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Je me casse — Live und in Echtzeit unter den Gestrandeten der Nacht

  • Je me casse = ich mach mich mal vom Acker
  • Wer sich in Frankreich davonmacht, verabschiedet sich nicht „auf Französisch“, sondern sagt zum Beispiel. „Je me casse“ = ich zerbreche mich. Leider wurde bei mir jetzt eine self-fulfilling prophecy daraus.

  • Immer schön den Sicherheitshebel beim Scooter umlegen
  • Am Dienstagabend hatte ich es in der Zürcher Innenstadt besonders eilig auf den Zug zu kommen. So eilig, dass ich meinen Scooter für den „Turnschuh-Anschluss“ im Laufen durch die Fussgängerzone aufklappte. Es ist ein schneller „MACRO“ Scooter mit grossen Rädern. Absolut sicher, wenn man den Sicherheitshebel umlegt…

    Dies vergass ich leider und fuhr dennoch los. Nach ca. 15 Meter war ich etwa 15 Km/h schnell und befand mich in der Löwenstrasse. Dann ging alles sehr schnell. Der Scooter klappte sich zusammen und machte eine Vollbremsung. Körpermasse und Geschwindigkeit entwickelten eine gewisse Bewegungsenergie, die sich dummerweise auf meinem rechten Unterschenk direkt über dem Fuss entlud. Ich stürzte und stellte im Liegen fest, dass mein rechter Fuss merkwürdig weit um 45 Grad nach hinten verdreht war. Ich wollte gar nicht mehr so genau hinschauen. Nein, ein Knacken hatte ich nicht gehört, aber Schien- und Wadenbein waren gebrochen.

  • Der Selbstverunfallte ohne Heimatort
  • Die Ambulanz war zum Glück bald da, ein freundlicher Passant stellt sich als Anästhesist namens Philip vor. Er stützte mich bis dahin und milderte den Schock. Was muss man anrufen? 117? 118? 112? 114? Noch am Morgen hatte ich im Tagesanzeiger darüber gelesen, dass die Notdienste in jedem Kanton der Schweiz andere eigene Notrufnummer verwenden und Bemühungen im Gange sind, das auf die europäische Notrufnummer „112“ zu vereinfachen.

    Man legte mir noch auf dem kalten Bürgersteig eine Infusion mit starkem Schmerzmittel, um dann den Fuss gerade richten zu können und mich auf eine Bahre zu verfrachten. Eine junge Polizisten nahm den „Selbstunfall“ auf, in dem sie selbst das Selbst befragte nach Geburtsdatum und Heimatort. Sie war erstaunt zu hören, dass wir in Deutschland zwar unsere Heimat haben, jedoch keinen Ort dafür. Nur einen profanen Geburtsort konnte ich anbieten.

    Wir fuhren zum Universitäts-Spital Zürich, das Bein in einer aufblasbaren Schiene fixiert, einige Milligramm Droge im Blut. Nun ist es soweit. Die erste „Blogwiese und das Schweizer Gesundheitswesen“ Under-Cover-Reportage kann beginnen:

  • Bei den Gestrandeten der Nacht
  • Man hielt sich dort zum Glück nicht lange mit Röntgen auf sondern operierte das Bein rasch unter Vollnarkose. Ein paar Stunden später wachte ich fast schmerzfrei mit einem langen Nagel im rechten Schienbeinknochen auf. Glatter Durchbruch beider Knochen, keine Bänder oder Nerven beschädigt. Ich kam in die Sammelstelle für die „Gestrandeten der Nacht“, ein Durchgangszimmer, das sich im Stundentakt mit weiteren Patienten füllte. Hier ein gebrochenes Schienbein, dort ein Eishockey-Unfall, da ein gefährlicher Sturz.

  • Bei Unfall ist der Arbeitgeber gefragt
  • Man fragte mich nach meinem Arbeitgeber. Nicht, um bereits in der Nacht meine Abwesenheit zu melden, nein, es ging um die zuständige Unfallversicherung. In der Schweiz ist jeder Angestellte über seinen Arbeitgeber gegen Unfall versichert. Völlig egal, ob der Unfall bei der Arbeit oder auf dem Heimweg passierte. Ich hatte Glück. Schon bald wurde ich aus dem gemütlichen Sechsbettzimmer mit der Intimität einer Bahnhofshalle in ein Einzelzimmer verlegt. Kriegt man nicht im Krankheitsfall, sondern nur bei einem Unfall. Meine Firma hatte eine private Unfallversicherung mit diesem Service abgeschlossen. Mobiliar mit Charme der Siebziger, Fussbodenbelag aus den Fünfzigern? Wenn ich mag, kann ich mir eine volle Dröhnung Sauerstoff in der Nacht zapfen.

