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Gedächtnistraining für den Eisverkäufer — Es gibt ein Eiscafé in Bülach!

  • Ein Glace und kein Eis bitte
  • Wir hatten bereits früher festgehalten, dass wir als Deutsche in der Schweiz die Eisdielen vermissen (vgl. Blogwiese ). Doch die Not hat ein Ende! Seit einigen Monaten gibt es in Bülach, der Lifestylemetropole des Unterlands, ein schickes italienisches Cafe, in dem hausgemachte Eisspezialitäten verkauft werden. Die Eisspezialitäten brauchen Sie dort auch nicht mit „Glacehandschuhen“ anfassen, auch wenn Sie dort besser nicht „Eis“ verlangen, denn das gibt es nur in Form von Würfeln.

  • Warum sieht das immer gleich schick aus?
  • Wir sind gleich für einen Testkauf dort hingegangen und haben versucht, Eis zu kaufen. Es gibt eine Verkaufstheke mit wundervoll aufgeschichteten, zu Kugeln geformten und mit leckeren Früchten dekorierten Eissorten. Die bewunderten wir am Morgen, am Mittag war sie immer noch unverändert, und als wir am Abend unser dritte Eis kaufen gingen (täglicher Durchschnittsverbrauch eines Deutschen), sah sie immer noch komplett unangetastet aus wie beim ersten Besuch am Morgen.
    Eissorten, viel zu schön zum Essen

    Ist das vielleicht nur Dekoration und in Wirklichkeit alles aus Plastik? Wird die Oberfläche mehrmals täglich frisch geformt? Oder sind wir schlichtweg die einzigen, die hier tagsüber Eis kaufen? Zumindest im Frühsommer war das so. Es gibt doch in der Schweiz dieses berühmte leckere Packungsseis von Mövenpick mit den fettreichen bröseligen Sorten. Wie kann man da nur auf die Idee kommen, frisches Speiseeis essen zu wollen? Das Café ist voll und beliebt. Viele trinken hier ihr „Cüpli“ um den Feierabend einzuläuten, und bis Nachts um 2.00 Uhr ist geöffnet! Sensationell für den Matratzenforschungsstandort Bülach.

  • Der Keller und die Mnemotechnik
  • Ich stelle mich an die Theke, erlange die Aufmerksamkeit des Kellers und bestelle: „Einmal drei Kugeln im Hörnchen“. Kein Gipfeli, sondern im „Cornet“ wäre angebrachter gewesen in der Schweiz. „Zitrone, Erdbeere und Schokolade“. Der Typ nimmt einen Becher vom Stapel und schaut mich fragend an, um die Sorten zu erfahren. „Nein, im Cornet bitte“, wiederhole ich, jetzt den Landessitten besser angepasst. Er stellt den Becher zurück und nimmt ein Hörnchen. „Wie viele Kugeln?“ Sagte ich das nicht bereits? Ich wiederholte brav. „Drei: Zitrone, Erdbeere und Schokolade“. Der Typ stellt das kleine Hörnchen zurück und nimmt ein neues Hörnchen, diesmal gross genug für drei Kugeln. Ohne weitere Rückfrage beginnt er dann mit der Suche nach Zitrone.

  • Dov’è il limone?
  • Da ich strategisch günstiger stehe und die Beschriftung der Sorten von meiner Seite der Theke besser lesen kann, weise ich mit dem Finger hilfreich auf die Sorte. Die erste Kugel ist geschafft. Der Type schaut mich fragend an. „E poi?“. Ob der glaubt, ich bin Italiener? „Dann noch Erdbeere und Schokolade“. — „Fragola, si!“ Diesmal findet er Erdbeere allein, wäre nur beinahe kurz bei der ebenfalls rosaroten Sorte Himbeere hängen geblieben. Fragender Blick und: „E poi?

