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Die Bildzeitung und die empfindlichen Schweizer

  • Die Bildzeitung und die Schweizer Empfindlichkeit
  • Die Deutsche Bildzeitung ist in der Schweiz an Bahnhofskiosken und in allen grossen Orten erhältlich. Ich würde jedoch wetten, dass von den 200.000 Deutschen in der Schweiz die wenigsten diese Tageszeitung kaufen, geschweige denn lesen. Es ist einfach nicht die Lektüre eines Chirurgen. Blut sieht er am Arbeitsplatz genug. Oder eines studierten Theologen, der genug mit „Schuld und Sühne“ im Berufsalltag zu tun hat, und darüber nicht auch noch in der Zeitung lesen muss.

    Sicher gibt es jetzt auch den ein oder anderen Handwerker, der in Zürich arbeitet und der sich die Bildzeitung in Deutschland gekauft hätte, denn sie ist gilt dort als vergleichsweise billige Pausenlektüre. Das ist sie jedoch nicht mehr, wenn sie in die Schweiz importiert wurde. Also lässt er die Finger davon und spart seine hart verdienten Franken, zu denen er niemals auch nur im Traum „Fränkli“ sagen würde, lieber für das Häuschen in Ostdeutschland.

  • Wenn der Boulevard gehässig wird, müssen es alle ausbaden
  • Die Bildzeitung machte sich nach dem Elfmeter-Desaster der Schweizer Nati während der Fifa-WM über diese lustig. Zitat: „Da trifft sogar der Tell besser!“. Kein in der Schweiz lebender Deutsche hätte es überhaupt wahrgenommen, hätte es eines „Blicks“ gewürdigt oder zitiert, was in der Bildzeitung steht.

    Damit sich alle ein Bild von der Bild machen können, hier der journalistisch und sprachlich höchst komplexe Text vom Tag nach dem Schweiz-Ukraine Debakel:

    DIE TROTTELSCHWEIZER
    Der legendäre Wilhelm Tell dürfte sich im Grab umgedreht haben: Seine Erben gehen als schlechteste Schützen aller Zeiten in die WM-Geschichte ein! Noch nie blieb eine Mannschaft im Elfmeterschießen ohne Treffer. Bis die Trottel-Schweizer kamen!
    Beim 0:3 gegen die Ukraine versiebten sie alle drei Elfmeter. Jetzt fahren sie nach Hause – übrigens ohne Gegentor in der regulären Spielzeit. Auch ein Rekord, der sie aber nicht trösten wird. Denn sie haben sich zum Gespött der ganzen Fußball-Welt gemacht. 1307, vor 699 Jahren, soll Armbrustschütze Tell den Apfel auf dem Kopf seines Sohnes getroffen haben– Entfernung: 80 Schritte, ca. 60 Meter! Jetzt treffen die Schweizer aus 11 Metern gar nichts mehr…
    Ausgerechnet drei Bundesliga-Profis versagten: Streller (letzte Saison Köln, jetzt VfB) und Cabanas (Köln) scheiterten an Torwart Schowkowski. Barnetta (Leverkusen) traf nur die Latte.
    (Quelle: Bildzeitung)

    Kann man auch anders sehen: Lernen die denn bei der Bundesliga unter lauter Deutschen Profis nicht, wie man richtig Elfmeterverwandeln? Hätten Sie die Elfmeter verwandelt, hätte die Bild geschrieben „Unsere Kölner / Leverkusener Jungs sind die Torschützen„! Ganz sicher.

    An dem peinlichen Aus sollen jetzt auch noch die deutschen Fans schuld sein. Fehlschütze Streller lederte gegen die Fans:
    „Es ist unheimlich schwer, wenn man auf dem Feld versucht, ein WM-Spiel zu absolvieren, und die Zuschauer singen ganz unbeteiligt ‚Lukas Podolski’ oder ‚Ohne Holland fahren wir zur WM‘. Wenn bei so einem Spiel drei Viertel deutsche Zuschauer sind und viele Schweizer keine Karte kriegen, dann ist das schwach von der Fifa.“
    Fakt ist: Von den 45 000 Zuschauern in Köln waren 20 000 Schweizer. 5000 feuerten die Ukraine an und der Rest hätte gern ein tolles Fußballspiel gefeiert. Die Rufe nach „Prinz Peng“ und die Hohn-Gesänge für unsere holländischen Nachbarn waren gegen die Langeweile auf dem Platz! Wetten, daß die deutschen Fans auch für die Schweiz und Streller gejubelt hätten? Doch dazu fehlte ein Schuß ins Tor. Das müssen Tells Erben bis zur EM 2008 in ihrer Heimat noch üben…

    So weit, so schlecht, so Boulevard mit seinen simplen Sichtweisen. Ich habe diesen Bild-Bericht mühsam raussuchen müssen, denn überall wurde zwar „über“ ihn gesprochen, aber die wenigsten hatten das Original gelesen. In der Schweiz wurde er, auf Grund eines Berichts im Blick darüber, mit einer hohen Empfindlichkeit registriert, diskutiert und in der Folge den dort lebenden Deutschen täglich wieder unter die Nase gerieben:

    „Gerade fingen wir an, Deutschland wegen seiner Gastfreundschaft während der WM wieder sympathisch zu finden, da passiert das!“

