Werden Deutsche in der Schweiz gemobbt ? — Probleme bei der journalistischen Quellensuche
Das Schweizer Nachrichtenmagazin „FACTS“ kam am 01.02.07 mit der Überschrift heraus „Schweizer mobben Deutsche“. Im dazugehörigen Leitartikel lasen wir:
Zum Beispiel jenes grenznahe Spital, das sein überwiegend deutsches Pflegepersonal per Dienstanweisung angehalten hat, doch bitte «schweizerischer» zu arbeiten. Grund: Die Patienten hatten sich in einer anonymen Umfrage der Spitalleitung über die deutschen Schwestern beklagt – sie seien zu kühl, zu schnell, zu schnoddrig. Sechs Pflegerinnen liessen sich die Vorwürfe nicht gefallen – und kündigten. Offiziell bestätigen will den Fall niemand. Eine Schwester, die dabei war, sagt: «Die Deutschen wurden regelrecht hinausgeekelt.»
(Quelle: FACTS)
Hübsch, sehr hübsch! Vor allem die genaue Ortangabe „grenznahes Spital“ gefiel uns gut. Aber irgendwie kam uns dieser Text bekannt vor, denn stand nicht ein paar Tage zuvor in einem Blog:
In einem solchen Bezirksspital unweit der deutschen Grenze erlebte sie einmal den Unmut unter den Patienten darüber, dass fast ausschliesslich Personal aus Deutschland eingesetzt wurde. Die Pflegeleitung startete dann eine anonyme Umfrage um zu erfahren, was die Patienten an den Deutschen Fachkräften denn störte. Das Ergebnis floss in eine „Dienstanweisung“ ein, die in Zukunft massregeln sollte, wie der Umgang mit den Patienten abzulaufen hat. Ziel war es, vermehrt „schweizerisch“ zu arbeiten, was auch immer damit genau gemeint war.
• Kollektive Kündigung statt Konsensfindung
Deutlicher kann sich der Schweizer-Deutsche „Kulturkonflikt“ nicht manifestieren. Die Deutschen Pflegekräfte solidarisierten sich und organisierten Widerstand gegen diese „Zurechtweisung von Oben“. Es kam nicht zum Dialog oder zur Konsensfindung sondern zum grossen Knall. Schliesslich kündigt gleich sechs Deutsche Krankenschwestern auf einmal und verliessen das Spital. Die Schweizerin, die mir das erzählte, wurde von ihrer Pflegedienstleitung dazu verdonnert, über diese Geschichte nicht in der Öffentlichkeit zu reden.
(Quelle: Blogwiese 25.01.07 )
Wir finden es ja sehr nett und fühlen uns sehr geehrt, von einem grossen renommierten Nachrichtenmagazin in der Schweiz so als „Ideenlieferant“ verwendet zu werden, aber wäre eine klitzekleiner Quellenverweis oder Link-Tip auf die Blogwiese nicht angebracht gewesen?
Meine Quelle lernte ich im Spital in Zürich kennen, es wurde kein Wort über den Ort des Geschehens und den Zeitpunkt der „Patientenbefragung“ verraten. Doch der FACT-Journalist hatte zumindest etwas selbst recherchiert. Ganz zufällig sind momentan im Bezirksspital Bülach sechs Stellen für „Pflegefachkräfte“ vakant. Und dass neulich dort sechs Leute zugleich gekündigt haben, wurde auch bestätigt. Wo er nur die zitierte „Schwester“ aufgetan wurde? Ich kenne nur Pflegfachfrauen in der Schweiz.
Der FACTS-Journalist stürzte sich auf diese Geschichte, weil es sonst nicht viel Handfestes zu diesem Thema gibt. Pino Aschwanden wollte ursprünglich einen Film über die Deutschen drehen, die die Schweiz auf Grund ihrer negativen Erfahrungen wieder verlassen haben. Aus dem FACTS-Artikel wissen wir, dass 2005 genau 7298 Deutsche wieder zurück nach Deutschland gingen. Wer von denen einfach sein Praktikum beendet hatte oder richtig frustriert war und deswegen ging, ist aus diesen Zahlen nicht ersichtlich.
Pino Aschwanden suchte im September 2006 diese „frustrierten Rückkehrer“ unter den Deutschen mit dem Aufruf:
Wir suchen jemand, der wieder zurückkehrt nach Deutschland. Muss dieser Jemand hartherzig sein? Verbittert? Hasserfüllt? Nein. Nein. Nein.
Was sein darf ist: Enttäuschung. Die Erfahrung, dass es schwierig war. Dass man unverstanden war.
Wir wollen keinen, der sauertöpfisch vom Leder zieht. Sondern jemand, dessen Liebe nicht erwidert wurde. Dessen Gefühle gemischt sind. Zartbitter. Sweet&sour. Soll’s ja geben.
(…)
Wenn Sie unser Anliegen also in der Art weitergeben können, dass wir nicht den nach Deutschland zurückkehrenden Schweizerhasser suchen, sondern jemand, der zurückkehrt/oder zurückgekehrt ist, weil das Zusammenleben schwierig war - und von seinen Freuden und Leiden souverän erzählen kann, kommt das unserer Absicht sehr entgegen.
(Quelle: Blogwiese 16.09.06)
Nun, wir haben das Ergebnis als DOK gesehen. Es wurde ein ganz anderer Film daraus. Die gezeigten Deutschen wollten alle hierbleiben. Das Ehepaar in Kaiseraugst bekam das Bürgerrecht und das Pfarrerehepaar fing hoffnungsvoll ein neues Leben in einer Gemeinde in Speicher, Kanton Appenzell Ausserrhoden, an.
Die aufgezählten Fälle in FACTS reduzieren sich auf zwei konkrete Namen und Geschichten: Anke F., 27, Einzelhandelskauffrau aus Erfurt und Karsten Ladwig, 38, der schon 1989 in die Schweiz als Verkäufer kam. Beide erlebten Negatives, Anke fühlte sich „verarscht“, aber Karsten Ladwig ging nach einem Jahr zurück nach Berlin, weil es ihm dort besser gefällt und die Kneipen länger geöffnet haben. Einige Tausend Schweizer, die in Berlin leben und dort auch einen Verein haben, sehen das nicht anders.
Der Rest sind historische Rückblicke auf vergangene deutschfeindliche Zeiten in der Schweiz, eine Menge gut zusammengetragener Fakten (warum dies Zeitung nur so heisst?) in Form von Zahlenmaterial, und nicht näher spezifizierte Verweise auf „Online-Foren“, in denen Deutsche ihren Frust über die Schweiz loswerden.
Kurzum: Ziemlich aufgebauscht und hochgekocht. Alle Fakten drum herum stimmen, aber was die eigentlich Kernaussage angeht, dass Deutsche in der Schweiz gemobbt werden, wie es der Titel von FACTS suggeriert, dafür sind die beiden abgedruckten Beispielgeschichten ein schwacher Beleg.
Natürlich gibt es so etwas wie eine „antideutsche Grundstimmung“ in gewissen Kreisen der Schweizer Bevölkerung. Besonders bei denen, die sich plötzlich der Konkurrenz aus Deutschland stellen müssen. Gleichzeitig gibt es „Angst vor Überfremdung“ und vor hochdeutscher sprachlicher Bevormundung. Aber gleichzeitig gibt es diejenigen, die die Deutschen Zuwanderer als einen Pluspunkt für die Schweizer Wirtschaft ansehen, und die auch persönlich keine Berührungsängste zu Deutschen kennen, sondern sie als Teil ihres Alltags und ihres Berufslebens akzeptiert haben. Und auch beim Thema „Fussball“ tut sich was. So schrieb mir der Schweizer Adrian K.:
Dass wir Schweizer, bei zig Sportlichen Anlässen permanent gegen die Deutschen sind stimmt nicht immer, aber sehr oft. Weshalb weiss ich nicht. Dass ich, als Poldi n Tor erzielte, oder bei Lahms fantastischm Eröffnungstor und Jens prima Paraden„etwas“ jubelte, ist wohl eher die Ausnahme. -Möchte mich nicht als Fan der Deutschen Elf outen
Ich denke, man sollte es nicht allzu eng sehen. Ja, auch Schweizer zollen Deutschen Respekt. Viele bewundern das kämpferische Ensembel. In meinen Kreisen hiess es meist: „bin näbscht dä Schwiiz zwar nöd grad für Dütschland, aber diä günned sicher na, muesch nur luege. Sie werded sich scho durekämpfe!“
(Quelle: Private E-Mail)
Persönlich habe ich bereits einige bekennende „Bayern-München-Fans“ bei den Schweizern kennengelernt. Alles halb so schlimm, ist ja nur ein Spiel, oder?