    In diesem Moment kommen mir die Zweifel, ob ich hier nicht gerade in einem Grundkurs für Mnemotechnik stecke oder vielleicht bei den Dreharbeiten für die nächste Folge von „Versteckte Kamera“. Spiegel an den Wänden gibt es genug. „Schokolade bitte“. „Si, cioccolata, prego…“. Wahrscheinlich ist das Übersetzen der Sortenbezeichnung ein Trick zur Aktivierung des extremen Kurzzeitgedächtnisses. Muss ich mir merken… äh, wie ging dieser Trick noch gleich?

    Unterdessen beginnt die Eiswaffel plötzlich wegen der ungewohnten Belastung, denn drei Kugeln sind zwei mehr als eine, Risse zu bekommen. Er flickt sie kunstvoll durch Einwickeln in mehrere Papierservierten. Bevor ich zahlen kann, beginnt er noch ein Gespräch mit dem Kollegen hinter sich an der Theke. Dann kehrt der Blick zu mir zurück, fragend: „Prego“? Ich würde gern zahlen, es waren drei Kugeln bitte. Es tut sich was, offensichtlich Kopfrechnen, denn die Stirn legt sich massiv in Falten und der Blick geht hilfesuchend zur Wand, wo die Preise für eine, zwei, drei, vier usw. Kugeln je nach Grösse aufgelistet sind. Ich lasse den jungen Mann bei seinen Rechenkünsten ungestört, lege die Franken passend auf die Theke und gehe.

  • Dann lieber Gelati von Coop?
  • Wow, jetzt glaube ich das Geheimnis entdeckt zu haben, warum die Schweizer doch lieber ihr Eis beim Coop aus dem Kühlregal nehmen statt in einer Gelateria zu kaufen. Beim nächsten Mal werde ich mich besser präparieren und vorgefertigte Schilder für die Sorten mitbringen, die ich dann sukzessive einzeln hochhalten kann, um den Mann nicht zu überlasten. Wenn er mag, kann er sich ja später ein schickes Eissorten-Memorie daraus basteln. Trainiert ungemein die kleinen grauen Zellen.

  • Wir lernen Eisverkauf-Vokabular
  • Die beschriebene Szene hat sich wirklich so ereignet, aber das Eis war absolut klasse. In den italienischen Eisdielen in Deutschland werden in jedem Sommersaison junge Jobber aus der Heimat der Eisdielenbesitzer an die Theke gestellt, nach einem 3-Tage-Crashkurs in Sachen „Eisverkauf Spezialvokabular“. Dazu gehört „Danke schön – bitte schön – in der Waffel – im Hörnchen – im Becher – mit Sahne – einpacken – Zitrone, Erdbeere, Vanille etc.
    Und es gehört vor allem das Training der Fähigkeit, sich 5-8 Sortenwünsche des Kunden merken zu können, damit die Abfertigung schnell geht, denn die Schlange der Wartenden ist lang. Zeit ist Geld dort, und zwar Bargeld, denn Eisverkauf an der Theke läuft grundsätzlich ohne Registrierkasse oder Bon. Fragen Sie mich nicht, wie die eigentlich ihre Einnahmen versteuern.

    Dann entdeckten wir noch diese Plakat beim Bioladen, zum Beweis, dass die Schweizer wirklich nur „Glace“ und „Cornet“ sagen, und nicht „Eis im Hörnchen„:
    Glaces im Cornet

    

    24 Responses to “Gedächtnistraining für den Eisverkäufer — Es gibt ein Eiscafé in Bülach!”

    1. Marcel Says:

      Hallo Jens

      Gratulation!! Du hast es mit deinem irrwitzigen Blog sogar in die NZZ (26.6.06 / http://l023sys0.nzz.ch/2006/06/26/il/articleE7FZK.html) geschafft. Bin das erst Mal auf deiner Site und amüsiere mich köstlich. Werde als Doppelbürger (Schweiz/Deutschland) bestimmt auch noch Einiges beisteuern können.