  • Online mit 32 kbps
  • Da ich das Notebook dabei hatte, konnte ich bald online gehen und Kommentare freischalten. Messbare 1.2 mbps in der Zürcher Innenstadt via „HS“. Das ist die Technik oberhalb von „UMTS“. Steht bestimmt für „Hammermässig Schnell“ via Funknetz (siehe: Der Sonnenaufgang an der Absturzkante)
    Keine Ahnung wie das funktioniert. Internet via „Leitung“ gibt es auch im Spital für die Patienten. Muss ne ziemlich lange Leitung sein, kommt auf nur 32 kbps, was jetzt echt kein Schreibfehler ist. Früher hiess das glaub ich „Frame Relay“, kam in der Entwicklung der Telekommunikation recht bald nach der Handvermittlung durch das Fräulein vom Amt. Immerhin schneller als mein 28.8 Modem von vor 10 Jahren. Ungefähr so alt schätze ich diese Technik. Eigentlich ein Witz, denn jede Station ist hier online. Wäre leicht möglich, PWLAN anzubieten. Doch medizinische Daten und privates Blogvergnügen dürfen nicht gemischt werden.

  • Sind Sie Deutscher?
  • Bin jetzt sehr gespannt auf die O-Töne und Erlebnisse hier im Haus und fest entschlossen, im Deutschen Hierarchiewesen sehr rasch zu genesen. Meine erste Frage an den Herrn Professor: „Sind Sie Schweizer?“ Antwort: „Sehe ich so aus?“ Mich dünkt, eine durchaus berechtigte Rückfrage. (Fortsetzung folgt)

    

    53 Responses to “Je me casse — Live und in Echtzeit unter den Gestrandeten der Nacht”

    1. solar Says:

      Zuerst mal von Herzen gute Besserung und rasche, vollständige Heilung – oder Genesung, wie Dus schreibst. Und bis dann wenig Schmerzen, so weit dies realistisch ist. Machs gut!

      Dann doch die Frage: Hast Du Dich eigentlich schon im Aufwachraum gleich wieder um Blogwiese gekümmert?

      Schade, dass die Übertragungsrate so knausrig ist, denn jetzt möchten wir Bilder sehen!

    2. W Says:

      Gute Besserung!

    3. Alain Says:

      Nanana…. Das kann ja net sein. Jetzt werden wohl die Arbeits- und Hygienepraktiken des Spitals unter die Lupe genommen…. die Armen!

      Aber ernsthaft… hoffe das die Genesung zuegig voran geht und Du den Aufenthalt in deinem Privaten Zimmer (hoffe mit Aussicht) voll geniesst.

      Lass uns nicht zu lange auf ‘Neue Abenteuer’ warten…

      Cheers from Melbourne

    4. zero0cool Says:

      Von Herzen gute Besserung! Und so schnell nach dem OP wieder ans Bloggen gedacht, das ist Blog-Addict-Factor 9/10 ;-)

    5. Bürli Says:

      Üble sache, üble sache Malony. Gute Besserung Jens.

      Eine Polizistin ist Erstaunt, dass es in DE kein Heimatort gibt? Intressant oder beschäment? Ich jedenfalls bin froh, dass Heimt- und Geburtssort bei mir gleich sind, da in schweizer Ausweisen der Geburtsort nicht drin steht.

      Frage: Hatte schon mal jemand Probleme damit bei der Einreise in ein Land? Auf einem Visumsantrag muss man meist den Geburtsort eintragen aber der ist gar nicht im Ausweis vermerkt.

      Kenne nur die Geschichte (Tages-Anzeiger??), das jemand auf seiner Afrikareise Probleme mit dem (alten) Schweizer Pass hatte, weil dort nicht Schweiz oder Switzerland sondern nur “Schweizerische Eidgenossenschaft”, “Swiss Passport” und ähnliches stand. Bis auf die letzte Seite im Pass wo steht (sinngemäss) “Der Inhaber dieses Passes hat das Recht jederzeit in die Schweiz einzureisen”

    6. Administrator Says:

      @Bürli
      Ich finde an der Geschichte mit der Polizistin interessant, dass wir alle nur “in unseren Kategorien” gewohnt sind zu denken. Weil in DE der “Geburtsort” für die Identität wichtig ist, übertragen wir das auf alle anderen Länder. Anders herum gehen manche Schweizer so wie wie diese Polizistin) davon aus, dass andere Länder auch diese Tradition mit dem “Heimatort” haben und sind erstaunt zu erfahren, dass es nicht überall soetwas gibt.