  • Wir lesen keine die Bildzeitung
  • Muss man sich als Deutscher in der Schweiz nun rechtfertigen, wenn ein aggressives Massenblatt, das sowieso täglich massiv die Unwahrheit schreibt (vgl. Bildblog) seine Häme über das Nachbarvolk ausschüttet? Die gleiche Häme und Wut bekam vor wenigen Monaten noch Klinsmann und die Deutsche Mannschaft zu spüren, als die Vorbereitung auf die WM nicht so toll lief und gegen Italien 4:1 verloren wurde. Auf Urteile und Kritiken von dieser Seite sollte man doch wirklich nichts geben. Die Schweizer taten es, und sie schienen mächtig eingeschnappt.
    Bild macht blöd
    (Quelle Foto: math.uni-bremen.de)

  • Die Bild vs Blick
  • Vielleicht verkennen die Schweizer dabei, dass die deutsche Bildzeitung nicht mit dem „Blick“ vergleichbar ist. Das geht schon mit der Auflage los. Die Bildzeitung wird von mehr Menschen gelesen als die Schweiz Einwohner hat.

    Die Bildzeitung ist die auflagenstärkste Zeitung Europas mit einer Reichweite von 11.8 Mio. Lesern.
    (…)
    Von Kritikern wird vor allem auf die reißerische Aufmachung, mangelnde Glaubwürdigkeit und Objektivität, Sensationsdarstellung und die thematische Konzentration auf Unfälle, Verbrechen, Prominente, Klatsch, Tratsch und Sex hingewiesen. Nicht zuletzt gibt es immer wieder Verleumdungs- und Rufmord-Kampagnen, bei denen Teilwahrheiten (im Sinne der Redaktion) zu gezielter Desinformation der Leser führen.
    (Quelle: Wikipedia)

    Bild Dir keine Meinung
    Es gehört zum Geschäft der Bildzeitung, über andere herzuziehen und Rufmord zu verüben. Da sind die Schweizer Elfmeterschützen eigentlich noch sehr glimpflich davongekommen. Darum am besten kein Wort mehr über diese Berichterstattung verlieren. Jede weitere Aufmerksamkeit wäre Kraftverschwendung.

  • Sind die Schweizer empfindlicher als die Deutschen?
  • Es ist natürlich schwer, die „Schweizer Empfindlichkeit“ zu verallgemeinern, ein Volk in seiner Gesamtheit hier „über einen Kamm“ zu scheren. Es sollte die Ansammlung von persönlich erlebten Situationen sein, die jeder dazu beitragen kann. Die leichte Änderung in der Haltung eines Schweizer Gegenübers, wenn er realisiert, dass Sie jetzt und unmittelbar mit einer Situation, Dienstleistung oder Auskunft NICHT zufrieden sind. Dass seine Rückfrage, ob das „jetzt so gut“ sei, von Ihnen nicht positiv begegnet wird. Sofort bricht Hektik aus, können wir Panikfalten auf der Stirn entdecken, wird der Ton rau und harsch.

  • Mit Deutschen besser einen harschen Ton pflegen?
  • Wir meinen hier beobachtet zu haben, dass unser Schweizer Gegenüber, wenn er denn ausnahmsweise mal etwas Negatives äussern muss, dies mit einer Spur mehr Barschheit von sich gibt, als wir es von Deutschen gewohnt sind. Vielleicht ist es das Bemühen, sich an den „direkten und (angeblich) unfreundlichen Ton“ des Deutschen anzupassen, in seinem Stil zu argumentieren, auf das gleiche Level hinauf (oder hinab?) zu kommen.

    Jedenfalls misslingt es häufig. Wir haben oft in den Kommentaren dieses Blogs über Schweizer gelesen, die sich im Umgang mit Deutschen eine grössere Direktheit angewöhnt haben. Meist verwechseln oder kombiniert mit Unhöflichkeit, in dem Glauben, dies würde bei Deutschen zu mehr Erfolg führen.

    Und genau da beginnt nun unser „Hirnspagat“: Wir sind zwar oft forsch, direkt, weniger höflich und unwirsch zu unserem Gegenüber, reagieren aber ebenfalls empfindlich wie die Mimosen auf einen solchen Ton, wenn wir selbst der „Empfänger“ sind.

  • Den Balken im eigenen Auge nicht sehen können
  • Sind wir uns im Endeffekt doch viel ähnlicher, als wir es wahrhaben wollen? Meistens mag man bei seinem Gegenüber genau die negativen Eigenschaften am wenigsten, die man selbst hat. Klassischer Fall von „Übertragung„. Was man bei sich selbst nicht im Griff hat, muss zumindesten draussen in der Welt in Ordnung sein. So funktioniert das. Jeder kennt den super pingeligen und ordentlichen Nachbarn. Echte Chaotiker tarnen ihr persönliches seelisches Chaos durch nach aussen zur Schau gestellte perfekte Ordnung, die ihnen so etwas Halt im Sturm des Alltags gibt. Also haben Sie bitte Geduld und Verständnis mit ihrem Bünzli = Spiessbürger Nachbarn. Tief im Herzen ist er sicherlich ein Rocker. Frei nach Otto Waalkes:
    Wahre Deutsche sind wie Briefmarken: Aussen zackig, aber dahinter verbirgt sich ein klebriger Kern.