      Eisdielen sind echt rar, da hast du recht. Meine Partnerin aus Nürnberg hat sich auch nie damit abfinden können, dass es sowas wie klassische Eisdielen einfach nicht geben soll. Glücklicherweise wohnen wir grenznah und können uns den ‚Cornet-Spass‘ im ‚Ausland‘ holen.

    2. sylv Says:

      Schmunzel, Schmunzel:)
      Als ich so um die 8 Jahre alt war und in einem Buch das Wort EISDIELE vorkam, habe ich mich im ersten Moment gefragt, was denn die mit einer Decke aus Eis wollen:)bis ich dann ein paar Sätze weiter geschnallt habe um was es sich handelt 🙂
      Berndeutsch: Dili-Zimmerdecke

    3. Frank Says:

      Drei Kugeln – ich tippe mal: 8 Franken….

      [Antwort Admin: Nee, ich glaub 4.50, weil es kleine Kugeln waren]

    4. tyrannosaurus Says:

      Lieber Jens,

      nun hat Dich also auch noch die noble NZZ „ins Licht gerückt“. Dazu meine herzlichsten Glückwünsche. Deine Karrierekurve von „20 Minuten“ über „Quer“ bis zum Inlandteil der „NZZ“ ist wahrlich beeindruckend; was dürfen wir als nächstes erwarten, vielleicht eine Publikation?

      Jedenfalls weiter so und beste Grüsse

      t

    5. Fiona Says:

      In der NZZ als „deutscher Beobachter“!!

      Also, vor ca. 16 Jahren hat de Stadt Zug einen Stadtbeobachter eingestellt. Der/Die BeobachterIn sollte über die ZugerInnen, das Leben / Geschehen und Sonstiges in der Stadt Zug berichten. Der Lohn
      betrug Fr3 000 im Monat und zusätzlich eine (gratis!) schöne Wohnung in der Altstadt von Zug.
      War sogar Martin Suter (der die Business Class articles im Tagi schreibt).) einmal sogar der Beobachter in Zug gewesen?

      Anyway, alles ist super gegangen bis eine Frau (Susanna ..? Aus Ungarn) Beobachterin wurde. Sie schrieb derart negativ über die ZugerInnen und die Stadt dass sie bald „hot“ mail in ihrem Briefkasten bekam – es war ihr zuviel und sehr verärgert verliess sie die Stadt (ohne zu kündigen?)….

      Seitdem gibt’s keinen Stadtbeobachter mehr in Zug – schade!!

    6. Krusenstern Says:

      „Deine Karrierekurve von “20 Minuten” über “Quer” bis zum Inlandteil der “NZZ” ist wahrlich beeindruckend; was dürfen wir als nächstes erwarten…?“

      Die grosse FAZ !?! Aber vorher noch einen horizonterweiternden Beitrag im kleinen russisch-schweizerischen Weblog Krusenstern. Auf der Blogwiese finden auch diese fremdsprachigen Migranten jeden Tag wunderschöne (Stil-)Blüten. Dafür herzlichen Dank!

    7. PAX Says:

      Na ja, für meinen Geschmack wird hier in letzter Zeit etwas zu fest gejammert und genörgelt und passt somit bestens zur Art und Weise wie sich die Deutschen scheinbar selber wahrnehmen, als ein Volk von Jammerern. Eine Besinnung auf die ursprünglichen Posts und den Fokus wieder auf das Sprachliche zu legen wäre erfrischend. So wird es langsam aber sicher zu einem deutschen 08/15 Blog, der halt aus der Schweiz geschrieben wird. Schade eigentlich…

    8. Branitar Says:

      Hmmm ich muss doch mal meine schweizerischen Freunde fragen, was die so über unseren „Eisdielen-Überfluss“ denken. 😉

    9. Administrator Says:

      @PAX
      Ich sach wieder nur: Danke für die konstruktive Kritik! Sag doch einfach mal, wo Du Gejammere und Genörgel findest? Jetzt wegen der Eisdielen-Geschichte? Ich hatte mächtig Spass dort und habe viel Italienisch gelernt. Irgenwie gibt es doch einen Unterschied in der Deutsch-Schweizer Jammer-Nörgel-Warnnehmung. Niemand jammert hier, vielleicht ist das einfach nur Deine Lesart?

