Wo lagern Sie Ihr Heu? Neue alte Schweizer Redewendungen

Mai 11th, 2009

(reload vom 18.5.06)

  • Die Bühne ist nicht im Theater
  • Wir lasen im Migros-Magazin, dem Fachblatt für den Schweizer Landwirt und das Schauspielwesen, über die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und den damaligen US-Präsident George W. Bush:

    In Sachen Umwelt haben die beiden das Heu nicht auf der gleichen Bühne

    Heu nicht auf der gleichen Bühne
    (Quelle Migros-Magazin 19, 8.05.06, Seite 4)
    Wir wussten nicht, dass Merkel und George W. Bush im Nebenberuf Schauspieler sind und aus Platzgründen ihr Heu auf der Bühne, sogar auf unterschiedlichen Bühnen, lagern. War nicht Ronald Reagan der Schauspieler unter den Präsidenten? Doch ist das natürlich alles Kokolores. Wer lange im Süden lebt, kennt die Variante „Bühne“ für „Dachboden“ oder „Speicher“ natürlich bereits. Es soll aber immer noch aus dem Norden Deutschlands zugewanderte Feuerwehrhauptmänner geben, die beim Anruf „Es brennt bei uns auf der Bühne“ in einer Schwäbischen Stadt mit dem Löschzug zum Städtischen Theater gefahren sind. So weit, so gut. Aber wie ist das jetzt mit dem „Heu auf der gleichen Bühne“?

    Wir wurden fündig im Variantenwörterbuch:

    Heu: *das/sein Heu [nicht] auf der gleichen Bühne haben
    CH eine gleiche/unterschiedliche Art des Denkens und Fühlens haben; [nicht ]die gleiche Wellenlänge haben: „Ein Berner Vertreter der Schweizerischen Volkspartei hat das Heu nicht auf der gleichen Bühne wie ein Waadtländer (Wiedmer, Hautnah-Helvetia 53)
    (Quelle Variantenwörterbuch S. 348)

    Und nicht nur dort! Sogar die Neue Zürcher Zeitung, die sich sonst mit Helvetismen immer schön zurück hält, kann hier mitreden:

    Der Vergleich mit dem Parlamentarier-Rating zeigt, mit welchen Nationalräten man das Heu auf der gleichen Bühne hat – oder eben nicht.
    (Quelle: nzz.ch)

    Oder die Zeitung RZ Oberwallis:

    Wie man die letzten paar Jahre mitbekommen hat, haben Sie selten das Heu auf der gleichen Bühne wie Ihre Kollegen im Gemeinderat. Sind Sie ein Querkopf?
    (Quelle: rz-online.ch)

    Ohne Probleme könnten wir 42 weitere Belege für die Verwendung dieser Redensart bei Google anführen.

  • Heu nicht nur im Gruss
  • In der Schweiz, deren Einwohner sich schon in ihrer Grussformel als Fachleute für getrocknetes Grass im Allgemeinen zu erkennen geben, gibt es noch weitere Redewendungen mit Heu. So sagt man z. B.:

    *sein Heu im Trockenen haben
    CH eine Aufgabe erfolgreich beendet haben
    , seinen Anteil gesichert haben.: Der stillstehende Landamman spricht, als ob er mitten im Wahlkampf stecken Würde. Dabei hat er sein Heu längst im Trockenen (Blick 28.9.1999, 6)
    (Variantenwörterbuch, S. 348)

    Nördlich des Rheins muss es mehr Schafe als Heu gegeben haben, zu der Zeit, als diese Redewendung entstand, denn dort hat man eher seine „Schäfchen im Trocknen“.

    Oder:

    *Jetzt ist genug Heu [dr]unten!
    CH Jetzt ist aber genug!:

    Hierfür ein Beispiel aus Schaffhausen:

    Ferner steigen die Kosten für die Schätzer kräftig an, obwohl nur noch ein Schätzer anstelle von zweien unterwegs ist. Dazu kann man nur noch sagen: „Jetzt ist genug Heu drunten.
    (Quelle: grossratsprotokolle.sh.ch)

    Klar, wenn an den steilen Hängen der Schweiz das Heuen so arbeitsaufwendig ist, muss das Produkt anschliessend sparsam verwendet und darf nicht übertrieben grosszügig verfüttert werden.

