Dinner for one — Warum die Schweizer ihre eigene Fassung ausstrahlen

Dezember 29th, 2006
  • Dinner for one — Bei den Deutschen und bei den Schweizern
  • Übermorgen Abend werden zahlreiche dritte Programme in Deutschland erneut den beliebten Silvester-Sketch „Dinner for one“ ausstrahlen. Warum es zahlreiche „Dritte Programme“ in Deutschland gibt? Logisch wäre doch nur ein Drittes. Nun, weil in Deutschland die ARD grundsätzlich „Das Erste“ Programm belegt, das ZDF für das „Zweite Deutsche Fernsehen“ zuständig ist, und dann auf dem dritten Sendeplatz die einzelnen Rundfunkanstalten wieder dran waren, also WDR, NDR, MDR, BR usw, bevor es zur Flut der Privatsendern kam und der Kampf um die Zuschauergunst zwischen „das Vierte“, „la Cinque“, RTL und „Pro Sieben“ begann.

  • In England kennt das keiner
  • Die wenigsten wissen, dass dieser in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Skandinavien und zahlreichen anderen Ländern so beliebte Sketch zwar lange Zeit im England in diversen Varietés aufgeführt wurde aber nie im Fernsehen zu sehen war:

    Der Autor des Sketches ist Lauri Wylie, der ihn in den 1920er Jahren geschrieben haben soll. Nach einigen Quellen führte Freddie Frinton das Dinner for One bereits ab 1945 im englischen Varietee-Theater Winter Gardens auf und zahlte entsprechend Gebühren an Wylie. 1950/1951 habe er dann Wylie alle Rechte abgekauft. Offiziell wurde das Stück 1948 im Londoner Theater Duke of Yorks uraufgeführt. (…)
    Frinton hatte mit diesem Sketch in England großen Erfolg und tourte mit verschiedenen Partnerinnen durchs Land. Pointen und Handlung verbesserte er im Laufe der Jahre.
    (Quelle für alle Zitate: Wikipedia)

    Die eigentliche Fernsehaufzeichnung erfolgte erst 1963 und war nicht nur eine der ersten MAZ Aufzeichnungen des Deutschen Fernsehens, sondern die erste Sendung überhaupt, die ohne Synchronisation auf Englisch gezeigt wurde, nach einer deutschen Einleitung:

    1963 wurde Dinner for One von Peter Frankenfeld und dem Regisseur Heinz Dunkhase im englischen Blackpool, einer Hochburg des Varieté-Theaters, für das Fernsehen wieder entdeckt. Am 8. März (laut NDR) bzw. Mai (laut WDR) 1963 wurde der Sketch in der von Peter Frankenfeld moderierten Live-Sendung Guten Abend, Peter Frankenfeld gezeigt und am 8. Juli 1963 im Theater am Besenbinderhof vor Publikum wiederholt und aufgezeichnet

    Es ist eigentlich kein Wunder, dass diese Nummer in England nie vollständig im Fernsehen zu sehen war. Ein Kritiker meinte, dass so ein spöttischer Umgang mit der „upper class“ und den vielen ehrenwerten Namen in den Sechzigern ganz und gar nicht bei der konservativen BBC auf grossen Anklang gestossen wäre. Der Hauptdarsteller Freddie Frinton hatte eigentlich auch nicht vor, in Deutschland aufzutreten:

    Er war Truppenbetreuer im Zweiten Weltkrieg und hatte keine hohe Meinung von Deutschland, so dass er sich weigerte, den Sketch auf Deutsch aufzuführen. In diesem Zusammenhang ist auch seine jeweilige Frage „Must I?“ („Muss ich?“) zu sehen, wenn es bei seiner Runde um den Tisch an der Zeit ist, den Platz des Gastes „Admiral von Schneider“ (ausgesprochen „won Schneider“) einzunehmen. Vordergründig bezieht sich diese Bemerkung darauf, dass James als Admiral die Hacken zusammenknallen muss, was ihm Schmerzen am Fuß verursacht.

  • Eine eigene, frühere Version für die Schweizer
  • Besonders erstaunte es uns, im Schweizer Fernsehen eine eigene, früher gedrehte Fassung der Nummer zu entdecken, die kürzer ist als die in Hamburg aufgezeichnete:

    Das schweizerische Fernsehen drehte im März 1963 eine eigene Version des Sketches, ebenfalls mit Freddie Frinton und May Warden. Regie führte bei dieser Studioaufnahme Franco Marazzi. Die ganzen Drehaufnahmen sollen nicht einmal anderthalb Stunden gedauert haben. Der Film wurde noch im gleichen Jahr gesendet. Die nächste Ausstrahlung erfolgte aber erst im November 1982.