    

    26 Responses to “Die Bildzeitung und die empfindlichen Schweizer”

    1. Dominik Says:

      Zur Bild (die ich noch nie gelesen hab): Ich nehme die nicht ernst. Solange sie nicht wie die Sun private Telefonnummern veröffentlicht und zum Terror aufruft, kann die von mir aus allen Mist der Welt schreiben. Ich weiss, dass darauf kein Verlass ist. Vermutlich wissen das viele Schweizer jedoch nicht gut genug – und reagieren darum „empfindlich“. Glaube nicht, dass das etwas mit Deutschland oder nicht zu tun hat, eher können viele die Bild nicht richtig einordnen.
      Lese übrigens auch den Blick nicht…

    2. doppelsack Says:

      ist leider schon ein starkes stück was sich bild da erlaubt hat…

      leider sind es genau solche sachen die hier in der schweiz dazu führen den deutschhass weiter anzutreiben.

      blos frage ich mich was für ein mensch ist der autor dieses textes… ein verbitterter ausgewanderter schweizer oder ein deutscherder den hass hier erfahren hat und sich revangieren will…. oder ist er gar selbst der trottel?

      weiter frage ich mich wie die administration bei bild sowas in den druck hat gehen lassen… um jeden preis ne storry?

      einen verlierer der wm ein bischen zu ärgern mit sticheleien und nicht ernst gemeinten sprüchen geht ja noch… aber ihn als trottel zu bezeichnen geht zu weit…

      von so einem beitrag jetzt auf deutschland zu schliessen liegt mir fern… aber viele andere sehen das ganz bestimmt nicht so…

      aber wer liest schon bild.. das währe nie bekannt geworden wenn sich nicht andere medien das maul drüber zerissen hätten.

    3. Fiona Says:

      Qualitativ ist die Deutschschweizer Presse SEHR gut.

      Insb. die Artikel in der „Wirtschaft“ Beilage des Tagis sind absolut Klasse.
      Wieviele Beiträge habe ich ausgeschnitten und abgelegt? SEHR viel.
      Darunter
      – „Was von Keynes bleibt – vier kurze Analysen“ 21 .4.06
      – „Wenns kriselt, ist Value-Zeit“ 30.6.06
      – „Weltkarte der Wirtschaftskraft „(Bruttosozialprodukte
      ausgewählter Länder) 05.9.03
      – „Uncle Ben heisst der Sündebock“ 14.6.06 von Walter Niederberger
      in New York (exzellent – ich mag sein Berichte)

      Ich (Volkswirtin GB – Edinb./LSE) wäre sehr froh, wenn die TA Wirtschaft Beilage DOPPELT so gross wäre. Please!!!

      P.S. Der „enfant terrible“ der deutschsprachigen Presse, Roger Köppel, kommt zurück in die Schweiz und wird wieder Chefredaktor bei der Weltwoche sein. Mal sehen was er (nach 2 Jahren bei der WELT) über die Deutsche zu berichten hat 🙂

    4. wolfi Says:

      bin 43 jahre ohne bild ausgekommen…o.k., habe bisher EINMAL bild gelesen, garantiert nicht öfter. war ein versehen, in new york, als ich sie zufällig im mac donald liegen sah.
      klar springen die überschriften öfters ins auge, aber weiterzulesen wäre für mich ein frevel.

      verstehe also die aufregung überhaupt nicht…ja, thema empfindlichkeiten, man glaubt halt in der schweiz, so denken alle……welch ein phänomenaler trugschluss….

      kann “ bild“ genauso wenig ernst nehmen wie den „blick“, der auch regelmässig seine gehässigkeiten „predigt“. den blättere ich zwar ab und zu beim kaffee in der tankstelle durch. ziemlich platt, vermutlich vergleichbar mit bild, sehr tiefes niveau eben.

      fazit: bild ist ein guter aufhänger für schweizer, ihre latente antiphatie gegen deutsche weiter zu pflegen ;-).

    5. Lapsus 4711 Says:

      Die Schweiz wurde gar nicht beleidigt. Es wurde nur das Unvermögen dreier Fussballer geschildert; ziemlich drastisch zwar, aber nicht falsch.
      Ich lese die Bildzeitung wie auch den Blick schon hin und wieder, aber nur second hand in der Beiz. Geld dafür auszugeben würde mir schon fast frevelhaft vorkommen. Verglichen mit der Bild kommt der Blick übrigens schon fast wie ein linksliberales Intelligenzblat daher; unter dem jetzigen Chefredaktor wenigstens.

    6. aquado Says:

      Also, der Artikel in der Bild war bestimmt für die Schweizer schon verletzend, aber hier wurde ja auch einiges versiebt. (Das ist eben der Ton dieser Boulevardzeitung).

      Andererseits die „Bild-Zeitung“ als reine „Blöd-Zeitung“ abzustempeln, dürfte wohl auch nicht ganz der Realität entsprechen.
      Fest steht, was in der Bildzeitung steht, steht meist ein oder zwei Tage später auch in den restlichen Tageszeitungen (nimmt man die Falschmeldungen hier einmal heraus), sie ist eben sehr schnell und legt ihre Finger immer direkt auf die Wunde. Zur alleinigen Bildung reicht sie natürlich nicht aus. Aber, auch viele intellektuelle Personen, auch Politiker (und gerade die), haben die Bildzeitung in ihrer täglichen Lektüre gemeinsam mit FAZ, Handelsblatt, Welt etc… Ja, die Bildzeitung ist der „Tropf“ für viele Deutsche in der Fremde, und Personen im öffentlichen Leben, haben ganz besonders Angst vor ihr.

