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Ist Tüpflischeissen eigentlich ein Schweizer Nationalsport?

  • Schweizer Familien lesen Illustrierte
  • Neulich war ich auf dem Weg zu einem Interview mit einer grossen Schweizer Illustrierten, die auch von Familien gelesen wird. Ich fuhr mit dem Zug zum Treffpunkt am Zürcher Hauptbahnhof und las auf dem Weg einen Leserbrief, der einen Fehler des Tages-Anzeigers richtig stellte. Der Tagi hatte geschrieben, warum das Schweizer Nationalgetränk „Ovomaltine“ im englischen Sprachraum einen anderen Namen hat:

    Nach der Expansion ins Ausland merkte man, dass die vielsilbige O-vo-mal-tine nicht richtig ausgesprochen werden konnte. Das war nach 1913, als die erste Ovo-Fabrik in England in Betrieb ging. Deshalb heisst das Pulver im englischsprachigen Ausland und in Asien verkürzt Ovaltine (sprich: «Oveltain»).
    (Quelle: Tages-Anzeiger vom 10.03.07)

    Die Leserbriefschreiberin Marcia Schoenberg wies dann am 16.04.07 darauf hin, dass die Aussprache von „Ovaltine“ nicht „Oveltain“ sei, wie im Tagi beschrieben, sondern „Ovalteen“.

    Ich fand diesen Einwand bemerkenswert und äusserst löblich, denn gerade hatte ich darüber nachgedacht, ob es nicht einmal an der Zeit sei, ein eigenes Posting zum Thema „Tüpflischeisser“ zu schreiben. Nun, ich schob den Gedanken beiseite und ging zum Interview. Das Erste, was mir vorgelegt wurde, war ein Posting der Blogwiese, in dem ich „Schulpflegschaftspräsident“ mit einem „-schaft“ zu viel geschrieben hatte. Es heisst nämlich „Schulpflegepräsident“. Viel kürzer und knapper, als ich es je mit meiner Deutschen Weitschweifigkeit zu hoffen wagte. Nicht mal ein klitzekleines Fugen-S passt noch zwischen die „Schulpflege“ und dem „Präsidenten“.

    Ich freute mich, dass ich wieder etwas gelernt hatte und erfuhr kurz darauf noch, wie man „lisme“ richtig ausspricht, denn das hatte ich auch falsch artikuliert. Es ist mehr so ein „ä“ im Laut, also „läsme“.

    Dann erzählte ich der Journalistin — wie war ich bloss auf das Thema gekommen? — von der Idee mit dem Posting zum Thema „Tüpflischeisser“, und wie sehr ich mich gefragt hatte, ob diese Art von kleinkarierter Kritik und Korrektheit eigentlich etwas typisch Schweizerisches sei. Es ging dann irgendwie etwas unterkühlt weiter im Gespräch.

    Nun, das Wort „Tüpflischeisser“ ist bestimmt Schweizerisch, denn wir lernen aus dem Variantenwörterbuch:

    „Der bundesdeutsche Korinthenkacker ist bei den Österreichern ein Tüpferlreiter und den Schweizer Nachbarn ein Tüpflischeisser.“
    (Quelle: Pressemitteilung de Gruyter Verlag)

    Seltsamer Weise findet sich zwar ein „Korinthenkacker“ im Duden:

    Korinthenkacker, der (derb, abwertend): kleinlicher, pedantischer Mensch.
    (Quelle: duden.de)

    Die anderen beiden Varianten „Tüpferlreiter“ und „Tüpflischeisser“ jedoch nur bei de Gruyter.
    Noch einmal möchte ich betonen, wie sehr ich es wichtig finde, genau zu sein und alle Fehler korrekt zu bezeichnen. Auf der Blogwiese konnte so eine Menge verbessert werden. Das Wort „Tüpflischeisser“ ist übrigens bei Google-CH nur 65 Mal belegt. Wie oft das Standarddeutsche Wort „Korinthenkacker“ erwähnt wird, verschweige ich besser. Zu ihm weiss Wikipedia noch mehr:

    Während dieser Begriff hauptsächlich in der Bundesrepublik Deutschland Verwendung findet, betitelt man derartige Menschen in Österreich als I-Tüpferlreiter, in der Schweiz und in Südwestdeutschland auch als Tüpflischisser oder Dippelschisser. Synonyme für Korinthenkacker sind „Erbsenzähler“, „Kümmelspalter“, „Beckmesser“, in der Berliner Mundart „Krümelkacker“ und in der bayerischen „Gscheidhaferl“. Eine ähnliche Bedeutung hat auch „Haarspalter“, dabei wird allerdings (Über-)Genauigkeit betont, wohingegen rechthaberische Pedanterie allenfalls eine untergeordnete Rolle spielt.
    Im Niederländischen hat das Wort eine andere Konnotation. Hier bedeutet die wörtliche Übersetzung, „Krentenkakker“, etwa so viel wie „Geizhals“
    (Quelle: Wikipedia Korinthenkacker)

