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Gib Gutzi — Wie Werbung für Jung und Alt in der Schweiz funktioniert

March 12th, 2010

(reload vom 5.1.2007)

  • Die nervigen Herren mit den Schnurrbärten
  • Mit dem Jahreswechsel 2006-2007 ging in der Schweiz die traditionelle Telefonauskunft 111 in Rente. Eine Reihe von Anbietern wetteifern seither am Schweizer Markt um die Gunst der Kunden. Genauso eifrig wie nervig wurden die Schweizer von einem Anbieter mit Werbung bombardiert, der für Sunrise die Auskunft unter der Nummer 1818 betreibt. Von zahlreichen Plakaten lächelten zwei smarte junge Skifahrer im Look der Siebziger und priesen die neue Nummer an.
    Sind die Bärte echt?
    (Quelle Foto: skisstour.ch)

    Wir fanden dazu Hintergrundinformationen im Schweizer reklame-blog:

    Das amerikanische Unternehmen Infonxx führt darum ihre neue Auskunftsnummer 1818 ein. Infonxx bietet in verschiedenen Ländern solche Dienste an. Die Kampagne wird jeweils auf das Land adaptiert.

    Seit ein paar Wochen lernen uns zwei schräge Skihelden die neue Nummer: 1818, Doppel-18, 18 - 18, 2×18. Die Spots sind umwerfend. Wie im neuen Swiss-Clip ist hier der Soundtrack die halbe Miete. Dass die wilden Kerle in ähnlichen Skianzügen stecken wie die von Swisscom gesponserten offiziellen Swissski-Fahrer ist sicher kein Zufall.
    (Quelle: reklame.moblog.ch)

    Der Soundtrack ist eine Coverversion des Mega-Diskohits „Daddy Cool“ von Frank Farian alias „Boney M“ aus dem Jahr 1976. Nichts ist Zufall in diesem Clip, alles ist geplant. Dahinter steckt eine clevere Idee, die junge wie alte Kunden in der Schweiz gleichermassen ansprechen soll.

  • Keine Kekse sondern Vollgas geben
  • Auf den Plakaten tragen die beiden bärtigen jungen Männer gleichfarbige Skianzüge mit der Nummer 18 und geben „Guzzi“, auch manchmal „Gutzi“ geschrieben. Das sind jetzt keine „Guetslis“ Spender, denn diese beliebten Schweizer Kekse schreiben sich mit dem Diphthong “ue”. Werden wir bestimmt nie wieder falsch machen. Im Schwäbischen wären es „Guetsles“, also besonders feine und selbstgebackene Kekse. Hier in der Schweiz denkt man bei „gib guzzi“ eher an eine „Moto Guzzi“ und an den Gummiabrieb der entsteht, wenn bei angezogener Vorderbremse kräftig Gas für den Hinterradantrieb gegeben wird. „Gib guzzi“ findet sich 365 Mal bei Google-CH.

  • Was wollen diese Typen eigentlich?
  • Wir fragten Passanten und Kollegen, was diese jungen Herren zu bedeuten haben, ob diese smarten Typen vielleicht auf irgend ein historisches Schweizer Ereignis anspielen wollten, das uns entgangen war, weil wir da noch nicht im Lande lebten. Das Ergebnis war niederschmetternd. Die jungen Schweizer finden die Werbung cool und lustig gemacht, vor allem die Filmchen, die es bereits bei YouTube oder hier zu sehen gibt. Mehr aber auch nicht. Keine Information über den Sinn dieser Aufmachung.
    zwei Mal Skianzug mit 18
    (Quelle: sunrise.ch)

  • Wen sprechen diese bärtigen Gesichter an?
  • Diese Werbekampagne richtet sich an eine ganz spezielle Zielgruppe. Wer braucht eine kostenpflichtige und nicht gerade billige Telefonauskunft (1.60 CHF nur schon für den Verbindungsaufbau), wenn es das Gleiche für umsonst im Internet bei tel.search oder auf den Weissen Seiten gibt? Richtig geraten: Die Generation ab 60, die prozentual nicht so häufig online unterwegs ist wie die unter 30jährigen. Und aus welcher Zeit stammen die Frisuren dieser beiden Herren? Aus den 70ern, als die heute Sechzigjährigen selbst um die 30 waren. Sie erinnern sich damit noch sehr gut an die Schweizer Skifahrerlegende Roland Collombin, der als Vorbild für die beiden Männer im Werbespot dient:

    Der Unterwalliser Roland Collombin aus Versegères ist ein ehemaliger Schweizer Skirennläufer, der zu Beginn der 1970er Jahre zur Weltspitze in der Abfahrt zählte. Seine grössten Erfolge sind der zweite Platz bei den Olympischen Winterspielen 1972 in Sapporo sowie der Gewinn des Abfahrtweltcups in den Jahren 1973 und 1974. Ausserdem wurde er 1973 Dritter in der Gesamtwertung. Insgesamt gewann der acht Weltcuprennen; dazu kommen drei zweite Plätze. Im Jahre 1975 stürzte Collombin in Val d’Isère so schwer, dass er einige Tage gelähmt war und danach seine Karriere beenden musste.
    (Quelle: matterhornvalley.ch )

