Schweizerdeutsch für Fortgeschrittene (Teil 11) — Plauschen Sie auch so gern?

Mai 9th, 2008

(reload 18.12.05)

  • Plauschen beim Fondue
  • Die Schweizer treffen sich oft und gern zum „plauschen„. Ein „Fondueplausch“ ist die Gelegenheit für sie, gemeinsam Fondue zu essen und dabei zu plaudern. Das Wort „Plausch“ ist auch sonst häufig in Gebrauch:

    Wir finden in Google-Schweiz 175.000 Beispiele,

  • Hockey-Plausch:
  • Hier wird Hockey gespielt und nebenher ein Schwätzchen gehalten. Die Schweizer lieben Hockey und sind darin gleich so gut, dass sie dieses Spiel in mehreren Ausführungen spielen, welche man in Deutschland nicht alle kennt.
    a.) Iiis-Hockey (wir erinnern an die ISO-KWM = Eishockey
    b.) Uni-Hockey, auch „Floorball“ genannt, weil es in der Halle gespielt wird und der Ball Löcher hat, um die Luft durchzulassen.
    c.) Feld-Hockey, auf einem Rasenplatz möglich, nur bei gutem Wetter, sonst wird es eine Schlammschlacht.

    Plausch-Turnier: Hier wird dann um die Wette gequatscht bis der Turniersieger feststeht.

    Trotti-Plausch: Keine Ansammlung von Trotteln, die quatschen, auch keine grosse Diskussion auf dem Bürgersteig, dem „Trottoir„, sondern gepflegte Gespräche, die die Schweizer führen, während sie mit einem „Trottinette“= Roller oder Trettroller unterwegs sind. Die Dinger gibt es in der Schweiz auch motorisiert, und es werden regelmässig Rennen damit veranstaltet.
    Motortrotti Rennen
    (Quelle Foto: www.trotticlub.ch)

    Weissbier-Plausch: Hier reden Biere miteinander, bzw. sie treffen höchstwahrscheinlich ein paar Exil-Bayern an, die über ein Weissbier plauschen.

    Plausch-Olympiade: Und hier werden dann alle Disziplinen des Plausches als Wettbewerb angeboten, 100-Meter-Plausch, Plausch-Weitsprung, Plausch-Hochsprung etc.

  • Gerümpel aus dem Keller holen und damit spielen
  • Wir kennen aus dem Süddeutschen Raum das „Gerümpel-Turnier„, das in der Schweiz zum „Grümpel-Turnier“ mutierte. Wird bei diesen Turnieren erst der Keller gemeinsam vom Gerümpel befreit, bevor man entspannt eine Runde Fussball gegeneinander spielt? Nein, es ist eher das Gerümpel, das selbst auf dem Platz spielt. So wie die Leute aussehen und in Form sind, die da auf solch einem Turnier gegeneinander antreten, ganz ohne Ziel und Zweck, einfach nur aus Spass an der Freud.

  • Es streng haben
  • Und wenn es mal kein Plausch ist, den die Schweizer haben, dann greifen sie gleich in die Sado-Maso-Utensilienkiste und fragen: „Na, hast Du es auch streng gehabt„?
    Das erinnert an den „strengen“ Lehrer in der Schule, das „strenge“ Elternhaus, das uns immer daran hinderte, „über die Stränge zu schlagen„. Es ist sozusagen das absolute Gegenteil von „Plausch haben“: „Es streng haben„.

    „S’isch streng gsii“ würde ein Schweizer sagen, wenn er sich am Wochenende keine Ruhe, keinen Plausch gegönnt hat. Auch im Fitnessstudio wird nach einer Aerobic-Stunde, die nur noch „Group-Fitness“ genannt werden darf, über den Drillsergeant gesagt: „Der war jetzt mega streng„. Dabei konnte er garantiert auf die Peitsche beim Training verzichten. „Streng“ kommt für die Schweizer schlichtweg von „an-streng-end“ und hat mit Zucht und Ordnung, Rohrstock oder dem erhobenen Zeigefinger des Lehrers nichts zu tun.