  • Aussprache-Hinweise in IPA immer willkommen!
  • Darum auch für die Zukunft die Bitte: Wenn Sie einen Fehler sehen, bitte sofort melden. Vor allem wenn sie beim Lesen das Gefühl haben, ich würde ein Schweizerdeutsches Wort falsch aussprechen, bitte gleich die korrekte Aussprache zuschicken. Am besten in phonetische Schreibweise gemäss IPA, dem Internationalen Phonetischen Alphabet. Hier zur Erinnerung eine kleine Gedächtnisstütze, wie im IPA Vokale verschriftet werden.
    Phonetik IPA Vokale
    (Quelle Foto: Wikipedia)

    Warum haben eigentlich die Schweizer nicht längst diese Zeichen als allgemeingültige Schriftsprache eingeführt, damit endlich nicht mehr auf die lästige Fremdsprache Hochdeutsch zur Verschriftung des Schweizerischen ausgewichen werden muss. Alle Unklarheiten wären beseitigt, wenn die Kinder bereits in der Primarschule nur in IPA schreiben lernen würden, auf Schweizerdeutsch natürlich.

    

    45 Responses to “Ist Tüpflischeissen eigentlich ein Schweizer Nationalsport?”

    1. mep Says:

      Tüpflischeisser ergibt bei google.ch nur 65 Treffer. Klar, wer sagt schon Tüpflischeisser. Tüpflischiisser ergibt 331 Treffer, Tüpflischisser bereits 777 und mit Tüpflischiesser findet man immerhin noch 102 Links.

    2. Airow Says:

      Die phonetische Schrift in der Primarschule? Die Kinder wären meiner Meinung nach damit hoffnungslos überfordert.

      Für die Oberstufe und das Gymnasium könnte dies allerdings ein Thema sein, zumal man das dort im Fremdsprachenunterricht (Französisch oder Englisch) sowieso einmal anschaut. War zumindest bei mir der Fall.

      Aber ob sich die phonetische Schrift durchsetzen könnte? Wohl kaum… Es ist einfacher für den Schweizer mit ä, ü, ö etc. zu schreiben, so wie ein Wort halt ausgesprochen wird. Zudem liese sich eine allgemeingültige Schreibweise kaum mit den verschiedenen Akzenten vereinbaren. Da würde einfach zuviel Kultur und Identität verloren gehen.

      [Anmerkung Admin: Der Vorschlag war ironisch gemeint]

    3. solar Says:

      Na Jens, da muss ich gleich Tüpfli schiisse: Also „lisme“ habe ich noch rein gar niiiiie anders ausgesprochen gehört als eben lisme.

      Und dann hast Du vergessen, auch gleich noch die Angaben zu machen, mit welchen Tastaturkombinationen (PC und bitte Mac auch!) man in Deinem Blog die IPA-Zeichen schreiben kann.

      Vielleicht kannst Du jeweils gleich eine anklickbare Sonderzeichenliste bereitstellen, aus der man die Zeichen einfügen kann 😉

      Denn ich sags ja schon lange: Viele Schweizer Dialekte lassen sich fast nicht schreiben, weil wir sehr viel zu wenig Vokalzeichen haben. Salat wir ausgesprochen wie Salaat, Saloot, Soloot, etc. aber dazwischen gibt es ungezählte präzis überlieferte Nuancen. Doch wie schriftlich präzis darstellen? Da nützt dem Normalsterblichen auch Deine Tabelle ohne klar definierte Beispielwörter nichts.

      Aber danke einewääg (ää ausgesprochen irgendwo zwischen ä und a)!

    4. mawi Says:

      First of all: Super Page! Bin irgendwie erst heute darauf gestossen, nachdem ich im SF-Archiv den Club gesehen habe und anschliessend noch den DOK Film.

      Das mit dem „Tüpflischisser“ ist wirklich so. Aber glauben Sie mir: Das wird generell angewendet und ist der typische Schweizer. Es gibt aber auch andere und das ist wie in jeder Kultur so. Wenn ich auch noch Tüpflischisser spielen soll, dann sagt man nicht „läsme“ sondern „lismä“. 😉 Also das „ä“ mit dem „e“ vertauschen und nicht das“i“ mit dem „ä“. Dies ist übrigens oftmals der Fall. Das „i“ wird meistens stehen gelassen. Aber mir ist das eigentlich egal.

      Was ich eigentlich noch schnell los werden wollte, war (und dies ist nun aufgrund der vorhergegangen SF Beiträge, die ich gesehen habe), dass sich der Grossteil meiner Freunde nicht über das Deutsche eines Deutschen nerven, sondern vielmehr über das Deutsche eines Schweizers. Dies ist auch der Punkt, weshalb sich Schweizer oftmals angegriffen fühlen. Sie merken einfach, dass sie unterlegen sind, wobei sie bei jedem Formular, welches sie ausfüllen müssen und entscheiden ob Deutsch, Italienisch oder Französisch gewählt wird, Deutsch als ihre Sprache angeben… und dem ist nicht so. Diese Unterlegenheit wird dann aus Frust in die Wahrnehmung „Arroganz“ vom anderen, welcher die Sprache besser beherrscht umgewandelt.
      Das zweite, was nerven mag, ist das Nachahmen von schweizerdeutschen Ausdrücken wie zB „Grüezi mitenand“. Das Problem liegt nicht daran, dass es zu 90% falsch ausgesprochen wird, sondern daran, dass der nächste Satz in normalem Hochdeutsch gesprochen wird. Es ist nicht nötig, dass man versucht, einen Schweizer auf schweizerdeutsch zu begrüssen, wenn man anschliessend sowieso auf Hochdeutsch weiterfährt.
      Meiner Meinung nach, ist es gut, wenn man wieder mehr Deutsch hört. Es ist nämlich manchmal schon traurig wenn man Vorträge von Kommilionen sieht, und denkt dass derjenige/diejenige schlecht Deutsch spricht. Ich möchte mich da selber gar nicht ausklammern. Mein Deutsch ist nicht perfekt. Aber ich habe deswegen keine Minderheitskomplexe.

