Der Deutsche wäre eigentlich gerne so wie wir – weil er das nicht schafft, lacht er uns aus — Roger Schawinski über Schweizer und Deutsche

April 21st, 2010

(reload vom 15.1.07)

  • Schweizer sind per se keine Respektpersonen
  • In der Beilage „Das Magazin“ des Tages-Anzeigers vom 05.01.07 schreibt der gewesene SAT1-Chef Roger Schawinski über die Schweizer und die Deutschen:

    Schweizer sind per se keine Respektpersonen, aber auch keine Hassvorlagen. Man nimmt sie einfach nicht ganz ernst, auch wenn man die Schweiz heimlich bewundert.
    (Quelle: Alle Zitate nach medienlese.com)

    Eine unglaubliche Erkenntnis. Welche andere Nation ist denn bitte schön „per se“ eine Respektperson bzw. eine Hassvorlage? Bruno Ganz wird wegen seiner schauspielerischen Leistung respektiert, nicht weil er Schweizer ist. Und wenn jemand persönliche Probleme mit DJ BoBo hat, dann eher weil er auf eine andere Musik abfährt und nicht weil er ihn als Schweizer Hassvorlage sieht. Zumal der Künstlername „Bobo“ seine Produkte in manchen Ländern sowieso unverkäuflich machen, weil sie unter „censored“ fallen. Ein Grund, warum die Schreibweise BoBo so wichtig ist.

    Roger Schawinski
    (Quelle Foto: about.ch)

  • In der Schweiz findet man Qualitäten
  • Denn die Schweiz ist, wenn man ein bisschen tiefer bohrt, in vielen Aspekten so, wie man sich das eigene Land wünscht. In der Schweiz findet man Qualitäten, die man früher auch besass und auf die man stolz war, und die man für immer verloren glaubt.

    Bravo! Er zitiert den bekannten Mythos von der „Schweizer Qualität“, die es sonst nirgends gibt. Wir haben das Thema bereits hier diskutiert: Swiss Quality regiert die Welt.

    Was in der Schweiz ganz ausserordentlich gut funktioniert, ist die Vermarktung dieses Mythos. Der Wert „Swiss Quality“ an sich ist nicht subjektiv messbar. Seine Verbreitung und sein Bekanntheitsgrad jedoch sehr wohl. Absolut beeindruckend läuft in diesem Land ausserdem die Marketing-Maschine für die Schweiz als „naturnahes Heidiland“,welche das „Schokoladen&Käse-Heile-Welt“ Image auf Geissenpeters Alm propagiert.

  • Warum die Deutschen in die Schweiz ziehen
  • Deshalb ist es kein Wunder, dass es immer mehr Deutsche in die Schweiz zieht. Zwar besitzen Länder wie Australien, Kanada oder die USA viel mehr Glamour, und in ihrer Fantasie stellen sich Millionen von Deutschen ein neues, spannenderes Leben in einem dieser grossen, weiten Länder vor. Aber wenn sie beginnen, kühl zu analysieren, fällt ihre Wahl immer öfter auf die kleine, nahe Schweiz.

    Auch hier irrt Schawinski gewaltig. Die so häufig als „romantisch“ und ihrem Gefühl folgenden Deutschen werden durch ganz pragmatischen Gründen bewogen, in die Schweiz zu gehen. Zürich liegt von Stuttgart oder Frankfurt einfach weniger weit entfernt als Vancouver oder Chicago. Nach Kanada oder in die USA wandern immer noch Menschen aus, aber der Umzug dorthin ist schlichtweg nicht so einfach wie die kurze Reise in die Schweiz bzw. die Stellensuche übers Internet, erleichtert durch die Freizügigkeit und den baldigen Wegfall der Kontingente.

  • Lieber am Zürichsee als am Wannsee leben
  • Deshalb ist unser Land in den letzten Jahren zum beliebtesten Auswandererland der Deutschen avanciert. Vor allem Zürich ist zur neuen Traumdestination geworden. Stundenlang hat man mir die Vorzüge dieser Stadt beschrieben und immer wieder betont, dass man sich nichts sehnlicher als ein Haus an diesem einen wunderbaren Ort wünschen würde.

    Ich glaube Schawinski gern, dass ihm dies die Berliner erzählen, die sich im kalten Winter in Ostdeutschland kalte Füsse holen und auch gern einmal 50 Minuten vom nächsten Skigebiet entfernt wohnen möchten. Darum ist auch München immer noch die „heimliche Hauptstadt“ Deutschlands. Wenn in Zürich keine Jobs offeriert würden, sondern wieder in Stuttgart und dem Mittleren Neckarraum, der innerdeutsche „Brain-Drain“ würde sofort wieder in diese Richtung fliessen, wie bereits in den 90ern, als frisch diplomierte Ingenieure nur dort oder im Grossraum München einen Job finden konnten.

