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Wenn alles herzig ist — Variationen im Ausdruck der Schweizer

  • Der Hund ist herzig

  • Wir haben einen Hund, der ist klein und schnuckelig, der ist süss, sehr verschmust uns gegenüber, aber sehr knurrig und reserviert gegenüber Fremden. Für die Schweizer ist er vor allem eins: herzig.

    Am Anfang haben wir noch gedacht, unsere Schweizer Nachbarn haben wirklich ein Herz für kleine Hund, denn ständig riefen sie aus „jööö, was ist der herzig!„. Dann wurde es irgendwann zur Manie für uns: Wo wir hinkamen, das erste was wir hörten war: „Ist der herzig„. Nein, es war nicht „harzig“ oder „herzlich„, es war „herzig, herzig, herzig„.

    Herzig“ scheint das einzige Adjektiv zu sein, dass die Schweizer für kleine Hunde kennen. So sind kleine Hunde nun mal. Gesteigert noch mit „jööö, soo herzig!„, oder „megaaa herzig!„.

  • Der Killerschnauzer ist nicht herzig

  • Ich habe dann versucht, die Situation etwas aufzulockern, in dem ich die Warnung: „Vorsicht, gefährlicher Killerschnauzer im Anmarsch“ rief. Keine Chance, unser Hund konnte knurren was das Zeug hielt, er konnte schnappen, böse drein blicken, oder einfach das Weite suche. Er war immer noch „herzig„.

    Die Wortfolge „so herzig“ findet sich bei Google-Schweiz ca. 34.000 Mal (Beleg)

  • Kleiner Google-Schweiz Vergleich

  • „So süss“ gibt es immerhin noch 30.000 Mal, „so niedlich“nur 2.400 Mal. „so schnuckelig“ nur 13 Mal, „so fein“ nur 9.560 Mal und „so lieb“ 14.000 Mal. Was ich damit sagen will? Die Schweizer finden offensichtlich kleine, süsse, liebe und schnuckelige Hunde vor allem „herzig“, es besteht hier ein erheblicher Mangel an Ausdrucksvariationen.

    Ob wir unseren Hund doch „Horst“ oder „Karl-Heinz“ hätten nennen sollen, damit er ernst genommen wird? Er heisst übrigens Anton, kommt aber nicht aus Tirol, sondern aus einem alten Fernfahrergeschlecht aus Ungarn und isst am liebsten Paprika (auf Deutsch) / Peperoni (auf Schwizerdütsch).

    Gefährlicher Killerschnauzer

    Dabei gibt es noch so schöne andere Adjektive in der Schweiz.

  • Zum Beispiel „gäbig“

  • In einem Artikel des Tages-Anzeigers über das Schweizer Schulwesen heisst es: „Den Blockunterricht finden die Eltern ‚gäbig’.“ Immerhin wird das Wort „gäbig“ durch Anführungszeichen als „nicht-schriftfähig“ gekennzeichnet. Solche Vorsicht beim Umgang mit geschriebenen Dialektwörter findet sich nicht oft. Bei „gäbig“ war sie unnötig, denn das Wort ist im Deutschen Rechtswörterbuch verzeichnet mit den Bedeutungen „brauchbar, tauglich, freigebig, tauglich“ (Quelle).

  • Oder „rässer“

  • Einen „rässer“ Typen gibt es nicht, es sei denn, er hat Stinkefüsse (Hochdeutsch „Käsemauken„).
    Rässer“ ist die Steigerung von „räss„, also mehr als räss. Und „räss“ bedeutet soviel wie pfiffig, interessant, würzig. Das gilt nicht nur für Käse, sondern auch für Alpenschwinger.

    Etwas so Leckeres und Würziges wie Käse wird mit der Zeit nicht schlecht sondern höchstens „rässer„. Nur leider passt das nicht für unseren Hund, den der duftet angenehm „hundisch“, nur wenn er sich mal wieder in einer Jauchepfütze gesuhlt hat, zur Tarnung, damit ihn die Wildschweine nicht wittern können, dann riecht auch er ziemlich „räss„.