    Wieso die gleiche Lagerung von Heu auf einem Heuboden, der in der Schweiz „Heubühne“ genannt wird, auch auf gleiche „Art des Denkens und Fühlens“ zurückschliessen lässt, bleibt uns ein Rätsel. Die Schweizer brauchen keinen Psychologen für die Selbsterkenntnis: Sag mir, wo Du Dein Heu lagerst, und ich sag Dir wer Du bist.
    Wo lagern Sie Ihr Heu?

    Wie die Hinterhand vorderhand überhand nimmt

    April 27th, 2009

    (reload vom 7.5.06)

  • Vorderhand ist nicht vor der Hand
  • Wir lasen im Tages-Anzeiger über Andreas Simmen, den ehemaligen Chef des kantonalen Steueramts, der in der Swissair-Affäre wegen Falschbeurkundung angeklagt wurde und deswegen erst freigestellt und kurz darauf entlassen worden ist:

    Gemäss TA-Recherchen soll der Amtschef nach Treffen mit gut situierten Steuerpflichtigen bei den zuständigen Steuerkommissären vorstellig geworden sein und sie aufgefordert haben, Kulanz walten zu lassen. Auch diese Vorwürfe sind vorderhand unbewiesen.
    (Tages-Anzeiger vom 01.04.06, S. 13)

    Wir hatten ja schon von manchen dunklen Geschäften gehört, die „unter der Hand“ abgewickelt wurden, oder über die man nur hinter „vorgehaltener Hand“ gesprochen hat, so ganz klar war uns dies „vorderhand“ jedoch nicht. Wir fanden es auf Anhieb bei Swissinfo:

    Vorderhand keine Evakuationen aus Tschad
    (Quelle swissinfo 13.04.06)

    Im Sportteil der NZZ:

    GC vorderhand ohne Lizenz
    (Quelle nzz.ch)

    Und in einer Pressmitteilung der Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft:

    Verwendung von GVO-Soja als Futtermittel ist vorderhand möglich
    (Quelle: admin.ch)

    Es muss also sehr beliebt sein, in der Schweiz, etwas „vorderhand“ zu tun. Und siehe da, wieder so ein Ausdruck, der für den Duden „veraltend“ ist, ausser in der Schweiz:

    vor|der|hand [auch:vorhand] (Adv.) (bes. schweiz., sonst veraltend):
    einstweilen, zunächst [einmal], vorläufig:
    das ist vorderhand genug; Dass es sich vorderhand lediglich um eine Absichtserklärung handelt, ging allerdings … etwas unter (NZZ 27. 8. 83, 25); Vorderhand habe ich keine Ahnung, wie ich es durchbringen soll (Broch, Versucher 39).

    Die „Vorhand“ hingegen, als Kurzform der „Vorderhand“, die kennt der Duden bei allen möglichen Tieren

    1. Vorhand .
    Ein anderer wieder tut das alles nicht einmal, reitet es (= das Pferd) dafür so auf der Vorhand, dass jeder Tritt das arme Tier bis in die Brust prellt (Dwinger, Erde 88).

    Dartmoor-Pony mit starker Vorderhand:
    Pony mit Vorderhand
    (Foto ponyfarm.de)
    74.700 Belege bei Google-Deutschland die mit Pferden, Hunden, Welpen, Hinterbeinen oder Vorderbeinen zu tun haben, und kein „einstweilen“ oder „vorläufig“ weit und breit zu erblicken.

    Was schlussfolgern wir daraus? Vorderhand erst mal gar nichts, denn einstweilen reicht es uns mit „veraltenden“ Ausdrücken. Wir machen auf der Vorderhand kehrt und gehen heim.