      Und noch ganz kurz zum Schluss: Das Wort „abtun“ vom letzten Blogeintrag, habe ich persönlich noch nie gehört. Ich hätte mich auch gefragt, was das genau bedeuted. Da kommen wohl noch regionale Sprachbarrieren hinzu 🙂 Um so trauriger finde ich, dass das Zitat aus einer Zeitung stammt, welche eigentlich in hochdeutscher Sprache und korrektem Satzaufbau schreiben sollte.

      Liebe Grüsse
      mawi

    5. Phipu Says:

      Zu mep
      Man findet sogar noch 119 Einträge zu „Tüpflischysser“. Mit den y für die Verschriftung von i bin ich selbst jedoch vorsichtig, da sie bei Deutschsprechenden für ü gehalten werden könnten. Anekdote dazu: In einem Vortrag hörte ich mal: „… in der französichen Stadt Lüoon …“ (gemeint war „Lyon“, etwa [Liiong] oder [Liõ] ausgesprochen).

      Dank der Luzerner Mundart findet man „Tüpfli…“ übrigens auch mit „Töpfli…“ geschrieben (gibt jedoch nur marginale Google-Zahlen).

      An Solar
      Denk eben auch an die Luzerner, die etwa „lesmä“ aussprechen. Aber wie eben richtig erklärt, auch hier kein ä in der ersten Silbe.

      [Anmerkung Admin: Es war ein Blogwiese-„Wie-lange-dauert-es-bis-jemand-meckert“ Test, der mich dazu trieb, das „ä“ in die erste Silbe zu schreiben. Zur Siegerehrung bin ich leider noch nicht gekommen]

    6. DaniDo Says:

      Lieber Jens, verarsch uns nicht zu sehr, wir wollen schliesslich nur helfen! 🙂

      [Anmerkung Admin: Welch böses Wort „verarschen“. War doch nur ein kleiner Reaktionstest 🙂 ]

    7. neuromat Says:

      gestern der Chropf und heute Obstipation und Diarrhöe – wird das jetzt ein Gesundheit Sprechstunde Blog? Auch sehr interessant, dass Herr Wiese in seiner Freizeit einen Handarbeitskurs besucht, vielleicht wohnt er aber auch nur in der Nähe eines Backfischaquariums.

      Das Klugscheissen: Ist es die Reformante des Kritikaster oder auch einfach nur die Lust am Markieren. Es gibt ihn vielleicht den typischen Vertreter mit Koreapeitsche und Liebestöter unter der Manchesterbuchse, der einfach Menkenke machen muss, frei nach dem Motto: Die Suppe ist nicht zu heiss, die ist nur zu warm zum Essen. Aber eine typische Schweizer Eigenheit. Was wollen die denn noch alles am besten können? Nein, Klugscheissen können wir alle, jeder besser als der andere.

      @ mawi
      willkommen und Gratulation zu diesem gelungen Einstand. Eine Kleinigkeit sehe ich anders: Das mit dem „Grüezi mittenand“… ich finde es nicht schlecht, wenn sich die Frischlinge um eine erste Sprachaufnahme bemühen, sich etwas zurücknehmen und nicht gleich mit „Tach auch, könntensegerademalnenmoment …ausserdem gibt es immer die Einstiegsdroge, nicht jeder ist gleich voll auf Dialekt, auch wenn es ein deutscher Eisenfresser ist, er möchte eben nicht als der Kaliban und Kulturbolschewist dastehen.

    8. Selma Says:

      Hallo zusammen, bin wieder da…
      @Jens: Etwas Tüpflischisserei zu Anfang: Das Fugen-S passt nicht zwischen die Schulpflege und DEN Präsidenten (im Gegensatz zu DEM Präsidenten)

      Als Erklärung, warum die Ovi in anderen Ländern Ovaltine heisst, gibt es auch die Hypothese, dass Ovomaltine zu sehr nach „vomit“ klingt. Zumindest hatten meine englischen Freunde diese Assoziation. Ovaltine fanden sie lecker (ich gebe zu, dieses Wort oft und unbefangen auf Hochdeutsch zu benutzen), Ovomaltine hätten sie hingegen im Regal stehen lassen…
      Übrigens hat Ovi in Deutschland eine andere Zusammensetzung als in der Schweiz. In Deutschland sind keine Eier drin, aber dafür Zucker (empirisch überprüft anhand der Zusammensetzung, die auf jeder Packung steht). Bestimmt hat jemand eine Erklärung parat? neuromat, vielleicht?

      @Airow: Irony – like brassy or tinny, just made of iron, eh?

      @neuromat: Gruss vom depo-mat, den ich letztens bei den Schliessfächern einer Bibliothek angetroffen habe.