  • 90 Minuten Arbeit für 11 Minuten
  • Warum beim Schweizer Fernsehen niemand auf die Idee kam, diese Urfassung zwischen 1963 und 1982 auszustrahlen, und was in den restlichen 79 Minuten der Drehaufnahmen (der Film dauert 11 Minuten, die Drehaufnahmen 90 Minuten) aufgezeichnet wurde, das bleibt ein ewiges helvetisches Geheimnis.

  • Der peinliche Grammatikfehler
  • Wichtigster Unterschied zur Hamburger Fassung: Es fehlte die Deutsche Einleitung durch Heinz Piper, der sich in einer frühen Fassung auch noch bei der Erklärung des Satzes „Same procedure…“ grammatikalisch vertan hat:

    Er zitierte James Frage als „same procedure than last year?“ und Sophies Antwort darauf als „same procedure than every year“. Die wiederholte Ausstrahlung dieses Grammatikfehlers führte immer wieder zu Protestreaktionen von Englischlehrern und anderen Sprachkennern, so dass sich der NDR dazu entschloss, die Tonspur durch einen Ausschnitt aus einer Probeaufzeichnung zu ersetzen. Seit 1988 heißt es daher auch in der Einleitung grammatikalisch korrekt: „The same procedure as last year?“ – „The same procedure as every year“.

  • Keine hochdeutsche Einleitung für die Schweizer
  • Hat man die Deutsche Einleitung in der Schweiz vielleicht deswegen vermieden, weil man lieber keinen Grammatikfehler einbauen wollte? Oder weil das Publikum dank unsynchronisierter Filme im Kino es sowieso gewohnt war, Englisch gut zu verstehen? Wir vermuten eher, dass so umgangen werden konnte, eine Schriftdeutsche, Französische, Italienische und Rätoromanische Einleitung produzieren zu müssen. Der Sketch ist ja auch ohne Erklärung leicht zu verstehen.

    Die Schweizer Ausgabe unterscheidet sich in vielen Details. Sie wird statt der deutschen in Norwegen und Schweden und natürlich in der Schweiz gezeigt. Die Handlung ist die gleiche. Die Version unterscheidet sich unter anderem wie folgt:
    • Sie dauert nur 11 Minuten statt 18.
    • Eine Kamera befindet sich im linken Bühnenbereich, sodass manche Einstellungen eine andere Perspektive bieten. (…)
    • Die weiße Tischdecke und die Kerzenständer fehlen in der Schweizer Version und die Kulisse ist insgesamt weniger gediegen.
    • Miss Sophie erscheint, ohne dass James den Gong anschlägt.
    • Nach dem ersten Stolperer des Butlers über den Tigerkopf bückt er sich in der deutschen Version und streicht das Fell wieder zurecht. Dieses Zurechtstreichen fehlt in der Schweizer Version.
    • Die Frage des Butlers „Must I?“ und die zugehörige Antwort von Miss Sophie fehlen in der Schweizer Version.
    • Einige weitere Gags und Einzelheiten, etwa „Is that a dry sherry?“, fehlen ebenfalls.

  • Woher rühren diese Unterschiede?
  • Jetzt wäre es an der Zeit für die Literatur- und Gesellschaftskritiker unter uns, diese Unterschiede zu interpretieren. „Die Kulisse ist weniger gediegen“ heisst es. Aus helvetischer Sparsamkeit oder republikanischem Understatement? „Miss Sophie erscheint, ohne dass James den Gong anschlägt“. Soll auch eine ganz andere Obrikeitsbeziehung angedeutet werden? Überliefert ist, dass die Schauspieler Frinton und Warden vom NDR 4.150 DM Gage bezahlt bekamen. Was die Schweizer bezahlten, ist nicht überliefert.

    Die kürzere Schweizer Version gibt es bei videoGoogle hier zu sehen. Die meisten heute auffindbaren Version bei YouTube gehen auf diese Fassung zurück, leicht zu erkennen an der Kürze von 10-11 Minuten und an den fehlenden Kandelabern auf dem Tisch.

    Hier die 18 Minuten Fassung mit (korrigierter) deutscher Einleitung (Dank an Phipu, der den Film bei video.google.it fand).

    So sieht der Tisch in der Hamburger Langfassung aus:
    Kandelaber in der Hamburger Fassung
    Die Kandelaber werden bekanntlich heute noch auf den Schweizer Strassen verwendet und stehen dort machem Lenker im Weg (vgl. Blogwiese).