    7. Thomas W. Says:

      Hmmm- ein Boulevardblatt schreibt nun mal vieles sehr auf den Punkt gebracht und verwertet jede Plattheit. Allerdings war das Spiel Schweiz-Ukraine tatsächlich grottig, bestenfalls langweilig. Und schließlich dann alle Elfmeterschüsse so zu versieben, das hat man ebenfalls noch nicht gesehen. Der Spott der Bildzeitung hätte bei solch einer Leistung auch jeder anderen Mannschaft gegolten – und wären es die Deutschen gewesen, so wäre Hohn und Spott noch größer gewesen. Ich erinnere mich noch an die hämischen Bildschlagzeilen – auf Seite Eins – über Klinsi und die deutsche Mannschaft, vor der WM.
      Und, liebe Schweizer, wie hätten wohl Eure Kommentare geklungen, wenn das deutsche Team so gespielt hätte? Die Schweizer Kommentare waren ja bereits bei den tatsächlich absolvierten WM-Spielen nicht gerade positiv für die Deutsche Mannschaft – zumindest das, was ich davon mitbekommen habe. Ich erinnere mich an diverse Aussagen über schwache Leistungen, unverdientes Glück, allenfalls Arbeitssieg etc., mit der die meisten deutschen Siege bedacht wurden.
      Übrigens hätte die Bildzeitung die Schweizer bejubelt, wenn Ihr alle Elfmeter ins Tor versenkt hättet – so in die Richtung: „langweiliges Spiel, aber grandioser Abschluss. Die Nachkommen von Tell haben der Welt gezeigt, dass sie es noch können.“ Und als nächstes spekuliert: „Haben die Deutschen sich die Elfmeter-Kracher bei ihrem Trainingslager in der Schweiz abgeguckt?“ – daneben dann eine Fotomontage von Klinsi als Tell mit der Bildunterschrift: „Wir machen’s wie die Schweizer“.
      Nun, es hat nicht sollen sein. Ich glaube zudem nicht, dass Franzosen, Italiener, Engländer, Brasilianer oder Argentiner das Fiasko gegen die Ukraine positiver beurteilt haben. Eventuell wurde es dort in der Presse aus Anstand ganz verschwiegen. Ernsthaft: Die Schweizer Nati wurde von den Deutschen eigentlich allgemein unterstützt. Das heißt jedoch nicht, dass man über solche Fehlschüsse beim Elfmeter nicht mit dem Kopf schütteln würde. Wie gesagt, das eigene Team wäre viel, viel massiver ausgelacht und verspottet worden. Die meisten Deutschen haben übrigens von dem Bildzeitungs-Artikel nix mitbekommen. Bis heute nicht. Und wer ihn gelesen hat, hatte ihn zwei Stunden später wieder vergessen. Und weiter ganz doll positiv über die Schweizer gedacht. Und sich allenfalls daran erinnert, wie weit die Schweiz doch gekommen war und wie gut dies für die EM sein wird. Anders als Österreich übrigens. Ach, „ohne Schweiz fahrn wir zur WM“ und ähnliche Gesänge habt ihr bislang noch nicht gehört und werdet ihr auch nicht hören, so wie die armen Holländer (die aber auch kräftig austeilen können). Seid ihr nun beleidigt darüber, dass wir Eurer Antipathie gegen Deutschland ignorieren oder nicht wahrnehmen und Euch einfach ganz doll lieb haben?