    

    28 Responses to “Wenn alles herzig ist — Variationen im Ausdruck der Schweizer”

    1. R.B. Says:

      Was ich nicht verstehe, wenn die Hunde so herzig sind, warum wollen die Schweizer sie dann immer verscharren?

    2. Mikki Studer Says:

      Man beachte, dass man „räss“ mit einem langezogenen „ä“ und einem weichen „s“ auspricht – im Gegensatz zur Implikation des Schriftbildes (oder wie soll man das nennen?).
      Also wie Gossau (SG), welches auch mit einem langezogenen „o“ und einem weichen „s“ ausgesprochen wird – was aber auch viele Schweizer noch nicht kapiert haben. 😉

    3. Jens-Rainer Wiese Says:

      R.B.: ROTFL am Morgen hast Du ausgelöst mit Deiner Frage, und recht hast Du natürlich.

      Mikki: Hurra, hurra, „für einmal“ habe ich ein Wort auf Schweizerdeutsch richtig geschrieben!
      Gruss, Jens

    4. Fabian Demhartner Says:

      Dieses „räss“ bereitet mir Kopfschmerzen, was soll das bitte für ein Wort sein? Ich lebe zwar auch in der Zürcher Agglo (Baden) aber kenne dieses Wort nicht, höchstens mit „jääss“ kann ich verbinden… kommt aber mehr aus dem Berner Sprachgebrauch denke ich 🙂

    5. Barbara Says:

      Auch ich kenne das Wort „räss“ nicht… der Käse ist rezent…doch nicht „räss“. Es ist wohl eines der eher spezifischen Dialektwörter, welches im schönen Kt. Aargau nicht bekannt ist.
      Und „jääässs“ ist doch eher ein Ausdruck für wie toll, cool eine Sache ist – ? Ein waschechter Berner weiss das sicher weiter.

      Hier noch 2 Links… die evt. allen schon bekannt sind:
      http://www.dialektwoerter.ch/ch/a.html
      http://dialects.from.ch/

      Viel Spass!

    6. Daniel Says:

      Mein absolutes Lieblingswort im Schweizer Hochdeutsch, absolut wert auch ins Bundeshochdeutsch übertragen zu werden, bin schon dabei.

    7. köbi Says:

      Räss wird im Berndeutschen, Solothurnischen, etc. sehr wohl verwendet, wird aber wie „rääs“ ausgesprochen. Siehe auch das Volkslied „S’Vreneli ab em Guggisbärg“, wo die Zeile erscheint:
      „Muschgate, die sy süess, und d’Nägeli sy räss, I gib’s mym Lieb z’versueche, dass äs mi nit vergäss“, also: „Muskat schmecken süss, Nelken schmecken streng, ich gebe sie meinem Liebsten zu versuchen, auf dass er mich nicht vergesse.“

    8. Sebastian Says:

      @köbi
      sehr kultig dein Vreneli. Aber: jööö, so herzig: die hochdeutsche Übersetzung, die du freundlicherweise mitlieferst „Nelken schmecken streng“ versteht ein nicht-Schweizer niemals. Da würde ich eher „Nelken riechen unangenehm“ wählen. Oder so. Auch gibt es im (hoch-)Deutschen meines Wissens Muskat nicht in der Mehrzahl (Muskat schmeckt süss) oder halt: Muskatnüsse schmecken süss. Was ich wiederum nicht nachvollziehen kann, weil Muskat zwar nach viel schmeckt, aber doch nicht nach was Süsslichem.

    9. köbi Says:

      @Sebastian:
      Da muss ich doch gleich noch ein anderes schweizerdeutsches Wort loswerden: Tüpflischiisser (oder zu Deutsch: Korinthenkacker).
      Dass der Satz im Hochdeutschen so nicht funktioniert ist mir schon klar. Es ist nur eine Behelfsübersetzung.
      „Rääs“ bedeutet eben nicht „unangenehm“, sondern „würzig, streng“. Und es geht nicht darum, dass die Nelken riechen, sondern tatsächlich darum wie sie schmecken. Im Mund.
      Und die Sache mit der Mehrzahl und dem Muskat war schlicht und einfach ein Tippfehler und nicht etwa schweizerisches Sprachunvermögen – das du offenbar voraussetzt.