    Fondue im Ruhrgebiet — Wenn China noch wie Schiina klingt

    Dezember 20th, 2006
  • Frittieren wie in der Pommesbude
  • In meiner Kindheit im Ruhrgebiet, also in Nord-Westdeutschland gab es bei uns daheim nur an sehr besonderen Anlässe, z. B. an Silvester, „Fondue“ zu essen. Dazu wurde Öl auf dem Gasherd zum Sieden gebracht und dann mit einer heissen Spiritusflamme am Köcheln gehalten. Weniger gefährliche Brennpaste gab es nicht. In der Ecke stand ein Eimer mit einer nassen Decke, um im Notfall einen Zimmerbrand löschen zu können. In diesen Sud gab man auf Spiesse gesteckte Schweine- oder Rindfleischstückchen, die dann herrlich im Öl zischten und brodelten, bis sie so richtig schön nach Frittenbude schmeckten. Die Technik des Frittierens war uns Kindern wohl bekannt von den zahlreichen Pommesbuden, die es im Ruhrgebiet regelmässig im Abstand von 500 Meter in jeder belebten Strasse gibt. „Fleisch-Fondue“ war lecker, auch wenn uns regelmässig schlecht wurde von diesen Unmengen halb gegartem Fleisches, und der Fettgeruch und – geschmack danach tagelang in den Gardinen hing.

  • Schoko-Fondue am Kindergeburtstag
  • Dann gab es da noch die „Schoko-Fondue“ Variante an Kindergeburtstagen. Dazu wurde kein Fett, sondern Vollmilchschokolade kiloweise im Fondue-Topf zum Schmelzen gebracht, und nun mussten aufgespiesste Bananen- oder Ananas-Stückchen durch die Schokolade gerührt und dann verzehrt werden. Allen Gästen wurde unter Garantie auch hier nach maximal 20 Minuten „Schoko-Fondue“ ganz anders vom übermässigem Schokoladenverzehr. Das war recht und billig, denn so konnte das spätere Abendessen der Geburtstagsgesellschaft einfach wegfallen, es war sowieso allen kotzübel.

  • Asterix bei den Schweizern und Emil kennt jeder Deutsche
  • Schoko-Fondue war auch ein Abenteuer für uns Kinder, bei dem es galt, bloss nicht das Fruchtstückchen in der dunklen Masse zu verlieren. Denn für diesen Fall waren diverse Strafen vorgesehen. Nicht gerade die berühmten „Fünf Stockschläge“, oder „die Peitsche, sie ist aber noch nicht trocken“ oder „mit einem Stein an den Füssen in den See…“ wie wir sie sehr bald aus „Asterix bei den Schweizern“ lernten. Dieses bedeutende literarische Werk war für uns als Kindern neben den Auftritten von Emil Steinberger im Deutschen Fernsehen sicherlich die zweite wichtige Informationsquelle, aus der wir etwas über die Lebensweise und Eigenarten der Helvetier erfuhren.

    Asterix bei den Schweizern Fondue

    Viele Schweizer ahnen nicht, wie stark diese Zitate aus „Asterix bei den Schweizern“ bei den Deutschen präsent sind, wenn diese zum ersten Mal in die Schweiz kommen und hier zu einem Käse-Fondue eingeladen werden. Dass man auch Käse beim Fondue schmelzen und essen kann und die Bezeichnung Fondue von „fondre“ = Schmelzen (und nicht von „fonder“ = begründen, aufbauen eines Käseklotzes im Magen) kommt, das hatten uns unsere Eltern beim Fondue mit Brühe oder Öl und Schweine- oder Rindfleisch nicht erklärt. Die ersten Bilder dieser Käsefondues sind erst per Asterix-Lektüre in unser Bewusstsein gedrungen.

  • Wir schmelzen uns einen Chinesen
  • In der Schweiz angekommen wurden wir bald in die Feinheiten des Fondues eingeführt, die da sind: „schwer im Magen liegend“, „sehr schwer mit Magen“, „sauschwer im Magen liegend“. Nein, gemeint ist natürlich der Unterschied zwischen einem „Fondue Bourguignonne“ und einem „Fondue chinoise“. Bei der ersten Variante wird niemand aus dem Burgund und bei der zweiten Variante niemand aus China zum Essen eingeladen oder gar verspeist. Obwohl es ein beliebter Spass beim Fondue-Essen ist, nach der dritten Flasche Fendant zu fragen, wie man eigentlich „Bourguignonne“ buchstabiert, bzw. korrekt ausspricht.

    Es gehört neben dem französischen Wort für Blinker (am Auto, Amtsdeutsch „Fahrtrichtungszeiger“)= „Clignotant“ zu unseren Lieblingswörter, die sicher von eingewanderten Festlandchinesen nach Frankreich eingeführt wurden. Richtig betont klingen beide Wörter wie eine Provinz in Südchina. Doch zurück zu den Fondue-Sorten. Wiki belehrt uns:

    Spricht man von Fleischfondue, so meint man entweder das Fondue Bourguignonne oder das Fondue chinoise, als japanische Variante Shabu-Shabu genannt. Das „Chinesische Fondue“ ist auf Bouillongrundlage; in der heissen Fleischbrühe kocht jeder Teilnehmer selbst am Tisch seine Fleischstücke, feingeschnittenes Fleisch, Fisch und andere Meeresfrüchte, aber auch Gemüse. Ein typisches Gerät für die Zubereitung des „chinesischen Fondue“ ist der Mongolentopf. In der Variante Bourguignonne gart man die Zutaten im heissen Fett beziehungsweise Öl.
    Eine weitere Art ist das Fondue Bacchus. Dabei wird gleiches Fleisch und Würzmischung wie beim Fondue Chinoise, aber anstelle von Bouillon wird Weisswein verwendet. Diese Zubereitung ist vor allem im Wallis bekannt.
    Obwohl bei keiner dieser Arten etwas geschmolzen wird, spricht man dennoch von „Fondue“.
    (Quelle Wiki Fondue )