February 2nd, 2007 at 7:15 am
Als ich meine Arbeit hier, bekam ich sehr viel Widerstand zu spüren. Ich lies alles zu was an Hass, Wut, Enttäuschung und Vorurteilen auf mich einprasselte. Es war ein Ventil für die Leute.
Das Mobbing war allgegenwärtig, in seiner reinsten Form.
Mir Geduld Verständnis, fachlichem Wissen und guten Menschenverstand habe ich dieses Tal durchschritten.
Heute bildet mein Team (23 MA: 11CH, 6D, 4F, 2I. 1GB, ) den Kern einer erfolgreichen Aussenstelle unseres Unternehmens.
Wir pflegen eine gesunde Streitkultur ohne grosse nationale Ressentiments.
Die Anfangsphase möchte ich auf keinen Fall missen, denn ich habe noch nie soviel, in kurzer Zeit über Menschen gelernt. Und als Deutscher ein multinationales Team in der Schweiz zu führen macht mich auch einwenig stolz.
Mit freundlichem Gruss
maximus
February 2nd, 2007 at 8:17 am
Guete Morge mitenand!
>>Sechs Pflegerinnen liessen sich die Vorwürfe nicht gefallen – und kündigten.
[Anmerkung Admin:
Das ist die Interpretation von FACTS. Wie es sich genau abspielte, konntest Du in dem Blog-Artikel lesen, natürlich gebrochen aus der Sicht einer Schweizer Pflegefachfrau, die es mir erzählte. Darum habe ich ja beide Versionen gegenübergestellt. Es ist ein Problem, wie mit “Quellen” umgegangen wird im Journalismus. ]
February 2nd, 2007 at 8:33 am
Das Problem, das ein Dauerbrenner zu sein scheint, ist schwierig zu erfassen, weil jedes Einzelschicksal unter anderen Bedingungen zustande kam und kaum mit einem anderen vergleichbar ist. Diesen Umstand muss man sich immer und immer wieder vergegenwärtigen, bevor man Verallgemeinerungen trifft.
Zwotens, diejenigen Deutschen, die meinen, Schweizer mobten sie wegen ihres Deutschseins, besitzen meiner Erfahrung nach in vielen Fällen eine zu geringe Selbstreflexion. Ich sage es mal deutlich, oft handelt es sich um Grossfressen, notorische Job-Hopper, Ewig-Unzufriedene, Nörgler, oft auch um Personen, die in die Schweiz gekommen sind, um möglichst schnell (d.h. schneller als in Deutschland) zum Erfolg zu kommen, um Karrieristen, die nun gemerkt haben, dass das auch in der Schweiz mit harter Arbeit verbunden ist, und deshalb enttäuscht sind. Ferner natürlich auch solche, die die besonderen Pflichten ihrer Gast-Rolle nicht kapieren. Wer von Schweizern verlangt, sie sollen mit ihm Hochdeutsch reden, ist selbst schuld daran, dass er spätestens beim dritten Mal ein Augenrollen ernten wird.
February 2nd, 2007 at 8:39 am
Was geschieht, bist du. Es geschieht dir recht.
(Dürrenmatt, Philosophie und Naturwissenschaft)
February 2nd, 2007 at 8:50 am
Hallo ihr schweizerischen Deutschen
Wir haben hier in unserer Firma auch 2 Deutsche und die sind schwer in Ordnung! Da wir nahe an der Grenze sind, wohnt der eine aber trotzdem noch in Deutschland und kommt nur rüber zum arbeiten! Der andere jedoch ist ein paar Kilometer über die Grenze in die Schweiz gezogen und da muss ich sagen, dass finde ich echt klasse. Denn wenn er hier schon sein Geld verdient, zahlt er auch die Steuern hier. Gute Einstellung wie ich finde!
Also mir persönlich wäre es viel lieber, wenn unsere 20% Ausländeranteil alles Deutsche wären. Und nicht irgendwelche Serben oder Albaner, deren Kinder unsere Jugendgewaltquote pushen! Also Jens, lad ruhig alle deine Bekannten und Verwandten in die Schweiz ein, solange dafür die negativen Zuwanderer wieder nach hause gehen (woher sie auch immer kommen mögen).
Ja es gibt auch solche Schweizer … ich finde, die sollte man gleich mitabschieben!
[Anmerkung Admin:
Ich möchte betonen, dass im Uni-Spital Zürich von sehr freundlichen und gut ausgebildeten Pflegekräften aus Serbien und dem Kosovo gepflegt wurde, deren Kinder hier die Schule besuchen und Lehre absolvieren, ohne Jugendgewalt zu pushen. Kosovo-Albanier gibt es schon über 30 Jahre in der Schweiz und die waren nie ein Problem. Es waren stehts fleissiger “Büezer“. Es hilft nichts, wegen einiger durchgeknallter Jugendlicher eine ganze Volksgruppe zu diffamieren. ]
February 2nd, 2007 at 9:18 am
Also ich muss sagen, dass mir nie per se Hass oder negative Vorurteile entgegengebracht wurden - zumindest nicht offen. Was mein Schweizer Umfeld hinter meinem Rücken über mich sagte, weiss ich ja nicht.
Ich kann mich nur an eine kuriose Aussage erinnern von einer Tessiner Kollegin, die nicht glauben wollte, dass ich Deutsche bin, weil ich ’so anders’ war, ’so lustig und offen’. Mir wird erst heute - nach all den Diskussionen hier im Blog klar - dass das wohl ein dickes Kompliment war.
Wenn ich Probleme mit Schweizern hatte, war mir eigentlich immer klar, dass das auf rein persönliche Gründe zurückzuführen war - ich kann halt nicht mit jedem und nicht jeder kann mit mir.
Mein ehemaliger Vermieter hat mich mal als ‘Schwabenkatze’ beschimpft
. Mich hatte das eher ein wenig irritiert, da ich 1. nicht aus Schwaben komme und 2. den Ausdruck eher amüsant fand. Mittlerweile nennt mich mein Mann auch manchmal so, als Kosename und auf meine Bitte hin.
Übrigens, besagter Vermieter hat dann tatsächlich angefangen seine deutshen Mieter gezielt zu mobben und zwar auf’s Schlimmste. Aber das ist einer und wahrscheinlich ist das auch einfach sein privater Stil und nicht auf alle Schweizer zu übertragen.
Grüsse Ginger alias Schwabenkatze
February 2nd, 2007 at 9:20 am
Dass Deutsche in der Schweiz gemobbt werden, kann ich nicht bestätigen. Ich denke manchmal, dass in der Schweiz allgemein ganz schön gemobbt wird. Gerade den Spitalbereich betreffend ist doch häufig zu hören, dass der kollegiale Umgang sehr viel angenehmer sei, was natürlich auf das katastrophale Verhalten der meisten deutschen Chefärzte nach jahrelanger professioneller beruflicher Persönlichkeitsdeformierung abzielt.
Was mir nicht verständlich ist: Wieso denken die Schweizer eigentlich, dass wir sie lieb und nett finden und warum gibt es dieses Bemühen, das eigene Image des lieben und ach so kleinen aber doch so schönen (small but beautiful) Landes hoch zu halten.
Eigentlich merken wir doch sehr schnell: Die lieben Schweizer sind gar nicht lieb. Wieso kommt man eigentlich auf die ohnehin absurde Idee: wir lieben die Schweizer. Ich lieb meine Frau, meine Kinder, meine Eltern, meinen Beruf und keinen Herrn Thomas Küng, der im Fernsehen verkündet, die Deutschen bräuchten für die Schweiz eine Bedienungsanleitung, während umgekehrt die Deutschen den Schweizern sehr wohl bekannt wären – man schaue nämlich das deutsche Fernsehen.