    Roland Collombin 1972 in Sapporo
    (Quelle Foto: matterhornvalley.ch )

  • Von 11 zu 18
  • Fällt ihnen auf dem Foto etwas auf? Der Mann fuhr mit der Nummer 11! Und jetzt ist nicht mehr die 11 aus der 111 gefragt für die Auskunft sondern die 18 aus der 1818.
    Roland Collombin heute
    (Quelle Foto: tsr.ch)

    In einem Interview erzählt über sein erstes Rennen:

    Was war Ihr erstes Rennen in der Nationalmannschaft? Welche Erinnerungen haben Sie daran?
    Die Junioren-Europameisterschaft in Madonna di Campiglio mit 18 Jahren. Ich war Erster vor Gustavo Thöni und Grissmann. Damals wurde ich für das darauffolgende Jahr, für meinen ersten internationalen Lauf in Val d’Isère, ausgewählt. Ich erinnere mich daran, dass ich in Val d’Isère einen Rückstand von sechs oder sieben Sekunden hatte. Da verstand ich, dass ich trainieren musste.
    (Quelle: skisstour.ch)

    Mit 18 Jahren!!! Nein, Zufälle gibt es in der Werbung wirklich nicht. “Rückstand von sechs oder sieben”, das ergibt zusammen wieder 11!!! Das kann kein Zufall sein. Alles ist genau aufeinander abgestimmt. Die alten Schweizer freuen sich, die Skifahrerlegende Collombin wiederzusehen, die mit der 11 fuhr, jetzt im Doppelpack 18 + 18, die jungen haben Freude an dem „schrägen Outfit“ der beiden Sportskanonen.
    Collombin 11
    Die Herren 18
    (Quelle Foto: skinet)

    Die Ähnlichkeit von Collombins Fahrstil und dem Fahrstil der beiden bärtigen Herren wird beim direkten Fotovergleich besonders deutlich.

    Leider konnten wir kein Foto von Collombin mit Bart finden. Nur diese Aufnahme aus der Veranstaltungsreihe „Erlebte Schweiz“ von der „Vereinigung zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturgutes der Schweiz“.
    Russi und Collombin
    (Quelle Foto: MemoriaAV)
    Ja, diese Vereinigung gibt es wirklich. Sogar in vier Sprachen:
    MemoriaAV

    Der Name dieser Vereinigung ist ein Mix aus Latein „Memoria“ und Englisch „AV“=Audio Visual, und nicht “Alters-Versorgung”, für das “AV” sonst stets gedacht ist in der Schweiz. Latein und Englisch also, wie immer passend zur den vier Landessprache der Schweizer.

  • Die Bärte sind bestimmt falsch
  • Uns kommt da noch so ein Verdacht: Die beiden Herren sind vielleicht gar keine Bartträger, keine echten Zwillinge und die Bärte sind nur angeklebt? Irgendwann werden sie sicher „inkognito“ erwischt und fotografiert. Ob sie dann dem Roland Collombin noch ähnlicher werden ohne Bart? Ach wie wenig wahrhaftig ist Werbung! Nicht einmal wenn es um eine Schweizer Ski-Legende geht. Wir bleiben dran.

    Finnisch für Anfänger mit der NZZ

    March 11th, 2010

    (reload vom 4.7.07)

  • Kein Hubschrauber sondern ein Helikopter
  • Aus der NZZ, dem ehrwürdigen Flaggschiff im Kampf zur Erhaltung der wahren helvetischen Sprache, haben wir viele interessante Schweizer Varianten gelernt in den letzten Jahren. Im Mutterhaus in der Falkenstrasse unweit vom Bellevue in Zürich wird streng darauf geachtet, dass kein „Hubschrauber“ die Redaktion verlässt, sondern nur ein „Helikopter“, dass niemand ins „Krankenhaus“ sondern ausschliesslich ins „Spital“ kommt, und dass die Bücher für den Leseabend nicht aus der „Bücherei“ sondern aus einer „Bibliothek“ ausgeliehen werden.