  • Was die Deutschen in der Schweiz suchen und finden
  • Hier suchen und finden sie die deutsche Ordnung in Form von funktionierenden Institutionen, hier und nicht mehr in ihrem Heimatland, was sie mit einer gewissen Wehmut zur Kenntnis nehmen.

    Ich zähle mal eine Reihe dieser „funktionierenden Institutionen“ auf, die Deutsche hier finden und vorher in Deutschland mit Wehmut vermisst haben. Als da sind:
    — Kindergärten an 2-3 Stunden am Tag, abwechselnd mal morgens oder nachmittags.
    — Zahnärzte zum selbst bezahlen.
    — Kinderkrippen für Gutbetuchte.
    — Ein traumhaftes Angebot an Wohnungen und Häusern, zu noch traumhafteren Preisen.
    — Behörden die für jeden administrativen Akt Gebühren verlangen, besonders für die x-te Neuauflage einer L-Bewilligung (vgl. Blogwiese).
    — Besondere Behandlung von schwerreichen Exil-Deutschen die deutlich weniger Steuern bezahlen als vergleichbar vermögende Schweizer oder normal arbeitende Deutsche.

  • Deutsche Ordnung in der Schweiz?
  • Nun, wir sind ja für unsere „Motzkultur“ bekannt und haben uns mit diesen Unterschieden gut arrangiert. Aber „deutsche Ordnung in Form von funktionierenden Institutionen“ sind mir in der Schweiz noch nicht als herausragendes Merkmal aufgefallen. Die Institutionen funktionieren gut, da gibt es nix zu meckern, aber auch nichts zu bejubeln.

    Dass ihnen die langsamen, bedächtigen Schweizer in diesen wichtigen Belangen den Rang abgelaufen haben, können sie nur mit einer kapitulierenden Absage an die Reformmöglichkeiten im eigenen Land verargumentieren, dessen sichtbarstes Symbol eine verkrustete grosse Koalition unter der Führung einer zaudernden Angela Merkel ist.

    Die wahren Meister der „grossen Koalition“ sind mit Abstand die Schweizer, die ihre Form der „Konsensdemokratie“ mit der „Zauberformel“ bereits erheblich länger an der Macht haben als es für Deutsche je vorstellbar wäre. In Deutschland folgte auf die erste „Grosse Koalition“ wieder der übliche Wechsel zwischen Regierung und Opposition.

  • Reformen stehen auch in der Schweiz an
  • Auch in der Schweiz stehen Reformen an, auch hier werden „verkrustete“ Strukturen nur mühsam aufgebrochen. Die Probleme beider Ländern sind ähnlich. Die Geschwindigkeit, mit der Lösungen gefunden werden, gleich langsam. Der Hauptunterschied in der Schweiz ist, dass alle grossen Themen vom Volk mit entschieden werden müssen und daher von Anfang an eine breite Unterstützung benötigen, während in Deutschland das Volk sich lieber von oben regieren lässt, bzw. von den Müttern und Vätern der Verfassung und der Bundesrepublik in diese Rolle gesteckt wurden.

  • Der Deutsche Bedarf an Revolution ist noch gestillt
  • Ausserdem sind in der Schweiz noch echte Revolutionen möglich, wie die Gründung des Kanton Juras oder die im Kanton Glarus im Mai 2006 beschlossene Reduktion von 25 auf 3 Gemeinden. In Deutschland haben wir seit dem Herbst 1989 noch unsere letzte Revolution aufzuarbeiten. Föderalismusreform steht nun auf dem Programm.

    „Der Deutsche wäre eigentlich gerne so wie wir – weil er das nicht schafft, lacht er uns aus“
    (Das Magazin 01-2007, S. 25)

    Zu dieser Aussage fällt mir nichts ein. Sie lässt mich sprachlos. Ich wusste überhaupt noch nicht, ob ich wie irgend jemand sein wollte auf der Welt. All die positiven typischen Eigenschaften, die uns gewöhnlich im Zusammenhang mit „typischen Schweizern“ einfallen, als da sind Fleiss, Pünktlichkeit, Disziplin, Beharrlichkeit etc. werden auch häufig im Zusammenhang mit Deutschen zitiert. Und ob nun ausgerechnet die vielzitierte Höflichkeit der Schweizer für Deutsche eine nachahmenswerte Tugend sein muss, darüber lässt sich streiten. Die Deutschen bleiben dafür wesentlich länger beim höflichen „Sie“. Die gleiche Höflichkeit, die sich beim Tür-Aufhalten und beim Betreten eines Fahrstuhls zeigt, ist bei der nicht vorhandenen Begeisterung für das typisch britische Schlangestehen wieder verschwunden.

