-->

Vorsicht mit dem Wörtchen Sack — Ein Sack ist keine Tüte

(reload vom 8.10.05)

  • Was bedeutet „Sack“ für die Deutschen?
  • In Deutschland ist das Wort „Du Sack“ eine grobe Beleidigung. In der Langfassung vor allem in Bayern äusserst beliebt ist der Fluch „Heilandsack“, wobei der nichts mit dem Geschlechtsteil des lieben Herrn Jesus zu tun hat, sondern die verballhornte Abkürzung von „Heilands Sakrament“ ist. Das heilige Sakrament, von kirchenlateinisch „sacramentum„, bedeutet ein religiöses Geheimnis, das auf die unsichtbare Wirklichkeit Gottes hinweist (siehe Wikipedia).

    Die Deutschen haben also ein gespaltenen Verhältnis zum Wort „Sack“: Es ist einerseits ein Schimpfwort, anderseits etwas Heiliges. Kommen sie nun in die Schweiz und hören an der Ladentheke die Frage „Hätten Sie gern einen Sack“, oder schlimmer noch: „Hätten Sie gern ein Säckli„, dann beginnen sie zu grübeln und denken darüber nach, oder ob es vielleicht nicht doch um ihre von der Schweizer Verkäuferin angezweifelte Männlichkeit geht.

  • Das Sackmesser macht Angst
  • Beim Wort „Sackmesser“ sind sie die Deutschen sehr skeptisch und habe genau genommen gleich Kastrationsängste. Man muss ihnen erklären, dass auch der „Hosensack“ oder der „Mantelsack“ keine besonders fiesen Beschimpfungen sind sondern sich immer auf äusserst praktische Kleidungsstücke beziehen.

  • Sackgeld und Knecht Ruprecht

  • Auch über das „Sackgeld“ wundert sich mancher Deutsche: Ist es denn soviel Geld, dass es nur im Sack heimgetragen werden kann? Denn wenn der Deutsche das Wort „Sack“ im eigentlichen Sinne gebraucht, dann meint er damit mindesten die Ausrüstung von Knecht Ruprecht (in der Schweiz besser unter dem Decknamen „Schmutzli“ bekannt).

    Ein echter Sack

    Vielleicht hilft das leise Vorsingen der alten Volksweise „Ich armes welsches Teufli“ (Melodie als Midi-File). Es ist bei pubertierenden deutschen Jugendgruppen, bei Pfadfindern oder auf einer Klassenreise der absolute Brüller, nur wegen der Zeile „aus meinem Mantelsack, Sack, aus meinem Säckelein

    1. Ich armes welches Teufeli,
    Bin müde vom Marschieren, bin müde,
    Bin müde vom Marschieren,

    2. Ich hab verlorn mein Pfeifli
    Aus meinem Mantelsack, sack.
    Aus meinem Mantelsack

    3. Schadt nichts, ich hab’s gefunden,
    Was du verloren hast, hast.
    Was du verloren hast. (Quelle)

    

    17 Responses to “Vorsicht mit dem Wörtchen Sack — Ein Sack ist keine Tüte”

    1. Christian (der Andere) Says:

      Heißt der Hodensack auf Züüridütsch nicht „Säckel?“

    2. Phipu Says:

      Manchmal erstaunt mich die unflexible Vorstellung gewisser Sprachraumgenossen ein wenig. Besonders im Bereich Urlaub/Ferien, wenn man mit „Tasche und Flasche“ verreist (oder heisst es vielleicht in Deutschland doch auch „Sack und Pack“?) sollte einem dieses Wort doch auch für Artikel, die über der Gürtellinie hängen, geläufig sein. Also, eben in den Ferien, in denen man vielleicht in Deutschland Campieren geht, nehme ich also nach logischem Rückschluss den „Ruckbeutel“ mit und schlafe in der „Schlaftüte“ (siehe auch Kommentare zur Originalversion vor Reload, immer der oberste sichtbare:
      http://www.blogwiese.ch/archives/42#comment-3140 )

      Eine Schlaftüte müsste dann wohl eher ein Betäubungsmittel zum rauchen sein, das Müdigkeit hervorruft:
      http://www.blogwiese.ch/archives/42#comment-351

      Andererseits haben sich gewisse Wörter, die eher in neuerer Zeit entstanden sind, über das Hochdeutsche in den Dialekt geschmuggelt. Z.B. „d’Taschelampe“. Es sagt also niemand „d’Sacklampe“ oder „d’Täschelampe“ auch wenn „die Tasche“ eigentlich zu Dialekt „d’Täsche“, mit Umlaut, heissen müsste, wie eben in „Sporttäsche“ oder „Handtäschli“. Und dass diese Lampe für den „Mantelsack“ gedacht ist, geht aus dem Dialektwort auch nicht hervor.

