiin!” wesentlich besser rüberkommt als ein “mmhh, leckkchkchkchkchkchkchkchkchkchkchkchkchkchkcher”.

    77. Matt Says:

      Hi,
      also auch ich finde “lecker” als ungewöhnliches Wort, und dabei komme ich aus dem Umland von Berlin. Ich kenne einige in meinem Umfeld, die das Wort benutzen, und muss dabei auch immer aufhorchen und darüber nachdenken warum diese Person kein anderes Wort dafür einfällt.

      Ausserdem kommt mir “lecker” sehr subjektiv vor. Wenn ich höre “das Essen war fein, gut, köstlich, …” denk ich eher, dass es gut ist auch für meinen Geschmack. Ich persönlich nutze das Wort maximal spöttisch.

      Grüße

    78. Phipu Says:

      an Matt

      Ich stimme dir zu, dass besonders in der Erziehung darauf geachtet werden sollte, welche Aussagen sprachlich als subjektiv und was objektiv wiedergegeben werden soll.

      Mich erstaunt in diesem Zusammenhang, dass es mich selbst nicht stört, positive Meinungen wie „dieses Essen ist so fein/lecker!“ verallgemeinernd zu hören/sagen, bei negativen Aussagen schaltet meine Ausdrucksweise viel eher auf persönlich.

      Ich denke dabei an das Beispiel einer Mutter in meinem Bekanntenkreis, die selber immer bei Essen, das ihr nicht passt, sagt, „das isch gruusig“ (das ist grauenhaft). Die Kinder bekommen so schon eine prinzipielle Abneigung gegen gewisse Speisen. Man kann nämlich genau so gut sagen „das han i nöd gärn“ (das schmeckt mir nicht).

      Dasselbe Schema ist mir kürzlich auch bei der eher moderneren Ausdrucksweise aus Kindermund: „du närfsch!“ (du nervst!) aufgefallen. Ich habe Tendenz „du närfsch mi“ (du nervst mich) zu sagen. Ich will mir ja nicht anmassen, für alle Umstehenden, ein ganzes Volk, die Menschheit zu sprechen. Für viele Leute ist es wohl schwierig, eine andere Sichtweise als die eigene vorzustellen. Diese Sichtweise akzeptiere ich jedoch meist ungefragt im positiven Fall.

      Das funktioniert analog natürlich auch für Sachen, die „nerven“ (Z.B. „Es“ nervt, dass alle Werber heute „lecker“ brauchen).

    79. dumpgo Says:

      @thorsten: inzwischen hat’s auch die deutsche Naehrmittelindustrie geschnackelt. Hier
      http://www.frostablog.de/blog/internes/hmmmm-das-ist-aber-genussvoll
      diskutiert sie darueber, wie das L-Wort, das offensichtlich den sueddeutschen (und wie ich jetzt weiss, den alpenbewohnern) den Appetit
      verdirbt, zu vermeiden sei.

      Ich kann noch was zur Modewort-Genese beisteuern: meine grosseltern lebten nach dem krieg im ruhrgebiet. schon damals (holland ist um die ecke!) sagte die geschaeftstuechtige baeckersfrau: Na, darf’s noch was sein? eine rosinenschnecke? ein amerikaner? die sind doch lääääcker!
      fuer meine grosseltern klang das total unterschicht, die laechelten drueber. also vielleicht nicht nur eine regionale, sondern auch noch eine soziale varietaet.

      Inzwischen sag ich im uebrigen selber “lecker”. Hat sich irgendwann mal in meinen aktiven wortschatz geschlichen. gut, das neni und nani das nicht mehr erleben mussten…

    80. Phipu Says:

      Es gibt sie noch, die deutschen Werbungen, die sogar mit „fein“ auskommen:
      http://www.jacobs.de/jacobs/page?siteid=jacobs-prd&locale=dede1&PagecRef=393

      Hier werden wohl einfach die Verständnisnuancen unterschiedlich sein. In Deutschland sieht man das als „nicht grob“ (Dialekt: „fiin“) und in der Schweiz als „bekömmlich schmeckend“ (Dialekt: „fäin“).

      Dumpgo
      Du sprichst von den Grosseltern im Ruhrgebiet. Deshalb erstaunt mich, dass du sie mit den für mich nach Bündner (aus Graubünden) klingenden Ausdrücken bezeichnest: „de Neni und d’Nane“ siehe dazu hier: http://www.blogwiese.ch/archives/226

    81. vonEtten Says:

      Ihr Lieben, ich bin eine Deutsche und um es mal ganz klar zu sagen: ich bin gern in der CH und habe von den Animositaeten zw. CH u. D gehoert. Aber eines ist trotz mancher Unterschiede sicher: AUCH in Deutschland ist LECKER ein UNFEINES Wort.
      Man sagt “danke, schmackhaft, hervorragend, vorzüglich, sehr gut, fein, wunderbar…” aber NICHT “LECKER”.
      Leider wird in der Tat immer haeufiger “lecker” geantwortet, das liegt am Deutschen Schulsystem, an der deutschen Freude sich “unten” zu orientieren, an deutschen TV-Sendern (privat), am dt. Hang, es nun allen recht zu machen.

    82. Thomas Says:

      Die Herkunft des Wortes ist für mich von nicht so großer Bedeutung! Das Wichtigste ist das, dass das Essen echt lecker zu sein! :)

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