      Wenn ich den Fokus auf das Sprachliche lege, kriege ich zu hören: „Wo bleiben die persönlichen Erlebnisse?“ Wenn ich die erzähle, kommt „Bitte mehr Sprachliches„… das ist doch schön, dass jeder so seine Vorlieben hat! Wenn das hier ein deutscher 08/15 Blog wird, dann kann ich wieder nur richtig gute Lektüre für den gehobenen Leseranspruch empfehlen:
      http://www.blick.ch http://www.lustig.de und viel Vergnügen und Erbauung beim Lesen wünschen!
      Gruss, Jens

    10. Züpf Says:

      Das ist garantiert keine Eisdiele in Bülach. Tönt eher nach Gelateria!

    11. PAX Says:

      ja vielleicht lese ich es so. kann schon sein. aber seit die WM begonnen hat hör ich doch immer wieder heraus, wie arm die deutschen in der schweiz dran sind, weil sie niemand so recht mag. dass gewisse kommentare (für die du ja nix kannst) das bild der arroganten deutschen noch zementieren ist obendrein ziemlich schade. und ehrlich gesagt ist es ein schmaler grat auf dem du gehst. denn zwischen sprachliche feinheiten aufdecken und sich über jemanden lustig zu machen liegt manchmal nicht viel. meiner meinung nach tendierts im gegensatz zu auch schon eher in die zweite richtung. nicht dass ich mich persönlich betroffen fühle. denn wenn dem so wäre würde ich einfach aufhören zu lesen. aber wenn es kippt ist halt das klischee vom arroganten deutschen schnell zur hand.

    12. Harry.R Says:

      @Jens
      Glückwunsch zum Artikel in der NZZ!
      Ich find es imme noch grosse Klasse, wie und über was du alles schreibst, mach einfach so weiter, Nörgler gibt es doch immer.

      @PAX
      Jetzt rück doch mal mit der Sprache raus, wann und in welchem Beitrag schreibt Jens denn weinerlich? Der Vorwurf kam ja schon des öfteren, werde doch einfach mal konkret, damit man weiss wovon du überhaupt sprichst.
      Die Deutschen = ein Volk von Jammerern, dass ich nicht lache!
      Ich schreibe gerade aus Berlin, hier ist eine super Stimmung, alle Nationen feiern zusammen. Aber manchmal habe ich hier im Blog den Eindruck, manche Schweizern wollen ihre ständig gepfegten Klichees über die ach so jammernden und nörgelnden Deutschen einfach strikt aufrechterhalten, nach dem Motte: „Wenn man, weiss wer der Böse ist, hat der Tag Struktur.“
      Es gibt eine Menge 08/15 Blogs, doch dieser hier gehört mit Sicherheit nicht dazu.
      Gruss aus Berlin, wir drücken euch Schweizern heute die Daumen.

    13. Thomas W. Says:

      Ja wie war es denn jetzt wirklich am Bellevue? Und werden die Schweizer es bis ins Finale schaffen?

      Beim gestrigen Spiel Portugal-Holland waren übrigens ständig irre viele Schweizer auf dem Spielfeld, zu erkennen am weißen Schweizerkreuz auf der Weste. Seltsam.

      Allerdings waren die nie in Ballbesitz und alle hießen „Doc“ – und hatten keine Rückennummern.

      Ganz im Ernst: kann man nicht sowohl Holland als auch Portugal nachträglich disqualifizieren – schließlich wurde ja Rugby statt Fußball gespielt. Stattdessen könnte man doch die netten Schweden wieder reinlassen, die hätten es eher verdient, eine Runde weiterzukommen.