    7. Fiona Says:

      @ Jens

      Wie schrecklich!
      Wenigstens werden Sie sich nicht langweilen - viele Besucher (wenn nur virtuelle) werden vorbeikommen um mit Ihnen zu plaudern.

      Ich war auch einmal vor 15 Jahren im Spital wegen einem Unfall gewesen, und der junge sympathische Arzt am Notfallstation war (schon damals) ein Deutsche! Sie werden viele Krauertee zum trinken bekommen. Betrachten Sie Ihren Spitalaufenthalt als die Chance sich zu entspannen und zu schlafen (Nickerlis an Nachmittagen, wie ein Baby).

      Get well soon!

    8. bobsmile Says:

      Hallo Jens
      Gute Besserung!
      Eins ist mir nicht ganz klar: Wie kann ein Scooter “zusammenklappen”, wenn du in der Vorwärtsbewegung bist? Der Lenker wird doch gegen hinten umgeklappt, aber da steht man doch normalerweise?

      Aprospos, ich glaube Spitalbetten haben da auch so gewisse Sicherungshebel…

    9. KR Says:

      Auch von mir erstmal die besten Genesungswünsche!
      Das beste Krankenhaus ist schlimm, wenn man es selber nutzen muß. Insoweit leide ich mit.

      Und weil Sie gerade diese bedauerliche Erfahrung machen: Wie ist es denn mit dem Essen (der Verpflegung) in diesem Haus bestellt? Ich kenne in D in entsprechenden Einrichtungen leider nur eine Küche mit ausgesprochenem “Saufraß”. Es scheint so zu sein, daß dort nur Köche engagiert werden, die garantiert nicht kochen können. Wie steht’s also mit Ihnen?

      Als Doppelexistenz D/CH komme ich nicht nur in den Genuß eines Geburtsortes (D), sondern auch zweier (!!) Heimatorte in CH. Das ist doch mal was; oder?

    10. Chlöpf'n'Tätsch Says:

      Zum Heimatort/Geburtsort:
      Hab mal bei einer Passkontrolle in Belgien den dummen Fehler gemacht gleichzeitig meine (belgische) Ausländer-ID Karte UND den CH-Pass vorzuzeigen.
      Der Gendarm war sichtlich erregt, eine Diskrepanz gefunden zu haben.
      Während er mir schon in Gedanken die Handschellen anlegte, wies ich ihn
      darauf hin dass da “lieu d’origine/heimatort” im Pass steht, und nicht “lieu de naissance/geburtsort”. Nach einem Telefonat mit seinem Vorgesetzten
      liess er mich mit der *saudämlichen* Bemerkung “Ihr seid eh demnächst in der EU” wieder laufen. Und dann wundern die sich dass hier 75% gegen EU-Beitritt stimmen ;)

    11. mirach Says:

      von Herzen gute Besserung! Ich freu mich sehr auf die Neuigkeiten aus dem Spital, äh, Krankenhaus.

      @bürli: Heimat = Geburtsort, auch wenn das nicht wirklich stimmt, aber so wirds gehandhabt. Ist doch sonnenklar ;o))

    12. vorgestern Says:

      Gute Besserung, Jens. Auf daß alles gut verheilt!

    13. Naef Says:

      Hallo, ich wünsch dir Gute Besserung! Ist ja wirklich interessant, bis jetzt wusste ich auch nicht dass man in Deutschland oder vermutlich auch sonst im Ausland keinen Heimatort hat wie wir Schweizer.

    14. solar Says:

      to Bürli:

      Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Weihnachtsgeschichte, die wir ja meist spätestens seit dem Schulalter kennen, dazu beigetragen hat. Denn auch Maria und Josef mussten sich für die Volkszählung in ihren Heimatort begeben. Das Lukasevangelium (”Und es begab sich …”) sagt nichts darüber aus, ob das der Geburts- oder der Heimatort war, aber Josef “war aus dem Geschlechte … von Nazareth”, also genau wie in der Schweiz, wo Familienname (oft Geschlechtsname genannt) und Bürgerort (= Heimatort) eng zusammenhangen.

      Daraus ist wohl bei den meisten zunächst schon mal im Kindesalter die vermeintliche Allgemeingültigkeit der amtlichen Registrierung am Heimat-/Bürgerort entstanden. Wenns in der Schweiz und im fernen Palästina so ist, ist wohl überall so.

