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Der Sonnenaufgang an der Absturzkante — Mit Sunrise Mobile Broadband unterwegs

  • Mit Sunrise “on the edge” am Klippenrand
  • Wir testen seit geraumer Zeit die “Sunrise Mobile Broadband” Karte für mobilen Internetzugang jederzeit und überall. Es war gar nicht so einfach, an diese stark umworbene Karte überhaupt heranzukommen. Normale Handy-Läden haben sie nicht vorrätig, müssen sie erst bestellen. Nur in grossen Sunrise-Filialen werden Sie Glück haben, je grösser der Laden, desto höher die Wahrscheinlichkeit, ein Exemplar zu ergattern, denn momentan gehen die weg wie warme Semmel.
    Mobile Broadband card

  • Telefonieren mit dem Kommunikationsanbieter
  • Ach, und wenn Sie sich nicht umsonst auf den Weg zu einer grossen Sunrise Filiale machen wollen, rufen Sie doch einfach vorher dort an. Natürlich ist ein führender Kommunikationsanbieter nicht wirklich telefonisch erreichbar. Der verkauft schliesslich Telefone, da ist keine Zeit für Telefonate. Es gibt dafür freundliche Menschen an einer Serviceline, die ihrerseits daran verzweifeln, ein Ladengeschäft telefonisch zu erreichen. Über eine nur ihnen bekannte Insider-Geheimnummer, versteht sich. Aber immer erfolglos.

    Vor Ort im Ladengeschäft merken sie dann auch, warum das so schwierig ist. Sie müssen eine Nummer ziehen, auf Papier gedruckt, wie auf einem deutschen Arbeitsamt bei der Arbeitsagentur, und dann geduldig warten. Es sei denn, es läuft gerade ein Spiel der Schweiz im Fernsehen, dann werden sich gleich fünf gutgelaunte Angestellte um die Gunst streiten, Sie bedienen zu dürfen.

  • An der Antenne sollt ihr sie erkennen
  • Die Sunrise Mobile Broadband Karte kostet in der Anschaffung 1 Franken für denjenigen, der sich auf einen 2-Jahresvertrag einlässt, und 149 Franken, wenn man sich nur für 1 Jahr binden möchte. Die Karte selbst verschwindet im PCMCIA Slot des Notebooks, bis auf eine kleine abschraub- und umklappbare Miniantenne. Die Installation dauert eine Weile, ist aber kinderleicht.
    AirCard 850 von Sierra wireless
    Man muss nur wissen, dass die mitgelieferte Handy-SIM-Karte in die AirCard850 eingebaut werden muss. Mit dem Teil kann man übrigens in einem normalen Handy auch ganz normal telefonieren, auch eine frei wählbare Handynummer von Sunrise gehört dazu, über die dann vor allen die horrenden Roaminggebühren bei Internet-Ausflügen im Ausland abgerechnet werden. SMS empfangen geht jetzt schon damit, versenden soll gleichfalls bald möglich sein. Doch wer will damit schon SMS verschicken, wenn man damit surfen und emailen kann.

    Dann geht der Spass los. Schon mal während einer S-Bahn Fahrt im Internet gesurft? Oder sich ganz dekadent mitten auf Hauptbahnhof, vielleicht noch in der Warteschlange vor dem „Schweiz domestic“ Schalter eine Zugverbindung bei www.sbb.ch rausgesucht? Das ist so ähnlich, als wenn man sich in einer Pizzeria die Pizza von einem Boten bringen lässt. Während der SBB Schalterbeamte eine Verbindung an seinem Terminal heraussucht, geben Sie ihm ganz cool die Zugnummer an, die Sie gern verwenden würden.

  • 3G steht nicht für dreifache Erdanziehung
  • Die Karte verlangt bei jedem Start die Eingabe der vierstelligen PIN für die Authentifizierung.
    Bitte Pin code eingeben
    Dann sucht sie ein Netz. Im Angebot ist als erstes die „Third Generation“, auch „3G“ genannt.
    3G Verbindung
    Keine neue Boygroup, keine dreifache Gravitation oder Erdanziehung, sondern der Branchenjargon für UMTS Verbindungen mit ca. 386 Kbits Übertragungsgeschwindigkeit.
    349 kBit/s messen wir selbst:

    349 kBit/s per 3G UMTS

    Falls sich dafür kein Sender in der Nähe finden (ausserhalb der grossen Ballungsgebiete) schaltet die Karte um auf den Klippen-Funk, am „Rande“ des Nervenzusammenbruchs, „on the edge“.

