Humorlose Deutsche müssen in der Schweiz auftreten — Mittermeier in Arosa

Januar 25th, 2008
  • Wegen Humorlosigkeit ausgewiesen
  • Der Deutsche Kabarettist Michael Mittermeier entdeckt verstärkt die Schweiz. Sein neues, beim 16. Arosa-Humorfestival vorgetragenes Programm nahm intensiv Bezug auf die aktuellen politischen Entwicklungen in der Schweiz, speziell bei der SVP:

    Auch sein Schweitzerdeutsch macht Fortschritte. Das „echli fiinere“ Publikum kann mit den einfachen deutschen Kalauern offensichtlich was anfangen. Viel Vergnügen beim Anschauen!

    Wird die Schweiz zur (deutschen) Provinz? — Dritter Beitrag auf NZZVotum.ch

    Januar 23rd, 2008

    Damit nicht zwei Diskussionen parallel geführt werden, auch heute wieder der Hinweis auf NZZVotum.ch, zum Them:

    Wird die Schweiz zur (deutschen) Provinz?
    Wir erhielten per Mail einen spannenden Beitrag von einer Schweizerin, die leider lieber anonym bleiben möchte. Sie hatte ihn auch als Leserbrief an die NZZ geschickt. Ob er dort abgedruckt wurde ist uns nicht bekannt:

    Wird die Schweiz zur (deutschen) Provinz?
    Bereits eine TV-Sendung hat es verpasst, auszudeutschen, was das in der (Deutsch)Schweiz verbreitete Urteil, die Deutschen seien arrogant, konkret meint.
    (WEITERLESEN)

    Wir gehen auf Deutschland – Oder doch lieber „auf Schalke“?

    Januar 9th, 2008
  • Auf Deutschland gehen
  • In der Maturitätsarbeit von Philipp M. und Verena F. fand sich der Satz:

    “…genauso gehen auch Schweizer auf Deutschland um zu arbeiten.”

    Dazu schrieb der Blogwiese-Leser Daniel:

    Dieses “auf Deutschland gehen” kommt noch ein zweites Mal vor. Das ist natürlich ver-hochdeutsch-te Mundart, aber keinesfalls Deutsch, repräsentiert aber sehr gut, welche Schwierigkeiten wir Schweizer manchmal mit der hochdeutschen Sprache haben und dass wir sie regelrecht als Fremdsprache ansehen.
    (Quelle: Kommentar zur Blogwiese)

  • Auf Schalke und auffem dritten Stock
  • Lieber Daniel, ich kann Dich beruhigen. Es ist Deutsch, auch wenn es vielleicht nicht im Duden für „Richtiges Deutsch“ zu finden ist. In meiner Heimat, dem Ruhrgebiet, geht man ständig „auf“ irgendetwas. Nicht nur „auf’s Land“. Man besucht die „Oma auffe Grenzstrasse“, geht sogar hoch zu ihr bis „auffem dritten Stock“. Und zum Fussball geht man „auf Schalke“. Kein Wunder, ist doch dieses „auf“ für die ehemaligen Bergleute im Kohlenpott ein Zeichen des Überlebens. „Glück auf“ heisst der Gruss der Bergleute, womit angedeutet ist, dass die Ungewissheit, es nach der täglichen Arbeit in mehr als 1‘000 Meter Tiefe wieder nach oben an die Erdoberfläche zu schaffen, immer mit einem Restrisiko behaftet bleibt. „Habe Glück und fahre wieder auf“, nach oben.

    Fahrstuhl und nicht Aufzug

  • Aufzug vs. Auffahrt
  • Dennoch heisst „Himmelfahrt“ nicht „Auffahrt“ in Nord-Westdeutschland. Die Französische Version „Ascension“ darf auch nicht mit dem „Ascenseur“ verwechselt werden, dem Aufzug. Ein solcher Aufzug schaffte es sogar in den Debut-Film von Lois Malle, einen französischen Kriminalfilm-Klassikers aus dem Jahr 1958 klassischen Krimis: Ascenseur pour l’échafaud oder zu Deutsch „Fahrstuhl zum Schafott“. Tödlich war dieses nächtliche Steckenbleiben nach einem Mord allemal, also quasi doch ein „Himmelfahrtskommando“ .

    Die Unfallversicherung in der Schweiz funktioniert anders als in Deutschland

    Dezember 27th, 2007
  • Putzfrau ohne Unfall
  • Vor kurzem entdeckten wir in der Zürcher Innenstadt dieses Plakat:

    Putzhilfe ohne Unfall
    (Quelle Foto: Suche Putzfrau)

    Suche Putzhilfe, die alles macht ausser Unfall

  • Die Unfallversicherung in der Schweiz
  • Gegen Unfall wird man in der Schweiz vom Arbeitgeber versichert. Das ist seit 1981 gesetzlich vorgeschrieben. In Deutschland läuft das, soweit wir uns erinnern können und noch up-to-date sind, über die normale Krankenversicherung, es sei denn der Unfall passiert bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin. Mein Beinbruch im Januar mit dem Kickboard wäre in Deutschland nicht als Arbeitsunfall durchgegangen. Für die Schweizer Versicherung hat hingegen die Perspektive: „Der Mann ist wegen Unfall nicht arbeitsfähig, und das mus so rasch wie möglich geändert werden.

