Bitte halten Sie die Linie — Erlebnisse mit der Swisscom

August 10th, 2007

(reload vom 10.10.05)

  • Alle unsere Linien sind besetzt
  • Ich kannte bisher Bus-Linien, Strassenbahn-Linien, Produkt-Linien und Wäsche-Linien, aber in der Schweiz gibt es anscheinend auch „Telefonlinien“. Neulich begegnete mir eine solche in Gestalt einer freundlichen Automatenstimme: „Alle unsere Linien sind besetzt, bitte versuchen Sie es später noch einmal.“

    Steht man auch drauf, auf der Linie, oder ist das dann wieder die „Leitung“?

    Kommentar meines Schweizer Kollegen Thomas: „Wir haben auch Linien, die wir uns ‚reinziehen‘, wenn wir Kokain meinen.“

  • Bitte halten Sie die Linie
  • Ein anderes Mal wurde ich von einer Automatenstimme freundlich aufgefordert, doch die Linie zu halten. Na gut, ich hatte gerade beschlossen nicht mehr so viel zu essen, und meine Linie zu halten. Aber warum musste ich mich am Telefon in der Warteschleife immer wieder daran erinnern lassen? Noch dazu von diesem unbekannten Automatenschnösel?

  • Neulich bei der Swisscom
  • Die Swisscom ist für die Schweizer das, was wir in Deutschland die Telekom nennen: Ein für kundenorientiertes Auftreten und extreme Freundlichkeit berüchtigter Ex-Staatsmonopolbetrieb. Besonders merkwürdig geht es zu, wenn man dort telefonisch mit einem Menschen sprechen möchte.

    Nach einem Jahr in der Schweiz war es so weit: Ich bekam eine Abrechnung über die für unseren Telefonanschluss hinterlegte Kaution, die „Garantiehinterlage“. Allein dieses Wortungetüm war es wert, die Geschichte im Blog zu erwähnen. „Sollten Sie diesbezüglich Fragen haben, stehen wir Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung“.

    Dieses Versprechen wollte ich einlösen und das Kommunikationsangebot des Kommunikationsbetriebs nützen, also rief ich die kostenfreie 0800er-Nummer an. Es ertönte „Night-Fever“, in einer Techno-Disko Version, und „alle unsere Linien sind besetzt, bitte warten“. Ich versuchte es um 8:00 Uhr, um 10:00 Uhr, um 12:00 Uhr, um 13:00 Uhr, um 15.00 Uhr, um 18:00 Uhr, immer umsonst, denn stets waren alle Service-Mitarbeiter mit „Night-Fever“ hören beschäftigt, oder fuhren Bus, denn die Linien waren immer noch besetzt.

    Als ich es gerade aufgeben wollte, am Abend, wurde ich doch noch mit einem Menschen verbunden. Kurz und schmerzlos wurde mir verkündet, dass ich meine Garantiehinterlage wieder vorgelegt bekomme. „Auf welches Konto sollen wir das Geld transferieren“?

    Was für ein Service! Ein Jahr war rum, wir waren tatsächlich nicht aus der Schweiz getürmt und haben die Swisscom mit einem horrenden Berg von unbezahlten Rechnungen zurückgelassen, die sicherlich dann mit den 500 CHF Garantiehinterlage bezahlt worden wären.

  • Wechsel zu N-Tel: Zum Vertragsabschluss „JA“ sagen
  • Einige Zeit später wechselte ich zum billigeren Telefonanbieter N-Tel. Der Wechsel kam sehr ungewöhnlich zustande. In Deutschland bekommt man bei solchen Gelegenheiten auf dem Postweg einen Vertrag in doppelter Ausführung zugeschickt, den man unterschreiben und zurückschicken muss, natürlich im Freiumschlag.

    Anders in der Schweiz: Ich wurde am Ende des Anwerbungsgespräches telefonisch über alle meine Rechte und Pflichten aufgeklärt und dann von einem Tonband in einer feierlichen Zeremonie aufgefordert, mit „JA“ mein Einverständnis zu bekräftigen. Aber bitte erst wenn das Band läuft! Ich konnte mir nicht verkneifen ein „JA, mit Gottes Hilfe“ zu Protokoll zu geben.