Nein, von Mobbing kann man nicht sprechen, da es bedeuten würde, dass eine Vielzahl von Methoden des persönlichen Terrors sich gegen eine einzeln Person richten mit dem Ziel der psychischen und physischen Schädigung. Ich habe vielmehr den Eindruck, es gibt da so einige „schwierige Persönlichkeiten“, wie Herrn Küng oder andere, die nicht mehr für das deutsche Fernsehen arbeiten dürfen, die kennen, dann die Deutschen natürlich ganz genau. Was – aus meiner Sicht – eigentlich wirklich arrogant, im üblen Sinne des Wortes ist. Und ich werde den Eindruck nicht los, dass die aus irgendwelchen Gründen besonders frustrierten, eine gewisse Stimmungsmache betreiben, um vielleicht ein Mobbing vom Zaun zu brechen. – Schade eigentlich.
Noch eine Ergänzung zu gestern:
Zürich lebt und Basel bebt
- was würde man sich hierzulande ereifern, wenn wir da gebohrt hätten
ach und noch was, es gab da gestern noch ein tolles Handballspiel
February 2nd, 2007 at 9:55 am
@ T.M.
sei doch so gut und definiere mir einmal die besonderen Pflichten meiner Gast-Rolle. Es sei Dir schon jetzt verdankt.
February 2nd, 2007 at 10:19 am
Ich will ja nicht nörgeln, aber ist das Pfarrpaar nicht nach Appenzell gezogen? Das läge dann aber nicht im Kanton SG sondern AI/AR.
Geographosch gesehen, wie ein Kuhfladen (AI/AR) auf der Wiese (SG), oder wie ein Fünflieber (AIAR) im Kuhfladen (SG). Je nach Optik.
[Anmerkung Admin: Stimmt, muss ich gleich korrigieren. Danke für den Hinweis!]
February 2nd, 2007 at 10:28 am
Es gibt anerzogene Gewohnheiten, die lassen sich nur schwer ablegen.
Eine davon ist die seit eh bestehende Regel meiner (früher) weitverzweigten Familie: Im Haus/ in der Wohnung wird Hochdeutsch gesprochen. Dialekt(e) nur außerhalb. Das täglich gelebte Umfeld fördert das Sprechen des jeweiligen Dialekts. Verstehen und Sprechen sind zweierlei Dinge. So kommt es, daß ich zwar den Basler Dialekt bis in alle Feinheiten verstehe (besuche überaus gerne die Baseldytschi Bühne), ihn aber ums Verrecken nicht ansatzweise sprechen kann, ohne mich lächerlich zu machen. So spreche ich entsprechend meiner längeren Verweildauer vier deutsche Dialekte fließend und ohne „Akzent“. Weil immer nur kurze Zeit in Basel anwesend, ist mir der „Heimatdialekt“ sprachlich entglitten. Kommt aber noch, wenn ich endgültig in BS lande. Bin ich mir ganz sicher.
Natürlich werde ich zu bestimmten Zeiten (in BS zur Fasnacht z.B.) ganz schön hochgenommen und manchmal auch gemobbt. (Es kommt halt darauf an, wem man da begegnet…) Weil man in mir den mindestens zu dieser Zeit unbeliebten „Schwoob“ zu erkennen glaubt. Wenn die dann aber merken, daß hier ein Auslandsbasler heimkommt und seine geliebte Fasnacht leben will, ändert sich das Bild. Besonders dann, wenn man so einigen deren Fasnacht erklären kann/muß.
Mir macht es nichts aus, wenn man mir auf hochdeutsche Ansprache im Dialekt antwortet. Viel lustiger wird’s, wenn ich dann ebenfalls in den von mir derzeit gesprochenen Dialekt übergehe. Interessant, daß man mich dennoch oft versteht. Meist aber, geht’s dann wie durch ein Wunder in Hochdeutsch weiter.
Lächerlich wird’s, wenn mir so mancher Basler erläutert, wie „Sandoz“ richtig ausgesprochen wird und er gleichzeitig „Departement“ gnadenlos so spricht, wie es da geschrieben steht. Krieg‘ ich jedesmal den Lachkrampf.
February 2nd, 2007 at 10:42 am
Ich kann aufgrund von 5 Jahren Studium und Praktika in der Schweiz als Deutscher auch nicht bestätigen, dass da grundsätzlich gemobbt wird. Auffällig war aber in meinen Augen, dass die meisten Ressentiments bei Leuten vorhanden waren, die keine oder kaum Kontakt zu Deutschen bzw. keine internationale Umgebung haben.
Da viele Ausländer wie ich BWL in der Schweiz studieren, habe ich keinerlei Probleme mit den Schweizer Studienkollegen. Anders siehts aber z.B. bei den Jus-Studenten aus, die kaum internationale Kollegen haben und dementsprechend Mühe mit Ausländern haben, die anders reden und vielleicht auch mal anders denken…
Im Pratikum habe ich die Erfahrung gemacht, dass man sich kennenlernen muss, um solche Missverständnisse zu beheben. Am Schluss hatte ich ein super Verhältnis zu meiner rein Schweizer Abteilung und wollte eigentlich nicht mehr gehen.
Anderseits muss ich auch vielen meiner Landsleute einen Vorwurf diesbezüglich machen: Wer sich im “Ausland” bzw. seiner neuen, zumindest temporären Heimat auch nur mit Deutschen umgibt und alles so machen möchte, wie in D gewohnt, braucht sich nicht wundern, dass einigen Schweizern das missfällt. Nicht umsonst gabs es ja diesen Spiegel-online Artikel über Deutsche an der HSG, den ich aber kaum/nicht nachvollziehen kann. Da halte ichs mit dem Motto: Wie man in den Wald reinschreit, so schallt es auch zurück.
February 2nd, 2007 at 12:43 pm
@neuromat
Zu den besonderen Pflichten als Gast gehört, dass man die Gegebenheiten und Gepflogenheiten seines Gastgebers achtet und berücksichtigt. In der Schweiz bedeutet das
- einen Schweizer sprachlich verstehen wollen, egal wie er spricht
(Grundregel)
- niemals Massregelungen an seiner Sprache oder Rechtschreibung
machen
- Schweizer nicht ausgrenzen, selbst wenn man als Deutscher in der
Mehrheit ist (indem man beispielsweise stundenlang über das deutsche
Steuerrecht philosophiert …)
- so albern es auch klingt: nicht über die Bratwurst mit Zwiebelsosse
herziehen (”Haha - eine Bratwurst mit Sosse - was soll denn das für ein
Quatsch sein?”) oder Pommes mit Sosse oder dieses ulkige Brot
- sich den Verhältnissen auf dem Schweizer Wohnungsmarkt anpassen,
nicht entrüstet Sonderwünsche anbringen (Waschmaschine, Küche usw.)
- die Schweizer Art der konfliktvermeidenden Kommunikation begreifen
(Zettelchen an der Windschutzscheibe, Briefe ohne Absender, zentral
abgelegte Word- oder Excel-Dateien, die zur Kommunikation und
Aufgabenverteilung im Team benutzt werden - ganze Firmen
funktionieren auf diese Art)
- nicht über Waffen in Schweizer Haushalten herziehen
(die Tradition dieser Waffen ist historisch vor allem als
Vorsichtsmassnahme gegenüber den grossen Nachbarn im Norden
und Westen zu begreifen)
Ja, das sind durchaus Pflichten, finde ich.