    9. Frank Says:

      @Neuromat: „Tach auch“ mag zwar dem Heimatidiom unseres Blogschreibers entsprechen, ist aber keineswegs eine außerhab Westfalens auftretende Anrede.

    10. Fiona Says:

      Der typische Schweizer Tüpflischiesser: Ist er / sie schon im Rentenalter und hat nichts besseres zu tun?

    11. Nessi Says:

      ich stimme neuromat zu, was das „grüezi mitenand“ betrifft. was soll daran falsch sein?? wenn ich in einem fremden land bin, grüsse ich die menschen auch in ihrer eigenen sprache und treffe dabei meist auf wohlwollen der einheimischen.
      frage an neuromat: was ist den ein „deutscher Eisenfresser“? *grööl* hab ich noch nie gehört. 🙂

    12. Ingo Says:

      @Mawi:
      Als Deutscher in der Schweiz kann ich nur sagen, dass ich es völlig normal finde, sich zumindest die Gruss- und Dankesformeln des Gastlandes (der Gastregion) anzueignen, unabhängig davon, wie man sonst spricht.
      Wenn ich (als Nordrhein-Westfale) nach Bayern oder Österreich gehe, sage ich auch „Grüss Gott“, obwohl mir das in der Heimat nie über die Lippen käme. Man kann jetzt natürlich behaupten, Grüss Gott wäre „hochdeutscher“, aber es ist auch eine Frage der Gewöhnung. Genauso mit „Merci“ statt „Danke“. Sage ich mittlerweile auch zuhause, ohne dass jemand erwartet, ich würde danach Französisch reden.
      Und in Ungarn habe ich auch „Jo napot kivanok“ gesagt, um im Weiteren auszutesten, ob mein Gegenüber Englisch oder Deutsch versteht.

    13. patrick Says:

      Na, grüzzi, grüzzi! *Schauder*
      Da kriege ich Gänsehaut. Liegt aber auch daran, dass in Bern sowieso niemand „Grüezi“ sagt. Und ein berdeutsches „Grüessech“ trauen sich die meisten Deutschen dann doch nicht ganz zu *lol*

    14. mirach Says:

      he he he …
      wenn ich lese, wie sich die Interviewerin sofort grad sympathisch positioniert, fühl ich mich an die Interviewerin „Literaturbeilage“ aus „Das Wetter vor 15 Jahren“ erinnert. Wolf Haas hat da vielleicht aus langer Erfahrung geschrieben.

      Ich werde selten bis nie interviewt … stellen die wirklich so dämliche Fragen und sind die wirklich so frech, diese Journis?

      @ neuromat
      hab mich gekugelt vor Lachen – gestern, heute, oft!

      [Anmerkung Admin: Das Interview kannst du hier nachlesen Schweizer Familie 26-04-07 ]

    15. Brun(o)egg Says:

      Was den Einsatz des Y statt des I betrifft: In Basel ist’s der „Dipflischysser“.
      Lismen ist eines der wenigen Wörter die Berner und Zürcher gemein haben. Der originell, originale Basler sagt „strigge“. Und wenn der ins holländisch übersetzte Korinthenkacker dort ein Geizhals ist, ists bei uns der „Rappenspalter“ und in Basel der „Bazzenglemmer“. (Batzen = alt für Geldstück oder in übertragenem Sinne Geldgeschenk. (Geburtsdags-Batze, Mäss-Batze, usw.

    16. Macbg Says:

      Ich will niemandem in die Suppe spucken, aber fehlt da doch tatsächlich ein „t“ am Ende von „beseitig“. Ausserdem ist das Foto wohl von der Quelle „Wikipedia“ und nicht von Wiipedia“. Na, wer hat hier wohl den Tüpflischiisser-Reaktionstest bestanden…?

      [Anmerkung Admin: Danke für den Hinweis. Test bestanden, Fehler schon korrigiert! :-)]

    17. neuromat Says:

      @ nessi

      Der Eisenfresser ist ein ganzer Kerl, ein Hecht im Karpfenteich, der so richtig Eindruck schinden kann. Nicht ganz ohne Absicht habe ich den Comment mit einer ganzen Reihe von veralteten Begriffen gespickt. Aber ich dachte, da wir ja hier so über das lismä fachsimpeln trifft es unsere Altersgruppe – jetzt muss ich aber meine Schleimsuppe ziehen.

      @ selma

      wie ich höre hast Du meinen Bruder kennen gelernt. Ich hoffe der alte Schürzenjäger hat sich nicht daneben benommen.

    18. solar Says:

      zum Interview in der „Schweizer Familie“:

      Wie heissen denn die Polizeibussen (schweizerdeutsch „Bùäss“) in Deutschland? Geldstrafe? Taschengeldverurteilung? Eurosanktion? Geldbeutelklau?