    „Einmal“ in Bern, „manches Mal“ auch im Oberland

    April 24th, 2009

    (reload vom 6.5.06)
    Wer als Deutscher in die Schweiz kommt und anfängt, sein Hörverständnis für die Schweizerdeutschen Dialekte (=Sprach-Varianten) zu trainieren, wird früher oder später über diese hübschen Wörter stolpern, die vor allem im Kanton Bern häufig zu hören sind:

  • „Einisch“ sind nicht die „Ein-heim-ischen“
  • Nein, das Wort ist wirklich keine ultraverkürzte Form, mit verschlucktem „heim“ in der Mitte. Ganz im Sinne der dichtbesiedelten Schweiz mit ihrem Gebot, sorgsam und platzsparend mit jeder Fläche umzugehen. „Einisch“ heisst „einmal“, und es wird auch nicht nur einmal geschrieben. So finden sich bei Google-Schweiz 21.000 Erwähnungen. Das Wort wird in der ganzen Schweiz verstanden, aber nicht überall gleich ausgesprochen. Schon im Berner Oberland mutiert es zu „iinisch“.

    Die Schreibweise mit „ei“ am Anfang hat gemäss Aussage eines Berners, den wir dazu befragten, rein gar nichts zu sagen. Er versichert uns, dass dies in Bern wie „ä“ ausgesprochen wird. „Wänn äs näch dän Bärner gänge, kännte män sowieso auf älle „Eis“ verzichtän und nur noch „äh“ sprächen und schräbän“, sagt der Berner und lächelte dabei. Natürlich mit „ä“. Der will uns bestimmt auf die Schippe nehmen. Wir wissen ganz genau, da sind noch jede Menge „ou“ und „u“ im Berndeutschen. Für uns klang das mehr nach dem „Seele-Fant“ aus der Augsburger Puppenkiste Serie „Urmel aus dem Eis„.

    Wir stellten fest, dass es ungefähr 12 Aussprachemöglichkeiten von Lauten zwischen e-ee-ei-ä-eä-iä gibt, die sich kaum mit dem beschränkten Lateinischen Alphabet niederschreiben lassen.

    Das Wörtchen „einisch“ dann konsequent auch mit „ä“ als „ähnisch“ zu schreiben, fiel den Bernern nicht ein. Denn das erinnerte dann doch wieder zu stark an „eher nicht“. Und „einisch“ ist doch „eher doch“ nämlich „ein Mal“ zumindest. Zu „einisch“ passt noch ein zweites Wort, dass ebenfalls aus Bern stammt:

  • Mängisch oder mänggisch in der Schweiz
  • Hat es was mit „Mengen“ der „Mengenlehre“ zu tun, oder mit „Männern“? Wenn Weiber „weibisch“ sein können, warum sollten in der Schweiz nicht auch Männer „mängisch“ werden? Solchen Ideen gehen uns als Deutsche durch den Kopf, bis wir das Wort endlich dank des Kontextes, in dem es permanent verwendet wird, verstehen können. Mani Matter sei Dank! So in seinem Lied „D Nase“:

    Loset mit was für Methode
    Mängisch ds Schicksal eim tuet schla
    Loset mit was für Methode
    Mängisch ds Schicksal eim tuet schla
    Zumnen Arzt isch eine cho dä
    Het e zlängi Nase gha
    Het e zlängi Nase gha
    (Quelle: geocities.com)

    Oder im Lied „Hemmig“:

    I weis, das macht eim heiss, verschlat eim d’Stimm
    Doch dünkt eim mängisch o s’syg nüt so schlimm
    S’isch glych es Glück, o we mirs gar nid wei
    Das mir Hemmige hei
    (Quelle: geocities.com)

    Und in „Mir hei e Verein“

    Mir hei e Verein, i ghöre derzue
    Und d’Lüt säge: Lue dä ghört o derzue
    Und mängisch ghören i würklech derzue
    Und i sta derzue

    Mänggisch sollte laut alter Berndeutsch Schreibung eigentlich mit zwei „g“ geschrieben werden, sagt unser Berndeutsch Spezialist. Bei Google-Schweiz finden sich jedoch fast nur Verwendungen der knappen Form „mängisch“, dass dafür sensationelle 49.800 Mal!

  • Berndeutsch nur gesprochen?
  • Wir erinnern uns an die ständig gehörte Feststellung, dass Schweizerdeutsch nur eine gesprochene Sprache ist, abgesehen von Liedtexten bei Mani Matter, SMS und E-Mail. Wie kommen dann die fast 50.000 Einträge in Google zustande? Gibt es Berner, die ihre E-Mails von Google erfassen lassen?