    10. oliver Says:

      ja… das sprachliche zartgefuehl erinnert immer so irgendwie an altes Toastbrot. Und an den variationsreichtum einer raviolidose. aber ich kann damit inzwischen leben: ich hoer einfach nicht mehr hin.

      interessant ist auch folgendes phaenomen, bin gespannt wann du das eingehend analysierst:
      wenn etwas eine prise ueber dem durchschnitt ist, so wird es gleich „wie genial“ beschrieben. Wenn etwas einen Hauch unter dem durchschnitt ist, so wird es als „wie verruckt“ beschrieben. Obwohl das „verrukkt“ auch etwas positives ungewoehnliches beschreiben kann… ist halt immer eine Ratespiel.

      Aber (ich wiederhole es gern nochmal fuer die schnellleser und einfachdenker die laengere saetze mit verschachtelungen kognitiv nicht verabeiten koennen weil es in ihrer sozialisation nicht ueblich ist): es bezieht sich immer auf Dinge die eigentlich durchschnittlich sind. Absoluter kalter oeder durchschnitt. so kalt wie ein furz im marmeladenglas.

      Ich frage mich dann im stillen Kaemmerlein waehrend dieser Rategespraeche: was bitte war denn an dem Mist so genial oder ach so sehr verrrrukkt ?
      und wenn ich nachfrage: „ja das isch halt o huere laessig gsi“ … auweh, so kommen wir miteinander auch nicht weiter, ich habs aufgegeben.

      Oftmals wuerd ich gern waehrend eines gespraechs den Telefonjoker setzen…. „was geht in dem Hirn dieses Menschen vor, waehrend er mir solch bloedsinn als Gespraech verkaufen will und ich ihm meine aufmerksamkeit schenken muss ?“

      sooo, hier noch ein taetschel smilie damit kein CH Mensch sich angegriffen fuehlt 🙂 und das gleich wieder persoenlich nehmen muss. Hallo, ist nicht persoenlich. Nein nein… ihr seid alle o huere genial herzig. 🙂

    11. martin Says:

      Lieber Oliver,
      abgesehen davon dass dein Bekanntenkreis offenbar von ziemlich beschränkten Menschen bevölkert wird und du dir vielleicht mal überlegen solltest ihn auszuweiten – auf Menschen, die dir kognitiv gewachsen sind – abgesehen davon frage ich mich, woher deine offensichtlichen Aggressionen Schweizern gegenüber kommen. Es ist halt nicht jedem gegeben in ein fremdes Land auszuwandern. Bevor man aber so missgelaunt rumstänkert, sollte man vielleicht einfach mal „tschö“ sagen, und dahin gehen, wo’s noch schön ist. Dahin, wo die Menschen einem kognitiv gewachsen sind. Dahin, wo die Menschen wieder so reichhaltig reden wie in den deutschen Übersetzungen der Bücher von Gabriel Garcia Marquez. Aber wundere dich dann nicht, wenn du im Aldi stehst und die Menschen nicht hohe Poesie vortragen, sondern: „Ey Mann, krass, geht gar nicht, voll die Härte, Meeeeensch!“
      Schöne Grüße aus dem Land des faden Kamps-Weißbrots,
      Martin

    12. Oliver Says:

      lieber martin *knuddelknutsch*
      es ging im kommentar eigentlich um die sprachvielfalt in diesem land. Das es dazu persönliche reaktionen gibt meinerseits ist in diesem freien land und blog wohl gestattet und sollte nicht gleich zu einem rauswurf führen.
      Das erinnert mich an die bornierten Kleinbürger in BRD der 80er Jahre, die jegliche minimale Kritik am deutschen Staat nur damit beantworten konnten: „geh dorch rüber in die DDR wenns dir nicht passt“.