February 2nd, 2007 at 12:45 pm
wirklich gemobbt worden, bin ich noch nie. ja mal ein blöder spruch, aber sonst…nö…
und ich muss leider auch sagen, das ich mich vorher nihct mit der schweiz beschäftigt hab in deutschland. denke geht vielen deutschen hier. leider leider wurde bei uns die schweiz nicht besonders bekannt gemacht. eigentlich nie erwähnt.
und als ich her kam, habe ich lernen müssen, das es doch eine andere kultur ist. das sollte man akzeptieren und auch annehmen.
wir deutschen wollen ja auch nicht, das sich die ausländer bei uns so benehmen wie in ihrer heimat wir möchten ja auch das sie sich anpassen.
ich zhabe schon ein paar deutsche kennengelernt, die mühe haben mit der schweiz und den schweizern und immer den satz sagen: …”aber in deutschland machen wir das so und so…”. leutchens, ihr seid nicht mehr in deutschland!!!
February 2nd, 2007 at 1:09 pm
@ TM, von was für einem ulkigen brot sprichts du? ich bin der meinung, dass ich nirgends auf der welt besseres brot bekomme, als in der schweiz, aber vielleicht begreiffe ich ja nicht alles
February 2nd, 2007 at 1:50 pm
@Admin: Gratulation nochmal zu deinem DOK-Auftritt, du machst einen sehr telegenen Eindruck
schon mal ne Fernseh-Karriere in Betracht gezogen?
@KR: das kann ich so nicht stehen lassen
Wenn du dich von deinem Lachkrampf erholt hast, kannst du dir ja noch von einem Basler erklären lassen, worin der Unterschied zwischen einem
Departement (schweiz. Verwaltungsinstanz, wird wörtlich ausgesprochen)
und einem
Département (frz. Verwaltungsbezirk, wird französisch ausgesprochen)
besteht.
Kleiner Tipp am Rande: die Beziehungen der Basler zu ihren elsässischen Nachbarn sind traditionell sehr intensiv. Bevor du also einen Basler wegen einer vermeintlich falschen Aussprache eines möglicherweise französischen Wortes auslachst, überleg es dir zweimal. Es könnte sein, dass er weiss, was er tut.
Nur so von wegen Arroganzvorwurf und so…
à propos Lachkrampf: die Calcium Sandoz Werbung im Fernsehn (gibts die noch?) war wirklich eine Beleidigung fürs Ohr.
February 2nd, 2007 at 2:03 pm
@ KR
Lieber Departement als Departemang.
Und lieber Spaghetti als Spatschetti oder Miche”lein” als Michelin.
@ TM Ich finds praktisch wenn die Küche und die Maschinen nicht gezügelt werden müssen. Und wenn Du etwas anderes willst einfach selber kaufen und zahlen.
Wie in deutschland.
February 2nd, 2007 at 2:06 pm
@T.M.: Ich mag Pommes mit Soße, die esse ich auch hier in D-land.
Generell gilt: Auch bei Umzügen inerhalb von Deutschland ist man oft versucht, sich über die unterschiedlichen Gewohnheiten zu wundern. So hat man bei meiner ersten München-Erfahrung vor knapp 15 Jahren fast keine essbare Currywurst bekommen und um Pommesbuden war es auch übel bestellt.
Praktische Kioske (”Büdchen” in NRW genannt), an denen man sich rund um die Uhr versorgen kann, gibt es noch immer fast keine in München. Dafür bekommt man Schweinsbraten mit Kartoffelknödeln, was es im Norden auch eher selten gibt. Und das Bier in 1-Liter-Krügen ausgeschenkt wird, war für mich ebenfalls eine Herausforderung, da in NRW ein 0,3 Glas ein großes Bier ist und in Köln/Düssedorf 0,2 oft die Norm.
Dennoch habe ich mir die Freiheit herausgenommen, mich darüber zu wundern. Und ich kann jeden Deutschen verstehen, der sich durch die Andersartigkeiten in der Schweiz mal zu einer überraschten Bemerkung hinreißen lässt. So ist das nun mal. Ich habe auch keine Probleme mit Schweizern, die über deutsche Seltsamkeiten den Kopf schütteln.
February 2nd, 2007 at 2:26 pm
@ Dirtbag,
gut möglich, daß Sie nicht alles begreifen. Es ist für mich gut nachvollziehbar, ein gutes Weizenmischbrot auf Sauerteigbasis in BS zu vermissen. Das paßt halt nach meinem Geschmack zu verschiedenen Dingen besser. Also hole ich’s in Lörrach oder Inzlingen. Die vorher skeptische Verwandschaft sieht das inzwischen auch so.
February 2nd, 2007 at 2:35 pm
Wenn ich “ulkiges Brot” schreibe, dann meine ich auch ulkiges Brot.
Schweizer Brot (ich meine dunkles, nicht weisses) ist ulkig, mit Ausnahme weniger … ähm … Ausnahmen (z.B. Migros Nussbrot). Es macht nicht satt, hat eine undefinierbare Farbe, besteht eigentlich nur aus Rinde und schmeckt und riecht üblicherweise nach gar nichts.
Die Frage, was denn nun ein weniger ulkiges Brot sein solle, kann beispielsweise mit einem Blick auf ein schweres, deutsches Vollkornbrot (d.h. eins mit ganzen Körnern) in Kastenform hinreichend beantwortet werden. Es dürfen auch Sonnenblumensamen oder Kürbiskerne darin sein. Es hält sich eine ganze Woche lang frisch und eine Doppelschnitte davon macht einen einen Vormittag lang satt. Auch die Russen haben ordentliches, sehr dunkles Brot. In Österreich, Ungarn und Böhmen setzt man auf Kümmel, was nicht jedermanns Sache, aber durchaus einen Versuch wert ist. Das beste Brot der Welt gibt’s allerdings wohl im Vinschgau (Südtirol).
February 2nd, 2007 at 2:36 pm
@ T.M.
- keis Problem. Habe allerdings schon erlebt, mal abgesehen davon wie die Walliser so in Basel und Solothurn eher nicht verstanden werden, dass Neuzüger in Brunnen gelegentlich Probleme hatten, da sie Dagmersellen stammten. Ansonsten eigentlich selbstverständlich; denn auch ich möchte so verstanden werden wie ich spreche und möchte nicht dumm angeschaut werden aufgrund meiner „Schriftsprache“.
- Rechtschreibung ist Rechtschreibung und Rechtschreibfehler sind Rechtschreibfehler. Das gilt für alle. Und da kann es doch keine Extrawurst geben.
- Thema Wurst – wird vorgezogen: Bratwurst mit Zwiebelsosse. Also das kenne ich von daheim. Mir wäre es dabei ziemlich egal ob sich jemand darüber belustigt.
- Ausgrenzung, also wirklich da finden sich eine wiederkehrende Reihe von umgekehrten Beispielen. Das müssen persönliche Erfahrungen sein. Mir täte das leid. Es wäre tatsächlich unhöflich. Gilt natürlich jeweils umgekehrt.
- Wohnungsmarkt: Das ist doch klar. Eure Wohnungen und Häuser haben einen fantastischen Standard. Wer kann da noch Sonderwünsche anbringen. Im übrigen wurde ich sowohl von Vermietern als dann auch von Bauleitern so oft nach allfälligen Sonderwünschen gefragt, und ich hatte eher den Eindruck man war enttäuscht, dass ich keine hatte.
- Zur konfliktvermeidenden Kommunikation sage ich nichts – meine Anregung an Admin: wär das es Thema – ich finde die Kommunikation nämlich mitnichten konfliktvermeidend, sondern Konflikt meidend
- Und nun zu den Waffen: Als treuer Leser der Zeitschrift Annabelle habe ich gelesen wozu die Waffen leider in Ermangelung des bösen grossen Feindes heute gelegentlich dienen. Und dazu erlaube ich mir einfach meine Meinung.
Zu den Gastgeberpflichten:
- nicht grölen und jubeln, wenn beim Fussball ein deutscher Spiel gefoult wird. (Bericht Weltwoche über WM 2002 / Videoübertragung Uni Zürich)
- akzeptieren, dass jemand Dialekt versteht, aber seine Sprache, die keine Fremdsprache ist weiter spricht.
- Einmal Currywurst mit Pommes und Currysauce (aber mindestens aus Bochum) essen
- Kritisierbar bleiben. Kritik äussert man eigentlich nur Menschen gegenüber, bei denen man davon ausgeht, dass anschliessend ein vernünftiger Diskurs möglich ist.