    Der so mündlich abgeschlossene Vertrag wurde dann von einer neutralen Firma überprüft. Das heisst, da sass jemand mit Kopfhörer und kontrollierte im Akkord, ob meine Daten und viele andere Gesprächsmitschnitte echt waren, und ob ich auch wirklich eine Männerstimme hatte, oder ob da nicht vom Verkäufer gepfuscht wurde und er womöglich selbst das JA im entscheidenden Moment gekrächzt hatte. Solche via Telefon zustande gekommenen Verträge sind rechtskräftig in der Schweiz.

    Soll ich Sie aufstellen? — Sind sie denn Fussballtrainer?

    August 9th, 2007

    (reload vom 11.10.05)

    Wir kennen aufreissen (die Tüte Chips, die Tussie in der Disko), aufgeben (das Paket bei der Post, den Wettlauf), aufmachen (die Tür oder die Zeitung mit der Schlagzeile). Der Aufmacher ist eine Zeitungsüberschrift, den Aufsetzer kennt der Mantafahrer, wenn er mit seinem tiefergelegten Liebling mal wieder zu schnell über die Tempo-30-Bodenschwelle gerauscht ist, aber was ist ein Aufsteller?

  • Sie sind ein Aufsteller
  • Mir wurde am gleichen Tag von zwei völlig unterschiedlichen Leuten per Mail mitgeteilt: „Sie sind ein echter Aufsteller“.

    Was glauben die Schweizer eigentlich, wie ein Deutscher diesen Satz interpretiert? Das Wort ist ihm unbekannt. Mein erster Gedanke war: „Die vergleichen Dich doch jetzt nicht etwa mit Viagra„?
    Ein echter Aufsteller
    Für die Deutschen wäre ein Aufsteller allenfalls ein Trainerassistent beim Fussball, der sich um die Mannschaftsaufstellung kümmert.

  • Soll ich sie aufstellen?
  • Die Schweizer lassen sich gern aufstellen. Soll ich sie aufstellen? Gern! Nein, jetzt nicht in einer Fussballmannschaft im Verlaufe eines Turniers, auch nicht als Kandidat für eine Wahl, sondern immer wenn es ihnen schlecht geht, wenn das Leben trist ist, dann haben Sie grossen Bedarf an einem Aufsteller.

  • Aufgestellte Typen in Kontaktanzeigen
  • Das sind darum meist so unglaublich „aufgestellte“ (Schwyzerdütsch: „uffgstellte„) Typen, denen frau immerzu in Kontaktanzeigen begegnet. Ob die sich alle wählen lassen wollen? Oder ob die alle heimlich diese lila Pillen geschluckt haben? Fragen über Fragen.

    Hier noch ein Aufsteller, wie ihn die Deutschen kennen. Kann bei starkem Wind umgepustet werden, dann ist es ein echter Umfaller, und kein Aufsteller mehr:
    Alfred E. Neumann als Aufsteller

    Vorsicht mit dem Wörtchen Sack — Ein Sack ist keine Tüte

    August 8th, 2007

    (reload vom 8.10.05)

  • Was bedeutet „Sack“ für die Deutschen?
  • In Deutschland ist das Wort „Du Sack“ eine grobe Beleidigung. In der Langfassung vor allem in Bayern äusserst beliebt ist der Fluch „Heilandsack“, wobei der nichts mit dem Geschlechtsteil des lieben Herrn Jesus zu tun hat, sondern die verballhornte Abkürzung von „Heilands Sakrament“ ist. Das heilige Sakrament, von kirchenlateinisch „sacramentum„, bedeutet ein religiöses Geheimnis, das auf die unsichtbare Wirklichkeit Gottes hinweist (siehe Wikipedia).

    Die Deutschen haben also ein gespaltenen Verhältnis zum Wort „Sack“: Es ist einerseits ein Schimpfwort, anderseits etwas Heiliges. Kommen sie nun in die Schweiz und hören an der Ladentheke die Frage „Hätten Sie gern einen Sack“, oder schlimmer noch: „Hätten Sie gern ein Säckli„, dann beginnen sie zu grübeln und denken darüber nach, oder ob es vielleicht nicht doch um ihre von der Schweizer Verkäuferin angezweifelte Männlichkeit geht.