  • Wer lacht über die Schweizer?
  • „weil er das nicht schafft, lacht er uns aus“
    (Das Magazin 01-2007, S. 25)

    Die Deutschen lachen doch nicht über die Schweizer, sondern über den in ihren Ohren ungewohnten Hoch- und Höchstalemannischen Dialekt, den sie einfach putzig finden. Zunächst, denn nach 2-3 Monaten im Land verliert sich diese komische Effekt ganz von allein. Roger Schawinski hat mit dieser Äusserung Nahrung geliefert über den klassischen Schweizer Minderwertigkeitskomplex:
    Ihr lacht uns aus“. Man muss es oft genug wiederholen, damit es auch jeder glaubt. Die meisten Deutschen nehmen die Schweizer gar nicht als Schweizer war, sind sich der vielen tausend unter ihnen lebenden Schweizern gar nicht bewusst und haben das Schimpfwort „Kuhschweizer“ noch nie gehört.

    Terroristische Luftangriffe bitte nur zu den üblichen Bürozeiten — Neues von der Schweizer Landesverteidigung.

    April 19th, 2010

    (reload vom 12.1.07)

  • Tower mit eigener Postleitzahl
  • In den ersten Jahren nach unserem Umzug in die Schweiz arbeitete ich in Wallisellen bei Zürich im Glatt-Tower. Ein imposantes Gebäude, mitten im gleichnamigen Einkaufszentrum stehend, mit einer eigenen Postleitzahl.
    Glatt-Tower
    (Quelle Foto: Wikipedia)

    Ich gebe es zu, dass ich den Job dort letztendlich auch wegen der wunderbaren Fernsicht auf die Alpen ausgewählt hatte. Andere Arbeitgeber boten nur Stellen mit Blick auf hässliche Industriegebiete oder Eisenbahngeleise. Anfang 2000 konnte man sich die Stellen in der IT-Branche noch aussuchen, kurz darauf platzte die Dotcom-Blase.

  • Der gar nicht so einzigartige Flughafen
  • Der Glatt-Tower liegt in der Nähe des Flughafen Klotens, der einfach „einzig“ ist in der Schweiz und anders als „Munich“ ohne M auskommt. Das „M“ gehört der Migros in der Schweiz, also hiess er bis vor kurzem nicht „unich“ sondern „Unique“. Doch das ist jetzt Geschichte. Seit dem 15. April heisst „Unique Airport“ wieder „Flughafen Zürich“. Doch so einzig wie sein alter Name war er eigentlich gar nicht, denn es gibt nicht weit entfernt noch den Militärflughafen in Dübendorf. 1910 war er der erste Schweizer Flughafen überhaupt und er bekam erst 1948 durch Kloten Konkurrenz. Jeweils Dienstags und Donnerstags übten in Dübendorf die Schweizer Luftwaffe ihre lautstarken Starts.

  • Anflug auf den Tower
  • Der tolle Blick auf die Alpen hatte einen Nachteil. Alle 2 Minuten startet dort im Glatttal bei Südwind ein Düsenjet in Richtung Glatt-Tower, fliegt einige Sekunden direkt auf das Gebäude zu, gewinnt dann an Höhe und dreht eine lautstarke Kurve über Wallisellen, um die Ohren der Zürcher Goldküstenbewohner zu schonen und den Flug in Richtung Norden über Deutschland fortzusetzen. Vor dem 11. September 2001 fand ich diese Flugmanöver schwer beeindruckend, danach machte das Zuschauen irgendwie keinen rechten Spass mehr.

  • Die Nasslöschstelle und Evakuationskommando
  • Über die strikten Sicherheitsvorkehrungen im Glatt-Zentrum hatte ich bereits hier berichtet: Codename “Zurigo” — Die geheimen militärischen Rituale der Schweizer beim Brandschutz.

  • Abschuss erlaubt, aber womit?
  • Was allerdings geschehen sollte, wenn eine von Terroristen entführte Langstreckenmaschine auf das Glattzentrum zufliegt, darüber machte sich damals niemand Gedanken. Erst jetzt konnten wir endlich zu diesem Thema eine positive Nachricht dem Tages-Anzeiger entnehmen:

    Schweiz erlaubt Abschuss in Not
    Was Deutschland echauffiert, hat die Schweiz bereits geregelt. Die Luftwaffe dürfte in der Not ein von Terroristen entführtes Flugzeug abschiessen.
    (Quelle: Tages-Anzeiger vom 10.01.06)

    Das wäre also geregelt. Während man in Deutschland lange diskutiert und zaudert ist das Thema in der Schweiz vom Tisch und entschieden. Nur hat die Sache einen kleinen Haken. Die Terroristen sollten möglichst zu den normalen Bürozeiten angreifen:

    Schweizer Kampfflugzeuge sind normalerweise nur zu Bürozeiten in der Luft, also nicht am Wochenende, über Mittag oder nachts. Während der Bürozeiten üben die Berufsmilitärpiloten in ihren F/A-18- und F5-Tiger-Kampffliegern. Dann wären sie sofort einsetzbar, wie Luftwaffensprecher Jürg Nussbaum sagt. Allerdings nur zur Kontaktaufnahme und zur Rekognoszierung, denn zu Friedenszeiten sind die Piloten meist ohne Waffen an Bord unterwegs. Die Chance, ein von Terroristen gekapertes Flugzeug zu Friedenszeiten am Schweizer Himmel zu entdecken und auch noch abzuschiessen, sei «fast gleich null», so Nussbaum.
    (Quelle: Tages-Anzeiger vom 10.01.06)

    Mist. Dann müssen die doch tatsächlich erst landen, Waffen nachladen, wieder starten und erst dann wird es ernst. Nur ist die Schweiz nicht gerade gross, ein Düsenjet hält sich demzufolge hier nicht lange im Luftraum auf:

    An einem normalen Tag mit uneingeschränktem Flugverkehr müsste laut VBS letztlich der Pilot des Kampfflugzeugs, der den Eindringling jagt, den folgenschweren Entscheid treffen. Er täte dies nach Absprache mit dem Luftkommando am Boden. Ob es überhaupt zu einer Jagd käme, ist fraglich. Denn der Schweizer Luftraum ist klein. Und längst nicht zu jedem Zeitpunkt sind Kampfjets am Himmel oder sofort startbereit.
    (Quelle: Tages-Anzeiger vom 10.01.06)

    Ob da die Schweizer Milizsoldaten mit ihrem frisch geladenen Sturmgewehr, wenn sie sich aufs Hausdach stellen und gut zielen, alle gemeinsam, mehr ausrichten könnten? Bestimmt! Beim Widerstand gegen die Südanflüge haben die selbsternannten „Schneiser“ schon bewiesen, dass bereits ein paar gut platzierte Luftballons oder Taschenlampen für erhebliche Aufregung sorgen. Wieviel mehr liesse sich da mit Sturmgewehren ausrichten!

  • Abschussbefehl durch Bundesrat Samuel Schmid
  • Falls wirklich mit einer terroristischen Bedrohung zu rechnen ist, wird allerdings anders vorgegangen in der Schweiz:

    Anders ist die Situation rund ums Weltwirtschaftsforum (WEF) vom 24. bis 28. Januar. Dann sind Kampfflugzeuge ständig in der Luft und bewaffnet. Der Himmel über Davos ist gesperrt. Bundesrat Samuel Schmid wird in dieser Zeit von einem Offizier mit Telefon rund um die Uhr begleitet. «Käme es zu einem unzweifelhaften Zwischenfall, müsste Bundesrat Schmid als Ultima Ratio den Abschussbefehl geben», sagt VBS-Informationschef Martin Bühler.
    (Quelle: Tages-Anzeiger vom 10.01.06)

    Wir wollen uns lieber nicht ausmalen, wie so ein Gespräch dann nach den Regeln der Schweizer Telefonkommunikation mit Gesprächseröffnung, Höhepunkt und Gesprächsabschluss ablaufen könnte. Stellen wir uns dafür vor, dass ein vollgetanktes Flugzeug in Zürich gestartet ist und nun mit 800 Km/h in Richtung Davos fliegt. Das sind laut unserem Routenplaner 146 KM auf der Strasse. Flugzeuge fliegen direkt. Selbst wenn der Jet der Autobahn folgen würde, bräuchte er ca. 11 Minuten. Rechnen wir 5-6 Minuten ab, die Skyguide braucht, um das Flugzeug als entführt zu klassifizieren (sofern sich da niemand gerade einen Kaffee holt oder das System gewartet wird oder der Lotse überlastet ist), bleiben also noch 4-5 Minuten für das Telefonat mit Samuel Schmid. Für Höflichkeitsfloskeln und langes Rückfragen ist da nicht mehr viel Luft, wenn die Kampflugzeuge noch Zeit zum Handeln haben sollen.

  • Waffen haben nur eine begrenzte Haltbarkeit
  • Der Zürcher Unterländer berichtet am 11.01.07. über das gleiche Thema:

    Wenn akute Gefahr drohte, so würden F/A-18 und F5-Tiger-Kampfflieger in Alarmbereitschaft versetzt und bewaffnet. Dies dauere „wenige Stunden“ Eine durchgehende Bewaffnung sei jedoch nicht sinnvoll, weil die Waffen „ausserordentlich teuer“ seien und nach einer gewissen Zahl von Flugstunden dann ungebraucht ausgewechselt werden werden müssten.