  • Gring aahii u secklä
  • In der Ausgabe vom 28.12.06 überraschte uns die NZZ nun in einer Glosse über Billigtickets der schweizerischen SWISS unter dem Titel „Ettikettenschwindel“ mit einem waschechten Finnisch-Kurs. Wir lasen:
    Gring aahii u secklä

    Lektion Nummer 1: Nicht immer ist drin, was draufsteht.
    Lektion Nummer 2: „Gring aahii u secklä“, denn der Flug wartet nicht. Immerhin warnt die Homepage von Blue1, dem finnischen Billigflieger, davor, zeitlich knapp am Flughafen zu sein.
    (Quelle NZZ 28.12.06, S. 9)

  • Finnisch hat viel Doppelvokale
  • Das muss Finnisch sein. Ist ja auch ein finnischer Billigflieger, der hat für Übersetzungen keine Zeit und erst recht kein Geld. Typisch und leicht erkennbar im Finnischen sind die gedoppelten Vokale wie in „aahii“ und die Konjunktion „u“.
    Finnisch erfreut sich in der Schweiz grosser Beliebtheit, wie die folgenden Beispiele beweisen. Nur mit der Schreibung scheinen sich die Schweizer Finnisch-Fans nicht immer ganz einig zu sein. Oder sind das etwas finnische Dialekte, die hier unterschiedlich verschriftet werden? Mal heisst es „abä“, mal „aahii“, mal „abe“ oder achä.

    Gring abe
    Gefunden haben wir dies via Internet in der “Jungfrau-Zeitung”, das Blatt für die unverheiratete Schweizer Frau.
    (Quelle:jungfrau-zeitung.ch)

    Oder hier:
    Gring achä
    (Quelle toscatours.ch)

    Schliesslich hier:
    Gring abä
    (Quelle complex-change.com)

    So weit, so gut. Nur leider ist das doch kein Finnisch, sondern ein geflügeltes Wort in der Schweiz, dass es sogar zu einem eigenen Wikipedia-Eintrag gebracht hat:

    Gring ache u seckle
    Nach dem Gewinn der Bronzemedaille an der Weltmeisterschaft 1997 beantwortete Weyermann die Frage, was sie während des Endspurts des Laufs gedacht hatte, mit den berndeutschen Worten Gring ache u seckle, auf deutsch Kopf runter und rennen. Der Ausspruch entwickelte sich in der Schweiz schnell zum geflügeltem Wort, als Synonym für durchbeissen.
    (Quelle: Anita Weyermann auf Wikipedia)

  • Die Menschen in Greng hatten dicke Köpfe
  • Zum Wörtchen „Gring“ oder „Greng“ gibt es ebenfalls ein paar wilde Theorien, die die Herkunft erläutern sollen. Naheliegend scheint uns die Herkunft vom kleinen Namen des Ortes „Greng“, der im Kanton Fribourg, liegt:

    Die Entstehung des Wortes Gring kann nicht genau zurückverfolgt werden. Es lässt sich allerdings vermuten, dass diese Bezeichnung vor etwa 100 Jahren entstanden ist. Ausserdem könnten die Bewohner des freiburgischen Dorfes Greng (Schweiz) Greng genannt worden sein. Daraus könnte sich später im bernischen Dialekt das Wort Gring entwickelt haben.
    (Quelle: Wikipedia)

    Uns erinnert das Wort an „Grind“, zu dem Grimms Wörterbuch meint:

    GRIND, m.
    Sand, Schorf, Kopf; die Bedeutungen 1 u. 2 gehören zweifellos zusammen (…)

    Bei Grimm fanden wir auch ein mögliche Erklärung, wie das Dorf Greng (am Südufer des Murtener Sees gelegen) zu seinem Namen gekommen sein mag:

    GRINDEL, m.
    ein Pfahl, ein Baum von mittler Stärke
    Campe s. v. grendel; grendel paxillus
    (Quelle: Grimms Wörterbuch)

    Pfahlbauten am Seeufer waren in stürmischen Zeiten äusserst beliebt und halfen gegen nasse Füsse genauso wie gegen unerwünschte Besucher.

    Wikipedia erwähnt zwar die Pfahlbauten in Greng, führt aber den Namen auf „Grangia“ = Scheune zurück:

    An den Ufern des Murtensees wurden Spuren von Pfahlbauten aus dem Neolithikum gefunden. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1314 unter dem Namen Gruein; 1349 erschienen die Bezeichnungen Gruent und Grangiis (von lat. grangia (Scheune) abgeleitet).
    (Quelle: Wikipedia)

  • Daheim im Blätzlidechi-Land
  • Die Gegend südlich des Neuenburger Sees heisst zwar “Seeland“, ich würde es aber passender als als “Flickenteppich-Land” bezeichnen. Die Schweizer würden “Blätzlidechi” dazu sagen. In keiner anderen Gegend der Schweiz verlaufen die Kantonsgrenzen so chaotisch, gibt es soviele “Kantonsinseln” wie hier. Die Schweizer sprechen von “Enklaven“:
    Fleckenteppich-Land
    Wenn man dort mit dem Velo, Bike oder Fahrrad unterwegs ist, überquert man praktisch alle paar hundert Meter eine Kantonsgrenze. Der Kanton Vaud, Fribourg, Neuchâtel und Bern hatten in der Vergangenheit sicherlich ziemliche Mühe, sich auf eine einheitliche Grenzziehung zu einigen. Wir stellen uns vor, was das für die Schulkinder dort bedeutet, die von Dorf zu Dorf andere Ferien haben. Wie das mit den Behördengängen abläuft oder Bewilligungen, wenn z. B. ein Hof auf einer Kantonsgrenze liegt. Erschwerend kommt hinzu, dass quer durch dieses Gebiet auch noch der Röstigraben mit der Sprachgrenze verläuft.