      Martin, ich bin gar nicht deiner meinung, doch ich werde alles tun, damit du sie weiter vertreten kannst. (p. ustinov)

      aber gerne schweige ich und störe nicht weiter den frieden, denn wenn der heidifrieden durch perönliche anekdotische äusserungen gefährdet ist, benötigt er mehr watte weichen schutzraum und darf in seiner labilität nicht weiter gefährdet werden.

      *winke und bye*

    13. Gufechüssi Says:

      Oliver, das isch ja ganz verruckt: umgeben von Kioskfrauen (Männern?), die Dich partout nicht verstehen wollen, desgleichen im Café – und dazu noch scharenweise sprachliche Einfaltspinsel, die grad mal zwei Adjektive, resp. Adverben zur Verfügung haben …. Olliiiiii wie hältst Du das bloss aus???? Du armes Schwein!!!

      Ja. Das muss es sein. Du bist es! Die lebende Vorlage für Paul Watzlawicks „Anleitung zum Unglücklichsein“ (ja, ja, als das Buch rauskam, galt noch die adR). Der Watzi ist auch in eine fremdes weites Land ausgewandert. Er hat dann aber nicht nur gemeckert, die Brustfedern gestellt und sich über die Unfähigkeit seiner neuen Nachbarn mockiert, sondern …. genau, er hat noch ein anderes Buch geschrieben – die „Gebrauchsanweisung für Amerika“ (Pflichtlektüre für alle die auch heute noch dorthin wollen – müssen). Ist jetzt e bissele offtopic, scho klar. Er hat übrigens noch ganz viele andere Bücher geschrieben – wenn Du die gelesen hättest, würde es vermutlich anders laufen bei Dir – am Kiosk und im Café. Jä nu. Unglücklichsein ist auch eine Lebensform.

    14. Sebastian Says:

      Hey, ihr da, die ihr euch gleich angegriffen fühlt, wenn mal jemand wie der Oliver, nicht gleich alles nur super findet in der Schweiz: Kann es sein, dass ihr ein wenig überempfindlich seid? Als Schiissdütscher muss man sich doch fast jeden Tag anhören, wie beschissen, arrogant und vor allem humorlos (im Gegensatz zu den so wahnsinnig luschdigen Schweizern) die Deutschen doch im Allgemeinen und Speziellen sind. Auch die NZZ lässt keine Chance aus, der BRD eins reinzudrücken, und wenn die Schweiz auch noch so schlecht dasteht (z.B: Pisatest) wird zumindest hämisch gegrinst, weil der „grosse Kanton“ ist ja noch blöder. Wenn man als Deutscher das alles so ernst nehmen würde (wie ihr das bisserl Kritik), könnte man sich gleich hinter den Zug schmeissen.
      Als Fan des FC Bayern bin ich schon seit Schulzeiten abgebrüht. Alle haben sich immer nur gefreut, wenn „meine Bayern“ mal wieder verloren haben.

    15. Adu Says:

      Also doch frustriert? Muss ja wirklich beschissen sein als Deutscher in der Schweiz zu leben. Wie wär’s mal mit ’nem Holland-Aufenthalt, so quasi zur Erweiterung des kulturellen Horizontes?

