Was die Schweizer nicht gern essen — Eine „mastige“ Sauce

März 2nd, 2009

(reload vom 2.4.06)

  • Eine mastige Sauce
  • Wir finden im Tages-Anzeiger vom 04.02.06 in einem Artikel von Monique Rijks

    „Was machen Leute ab 45, die ein Gegenüber suchen?
    Fein essen. Kontaktinserate sind gespickt mit dieser Formulierung“

    Das Thema kommt uns irgendwie bekannt vor. Hatten wir nicht neulich erst festgestellt, das die Schweizer grundsätzlich immer nur „etwas Feines Znacht“ essen? (vgl. Blogwiese)
    Egal. In dem ausgezeichneten Artikel findet sich ein Adjektiv, das wir bisher noch nicht kannten: Die „mastige“ Sauce
    Die mastige Sauce

  • Was heisst den hier „mastig“?
  • Google-Schweiz hat dafür immerhin 10´800 Belege:
    In allen dreht es sich ums Essen und Trinken:

    mastig körperreich, fett
    (Quelle: wine-online.ch)

    Oder über Bier:

    Hopfenperle ist extrem mastig, willst du es verkaufen geht nix weg.
    (Quelle: skilled.ch)

    Auch bei einer Nachspeise kann es stören:

    Einzig die Schoggimousse mit Caramelschaum geriet zu mastig und zu süss
    (Quelle: zueritipp.ch)

    Das Wort ist alt, denn schon Grimms Wörterbuch zitiert zwei Bedeutungen:

    MASTIG, adj. mit einem mast versehen, vgl. dreimastig, einmastig, hochmastig.
    MASTIG, adj. wie mast, feiszt, fett: mastig, schweinfeiszt,
    (Quelle: Grimms Wörterbuch)

    Ausserdem finden wir noch einen Ort, der so heisst:

    Mastig (Mostek) liegt in der Tschechischen Republik, am Rande des Riesengebirges, etwa zwei Autostunden nordöstlich von Prag.
    (Quelle: meer-fritz.de)

    Sogar der alte Goethe verwendete es in der „Italienischen Reise“:

    Am Meere habe ich auch verschiedene Pflanzen gefunden, deren ähnlicher Charakter mir ihre Eigenschaften näher kennen ließ; sie sind alle zugleich mastig und streng, saftig und zäh, und es ist offenbar, daß das alte Salz des Sandbodens, mehr aber die salzige Luft ihnen diese Eigenschaften gibt;
    (Quelle: textlog.de)

    Unser Duden bringt es auf den Punkt, sagt aber gleichzeitig, dass dieses Adjektiv „landschaftlich“ sei. Welche Landschaft er damit wohl meint? Den Süden? Die Schweiz?

    mastig (Adj.) (landsch.):
    a) (von Menschen) fett, dick;
    b) (von Speisen) fett [u. reichlich], schwer verdaulich:
    ein -es Essen; die Speisen hier sind zu m.;
    c) (von bestimmten Pflanzen, Wiesen o. Ä.) feucht, fett, üppig:
    -e Wiesen; das Gras ist sehr m.
    (Quelle: duden.de)

    Wir fassen zusammen: Fettes Essen, gemästete Schweine, guter Wein, feuchtes Grass, aber auch ein Dreimaster und ein Ort in der Tschechischen Republik, alle können sie „mastig“ sein, und wir müssen erst in die Schweiz fahren und den Tages-Anzeiger lesen, um das zu erfahren. Wunderbar.

    Was die Schweizer gerne essen (Teil 7) — Etwas Feines

    Oktober 24th, 2008

    (reload vom 30.01.06)

  • Hunde sind herzig
  • Seit wir in der Schweiz leben, haben wir uns angewöhnt, mit einem reduzierten, äussert ökonomisch, wenn nicht sparsam eingesetzten Wortschatz auszukommen. Wir wissen zum Beispiel, dass kleine, niedliche, kuschelige Hunde, die wir süss, schnuckelig, putzig, bezaubernd, entzückend, liebenswert finden, dies in der Schweiz alles nicht sind. Hier sind sie herzig, ausschliesslich herzig, und sonst nix (vgl. Blogwiese).