    Hatten wir nicht eben vorgerechnet, dass nur 11 Minuten Zeit ist bei einem Angriff, und nicht „mehrere Stunden“? Wir haben jetzt gelernt, dass auch teure Waffensystem nur eine begrenzte Haltbarkeitsdauer haben, so wie Joghurt oder Bier, was auch nicht ewig gelagert werden kann. Die Waffen bleiben also am besten gut gefettet und stosssicher verpackt am Boden im Schrank, statt sie in der Luft spazierenzufliegen. Sonst geht wohlmöglich noch irgendwann eine Rakete verloren.

  • Beim Flug 93 dauerte es zu lange
  • Der amerikanische Dokumentarfilm „Flug 93“ erzählt, wie lange es am 11. September 2001 dauerte, bis wirklich die Abschussgenehmigung um 10:18 Uhr erteilt wurde. Da waren bereits alle vier entführten Maschinen nicht mehr in der Luft. Präsident Bush hörte sich lieber weiter Kindergeschichten an, als Entscheidungen zu treffen. Auch ohne Waffensysteme an Bord der Kampfflieger wurde in der USA zumindest ein Rammen der Passagierjets durch die Kampfflieger erwogen, kombiniert mit einem Notausstieg der Piloten via Schleidersitz. Das verbraucht wenigstens keine teuren Waffensystem.

    Hoffen wir also, dass so ein Terrorakt in der Schweiz nie verübt wird. Und wenn, dann doch bitte ausschliesslich von Montags bis Freitags zwischen 8:00 – 12.00 Uhr und 13:30 – 17:00 Uhr. Müsste doch zu machen sein, oder?

    Eine Dronning wird 70 — Herzlichen Glückwunsch zum Fødselsdag

    April 16th, 2010
  • Tillygge med fødselsdagen, Grete!
  • Dänemark ist heute ein Königreich und gleichzeit seit 1849 eine Demokratie, genauer gesagt eine „konstitutionelle Monarchie“, früher als die meisten Länder Europas. So ein Königreich braucht einen King, in Dänemark wäre das ein „Kong“, doch da sitzt eine „Drohne“ auf dem Thron, die Dronning Margrethe II, die heute am 16. April ihren siebzigsten Geburtstag feiert. Herzlichen Glückwunsch zum Fødselsdag! Tillygge med fødselsdagen, Grete!

    Königin Margerethe von Dänemark
    Foto Margrethe II. (Quelle: Wikipedia)
    Vollständig heisst sie Margrethe Alexandrine Þórhildur Ingrid, wobei der dritte Vornamen aus Island stammt. Phipu darf den Namen jetzt gern in die Berner Version übertragen. Wir sind gespannt.

    Sie entstammt dem Hause Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg und hat neben ihrer Rolle als dänische Königin auch als Grafikerin und Malerin eine gewisse Bekanntheit erlangt. Sie hat verschiedene Briefmarken gezeichnet und Bücher illustriert, unter anderen 1977 – unter dem Pseudonym Ingahild Grathmer – die dänische Ausgabe des Herrn der Ringe von J. R. R. Tolkien. Weiter ist sie in Dänemark eine anerkannte Designerin von Kirchengewändern, Theaterkostümen und Bühnenbildern. Im Jahr 2009 entwarf sie erstmals Kostüme und Dekor für einen Film, Die wilden Schwäne nach Hans Christian Andersens gleichnamigem Märchen.
    (Quelle: Wikipedia)

    Königliche Oper in Kopenhagen
    (Foto: Königliche Oper in Kopenhagen auf der Insel Holmen)

    Spontan fallen uns bei dem hübschen Wort „Fødelstag“ die „fremden Fötzel“ in der Schweiz ein, doch da besteht keine sprachliche Verwandtschaft. Margrethe II ist beim Volk sehr beliebt. Sie spricht 5 Sprachen und hat drei Universitätsabschlüsse. Ausserdem geht sie gern in die Oper, was seit dem Jahr 2000 sehr einfach ist, weil sie das neue Kopenhagener Opernhaus „Operaen“ quasi in Sichtweite zu ihrer Winterresidenz Schloss Amalienborg hat. Nur kann sie da nicht zu Fuss hingegen, denn es liegt auf einer künstlichen Insel auf der anderen Seite des Hafens. Ob sie mit einem königlichen Ruderboot fährt oder doch die dänische Kriegsmarine aufbietet?

    Ihre Winterresidizenz gegenüber der Oper ist Schloss Amalienborg. Es ist das einzige öffentliche Gebäude in Dänemark, in dem legal geraucht werden darf, denn Dronning Margrethe II ist leidenschaftliche Kettenraucherin und brachte es in guten Jahren auf 80 Zigis am Tag, doch da sie nie auf dem Balkon mit einer Zigarette gesehen geht man davon aus, dass sie im Haus im Laster fröhnt. Immerhin raucht sie seit 2007 nicht mehr in der Öffentlichkeit oder bei Fernsehauftritten.