  • Das Sackmesser macht Angst
  • Beim Wort „Sackmesser“ sind sie die Deutschen sehr skeptisch und habe genau genommen gleich Kastrationsängste. Man muss ihnen erklären, dass auch der „Hosensack“ oder der „Mantelsack“ keine besonders fiesen Beschimpfungen sind sondern sich immer auf äusserst praktische Kleidungsstücke beziehen.

  • Sackgeld und Knecht Ruprecht

  • Auch über das „Sackgeld“ wundert sich mancher Deutsche: Ist es denn soviel Geld, dass es nur im Sack heimgetragen werden kann? Denn wenn der Deutsche das Wort „Sack“ im eigentlichen Sinne gebraucht, dann meint er damit mindesten die Ausrüstung von Knecht Ruprecht (in der Schweiz besser unter dem Decknamen „Schmutzli“ bekannt).

    Ein echter Sack

    Vielleicht hilft das leise Vorsingen der alten Volksweise „Ich armes welsches Teufli“ (Melodie als Midi-File). Es ist bei pubertierenden deutschen Jugendgruppen, bei Pfadfindern oder auf einer Klassenreise der absolute Brüller, nur wegen der Zeile „aus meinem Mantelsack, Sack, aus meinem Säckelein

    1. Ich armes welches Teufeli,
    Bin müde vom Marschieren, bin müde,
    Bin müde vom Marschieren,

    2. Ich hab verlorn mein Pfeifli
    Aus meinem Mantelsack, sack.
    Aus meinem Mantelsack

    3. Schadt nichts, ich hab’s gefunden,
    Was du verloren hast, hast.
    Was du verloren hast. (Quelle)

    Harmoniesüchtige Schweiz und ihre Identifikationsobjekte

    August 7th, 2007

    (Reload vom 5.10.05)

  • Harmoniesüchtige Schweiz
  • Die Schweiz ist und bleibt eine absolut harmoniesüchtige Nation. Wer seit 1959 mit Hilfe der Zauberformel regiert wird, in der alle bürgerlichen Parteien vertreten sind, und keinen echten Wechsel zwischen Regierung und Opposition je erlebt hat, der stumpft ab und verliert unweigerlich sein Interesse an Politik. Oder er bekommt das Gefühl: „So ist es schon immer gewesen, so war es gut, so soll es bleiben„. Ohne Streitkultur geht es ruhiger zu, aber es herrscht auch weniger Verschleiss.

  • Konkordanzdemokratie
  • Das Prinzip der „Konkordanzdemokratie„, in der sich alle immer harmonisch einigen müssen, ist für Deutsche schwer verständlich. Einfach ausgedrückt: Wir hauen uns lieber gegenseitig die Köppe ein anstatt uns harmonisch zu einigen. Mit der grossen Koalition und Kanzlerin Merkel ist Deutschland zur Zeit ebenfalls dabei, sich in „Konkordanzdemokratie“ zu üben. Ob dieses Modell auch in Deutschland eine Dauerlösung wird?

  • Gegenstimmen werden einfach wegharmonisiert
  • Gibt es wirklich mal eine oppositionelle Kraft, eine Stimme, die anders spricht, wie z. B. der SVP Vorsitzenden Christoph Blocher, dann wird diese Stimme nach gewonnener Wahl einfach „wegharmonisiert„, sprich in den heilige Kreis der Sieben des Bundesrats mittels einer „Zauberformel“ hineingezaubert und schon hat sie Kreide gefressen und darf nicht mehr so sprechen wie sie will, denn jetzt herrscht der Zwang zum Konsens, genannt „Kollegialitätsprinzip„. Weil bei diesem Zaubertrick die Zauberformel leider kaputt ging, spricht man flugs von der „neuen Zauberformel“.