      [Anmerkung Admin: Eine Busse ist einfach ein „Strafemandat“ oder eine „Geldbusse“ oder eine „Geldstrafe“. Entscheidend ist das Scharfe-S an Stelle von „ss“. Zum Thema „Busse“ siehe hier]

    19. rotweißrot Says:

      Als Ösi in Deutschland muss ich anmerken dass man in der (Ost)Alpenrepublik I-Tüpferlreiter verwendet, nicht Tüpferlreiter. Das I verleiht dem Wort seine „Härte“. „Du bist so ah Iii-Tüpferlreiter“…

      Mit korinthenkackanischen Grüßen aus Hamburg
      Markus

    20. sylv Says:

      >
      .. u de isch es hie no gr ‚Gizgnäpper‘:) und Batze kennt man auch im Berndeutschen

    21. Markus Says:

      Auch ich – als Berner der seit einigen Jahren in Zürich wohne – habe „lisme“ noch nie anders ausgesprochen gehört.
      Scheint sich um eine lokale Sonderform zu handeln.

    22. JensK Says:

      @patrick, über die „Grüzzi“ Stufe sind die meisten deutschen Poster hinweg, glaub mir, ein sauberes Grüezi und Müesli kriegen wir hin…

      Na ja ich arbeite in einer „Grüesseich“-Zone. Ich bleibe beim Grüezi…was macht eigentlich ein Zürcher in Bern um nicht als Ausländer zu gelten?

      Ansonsten schliesse ich mich Vorredner an, bei meinen Auflandsaufenthalten versuche ich immer ein zwei Sätze in der Landesprache zu lernen und das kommt an. Wenn ich meinem Gegenüber „Ei guude wie“ entgegenschmettere, möchte ich das Gesicht mal sehn…wie immer wenn ich mal „Dialekt“ spreche.

    23. patrick Says:

      JensK: Da gibt es nichts was die Zürcher machen könnten, um in Bern nicht als Ausländer zu gelten *lol*.

    24. Schnägge Says:

      Quote neuromat: „Aber eine typische Schweizer Eigenheit. Was wollen die denn noch alles am besten können?“

      Das mit den 123x hat dich wirklich getroffen, oder? 🙂

      Ich denke, was den Stuhlgang angeht, nehmen sich die (Deutsch-)Schweizer und die Deutschen nicht viel. Wenn auch, wenn ich das inzwischen küchen(chätschtli)psychologisch richtig begriffen habe, aus etwas unterschiedlichen Gründen:

      Ok, zugegeben, wir Deutschen wissen auch nicht immer alles. Aber wir wissen immer alles besser. Und halten es für unsere gottgegebene Pflicht, das unserem Gegenüber auch unbedingt mitzuteilen.
      Den Deutschen geht es ums Prinzip. Und zwar grundsätzlich.
      Wo kommen wir denn da hin, wenn sich niemand an die Regeln hält?

      Den Schweizern geht es eher um die Harmonie in der sozialen Gruppe.
      Schweizer sind äußerst tolerant. Jedenfalls, solange der andere genauso ist wie sie selber. Wer aus der Reihe tanzt, wird zurückgepfiffen. Die Lebensaufgabe des Schweizers ist es deshalb, bloß nicht negativ aufzufallen. Etwa dadurch, dass er etwas besser kann als andere. Hochdeutsch z.B. Wo kommen wir denn da hin, wenn jeder macht, was er will?

      Das könnte zumindest das Missverständnis erklären, dass die Deutschen nicht verstehen, warum Schweizer gleich persönlich beleidigt reagieren, wenn sie sich von einem Fremden (Deutschen) „arrogant“ belehrt fühlen…

      (Disclaimer: Jaja, ich weiß „die Schweizer“ und „die Deutschen“ gibt es natürlich nicht.)

    25. neuromat Says:

      @ brun(o)egg @sylv

      bei uns heissen die Korinthen „Krente“ und der Pingelskopp (das versteht wahrscheinlich jeder) ist ein Krentefiester, oder natürlich auch krentekacker. Der Fiester ist wiederum ein langsamer Arbeiter. Die „holländischen Korinthenkacker“ heissen Gierbraggen oder Gitzknüökel.

      Dann kennen wir noch einen Baselmanes. Das kann man sich ergooglen. Dauert drei Sekunden.

      Und Hoornohssen, das kennen wir auch

      @ Frank
      ich habe gar nicht gewusst, dass ausserhalb von Westfalen auch Deutsche leben. Aber was müssen das für Bottschoken und Hoornohssen sein, wenn die nicht grüssen. 😉 Du schreibst übrigens auf einer Tastatur mit esszett.

      @ schnägge
      123 – das war mir schon wieder völlig entfallen. Aber jetzt wo Du es sagst. Andererseits .. bei dem oft so förmlichen Umgang, erst einmal stundenlange Begrüssung: Also Barbara, begrüss ich Dich zur dritten Besichtigung meiner französischen Briefbettensammlung in dieser Woche. Einfach alles so steif, obwohl steif, na klar, das ist der ganze Trick. Der typische Schweizer ist eine Ganzkörpererektion. 🙂

      Aber das ist es schon wieder, worüber mache ich mir hier meine Gedanken eines Flabes: Es stimmt schon: Der liebe Gott weiss alles, der Deutsche weiss alles besser.

    26. Ostwestfale Says:

      Wie ich hier jetzt zum wiederholten Mal lese (von mawi und patrick) kommt es bei Schweizern schlecht an, wenn das „Grüezi“ von Ausländern nachlässig/lieblos/unbeholfen ausgesprochen wird. Das kann ich verstehen und mir als bekennenden Pedanten wäre es ein Graus, wenn sich eine gut gemeinte Absicht derart ins Gegenteil verkehrte…. weshalb mir nun der Gedanke kam, inwiefern denn ein freundlich vorgetragenes „Ich grüsse Sie“ oder „Ich grüsse Euch“ eine praktikable Alternative wäre? Wie sehen das die Schweizer?