      Wenn ich mich nicht allzu sehr täusche, kennt man in Deutschland das Verb „einsacken“ (für „Geld einstecken“, nicht „einstürzen, absinken“) ebenfalls. Z.B. „Die abzockenden Hausvermieter haben einmal mehr zuviel Geld eingesackt“. Es widerstrebt mir etwas, hier „eingetascht“ zu sagen.

      Wenn in den oben verlinkten Kommentaren schon der „Schafsäckel“ (BE: „Schaafsecku“ oder auch nur „du Secku“) zur Sprache kommt. Ist dann der „Säckelmeister“ ein besonders derbes Fluchwort? Wäre das also so etwas wie der „Ober-Secku“? Falsch! Siehe im Duden: http://www.duden.de/duden-suche/werke/fx/000/137/Sckelmeister.137619.html Ach, der Begriff „Säckelwart“ hilft auch nicht wirklich? Dann bloss soviel: In vielen Kantonen oder Gemeinden heisst auch heute noch der Finanzminister/Finanzverwalter so; oder auch der Vereinskassier. Beispiel: http://www.gemeindeschwyz.ch/finanzwesen_organigramm_gemeinde_schwyz.htm

      Hier entstammt der Begriff dem Wort „Geldbeutel“ das zu „Gäldseckel“ wurde. Achtung, für Zuwanderer: Dennoch heisst es als logische Folgerung in zeitgenössischem Wortschatz nicht: „häsch en Füfliber i dim Gäldsack?“ (Hast du ein 3,125€-Münze in deinem Geldbeutel?) sondern praktisch ausnahmslos „… im Portemonnaie“ (Schweizer, die Französisch können, werden sich nur unter Folter an die neue Rechtschreibung halten „Portmonee“) oder „Chan ich d’Zahnpaschta us dim Kulturbütel näh?“ (Harf ich die Zahnpasta aus deinem Kulturbeutel nehmen) Das Wort „Kulturbeutel“ ist total unbekannt. Das heisst „Necessaire“ (frz. „nécessaire“ [Nessessehr] = „das Notwendige“)

      Falsch auf Dialekt übersetzen könnte ein Zuwanderer auch „’s Sackwörterbuech“. Nur weil auf Schriftdeutsch „Taschenwörterbuch“ drauf steht, heisst das noch lange nicht, dass man dazu nicht auch „Dix“ oder „Dixionär“ (frz. „dictionnaire“) sagen könnte. Übrigens sind diese Bücher meist so gross, dass man sie sowieso nicht in den „Hosensack“ oder den „Mantelsack“ bringt. Da bräuchte man also eher einen „Papiersack“ zum Einkaufen dazu. Wieso, um Himmels willen, heisst es denn nicht „Tütenwörterbuch“? Bin ich jetzt in meiner Sprachvorstellung selber unflexibel?

    3. Lukas Says:

      Wobei ja auch in der Schweiz das Wort Sack in Verbindung mit anderen Wörtern zu einem Fluch werden kann. Ich denke jetzt an den Schaf*.