  • Mängisch oder mengmal
  • Nein, aber es gibt dafür Menschen, die statt mängisch lieber mengmal sagen. Die kommen dann in der Regel aus dem Berner Oberland. Die restlichen 23 regionalen Versionen von „manchmal“ im haben wir dann nicht mehr weiter gesucht.

    Nicht ins Auge, in den Teich sondern ins Tuch gehen — Neue alte Schweizer Redewendungen

    April 23rd, 2009

    (reload vom 5.5.06)

  • Wohin man alles gehen kann
  • Wenn etwas „ins Auge“ geht, dann tut das weh, und eine Sache ist misslungen, fehlgeschlagen. Wenn jemand „ins Wasser“ geht, dann will er sich umbringen, geht er „über den grossen Teich“, dann wandert er aus nach Amerika. Die Schweizer, das haben wir gelernt, gehen am liebsten in den Ausgang (vgl. Blogwiese) Manchmal geht auch etwas ganz gewaltig „in die Hose„, wenn etwas schief läuft oder misslingt. Doch was bedeutet es, wenn etwas „ins Tuch geht“?

    Wir lasen im Tages-Anzeiger, dem Fachblatt der Leinenweber und Strickindustrie, vom 19.04.06 in einem Artikel über die „Schleichende Preiserhöhung“ des Benzinpreises:

    Den Tank auffüllen, das geht wieder ins Tuch.

    Ohne auch nur die geringste Vorstellung davon zu haben, was hier gemeint sein kann, beginnen wir zu grübeln. Wann geht in Deutschland etwas „ins Tuch“? Nun, das kann zum Beispiel dem Baby passieren, wenn es satt und zufrieden seine menschlichen Bedürfnisse in die Windeln erledigt, falls Mami und Papi dafür keine Pampers Wegwerfwindeln gekauft haben sondern lieber die „Stoff-Variante“ mit dem praktischen Abhol- und Wäschedienst in Anspruch nehmen.

  • In trockene Tücher sein
  • In Deutschland werden die Dinge gern und häufig „in trockene Tücher“ gebracht, als Anspielung an den Vorgehensweise der Hebamme bei einer Geburt, wenn das Kind, frisch geboren und noch feucht und glitschig, erst einmal in ein „trockenes Tuch“ gewickelt und so gesäubert und gewärmt wird. Wenn etwas „in trockenen Tüchern“ ist, dann ist es laut Variantenwörterbuch

    endlich zufrieden stellend abgeschlossen, erledigt.

    In der Schweiz muss dafür wohl ein besonders teurer Stoff verwendet werden, denn die Redewendung „ins Tuch gehen“ bedeutet hier:

    Tuch: *ins [gute]Tuch gehen CH „teuer zu stehen kommen“: Ins gute Tuch und ans Ersparte geht es erst, wenn wir das Spital in Anspruch nehmen müssen (Biel/Bienne 28.5.1998, 6)
    (Quelle: Variantenwörterbuch S. 806)

    Wir fanden 47 Belege bei Google-Schweiz für „ins Tuch gehen“:
    Beispiel „Betrug am Betrieb“

    Ins Tuch gehen aber auch die Verlockungen, denen sich Kassierinnen ausgesetzt sehen. Trotz raffinierter Scanning-Systeme, die Eintippen überflüssig machen, kommt es zu Gelddiebstahl durch Kassenmanipulation in Form von Gutschriften, Stornos, Verbilligungen oder Fehlbons.
    (Quelle: onlinereports.ch)

    Beispiel „Freelancing statt Arbeitnehmerverhältnis“

    Genau da liegt denn auch das beträchtliche Risiko für den Auftraggeber bzw. Arbeitgeber: entpuppt sich nämlich das Freelancing plötzlich als Arbeitnehmerverhältnis, müssen die entsprechenden Beiträge nachgezahlt werden, was ins Tuch gehen kann.
    (Quelle: www.kommunikationsrecht.ch)

    Google Fundstellen aus Deutschland hingegen reden von Babies, die Windeln anhaben, oder