  • What rhymes with Queen?
  • In England erzählen sich Anti-Royalisten gern den Joke: „What is the great thing about the word ‚Queen‘? It rhymes with ‚guillotine’ “. Könnte in Dänemark nicht passieren. Zwar bekommt die Königin im Jahr ein Gehalt von ca. 8.2 Millionen Euro, was eine Menge Gehalt ist, aber nichts im Vergleich zu den Einnahmen der Tourismusindustrie, die Royalisten- und Monarchie-Fans aus aller Welt nach Kopenhagen strömen lassen, um dort eine zünftige Wachablösung zu sehen oder den dänischen Wimpel zu schwenken, wenn sich das Geburtstagskind heute irgendwo blicken lässt.

    Wenn alte Traditionen verschwinden — Teppichklopfer gehören in jede Besenkammer

    April 14th, 2010

    (reload vom 11.01.07)

  • Wehret den Anfängen
  • Die alte Schweizer Tradition, den Teppichklopfer daheim im Besenschrank aufzubewahren, gut geölt und allzeit für den Ernstfall einsatzbereit, ist bedroht. Es mehren sich die Stimmen, die diese Tradition abschaffen wollen. Denn — zugegeben — ein Teppichklopfer kann auch missbräuchlich verwendet werden. Es soll vorgekommen sein, dass damit Kinder geschlagen oder Ehefrauen bedroht wurden. Mittlerweile und in der Öffentlichkeit immer deutlicher wahrnehmbar hat sich eine Liga der Teppichklopfer-Gegner gebildet, die nun versucht, den Teppichklopfer für immer aus der häuslichen Umgebung und der Obhut des Schweizer Mannes zu entfernen.
    Teppichklopfer (aus Wikipedia)
    (Quelle Foto: Wikipedia)

    Die stets in den Medien zitierten und aufgezählten Zahlen über die Missbräuchen mit Teppichklopfer sind in Wahrheit kaum nachprüfbar. Tatsächlich sind es, wenn man genau in die Statistik schaut, die kleinen praktischen Handstaubsager, welche zu Missbrauch verleiten, weil sie viel besser in der Hand liegen, und damit den Ruf einer ganzen Reinigungsgilde in den Schmutz ziehen.

  • Wahr ist was war!
  • Teppichklopfer gehörten schon immer in einen echten eidgenössischen Haushalt. Dies ist für Besucher aus dem Ausland leicht ersichtlich an den überall in der Nähe von Häusern befindlichen Teppichstangen und Gittern für das Ausklopfen von kleinen Läufern.

    Teppichausklopfstelle bei einem Schweizer Wohnhaus
    Foto: Teppichausklopfstelle bei einem Schweizer Wohnnhaus

    Damit diese unmittelbare und sofortige Bereitschaft zur Reinigung von Teppichen funktionieren kann, reicht es nicht, die Teppichklopfer bei Bedarf durch eine zentralen Verteilstelle auszugeben. Auch der Einsatz von hauptberuflichen und nicht mehr freiwilligen Reinigungskräften mit hochmodernen technisierten Geräten wie Staubsaugern wäre keine echte Alternative. Der entscheidende Zeitvorteil bei der Schweizer Teppichreinigung ist der daheim aufbewahrte Teppichklopfer. Darum muss dies auch in Zukunft so bleiben. Gerade jetzt in Zeiten von globaler Schmutzbedrohung ist der direkte und sofortige Einsatz das entscheidende Plus im Kampf gegen Staub und Dreck.

  • Sollten Teppichklopfer getrennt aufbewahrt werden?
  • Vieles spricht dafür, Teppichklopfer getrennt aufzubewahren und sie erst für den unmittelbaren Einsatz parat zu machen. Hier ein schlechtes Beispiel zweier gemeinsam aufbewahrten Teppichklopfer:
    zwei Teppichklopfer
    (Quelle Foto: hytta.de)

    Doch wer weiss heute noch, wie man einen Teppichklopfer sachgemäss zerlegt und dann unter Stress und psychischem Druck wieder zusammensetzt? Darum sind wir entschieden gegen diese Alternative. Ein gut geölter Teppichklopfer braucht kein langwieriges Zusammensetzen und setzt auch keinen Rost an. Lediglich den Schallschutz könnte man optimieren. Aber bei den regelmässigen Einsätzen (Frühjahrsputz, Grossreinemachen im Herbst) wird das laute Knallen der im Einsatz befindlichen Teppichklopfers am Samstagnachmittag kaum wirklich wahrgenommen. Es gilt vielmehr als Erinnerung und Bestätigung für das gepflegte Brauchtum des Teppichklopfens.