    Als wir früher Fleischfondue mit Brühe statt heissem Fett assen, hatten wir keine Ahnung, dass es hier ein „Fondue Chinoise“ war, dass uns vorgesetzt wurde. Es wäre dann eher ein „Schiinoise“ geworden, denn im Norden von Deutschland wird bekanntlich das „ch“ wie „sch“ gesprochen, also „Schina“, „Schemie“ und „Schemikalie“. Besucher aus dem Süddeutschen Raum, die in Norddeutschland plötzlich von „Khina“, „Khemie“ oder „Khemiekalie“ sprachen, machten sich unfreiwillig zum Gespött jeder Tischrunde.

    Es ist schon ziemlich diskriminierend, was hinsichtlich der Aussprache von „Ch“ bei diesen Wörter in Deutschland abgeht. In der Standardsprache wird es als „SCH“ gesprochen, also im Mitten und Norden von Deutschland, das Schwabenland und Bayern ist sich aber mit den Schweizern darüber einig, dass diese Wissenschaft mit einem gesprochenem „K“ beginnt. Auch „Kinakohl“ (Chinakohl) hat im Süden vorn und hinten ein gesprochenes „K“ und ist im Norden „Schinakohl“.

  • Schina oder Kina?
  • Die Diskriminierung und der Spott wird einem gleichfalls als Norddeutscher zugeteilt, wenn man naiv in den Süden reist, und meint, die korrekte Aussprache sowieso gepachtet und allgemeingültig für alle Zeit intus zu haben. Nirgend woran scheiden sich die Geister so leicht wie an der Aussprache dieser Wörter. „Toleranz für Varianten“? Nie gehört, jeder glaubt fest und bestimmt, dass nur seine persönliche Aussprache, ob „Schina“ oder „Kina“ richtig sei und amüsiert sich köstlich, wenn er etwas anderes hört. Ob Sie selbst mitlachen dürfen oder eher ausgelacht werden hängt davon ab, ob Sie in der sprachlichen Minderheit oder in der Überzahl sind, also als Norddeutscher in Zürich oder als Schweizer in Hamburg leben. So kann man auch mit kleinen Sachen den Menschen eine Freude machen.

    Heute schon ein Vorurteil gepflegt? Warum jedes Land seine Ossis hat

    Dezember 15th, 2006
  • Innerschweizer Nettigkeiten
  • Die Zürcher mögen die Basler wenig, sie sind vielleicht eifersüchtig auf deren europäische Lebensstil im Dreiländereck mit Deutschland und Frankreich. Wären sie doch selbst gern eine „Weltstadt“ , und auf die locker-gelöste Art der Basler, mit der am Rheinknie die Fasnacht ohne Zwänge und Riten gefeiert wird, sowie natürlich auf die erfolgreiche Wirtschaft.

  • Die Zürcher sind die Deutschen der Schweiz
  • Die Basler wiederum mögen, wie die meisten anderen Kantone auch, die Zürcher nicht so sehr. Die Anerkennung und Beliebtheit eines Zürchers in der Schweiz (ausserhalb von Zürich) ist vergleichbar der Situation von Deutschen in Zürich. Sie gelten als arrogant, überheblich, etwas vorlaut und immer mit der Überzeugung daherkommend, die Wahrheit für sich gepachtet zu haben. Alle Schweizer sind sich einig gegen die Zürcher, weil die so schnell „schnurren“, ohne deswegen Ähnlichkeiten mit Katzen zu haben.

    Die Beliebtheit gewisser Landesteile lässt sich gut an der Beliebtheit der Dialekte ablesen:

    So wurde gemäss einer Umfrage aus dem Jahr 2002 der Walliserdialekt von 20% der Befragten als beliebtester Dialekt angegeben. Noch beliebter war Berndeutsch (27%), während der Zürcher Dialekt nur gerade von 10% der Befragten als Lieblingsdialekt genannt wurde.
    (Quelle: swissworld.org)

    Die genaue Rangfolge sah so aus (von sehr beliebt bis am am wenigsten beliebt)
    1. Bern
    2. Bünderland (Attribut heimelig, warm, abwechslungsreich)
    3. Wallis (urig, lebhaft, freundlich)
    4. Uri
    5. Basel
    6. Luzern
    7. Zürich
    8. Appenzell
    9. St. Gallen
    10. Thurgau (grell, ungünstig, kalt)

    Wir hörten diese Reihenfolge zitiert bei einem Vortrag auf dem SAL Forum. Die Quelle ist nur wage belegt, das Material erhebt keinen wissenschaftlichen Anspruch auf Korrektheit. Auch ist nicht bekannt, wie diese Daten erhoben wurden, wieviele Menschen befragt wurden etc.