  • Mit wenigen Worten viel sagen
  • Schon in der Französischen Klassik wurde das Ideal gepflegt, den auswuchernden Wortschatz der Französischen Sprache radikal zu verkleinern. Es galt als gekonnt und schick, mit wenigen Worten viel zu sagen. Bestes Beispiel: Zur Zeit der Klassik kam der Tragödiendichter Jean Racine in all seinen Dramen mit nicht einmal 5.000 Wörtern aus, während der Kollege Shakespeare über 200.000 unterschiedliche Ausdrücke in seinen Stücken verwendete. Dieses klassische Ideal, mit wenigen Worten viel zu sagen, wird offensichtlich heute noch in der Kulturnation Schweiz gepflegt. Unser liebstes Beispiel hierzu:

  • Wie war das Abendessen?
  • Die Schweizer essen nicht „zu Abend“, sondern „zu Nacht“, denn es wird früh dunkel in diesem Land. Das mag an den hohen Bergen liegen, hinter denen schnell die Sonne verschwindet, oder einfach an den Rolladen, die die Deutschen auf dem Teller zu essen bekommen (als „Roulade“) während die Schweizer sie am Abend sorgsam herunterlassen, um bedrohliche Lawinen oder Nachtbuben auszusperren.

    Fragen Sie mal einen Schweizer, wenn er „im Ausgang“ war, z. B. mit der Belegschaft seiner Firma in der Weihnachtszeit, was es zu essen gab. Wir garantieren Ihnen, die Antwort wird in 95% aller Fälle lauten:
    „Etwas Feines“.

  • Ein feines Nachtessen
  • Fein“ ist das Essen, muss es sein, wird es sein, und war es offensichtlich schon immer.
    Ein feines z’Nacht“ findet sich bei Google-Schweiz (49 Belege)
    Und ein „Feines Znacht“ mit ohne Auslassungszeichen nach dem Z gibt es 770 Mal.

    So bietet die Philo-Fachschaft der Uni-Bern auf einem Flyer an:

    Leute kennenlernen, Fragen stellen, Fragen gestellt bekommen, nebenbei ein feines Znacht essen, gemütlich zusammensitzen und natürlich ganz viel philosophieren!
    (Quelle: philosophie.ch/unibe)

    Man achte auf die geschickte Verwendung von Schweizerdeutsch UND Hochdeutsch!

    Oder hier auf dem Flyer einer Langlauf-Skischule:

    Natürlich gönnen wir uns nach „der Arbeit“ ein feines Znacht!
    (Quelle:)

    Fein fein, können wir da nur sagen. Nicht delikat, nicht geschmackvoll, nicht lecker, sondern fein muss das Essen sein.

  • Sind Varianten schöner als Gleichförmigkeit?
  • Wir rätseln noch, wie es zu dieser Variantenarmut im Ausdruck der Schweizer kommen konnte. Der Ansatz „aus der französischen Klassik übernommen“ klingt logisch, wenn man davon ausgeht, dass die Schweiz grosse Teile ihrer Kultur via Westschweiz und Frankreich importiert haben. So z. B. die Form der „Schnürli“-Schrift = Schreibschrift mit einem echt französisch geschriebenen Schreibschift-Z (Siehe Pfeil auf dieser Tabelle):
    Französisches Schreibschrift Z in der Schweiz

    In der Mediavistik (=Sprache und Kultur des Mittelalters) haben wir ausserdem gelernt, dass es zur Zeiten von Walter von der Vogelweide,
    Walter von der Vogelweide (Foto Wiki)
    (Foto Wikipedia: Walther von der Vogelweide)
    dessen Mittelhochdeutsche Minnelyrik immer noch verdammt ähnlich wie heutiges Schweizerdeutsch klingt, es als ausgesprochen „schön“ angesehen wurde, beschreibende Adjektive häufig zu wiederholen. Der Zwang zur „Varianz“, nie die gleichen Adjektive zu verwenden, ist eine viel spätere Erfindung. Bei den Menschen im Mittelalter konnte alles „guot“ sein, und zwar viele Verse lang, ohne das sich irgendein norddeutscher Kleingeist darüber zu beschweren wagte.