    8. Titos Says:

      Kann mich der Meinung von Thomas nur anschliessen. Die Wahrnehumg in der Schweiz und in Deutschland der Schweizer „Leistung“ war wohl unterschiedlich. Während die Bildzeitung die Schweizer Nati mit der gleichen Häme bedachte wie bespielsweise die Spanier, Holländer, Argentinier etc. und das Thema dann auch sofort in Vergessenheit geriet, hat sich die Berichterstattung nach dem Achtelfinal-Aus hier in der Schweiz doch ziemlich in die Köpfe der Leute gebrannt. Das Verhalten erinnert mich an das eines Klassen-Primus, der stets nur mit Lob bedacht wird und daraufhin die Anforderungen an sich selbst zu hoch steckt. Geht mal was schief, kommt natürlich von Aussen die Häme, aber am meisten ärgert sich der Klassen-Primus selbst wochenlang über sein Versagen und sucht nach Rechtfertigungen. Dabei interessiert das 3 Tage später keinen Menschen mehr, es gibt schliesslich wichtigere Dinge. Meiner Meinung nach hat die Schweiz zwei neue Erfahrungen bei dieser WM gemacht. Zum einen sind die Schweizer Spieler nach der guten Vorrunde in sowas wie eine Favoritenrolle hineingerutscht. Damit ist natürlich schwer umzugehen, wenn man sich bei den Turnieren zuvor entweder gar nicht qulifiziert hat oder in der Gruppenphase mit 0 Punkten und 1:9 Toren ausschgeschieden ist. Plötzlich waren Erwartungen da, man wurde auf einmal als Geheimfavorit gehandelt, in der Fussballwelt wahr- und auch ernstgenommen. Eine schwere Last. Zum anderen hat man in der Schweiz nun erlebt wie es ist, bei einem grossen Turnier unglücklich zu scheitern. Die erste K.O.-Runde seit langem und das erste Penalty-Schiessen überhaupt. Zugegeben, die 3 Elfmeter werden in keinem Lehrvideo auftauchen und natürlich macht man sich darüber lustig – allerdings wohl nicht nur in Deutschland, würde gerne mal wissen was die Österreicher darüber geschrieben haben. Aber so schlimm ist das auch wieder nicht, da sind schon grössere Fussballnationen dran gescheitert bzw. scheitern ständig daran (Liebe Engländer, Spanier oder Tschechen hier im Forum, erklärt den Schweizern bitte, dass das Fussballleben auch danach weiter geht). Darüber hinaus ist es nach dem Türkei-Spiel im letzten Jahr für die Schweizer wohl auch neu, nur aufgrund eines Fussballspiels in einem Land äusserst unbeliebt zu sein. Wie Thomas ist auch mir aufgefallen, dass die Berichterstattung in den Schweizer Zeitungen nach den Spielen der deutschen Mannschaft alles andere als positiv war – obwohl sogar schon die Österreicher, Engländer und Franzosen den Deutschen gute Leistungen bescheinigten, das will was heissen. Es wurde ständig verbal in die Mottenkiste gegriffen und althergebrachte Klischees verwendet („Glücks-sieg“, „den Sieg erzwungen“, „Panzerfussball“ etc.), obwohl objektiv betrachtet die deutsche Mannschaft (vom Argentinien-Spiel mal abgesehen) mit den interessantesten Fussball bei diesem Turnier gespielt hat. Warum diese Wortwahl und ständige Relativierung? Weil nicht sein kann was nicht sein darf? Weil durch die Spielweise der deutschen Mannschaft Stereotypen ausgehebelt werden und somit die Rechtfertigung, gegen die deutsche Mannschaft zu sein?
      Die Schweiz hat z.Zt. eine vielversprechende Nati, die bei den zukünftigen Turnieren einiges erreichen kann. Allerdings muss man sich hier auch an die dann folgende Berichterstattung gewöhnen, sowohl in die eine als auch in die andere Richtung. Die Beiträge in der BILD werden eben stärker wahrgenommen, da man die Sprache versteht und das Blatt auch an jedem Kiosk kaufen kann. Der Ton in anderen Ländern wird wohl der gleiche sein. Was wird wohl in der SUN stehen, wenn die Schweiz bei der nächsten EM England nach miserablem Spiel mit 8 gelben und 4 roten Karten im Elfmeterschiessen besiegt? Was wird man in der Schweiz darüber schreiben?
      Das Verhältnis zwischen Deutschen und Engländern ist überigens wesentlich entspannter, seitdem England die deutsche Mannschaft vor einigen Jahren mit 5:1 aus dem Münchner Olympiastadion gefegt hat. Vielleicht würde ein 4:3-Erfolg der Schweizer in einem packenden Spiel gegen die Deutschen die alten Vorurteile und Stereotypen aus der Welt schaffen oder zumindest abschwächen. Oder ein 6:5-Penalty-Erfolg im Halbfinal der nächsten EM…

    9. ichbins Says:

      Immerhin hat die Bild 11 Mio Leser (die meisten davon bestimmt Deutsche) Die Bild IST Meinungsbildend, auch wenn das viele leugnen…

      Es ist aber wiedermal typisch. Eine grosse (Boulevard-)Zeitung schreibt einen doch sehr abschätzingen Bericht und zwar nicht nur gegen die Nationalmannschaft, sondern die ganze Nation ab.
      Hier wieder der grobe Tenor von Thomas W., Jens und ein paar anderen: „Ihr seid überemfpindlich, tut nicht so.“ blabla.

      Nun, wenn sich jedoch ein Schweizer als Person (kein Meinungsbildendes Medium) gegen die Deutschen Elf (wohlgemerkt nicht gegen Deutsche oder Deutschland äusser), dann zeigen eben jene die die Schweizer als zu dünnhäutig und empfindlich bezeichnen eine extrem empfindliche Seite und eine noch dünnere Haut.

      Aber ihr werdet das jetzt sowieso abstreiten und mir erklären, dass das was ganz anderes ist 😉

    10. elisabeth Says:

      Zum Thema „Fussball-Deutschland-Schweiz“ erschien heute in einer anderen Zeitung ein feiner Artikel. Hier der Schluss von „Tante Käthe löst keine Gänsehaut mehr aus“ von Lucien Scherrer in der heutigen Zürichseezeitung:

      „(…) Grund Nummer zwei: Viele Schweizer pflegen ein Klischeebild vom „hässlichen Deutschen“ – dem nörgelnden, grossmäuligen Spiesser, der im Urlaub wie ein Trampeltier auftritt und nicht weiss, wie man das Wort „Gnocchi“ ausspricht. „Der Deutsche“ ist eine Projektionsfläche für alles, was man nicht sein will. Mit Grausen erinnere ich mich an das Finalspiel der WM 2002. Brasilien hatte Deutschland mit 2:0 besiegt, und auf der Langstrasse war die Hölle los. Das Bier floss in Strömen, und hübsche Brasilianierinnen tanzten zu heissen Rhythmen auf heissen Blechdächern. Und da waren diese urbanen und trendigen Schweizer mit ihren Brasilienleibchen und –fähnchen, die am Strassenrand Spalier standen und sich wahnsinnig freuten, dass die lebenslustigen Brasilianer gegen die deutschen Miesepeter gewonnen hatten. Für dieses Verhalten gibt’s eine einfache Erklärung: In den feiernden Brasilianern erkennen die Fähnchenschwenker das, was sie gerne sein möchten – und in den Deutschen das, was sie eigentlich sind, aber nicht sein möchten.