    [Blogwiese macht Pfingstpause bis 13.05.08! Wir sind ein paar Tage in Berlin und hoffen da jede Menge ausgelassene Touristen aus der Schweiz „inkognito“ ablichten zu können, wenn sie dreist „Fröllein, ick krich noch nen Bier, aber zack zack“ brüllen. Kommt dann alles auf den Blog, Sie werden sehen!]

    Wer sagt im Kino Bescheid wenn der Projektor spinnt? Natürlich die Deutschen

    Mai 8th, 2008
  • Sommer im Kino
  • Neulich sahen wir im Kino die wunderbare Teeny-Sommerschnulze „Sommer — Für die grosse Liebe musst du kämpfen“ mit dem Sohn von Uwe Ochsenknecht. Der heisst Jimi Blue, und das ist keine Whiskysorte sondern wirklich sein Vorname. Der Film lief, wie in der an Fremdsprachen gewohnten Schweiz so üblich, ungeschnitten und nicht-synchronisiert in der Norddeutschen Originalfassung, mit Schweizer Untertiteln. Er spielt auf der Nordseeinsel Amrum, wo die Menschen eine eigene Variante des Friesischen sprechen, das Öömrang , aber auf diese O-Töne hatte man in der Schweizer Ausstrahlung verzichtet. „Denn man tow“ war der einzige Dialektsatz, den ich hörte.

    Amrum
    (Quelle Foto: hotels-amrum.de)

    Die Schweizer Kids im Saal, vorwiegend Mädchen der 5-7 Klasse, schienen dennoch ihren Spass zu haben. Bis plötzlich mitten im Film die Projektion nicht mehr stimmte. Irgendwas haperte am Projektor, der Bild wurde in die Breite gezogen, die Gesichter waren verzerrt, nur der Ton lief mit gleicher Qualität weiter.

  • Wer geht sich jetzt beschweren?
  • Mal sehen, ob irgend jemand der anwesenden Schweizer auf die Idee kommt, Bescheid zu sagen. Wir warteten erst eine Minute, dann zwei. Dann stand jemand von uns Deutschen auf und sagte höflich am Eingang des Kinos Bescheid, dass der Projektor irgendwie falsch eingestellt sei. Kurz darauf war wieder alles in Ordnung.

  • Schweizer Leidensfähigkeit
  • Ich wundere mich in solchen Momenten immer über die Leidensfähigkeit der Schweizer, denn eine ähnliche Geschichte ist mir als leidenschaftlicher Kinogänger, der kaum eine Hollywood Schmonzette auslässt, schon öfter passiert. Wenn es ein Problem gibt, z. B. die Warmwasserversorgung im Haus plötzlich mitten im Winter aussetzt, es sind garantiert wir Deutsche, die als erste auf die Idee kommen, mal die Hausverwaltung zu informieren und darum zu bitten, dass sich jemand um das Problem kümmert.

  • Kein Rührei im Club Med
  • Ähnliche Erfahrungen erzählten mir Schweizer aus Feriendorf-Anlagen à la „Club Mediterranée“, wenn dort beim Frühstück das Rührei oder der Nachschub an Toastbrot zu wünschen übrig lässt. Die ersten, die aufstehen um „Bescheid“ zu sagen, seien dort stets die Deutschen. Ist das nun etwas, auf dass wir stolz sein können, oder fehlt uns einfach die schweizerische Leidensfähigkeit? Zum Motzen und sich beschweren scheinen die Deutsche gern vorgelassen zu werden von den Schweizern, oder verharren die einfach nur, weil es als unhöflich gilt, den Mund aufzumachen?

    Der Shield Suit gegen Elektrosmog — Und wie schützt man den Kopf?