  • Wer aus Bern oder aus dem Wallis kommt hat es leichter
  • Jetzt ist auch klar, warum im Schweizer Fernsehen gern ein Moderator aus dem Wallis eingesetzt wird, wie Patrick Rohr, der uns jedoch einmal verriet, dass er selbst als „Vorzeige-Walliser“ diesen Dialekt erst als dritte Muttersprache mit ca. 14 Jahren zu lernen anfing. Es hat sich für ihn beruflich gelohnt.

  • Wehe wenn Sie aufeinander losgelassen
  • Die sonst nach aussen so harmonisch und freundlich auftretenden Schweizer sind tief im Innersten ein ganz schön zerrissenes Völkchen. Der viel zitierte „Kantönligeist“ ist dafür nur ein beschönigender Ausdruck. Kommt es zu einem spielerisch gemeinten Wettbewerb zwischen den Kantonen, sei es bei einer Casting-Show wie „MusicStar“ oder einem anderen Wettstreit im Schweizer Fernsehen, wird sich mächtig für den eigenen Kanton ins Zeug gelegt.

  • Der Aargau liegt zwischen Basel und Zürich
  • Basler und Zürcher lächeln gemeinsam über den Aargau, dem „Rüebliland“ und Zwischenkanton, über den die wichtigste Aussage „er grenzt an Basel und an Zürich“ geradezu sprichwörtlich ist. Es fällt auf, dass der Kanton Aargau im „Dialekt-Ranking“ gar nicht erwähnt wird. Er ist „Niemandsland“ für die Schweizer. Sprachlich eher an Zürich ausgerichtet, mit dem Herzen jedoch eher in Bern. Die Jurabewohner im jüngsten Kanton hingegen reagieren allergisch auf Bärndütsch und auf jegliche Bevormundung aus dieser Richtung.

    Die Walliser wiederum finden, dass alle, die von hinter den Bergen kommen und nicht aus ihrem Tal stammen, „Grüezis“ sind und das man denen lieber misstrauen sollte. Ganz unten auf der Dialekt-Beliebheitsskala steht der Thurgau. Man könnte die Einwohner des Thurgaus auch als die „Ossis der Schweiz“ bezeichnen. Der Begriff „Ossi“ passt, weil der Kanton so weit im Osten liegt. Es ist also auch in der Schweiz möglich, noch unbeliebter als die viel gescholtenen Zürcher zu sein.

  • Jedes Land braucht seine Ossis
  • Als Otto Walkes in den Siebzigern durch Deutschland tourte und ganze Hallen mit seinen Live-Auftritten zum Kochen brachte, ward der Ostfriesenwitz geboren. Deutschlands Ossis waren bekannt für ihre langsame Sprechweise, ihre logische Art zu Denken und für die roten Halstücher, mit denen sie die Holzgewinde am Hals der jungen Mädchen versteckten.

    Die nächsten Ossis kamen dann nicht mehr aus Ostfriesland, sondern nach der Wende im November 1989 aus dem richtigen Osten, „Zonengabi mit ihrer ersten Banane“ war ein Klassiker der Satirezeitschrift Titanic:
    Zonengabi und ihre erste Banane
    Gezeigt wurde ein ostdeutsches Mädchen mit einer geschälten Gurke in der Hand.

  • Die Ossis der Schweiz wohnen im Thurgau
  • Die Thurgauer erinnern uns in der Beschreibung an all die Klischees, die einst einem Mantafahrer nachgesagt wurde: Weisse Tennissocken in Sandalen, Jogginganzug beim Einkauf und ein liebevoll aufgemotztes Auto mit Kenwood-Aufkleber.

  • Im Ruhrgebiet EN, im Breisgau EM
  • Dass die Prinzipien der soziale Stigmatisierung und Ausgrenzung nicht nur in der Schweiz existiert, können wir an Hand des Ruhrgebiets belegen. Dort ist das Autokennzeichen „EN“ für „Ennepe-Ruhr-Kreis“ das deutliche Brandzeichen für ein zünftiges Landei. Wer dieses Kennzeichen fährt, hat quasi Narrenfreiheit beim Abbiegen, Vordrängeln oder Parken im eingeschränkten Halteverbot. In der Französischen Provinz sind es die 75er Nummernschilder, die den Pariser beim Landbesuch verraten, und im badische Oberzentrum Freiburg im Breisgau haben die Kennzeichen EM für den Landkreis Emmendingen und VS = Schwarzwald-Baar-Kreis (von Villingen-Schwenningen) für die Freiburger deutliche Warnfunktion.