      Der lächerliche Anblick der fahnenschwenkenden Familienväter hat für mich den Ausschlag gegeben, meine alte Feindschaft gegen die deutschen Fussballer endgültig abzustreifen wie ein verschwitztes Trikot.(…) Allgemein scheint der jahrzehntealte Konsens, dass die deutsche Nationalmannschaft pfui sei, zu bröckeln. Wenn ich heute Rudi Völler sehe, der liebevoll „Tante Käthe“ genannt wird und einen durchaus sympathischen Eindruck macht, so frage ich mich, wie ich den Mann und seine Mitspieler 1986 derart verabscheuen konnte. Vielleicht lags ja auch an Grund Nummer drei: an Typen wie Matthäus. Aber die gibt’s bekanntlich auch in anderen Nationalmannschaften.“

    11. Peter Says:

      Weil hier überlegt wurde was in österr.Medien zum Spiel CH UKR geschrieben wurde: Ein Auszug von zwei Einleitungen von Berichten von http://www.derstandard.at:

      Kunststücke der Eidgenossen
      Die Schweiz schied als erste Mannschaft ohne Gegentor bei einer WM aus, traf aber auch als erste Truppe nicht im Elfmeterschießen….

      Ukraine trifft, Schweiz nicht
      Die Truppe von Oleg Blochin besiegt die Schweiz nach mageren 120 Minuten im Elfmeterschießen – Alle Schweizer verschossen….

      Diese Zeitung ist natürlich nicht mit Bild etc gleichzusetzen.

      Was schreibt im Vergleich dazu die http://www.Krone.at (auflagenstärkste, sehr polemisierende und nicht immer obejktiv – man sagt sie kann Wahlen beeinflussen):

      Alexander Schowkowskis Nervenstärke hat die Ukraine erstmals ins Viertelfinale einer WM gebracht und die Mannschaftskasse der Osteuropäer um weitere 4,5 Millionen Euro Prämie aufgefüllt. Der WM-Neuling gewann am Montagabend nach 120 tor- und trostlosen Minuten mit 3:0 im Elfmeterschießen gegen die Schweiz, die damit ohne Gegentor aus dem Turnier ausschied. Schowkowski parierte die Schüsse von Marco Streller und Ricardo Cabanas, Tranquillo Barnetta traf die Latte. Dagegen trafen die ukrainischen Schützen bis auf Andrej Schewtschenko alle sicher.
      45.000 Zuschauer in Köln sahen ein schwaches Spiel, das eigentlich keinen Sieger verdient hatte. Während das Team von Trainer Oleg Blochin am Freitag (21.00 Uhr) in der Runde der letzten Acht in Hamburg auf den dreifachen Champion Italien trifft, ging der Traum der Schweizer, erstmals seit 52 Jahren bei einer WM die Runde das Viertelfinale zu erreichen, nicht in Erfüllung….

      …und so gehts weiter. Keine Polemik, rein sachlicher Journalismus etc. Wir Österreicher werden zwar in der Schweiz immer wieder für Witze verwendet und als „naiv“ betrachtet – andersrum aber spielt die Schweiz im Alltag und in der Wahrnehmung in den Medien und Bevölkerung in Österreich (vielleicht mit der Ausnahme Vorarlberg) keine Rolle. Somit findet man keine Witze und keine Polemik über Schweizer. Österreicher fokussieren sich hier halt auch eher auf die nördl.Nachbarn – unsere Piefke oder (…-)Preissn 😉 Aber eigentlich haben wir uns nicht ungern, oder?!

      Peter

    12. Titos Says:

      @Peter: Interessant, die Stellungnahmen der Österreichischen Zeitungen zu erfahren. Dachte, es gäbe eine stärkere Nachbarschaftsrivalität, gerade was den Fussball betrifft (nix böses, nur ein leichter verbaler Seitenhieb, wenn dem anderen mal was nicht so gelingt…). Dies war aber i.a. auch der Ton, der in den seriöseren deutschen Blättern angeschlagen wurde. Keine Häme, sachliche Feststellung, dass das Spiel schlecht war und ebensogut die Ukrainer hätten ausscheiden können. Damit war das Thema erledigt. Deine Feststellung, dass die Schweiz in der Wahrnehmung der Österreicher eine eher untergeordnete Rolle spielen, trifft auch auf Deutschland zu. Die meisten – wenn sie nicht gerade im Grenzgebiet leben – haben eher keine (auf jeden Fall keine schlechte) Meinung von der Schweiz und „den Schweizern“.

      @ ichbins: BILD bedient halt – wie du erwähnst – 11 Millionen Menschen, die das geboten bekommen, was sie lesen möchten: Reisserische Headliner, platte Sprüche, viele Bilder und wenig Text. Hauptsache, sie wird verkauft. Journalismus kann man das in den seltenste Fällen nennen. Ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass ich nicht der Meinung bin, dass man in der Schweiz überempfindlich reagiert. Es fehlt hier eher ein Blatt, das tagtäglich auf äusserst niedrigen Niveau gegen oder für einen Bericht erstattet. Der BLICK ist wirklich kein geeigneter Vergleich. In Deutschland ist man in der breiten Masse eher abgestumpft gegenüber den Äusserungen in der Bildzeitung, kann sie nicht wirklich ernst nehmen und vergisst sie genauso schnell, wie man sie gelesen hat. Was meinst du, was da drin steht, wenn die deutsche Mannschaft schlecht spielt und ein Spiel verliert? Diese Wahrnehmung setzt man wohl auch bei den Schweizern voraus, daher die Äusserungen. Für wirklich meinungsbildend (also länger anhaltende Überzeugungen) halte ich die BILD nicht.