    Die private Teppich-Ausklopfstelle
    (Foto: Private Teppich-Ausklopfstelle, daneben vermutlich der versteckte Nebenausgang zum Atomschutzbunker)

  • Sind Teppichklopfer gefährlich?
  • Nicht gefährlicher als andere Gegenstände des Alltags, wenn sie in falsche Hände geraten, sei es nun ein scharfes Küchenmesser, ein Hammer, eine Stichsäge oder der vielfach unterschätzte Korkenzieher. Es kommt eben wie immer auf den richtigen Gebrauch des Teppichklopfers an. Gut verwahrt im Schrank, am besten sogar in einem abschliessbarer Metallschrank (Vorschrift in Deutschland!), vermag er keinen Schaden anzurichten und soll auch auf Einbrecher eine gewisse abschreckende Wirkung entfalten.

  • Das Recht auf den persönlichen Teppichklopfer für alle männlichen Eidgenossen

  • Ein Staat, der seinen Bürgern das Recht auf den Besitz eines Teppichklopfers zugesteht, beweist damit, dass er Vertrauen in seine Bürger hat und für einen souveränen Umgang mit diesem Reinigungsgerät einsteht. Diktaturen und undemokratische Staaten beschneiden bei ihren Bürgern als aller erstes das Recht auf private Teppichreinigung und möchten am liebsten, wie in allen sozialistischen Systemen, diesen Dienst gleich verstaatlichen und kontrollieren. Schauen sie sich um, in keinem Nachbarstaat der Schweiz gibt es noch freie Teppichstangen und Ausklopfstellen! Es gehört zum eidgenössischen Selbstverständnis einfach dazu, den eigenen anvertrauten Teppichklopfer für den Ernstfall im heimischen Schrank verwahrt zu wissen. An dieser Tradition sollte niemand zu rütteln wagen.

  • Hilft eine staatlich Registrierung von Teppichklopfern wirklich gegen Missbrauch?
  • Nein, wir sprechen uns gegen eine solche Massnahme aus. Sie würden nur einen hohen bürokratischen Aufwand mit entsprechend hohen Kosten bedeuten ohne wirklich das damit verbundene Ziel, nämlich die missbräuchliche Verwendung von Teppichklopfern zu verhindern, garantieren zu können. Über die genau Zahl der in allen Schweizer Haushalten existierenden Teppichklopfer gibt es daher nur wage Vermutungen, und das ist gut so, denn so bleiben der ärgsten Gegner der eidgenössischen Reinigungstradition im Ungewissen.

  • Nachsatz
  • Der obige Artikel ist reine Fiktion. In der Wirklichkeit hat sich das Prinzip des Teppichklopfens schon längst überlebt. Heute werden Teppichklopfer nur noch von Sammlern aus nostalgischen Gründen erworben und dienen als Wandschmuck und als Erinnerungsstück an eine längst vergangene Zeit. In Österreich ist der Teppichklopfer oder Ausklopfer übrigens auch als „Pracker“ bekannt. Wikipedia meint:

    In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geriet der Teppichklopfer zunehmend aus der Mode, da das Reinigen des Teppichs mittels Staubsauger einfacher vonstatten geht. Teppichklopfer sind somit nur noch in Fachgeschäften erhältlich, und auch die Teppichstangen sind in neueren Wohnvierteln nicht mehr installiert
    (Quelle Wikipedia)

    So kann es gehen mit alten Traditionen. Manchmal verschwinden sie einfach von selbst. Manchmal.

    Wo der Eindruck durchzogen und das Wetter nie durchwachsen ist

    April 12th, 2010

    (reload vom 10.1.07)

  • Was alles durchgezogen wird
  • Das kleine Wörtchen „durchziehen“ oder „durchgezogen“ lässt sich vielseitig verwenden. Für die Truppen Napoleons auf dem Weg von Frankreich in Richtung Österreich durch die Schweiz ebenso wie für eine grobe Handlung, die einfach „durchgezogen“ wird, ohne Rücksicht auf Verluste. Etwas so durchzuziehen lässt auf Tatkraft und Entschlussfähigkeit schliessen. Das Ergebnis ist in jedem Fall positiv zu werten.

    Lässt man nun das Binnen-„ge“ wegfallen, wird aus „durchgezogen“ das Adjektiv „durchzogen“. Ein Wort, dass in der Schweiz besonders beliebt ist in Zusammenhang mit Leistungen oder Eindrücken, aber auch sonst einer ganzen Reihe von Dingen. So lasen wir in 20Minuten:

    Doch während Andrea Jansen – im Vergleich zu ihrer Vorgängerin Nina Havel war sie ein einziger Lichtblick – die Eröffnungsshow von «MusicStar» solide moderierte, hinterliess ihr Kollege Max Loong am Sonntag einen durchzogenen Eindruck.
    (Quelle: 20Min)

    Falls Sie jetzt nicht wissen, wer Andrea Jansen, Nina Havel oder Max Loong sind, so ist das kein Problem. Die Schweizer lernen diese Namen auch ständig neu. Man spricht hierzulande zärtlich von der „Cervelatprominez„, lecker und beliebt wie Salami-Aufschnitt. (Siehe auch: Die Schweiz und ihre Promis).