  • Pflegen wir weiter unsere Klischees
  • Ist es nicht klasse, wie praktisch sich die ganze Welt in Gut und Böse, in Schlaue und Dumme, in freundliche und in arrogante Menschen einteilen lässt? So herrscht wenigstens Ordnung und jedermann weiss genau, woran er beim anderen ist. Nachdenken oder selbst ein Urteil bilden ist nicht mehr nötig. Spart einfach eine Menge Zeit. Und wo lassen Sie denken?

    Wie demokratisch ist Ihr Land? — Wie alt ist die Demokratie in der Schweiz und in Deutschland

    Dezember 14th, 2006
  • Der Mythos von der Schweiz als „Wiege der Demokratie“
  • Die Schweiz wird oft als „Urdemokratie“ bezeichnet, als „Wiege der Demokratie“, die quasi seit ihrer Gründung im Jahre 1291 frei von Fremdherrschaft ist und von den Eidgenossen basisdemokratisch regiert wurde. Mit diesem Mythos räumt Walter Wittmann in seinem Buch „Helvetische Mythen“ (Frauenfeld 2003) gründlich auf.

    Die Schweiz ist eine junge Demokratie. Erst die liberalen Sieger des Bürgerkriegs von 1847/48 brachten ihre Forderungen durch. Volkssouveränität, Gewaltenteilung, Freiheitsrechte. Die französische Revolution lieferte die liberalen Ideen, die amerikanische Verfassung das Modell des Zweikammersystems. Die Bundesverfassung von 1848 enthielt Ansätze zur direkten Demokratie, in den Kantonen setzte die demokratische Bewegung die Volkssouveränität durch.
    1291, im Geburtsjahr der Eidgenossenschaft, war von Demokratie nichts zu spüren. Es gab keine Versammlungs-, keine Niederlassungs-, keine Gewerbefreiheit. Keine kollektive Meinungsbildung, die zu demokratischen Entscheiden geführt hätte — das „Volk“ war nicht gefragt. Es führten Adel, ländliches Magnatentum und Geistlichkeit. Mythenzertrümmerer Walter Wittmann: „Daran änderte in der Regel auch die Landsgemeinde nichts, da dort nur ihre Vertreter wählbar waren. Es ist völlig verfehlt, die Schweiz, wie sie vor dem Einmarsch von Napoleon 1798 existierte, als Demokratie zu bezeichnen.“
    (zitiert nach: Schweizer Lexikon der populären Irrtümer von Franziska Schläpfer, S. 63)

  • Die Herrschaft des Volkes galt als etwas Anrüchiges
  • In Deutschland ist das Verständnis und die Akzeptanz von moderner Demokratie ebenfalls noch eine relativ junge Errungenschaft der Geschichte. Noch die Generation unserer Grosseltern hatte ein äusserst suspektes Verhältnis zum Begriff der „Demokratie“. Mit dem Wegfall des Deutschen Kaiserreiches zum Ende des 1. Weltkriegs brach für sie eine Weltordnung zusammen. Feudale Strukturen waren angenehm geordnet, einem nicht demokratisch sondern durch Erbfolge legitimierte Herrscher die Treue zu schwören und zu dienen galt als besondere deutsche Tugend. Demokratie war verschrien als „Herrschaft des Pöbels“, als Aufstand der Unterprivilegierten. Die junge „Weimarer Republik“ schaffte es bekanntlich nicht, die Prinzipien der Demokratie dauerhaft durchzusetzen:

    Das Vertrauen in die Demokratie und die Republik sank ungebremst. Die Republik wurde für die schlechte Wirtschaftslage verantwortlich gemacht, zumal die Reichsregierung im Verlauf des Jahres 1930 mehrfach neue Steuern erhob, um die Staatsaufgaben erfüllen zu können. Die Rufe nach einem „Starken Mann“, der das Deutsche Reich wieder zu alter Größe und Ansehen bringen sollte, wurden lauter.
    Auf diese Forderungen gingen besonders die Nationalsozialisten ein, die mittels gezielter Propaganda und der Konzentration auf die Person Hitlers ein solches Bild der Stärke suggerierten.
    (Quelle: Wikipedia zur Weimarer Republik)

    Diese Erfahrungen führt nach Ende der Naziherrschaft in Deutschland bei den Müttern und Vätern des Grundgesetzes dazu, eine Reihe von Sicherungen einzubauen, wie z. B. die „Fünf-Prozent-Hürde“:

    Sinn einer Sperrklausel dieser Art ist es, eine Konzentration der Sitzverteilung herbeizuführen, um stabile Mehrheiten zu fördern. Kritiker meinen, dies widerspräche allerdings dem Gedanken der Demokratie und dem Grundgesetz (Art 38 Abs. 1 GG), nach dem das Volk bestimmt und jede Stimme den gleichen Wert haben muss. Eingeführt wurde sie in Deutschland nach den Erfahrungen der Weimarer Republik, in der teilweise eine zweistellige Anzahl von Parteien im Parlament saß und es dadurch zunehmend erschwert worden war, eine tragfähige Regierungskoalition zu bilden. Die dadurch bedingte Situation trug angeblich mit dazu bei, dass die extremistischen Parteien am linken und insbesondere am rechten Rand der Gesellschaft verstärkten Zulauf erhielten
    (Quelle: Wikipedia)