      Ich versteh ja, dass die Sticheleien nach dem zigsten Mal mächtig an den Nerven sägen, aber seltsamerweise haben deutsche Freunde von mir, die erst vor ein paar Jahren zugezogen sind, ganz wenig solche Erfahrungen gemacht. Liegt es an ihnen? Oder daran, dass sie hier nicht zur Schule gegangen sind? Kinder und Jugendliche haben manchmal eine relativ niedrige Abweichungstoleranz, das ist in der Schweiz nicht anders als sonstwo. Das schliesst natürlich nicht aus, dass Vorurteile von den Eltern weitergegeben werden. Vorurteile, im Guten wie im Schlechten, wird es aber immer geben, weil unser kognitives System nun einmal auf Verallgemeinerungen basiert (sonst wären wir nicht einmal fähig, einen Stuhl als Stuhl zu erkennen). Obige Passivkonstruktionen von Jammerlappen Oliver implizieren beispielsweise eine solche Verallgemeinerung. Solche sprachlichen Äusserungen gehen für mich vollkommen in Ordnung, wenn es den Anschein macht, dass sich der Äussernde sich der Verallgemeinerung bewusst ist. Natürlich gibt es auch Stereotypen und Vorurteile, die keiner rationalen Grundlage entbehren, nämlich dann, wenn sie nicht einmal auf das arithemtische Mittel der Referenz zutreffen (ich schätze, das trifft auf die Charakterisierung der Deutschen als Langweiler zu, eine Eigenschaft, die übrigens viele auch den Schweizern zuschreiben. Kommt natürlich immer auch auf die Perspektive drauf an. Klar ist vom Balkan aus betrachtet das Leben in D oder der CH ziemlich stetig und langweilig, da alles so schön geregelt und versichert ist, und klar dürfte das auch auf die Mentalität der Bewohner abfärben). Wenn man aber nicht mehr fähig ist, die Stereotypenbrille im individuellen Fall abzulegen, wie das bei unserem Schwerenöter Oli der Fall zu sein scheint, dann allerdings wird diese zu einem Problem und zeugt nicht gerade von einer adaptiven Natur.

      (P.S.: Adaptivität (in einem sehr breiten Sinne) ist übrigens seit Stern ein in der wissenschaftlichen Psychologie weitherum akzeptierter Ausdruck der Intelligenz. Weitere intelligente Strategien sind die Anpassung der Umwelt an seine Bedürfnisse (da sehe ich die Möglichkeiten für unseren Oli eher schwarz) und wenn obige beide „Coping“-Strategien nicht fruchten, bleibt tatsächlich nur noch das Aufsuchen einer ökologischen Nische, die den eigenen Bedürfnissen besser enspricht (z.B. weniger Lohn, dafür mehr Lebensqualität, „Straightness“, ist halt ein Abwägen, gell)

      In diesem Sinne viel Glück beim Schmieden des Eisens!

    16. Administrator Says:

      @Adu
      du musst immer klar sagen, auf wen oder was Du Dich gerade beziehst, sonst kapiert das niemand.
      „Also doch frustriert“ … geht das auf mich oder auf Sebastian oder sonst jemanden?
      Nee, ich kann dich beruhigen, meine Frustrationsschwelle liegt bedeutend höher. Das hier alle immer nur „herzig“ zum Hundi sagen, ist eine reine Beobachtung, ohne Wertung. Und das es noch andere tolle Adjektive in der Schweiz gibt, steht ja weiter unten. Holland kenne ich nur von Besuchen, fand ich auch sehr spannend, gelebt habe ich schon mal ne Weile in Frankreich, um dann zu entdecken, wie verdammt Deutsch die eigenen Knochen doch sind. So ist das, wenn man ins Ausland geht, das schärft ziemlich die Selbstwahrnehmung.

      „seltsamerweise haben deutsche Freunde von mir, die erst vor ein paar Jahren zugezogen sind, ganz wenig solche Erfahrungen gemacht.“

      Ich will hier nicht sticheln oder mich über die Schweizer lustig zu machen, sondern versuche hier nur ein bisschen, das Verständnis zwischen Deutschen und Schweizern zu verbessern. Die Erlebnisse sind dazu natürlich ein bisschen übertrieben dargestellt, und sie sind gesammelt während 5 Jahre, also sooo wahnsinnig viel ist da dann doch nicht passiert, das wir uns hier unwohl fühlen würden, im Gegenteil.