    Nur weil man ein wenig älter ist als 14, sollte man mal trotzdem leise sein!! Wenn man ohne 14jährige feiern will, dann soll man ins Tuch gehen oder so!! Schließlich gibt es für euch mehr Möglichkeiten mal tanzen und feiern zu gehen als für uns!! Also werd ma nicht aufmüpfig hier.
    (Quelle: max-kiel.de)

    Was die wohl meinen mit „soll man ins Tuch gehen oder so!!“ Vielleicht ist der Ausdruck „jemand an die Wäsche gehen“ damit gemeint? Aber Wäsche und Tuch, das sind doch zwei völlig gegensätzliche Vorstellungen. Wie sagen die Deutschen dann, wenn etwas teuer wird? „Das geht ans Eingemachte“, oder „das wird eine Stange Geld kosten“. Die Schweizer trinken die Stange lieber, anstatt mit ihr zu bezahlen (vgl. Blogwiese)

    Wer trollt sich bei der Trölerei

    April 14th, 2009
  • Der Troll im Netz und als Souvenir
  • Ein Troll ist ein putziges Wesen, das meist im Verborgenen lebt und ganz schön nerven kann, speziell in Diskussionsforen oder Blog-Kommentaren. Die genaue Troll-Definition findet sich bei Wikipedia hier.

    Eigentlich sind Trolle im Norden beheimatet, sind Teil der germanischen Mythologie und in Norwegen, Schweden Dänemark oder Island Teil der Folklore und aus dem Souvenirhandel nicht wegzudenken.

    Troll als Souvenir in Oslo
    (Troll als Souvenir in Oslo. Quelle: Privates Foto)

  • Die Trölerei in der Schweiz
  • Doch auch in die Schweiz verirrt sich das Verhalten eines Trolls, hierzulande als „Trölerei“ bezeichnet. So lasen wir im Tages-Anzeiger vom 11.04.09:

    Trölerei im Tagi
    Es ging um das Verhalten der Südschneiser, die am 25.06.06 für eine knappe Stunde den Verkehr auf der Rheinbrücke in Kaiserstuhl blockierten (vgl. Blogwiese).

    Bei Google.ch fanden wir weitere 297 Belegstellen für „Trölerei“.

    Beispiel:

    „An Trölerei grenzende Argumentation“

    Trölerei
    (Quelle: strafprozess.ch)

  • Trölerei im Gesetz
  • Und sogar eine hübsche Definition in einer Gesetzesänderung:

    Trölerei = zum vornherein aussichtslose Einsprache; bewusst unwahre Behauptungen; bewusst verspätete Einsprache zwecks Prozessverzögerung. Gründe sind alles Schutzbehauptungen zu Verzögerungszwecken.

    (Quelle: dbu.tg.ch)

    Die Schweizer „Trölerei“ ist also eine absolut ernst zunehmende juristische Angelegenheit. Sie kann mit „Trölbusse“ geahndet werden:

    Überdies kann in allen Fällen, wo böser Wille vorliegt, Trölbusse verhängt oder auch der Fehlbare zu strafrichterlicher Ahndung verzeigt werden, sofern dieselbe vorher angedroht war.

    (Quelle: gesetzesammlung.bs.ch)

    Die Verwandtschaft zur auch in deutschen Netzen bekannten „Trollerei“ ist offensichtlich. Diese hat es jedoch nicht in das komplexe Juristendeutsch hinein geschafft. Fragen wir den Duden nach „Trollerei“, so fragt er zurück „Meinten Sie Tollerei“? Nein, meinten wir nicht, toll ist ein Troll nicht.

  • Trollerei oder Trollen?
  • Auf der Webseite des deutschen Verlags Heise aus Hannover wird der Unterschied zwischen „Trollerei und „Trollen“ erklärt:

    Im Unterschied zum reinen Trollen ist die Trollerei mit Scherzen durchsetzt, die aber leider meist nur von einem echten Kenner der Materie zuverlässig erkannt werden können.

    (Quelle: Heise.forenwiki.de)

    So trollt er sich, der Troll, zusammen mit der „Trölerei“ in der Schweiz, und der „Trollerei“ in Deutschland.