    Kein Reinfall am Rii beim Rheinfall

    March 10th, 2010

    (reload vom 3.1.07)

  • Riifall oder Rhfinfali?
  • Im Winter hatten wir Besuch aus dem hohen Norden, und das war uns Anlass genug, die lokalen Drei-Sterne Attraktionen des Guide Michelins vorzuführen. Nein, nicht die Restaurants, sondern die sonstigen “absolut sehenswerten” Orte, wie z. B. den Rheinfall von Schaffhausen, den Riifall von Neuhuuse und seit kurzem auch den Rhfinfali:
    Rhfinfali

    Dieses Hinweisschild zeigt deutlich, dass auch hier schon die Schaffhausener Flurnamenreform gewütet haben muss. Denn „en fin“ gab es enfin „im Fall“ einen Reinfall mit „Rh“, den RHFINFALI.

    Tatsächlich handelte es sich nur um einen Dummenjungenscherz von Gästen der nahegelegenen Jugendherberge. In der Schweiz würde man von „Nachtbuben“ sprechen, die sich hier einen Schabernack erlaubt haben, denn bei näherer Betrachtung sind die Tippex Spuren beim E zu F und L zu I deutlich erkennbar. Aber clever gemacht, denn wir waren ziemlich irritiert.

    Dass Schaffhausen nicht mehr am Rhein sondern am Rii liegt hatten wir neulich erst gelernt:
    Schaffhausen am Rii
    (Quelle Foto: Offizielle Schulkarte von Schaffhausen gis.sh.ch)

    Im Schaffhuuser Wald waren wir am Hübüel vorbei zum Rii gelaufen. Klasse Gegend, nur den „Riihirt“ (siehe auf der Karte links) konnten wir nicht sehen.

    Später fanden wir dann am Rheinfall noch dieses Schild:
    Rheinfall

    Das war die Version für die Deutschen. Ein paar Schritte weiter dann noch das Hinweisschild in leider für uns absolut unleserlicher Schaffhuuser Extrem-mundartlicher Schreibweise:
    Mundart am Rheinfall

    Die Touristen aus Hokaido, die mit uns dort Fotos machten, waren bereits in einem Schweizerdeutschkurs mit den Verschriftungsregeln von Höchstalemannisch vertraut gemacht worden, sie schienen alles wunderbar zu verstehen.

    Nur 216 Kubikmeter Wasser Abfluss pro Sekunden, statt den üblichen 600 m3 im Sommer. Wir sehen deutlich, der Rheinfall ist bald zu Fuss zu durchqueren.
    Rheinfall im Winter

    Für altertümliche Kinderwagen aus den Sechzigerjahren gilt am Rheinfall übrigens Fahrverbot, wie dieses Schild beweist:
    Fahrverbot für Kinderwagen

    Ob die Verantwortlichen in Schaffhausen den berühmten alten Kinderwagen aus dem Stummfilmklassiker “Panzerkreuzer Potemkin” vor Augen hatte, der langsam eine Treppe hinabrollt, während rings um die Aufständigen erschossen werden?
    Kinderwagen Panzerkreuzer Potemkin

    Dieses Bild ist einer der am meisten zitierten Momente der Filmgeschichte und taucht sowohl in Woody Allens “Bananas“ als auch in Brian de Palmas “Die Unbestechlichen“ (und wiederum als Parodie auf dies Zitat in “Die nackte Kanone 33 1/3“) auf. Das sagt natürlich schon einiges über den Klassikerstatus von “Panzerkreuzer Potemkin“ aus, der auf allen Listen über “die besten Filme aller Zeiten ganz vorne zu finden ist.
    (Quelle: Highlightzone.de)

    Am Rheinfall hätte der Film nicht gedreht werden konnte, denn das Verbotsschild verhindert erfolgreich, dass je ein Kinderwagen die Treppen hinab zum Wasserfall rollen kann.

    Nach jedem Satz erst eine Sekunde warten — Über die Wahrnehmung von Ironie bei den Schweizern

    March 9th, 2010

    (reload vom 27.12.06)

  • Das Schweizerische Verzögerungsmoment
  • Kennen Sie das auch? Sie erzählen auf Hochdeutsch einem Schweizer eine Geschichte mit einer überraschenden Pointe am Schluss. Der letzte Satz ist verklungen, es vergeht eine Sekunde, dann erfolgt die Reaktion des Schweizer Zuhörers. Es passiert nicht immer, aber regelmässig, je nachdem wie genau ihr Zuhörer Ihnen folgen konnte. Ich nenne dieses Phänomen das „Schweizerische Verzögerungsmoment“, wobei ich damit nicht ausdrücken möchten, dass es mir nicht ganz genauso mit Schweizern ergeht. Neulich beim Einkauf im Coop sagte die Verkäuferin „Frohe Wiihnachte“ und danach dauerte es auch bei mir eine Sekunde, bis der Satz zum Kleinhirn durchgedrungen war und ich den Wunsch passend erwidern konnte. Wie drückten es Ursus&Nadeschkin in der hochdeutschen Fassung ihres Programmes „Hailights“ so schön aus:

    Können Sie uns verstehen? Begreifen Sie es auch?