- Die Waffen nicht gegen die Gäste und auch nicht gegen sich selbst richten – und auch nicht den eigenen Frauen an die Schläfe halten.
February 2nd, 2007 at 2:48 pm
erstmal: seit ich die blogwiese entdeckt habe, habe ich hier schon einige sehr vergnügliche stunden verbracht - als schweizerin, wohlgemerkt.
ich habe sehr viele deutsche bekannte und freunde, da sind die unterschiede zwischen den beiden ländern und den mentalitäten immer mal wieder thema. in TMs aufzählung ist viel wahres, und ich möchte im speziellen nochmal auf das thema sprache eingehen: da fühlen wir schweizer uns nämlich den deutschen ziemlich oft unterlegen. an der uni (in basel, logischweise gibt es da viele deutsche) kenne ich eine menge leute, die sich in sachen referate oder auch bei diskussionen ständig mit den deutschen kommilitonen vergleichen - sobald ein deutscher spricht, will man sich als schweizer, auch wenn man grammatisch und stilistisch sattelfest ist, am liebsten verkriechen. es braucht einiges an selbstbewusstsein, bei all der “konkurrenz” einfach zu seinem schweizer akzent zu stehen. (sehr gut zu sehen an all den schweizern, die versuchen, ein möglichst hochdeutsches hochdeutsch zu sprechen, und sich dabei einfach nur gnadenlos blamieren…) - also: lacht nienienie über unsere sprache! und keine gut gemeinten tipps in sachen sprache. nie! wenn wir “euer” deutsch sprechen sollen, ist das für viele von uns jedes mal wieder von neuem eine peinliche angelegenheit.
ich weiss nicht, inwieweit das hier schon besprochen wurde, aber ich habe schon mehr als einmal die “gebrauchsanweisung für die schweiz” verschenkt (von thomas küng, erschienen bei piper). ein sehr witziges und hilfreiches buch (auch für schweizer). wenn alle deutschen, die hierherkommen, dieses buch lesen würden… ach ja. =)
der frosch.
February 2nd, 2007 at 3:15 pm
@ TM, haha, jetzt musste ich lachen, ich habe an das selbe brot aus der migros gedacht

das ist wirklich speziell gut, aber auch unser “normales” brot findi ich absolut geniessbar, trotz der dicken rinde (man hat ja keine gumizähne)
naja, ich denke man isst halt auch das am liebsten was man sich gewohnt ist, aber im vergleich zu italien oder andere ländern im süden können wir (schweizer) noch immer absolut stolz sein auf unser brot
February 2nd, 2007 at 3:23 pm
@ erdbeerfrosch
Liebe(r) erdbeerfrosch (an der Uni Basel gibt es demnächst wahrscheinlich auch erdbebenfrösche).
Es ist ganz schön schwierig: Wir sollen um Gottes willen Euch keine Hinweise geben - ist dorch häufig gut gemeint. Ihr legt und aber gleich eine ganze Bedienungsanleitung vor oder einen Katalog wie T.M. - Sorry das gebht für mich nicht zusammen und ich denke da haben wir tatsächlich s Problem.
Es gibt aber soviele Schweizer, die “unser” Deutsch wirklich ganz einfach sprechen können udn auch gar nicht immer überlegen müssen, wie gut das jetzt ist und ob alles richtig und perfekt ist (steht bei Herrn Küng nicht etwas über diese Sache mit der Perfektion, war das nicht etwas mit einem Tantkurs Salsa oder so … mit dem Ziel das nachher besser und perfekter als ganz Lateinamerika zu beherrschen?? - dann kann man sich doch auch nur gnadenlos blamieren.
Schon wieder Hinweise - aber ich bin auch dankbar für Eure Hinweise.
February 2nd, 2007 at 3:33 pm
@ nih,
lach… Das mit dem Departement ist mir als Basler schon klar. Ich spreche es ja selbst so aus. Auch in der Hochsprache. Lustig wird die Sache von mir nur im Widerstreit zwischen Dialekt und mangelhafter/grbrochener Hochsprache empfunden. Tut mir leid, aber es reizt nun mal zu Lachen.
In der deutschen Hochsprache (trifft auch auf das Räto-Romanische zu) - ich nehme mal an, Sie wissen es - spricht man nun mal die Worte so aus, wie geschrieben. Das hat schon amerikanische Firmen in Deutschland bewogen, Produktbezeichnungen der Lautsprache anzupassen. So ist das auch mit “Sandoz”. Im Interesse dieser Firma steht der Abverkauf der Produkte und nicht die Aussprache. Sehr vernünftig.
February 2nd, 2007 at 3:37 pm
Ich orte ein Problem im Wort ‘Mobbing’. Heute ist einfach alles Mobbing. Sagt man jemanden, der Scheisse gebaut hat, dass er Scheisse gebaut hat, so fühlt er sich gemobbt.
Wenn ich in meinem kurzen Leben zurückschaue, wie ich im Kindergarten gehänselt, pardon, gemobbt wurde…
uiuiui, ich brauche extreme Hilfe..
kurzum: wir sind eine Weicheiergesellschaft geworden.
February 2nd, 2007 at 3:38 pm
@neuromat
ich bin mir bewusst, dass es schwierig ist, ich erlebe es ja oft selbst, wenn mein bester freund (ein deutscher) meine uni-arbeiten korrektur liest und sich über die helvetismen totlacht (letztens wars “allfällig”) - ich habe kein problem damit, mich mit deutschen in ihrer sprache zu unterhalten, aber ich schäme mich oft ganz furchtbar, wenn sie mich nicht verstehen oder gönnerhafte tipps geben. eigentlich geht es bei der ganzen sache viel weniger um die deutschen selbst, sondern um unseren perfektionismus: wir möchten es ja so gern können! =)
und das mit TMs hinweisen: wenn ich in deutschland bin, versuche ich auch, nicht unangenehm aufzufallen indem ich mich über konventionen hinwegsetze, die da gelten… in der schweiz einem schweizer hinweise geben, wie er eure sprache sprechen soll, und das noch ungefragt - das ist anmassend, find ich. vor allem, weil man da viele schweizer wirklich an einem wunden punkt trifft (und ein für alle mal: helvetismen sind keine fehler! “allfällig” dürfte in meiner arbeit stehen, auch wenn mein prof deutscher ist, denn es steht hochoffiziell im duden. könnte uns komplett egal sein, ob ihr das versteht oder nicht =)
so. und jetzt geh ich arbeiten =)
der (weibliche) erdbeerfrosch.
February 2nd, 2007 at 3:52 pm
@ T. M.
mit dem ersten Satz bin ich absolut einverstanden:
“Zu den besonderen Pflichten als Gast gehört, dass man die Gegebenheiten und Gepflogenheiten seines Gastgebers achtet und berücksichtigt.”
… mit dem, was das nach deiner Meinung in der Schweiz bedeutet, weniger:
- einen Schweizer sprachlich verstehen wollen, egal wie er spricht
(Grundregel)
Was hilfts es mir, wenn der andere mich zwar verstehen *will*, meine Sprache aber nicht spricht? Verlangen könnte man vielleicht, dass jemand, der Dialekt nicht (verstehen oder sogar sprechen) lernen möchte , die Konsequenzen akzeptiert: wenn Dialekt gesprochen wird, wird er sich ausgeschlossen, im Nachteil, fühlen.
- niemals Massregelungen an seiner Sprache oder Rechtschreibung
machen
Warum nicht? Es kommt immer auf die Umstände und den Ton an. Ich streite mich leidenschaftlich gerne über die Sprache.
- Schweizer nicht ausgrenzen, selbst wenn man als Deutscher in der
Mehrheit ist (indem man beispielsweise stundenlang über das deutsche
Steuerrecht philosophiert …)
Das hat doch nichts mit dem Schweizer-Sein zu tun. Wenn es nicht gerade eine Gesellschaft von Steuerberatern oder Steuerflüchtlingen ist, ist so ein Gesprächsthema auf die Dauer doch einfach langweilig und unhöflich - zum Davonlaufen - und das sollte auch jeder Betroffene tun.