  • Wenn der Präsident stirbt muss auch das Land bald am Ende sein
  • Wenn wir in den Aufzeichnungen dieser Generation lesen, dann hat diese Denkweise auch bei ihren Kindern, d.h. unserer Elterngeneration tiefe Spuren hinterlassen. Ein Beispiel: Als im April 1945 in Amerika Präsident Roosevelt stirbt und durch einen gewählten Nachfolger ersetzt wird, wurde dies von der deutschen Nazipropaganda als Beginn einer Niederlage des Feindes USA interpretiert, ohne Verständnis dafür, dass in einer Demokratie wie in den USA ein solcher Wechsel in der Staatsführung etwas ganz Alltägliches war. Immerhin brachte es Roosevelt auf vier Amtszeiten und wurde mit 12 Jahren als aktiver Regierungschef in der Geschichte nur von den 16 Amtsjahren (1982-98) Helmut Kohls überrundet.

  • Als der „Führerstaat“ kollabierte
  • Eine der eindrücklichsten Szenen im Spielfilm „Der Untergang“ zeigt Offiziere der Wehrmacht, die von Tod Hitlers erfahren hatte und nun in einem Bunker darauf warteten, dass russischen Soldaten hereinkamen. Welcher Befehl sollte dann ausgeführt werden? Alle Magazine in Richtung Tür leerschiessen und mit der letzten Kugel Selbstmord begehen. Ein Plan für ein Weiterleben ohne Führer war nicht vorgesehen. Selbständiges Denken und Handeln waren diese Befehlsempfänger nicht gewohnt. Sie kamen mir wie Kinder vor, die auf einem Spielplatz von ihren Eltern abgesetzt und nun vergessen worden waren. Das war 1945, also vor 61 Jahren. Demokratie musste erst gelernt werden in Deutschland, und die Abschlussarbeit zum Thema „Abstimmung mit den Füssen“ wurde in der friedlichen Novemberrevolution 1989 eingereicht.

  • Wie demokratisch ist Ihr Land?
  • Auf einer Studienreise in die Toskana verbrachte ich einen Tag in Florenz mit einem Amerikaner, einer Engländerin, einem Franzosen und einer Schwedin. Wir diskutierten angeregt über unsere Länder und kamen auf das Thema Demokratie zu sprechen. Jeder sollte, nach reiflicher Überlegung sagen, welchem der fünf Länder USA, Grossbritannien, Frankreich, Schweden und Deutschland er oder sie den höchsten Grad an „Demokratieverständnis“ zugestehen würde. Als Kriterium dafür galt für uns u. a. der mögliche Wechsel zwischen Regierung und Opposition, die gelebte Meinungsfreiheit, die freie und kritische Presse, die Einflussmöglichkeit des Volkes ausserhalb von Wahlen etc.

    Das Ergebnis war erstaunlich: Jeder von uns legte ein eindeutiges Bekenntnis dafür ab, dass er sein eigenes Land als das demokratischste Land von allen halten würde. Lag es an der mangelnden Ahnung über das poltische System und die Gesellschaft in den anderen Ländern? Selbst der Amerikaner hielt die heimische Demokratie für die fortschrittlichste. Seit diesem Tag weiss ich: Demokratie ist eine äusserst subjektiv wahrgenommene Angelegenheit.

    Wo gehe ich nach — Von der Alb komme ich herab — Als Norddeutscher im Schwabenland

    Dezember 8th, 2006
  • Wo gange mir no?
  • In früheren Jahren bekam ich als Norddeutscher meinen ersten innerdeutschen Kulturschock, als ich das heimische Pommesbuden- und Trinkhallen-Paradies Ruhrgebiet verliess und zum Zivildienst ins tiefste Schwabenland in die Heimat von Harald Schmidt auswanderte. Der hatte dort von 1978 bis 1981 an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart das Fach Schauspiel studiert.