    Also finden wir das „guot“, echt „guot„, einfach nur „guot“ (jetzt ist aber echt genug!).

    Was Schweizer gerne essen (Teil 6) — Chüngeliragout

    Oktober 13th, 2008

    (reload vom 22.01.06)

  • Kein Klüngel um den Chüngel
  • In Köln, da gibt es den Kölschen Klüngel. An den mussten wir denken, als wir in der Schweiz zum ersten Mal das Wort „Chüngel“ oder „Küngel“ hörten:

    Kölner Klüngel, intern auch „Kölsche Klüngel“ genannt, bezeichnet (tendenziell verharmlosend) ein System auf Gegenseitigkeit beruhender Hilfeleistungen und Gefälligkeiten, das zur Vermischung von gesellschaftlichen, politischen und industriellen Interessen führt. Der Begriff Klüngel datiert aus dem 19. Jahrhundert. Er stand ursprünglich für ein Faden- oder Zwirnknäuel. (Quelle Wiki).

    In der Schweiz schreibt sich das Wort meist mit „CH“, wie denn sonst, steht ja extra hinten auf jedem Auto drauf, und spricht sich, je nach Gegend mit Rachen-Kratz-Laut wie „Chinsgi“ oder mit „K“ wie in Klünkelskerl. Der wiederum ist in meiner Heimat, dem Ruhrpott, der Alteisen-Einsammler:

    Besonders im Ruhrgebiet fuhren früher Leute mit ihrem Karren oder Wagen durch die Straßen und sammelten altes Metall ein. Sie nennt man Klüngelskerl oder auch Klüngelspit. Für das Metall gab es ein paar Pfennige. Meist bekamen diese die Kinder um sich Bonbons zu kaufen. Der Klüngelskerl wiederum brachte das alte Metall zu einem Wertstoffhof. Er macht durch einen „Vogelgesang“ (ähnlich der Melodie eines Eiswagens, nur sehr viel unmelodischer) auf sich aufmerksam. Zu bestimmten Tagen in der Woche wurden bestimmte Straßenzüge abgefahren. (Quelle Wiki)

    Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung befindet sich der Beruf des Klüngelskerls durch die gestiegenen Rohstoffpreisen wieder mächtig im Aufwind, siehe hier.

  • Kein Alteisenhändler sondern ein Langohr
  • Doch kommen wir endlich zum Chüngel! Google-Schweiz weist 12400 Treffer dafür. Es ist bei den Schweizern kein Klüngel und kein Altwarenhändler sondern ein kleines putziges Tierchen, das die Schweizer auch gern als Ragout oder im Topf verspeisen. Nein, keine Katze und kein Mehrschweinchen, sondern ein Kaninchen:

    Kaninchen oder Chlüngel?
    (Quelle Foto: www. natur-lexikon.com)

    Hmm, irgendwie kriegen wir jetzt Hunger! Dazu passend also gleich das Rezept für den Chüngeli-Topf

    Wie gesagt, die Chüngeli dürfen sich auch mit K schreiben als Küngeli, dann leben sie in einem K-Z-V = Küngeli Züchter Verein wie dem KZV Nottiswil. Es soll Zeiten gegeben haben, da war die Mitgliedschaft in einem Verein, der den Buchstaben „K“ in der Abkürzung enthält, für Deutsche ein Hindernis bei der Einreise in die USA. Zum Glück ist das heute vorbei. Solange sie keine Witze über ne Bombe im Handgepäck machen, dürfen sie Mitglied sein wo immer so wollen.