- so albern es auch klingt: nicht über die Bratwurst mit Zwiebelsosse
herziehen (”Haha - eine Bratwurst mit Sosse - was soll denn das für ein
Quatsch sein?”) oder Pommes mit Sosse oder dieses ulkige Brot
Warum nicht? Es kommt immer auf die Umstände und den Ton an. Kochen und Essen sind wunderbare, unerschöpfliche Gesprächsthemen
- sich den Verhältnissen auf dem Schweizer Wohnungsmarkt anpassen,
nicht entrüstet Sonderwünsche anbringen (Waschmaschine, Küche usw.)
Schweizer Mieter sind extrem duckmäuserisch (mich eingeschlossen). Wenn mal der eine oder andere Nichtschweizer aufbegehrt, weil er noch nicht ensprechend konditioniert ist, kann das nur gut tun…
- die Schweizer Art der konfliktvermeidenden Kommunikation begreifen
(Zettelchen an der Windschutzscheibe, Briefe ohne Absender, zentral
abgelegte Word- oder Excel-Dateien, die zur Kommunikation und
Aufgabenverteilung im Team benutzt werden - ganze Firmen
funktionieren auf diese Art)
Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass das auf die Dauer ein Problem sein kann.
- nicht über Waffen in Schweizer Haushalten herziehen
(die Tradition dieser Waffen ist historisch vor allem als
Vorsichtsmassnahme gegenüber den grossen Nachbarn im Norden
und Westen zu begreifen)
Nur weil etwas “schon immer so gewesen ist”, ist es deswegen keinesfalls automatisch immun gegen Veränderungen und schon gar nicht gegen Angriffe und Diskussionen darüber. Wiederum kommt es auf die Umstände und den Ton einer solchen Diskussion an.
February 2nd, 2007 at 4:04 pm
@ erdbeerfrosch,
keine falsche Scham!
Als Basler sage ich auch in der Hoschspache “Besammlung”, wenn ich in BS/der Schweiz bin, während ich in D immer von der Versammlung spreche.
Helvetismen und Autrismen haben ihren berechtigten Platz in der deutschen Hochsprache.
In Wien frage ich auch nicht nach Blumenkohl, sondern eher nach “Karfiol.”
Ich empfinde die deutsche Hochsprache als unglaublich reichhaltig. Also stehen Sie weiter zu Ihren allfälligen “Fehlern”.
[Anmerkung Admin:
Nicht “Fehler” sondern “Varianten” zur Standardsprache. Ist denn Schreiner richtiger als Tischer? Dachboden besser als “die Bühne” oder “der Estrich”? Darf man zu Mohrrüben nicht Karotte oder Möhre oder gelbe Rübe sagen? etc. etc. ]
February 2nd, 2007 at 4:08 pm
Also dieses leidige Thema ‘Sprache’. Nach 8 Jahren der immerselben Diskussion, würde ich das am liebsten ad acta legen, aber da scheint’s halt zu sein, das ‘grosse Problem’.
1. Ich komme aus einer Region Deutschlands, in der massiv Dialekt gesprochen wird (so ungefeer fuffzich Gilometä vun Mainz eweg)- wie übrigens fast überall in D. Und ich kann mich erinnern, dass wir in der Schule, bei unseren ersten freigeschriebenen Aufsätzen einige Probleme hatten, die hochdeutschen Wörter zu finden (Türklinke Schlänk (dial.))
2. Ich habe mich irgendwann ums Hochdeutsche bemüht, mein Bruder nicht und bei ihm holpert’s auch heute noch. Na und!? Er kann sich verständlich machen…und er ist intelligent und kein Bauer.
3. Ich kenne keinen Deutschen, der sich wegen seines Dialektes woanders in D unterlegen fühlt. Da machen sich die Schweizer, glaube ich, manchmal selbst ihr Problem.
Als Psychotante (bin wirklich diplomiert und FSP anerkannt) will ich mir hier einmal den Hinweis erlauben, dass die Beschimpfung und damit Herabsetzung von anderen oft darin begründet ist, dass man sich selbst minderwertig fühlt. Als Beispiel: Die, die andere schlagen, tun dies, um vermeintlich wieder ein ausgeglichenes Kräfteverhältnis herzustellen.
Übersetzt auf unseren Sprachkonflikt: Der Schweizer v e r m u t e t, dass die Deutschen sich über ihn stellen wollen, weil sie - naja eben Deutsch sprechen - und als Ausgleich putzen sie den Deutschen pauschal runter als arrogantes und unhöfliches Lebewesen.
Schade, seid doch einfach stolz auf euch!
4. Ich persönlich habe in der Schweizer Sprache ein paar ganz tolle und praktische Wörter etdeckt, die ich mit Freuden benutze, da das hochdeutsche Pendant fehlt: gäbig, gell!
5. Bitte stellt uns Deutsche doch nicht immer hin als die Dummdreisten, die eigentlich nichts können, aber alles besser wissen. Auch in D lernt man Französisch und viele Jugendliche werden auch auf Schülerautasch nach F geschickt. Also wenn demnächst ein Deutscher seine Meinung zu einem französischen Wort sagt, dann fragt doch mal nach, ob er es in der Schule gelernt hat und seine Meinung auf so was ähnliches wie Wissen stützt.
6. In meinem Freundeskreis ist die Andersartigkeit auch oft ein Thema, aber man kann das auch wertschätzend hinkriegen und jede Nation hat doch so ihre Eigenheiten, über die man dann GEMEINSAM lachen kann.
Ginger/Schwabenkatze
P.S. Was ist so ungewöhnlich an Bratwurst mit Sauce?
February 2nd, 2007 at 4:40 pm
Liebe erdbeerfrosch,
auch wenn Du jetzt schon arbeiten bist. Aber bitte verrate mir doch endlich: Welcher Deutsche schreibt Euch denn vor wie Ihr welches Deutsch zu reden habt? Und das auch noch ungefragt?
Und das andere mit den Konventionen… aus meiner Sicht sind eher die nicht auffallenden, stillen Deutschen primär mal in die Schweiz gekommen (ich weiss ach nicht welche teutonischen Sangesbrüder da noch nachzügeln), ebn die die eigentlich nicht unangenehm auffallen, kein Autocorso, keine Fahnen, keine Prügeleien. Und wie gesagt, als Akademiker jolen und grölen beim Fussballspiel, bei jedem Foul an einem Deutschen… ich weiss nicht, wer da unangenehm auffällt.
February 2nd, 2007 at 4:50 pm
wie findet ihr denn diese facts-titelgeschichte? nicht gerade viele mobbing-beispiele, aber in der tendenz wohl richtig.
sagt ein: schweizer
[Anmerkung Admin:
Bei 1 1/2 Geschichten von “Tendenz” zu sprechen halte ich für sehr gewagt]
February 2nd, 2007 at 5:58 pm
Oh je. Mir ist heute zum zweiten Mal ein Kommentar verschwunden, weil ich wohl zu lange daran geschrieben habe.
neuromat, wir sind, glaub ich, nicht so weit entfernt. Das Wort “Konflikt meidend” finde ich gut. Das trifft es haargenau.
jotge, diese Art “konflikt meidende” Kommunikation ist ein riesen Mist, ehrlich. Ich hab in einem Team gearbeitet, das über insgesamt fünf (!) verschiedene Excel-Tabellen an fünf verschiedenen Orten kommuniziert hat. Jeder einzelne hatte eine Hol- und Bringepflicht, diese Informationen betreffend, nur weil die Charaktere eine richtige Diskussion unter Ingenieuren unmöglich gemacht haben.
February 2nd, 2007 at 6:00 pm
Schwabenmieze, Bratwurst mit Sosse …….. barbarisch! Das ist wie saure Gurken mit Marmelade.
February 2nd, 2007 at 7:53 pm
Peinlich, peinlich für FACTS würde ich sagen. Well spotted, Jens!