      Ich selber weiss längst, dass dies im Gegenteil die Ausnahme ist. Da ich annehme, dass damit einfach der Registrierungsort gemeint ist, gebe ich einfach immer den Bürgerort an.

      To Jens:
      Gehts? Ich hoffe, die Schmerzmittel wirken und Du hast wenigstens Zeit, etwas zu entspannen.

    15. Thomas Says:

      Gute Besserung.

      Und in einem Schweizer Spital fühlst du dich sprachlich sicher wohl :-)

    16. Geissenpeter Says:

      Gute Besserung, Jens!

      Hier kommen auch immer alle ins Trudeln und tragen meinen Heimatort als Geburtsort ein – lange Erklärungen sind dann immer nötig…

    17. Wunzgruz Says:

      Wir sind gespannt auf deine Berichte aus der deutschen Enklave Krankenhaus!
      Kommt schon Heimatgefühl auf?

    18. jotge Says:

      Zitat E.T: “Autsch!”
      Gute Besserung …. bei Deiner Prominenz und, nicht unwesentlich, der Ankündigung, dass Du über Deinen unfreiwilligen Aufenthalt in aller Öffentlichkeit detailgenau berichten wirst ) wird sich das Pflegepersonal wohl noch “e Zagge meh” um Dich bemühen ;)

    19. Administrator Says:

      Vielen Dank für die vielen guten Wünsche! Ich bin dabei mich wieder zu mobilisieren. Sieht alles gut aus. Nein, ich bin hier echt “under cover” und das Wort BLOG wird nicht erwähnt. Ist ganz angenehm. Bin gespannt, wann mich hier jemand anspricht. Bis jetzt noch nicht. So kann ich besser “sprachliche Beobachtungen” machen für das nächste Posting.

      Ein Scooter stoppt sofort, wenn der Knopf gedrückt wird. Ich hatte auch eher einen Salto oder Schürfwunden erwartet. Aber die Energie ging auf den Fuss, und der brach. Dass das so schnell geht, verstehe ich bis jetzt nicht. Werde gewiss nie wieder Scooter fahren nach dieser Erfahrung.

      bis später…

    20. René Says:

      Ich wünsche Dir von Herzen gute Besserung und rasche Genesung!!!!

    21. Michael-H. Says:

      Auch von mir gute Besserung.

      In den USA muss man da wählen wo man als Bürger registriert ist, was auch nicht immer mit dem aktuellen Wohnort übereinstimm. Ist zwar nicht der Heimatort - aber gewisse Reisetätigkeiten bei den Wahlen kommen auch vor.

      Ich gebe immer gewissenhaft den Geburtsort an, auch wenn er nicht im Pass vermerkt ist. Meistens fällt mir das beim Ausfüllen der grünen Karte bei der Einreise in die USA auf. Aber die sind mit Fingerabdruck aufnehmen und fotografieren so beschäftigt, dass ihnen die Diskrepanz zwischen Geburts- und Heimatort im Pass nie auffällt.

    22. Micha Says:

      Seit kurzem bin ich regelmäßiger Leser der Blogwiese (und hatte erst mal richtig zu tun, das Archiv zu lesen, um mich auf den aktuellen Stand zu bringen).

      Auch von mir herzliche Grüße und die besten Genesungswünsche!

      Hier scheint wirklich zu gelten: Des einen Freud, des andern Leid. Ich bin nämlich schon sehr gespannt auf die Geschichten aus dem Spital! ;-)

    23. Mathias Says:

      Hallo Jens,
      als erstes mal gute Besserung.

      Ich glaub da bist du in Zukunft als Fussgänger weniger gefährdet.
      Heisst das in der Schweiz auch Fussgänger oder sind das ” Trottoireure”?

      [Antwort: In meinem speziellen Fall würde ich mich einfach als “Trottel” bezeichnen,
      die neuhochdeutsche Variante von Trottoireure. Braucht zufällig irgendjemand einen Scooter? Gut erhalten, ganz ohne Blutflecken!]

    24. Frank Says:

      @solar: “war aus dem Geschlechte … von Nazareth”

      genau, und deswegen sind sie auch nach Bethlehem gewandert….

    25. Fiona Says:

      Jens schrieb “Werde gewiss nie wieder Scooter fahren nach dieser Erfahrung.”

      Als Ehemann und Familienvater (nächster Rundgeburtstag 50!!) müssen Sie von nun vernünftiger sein :-)

      P.S. Ich glaube niemand im Spital will das B-Wort erwähnen, die Schweizer wenigstens sind (normalerweise) sehr diskret. Es sei denn Sie bekommen snail-mail von Wieserblogger?