    27. wolfi Says:

      Ostwestfale

      wenn schon, dann „Grüass üch“. Dann aber in der „Ihr-Form“ bleiben. Darüber gab es auch noch keine Blog, wo man „Siezt“, wo man eher in der „Ihr-Form“ redet in der Schwiiz. Wie auch immer, Grüüäzi kann aber so schwer auch nicht sein ;-).

      Gibt ja immer noch bemerkenswerte Themen hier, Respekt nach so langer Zeit.

      Grüass vom Wolfi

      [Anmerkung Admin: Keinen Blog, aber ein Posting und viele Kommentare, siehe hier]

    28. Stefan* Says:

      Ein schweizerischer Kollege sagt nur einfach „Gruss !“, ein Grüessech bekomme – glaube ich – auch ganz ordentlich heraus.

    29. mirach Says:

      Merci für den Intilink, schööööönes Foto

      und zahmes Interview – also ich meine: nicht unverschämt besserwisserisch Tüpfli schyssend

      @zürcher in bern:
      ach ihr Armen! BernerInnen gelten in Zürich allgemein wenigstens als häärzig, nicht ganz Ernst zu nehmend zwar, jedoch niedlich. Na ja, frag mich grad, was besser ist.

      grüezi

    30. Ostwestfale Says:

      >wenn schon, dann “Grüass üch”.

      Ich bin kein Fremdsprachenass, war ich nie, deshalb habe ich ernste Zweifel, ob ich Grüüäzi oder Grüass üch *auf Anhieb* (beim 1. Mal) zufriedenstellend aussprechen könnte (so, dass sich mein Gegenüber garantiert nicht veralbert vorkäme). Es mag sein, dass ich es korrekt aussprechen würde, es mag aber auch nicht sein, ich weiss es nicht.
      Aber eigentlich ging es mir bei meiner Frage auch weniger um mich, sondern um die 90% der Deutschen, die laut mawi schweizerische Begrüssungsformeln falsch aussprechen, wobei es dann ja noch dazu widersinnig wirken soll, wenn dann im weiteren Verlauf Hochdeutsch geredet wird…
      Auch aus diesem Grund suchte ich eben nach der idealen hochdeutschen Begrüssung.

      Da „Guten Tag“ für mich in der Schweiz relativ „hart“ klänge, schiene mir das „Ich grüsse Sie“ vielleicht, na ja, etwas „schweizerischer“ und versöhnlicher, nicht viel, aber doch ein kleines bisschen. Oder setzt man sich mit einer hochdeutschen Begrüssung nur wieder all zu leicht dem Verdacht aus arrogant zu sein??? Ach, ist das schwierig…

      Grüsse an alle!

    31. Selma Says:

      @neuromat: Nein, nein, Dein Bruder war ganz zuvorkommend. Hat einen ganzen Tag lang einen Zweifränkler für mich aufbewahrt und abends brav wieder ausgehändigt. Er scheint allerdings im Gegensatz zu Dir sehr wortkarg zu sein.

      @schnägge: Kaust Du Deine Küchenschränke jeweils durch…? (Da ist wohl ein „t“ zuviel reingerutscht)

      @Ostfwestfale: Wenn mir jemand „ich grüsse Sie“ sagen würde, käme ich mir wahrscheinlich veräppelt vor. Da wäre Grüssgott schon besser, grüezi kommt meines Wissens von „Grüss Sie Gott“. Im Übrigen gibt es für mich durchaus eine Bandbreite akzeptabler Hochdeutsch eingefärbter Grüezis. Aber die Extremvarianten Grüzzi und Grüüzi klingen wirlich schlimm.

      Passiert es anderen Schweizern eigentlich auch immer wieder, dass deutsche Bekannte (die nicht in der Schweiz leben) mit ihren Schweiz-Kenntnissen glänzen wollen und einem grüezi sagen, auch wenn man per Du ist?

    32. Nessi Says:

      grüssgott………da kann ich es mir nicht verkneifen zu antworten : ich sags ihm wenn ich ihn sehe 🙂
      aber wie schon andere sagten, das grüezi darf durchaus mit akzent daherkommen, einfach nicht grüzzi oder grüüzi *uaaaa* das ist dann folter für die ohren.

    33. mirach Says:

      @selma

      viiel schlimmer … grüezi höre ich auch von (Ost-)Schweizern, mit denen ich recht gut bekannt und per Du bin

      so wie ich auch höre, dass Leute, zu anderen „bisseguet“ sagen, auch wenn sie per Sie sind

      Schweizerdeutsch für Schweizerinnen – sollte man unbedingt an der Volkshochschule anbieten!

    34. Schnägge Says:

      @Selma: *lach* Nur, wenn sich wirklich gar nichts Essbares mehr darin finden lässt. Außer einer Dose Tee. 🙂

      Soo schwer kann das doch nicht sein mit dem Grüezi. Wenn euch jemand mit Grütze kommt, dann bringt ihm halt bei, wie man es richtig macht (oder zumindest so, dass euch Schweizern nicht vor Entsetzen die Ohren abfallen dabei).
      „Guten Tag“ sagt in D übrigens kein Mensch. 😉

    35. Ostwestfale Says:

      >“Guten Tag” sagt in D übrigens kein Mensch.