    Mai 7th, 2008
  • Massanzüge mit Schutzfunktion
  • Wir lasen im Tages-Anzeiger vom 29.04.08 einen hochinteressanten Artikel über ein Spezialgeschäft für Business- und Hochzeitsbekleidung in Wallisellen. Die Firma stellt massgeschneiderte Anzüge, Hemden und Mäntel her, vermisst im Büro bzw. abends zu Hause beim Kunden und lässt in Hongkong, Peking und Indien produzieren. Soweit so gut. Doch der letzte Absatz des Artikels liess uns aufhorchen:

    „Eine Exklusivität im Angebot ist der so genannte Shield Suit. Dieser Massanzug schützt dank einem ins Futter eingenähten, abschirmenden Gewebe vor Elektrosmog, insbesondere vor Handystrahlen“
    (Quelle: Tages-Anzeiger vom 29.04.08, S.66)

    Auf der Webseite der Firma unter www.thatsuits.com erfahren wir mehr:

    Für diesen Schutz verantwortlich ist ein ins Futter eingenähtes, abschirmendes Baumwollgewebe mit eingesponnenen versilberten Kupferfäden. Dieses schützt wirksam vor hochfrequenten elektromagnetischen Wellen.
    Unabhängige Messungen an der Universität der Bundeswehr München in Neubiberg beweisen die schützende Wirkung des «Shield Suit». Das ins gesamte Anzugs-Futter eingearbeitete Gewebe (Swiss Shield® Garn) schirmt den Körper des Anzugsträgers bis zu 99,5% vor Handystrahlen ab.
    SwissShield
    Durch die spezielle Einarbeitung des Schutzgewebes werden die Funktionen des Mobiltelefons in keinster Weise beeinträchtigt und der Anzugsträger hört sein Mobiltelefon auch dann klingeln, wenn sich dieses in einer der Sakko- oder Hosen-Taschen befindet.
    (Quelle: thatsuits.com)

    Dank SwissShield könnten wir uns prima schützen. Aber niemand hat dabei an den doch so arg gefährdeten Kopf gedacht! Also haben wir keine Mühen und Kosten gescheut und selbst eine Abhilfe ersonnen.
    SwissShield-Head-Protection
    Den original Blogwiese-Head-SwissShield, gegen gefährlichen Elektrosmog auch im Kopfbereich. Nur Original mit dem Schweizerkreuz. Hilft übrigens auch gegen Regen und hält die Kopfhaut dank strahlenreflektierender Alufolie angenehm warm. Böse Handystrahlen müssen draussen bleiben.

    Zürichdeutsch sprechen lernen mit Emil, das geht nicht — Was ist ein „Siech“?

    Mai 6th, 2008
  • «Zürichdeutsch sprechen geht gar nicht»
  • Emil Steinberger ist in Deutschland, ja sogar in Ostdeutschland, durch seine zahlreichen Fernsehauftritte sehr bekannt. Er schuf extra für sein Deutsches Publikum eine Schweizer Hochdeutschvariante, die es bis dahin nicht gab. Kein „Schweizer Hochdeutsch“, aber Standardsprache mit starker Einfärbung, heute oft als „Emil-Deutsch“ bezeichnet. Da es seine Emil-Programme auf Cassette oder CD in fast jeder Schweizer Stadtbibliothek und in Deutschen Stadtbüchereien auszuleihen gibt, kann sich jeder leicht von dem Ergebnis dieser sprachlichen Bemühungen überzeugen. Die katastrophale Nebenwirkung dieser Aufnahmen in „Emil-Deutsch“: Bis heute glauben Millionen von Deutsche, dass sie hier original Schweizerdeutsch hören, wenn Emil in seiner Kunstsprache loslegt.

  • Emil auf CD
  • Emil Steinberger bringt zur Euro 2008 eine eine Schwyzerdütsch- CD heraus, mit der Deutsche die Luzerner Variante der Schweizer Mundart lernen können.
    Schwyzerdütsch mit The Grooves
    (Quelle Foto: edition-e.ch)

    Der Tages-Anzeiger interviewte Steinberger zu dieser CD:

    Herr Steinberger, Sie sprechen auf der CD wie gewohnt Luzerner Dialekt. Aber Zürichdeutsch wäre eigentlich viel angemessener, oder?
    Ha! Das muss ich lachen. Immerhin wurden die Texte von einem Zürcher geschrieben, und ursprünglich sollte ich tatsächlich Zürichdeutsch sprechen, aber das geht gar nicht. Katastrophal! Der Luzerner Dialekt ist eher neutral, also eignet er sich auch für Leute, die ein Durchschnitts-Schweizerdeutsch lernen wollen. Hätte ich versucht, einen anderen Dialekt zu sprechen, wäre das wohl eher peinlich geworden, denn ich bin ein lausiger Sprachenimitator.
    (Quelle: Tages-Anzeiger vom 13.03.08)