    Nicht weit von Stuttgart besuchte Harald Schmidt das Gymnasium in Nürtingen. Dort in der Nähe lernte ich meine ersten schwäbischen Sätze. „Wo gange mir no?“ zum Beispiel war eine häufige Frage, die mir von den zu betreuenden erwachsenen Geistigbehinderten gestellt wurde. Der Satz heisst auf Hochdeutsch verschriftet: „Wo gehen wir nach“ und hat nichts mit verstellten Uhren zu tun, sondern meinte schlichtweg: „Wohin gehen wir?“. Im Kohlenpott wäre das einfach „Wo gehze?“ gewesen. Auch die immer wieder fällige Satzbetonungsfloskel „Woisch des?“, mit der sich mein Gegenüber darüber versicherte, ob ich eine wichtige Sache bereits weiss, ging mir schnell ins Ohr. Und das typisch schwäbisch „Gell?“, über das manche Norddeutschen schmunzeln und gleichzeitig „Wah?“, „Woll?“ oder „Nö?“ von sich geben um die Kommunikationskanal weiterhin offen zu halten, ging mir schnell in Fleisch und Blut über. In Basel wurde es dann später durch ein kräftiges „Oderrrr?“ ersetzt.

  • Von der Alb komm ich herab, auf die Alb muss ich rauf
  • Ich erwanderte mir an den dienstfreien Wochenende den „Albtrauf“ , d. h. die Abbruchkante dieses Mittelgebirges, dass sich von Süden her weit ins Schwäbische Land schiebt und im Durchschnitt 400 Meter hoch ist.
    Schwäbisch Alb bei Bad Urach
    (Die Schwäbsiche Alb bei Bad Urach. Quelle Foto: laufspass.com)

    Man fährt drum von Stuttgart „rauf auf die Alb“ oder man gibt seine Herkunft an als „von der Alb raa“. Dieses „raa“ klingt wie „Rabe“ und war mir lange Zeit unerklärlich, bis ich lernte, dass es einfach die Kurzform von „von der Alb ‚herab‘“ bedeutet.

    Später, als ich in der Stuttgarter Industrie in den Semesterferien hochbezahlte Ferienjobs bekam (1984 für sage und schreibe 15 DM = damals ca. 12 Franken die Stunde), kam eines Morgens um ca. 6:30 Uhr ein ur-schwäbischer Kollege auf mich zu und sagte diesen Satz: „I bii heut‘ früh schon auf die Alb gehupft“. Ich hatte diesen Satz genau so verstanden, und wunderte mich sehr, warum der gute Mann in aller Herrgottsfrühe zu einer Wanderung auf die schwäbische Alb unterwegs sein sollte, so sportlich kam er mir gar nicht vor. Nun gut, Bergsteiger lieben das Morgenrot, und vielleicht ist dann die Luft am besten und die Aussicht vom Albtrauf rüber ins diesige Stuttgart besonders schön. Also fragte ich nach, welchen Gipfel er denn erklommen habe. „Noi noi, nit uff die Alb, uff die Alt‘ “.

    Plötzlich schwante mir, was mir der gute Mann sagen wollte: Er habe an diesem Tag vor dem Aufstehen um 6.00 Uhr bereits den Geschlechtsverkehr mit seiner Gattin vollzogen, er sei auf die „Alte gehüpft“. Wunderbar, auch das hatte ich begriffen. So ein Ereignis ist für ihn wahrscheinlich so selten gewesen, dass er es sogleich seinen Kollegen der Frühschicht mitteilen musste.

  • Da guckst Du nach der Gugg fürs Veschpa
  • Weitere überlebenswichtige Wörter, die ich im Zivildienst im Schwabenland erlernte war „Mei Veschpa“, womit der einheimische Sprecher nicht den draussen vor der Tür geparkten Vespa-Motorroller meinte,
    Mei Vespa
    (Ist dies „Mei Vespa“? Quelle Foto: wdr.de . Rechte akg-images)

    wie ich zunächst glaubte, auch nicht den katholischen „Vesper-Gottesdienst“ (im pietistisch-protestantischen Schwabenland eher selten) sondern sein Pausen- oder eben „Vesperbrot“.

    Dies wurde ordnungsgemäss verpackt in einer „Gugg“, der schwäbischen Tüte, die mir später in der Schweiz als „Guggenmusik“ erneut vor die Ohren kam.

  • Eine Rolle ist keine Wurst
  • Dann waren da noch die wichtigen Wörter für die Notdurft. Als auf einer Wanderung einer der mir anvertrauten jungen Männer plötzlich das dringende Bedürfnis anmeldete, er müsse sogleich „Rolle machen“, ging ich davon aus, dass es sich um eine sauber abgeseilte runde Wurst handeln müsse, eine „Rolle“ eben. Ich hatte den mir anvertrauten Betreuten ganz umsonst in den tiefsten Wald geführt, in der Annahme, es würde was „Grosses“ folgen. Doch der junge Mann pinkelte schlichtweg einfach an die nächste Tanne. Das war es, was er unter „Rolle machen“ verstand. „Noi, koi Stinker…“

    Auch das hatte ich dann verstanden. Stets denke ich an diese Sprachlektion im Schwäbischen, wenn wir zwischen Lausanne und Genf am hübschen Ort „Rolle“ vorbeifahren und frage: „Na, muss irgendjemand Rolle machen in Rolle?

    Rolle
    (Rolle am Genfer See. Quelle Foto: lake-geneva-region.ch)