    14. juli Says:

      @PAX
      warum nicht ein wenig jammern und nörgeln? warum nicht mal ein bisschen lustig machen? solange es witzig und unterhaltsam ist und niemand (ausser eine hypersensieble minderheit) verletzt wird, ist daran doch nichts auszusetzen.
      abgesehen davon kann ich bei jens nichts als eine sanfte ironie (auch selbstironie) entdecken.
      in der ganzen diskussion hat mich hauptsächlich gestört, dass gewisse kommentare das bild des plumpen schweizers zementieren, der
      scheinbar/anscheinend (?) unfähig ist zu lustvoll-sarkastischen wortgefechten.

    15. Branitar Says:

      Im Übrigen sehe ich nicht, dass Jens sich heute über die Schweizer lustig macht. Die Bezeichnung der Waffel/des Hörnchens (wie spricht man „Cornet“ überhaupt aus? Eher französisch, „korneee“, oder eher deutsch, „kornett“?) ist meiner Meinung nach eher sachlich abgehandelt worden. Und der leicht vergessliche Verkäufer war Itialiener, oder?
      Im übrigen führe ich einen ähnlichen Dialog jedes Mal mit meinem Döner-Verkäufer: „Einen Döner, mit Allem, aber nicht zu scharf, zum Mitnehmen, bitte.“ „Einen Döner?“ „Jupp.“ „Mit Allem?“ „Jau.“ „Scharf?“ „Nicht ganz so scharf, bitte.“ „Zum Mitnehmen?“ „Jawoll.“ 😉

    16. PAX Says:

      @harry: warts mal ab bis die wm vorbei ist und die harte realität der staatsverschuldung die deutschen wieder trifft… es sind übrigens meine deutschen freunde hier in der scheiz, die aus der distanz betrachtet die deutschen als jammerer wahrnehmen. und lies den beitrag über die armen deutschen hier, die von den schweizern in den medien soooo böse niedergemacht werden.

      @juli: es ist nicht nur mir der manchmal etwas belehrende unterton aufgefallen. vielleicht fällt das den deutschen ja auch nicht auf. für mich ist die grenze zur belehrung manchmal überschritten. ich komm damit klar. keine frage. und jens hat nach konstruktiver kritik gefragt.

      aber die kann scheinbar nicht jeder so gut ab wie jens…

    17. Phipu Says:

      An Branitar
      „GGOR-ne..“, wie alle Fremdwörter auf der ersten Silbe betont.

    18. peter gloor Says:

      Cornet wird, wie die meisten französischen Fremdwörter, bei uns französisch ausgesprochen, im Gegensatz zu Deutschland, wo alles ums Töten verdeutscht wird (Kornett….)
      Das Verständigungsproblem in der „Eisdiele“ war nicht die Schuld des deutschen Kunden, immerhin sind wir ja auch deutschsprachig bei uns, sondern des Verkäufers, der vermutlich nicht „Native German-Speaker“ war. Ich als Schweizer habe heutzutage ständig solche Probleme und muss dann krampfhaft überlegen, wie ich meinen schweizerdeutschen Kaufwunsch so ausdrücke, dass mich der Immigrant versteht. So etwa wie beim berühmten Taxifahrer: „Wo du wolle?“

    19. peter gloor Says:

      PAX
      Ich schliesse mich Deiner Meinung an – manchmal tönt Blogwiese schon ein wenig wie einer, der hier einfach alles von zuhause vermisst – also Heimweh hat.