    Ist Zürichdeutsch dann nicht die neutrale Durchschnitts-Schweizerdeutsch-Variante, die wir immer lernen sollen? Sprich Emil etwa den bekannten Oltener Bahnhofsbüffet-Dialekt?
    Der Tagi fragt weiter:

    Ihre Kabarett- und Lesereisen führten Sie durch den gesamten deutschsprachigen Raum. Gab es da auch mal Verständigungsprobleme?
    Natürlich. Wenn man ein Programm ins Hochdeutsche übersetzt, stösst man immer wieder auf Wörter, die einem klar erscheinen, im Ausland dann aber nicht verstanden werden. Ausdrücke wie grillieren, parkieren oder zügeln sind unseren deutschsprachigen Nachbarn nicht bekannt, zumindest nicht so, wie wir sie bei uns verwenden.

    Diese Wörter haben wir auch tatsächlich nicht bei Emil gelernt. Er hat sie tunlichst aus seinem Programm gestrichen, als er im Deutschen Fernsehen auftrat.

    Und wie reagierte das Publikum auf Ihr helvetisch eingefärbtes Hochdeutsch?
    Äusserst positiv. Eine Zuschauer aus Deutschland hat mir mal geschrieben: «Das Schweizer Hochdeutsch klingt in unseren Ohren wie Musik.» Dennoch gab es gewisse Nummern, die im Ausland nicht funktionierten, etwa «Klassezämekunft». Hätte ich den Begriff «Klassentreffen» eingesetzt, wäre ich wohl durchgekommen. Aber die Deutschen sind sprachlich nicht so flexibel, sie können nicht so gut kombinieren wie die Schweizer – da haben wir einen deutlichen Vorteil.

    Der klassische „Jöö-Faktor“. Nur die Behauptung, man könne im Deutschen nicht so gut kombinieren und sei sprachlich weniger flexibel, halte ich gelinde gesagt für gequirlten Schwachsinn. Erstens werden auch in Deutschland etliche Varianten gesprochen, die es regelmässig in die Standardsprache schaffen, und zweitens kann man schwer über den Umfang und die Flexibilität einer Sprache urteilen, wenn man sie persönlich nur aus der Entfernung oder als geschriebene Variante kennt. Die grundsätzliche Fähigkeit des Deutschen, Wörter endlos aneinander zu kleben und damit Neues zu schaffen existiert in den Mundarten gleichermassen wie in der Standardsprache. Dein ständiges „Türenaufreissenundwiederzuknallen“ nervt mich gewaltig. Ein gültiges Wort der Deutschen Sprache wurde da soeben erschaffen. Ob es sich im Sprachgebrauch durchsetzen kann, ist ein ganz anderes Thema.

    Emil sagt im Tagi Interview weiter:

    Andererseits spricht der Schweizer an sich ja nicht so gerne Hochdeutsch. Ich weiss beispielsweise von Familien, die jeweils auslosen, wer nach dem Grenzübertritt in Deutschland das Sprechen übernehmen muss.

    Cool. Ist das wirklich so? Wir haben schon jede Menge Schweizer beim Einkauf in Deutschland erlebt, die sich so zu Hause fühlten, dass sie ihr Zürichdeutsch gar nicht erst ablegten. Warum auch, die Süd-Alemannen verstanden sie prima. Es wurde uns auch von Schweizern in einer Berliner S-Bahn berichtet, auf Touristentour durch Deutschlands Hauptstadt, die sich unbekümmert und laut in ihrer Muttersprache unterhielten. Ob es allerdings Zürichtütsch oder Bärndütsch war, konnte uns der Berliner Ohrenzeuge nicht sagen. Wir tippen mal auf Zürich.
    Emil sagt über seine CD:

    Hier könnte die CD eine gewisse Annäherung erleichtern. Von beiden Seiten her, denn es wäre schön, wenn die Deutschen in der Schweiz unseren Dialekt verstehen oder gar sprechen würden. Meine Frau, die ursprünglich aus Köln stammt, hat innert dreier Monate Schweizerdeutsch gelernt.
    Ihre Frau versteht Sie also?
    Möglicherweise ist sie ja eine Ausnahme, aber die kommt manchmal mit Ausdrücken an, bei denen ich mich frage, woher sie die hat. Probleme gab es eigentlich nur bei gewissen Feinheiten wie Vokalkombinationen. Da wurde dann aus «Fleisch» schon mal «Fliisch» und aus dem «Staubsuuger» ein «Stubsuger».

    Und wie spricht man „Döner Kebab“ oder „Hover-Klopfsauger“ auf Schweizerdeutsch aus, fragen wir uns dann ganz spontan.

    Dann wurde Emil vom Tagi nach seinen liebsten Mundartausdrücken befragt:

    Gewisse Wendungen aus meinen Kabarettprogrammen haben sich im kollektiven Gedächtnis festgesetzt und begegnen mir immer wieder. Zum Beispiel das abwehrende «Bi dem Wätter . . .» oder das verblüffte «Das esch jetzt no de Bescht!». Nur mit gewissen Dialekten habe ich Mühe, etwa wenn ich im Radio Extremwalliserdeutsch höre. Aber ich staune immer wieder ob unserem Sprachgebrauch, gerade bei Begriffen wie «Siech». So bezeichnete man ursprünglich ein totes Pferd, aber mittlerweile ist das ins Positive umgedreht worden: Der Luzerner spricht anerkennend von einem «verrockte Siech», der Berner vom «geile Siech». Unser Dialekt ist schon eine verdammt vielseitige Sache.

    Soviel Spass an einem toten Pferd. Aber ob das Wort „Siech“ wirklich von einem dahin siechendem d. h. sterbendem Tier abstammt, darüber dürfen sich nun Phipu und Anfra eine zünftige Erklärungschlacht liefern. Wer hat die Stelle im Grimmschen Wörterbuch schneller gefunden? Und bitte keine Verweise à la „ist bereits da und da erklärt worden“ 😉

    Wie werde ich als Deutscher sympathisch in der Schweiz? Stilgerecht und einzeln in der Coche

    Mai 5th, 2008
  • Gut ankommen in der Schweiz
  • Wir wurden aufmerksam gemacht auf ein sensationelles Angebot für Deutsche in der Schweiz:

    Business Knigge für Deutsche, die in der Schweiz arbeiten und gut ankommen möchten! Manieren, gute Umgangsformen, sprachlicher Ausdruck, Schweizerische Traditionen, geschäftliche Gepflogenheiten der Schweiz: Schulungen für Deutsche, die in der Schweiz arbeiten und sich möglichst reibungslos in der Arbeitswelt integrieren möchten…
    (Quelle für dieses und alle weiteren Zitate: stilgerecht.ch)

    Stilgerecht Knigge für Deutsche

    Was bringen die einem bei in Sachen „sprachlicher Ausdruck“? Vielleicht „schlussendlich“, „erst noch“ und „für einmal“ richtig zu betonen? Oder warum man in der Schweiz nicht in der Nase popeln darf beim Personalgespräch, wie sonst in Deutschland üblich? Darf ich nicht „dat is aber leckar“ sagen beim Essen? Gilt es nicht als „geschäftliche Gepflogenheit“ in der Schweiz, nach dem ersten Apéro gleich zum „Ich bin übrigens der Hansruedi und im Zivilleben Obersthauptmajor“ überzugehen? Wird zur „reibungslosen“ Integration ein Duschgel gereicht, damit beim „dusche <>tusche“ keine Friktionen entstehen?

    Warum braucht es Schulungen für Deutsche, die in der Schweiz arbeiten? Deutsche und Schweizer sind Nachbarn. Wir sprechen die fast gleiche Sprache (zumindest in der Deutschschweiz). Deutsche fahren in die Schweiz um Ferien zu machen. Schweizer und Deutsche pflegen schon seit vielen Jahren sehr intensive Geschäftsbeziehungen miteinander.