    Leider haben wir dieses sensationelle Medienereignis nicht live am Fernsehen verfolgen können. Zur Hebung der Einschaltquote wurde erneut der manierliche und für seine höflich-frische Art bekannte Vorzeigedeutsche Detlef D. eingeladen. Nun warten alle darauf, dass er wieder ausrastet und Blick titeln kann: „So nicht, Herr D. wie Deutschland“.
    Detlef D mit Knopf im Ohr
    (Quelle Foto: Detlef D. auf SF)

    Sie wissen nicht genau, wer das ist? Das ist der Typ mit dem Knopf im Ohr, auf dem Foto zu erkennen, für den extra eine Simultanübersetzung Schwiitzerdütsch-Neuhochdeutsch geschaltet wird bei der Sendung. Jedenfalls war dies so bei der letzten Ausgabe von MusicStar, einer Schweizer Casting-Show. Vielleicht hat er ja inzwischen sein Hörverständnis fürs Höchstalemannische genauso trainiert wie die Teilnehmer ihre Choreographie mit ihm.

  • Der durchzogene Eindruck
  • Was uns an dem 20Minuten Zitat sofort ins Auge stach, war der „durchzogene Eindruck“. Was kann alles „durchzogen“ sein? Vor allem Fleisch mit Speck oder feinen Adern. In Deutschland ist es in diesem Fall eher „durchwachsen“:

    durchwạchsen; [mit Fleisch] durchwachsener Speck; [mit Speck, Fett] durchwachsenes Fleisch; durchwachsenes (ugs. für abwechselnd besseres u. schlechteres) Wetter; die Stimmung ist durchwachsen (ugs. für nicht besonders gut)
    (Quelle: Duden.de)

    Tatsächlich gelten die Wörter „durchwachsen“ und „durchzogen“ als Teilsynonyme. Das Variantenwörterbuch sagt deutlich:

    „durchwachsen, durchzogen, durchsetzt (z. B. Fleisch von Fett) sind gemeindeutsch“ (S. 195)

    Aber ganz so einfach ist das nicht mit diesen Wörtern, denn die Kombination von „durchzogen“ mit dem Wort „Eindruck“ findet sich eindeutig nur in Schweizer Quellen:
    Beispiele:

    „Leider nicht, der Film hinterlässt einen durchzogenen Eindruck.“
    (Quelle: outnow.ch)

    Nach Trybuet, das mit einigen guten Songs und viel Mittelmässigem einen durchzogenen Eindruck hinterliess, schaffen die Jungs mit ihrem neuen Album wieder die Wende zum besseren.
    (Quelle: hitparade.ch )

    Insgesamt fanden 34 Belege bei Google-CH. Aber auch andere Dinge können in der Schweiz „durchzogen“ sein, nicht nur die Täler von Bächen:
    Wir fanden:

    Sarah Meier mit durchzogener Darbietung an EM
    (Quelle: SarahMeier.ch)

    Genauso wie den

    Durchzogener Nachmittag in Porrentruy
    (Quelle: tvmuttenz.ch)

    Auch den „durchzogenen Saisonstart“ konnten wir entdecken.

  • Gerne mal was durchziehen
  • Was lernen wir daraus: Die Schweizer ziehen gern mal was durch, und das ist dann sicher immer etwas Positives. In Deutschland durchziehen Fäden den Stoff, oder Bäche die Landschaft, immer im ursprünglichen Sinne und nie so hübsch übertragen wie in der Schweiz. Dafür ist in Deutschland dann alles zum Ausgleich „durchwachsenen“. Insbesondere der Eindruck:

    Wir fanden 134 Mal den „durchwachsene Eindruck“ bei Google-DE

    Das Adjektiv „durchwachsen“ wird überhaupt nur in Deutschland mit einer besonderes negativen Bedeutung verwendet. Unser Variantenwörterbuch beschreibt:

    durchwachsen D adj.: mittelmässig; abwechselnd besser und schlechter: Trotz durchwachsenem Wetter konnten die Trainer … über zwanzig Jugendliche mit ihren Eltern und Geschwister begrüβen (Landshuter Ztg 14.10.1998, 22)

    In der Schweiz kennt man „durchwachsen“ nur beim Speck (131 Stellen Google-CH). Die Formulierung „durchwachsenes Wetter“ findet sich in der Schweiz 10 Mal weniger als in Deutschland (70 Fundstellen bei Google-CH gegenüber 848 Stellen bei Google-DE.)

    Ob sich der Schweizer Schnellsprecher und Wetterman Jörg Kachelmann (zur Zeit in Untersuchungshaft in DE) diese Top-Formulierung auch schon eingeprägt hat?