    Etwas rein akustisch wahrzunehmen und es dann auch noch inhaltlich zu begreifen, können grundverschiedene Dinge sein bei der Kommunikation zwischen Deutschen und Schweizern. Es sind vor allem die feinen Nuancen und ironischen Anspielungen, mit denen beide Sprechergruppen Schwierigkeiten in einer Diskussion mit der anderen Gruppe haben.

  • Wann kommt denn nun das Postauto?
  • Meine erste leibhaftige Schweizerin lernte ich auf einer Trampfahrt durch Frankreich kennen. Wir standen am Strassenrand im Burgund und warteten auf den Überlandbus, denn mit Trampen wollte es nicht recht klappen an jenem heissen Julitag. Da sagte die Schweizerin neben mir mehrfach auf Hochdeutsch in einem quengeligen Ton: „Wann kommt denn nun das Postauto“. (Wahrscheinlich war es eher „Poschtauto“, so genau weiss ich es nicht mehr). Dass es sich beim „Postauto“ nicht um den französischen Briefträger sondern um den Überlandbus handelte, vermutete ich selbst ohne Erklärung. Dennoch konnte ich nicht einordnen, ob sie ironisch mit mir sprach, wirklich ungeduldig auf den Bus wartete oder sich sonst wie einen Spass mit mir erlaubte. Quasi mein erstes Deutsch-Schweizer Missverständnis.

  • Faszination und Wahrheitsvermutung beim Hochdeutschen
  • Bei Vorträgen habe ich später in der Schweiz regelmässig erlebt, welche Wirkung von einer hochdeutschen Rede auf Schweizer ausgeht. Sie ist für die meisten Schweizer zunächst mal grundsätzlich 20% wahrhaftiger und vertrauenswürdiger als eine Rede auf Mundart. Auf Hochdeutsch wird nicht gelogen, Hochdeutsch ist die sachliche Sprache der Nachrichten und Katastrophenmeldungen, darin erlaubt man sich keine ironischen Spässe oder Unwahrheiten! So wie das geschriebene Wort für viele Menschen immer eine höhere Glaubwürdigkeit hat als das gesprochen Wort. „Es stand sogar in der Zeitung“ ist ein Beleg für die Wahrheit einer Begebenheit, auch wenn die Zeitung BILD, BLICK oder Daily Mirror heisst. Was gedruckt wurde, muss einfach wahr sein.

  • Per Laserdrucker immer eine Note besser
  • Zu Beginn meines Studiums wurden Seminararbeiten noch mit der Schreibmaschine verfasst. Dann kamen die ersten PCs und Laserdrucker auf und ein paar Semester lang konnte man bei der Professorenschaft allein dadurch eine bessere Note erzielen, dass man seine Arbeit mit einem Laserdrucker im Blocksatz (nach erfolgter Silbentrennung) und in Times New Roman 12pt abgab. Das sah so hammermässig gut aus, der optische Eindruck der satten Schrift war so überwältigend wahr und positiv, dass manch inhaltliche Schwachstelle damit überbrückt werden konnten.

  • Auf Hochdeutsch wird kein Quatsch erzählt
  • So ähnlich ging es mir bei meinen ersten Schulungen als IT-Trainer auf Hochdeutsch vor Schweizern. Ich hatte oft das Gefühl, den grössten Unsinn erzählen zu können. Nur weil der Unsinn auf Hochdeutsch erzählt wurde, galt er in Schweizer Ohren zunächst als wahr, bevor er hinterfragt wurde. Eine Weile lang baute ich daher einen Test ein, einen kleinen Satz, der absoluten Blödsinn enthielt. Entweder die Zuhörer überhörten ihn, oder sie reagierten mit Verzögerung, dann meistens nicht alle, und schon gar nicht alle gleichzeitig.

  • BCC ist eine Blind Carbon Copy Version in Brailleschrift
  • So erklärte ich in Kursen zum Thema „E-Mail“ immer, dass die Abkürzung „CC:“ von „Carbon Copy“ kommt und eine Kohlepapier-Durchschlagsversion der Mail, also eine Zweitkopie bezeichnet, was auch ganz der Wahrheit entspricht. „BCC:“ hingegen komme von „Blind Carbon Copy“ womit die Version in Brailleschrift gemeint sei. Das klingt zwar logisch, ist aber absoluter Quatsch. Falls keine Reaktion erfolgte bei den Zuhörern wusste ich: Hochdeutsch spricht immer die Wahrheit.