      @Schnägge
      Äh, wo ist da der Witz?
      In meiner Gegend ist das noch durchaus üblich.

    36. Tellerrand Says:

      @ Schnägge

      Da, wo ich aufgewachsen bin (Niedersachsen, mitten zwischen Hamburg und Bremen), grüsste man zwar in ungezwungener Umgebung meist mit Moin, Moin, in förmlicheren Situationen aber sehr wohl mit einem „Guten Tag“. Und Menschen war’n das da auch, wenn ich mich richtig erinnere…

    37. Tellerrand Says:

      Was ich nicht ganz verstehe: was ist schlimm daran, wenn ein Deutscher in der Schweiz das Grüezi nicht völlig korrekt Intoniert? Wenn er dabei irgendeine Absicht verfolgt, dann doch vermutlich die, freundlich zu sein und sich den Gegebenheiten des fremden Landes anzupassen.

      Wenn es dann stört, dass das Grüezi etwas Zungensteif aus des Deutschen Mundhöhle dringt, wirft das kein allzu gutes Licht auf die Toleranz des Hörers. Wohlwollen ist jedenfalls etwas anderes.

    38. berthe Says:

      „Nicht schon wieder“ werden Sie, Herr Wiese, jetzt gerade denken. Aber es muss halt doch gesagt sein: „Tüpflischeisser“ gibt es gar nicht, das Wort, meine ich. Als durch meine Vorfahren Jahrhunderte alte Schweizerin weiss ich das. Denn der Ausdruck ist nicht richtig deutsch und nicht richtig „schwizerdütsch“. Der erste Wortteil ist schweizerisch, der zweite ist deutsch. Bei uns heisst das richtig „Tüpflischiisser“. Auch wenn das nicht gerade eine sehr häufig vorkommende Personifizierung und auch wenig appetitliche Typisierung ist, stört es einfach unsere Ausdrucksweise.Der Grund dafür, dass wir oft etwas empfindlich auf die Sichtweise von deutschen“ Zugezogenen“ in unserem Land reagieren, liegt grösstenteils in der Geschichte des Entstehens unseres politischen und wirschaftlichen Systems,. Es ist weltweit einzigartig, von allen bewundert, erfolgreich, doch nirgends nachgemacht und deshalb geneidet. Aber wir sind halt, wenn auch mit unterschiedlichen Reaktionen, einfach stolz auf unsere Heimat, die von keinem noch so starken anderen Volk belächelt werden soll.Ich selber respektiere das selbstbewusste, wenn auch über lange Zeit durchgerüttelte, durchgeschüttelte und immer wieder neu erstandene deutsche Völkerstystem und grüsse Sie freundnachbarlich. Berthe

      [Anmerkung Admin: Dieser Kommentar erreichte mich heute per Mail. Habe mir erlaubt ihn hochzuladen. Hier meine Antwort:

      Ich habe mir das Schreiben auf Schweizerdeutsch hier im Blog schwer abgewöhnt, weil egal wie ich es schrieb, sofort ein Kommentar folgte, dass dieses Wort soooo nicht geschrieben werden darf.
      Vergleiche: http://www.blogwiese.ch/archives/59
      Das Schweizerdeutsch schreiben überlasse ich den Schweizern, die sollen sich aber zuvor einigen, ob sie nun Schwiizerdütsch, Schwyzertüsch, oder Schwizerdüütsch schreiben usw. ich halte mich da raus.
      Meine Schreibweise stammt aus dem Variantenwörterbuch, darum „scheisser“ nicht mit zwei „ii“. ]

    39. Schnägge Says:

      @Tellerrand: Ok, zumindset keiner der Menschen, die ich kenne.
      Im Norden sagt man gewöhnlich „Moin Moin“, oder, wenn die Zeit knapp ist, „Moin“, etwas weiter unten je nach Tageszeit „Morgen“, „Tach“/“Taak“, „N’abend“ oder, gegenüber Unter40jährigen und Leuten, die man zumindest vom Sehen kennt, gerne einfach „Hallo“ oder „Hi“ (Hai gesprochen). Im Süden habe ich lange gebraucht, bis mir das „Grüß Gott“ einigermaßen sicher über die Lippen kam (da ging es mir anfänglich wie Nessi). Im Südosten ist mir „Servus“ und „Grüß di(ch)“ über den Weg gelaufen. Im mittleren Westen und im wilden Osten kennen sich Jens und Neuromat sicher besser aus als ich.
      Aber ich wage zu vermuten, dass auch dort, wenn einem ein säuberlich korrekt und voll artikuliertes „Guten Tag“ und „Auf Wie-der-se-hen“ entgegenschallt, der Deutsche denkt: Oh, ein Ausländer. Oder ein Nachrichtensprecher. 😉

      Tschüss, Tschau, Tschöö, Servus, Adele, Wiedersehn, machts jut, bis denne.