      A propos Gesundheit, Krankenkasse, was meinen Sie die Bloggers hier zum Thema “Einheitskasse”??? Abstimmung am 11. März. Die Kopfprämie finde ich sehr unsozial.

    26. Dirtbag Says:

      Ich wünnsche dir auch gute Besserung und trotz allem eine schöne Zeit im Spital! (falls das überhaupt möglich ist)

      @Micha, wegen: “Des einen Freud, des andern Leid.” Ich fühl mich irgendwie richtig schlecht, weil ich mich auch schon auf die sicher wieder witzigen, interessanten und gut beobachteten Beiträge von dir freue. Naja, werde mich bemühen trotzdem auch mit dir mit zu fühlen (ist das richtig geschrieben?)

      MFG Dirt

    27. Brun(o)egg Says:

      Grins, Herr Wiese. Einfach nur im Net scootern Herr Wiese.
      Und schnelle, gute Besserung.

    28. Brun(o)egg Says:

      Hab ich ganz vergessen:
      Hoffe Sie haben nettes, hübsches, blondes Pflegepersonal. Mit der Verständigung dürfts ja sicher klappen.

    29. solar Says:

      To Frank:
      Okay, Du hast Recht.

    30. bobsmile Says:

      Ich will ja nicht den (seelischen) Schmerz schüren, aber hier …
      .: http://bastelbu.de/micro-scooter/ :.
      … habe ich noch eine schöne gif Animation zum Faltmechanismus gefunden, die schön zeigt, wie das Trittbrett bei einem allfälligen Einklappen aufs Pflaster knallt und somit die Geschwindigkeit schlagartig von 15 auf 0km/h gesetzt wird. Der Rest ist Massenträgheit und Geschichte.

      Warum hast du eigentlich auf einen MACRO Scooter gewechselt?
      (Im Turnschuhbeitrag fährst du ja noch Kickboard.)

      [Antwort Admin: Ganz einfach. So ein MACRO Scooter ist einfach viel sicherer. Da gibt es nämlich diesen Hebel, den man einfach nach oben klappen muss, und schon kann gar nichts mehr passieren… (muss jetzt schnell alle Micros zu Macros machen.. danke..)]

    31. Reinhard Says:

      Aber was ist denn nun ein “Heimatort”?

      Nicht unbedingt der Geburtsort, auch nicht der aktuelle Wohnort, so viel meine ich verstanden zu haben. Der erste Ort, an dem man gemeldet wird? Aber wenn ja, wann passiert das? In welchem Alter?

      Oder kann man sich das aussuchen?

      Fragt ein neugieriger Berliner…

    32. blah Says:

      Hallo
      Du hast Glück als ich im Jahr 2000 in Bern längere Zeit im Spital und fragte ob es möglich wäre einen Internetanschluss zu kriegen, sagte man mir das es möglich wäre man aber das zuerst noch Instalieren müsse. Dies hätee mich mehrere hundert Franken gekostet, ich habe danach das Buch bevorzugt. Siehst du wie vortschrittlich die Zürcher schon sind =)

      mfg und gute besserung

    33. Reinhard Says:

      Ha!

      Habe es selbst rausbekommen: http://de.wikipedia.org/wiki/Bürgerort

      Gibt es also anscheinend so wirklich nur bei “Euch”.

    34. gg Says:

      hey wiese, auch von mir gute genesung. hätte ja deinen stunt zu gern live gesehen….
      verkauf doch deinen scooter zugunsten scooter-opfern auf ricardo/ebay. würde dank deiner (cervelat)-prominenz und der dazugehörigen geschichte sicher einen guten preis erzielen. die scooter-selbstverunfallten-selbsthilfegruppe würde sich sicher freuen.
      gruss

    35. myl Says:

      Auch von mir ein herzliches “Gute Besserung!!”
      :-)

    36. lis Says:

      Zuerst einmal gute Besserung dem (Schweizerdeutsch) Verunfallten/ (hochdeutsch) Verunglückten.
      Für die “Bürgerort/Heimatort”-Ungewohnten noch ein Schmakerl extra: Wer einen Bürgerort hat, hat in der Schweiz auch einen Heimatschein. Dieser bestätigt einfach, dass die betreffende Person BürgerIn des betreffenden Ortes ist. So weit, so gut. Wenn man nun umzieht, muss dieser Heimatschein bei der alten Wohngemeinde abgeholt und bei der neuen wieder abgegeben (hinterlegt) werden. Dafür bekommt man in vielen Kantonen (ich glaub, nicht in allen - wär ja auch das einzige Mal, dass in der Schweiz etwas in allen Kantonen einheitlich geregelt wäre) einen “Schriftenempfangsschein”. Das ist so eine Art Quittung, gegen deren Rückgabe bekommt man im Umzugsfall den Heimatschein wieder. Falls nun jemand findet, das hätte humoristisches Potential: Ich schliesse mich an. Eine meiner Lieblingsfragen ist: Wozu braucht man einen Heimatschein? in 99 Prozent der Fälle kommt die Antwort: Damit man ihn bei der Einwohnerkontrolle abgeben kann. (Nein, bitte nicht erklären, dass die Gemeinden den Heimatschein brauchen, um sicher zu sein, dass man auch wirklich BürgerIn des bestimmten Ortes ist, um im Falle einer Sozialhilfe- oder Pflegebedürftigkeit der Bürgergemeinde zwei Jahre lang die Kosten in Rechnung stellen zu können. Ich find’s einfach nur sartirewürdig.)

    37. Branitar Says:

      Holla, auch auch von mir Gute Besserung an den Verunfallten! Ich hoffe, Du kommst schnell wieder auf beide Beine!

      @lis
      Den “Verunfallten” gibt es auch im … ähh … Deutschdeutschen ;)

    38. mare Says:

      Auch von mir die besten Genesungswünsche! A propos Heimatschein und Wohnort: Da gibt es ja noch die Leute, die nicht in der Bürgergemeinde wohnen und deren Aufenthaltsort auch nicht die Wohngemeinde ist. Das gibt vielleicht Schriftenverkehr!

    39. .d. Says:

      Gute Besserung dem Scooterkapitän & Blogmaster!

      Den Heimatschein braucht man, um ihn gegen einen Schriftenempfangsschein einzutauschen. Und den wiederum braucht man hin und wieder, um seine Identität nachzuweisen (bei der Anmeldung zur Führerscheinprüfung beispielsweise glaube ich).
      Aber ja: Das System ist möglicherweise ein bisschen seltsam - durchschaut hab ich es zumindest nicht (aber es hat mich bisher auch nie wirklich beschäftigt ;) )
      Die Sache mit dem Bürgerort hat mich hingegen schon ein bisschen mehr interessiert denn in der Tat nervt es mich ein bisschen, hin und wieder ein Dorf wo ich nie gewohnt habe anstelle meiner schönen Geburts- und Heimatstadt eintragen zu müssen.

    40. solar Says:

      Warum man den Heimatschein abgeben muss, das Familienbüchlein, in dem Familienzuwachs oder -verminderung aufgezeichnet wird, aber nicht, frage ich mich schon lange. Gibts eigentlich überhaupt noch neue Familienbüchlein?

      To Ils:
      Gerade weil viele Schweizerinnen und Schweizer im Verlauf des 20. Jahrhunderts durch fortschreitende Mobilität immer weniger einen Bezug zum Heimat- bzw. Bürgerort haben, wurde (vor etwa 40 – 30 Jahren ???) die Unterstützungspflicht von der Bürger- auf die Wohngemeinde verlagert.

      Lebt jemand aber seit langem im Ausland, fällt die Unterstützungspflicht wieder auf die Bürgergemeinde zurück. Mir ist jedenfalls bekannt, dass eine ziemlich kleine Solothurner Gemeinde bis vor kurzem viele Jahre zahlen musste für einen Bürger, der im Raum Berlin eine Freiheitsstrafe absitzen musste. Obwohl man im Dorf den Bürger nicht persönlich kannte, hatten die grossen Unkosten, die auf den Bürgerort abgewälzt wurden, einen empfindlich erhöhten Steuerfuss für alle EinwohnerInnen zur Folge.

      Denn immer mehr Dörfer haben unterdessen die Einwohner- und die Bürgergemeinde zusammengelegt zu einer Einheitsgemeinde. Gegen eine solche Fusion wehren sich in der Regel vor allem Bürgergemeinden mit grossem Vermögen und womöglich alljährlichem “Bürgernutzen”. Früher war das oft (Brenn-)Holz. Da die Bürgergemeinden oft viel Land besitzen und allgemeine Aufgaben übernehmen (z.B. (See-)Wasseraufbereitung) oder z.B. Kies abbauen, kann sich das alte Vermögen noch heute durchaus stark vermehren.

      Wen wunderts, dass deren Bürger stolz sind und sich gegen neue Bürger wehren. Seit wenigen Jahren (seit ca. 1987 oder 1988) dürfen die Frauen ihr Bürgerrecht bei der Heirat behalten, können es aber nicht weitervererben.