  • Ein englischer Fachvortrag klingt super gescheit
  • Ich beobachte dieses Phänomen an mir selbst, wenn ich einen Fachvortrag auf Englisch höre. Auch hier bin ich so fasziniert von der flüssigen Rede, den vielen „gerund forms“, den geschickt angebrachten Argumenten und perfekt betonten Fremdwörtern, die im Englischen übrigens „hard words“ genannt werden, weil sie niemals „fremd“ sind, dass ich auch über eventuelle Banalitäten und Schwachstellen des Inhalts völlig hinwegsehen bzw. hören kann.

  • Haben Schweizer wirklich Mühe mit hochdeutscher Ironie?
  • Ich wehre mich vehement gegen das häufig angebrachte Vorurteil, die Schweizer hätten Mühe mit Ironie und gebrauchen selbst keine Ironie. Richtig ist, sie haben oft Mühe, die Ironie aus dem hochdeutschen Redefluss eines Deutschen herauszuhören weil sie genug damit beschäftig sind, die Rede an sich zu hören und zu verstehen. Deutsche schliessen aus der Tatsache, dass sie ihrerseits bei den Schweizern keine Ironie hören, fälschlicher Weise darauf, dass diese keine verwenden. Irrtum, denn diesmal wurde die ironische Nuance einfach vom Deutschen nicht verstanden, bzw. nicht begriffen. Anders ausgedrückt: Nur weil Sie als Deutscher bei den Schweizern noch nie Ironie bemerkt haben, heisst das noch lange nicht, dass Schweizer Ironie nicht verwenden, sondern lässt eher darauf schliessen, dass Ihr Schweizerdeutsches Hörverständnis noch nicht bis zu dieser Bedeutungsebene vorgedrungen ist. Denn „Was ich nicht höre, das gibt es nicht“ ist der falsche Ansatz. „Was ich hören kann habe ich deswegen noch lange nicht verstanden“ wäre besser.

  • Geschriebene Ironie muss als solche gekennzeichnet werden
  • Warum Schweizer häufig mit geschriebener Ironie ihre Problem haben hängt mit dem oben beschriebenen „Wahrheitsanspruch“ der Schriftsprache zusammen. Geschrieben wird in den Zeitungen und in Romanen, Schriftsprache hören kann man in einer Nachrichtensendung. All diese Verwendungen sind in der Regel frei von Ironie oder Doppeldeutigkeiten, darum muss bei Glossen oder ironisch gemeinten Texten immer deutlich mit :-) Smilies angefügt werden, damit für jeden Leser klar ist, dass es sich hier nicht um Sachtexte handelt. Die Blogwiese ist dafür ein gutes Beispiel.

    Seit ich im September 2005 auf der Blogwiese erklärt habe, dass „es schiesst mich an“ wahrscheinlich vom falsch aufbewahrten Gewehr im Schrank herrührt, welches plötzlich zu ballern beginnt, wurde mir sicherlich schon 20 Mal per Email erklärt, dass ich dieses Wörtchen falsch verstanden habe. Das „invisible Smiley“ im Originalartikel war schlichtweg übersehen worden. Kein Wunder, war ja auch „invisible“.

    Bitte auf keinen Fall mit der Ordonnanzwaffe! — Alternativen für den Schweizer Selbstmord

    March 8th, 2010

    (reload vom 22.12.06)

  • Zwei Drittel aller Selbstmorde werden mit der Ordonnanzwaffe begangen
  • Wir lasen im Internet bei Bluewin über ein Interview, dass die Berner Zeitung veröffentlich hatte:
    Ordonnanzwaffe bei Familiendramen
    (Quelle: Bluewin.ch/news)

    Mit grossem Erstaunen und Entsetzen erfahren wir, dass die zur Verteidigung der Schweiz in den häuslichen Kleiderschränken aufbewahrten Ordonnanzwaffen tatsächlich zum Schiessen benutzt werden, mehr noch, zum Schiessen auf Menschen mit nachgerader tödlicher Wirkung! Bisher gingen wir doch davon aus, dass es hier ausschliesslich um “Tradition” und “Brauchtumspflege” ging. Und natürlich um die Wahrung der persönlichen Sicherheit, vor allem dass es um die Sicherheit der Schweiz ging, und dass diese Waffen niemals als “Waffen” eingesetzt werden, mit denen z. B. ein Selbstmord geschieht. Wir lasen im Text des Artikels:

    [sda] - Danach dürften jährlich fast 300 Menschen an Verletzungen von Schüssen aus Armeewaffen sterben. “Das ist sehr viel mehr als ich erwartet habe”, sagte Killias in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der “Berner Zeitung”.
    Bei den Suiziden dominierten mit zwei Drittel ganz klar die Ordonnanzwaffen. Bei Familienmorden seien es private (knapp die Hälfte) und Ordonnanzwaffen (36 Prozent). Die Untersuchungen hätten zudem gezeigt, dass bei Morden im öffentlichen Raum ganz klar die illegalen Waffen dominieren, sagte Killias.