    13. Thomas W. Says:

      @peter: genau solche Berichte waren in den ca. 300 in Deutschland erscheinenden Tageszeitungen auch zu lesen. Nur in der Bild war es halt deftiger. Aber die ist noch harmlos in Vergleich zur britischen Sun. Ich nehme allerdings an, dass in der Sun das Spiel Ukraine-Schweiz nicht kommentiert wurde, denn die Schweiz käme wohl nur in die Sun-Berichterstattung wenn beim Elfmeterschießen tatsächlich mit Armbrüsten auf die Ukrainer geschossen worden wäre (bei der Treffsicherheit jedoch ohne Opfer).
      Ansonsten trifft die Aussage von peter auch auf das Verhältnis Deuschland-Österreich und Deutschland-Schweiz zu. Wobei, in Oberbayern gibt es schon Österreicher-Witze, aber unter Nachbarn necken sich Bayern und Östereicher ja schon lange und auch durchaus gerne. Und ab und an träumen ein paar verwegene Bayern sogar von einer österreichisch-bayerischen-Alpenallianz.
      Titos Beobachtung mit dem enttäuschtem Musterschüler ist ansonsten völlig zutreffend.
      AN DIE SCHWEIZER IN DEUTSCHLAND: Seid Ihr eigentlich seit der Niederlage hier in Deutschland besonders geneckt oder verspottet worden?

    14. Jan Says:

      Die Blöd-Zeitung kann und sollte nicht entschuldigt oder verharmlost werden. Und tatsächlich ist dieses Blatt ein Meinungsmacher in D. Was ich jedoch in Frage stellen würde, ist der Einfluss des vom Blick aufgebauschten Artikels aus der Bild-Zeitung auf die öffentliche Meinung in D. Ich hatte ähnliche Probleme wie Jens ihn überhaupt zu finden. Wahrscheinlich ist er auf Seite X unter Ferner-Liefen erschienen. Es war eben eines von 8 Achtelfinalen, über das neben demjenigen mit Frankreich, Spanien, Brasilien etc.. auch berichtet werden musste. Anhand des Blicks erschien es jedoch so, als hätte es ganz D auf die Schweiz abgesehen und dass die Schweizer deshalb genauso das recht hätten (als Reaktion) Deutsche zu verunglimpfen – was ja dann vom Blick auch fleissig weiter praktiziert wurde.

      Ich möchte hier keiner Verschwörungstheorie verfallen, doch kam mir die Sache komisch vor: Vor dem Erscheinen dieses Artikels schien es mir fast so, als hätten viele Schweizer erstmals Sympathien für das deutsche Team. Daniel Jeandupeux (früherer Nati-Trainer) schrieb einen Liebesbrief für die Klinsmänner im Tagi. In einer Umfrage auf Radio24 stand nach der Frage „für wen soll die CH fänen nach dem WM-Aus?“ das deutsche Team auf Platz eins, etc… . Selbst der notorisch germanophobe Beni Turnschuh wunderte sich ob des deutschen Publikums, das die Schweiz anfeuerte:“sollen wir jetzt etwa auch für D fänen?“

      Und plötzlich schien jemand die Notbremse ziehen zu müssen:“hey momentmal, wo ist der hässliche Deutsche?“ Am nächsten Tag wurde er im Blick abgedruckt, schwarz-rot-goldenes Cover mit ganzseitigem Bild eines dreckig lachenden Deutschlandfäns mit Irokesenschnitt. Zufällig (?) erschien auch in der sonst doch so gemässigten NZZ ein Hintergrundartikel, der mit verschiendenen Mutmassungen Oliver Bierhoff zum „hässlichen Deutschen“ machte und mit zusammengeklaubten Details eine Theorie über einen aufkeimenden deutschen Nationalwahn sponn:“Die Welt in Angst vor Deutschland?“ http://fussball.nzz.ch/2006/07/05/wmn/articleE9OQ7.html

      Da war er wieder: der hässliche Deutsche. Bei Intellektuellen und Prollos gleichermassen wurde das Weltbild wieder zurechtgerückt. Schade. Aber das nenne ich Scharfmacherei…

    15. FR Says:

      Die BILD-Zeitung hat sich über die Schweizer Elfmeterschützen lustig gemacht und sich dabei im Ton vergriffen – das jedoch gehört zum Boulevardjournalismus wie Spottgesänge im Stadion. Was ich aber als Deutscher während der WM in der Schweiz mitbekommen habe, ist Ausdruck des blanken Hasses gegen Deutschland und die Deutschen. Angeblich geht es ja „nur um Fussball“, ich habe jedoch den Eindruck, dass viele Schweizer bei dieser Gelegenheit ihre Masken fallen lassen und ihren wahren Emotionen freien Lauf lassen.