  • Forever Bundesrat
  • Wieviel „Bewegung“ im Schweizer Bundesrat steckt, belegt die Tatsache, dass ein Bundesrat praktisch auf Lebenszeit gewählt wird, ähnlich wie der Papst. Das ist so, wie wenn Helmut Kohl nicht für 16 Jahre regiert hätte, sondern für immer, bis zu seinem Ableben. Die längstdienenden Bundesräte im 20. Jahrhundert waren Giuseppe Motta von 1911 bis 1940 (= 29 Jahre) und Philipp Etter von 1934 bis 1959 (=25 Jahre), da könnte Helmut Kohl mit seinen 16 Jahren Kanzleramt doch einpacken.
    Nachtrag: Bundesräte können zwar nicht abgewählt werden, jedoch müssen sie wieder gewählt werden. In der Geschichte der Schweiz ist es erst drei Mal passiert, dass ein Bundesrat oder eine Bundesrätin nicht wieder gewählt wurde. Im Schnitt legen die meisten Bundesräte nach 10 Jahren ihr Amt freiwillig nieder, weil sie dann oft ausgepowert sind.

  • Die Willensnation
  • Allein der viel zitierte Begriff von der Schweiz als „Willensnation“ spricht Bände. Die Schweizer wollen eine Nation sein (sind sie denn in Wirklichkeit keine?), und müssen sich ständig daran erinnern, damit das Land nicht auseinander bricht und in Westschweiz und Ostschweiz und Innerschweiz zerfällt, um dann in der Folge in 26 Kantone zu zerfallen, und als nächstes in knapp 3.000 Gemeinden zu zerbröseln.

  • Warum sind die Schweizer so höflich und harmoniesüchtig?
  • Meine persönliche Lieblingserklärung für die Beobachtung, dass die Schweizer stets so höflich und zuvorkommend miteinander umgehen, ist: Sie wissen wie schnell zwischen ihnen Mord und Totschlag herrschen würden, hielten sie nicht stets ihre Höflichkeit und den Wunsch nach Konkordanz und Harmonie mit aller Gewalt am Leben.

  • Schweizer Identifikationsobjekte
  • Damit das nicht passiert, wird eisern an den gemeinsamen Identifikationsobjekten festgehalten, die da sind:

    Die Kuhglocke (wichtiges Utensil beim Begrüssen von heimkehrenden Helden der Schweiz am Flughafen in Kloten, leider sind das nicht allzu viele)
    Identifikationsobjekt Kuhglocke

    Das Alphorn (das tönt auch gut in den Häuserschluchten von Manhattan)

    Der Schweizerkäse (echter Emmentaler aus Holland ist der Renner, wenn sie übrigens nicht wissen, ob es „Schweizer Käse“ oder „Schweizerkäse“ heisst, einfach im Zweifelsfall immer zusammenschreiben, es gibt schon die „Schweizergrenze“, das „Schweizerkreuz“ und den „Schweizerpass“, also in Zukunft einfach alles so helvetisieren)

    Roger Federer (grosser Schweizer Meister im Federer-Ballspiel)

    Toblerone-Schoki (wurde früher auf deutschem Gebiet in Weil am Rhein hergestellt bei Kraft-Jakobs-Suchard, doch mittlerweile ist das wieder ein 100 % Schweizer Produkt)

    Das Schweizerkreuz (in jeder nur erdenklicher Ausprägung)

    und natürlich die absolut identifikationsschaffende „einheitliche“
    Schweizerdeutsche Umgangssprache, die mehr und mehr als „Oltener Bahnhofsbüffet Dialekt“ Einzug in die Medien hält. Für Sprachpuristen: Büffet wird in er Schweiz mit zwei f und einem t geschrieben, in Deutschland mit zwei t und einem ff, siehe Duden. Ich mag die Schweizer Version lieber.

    Gut gestimmt zur „Abstimmig“ — Kein Kreuz machen sondern „Ja“ schreiben

    August 6th, 2007

    (reload vom 4.10.05)

  • Vier Mal im Jahr JA oder NEIN schreiben
  • Die Schweiz ist berühmt für ihre basisdemokratischen Volksabstimmungen. Damit bei der grossen Anzahl von Volksinitiativen nicht an jedem zweiten Sonntag abgestimmt werden muss, und so bald niemand mehr Lust haben könnte, zur Abstimmung zu gehen, werden die Referenden gesammelt und es wird an vier Terminen im Jahr darüber entschieden. Allein diese Terminfestlegung kann für das Los einer Initiative entscheidend sein, denn zu Abstimmungen, die zusammen mit einer herkömmlichen Wahl stattfinden, gehen erfahrungsgemäss mehr Wahlberechtigte.