    300 Menschen sterben im Jahr an Armeewaffen? Unmöglich! Und ein Drittel davon bei Suiziden? Das ruft unser Verantwortungsbewusstsein auf den Plan und wir haben beschlossen, für die anstehenden Festtage einen Aufruf zu starten. Falls Sie persönlich demnächst in der festlichen Weihnachtszeit geplant hatten, von eigener Hand aus dem Leben zu scheiden, dann tun Sie uns und den Schweizer Eidgenossen doch dabei bitte einen grossen Gefallen, der leicht zu realisieren ist:

    Nehmen Sie um Himmelswillen für ihr Vorhaben nicht die Ordonnanzwaffe!

    Sie zerstören sonst unseren Glauben in die Friedfertigkeit und Gewaltfreiheit der Schweizer. Wenn wir bis heute in einem Jahr die Zahl der Selbstmorde und Morde mit Ordonnanzwaffen auf Null herunterbringen könnten, dass wäre doch ein toller Erfolg. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten.

  • Andere kreative Methoden sich umzubringen
  • Es gibt doch weiss Gott zahlreiche andere super gefährliche Gegenstände in ihrem Haushalt, mit denen Sie sich umbringen könnten, wie z. B. Ihren Vorschlaghammer, Ihre Stichsäge oder zur Not tut es auch ein KorkenZapfenzieher zum Öffnen der Pulsader. Auch eine Gabel kann zur tödlichen Waffe werden, wie wir in der Diskussion über die Gefährlichkeit des Sturmgewehrs lernen mussten. Warum testen Sie nicht einfach die Möglichkeiten der heimischen Stromversorgung (vgl. Selbstmord an der Steckdose)?

    Selbstmord an der Steckdose

    Auch der Zweitwagen Ihrer Frau ist eine gefährliche Waffe, wussten Sie das nicht? Sie müssen ja nicht gleich Ihr eigenes Auto zerdeppern. Ein geschickter Sturz von einer Brücke, und schon ist das Problem gelöst. Vielleicht nicht gerade in ein Naturschutzgebiet, das wäre unschön, wegen der Ölflecken im Feuchtgebiet.

    Sie sehen, es gibt viele Möglichkeiten. Alles ist erlaubt, nur lassen Sie bitte die Finger von der Waffe! Die Zahlen, die jetzt veröffentlicht wurde, sind deprimierend und rufschädigend für den Schweizer, der seine Waffe sorgsam daheim verwahrt. Wir sollten alle etwas tun, damit sich diese Zahlen in der Zukunft ändern. Sie könnten an Weihnachten Ihren ganz privaten Teil dazu beitragen!

  • Vielleicht gewinnen Sie als Preis den nächsten Darwin Award?
  • Falls es Ihnen an kreativen Ideen mangelt, wie man sonst noch aus dem Leben scheiden könnte OHNE dabei die Ordonnanzwaffe zu gebrauchen, wie es statistisch gesehen zwei Drittel aller Schweizer Selbstmörder im Jahr tun, dann hätten wir da eine gute Website als Tipp für sie: darwinawards.com

    Hier lesen Sie z. B. von der grandiosen Idee des für den Darwin Award 2005 Nominierten, der sich am Strand unter seinen Jeep zum Schlafen legte. Am nächsten Morgen stand ein einsamer Jeep mit den Rädern versunken im Sand, und vom Fahrer keine Spur. Als der Wagen nach Tagen immer noch dort stand, wurde er schliesslich abgeschleppt, und schon ward der Fahrer gefunden.

    Oder Sie nehmen sich die Geschichte des jungen Mannes als Beispiel, der sich am Strand ein tiefes Loch buddelte, um darin mit seinem Liegestuhl gegen Wind und Sonne besser geschützt zu sein. Leider wurde er dabei verschüttet und konnte nicht mehr rechtzeitig ausgegraben werden.

    Nun, es gibt zahlreiche weitere gute und nachahmenswerte Ideen, sein Erbgut nicht mehr für die nächsten Generationen zur Verfügung zu stellen, und vielleicht gewinnen Sie ja dann den Darwin Award 2007 mit Ihrer Glanztat (Schweizerdeutsch: „Exploit“). In der Schweiz ist das mit dem gewollten aus dem Leben scheiden übrigens nicht ganz so kritisch wie in anderen Ländern Europas.