      Lukas

    4. AnFra Says:

      @Phipu

      Lieber Phipu, Du bist in Deiner Sprachvorstellung nicht unflexibel. Mit dem Vergleich „Sack“ und/oder „Tasche“ kann man herrlich die Aufspaltung der deutschen Sprache darstellen.
      Wenn man davon ausgehen kann, dass Sack und Tasche nicht altgermanischer Herkunft ist, denn es deuten viele Indizien darauf hin, so hat sich ab dem Ende des Mittelalter die Sprache mit dem Sack und der Tasche für den persönlichen, direkt zu nutzenden Gebrauch, wie z.B. Tasche für: Karten-, Besteck-, Werzeug-, u.a.m im HRR und in der abtrünnigen Schweiz doch sehr unterschiedlich entwickelt. Der Sack hat weiterhin den Gebrach für Handel, Lagerung und Transport.
      Die Germanen haben den Sack (saccus) für das „Einsacken“ der römischen Beutestücke benötigt. Die vorgefundene Tasche (saccus) der römischen Militärs und der Verwaltung mit den beinhaltenden Schriftstücken waren sicherlich mit der lateinischen Schrift noch nicht interessant. Diese Taschen waren aus der Sicht der germanen auch nicht zum täglichen Gebrauch sinnvoll.
      In der folgenden Zeit ist dann die sprachliche Dynamik an der Schweiz etwas vorbeigeschrammt. In der sprachlichen Verhaftung des Althergebrachten in der CH ist nun fast alles ein „Sack“. In dem übrigen dt. Sprachgebiet hat sich eine verfeinernde Detailbenennung mit den Begriffen „Tasche, Tüte, Beutel u.ä.“ durchgesetzt. In der letzten Konsequenz ist es für Deutschsprechende denk ich doch alles eindeutig.

      Zum Schafsäckel möchte ich noch folgendes hinweisen. Man kann wahrscheinlich diesen Begriff mit dem Bocksbeutel in gewisse Analogie bringen. Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Bocksbeutel. Hieraus wird ein guter Tropfen getrunken, der vergleichbarer „Schafsäckel“ ist ein übles, deftig riechendes und unangenehm seiendes Objekt.
      Als Krönung möchte ich den Begriff „Taschensack“ darstellen. Laut Grimm WB ist es der Sack einer Tasche! So trifft sich’s als sprachlicher Ausgleich in bester Gesellschaft.

    5. Christian (der Andere) Says:

      @Phipu: Gewisse Doppedeutigkeiten lassen sich bei einer gewissen Vielfalt an Sprachvarianten nicht vermeiden, dabei geht es nicht um richtig oder falsch. Delikatessen können demnach in Deutschland richtig lecker sein. In der Schweiz schmeckt Feinkost hingegen richtig fein.

    6. AnFra Says:

      @Phipu

      Nachtrag als Verbesserung:

      …..Die vorgefundene Tasche (Verbessert: tasca) der römischen Militärs und der Verwaltung mit den ….. nicht interessant.

    7. mare Says:

      In Österreich habe ich imLaden auch schon gehört „Möchten’S ein Sackerl?“ und nicht „Möchten’S eine Tüte/eine Tasche?“.

    8. Flaneur Says:

      Also so gänzlich unbekannt ist mir das mit dem Sack zumindest aus Süddeutschland nicht.

      „Da geht mir echt das Messer im Sack auf“ – habe ich schon einige Male gehört (und musste mein Grinsen unterdrücken, weil die Leute wirklich aufgebracht dabei waren)

    9. Psalmist Says:

      @Phipu: Und WIE unbekannt der Begriff „Kulturbeutel“ in der Schweiz ist! Im neusten Velojournal (zu Deutsch „schnelles Tagebuch“) kommt der Begriff zwar zu meinem großen Erstaunen in der Packliste eines Schweizer Tourenfahrers vor. Allerdings gibt es dort auch ein Necessaire, das bereits alle notwendigen Ingredienzen eines Kulturbeutels enthält. Im „Kulturbeutel“ befinden sich (ich zitiere) „Karten, Reiseführer, Wörterbuch“. Da hab ich erst recht gestaunt!

      Ich stelle mir vor, wie der Herr, der etwa doppelt so alt sein mag wie ich, mit vollster Überzeugung den falschen Begriff verwendet – immerhin hat er sich ja schon einige Jahrzehnte bewährt (und in der Redaktion des Velojournals ist er einmal mehr nicht aufgefallen). Umso größer die Verwirrung, wenn er irgendwann zufällig jemand trifft, der es besser weiß – das Aneinandervorbeireden kann endlos sein, bis endlich ein Licht aufgeht. Die Vorstellung von dieser Loriotschen Szene gefällt mir.