    16. Branitar Says:

      Ehrlich gesagt möchte ich bezweifeln, dass die BILD von 11 Mio Leuten gelesen wird, denn das würde bedeuten, dass jede verkaufte Zeitung von mindestens 3 Leuten gelesen wird.
      Im 2. Quartal 2006 wurden aber im Durchschnitt nur 3,6 Mio. Zeitungen am Tag verkauft (nachzulesen unter anderem hier: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23128/1.html).

    17. aquado Says:

      @ FR

      Da ich hier immer wieder feststellen kann, wie sehr die Einwohner der Schweiz Deutsche, deutsches und Deutschland offensichtlich nicht mögen, rufe ich hiermit zum Boykott aller Schweizer Waren in der BRD auf.
      In Bezug auf deren Produkte der Nahrungsmittelindustrie habe ich selbst schon den ersten Schritt getan…

    18. Thomas W. Says:

      @aquado: Ich bin dafür, den Begriff BRD zu boykottieren. Aber Schweizer Schoggi esse ich nach wie vor, auch wenn sie natürlich deutlich überbewertet ist. Und Nestle hat mittlerweile fast sämtliche Joghurtmarken in Deutschland in seiner Gewalt, selbst einige Ex-Dr.-Oetker-Produkte. Also kein Boykott. Ausserdem: Als Deutscher kann man sich die Leute nicht aussuchen, die einen nicht mögen. Am besten ignorieren und im Zweifelsfall hinfahren und durch besondere Freundlichkeit in den Wahnsinn treiben – zum Beispiel stets ein „Nein, ich habe zu Danken!“ auf jedes „Danke!“ eines Schweizers folgen lassen. Am Besten allerdings mit einem kleinen Zusatz: „Nein, ich habe zu danken, oder?“ Besonders skrupellose können es auch mit ihrem deutschen Akzent auf Schwiizerdüütsch versuchen. Ich wette, nach kurzer Zeit wird es eine Kampagne geben gegen den um sich greifenden Missbrauch der Schweizer Sprache(n) durch Deutsche.

    19. aquado Says:

      @ Thomas

      Muß mich bezüglich Ihres Kommentares noch einmal melden.
      „Fast sämtliche Joghurtmarken in D in ihrer Hand“stimmt so nicht. Ich habe mal in diesem Bereich gearbeitet und hier einen guten Einblick gehabt.
      Deutsche Produkte kann ich hier wegen unerlaubter Werbung nicht nennen, sind aber allen bekannt und immer noch in der Überzahl. Die Nestlé Marken erkennt man auch immer an ihrem Namen (Nestlé), wenn nicht, einfach mal den Joghurtbecher umdrehen und das Kleingedruckte lesen. Warum um die Schweizer Schokolade so ein Hype gemacht wird, kann ich auch nicht verstehen. Das kann man in Deutschland genausogut. Die Vielfältigkeit deutscher Lebensmittel und deren Variantenreichtum sucht seinesgleichen auf der Welt, auch auf die Qualität bezogen. Wer meint, gutes Essen oder gute Weine kommen nur aus Frankreich, gutes Design nur aus Italien oder Pralinen müssen aus Belgien sein, lebt leider in einer Welt voller Klischees; die Vorstellungen hierzu müssen revidiert werden. (Das war nicht auf SIE bezogen).
      Freundliche Grüße

    20. Lapsus 4711 Says:

      @ aquado vom 24.7.06
      Logo, Boykott, aber subito.
      Ich empfehle noch zusätzlich die Fenster der Botschaft einzuschlagen und Flaggen zu verbrennen. Vielleicht haben die Islamisten noch einige dänischen übrig. Der Unterschied zu der schweizerischen merkt in Deutschland sowieso keiner, denn die Elite ist ja angeblich schon im Ausland.

    21. Jan Says:

      @Lapsus
      Genau! Die frustrierte aber reformunfähige deutsche Elite steckt jetzt im Ausland und zwar in der Schweiz, wo sie auf Blogwiese diskutiert, was die Schweizer besser machen könnten. 🙂

    22. Phipu Says:

      Es gibt da ein paar Kommentare, die fliegen so tief wie der Bild-Journalismus. Aber die ignoriere ich einfach.

      (Mit meiner Reaktion gebe ich zu, dass ich sie trotzdem gelesen habe. Lieber gebe ich das zu, als zugestehen zu müssen, dass ich auch schon mal eine „Bild“ gelesen habe.)

    23. aquado Says:

      Sind ja alles ganz helle Käsköppli hier.

    24. Thomas W. Says:

      @aquado: Das beste Design kommt mittlerweile aus D-land 🙂 Wer es nicht glaubt, sollte mal deutsche, italienische und französische Eisenbahnzüge miteinander vergleichen, insbesondere auch von innen.

    25. wolfi Says:

      frag mich manchmal schon, wie einige von euch in der schweiz leben….kontakt zu einheimischen gibts wohl bei euch nie, lieber vorurteile leben…..und mit deutschen landsleuten bei einem gemeinsamen bierchen über die schweiz und ihre gepflogenheiten jammern.
      wenn ich mir einige berichte hier durchlese, bekomme ich einen dicken hals, was sich hier für eine arroganz aufstaut.

    26. Urs von T. Says:

      egal was und wie man über BILD denkt.
      1.sie beeinflusst in deutschland wahlen.die chefredaktoren werden gern von den parteien als wahlkampfmanager geholt.
      2.sie wird von mehr akademikern gelesen als die FAZ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) oder die NZZ.
      by the way

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