  • Genug von Volkes Stimme
  • In Deutschland gibt es keine „Volksbegehren“ auf Bundesebene. Nach der Verblendung in der Nazi-Zeit bis hin zur „Wollt ihr den totalen Krieg?“ Rede Goebbels, bei der alle befragten JA schrieen, hatten die Väter und Mütter des Deutschen Grundgesetzes genug von „Volkes Stimme“. Nur noch gefiltert über eine repräsentative Demokratie sollte über alle wichtigen Fragen entschieden werden.
    In Baden-Württemberg (also auf Landesebene) kann das Volk zum Beispiel per Volksbegehren die Auflösung des Landtags bewirken.

  • Briefwahl für alle
  • Die Unterlagen werden den Schweizern einige Zeit vorher mit der Post zugeschickt, weswegen die meisten per Briefwahl abstimmen. In Deutschland ist es notwendig, die Briefwahlunterlagen für eine Bundestagswahl anzufordern, sonst ist nix mit Kreuzchen machen vom Urlaubsort aus. In der Schweiz überfliegen viele sofort nach Erhalt der Unterlagen die Themen, schreiben Ja oder Nein, tüten den Kram ein und ab geht die Post. Nur bei wirklich spannenden Themen steigt die Wahlbeteiligung auf über 50%.

  • Wahlunterlagen in EINEM Umschlag
  • Bei den letzten Gemeinderatswahlen in unserer neuen Wahlheimat wunderten wir uns besonders über die Art, mit der die verschiedenen Schweizer Parteien in den knallharten Wahlkampf einstiegen: Wir bekamen einen grossen Briefumschlag zugeschickt, mit einem gemeinsamen Anschreiben der Parteien, worin uns empfohlen wurde, die beiliegenden Informationen aufmerksam zu lesen und uns dann zu entscheiden. Abgesehen davon, dass wir als Ausländer sowieso kein Wahlrecht hatten, rätselten wir über diese Art von Konkurrenz. Da wird gegeneinander um die Stimmen der Wähler gestritten, gleichzeitig aber befürchtet, der Wähler könne böse werden, wenn man unsinnig viel Geld verpulvert und die 8 Broschüren einzeln per Post zuschickt. Die Parteien harmonieren also miteinander, und das bereits im Wahlkampf.

    Besonders gefiel uns die Schweizer F.D.P., das ist die „Freisinnig-Demokratische-Partei“, „frei“ in dem Sinne, dass sie frei von Sinnen ist? Rätsel über Rätsel.

  • Die Zeitungen sind parteiisch bei den Abstimmungen
  • Als begeisterte Zeitungsleser haben wir in Deutschland gelernt, dass im Journalismus streng zwischen Textsorten „sachlicher Bericht“ (ohne Wertung), „Kommentar (mit Wertung), „Kolumne“ (mit persönlicher Meinung) etc. unterschieden wird. Nicht so in der Schweiz, hier steht bei jeder Abstimmung im Tages-Anzeiger zu lesen: „Die Haltung des Tagsanzeigers ist JA (oder NEIN)„.

    Merkwürdig, wie wollen die noch neutral über die Pro- und Contra-Argumente berichten, zwecks eigener Meinungsbildung des Lesers, wenn sie selbst so deutlich Stellung beziehen? Seit kurzem gibt es den Plan für eine Volksinitiative, die verbieten will, dass der Bundesrat und die Bundesverwaltung öffentlich kund tut, ob sie für oder gegen eine Vorlage sind. Die Diskussion darüber nahm absurde Züge an, als die Bundeskanzlerin Annemarie Huber-Hotz sagte:

    Das Volk hat immer das entscheidende letzte Wort. Aber das Volk hat nicht immer recht (Quelle)

    Zu dieser Erkenntnis waren die Väter und Mütter des Deutschen Grundgesetzes auch schon gekommen.

    Topaktuelles Design

  • Frisch designte Plakate zur Abstimmung
  • Was ich bei den Abstimmungen in der Schweiz aber am liebsten mag sind die hipp-hopp retro-mässig cool designten Werbeplakate, die immer wieder aktuell kurz vor einer Abstimmung ausgehängt werden.

    Cooles Retrodesign für die Abstimmung