Bratwurst schmeckt mir übrigens weder mit noch ohne Sauce. Ich bezweifle allerdings schwer, dass das mit meinen Nationalitäten zusammenhängt. Vielleicht sollten sich Deutsche und Schweizer bemühen, nicht alle Bemerkungen auf ihr Land/ihre Nationalität zu beziehen. Ein Kollege von mir wurde mal an einem Fussgängerstreifen fast von einem Velofahrer überfahren. Er rief ihm daraufhin “Arschloch” nach. Besagter Velofahrer, der Jude war (und auch deutlich als solcher erkennbar) hielt daraufhin an und fragte, ob mein Kollege eigentlich etwas gegen Juden hätte. Dabei hatte er nur etwas gegen unverschämte Radfahrer…
February 2nd, 2007 at 8:10 pm
Vorneweg: Gratulation zu einem gelungenen, weil offenen und konstruktivem Blog.
Als frisch in die Schweiz gezogener (”gezügelter”) Deutscher habe ich sogar schon bei der Umzugsvorbereitung davon profitiert.
February 2nd, 2007 at 8:11 pm
“Das Schweizer Nachrichtenmagazin” FACTS versagt total in dieser Ausgabe. Da wird eine Titelgeschichte präsentiert, die sich auf “facts” aus einem Blog stützen… unglaublich. Das ist ein absoluter journalistischer Tiefpunkt.
Die zweite Headline des FACTS lautet übrigens:
“Tokio Hotel: Sänger Bill Kaulitz sagt, weshalb er ein grösseres Bett will”
Keine Ahnung, was an Kaulitz’ Bett so interessant sein soll (ausser vielleicht für 12jährige Girls)… Naja, ich werde das nicht weiter kommentieren. Aber FACTS kaufen werde ich ganz sicher auch nicht.
February 2nd, 2007 at 8:20 pm
Nun meine Bemerkungen zur Schweizer Sprache.
Die Linguisten sehen das Schweizerdeutsche als eigenständige Sprache an, nicht als Dialekt (des Hochdeutschen). Siehe z.B. http://www.ethnologue.com/show_language.asp?code=gsw
Außerdem ist man in der modernen Sprachwissenschaft schon längst davon abgekommen, im Sinne obiger Kommentare von ‘Fehlern’ zu sprechen oder Sprache ’standardisieren’ bzw. ‘normieren’ zu wollen. Man beschreibt einfach wie in anderen Wissenschaften, was die Leute wirklich sprechen! Das Problem sind m.E. oft eher die Laien, die - getreu der Maxime “ich spreche selbst, das reicht” - sehr feste Vorstellungen vom Wesen menschlicher Sprache bei ungenügender Fachkenntnis haben und dann manchmal leider ‘beratungsresistent’ sind …
Das Schweizerdeutsche hat es in der Computerlinguistik sogar zu einiger Berühmtheit gebracht, wurde doch durch entsprechende Satzkonstruktionen, die im Hochdeutschen gar nicht möglich sind, erstmals eine bestimmte mathematische Eigenschaft von Sprache gezeigt (sog. Nicht-Kontextfreiheit, siehe z.B. http://citeseer.comp.nus.edu.sg/contextsummary/69158/0)
Also: nur keine Komplexe angesichts dieser schönen Sprache!
February 2nd, 2007 at 9:03 pm
Ja, die Sprache ist wohl ein Zentrum der Deutsch-Schweizer-Beziehungen. In der Schweiz wird eben nicht alles so ausgesprochen, wie es geschrieben wird, vor allem Namen, wie Sandoz, sind eben manchmal französisch. (Danke Admin, für die Schützenhilfe, Sprache ist Spiel!!!) Aber Departement französisch auszusprechen? Warum lachen? Ist doch was anderes!
Bitte, liebe Deutsche, lacht nicht über die Schweizer Sprache, das ist überheblich, und ich als Schweizer fühle mich in eine Trotzposition getrieben, wenn es heisst: Schade, dass sie kein Deutsch können, die Schweizer. (so persönlich gehört in meinem Umfeld…)
übrigens: die Geschichte zeigt eine gewisse Überheblichkeit der Deutschen gegenüber der Schweiz, zum Glück wissen wir, dass das nicht mehr so ist!
Maximillian schrieb vor dem Schwabenkrieg (1499) an seine Verbündeten über die Schweizer, die es wagten, unabhängig sein zu wollen:
“Deshalb wäre es ungemein erschreckend zu hören und es wäre eine grosse Schande, wenn den bösen, groben und schnöden Bauersleuten, in denen ja keine Tugend, kein adelig Geblüt, keine Mässigung herrscht, sondern allein Üppigkeit, Untreue, Hass der deutschen Nation, ihrer rechten natürlichen Herrschaft, nicht gewehrt würde.”
….hehe, er hat dann aufs Dach gekriegt:-)
February 2nd, 2007 at 9:40 pm
…ne, also… ich schäme mich nicht für meine sprache, mein dialekt ist schliesslich auch der schönste in der schweiz =) - ich merke halt einfach, dass ich nicht so deutsch klinge wie die deutschen, und ich gebe ginger komplett recht: das problem liegt bei uns schweizern, wir fühlen uns minderwertig, die wenigsten deutschen geben einem wirklich das gefühl, ihre sprache nicht zu beherrschen. ich kann mir aber vorstellen, dass sich manche schweizer von deutschen nicht besonders ernst genommen fühlen - das kommt zum beispiel so an, wenn deutsche uns oder unsere sprache verniedlichen (hier auch schon gelesen: die schweizer sind ein …völkchen. meine güte. klingt nach irgendwelchen bergbauern, die total hinter dem mond leben, oder?)
ich zumindest fühle mich in der rolle als angehörige des liebenswerten, putzigen bergvölkchens, das eine seltsame sprache hat, in der alle wörtli mit -li enden, nicht wirklich wohl - und schon mal gar nicht ernstgenommen.
February 2nd, 2007 at 9:52 pm
Thomas
- spricht mir aus der Seele. Ich werde ganz depressiv und geschockt, wenn ich diesen Bericht über Mobbing lesen muss.
Hier zur Richtigstellung: ich bin froh, litt ich noch nie unter einer wirklichen Depression. Ich weiss bisher nur durch Lektüre und Erzählungen anderer darüber. Schlechte Tage, momentane Stimmungstiefs hatte ich natürlich auch schon.
Soweit ich mich erinnern mag, stand ich auch noch nie unter Schock. Ich musste zum Glück noch nie einem grauenhaften Unfall zusehen oder so etwas ähnliches. Aber erschreckt wurde ich schon oft.
An einigen meiner Arbeitsplätze fühlte ich mich nicht richtig wohl. Ich hatte auch schon mit Chefs das Heu nicht auf der gleichen Bühne. Dann habe ich halt die Stelle gewechselt, bevor dies zu einem Problem wurde (in meinem Alter sind Wechsel noch machbar). Also über Mobbing habe ich auch keine wirkliche eigene Erfahrung.
Genau so finde ich auch unvorsichtige Äusserungen im hier beschriebenen Zusammenhang mit „die Deutschen sind/ haben/ sollten/ müssten …“ „die Schweizer sind/ haben/ sollten/ müssten …“ gefährlich. Z.B. nach diesem etwa überall verbreiteten Bericht: http://www.blogwiese.ch/archives/492 Es geht nicht mehr lange, und Bild schreibt: „Deutsche in der Schweiz verhasst“ (oder ist sogar das noch zu wenig zusammengefasst für eine Bildschlagzeile?)
Mit diesen Zeilen möchte ich alle – inklusive Journalisten – auffordern, die zutreffenden Ausdrücke zu brauchen. Manchmal finde ich, mit etwas weniger Übertreibungen würde man Leuten, die vom richtigen Phänomen betroffen sind, eher gerecht werden. („Du wirst gemobbt? Jaja, hab’ ich auch schon erlebt. Und gerade habe ich in der Zeitung was darüber gelesen…“)
February 2nd, 2007 at 11:14 pm
Auch auf die Gefahr hin, pedantisch zu sein: Das Pfarrerehepaar ist nach Speicher gezogen, das ist im Kanton Appenzell Ausserrhoden, nicht in St. Gallen (und @Fanclub: nicht nach Appenzell, sondern eben nach Speicher!). Und das Ehepaar, das die Einbürgerung bewilligt bekommen hat, lebt in Kaiseraugst, mit einem “g” vor dem “st”
. Aber ansonsten: Vielen Dank für diesen Post und das gesamte Blog. Immer wieder schön, hier vorbeizuschauen.