    10. Psalmist Says:

      Sorry, kleine Korrektur: Es handelt sich nicht um das letzte, sondern um das vorletzte Velojournal (das ich aus Versehen als letztes gelesen habe). Und es gibt einen Direktlink zum Artikel: http://www.velojournal.ch/CMS/content/view/673/109/

    11. Psalmist Says:

      Vorsicht, jetzt ists langsam Spam: Je später der Abend, umso schöner die Ideen – ein paar Definitionsversuche (Korrekturvorschläge willkommen)!

      In der Schweiz benutzt man die Begriffe wie folgt:
      Sack = rein textiler Behälter oder eine Nachbildung aus einem anderen Material, das ähnliche statische Eigenschaften hat. (Statik im mechanischen Sinn, nicht im elektrischen)
      Täsche = Sack mit Verschluß. Dabei gilt zubinden wie beim Samichlaussack nicht, sondern es muß mehr High-Tech sein – standardmäßig ein Reißverschluß oder wenigstens ein Druckknopf.
      Bütel = prall gefüllter Plastiksack kleineren Formats, häufig allseitig geschlossen.
      Tüte = Papiertrichter als Behälter.

      Während in Deutschland:
      Tasche = Wie CH, zusätzlich für „Säcke“ an Kleidungsstücken, manchmal überhaupt für „Säcke“.
      Tüte = Wie CH „Sack“, außer an Kleidungsstücken. Außerdem für CH Tüte.
      Beutel = Prall gefüllte Tüte kleineren Formats.
      Sack = Allseitig geschlossener Beutel größeren Formats; auch für Samichlaus-Säcke (die allerdings etwas außer Mode sind).

      Die Begriffe lassen Spielraum, wo konkrete „Behältnisse“ genau einzuordnen sind: Ist etwa ein Portemonnaie ein (Geld-)Beutel, da er allseitig geschlossen, klein und (hoffentlich) prall gefüllt ist? Oder legt man eher Wert darauf, daß es sich um ein im weiteren Sinn textiles Behältnis mit Verschluß handelt und nennt es daher (Brief-)Tasche?

      Hm, wie nennt man eigentlich auf DE-DE die „Chübeli“ aus Karton, in denen man die Glace auf der Straße serviert bekommt (wenn man sie nicht im Cornet = Waffel möchte)? „Eimerchen“ ist genaue Lehnübersetzung und von der Form des Behälters her absolut korrekt. Aber Eimer sind eigentlich nie aus Karton. Bei der „Schachtel“ stimmt das Material, aber dafür sonst nichts. „Tüte“ wäre ein Mischform, bei der beides nur so halb stimmt. Suppentellerchen? Pappkesselchen? Hohlkarton? – Nein, Becher! Stimmt eigentlich: Becher haben genau die Form (Proportionen mal ausgenommen) und bestehen auch häufig aus Karton – aber als Schweizer käme ich nie auf die Idee, aus Bechern zu essen! Dafür trinke ich auch mal aus einem Chübeli (allerdings nur in westlichen Dialekten). Kompliziert! Bevor ich völlig stigelisinnig werde, höre ich lieber.

    12. Phipu Says:

      Da Psalmist
      nun schon alles gesagt hat, kann ich nur noch beifügen, dass Einwanderer bloss nie das Wort „Eimer“ zu Dialekt machen sollten. Ein Wort wie „Iimer“ oder so gibt es nicht. Das ist immer der „Kübel“ oder allenfalls „Kessel“, z.B. in DE: Abfalleimer / ZH: Güselchübel / BS: Mischtgghüübel / BE: Ghüderchübu oder „es güüsst wie us Chüble“, was zu Deutsch mit „ … Eimern“ endet

      Hier gibt es schon ein paar Kommentare zu den kleinen Chübeli http://www.blogwiese.ch/archives/51 (mit Flüssiginhalt)

      Und hier etwas zu den noch kleineren Chübeli mit kaltem Inhalt: http://www.blogwiese.ch/archives/328

    13. Gaby Says:

      Was fällt euch ein beim Begriff „seckle“??

      Gestern Abend, als ich mit Freundin heimging, rief sie mir zu, ich soll doch nicht so „seckle“, darauf ich, spasseshalber, „das chönd doch nor Manne“.