    41. Rainer aus Krefeld Says:

      Auch von mir Gute Besserung. Komm bald wieder auf die Beine (im wahrsten Sinne des Wortes…). :-)

    42. toast Says:

      Was muss man anrufen? 117? 118? 112? 114? Noch am Morgen hatte ich im Tagesanzeiger darüber gelesen, dass die Notdienste in jedem Kanton der Schweiz andere eigene Notrufnummer verwenden und Bemühungen im Gange sind, das auf die europäische Notrufnummer „112“ zu vereinfachen.

      schwachsinn.
      117 118 und 114 sind in der ganzen CH gültig. ausserdem “landest” du egal welche nummer du wählst am gleichen ort.

      du hast ausserdem das TOX und die rega vergessen :)

      die 112 kanst du schon seit jahren nutzen.

      falls das ganze nicht ernst gemeint ist und eine anspielung auf den föderalismus sein soll, naja… man kann es höchstens erahnen.

    43. Bürli Says:

      @toast

      Nein, du landest nicht unbedingt am gleichen Ort, aber bestimmt bei jemand der dich weiterleiten kann. Es gibt Kantone die haben drei Einsatzzentralen, eine fürr 117 eine für 118 und eine für 144. Vorallem die 144er weren sich meist gegen eine Einheitszentrale.
      Beispiel Graubünden: 117 und 118 zusammen in Chur, 144 in Ilanz.

    44. knofelolf Says:

      Zuerst einmal gute Besserung und vor Allem vollständige Genesung.
      Aber gib das Scooter-Fahren nicht auf. Ich bin jetzt 53 und seit ca. 7 Jahren Trettroller-Fahrer. Am Anfang (noch 10 cm Räder) stürzte ich einmal im Dunklen über eine kleine Unebenheit und einmal weil ich mit den Trettfuß auf zu glatten, nassen Untergrund kam. Vor Kurzem (jetzt aber 12 cm Räder) klappte auch mein Roller zusammen, vielleicht war der Hebel nicht richtig eingerastet. Hose hin und Schürfwunden, also noch mal Glück gehabt. Aber auf den Trettroller verzichten, nein. Wieviel knapp verpasste Busse habe ich bis zur nächsten Haltestelle schon eingeholt. Oder der Weg zum Kindergarten. Am Anfang diente der Trettroller nur als Schubstange fürs Dreirad, dann als “Zugmaschine” und heute rollern wir zu Zweit.
      Für mich ist der zusammenklappbare Trettroller gleich nach dem Fahrrad eine der besten Erfindungen. Und wenn ich nur noch krauchen kann, benutzte ich ihn als schiebbaren Krückstock.

    45. Stefan Says:

      @ Jens: 144 ist in der ganzen Schweiz für medizinische Notfälle gültig.

      @ Bürli: selbstverständlich gibt es Einheitszentralen, wo 117, 118 und 144 zusammen aufläuft, z.B. Solothurn oder St. Gallen. Dass das 144 sich kritisch zu einer generellen Zusammenlegung äussert, liegt darin, dass es vielen Betroffenen unangehm ist, medizische Situationen möglicherweise einem Polizisten schildern zu müssen, da es hier auch zu einer Interessenkollision kommen kann. Darum gehen immer noch viele Notrufe direkt in den Spitälern ein.

    46. Krusenstern Says:

      Manueller Trackback: Pechvogel Jens

      Andere Blogger - wie Jens - verunfallen beim Extremsport, werden von der Grippe ins Bett geworfen oder von alkoholbedingten Folgen des Neujahrs, das in Russland jeweils erst am 13. Januar stattfindet (…) und gute Besserung dem echten Pechvogel Jens, der sich beim “Extremsport” einen doppelten Beinbruch geholt hat - und Stunden nach der Vollnarkose schon wieder bloggte (übrigens: Sicherheitshebel werden aus gutem Grund so genannt…).

    47. Michael-H. Says:

      Den sogenannten Scooter ist doch keine neue Erfindung. Früher hiess er einfach Trottinett und ein Kinderspielzeug :-)
      Ich bin mit so einem Ding aufgewachsen.