      Und weil das hier Satire ist, wird selbstverständlich mit Übertreibung, Verallgemeinerung und Vereinfachung gearbeitet, sonst wäre es ja langweilig wie das echte Leben, aber ich denke das ist jedem klar, der die Postings hier liest.
      Gruss, Jens

      P.S.: Danke für den Tip mit dem Eisen. Habe mir gerade wieder mal die Finger verbrannt am Eisen, so heiss war das wieder…verdammt…

    17. Adu Says:

      Ciao Jens! Du hast vollkommen recht, ich bin kein geübter Blogger. Obige Zeilen habe ich einfach als Antwort auf vorangehenden Beitrag von Sebastian verstanden und mich ja im Text explizit auf Oliver bezogen. Mir ist vollkommen klar, dass Deine Seite uns Schweizer satirisch unter die Luppe nimmt und ich finde Deine Beiträge oft sehr treffend und wohltuend und amüsiere mich köstlich bei der Lektüre! Bezügich unserer adjektivischen Ausdrucksarmut im alltäglichen Sprachgebrauch darf man uns wohl zur Recht auf die Schippe nehmen.

      Ich finde auch die kleinen Duelle und Scharmüzel der User unterhaltsam, solange sie fair und spielerisch sind (@ Sebastian: Ich werde mich immer über ne Niederlage vom FC Bayern freuen, das ist eine gutschweizerische Tradition 😉 Die Welschen freuen sich übrigens genauso, wenn die Nati der Franzmänner auf’s Dach bekommt und Ähnliches gilt für die Ticinesi, wenn die Squadra azzurra spielt. Ist halt die Schadenfreude der Kleinen, und man definiert sich nun halt auch über Abgrenzung, und dazu muss man sich vom Nächsten abgrenzen. Wie bereits anderswo erwähnt: Im Eishockey käme es hier wohl niemandem in den Sinn, sich über die deutsche Nationalmannschaft zu belustigen; die ist ganz einfach noch zu wenig potent)

      Mir sind Leute sympathisch, die einem den Spiegel vorhalten und intelligent provozieren und dies muss keines wegs durch die Blumen sein. Solange sie dann auch einmal einen Spruch auf ihre Spesen vertragen…
      Ich habe mich oben vom Beitrag von Oliver zu Kritik verleiten lassen; dachte, das ginge aus dem Kontext klar hervor. Ich stimme der Einschätzung von Gufechüssi zu, das es sich bei ihm um einen etwas frustrierten Zeitgenossen handelt, der mit seinen Inputs weder witzige noch scharfsinnige noch konstruktive geschweige denn aufrüttelnde Beobachtungen vorbringt, sondern das Forum als Plattform nützt, um sich seine verwundete Seele vom Leibe zu quatschen. Na, wenn den von therapeutischem Nutzen ist…

      @Oliver: Da Du’s offenbar gerne direkt ins Gesicht erzählt bekommst, hier noch einmal klar und deutlich: Du kannst dies gerne persönlich nehmen, ich habe tatsächlich DICH gemeint, Du bist ja hart im nehmen, oder?

      Mit bestem Gruss, Adu

    18. Adu Says:

      @alle Sprachpuristen:
      Um Euren Einwänden zuvorzukommen: Meine oben verwendtete Konstruktion „sich seine verwundete Seele vom Leibe zu quatschen“ ist zugegebenermassen keine existierende deutsche Redewendung. Korrekter wäre wohl :“sich den Frust von der Seele schreiben/reden“ oder mit etwas anderer Bedeutung: „sich die Seele aus dem Leib reden. Nicht gemeint war: „jmdm die Seele aus dem Leib fragen“ oder „sich die Seele aus dem Leib schreien“.
      Wie auch immer: Ich fordere mehr kreatives Spiel mit den Worten, die Sprache lebt!
      (Ok, ich geb’s ja zu: war ein billiger Versuch, die schweizerischen Sprachdefizite zu kaschieren :-))

    19. Sandra-Lia Says:

      dä isch aber härzig. nei, sogar knuddelmutschigwahnsinnigherzig

    20. Tomsp Says:

      herzig? oder Herzhaft?? laut Men´s Health 10.2006 essen sie in der Schweiz Hund. Gruß tom

    21. viking Says:

      @Tomsp
      Nicht nur Hunde, auch Katzen und anderes Hausgetier.
      Zumindest ist der Verzehr erlaubt, aber nicht alles was erlaubt ist, wird im täglichen Leben auch zelebriert.
      Zum Ausländer erschrecken taugt es aber immer wieder 😉