    Edge Verbindung

  • Edge bietet immer noch ganz gehörig Power
  • Warum das so heisst wie ein Abgrund? Wikipedia erklärt uns:

    Enhanced Data Rates for GSM Evolution (EDGE) bezeichnet eine Technik zur Erhöhung der Datenrate in GSM-Mobilfunknetzen durch Einführung eines zusätzlichen Modulationsverfahrens. Mit EDGE werden GPRS zu E-GPRS (Enhanced GPRS) und HSCSD zu ECSD (Enhanced Circuit Switched Data) erweitert.
    EDGE ist wie GPRS eine Weiterentwicklung der GSM-Technik, die sich mit mäßigem Aufwand (im Wesentlichen senderseitige Softwareupdates und Komponententausch) in die Mobilfunknetze einbauen lassen soll und die schon vorhandenen Mobiltelefone nicht stört.
    EDGE wurde bisher in 75 Ländern eingeführt. TIM (Telecom Italia Mobile) hat als einer der ersten europäischen Mobilfunkbetreiber EDGE unter dem Namen TIM Turbo eingeführt. Mittlerweile gibt es den Dienst auch in Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Frankreich, Tschechien, der Slowakei, Polen, Lettland, Litauen, Kroatien, der Türkei und seit März 2006 auch in Deutschland, allerdings exklusiv bei T-Mobile.
    (Quelle Wikipedia)

    Das Akronym hat es jedenfalls in sich..
    Das Microsoft Word Englischwörterbuch meint dazu:
    Edge im Word Thesaurus

    Edge
    1. Schneide weiblich; Rand männlich; Kante weiblich; Schärfe weiblich; !! nicht (Straßen-, Haus)Ecke; be on edge nervös oder gereizt sein
    2. Schärfen; (um)säumen;(sich) drängen

    Klingt es nicht wie moderne Kurzprosa in unseren Ohren? „Schneide weiblich, Rand männlich; Kante weiblich; Schärfe weiblich, !! nicht (…)“ Könnten auch die Regieanweisung eines surrealen Theaterstücks sein.

    Ist keine Verbindung via Egde möglich, wird automatisch runter geschaltet auf Dampftechnik, dem herkömmliches GPRS, also die bekannten sensationellen 56 Kbit/s aus analogen Modemzeiten.

  • Und was kostet das im Monat?
  • Der Spass kostet Sie im Monat pauschal 49 Franken. Der erste Monat ist umsonst. Für unbegrenzte Online-Zeit bei einer Datenmenge von 2 GigaByte, darüber hinaus wird es teuer. Bei Nichtgefallen können Sie den ganzen Kram nach 30 Tagen dem Verkäufer wieder auf die Theke donnern.

    Wir versuchten angestrengt, diese 2 GigaByte auszureizen. Immerhin sind das ja nur 64 MB pro Tag, kamen aber bei normalen E-Mail und Surfverhalten niemals auf mehr als 12-14 MB pro Tag. Die Kontrolle wird permanent durch einen mitgelieferten Volumenzähler gewährleistet.
    Volumenzähler
    Sie müssen ja nicht gerade anfangen, beim Eisenbahnfahren Ihren Feierabend-Film herunterzuladen.

    Falls Sie täglich die gleichen Strecken mit dem Zug zurücklegen, werden Sie nach kurzer Zeit wissen, wo das UMTS Netz endet und der EDGE Empfang beginnt. Das lässt sich mit dem AirCard Watcher genauso beobachten. Selbst in Tunnel gibt es Empfang. Nur im Ausland sollten Sie die Karte sofort deaktivieren, denn hier kosten 100 KB 0.80 Franken, das MB also für 8 Franken. Fünf Minuten auf der Blogwiese, und Sie haben den Gegenwert eines guten Abendessens abgefackelt.

    (Morgen 2. Teil: Von einem der auszog, einen Hotspot zu finden)

    

    2 Responses to “Der Sonnenaufgang an der Absturzkante — Mit Sunrise Mobile Broadband unterwegs”

    1. Urs Müller Says:

      Und der Stand Volumenzähler wird sicher auf dem Notebook abgelegt!?
      Oder macht es Sunrise besser als Andere und fragt den Stand irgendwo online und damit akkurat ab?

      Übrigens gab es beim Konkurrenten ein günstiges Abo für Leute in Ausbildung. Wird ab September wieder neu aufgelegt:
      http://www.swisscom-mobile.ch/scm/studentenangebot-de.aspx

      Für Leute ohne PCMCIA-Slots (Express Card, oder ganz ohne, wie mein iBook) wäre das ganze natürlich auch als USB-Device ganz toll.

    2. Damian Köppel Says:

      für iBook user empfele ich ein Bluetooth taugliches UMTS handy (ich verwende ein Nokia N90) dieses lässt sich unter OS X ohne problem einrichten nur noch das bestehende Abo mit einem Datentarif „upgraden“ und schon kan man auf die schöne Karte verzichten, ein weiterer vorteil ist auch noch das der volume zähler nicht auf den Notebook sondern auf dem Natel abgelegt wird und auf die installation von zustätzlicher software kannn man auch verzichten. Diese methode ist sehr felxibel und lässt sich auch unter Linux und Windows einsetzen sogar PDA’s machen hier mit 😉

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