    Ein Dezi ist nur ein Schluck — Weintrinken für Sparsame in der Schweiz

    Oktober 8th, 2008
  • Schluck runter, Dezi rein
  • Neulich waren wir zu einem guten feinen Essen in einem Schweizer Restaurant eingeladen. Zum Essen wurde Wein gereicht. Weil es ein besonders gutes Restaurant war, musste man sich als Gast nicht selbst um das Nachschenken kümmern. Aufmerksame Kellner standen im Hintergrund bereit und füllten einem das Glas, sobald es leer war. Na ja, „füllen“ ist etwas übertrieben. Sie gossen genau ein „Dezi“ nach. Das sind angeblich 100 ml, auch als „1 dl.“ abgekürzt. Sieht verdammt nach wenig aus. Ist auch wenig. Man nimmt einen Schluck, das Glas ist leer, und wieder gibt es ein Dezi. Noch ein Schluck, Glas ist wieder sofort leer, ein Dezi wird nachgefüllt.

    Nur ein Dezi ist ziemlich wenig
    (Quelle Foto: ipics.design.de)

  • Dauerbeschäftigung für Kellner
  • Was ist das eigentlich? Eine Methode um Wein zu sparen oder den Kellnern eine sinnvolle Dauerbeschäftigung zu geben? In so ein Glas passen locker 2-3 Dezi hinein, aber es wird stets nur dieser geringer Bodensatz aufgefüllt, nicht einmal ein Zentimeter hoch die Flüssigkeit. Soll man sich dabei genieren, so oft nachgeschenkt zu bekommen, wenn der Wein gut schmeckt? Kostet jedes Nachfüllen extra? Macht da im Hintergrund jemand Striche auf einer Liste, wie oft der Deziliter ausgeschenkt wurde?

  • Viertele schlotzen in Südbaden und Schwaben
  • Wir kramten in unseren Erinnerungen an Landgasthöfe im südbadischen „Markgräflerland“, wo der Riesling und der Spätburgunder Weissherbst in „Vierteln“ ausgeschenkt wird, also ziemlich genau 2.5 Dezi pro Glas.

    Viertele Riesling
    (Quelle Foto: hande.files.wordpress.com)

    Das badische (und schwäbische) Viertele wird auch nicht getrunken, es wird „geschlotzt“. Und wenn es dann leer ist, wird ordentlich nachgefüllt. Nicht so in der Schweiz. Dort gibt es zum Apéro spezielle „1-Dezi-Gläser“. So klein, dass aus einer herkömmlichen 0.7 Liter Weinflasche damit sieben Gläser (!) gefüllt werden können. Ist das nun extremer Genuss, oder extreme Sparsamkeit, in solch kleinen Gläsern den Wein zu offerieren?

    Selbst wenn das Glas grösser ist, wird nie mehr als ein Deziliter nachgegossen. „Damit sich die Blume richtig entfalten kann“, und damit die Bedienung nie ohne Beschäftigung ist.

    Nachtrag:
    Es erreichte uns noch dieser wichtige Hinweis der Blogwiese-Leserin Marianna:

    Soeben habe ich in der Zeitschrift des Schweizerischen Landesmuseums einen Hinweis zu einer Ausstellung über schweizerische Trinksitten gefunden gefunden. Zwei Bilder finde ich gelungen:
    Das eine von Cuno Amiet, eine Reklame für das Bahnhofbüffet Basel: Geniesser mit gefülltem Glas in erstklassigem Büffet;
    Bahnhofsbuffet

    Das andere von Werlen „Ein Gläschen zuviel“: kleines Glas und trotzdem nicht mehr nüchtern:

    Werlen

    Schätzu, wir haben noch Gürkli — Ode an das Raclette

    Oktober 1st, 2008
  • Wie Paris entstand
  • Mein erstes Raclette ass ich in Paris. Das ist die Hauptstadt von Frankreich. Die heisst so, weil der Riese Gargantua, wie François Rabelais uns berichtet, soviel auf einmal gefuttert hatte, dass es ihm dann im Darm drückte. Und als er lachen musste, Französisch „rire: je ris, tu ris, il rit etc.“ ist etwas sehr Grosses hinten rausgekommen, auf die Erde gefallen, liegen geblieben, und quasi durch sein Lachen, also „par rire“ oder „par-ris“. Bevor sich jetzt jemand beschwert möchte ich darauf hinweisen, dass dieser Witz fast 500 Jahre alt ist. Die Pariser finden ihn nicht komisch.