      Gruss
      Bruno

    22. Gizmo Says:

      oliver du böser bub, du kannst doch hier nicht einfach kritik üben…. pfui…. hast du denn nicht inzwischen erkannt das man damit nicht umgehen kann und alle gleich beleidigt sind und weinen wenn man sich wagt etwas zu sagen was nicht dem eidgenössischen kollektiven konsens entspricht? da musst du sich gar nicht wundern wenn man dich zum gehen auffordert. wer nämlich sonst keine argument hat greift dann einfach schnelle zum äussresten, in ddiesem falle zum rausschmiss… denn wenn du erstmal verscchwunden bist kannst du ja nicht merh den eidgenössischen frieden mit deiner lästerlichen kritik stören…

      schäm dich was und integrier dich gefälligst. und integrieren heisst alles ist herzig und alles ist schön im land des edelweiss…

    23. Gizmo Says:

      hey adu, ich habe als erweiterung meines horizonts in holland gelebt, aber ich verspreche dir sowas humorloses kritikunfähiges arrogantes wie in der schweiz hab ich wirklich noch nirgends erlebt, und damit hier keine falschen gemüter beunruhigt werden, von wegen dann geh doch woanders hin, ich bin gebeten worden hierherzukommen….

      und nochwas so wie die schweizer mit den ausländern (auch deutschen) umgehen, das müssten sich mal die deutschen mit dern in deutschland lebenden schweizern versuchen….. was glaubst du was da los wäre…

      wirklich, holländer, briten, amis, italiener, alle sind da deutlich entspannter und gelassener im umgang mit ausländern….

    24. Gizmo Says:

      Und weil das hier Satire ist, wird selbstverständlich mit Übertreibung, Verallgemeinerung und Vereinfachung gearbeitet, sonst wäre es ja langweilig wie das echte Leben, aber ich denke das ist jedem klar, der die Postings hier liest.
      Gruss, Jens

      Hallo Jens, ich fürchte nachdem ich die meisten beiträge und postings hier gelesen habe, ist das ein frommer wunsch.. ich finde es recht deutlich das das nicht der fall ist, und nur wenige die intentionen richtig deuten.

    25. Gizmo Says:

      hunde essen erlaubt? im ernst? super… ich werde auf meiner jogging runde regelmässig dem herzinfarkt nahe gebracht durch „herzige“ hofhunde der umliegenden höfe…

      na dann weiss ich ja was es nächste Woche zu essen gibt…. zwei fliegen mit einer klappe geschlagen, und bei den fleischpreisen hier in der schweiz….

    26. Masa Says:

      Sorry, etwas spät, Aber „räss“ ist wirklich ein schwieriges Adjektiv, ein Beispiel für klassische Bloggeschichte. Die Zürcher verstehen darunter „salzig“, die St.Galler besitzen 4 Konnotationen dafür. Und jeder versteht sie. Ehrlich gesagt, es gibt keine „räss“ riechende Hunde. „Räss“ bezieht sich auf Menschen oder Käse …

    27. Domiteur Says:

      Bei meinem Dackel sagen die Leute als Variante zum härzig auch oft schnusig, was ich damit kontere, dass dies ein Attackel sei und somit ein Kampfhund!

    28. Allmechtna Says:

      VORSICHT!

      Für mich der mal im Schwabenland gewohnt hat, dem sei gesagt:
      „räs“ oder „rääs“ bedeutet z. B. in Ulm oder auf der Schwäbischen Alb etwas komplett anderes!!
      Es ist nämlich meist negativ gemeint.
      Wenn der Wein „räs“ ist, dann zieht er einem den ganzen Gaumen zusammen (ein „Semsekrebsler“ ist räs).
      Besucht ein Schwabe den Viktualienmarkt in München und gerät er an eine resolute alte Dame die ihn bedient, kann es sein dass er zu seinem Begleiter/seiner Begleiterin sagt: „Ooooh, die isch aber arg räs gwäa“.
      ( = bissig, giftig, bis zu bärbeißig, letzteres meist bei Männern)

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