    Das obige Plakat ist aus einer Kampagne gegen Schwarzarbeit. Wer schwarz arbeitet ist dabei nicht gegen Unfall versichert. Die Unfallversicherung in der Schweiz gilt aber nicht nur für Unfall auf dem Arbeitsweg oder bei der Arbeit, wie in Deutschland. Dort ist es mächtig kompliziert herauszufinden, was ein Unfall ist und was nicht:

    Versicherte Risiken der UV sind Arbeitsunfall einschließlich Wegeunfall (Unfall auf dem unmittelbaren Weg von oder zum Ort der versicherten Tätigkeit, in der Regel zum Wohnort des Versicherten und zurück)
    (…)
    Ein Arbeitsunfall ist nicht automatisch jeder Unfall, der bei der Arbeit oder auf dem Weg zum oder vom Ort der versicherten Tätigkeit eintritt. Es gibt keine generelle Formel. Vielmehr muss die versicherte Tätigkeit unter bestimmten, u. a. von der Rechtsprechung entwickelten Kriterien für den Eintritt des Unfalls verantwortlich sein. Hier gibt es eine Vielzahl von Einzelfällen und Besonderheiten.
    (Quelle: Wikipedia)

  • Unfall haben oder verunfallen?
  • In der Schweiz muss man nur aufpassen, dass man sich selbst gegen Unfall versichert, wenn man nicht berufstätig ist. Die Deutschen, die in die Schweiz kommen, und alles wie gewohnt mit den Krankenkassen weiterlaufen lassen, denken unter Umständen nicht daran, eine Unfallversicherung zusätzlich zur Krankenversicherung abzuschliessen. Bei einem Unfall kommt es dann zum bösen Erwachen und sie müssen die Kosten selbst bezahlen. Abgesehen davon „hat“ man in der Schweiz keinen Unfall, sondern man „verunfallt„. Knapp und präzise, wie immer in der Schweiz, alles in ein Wort verpackt.

    Wer glaubt schon, dass Deutschland Europameister wird?

    Dezember 4th, 2007
  • Auslosung der Gruppen-Gegner für die EM 2008
  • Am vergangenen Sonntag war die Auslosung für die Gruppenspiele bei der EM 2008 in Österreich und in der Schweiz. Deutschland muss gegen Österreich, Polen und Kroatien antreten. Ganz klarer Fall von „Losglück“, aber das sind wir ja von der letzten WM in Deutschland gewohnt. Wenn irgendwas gut klappt, ist das bei der Deutschen Mannschaft stets und ausschliesslich auf „Glück“ zurückzuführen. Spiegel-Online startete sofort eine Umfrage:

    Spiegel Umfrage

    Wer daran teilnahm, konnte unmittelbar nach der Abstimmung das Ergebnis dieser absolut nicht repräsentativen Umfrage ablesen. Und jetzt raten Sie mal, wer für 45% aller Stimmenden gute Chancen auf den EM-Titel 2008 hat? So jedenfalls sah das Ergebnis um 17:43 Uhr am Sonntag:

    45% glauben an den Meister

  • Nur 45 Prozent glauben an den Titel?
  • Wie nennt man dieses Phänomen? „Völlige Selbstüberschätzung“? „Typisch Deutsche Überheblichkeit“? Ich nenne es eine gehörige Portion Selbstvertrauen und Spass am Spiel. Immerhin sind es nur 45 %, die an einen EM-Sieg der Deutschen schon am letzten Sonntagnachmittag glaubten. War ja auch der 1. Advent, da ging bei manchen ein Licht an. Die Umfrage lief bis zum 3.12.07 und sank schliesslich auf 43 Prozent. Siehe hier . Doch ein Volk von Pessimisten und Miesepetern, diese Deutschen?

    Was dabei heraus kommen würde, wenn der BLICK eine ähnliche Umfrage zu den Chancen der Schweizer „Nati“ starten würde?

  • Schweiz-Türkei in Basel
  • Mit dem Schlägerspiel Schlagerspiel Schweiz-Türkei hat die Schweiz jedenfalls einen genialen Touristik-Coup für Basel gelandet. Was passiert, wenn sich nur ein Bruchteil der 1.8 Millionen Türken, die in Deutschland leben, zu diesem Spiel auf der Rheintalautobahn in Richtung Schweiz aufmachen? Am besten die Grenze bei Weil dichtmachen und gleich auf der Fahrbahn ein grosses „Public Viewing“ organisieren.