    20. Petra Says:

      @Herr Gloor

      Mein Gott gibt es hier viele Mimosen. Jens Wiese schreibt einen witzigen Artikel über Eis und einen schusseligen Verkäufer und schon tönt es für die zarten Seelen nach Nörgelei, Arroganz und ganz schlimm am Ende noch nach Heimweh. Man, man, man, soll Jens nur erzählen wie schön und wie viel besser alles in seiner neuen Wahlheimat ist, wollen Sie nur bebauchpinselt werden, ist es das?
      Ist doch immer schön, wenn man weiss wer die Nörgler, Jammerlappen, Arroganzlinge und Heimwehkranken sind. Alles in einen Sack und druff.
      Es gibt doch so viel Vergnüglicheres zum Lesen, versuchen Sie es doch mal
      mit einem Heimatroman, die tönen sicher viel besser.

    21. Phipu Says:

      Hier müssten wir mal den Spiesse umkehren. Oben wurde von einem Crash-Kurs für Verkäufer gesprochen. Für andere Fälle (Sehr hypothetisches Beispiel: Deutscher kauft an bedientem Stand Eis in der Schweiz, Verkäufer ist Schweizer) biete ich folgenden Eiskauf-Crash-Kurs an:

      Vokabular zum Kauf von Speiseeis: (Lektion 1)
      ———————————————————-
      Das Eis Die Glace
      Die Eisschale Der Coupe [Kup] (z.B. im Restaurent: Coupe Dänemark)
      Das Hörnchen (aus Waffel) Das Cornet [Gorne]
      Der Becher Das Chübeli
      Das Bechereis Die Chübleiglace
      Das Eis am Stiel Die Stengelglace
      Schokolade Schoggi
      Pistazie Pistache [Pistasch]
      Vanille [Wanill]
      Die Sahne Der Rahm
      Die Schokoladenstreusel Die Schoggiwürmli

      Zur Vereinfachung habe ich auch beim Schweizer Ausdruck die hochdeutschen Artikel belassen. Alle Wörter, (Fremdwörter mit deren Aussprache in Klammer [ ]) auf der ersten Silbe betonen.
      So, bitte fleissig üben bis zum nächsten Mal. So sind die Deutschen künftig auch kein Hindernis mehr im „Zeit-ist-Geld-Verkauf“ Nein, nicht betrügen und im Coop oder Migros die fertig eingepackten Chübeli, Stengel oder Cornets kaufen. Im Selbstbedienungsfach ist der Lerneffekt nicht da.
      Jemand anderes wird sicher die Lektion 2 zusammenstellen.

    22. Abrakadabra Says:

      zur Lektion 2..

      En Lappe, en Stutz oder en Füfliber…vielleicht noch wird der eine oder andere Batzen über den Tisch geschoben… Und am Schluss nach dem „Merci“ und „Bitte“ dann nicht Tschüss sondern „Uf wederluege“ oder „Adie“ und „en Guete“…

    23. Clément Says:

      @ Herr Gloor und Phipu
      Der Ausdruck Kornett bezeichnet im Deutschen: im Militär den Fähnrich, in der Musik ein Blechblasinstrument oder ein Orgelregister aber sicher kein(e) Cornet, Eiswaffel oder Hörnchen.

      Es war sicher nicht ganz so ernst gemeint, wie du es meinst. Und im übrigen ist der Deutsche einer der wenigen Europäer die zwanghaft alles in der Fremdsprache aussprechen will, sobald er auch nur in einem italienischen Lokal sitzt und Nudeln bestellt. Französische Fremdwörter werden auch unter Deutschen französisch ausgesprochen und man bemüht sich in der Regel tatsächlich auch um eined angemessene Betonung. Anstatt zu jammern, dass man in seinem Land nicht mehr seine Sprache sprechen kann, ist ein Vokabelheft wie das von Phipu sicherlich hilfreicher!

      Und schließlich ist mir noch kein deutscher Taxifahrer (außer vor Jahren in einem deutschen Radiosender) mit: „Wo du wolle?“ begegnet.

    24. Rockhound Says:

      Ihr scheint zu vergessen, dass das Italienische einer unserer vier Landessprachen ist. Daher sollte man sich nicht verwundern, wenn plötzlich einer Italienisch spricht. Das gehört halt in unser Land.

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