    Deutsche fahren nicht in die Ferien, die haben Urlaub. Schweizer hingegen kennen die Deutschen und brauchen dort auch nicht in den Urlaub hin zu fahren. Die paar Tausend Berlin-Süchtige pro Jahr mal ausgenommen, und die Rentner im Schwarzwald ebenso.

    Und doch gibt es viele kleine, aber feine Unterschiede. Die Mentalität, die Kommunikation, die Geschäftskultur unterscheiden sich. Und es geht dabei um Emotionen, um Identitätsaspekte, die nicht wegzudiskutieren sind. Deutsche werden, laut Stimmen aus der Presse und dem schweizerischen Fernsehen, als „arrogant“ wahrgenommen. Diese Wahrnehmung hat, zumindest im geschäftlichen Alltag, sicher etwas mit dem unterschiedlichen Verhalten und der unterschiedlichen Art zu kommunizieren zu tun.

    Nur als „arrogant wahrgenommen“? Nein, sie sind es! Haben wir doch oft genug gehört. Wenn das alle sagen, kann es nicht falsch sein. Und was das unterschiedliche Verhalten und die Art der Kommunikation angeht: „Tach, ich bin der Schorsch, und wo geht dat nun hier nach Aldi?

    Deutsche sind beispielsweise oft direkter. Sie haben eine „harte“, sprachliche Ausdrucksform. Schweizer sind hingegen oft weniger direkt. Ihre sprachliche Ausdrucksform ist „weicher“.

    Ach so ist das gemeint. Je weniger Krachlaute, je weniger Diphthonge, desto weicher wird eine Sprache.

    Damit die Integration in das Schweizer Arbeitsumfeld reibungsloser gelingt und unnötige Missverständnisse vermieden werden, bietet die Imageagentur Stilgerecht Schulungen und Einzelcochings für Deutsche an, die in der Schweiz, ohne Ellenbogenmentalität, beruflich tätig sein wollen und bei Ihren Kollegen, geschäftlichen Partnern und Kunden sympathischer ankommen wollen.

    Ach deswegen bekommen wir keine Gegeneinladung von Schweizern, wenn wir sie einmal zum zünftigen typisch deutschen „Kleine-Kinder-Fressen“ eingeladen haben. Die Ellenbogen am Esstisch waren denen zu spitz. Ob man so ein Coching in einer spanischen „coche“ oder in einer deutschen Kutsche bekommt, quasi während der Fahrt, darüber verrät die Webseite mit ihrem sensationellen Angebot leider nichts. Wir wollen sympathisch ankommen! Das können in Deutschland sonst nur die Badener aus Baden-Württemberg, die sich als „badisch und nicht unsymbadisch“ bezeichnen, denn ihr Motto lautet: „über Baden lacht die Sonne, über Stuttgart die ganze Welt“.

    Sprechen Sie mit uns. Wir bieten Ihnen massgeschneiderte Business Knigge Schulungen an.

    Massgeschneidert also. Die zwickt nicht im Schritt. Toll, endlich mal ein Schritt in die richtige Richtung. Eine Knigge Schulung für Deutsche in der Schweiz. Die bringen den Deutschen Benehmen in der Schweiz bei und verdienen auch noch Geld damit. Ob man da auch die acht Fragen lernt, die man einen Schweizer niemals fragen darf?
    1. „Bist Du auch ein Züricher?“
    2. „Wieviel Patronen hast Du beim letzten WK mitgehen lassen?“
    3. „Wieviel Franken hast Du in letzter Zeit auf Sparkonten nach Deutschland transferiert?“
    4. „Guckst Du auch am Samstag heimlich die Deutsche Bundesliga?“
    5. „Darf man beim Baden im Züricher See eigentlich ins Wasser pinkeln?
    6. „Funktioniert ein Schweizer Sturmgewehr eigentlich auch bei schönem Wetter und Windstille?“
    7. „Warum schreibt man Hansruedi eigentlich nicht mit Ypsilon?“
    8. „Warum wird beim Obligatorischen nicht auch Elfmeterschiessen geübt?“