  • Auch der Freitod wird liberal gehandhabt in der Schweiz
  • Die Schweizer haben da eine ganz besondere Rechtslage:

    In der Schweiz ist die aktive Sterbehilfe strafbar, selbst wenn sie auf ausdrückliches Verlangen hin erfolgt (Art. 114 des Schweizerischen Strafgesetzbuches). Nicht strafbar sind dagegen die passive und die indirekt aktive Sterbehilfe. Ebenfalls nicht strafbar ist die Beihilfe zum Suizid, solange diese nicht aus selbstsüchtigen Beweggründen erfolgt (Art. 115 StGB).
    (Quelle : mediadesk.unizh.ch)

    Die Grundvoraussetzungen für Schweizer, ganz legal und bitte OHNE Zuhilfenahme der Ordonnanzwaffe aus dem Leben zu scheiden, sind also gegeben. Wir lasen im Tagi dazu:

    Die Schweiz kennt bezüglich der Sterbehilfe eine der liberalsten Regelungen in Europa. Die Beihilfe zum Selbstmord ist im Unterschied zu vielen Nachbarländern unter gewissen Voraussetzungen erlaubt. Sterbehelfer werden gemäss Strafgesetzbuch nur bestraft, wenn sie aus selbstsüchtigen Motiven gehandelt haben. Bei der Suizidhilfe vermittelt der Sterbehelfer in der Regel dem Patienten die tödliche Substanz, der Sterbewillige nimmt diese dann ohne Fremdeinwirkung selber ein.
    (Quell: Tagesanzeiger)

    Also, es muss wirklich nicht die Ordonnanzwaffe sein, die bei Ihnen daheim im Schrank steht! Und eines sollten Sie ganz besonders bedenken, falls Sie doch an die Verwendung dieser Waffe gedacht haben: Es ist verboten die Munition für einen Selbstmord zu verwenden! Denken Sie als an die strafrechtlichen Konsequenzen Ihres Tuns, das will gut überlegt sein!

  • Wer nicht mehr in den Ausgang gehen will, geht vielleicht zu EXIT
  • Sie bekommen in der Schweiz sogar eine Hilfe, die Sie sonst nirgends in Europa finden: Die Organisation EXIT. Wichtig ist, dass Sie dort Mitglied werden, bevor Sie ganz legal aus dem Leben scheiden dürfen. Die notwendige Hilfe wird nur Mitgliedern erteilt. Ob der Mitgliedsbeitrag für ein Jahr im voraus zu bezahlen ist? Dort heisst es unter dem Abschnitt „Freitodbegleitung“:

    “Wie muss ich mir eine Freitodbegleitung konkret vorstellen?”
    Befindet sich ein EXIT-Mitglied in einer von ihm als ausweglos und sinnlos empfundenen Situation, wendet es sich an die Geschäftsstelle und bittet - entweder persönlich oder über Angehörige - um Hilfe. Ein Mitglied des Freitodbegleitung-Teams besucht darauf das Mitglied und klärt im persönlichen Gespräch die Situation. Kann die Urteilsfähigkeit eindeutig bejaht werden und ist der Todeswunsch Ausdruck einer abschliessenden Bilanzierung der Lebenssituation, wird die Rezeptierung des von EXIT verwendeten Barbiturats (Natrium-Pentobarbital/NaP) veranlasst - sei es über den Hausarzt oder über einen Vertrauensarzt von EXIT.
    (Quelle: exit.ch)

    Wer wird da noch zur verbotenen Waffe greifen wollen? Ist doch alles perfekt organisiert. Aber am liebsten ist es uns, wenn Sie diesen dunklen Gedanken rasch verdrängen oder sich von der „Dargebotenen Hand“, Tel. 143, helfen lassen, denn wir wollen Sie ja weiterhin unter den Lesern und Kommentatoren der Blogwiese wissen. Auch diese Organisation ist etwas speziell Schweizerisches.

  • Komm gib mir Deine Hand
  • Im Land der Home-Suizides mit der Armeewaffe gibt es nicht nur die Organisation „EXIT“ sondern auch eine „Dargebotene Hand“, rund um die Uhr erreichbar unter Tel. 143:

    Die Dargebotene Hand ist rund um die Uhr eine erste Anlaufstelle nicht nur für Menschen in schwierigen Lebenslagen, sondern auch für solche mit alltäglichen Sorgen – unabhängig von Alter, kultureller oder konfessioneller Zugehörigkeit. Die Dargebotene Hand nimmt über Telefon und Internet die Rolle eines verständnisvollen, einfühlsamen und unvoreingenommenen Gesprächspartners ein, der wirklich zuhört und mit dem die Ratsuchenden über alles reden können. Selbstverständlich unter Wahrung völliger Anonymität und hundertprozentiger Diskretion.
    (Quelle: 143.ch )

    Und jetzt wissen Sie endlich, warum an allen Stellen in der Schweiz, die für Selbstmorde bekannt sind, ein Aufkleber mit einer Hand und der Nummer 143 klebt. Die Raterunde von „Genial-Daneben“ Deutschland wusste es nicht. Könnte man diesen Aufkleber nicht auch auf die Waffe im Schrank anbringen? Fände ich eine prima Idee.

    Die dargebotene Hand

    Also nicht vergessen: Finger weg von der Knarre im Schrank!