  • Raclette in Paris
  • Doch zurück zum Essen, zum „Raclette“, das ich in Paris ass. Das Wort ist Französisch und kommt von „racler“ = schaben, kratzen. Eingeladen hatte zu diesem „feinen zNacht“ eine holländische Freundin, zu Gast waren ausserdem ein Amerikaner und eine Italienerin. Raclette verbindet, Raclette schmeckt. Dass Raclette eine Schweizer Erfindung sei, war mir damals nicht bewusst.

  • Raclette im Wohnheim
  • Das nächste Raclette ein paar Jahre später gab es im Winter jeden Samstag im Stundenwohnheim in Deutschland. Dort wurde regelmässig alle 6 Monate das Abonnement der Lokalzeitung gekündigt, die alle Bewohner sich teilten, aber erst nachdem ein neuer Leser oder eine Leserin im Haus angeworben worden war. So gab es regelmässig eine neue Werbeprämie, und das Wohnheim bekam nach und nach eine Kaffeemaschine, ein Kochtopf-Sortiment, einen Toaster, ein cooles Radio, und ein Fondue-Set. Irgendwann kam auch das Raclette-Set so als Werbeprämie ins Haus. 8 Leute konnten zugleich Käse schmelzen und Essen. Die Prämie wurde im nächsten Jahr nochmals ausgewählt, damit man zwei Raclette-Maschinen beim Stockwerksessen nutzen konnte. Die Bewohner wechselten, die Raclette-Maschine blieb.

  • Raclette muss beworben werden
  • Dem Schweizer Raclette scheint es schlecht zu gehen, denn es muss Werbung machen. Und die sieht so aus:
    Schätzu wir habe noch Gürkli
    (Quelle: Privates Foto — „Schätzu wir haben noch Gürkli“)

    Auf Deutsch: „Ich schätze wir haben noch Gurken“…, so lautet die geheime Parole mit der man seine Tischgenossen zum ultimativen Weiteressen beim Raclette-Abend auffordert. Es wird gegessen bis die Gurken alle sind, sonst gibt es schlechtes Wetter.

  • Der Käse vor Gericht
  • Dass man in der Schweiz über jeden Käse prima vor Gericht streiten kann, lasen wir bei Wikipedia:

    In der Schweiz sollte der Raclettekäse als Herkunftsbezeichnung (Appellation d’Origine Contrôlée, AOC) rechtlich geschützt werden – da das Raclette eine typische Walliser Speise sei, dürfe der Käse nur dann als „Raclettekäse“ verkauft werden, wenn er im Wallis hergestellt wurde.

    Dies stiess auf einige Kritik: Zum Einen wird die grosse Mehrheit des schweizerischen Raclettekäses – einschliesslich des von den Schweizer Grossverteilern wie Migros oder Coop angebotenen Käses – gar nicht im Wallis hergestellt; so wurden z. B. 2005 rund 11 000 Tonnen Schweizer, aber nur 2000 Tonnen Walliser Raclettekäse hergestellt. Zum Anderen wird der typische Walliser Raclettekäse aus nicht pasteurisierter Rohmilch hergestellt. Damit Rohmilchkäse aber ohne gesundheitliche Bedenken verzehrt werden kann und einen vollen Geschmack entwickelt, dürfen die Milchkühe nicht mit Silagefutter ernährt und müssen daher über den Winter mit Heu versorgt werden. Heu benötigt jedoch mehr Lagervolumen als Silo-Futter und wird deshalb nur noch von wenigen Bauern im Winter verfüttert.
    (Quelle: Wikipedia)

  • Gericht oder Käse?
  • Im Juni 2006 entschied die Rekurskommission des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements, der Begriff bezeichne ursprünglich nur ein Gericht und nicht den Käse selbst und sei somit nicht schützenswert. Im November 2007 entschied das Schweizerische Bundesgericht, Raclette sei ein Gericht, aber keine schutzwürdige Ursprungsbezeichnung. Der Name „Raclette“ für einen Käse ist daher frei verwendbar. Allerdings verfügte das Bundesgericht auch, der im Wallis hergestellte Käse solle den Herkunftsschutz „Raclette du Valais AOC“ erhalten.
    (Quelle: Wikipedia)