    48. lis Says:

      @solar
      Zitat:
      “Gerade weil viele Schweizerinnen und Schweizer im Verlauf des 20. Jahrhunderts durch fortschreitende Mobilität immer weniger einen Bezug zum Heimat- bzw. Bürgerort haben, wurde (vor etwa 40 – 30 Jahren ???) die Unterstützungspflicht von der Bürger- auf die Wohngemeinde verlagert.”
      Das stimmt nur bedingt: Die Wohnortsgemeinde kann (muss aber nicht) der Bürgergemeinde zwei Jahre lang die Kosten für einen Heimaufenthalt/Pflegeheim etc. in Rechnung stellen. Erst dann muss sie zahlen ohne Regress nehmen zu können. Ich finde das immer noch Satire würdig, wenn ich mir vorstelle, was das für einen Ringepietz mit anfassen gibt: Zürich stellt Basel die Kosten für A in Rechnung, Basel stellt Zürich die für B in Rechnung. Das gilt natürlich auch für Rothrist, Bettwiesen, Uzwil etc.

    49. Schwarzbueb Says:

      Bis zu meiner Heirat war es für mich einfach: Geburtsort, Heimatort und Wohnort war dasselbe. Bei der Heirat musste ich den Heimatort meines Mannes annehmen.
      1988 konnten verheiratete Frauen beantragen, ihren angestammten Bürgerort wieder zu bekommen, was ich zum Erstaunen meines Mannes auch tat. Kostenpunkt Fr 50.-. So habe ich nun zwei Heimatorte. Als die neue Identitätskarte erstellt wurde, musste ich mich festlegen, welcher der beiden darauf geschrieben werden sollte. Wie habe ich mich wohl entschieden?

    50. Chimaera Says:

      Bei uns in Schwaben nannte man den Roller ursprünglich “Radelrutsch”
      Ja, gute Genesung wünsche ich.

      PS: Ich will auch einen Heimat- oder Bürgerort. Das ist doch echtes “Lifestyle”!

      Geht sowas als Ausländer überhaupt??

    51. Joachim Says:

      Auch von mir: Alles Gute! Und doch, was bedeutet es wohl, wenn du dir auf solch dramatische Weise eine Ruhepause einräumst? Zuerst einmal eine Menge Postings auf der Blogwiese! Wäre jetzt wirklich nicht nötig gewesen, du hattest doch auch sonst recht viel Zuspruch, oder? Raus aus der Hektik, mal mehr Zeit zum Verweilen? Schade, da gibt es ja noch das Laptop, das dich wieder online gehen lässt und dich wieder konnektiert mit der Matrix…

    52. Psalmist Says:

      Oje, das tönt nicht nicht gut. Hab eben mein Badezimmer unter Wasser gesetzt und gedacht, ich hätte ein Problem. Nichts im Vergleich zu Deinem Selbstunfall. Gute Genesung!

      Psalmist

    53. Maplan Says:

      Je me casse - der Unfall von Jens Wiese. Beiläufig steht in Wieses Erlebnisbericht, dass ihn eine Polizistin nach Geburtsdatum und Heimatort gefragt habe und am Stichwort Heimatort entbrannte dann in den Kommentaren eine Diskussion über Geburtsort, Heimatort und Bürgerort. Weil ich nun weiss, dass Jens Wiese seinen Unfall gut überstanden hat, wende ich mich auch dem Nebenthema zu: Nach dem Bürgerort zu fragen ist nicht korrekt. Der Plural ist gefragt, nach den Bürgerorten soll gefragt werden! Ein Beispiel: Von meinem Vater erbte ich 2 Bürgerorte, Mandach und Zürich. Weil ich lange in Meilen wohnte, erhielt ich dazu noch das Bürgerrecht von Meilen. Und meine Tochter wünschte sich bei der Heirat noch die beiden Bürgerrechte ihres Gatten (Zwischentotal: 5 Bürgerrechte). Nach einigen Jahren regte sich in meiner Tochter der Wunsch, auch Bürgerin ihres gegenwärtigen Wohnortes zu werden. Der Gemeinderat des Wohnortes machte seine Zustimmung jedoch vom Einverständnis der Behörden der 5 bisherigen Bürgerorte abhängig. Meine Tochter schrieb nun 5 Briefe und schilderte darin ihre Verbundenheit mit den bisherigen Bürgerorten so treffend, dass sie umgehend die 5 erforderlichen Zustimmungen erhielt und damit auch das Bürgerrecht ihres heutigen Wohnortes bekam. Diese überbordende Entwicklung stösst aber an ihre natürlichen Grenzen, denn auf den amtlichen Formularen steht für die Nennung der Bürgerorte meistens nur eine einzige Zeile zur Verfügung!

      [Anmerkung Admin: Die korrekte Antwort auf die Frage nach dem Bürgerort lautet in dem Fall: “Haben Sie ein bisschen Zeit und genug Tinte im Füller? :-) ]

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