    40. Gery us büüli. Says:

      nach langem intensivem lesen fehlt doch immer noch der Nietenzähler. Wobei es nicht mit langem ii, sondern i-e ausgesprochen wird. (Für unsere deutschen freunde…) Ach und ich hätte noch ein grosse bitte an die Einwanderer aus dem grossen Kanton. Bitte versucht nicht, uns Schweizer mit einem Grüzzi zu begrüssen. das ist einfach nur peinlich und beleidigend. Ich als Schweizer versuche auch nicht kölsch oder plattdeutsch zu reden. Weil ich weiss wie schrecklich das klingen muss für einheimische Ohren. Also begrüsst uns einfach „normal“ mit den gewohnten Floskeln. Lieber sich als Ausländer outen als sich mit einem falschen Grüzzi alles zu verscherzen.
      Falls aber doch der wille besteht das Grüzzi korrekt auszusprechen, dann betont es richtig. Als Deutscher ist es unüblicht nach einem ü noch ein e anzuhängen. Weil ja ein ü aus einem u und e besteht. doch genau das ist das geheimnis. man sagt nach dem ü nochmals ein e. und dann tönt es auch nicht mehr so künstlich. also liebe deutsche, sagt grüezi nicht grüzzi.

      na dann viel spass beim üben. oder üebä

    41. Christian (der Andere) Says:

      Wenigstens verwechselt Neuromat Deusche nicht mit den Schwaben, die alles außer Hochdeutsch können. Da fühlt man sich als Westfale schon geehrt.

    42. Schnägge Says:

      Quote Gery us büüli:
      „Falls aber doch der wille besteht das Grüzzi korrekt auszusprechen, dann betont es richtig. Als Deutscher ist es unüblicht nach einem ü noch ein e anzuhängen. Weil ja ein ü aus einem u und e besteht. doch genau das ist das geheimnis. man sagt nach dem ü nochmals ein e. und dann tönt es auch nicht mehr so künstlich. also liebe deutsche, sagt grüezi nicht grüzzi. “

      Dass der Wille besteht, davon kannst du ausgehen. Die Deutschen machen das ja nicht, um euch zu ärgern, sondern, weil sie es einfach nicht besser wissen (können), wenn es ihnen niemand beibringt. Wenn du ihnen das so verständlich erklärst, wie du es hier tust, dürfte das „üe“ kein Problem mehr darstellen.
      Euer schönes gerolltes Zungenschlag-R bringt mich da schon eher zum Verzweifeln. Wie kriegt man das als Norddeutsche hin?

    43. Schnägge Says:

      Ein Schibboleth (Herkunft aus dem Alten Testament) ist ein Passwort/Codewort, das besonders sicher ist, weil es für eindringende Feinde unmöglich auszusprechen ist. Ich vermute, „Grüezi“ gehört in diese Kathegorie. 😉

      – Das stimmlose „g“ am Wortanfang existiert im Standardhochdeutschen nicht.
      – Das gerollte „r“ ist wahrscheinlich die größte Schwierigkeit für norddeutsche Sprecher. (In der „Sprache“ hilft immerhin das plosive „p“, genug Druck hinter das „r“ zu bekommen, aus dem sich praktischerweise das dunkle „a“ fast automatisch ergibt, und daraus wiederum das CH „ch“, das ungefähr dort stattfindet, wo der Nordhochdeutsche sein Reibe-„r“ produziert. Klingt kompliziert? Ist es auch. Zumindest für Deutsche.)
      – Seine liebe Mühe hat der Deutsche auch mit den Diphthongen „ie“ und „ue“, die im Hochdeutschen an einer Lautverschiebung gestorben sind.
      – Das „i“ schließlich ist wiederum um einiges spitzer und intensiver.

      Sollte es dennoch gelingen, all diese merkwürdigen Laute an einander zu reihen, bleibt noch die andere Silbenbetonung und die andere Satzmelodie im Schweizerdeutschen zu meistern.
      Je mehr man sich bemüht, alles richtig zu machen, desto sicherer geht die Sache natürlich völlig in die Hose. 😉
      Hat man es dann dennoch geschafft, das Wort vorschriftsmäßig artikuliert über die Lippen zu bringen, hat man sich aufgrund der fehlenden Verschleifung garantiert als Ausländer geoutet. 🙂

      Dass manche Schweizer ihrerseits Probleme mit der D-Deutschen Aussprache dieser Laute haben, ist indes kein wirklicher Trost. Das tönt in deutschen Ohren nämlich wunderbar charmant, und wir sind fast ein wenig enttäuscht, wenn wir einen Schweizer treffen, der völlig akzentfrei Hochdeutsch spricht… 🙂

    44. bine Says:

      kleine klugscheisserei am rande: keinein norddeutscher sagt „moinmoin“. man sagt „hallo“, guten tag“, „tach“ und „moin“.
      „moin-moin“ sagen eigenlich nur touristen und zugezogene, die durch funk, fernsehn und comics diesem kleinen mißverständnis aufgesessen sind. das nimmt hier allerdings keiner übel. wenn wer kommt mit moinmoin, moinmoin` alle fröhlich zurück. im prinzip darf man hier auch
      „mpf“ zur begrüßung sagen, wenn man dabei angemessen freundlich guckt und nickt.

    45. Gery us büüli. Says:

      @ bine

      mpf zur begrüssung.. „ichlachmichtod“.. 🙂

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