      Ich weiss, klingt etwas ordinär, aber darf ich das an der Stelle als humorvoll einfügen oder ist das zu weit hergeholt, hat das gar nichts mit dem Anhängsel der Männer unten dran zutun??

    14. AnFra Says:

      @Gaby

      Vorsicht, Sprachmine.

      Beim Begriff „seckle“ kann / muss man vom Grundbegriff „sacken, säcken“ ausgehen.
      Im Grimm WB lässt sich nachweisen, dass hierfür die Bedeutung von „rütteln, schaukeln“ ist. Als Beispiel wird genannt: „Ein Fuhrwerk auf holprigen Wegen“. Die eingesackten Sachen „rütteln“ also im Wagen hin und her. Die am Wagen angebundenen Säcken „schaukeln“ auch hin und her.
      Ein schnell / hastig laufender Mensch, welcher in Eile ist, rennt auch manchmal/mengisch ziellos hin und her. Er „seckelt“ also eigentlich sinnlos umher.

      „Nicht seckle“ soll uns sagen, dass man nicht unbedingt sinnlos „hin und her rennen“ soll. Es sei nicht so eilig. Dieser Begriff wird oft im schweizer Sprachumfeld gebraucht. Dieser Begriff wird natürlich auch im gesamten alemannischen Bereich in Süddeutschland verwendet!

      Den Rest der Frage kann man auch so beantworten:
      Der Schlägel einer Glocke „seckelt“ entsprechend der Sprachverwendung auch hin und her.
      Aber nur, wenn man die Glocke aktiviert.

    15. Phipu Says:

      An Gaby

      Hier steht noch viel mehr über „seckle“. In diesem Zusammenhang wird es sicher schon viel klarer:
      http://www.blogwiese.ch/archives/488

      über dein Nicht-Verstehen musste ich schon ein wenig schmunzeln, da für mich dieses Wort ganz selbstverständlich ist und mit „springe“ (was ja bekanntlich „rennen“ und nicht „springen“ heisst, denn das wäre ja „gumpe“, siehe hier: http://www.blogwiese.ch/archives/70#comment-726 ) gleichgesetzt ist und ich hatte bisher noch nie an „Sack“ gedacht dabei.

      An AnFra

      Da du die Referenz zur Glocke bringst, wir dich sicher auch dieses Thema interessieren: http://www.blogwiese.ch/archives/204

    16. AnFra Says:

      @Phipu
      und
      @Gaby

      Wie im Schreiben an Gaby gewarnt, bin ich nun in die eigene Sprachmine gestolpert!
      Es geht um: „Der Schlägel einer Glocke…..“.

      Habe mal wieder „Schlägel“ anstelle „Klöppel“ gesagt. Diese Verwechslung ist mir schon oft unterlaufen, da mir die inhaltliche sprachliche Wertigkeit des Tonerzeugers in der Glocke als Schläger (Schlägel) sinnvoller erscheint und nicht die eigentlich gebräuchliche als Klopfer (Klöppel).

      Laut Grimm WG hat der Schlägel neben der Beschreibung als Glockenteil auch Zuordnungen, die in folgende Richtung deuten:
      SCHLÄGEL:….. das hölzerne werkzeug mit dem man trommeln und pauken schlägt…..
      Ansonsten wird oft dem Schlägel die Aufgabe zugeordnet, ein Antreiber beim Bearbeiten (formen, trennen, spalten, verändern…..) von Gegenständen zu sein. Beispiel: Im Bergbau der Hammer und Schlägel.

      Habe gefunden, dass er sogar als Henkerwerkzeug und auch als (original GWB: ….. keule zur tödtung abgelebter greise…..) verwendet wurde.

      Da können wir Mannen uns hoffentlich sicher auf die Rente und AHV freuen. Man sollte aufpassen, dass die Großkopferten in Berlin und Bern von diesem guten alten Brauch nichts mitbekommen!

    17. Gaby Says:

      Danke vielmals…..hab mich durchgelesen und bin nun schläuer…..natürlich etwas enttäuscht, weil ich nicht Recht habe (dann ist unsere Sprache doch nicht so verhunzt!!)….aber………man lernt nie aus.

      Merci vieumale ond en scheenä grioss!!