[Anmerkung Admin: Ich freue mich über jeden Korrekturvorschlag, gern auch als Mail. Da ich kein Lektorat und auch keine Sekretärin beschäftige, kommt es mitunter zu solchen freudschen Fehlleistungen. Wird gleich korrigiert.]
February 3rd, 2007 at 1:13 am
@erdbeerfrosch:
“hier auch schon gelesen: die schweizer sind ein …völkchen. meine güte. klingt nach irgendwelchen bergbauern, die total hinter dem mond leben, oder?”
Das ist meines Erachtens wieder eines der vielen Missverständnisse. Der Satz funktioniert praktisch mit jeder Nationalität oder auch Leuten aus einer bestimmten Region: “Ihr Hessen/Bayern/Schwaben/Dänen/Deutschen/Schweizer/etc. seid mir schon ein (lustiges, etc.) Völkchen.” Ist für mich keineswegs herabwürdigend, eher ein Ausdruck des Erstaunens über, für den Sprecher, ungewohnte Verhaltensweisen, Bräuche, etc..
February 3rd, 2007 at 9:59 am
Nein, Bild ist noch einfacher in den Denkstrukturen: “Schweizer hassen Deutsche” wäre fast schon zu lang. Aber hoffen wir doch mal, dass denen diese Diskussionen egal sind.
Es ist doch oft einfach so, dass wir andere Vokabeln nutzen, die nicht abwertig gemeint sind. Ich komme aus dem Rheinland, bin aber sehr oft in der Schweiz. Das Wort Völkchen nutzen die Leute hier im Rheinland, insbesondere die Kölner auch dafür sich vom Umland - insbesondere Düsseldorf abzugrenzen. Da sagt man schon mal, dass man ein ganz eigenes Völkchen ist. Demnach ist das hier eine liebevolle Bezeichnung mit Identifikation zum Liebgewonnenen. Zudem ist das Wort Volk ein großes Unwort, das kaum jemand überhaupt in den Mund nimmt, und wenn eher abwertend.
Ich mache mich als Deutsche nicht darüber lustig, wie ihr welche Worte nutzt, nutze aber oft andere, ohne bösen Willen.
Wenn ich einen Text korrigieren soll, dann korrigiere ich. Und wenn dann ein Wort in jedem Satz auftaucht, ist es mir ziemlich egal, ob es ein schweizerdeutsches Wort ist. Eine dauernde Wiederholung kann lustig werden, egal woher das Wort stammt. Falls man Korrekturen nicht vertragen kann, sollte man nicht korrigieren lassen.
Wenn ich ich ein Wort nicht verstehe, dann darf ich nachfragen ob ihr es so benutzt, sonst hat das Korrigieren keinen Sinn. Es weiß doch jeder, dass man betriebsblind wird, wenn man sein eigenes Schriftstück korrigiert. Man findet einfach den Großteil der Fehler nicht. Bei jedem Deutschen sehen Diplomarbeiten auch völlig rot aus, wenn man die einem Freund zum Korrigieren gibt. Das heißt nicht, dass der Eine besser als der Andere in Deutsch ist.
Wieso nicht einfach mal die Schärfe rausnehmen und nicht jedes Wort auf die Goldwage legen und etwas suchen, das angeblich abwertend gemeint sein könnte?
Könnte es nicht doch einfach nur ein anderes Wort sein, als ihr es benutzt? Dann können beide den Wortschatz erweitern: Dafür, dass ich weiß, dass bei euch Paprika das Scharfe ist und Pepperoni das, was in den Salat kommt brauche ich aber die direkte Ansprache in der Situation und nicht die große indirekte Ansprache hier im Blog oder per Zettelchen.
Sonst ist es zu spät und ich habe das Scharfe gekauft und der Salat wird ungenießbar - und das nur, weil jemand dachte, ich mache mich über ihn lustig?!
Franzi
February 3rd, 2007 at 11:57 am
@asmarino
Davon das Schweizerdeutsch eine eigenständige Sprache sei halte ich nichts(nicht als angriff verstehen^^).
Ich vertrete vielmehr die Sicht dass Standarddeutsch/Schriftdeutsch/Hochdeutsch für die Schweizer wie eine Fremdsprache zu sprechen ist.
Es gibt in der Linguistik zwei Lager, soweit ich weiss, die einen Vertreten die Ansicht die du genannt hast also das Schweizerdeutsch eine eigenständige Sprache sei und die anderen dass Standarddeutsch für Schweizer(die Schweizerdeutsch sprechen) wie eine Fremdsprache zu sprechen ist.
Schau dir mal diesen Link an:
http://www.linguistik-online.de/24_05/haegiScharloth.html
Ich find den ziemlich aufschlussreich. Auch wenn ich zugeben muss, da ich kein Linguist bin, dass ich nicht alles verstehe.
Ich kann mich, um zum Thema zurückzukommen, nur anschliessen das dieser Artikel der Facts nicht dem journalistischen Niveau eines Magazins gerecht wird, und schon gar nicht einem Magazin das sich Facts nennt, und so suggeriert es beziehe sich auf eben jene.
February 3rd, 2007 at 12:18 pm
@asmarino: “Die Linguisten sehen das Schweizerdeutsche als eigenständige Sprache an, nicht als Dialekt (des Hochdeutschen).”
Soso. Die Linguisten. And als Beleg für diese These bietest Du einen Link auf eine Stelle an, wo es heißt: “93.3% of German speakers in Switzerland speak a Swiss German dialect, and 66.4% speak dialect only, and no high German (1990 census).”
Ich bin (als nicht-Linguist) ja doch eher der Meinung, Schwyzerdütsch wäre ein Dialekt der deutschen Sprache…
February 3rd, 2007 at 12:36 pm
Ich bin kein Linguist. Aber ich kann Linguisten nicht verstehen, die der Schweiz eine eigene deutschklingende Sprache zugestehen wollen. Der Einfachheit halber nennen sie das: “Schweizerdeutsch”. Was bitte, ist Schweizerdeutsch???
Sprechen Basler, Berner, Zürcher und Oberwalliser wirklich die gleiche Sprache, wenn sie miteinander beim Bier hocken? Ein “Schweizerdeutsch” sollte das doch wohl mögliche machen; Oddr???
Ich habe zeitlebens noch niemanden erlebt, der je “Schweizerdeutsch” gesprochen hat. Dafür aber jede Menge, die Baseldytsch, Bärnditsch oder anderes sprechen. Man erläutere einmal einem Basler, er spräche “Schweizerdeutsch”.
Durch den exzessiven Gebrauch der Dialekte im Verkehr mit Dritten - sogar auch im Radio und TV - gibt es aber das sich verbreitende Phänomen des “Oltener-Bahnhofsbuffet-Dytsch”. Will heißen, eine unselige Vermischung von Dialektbestandteilen. Das, obwohl der uneingeschränkte Gebrauch des (persönlichen) Dialekts angeblich diese stärken sollte. Das Gegenteil ist der Fall. Kaum jemand spricht noch z.B. unverfälschtes Baseldytsch.
Würde in D ein ähnlicher Gebrauch des/der Dialekt(e) stattfinden, hätten sich viele Dialekte nach 1945 nicht mehr halten können. Aufgrund der radikalen Durrchmischung und Verfremdung durch Millionen Vertriebener und Flüchtlinge. Dadurch aber, daß gegenüber Fremden/Ortsfremden halbwegs in der Hochsprache gesprochen wird, haben Dialekte überhaupt erst eine Überlebenschance als Kulturgut.
February 3rd, 2007 at 4:35 pm
Hallo Jens,
einen Blog der Sehr gut zum Thema Deiner Webseite passt gibts im Forum von DRS 3 unter dem Thema “Clemens wird Schweizer”;-). Von mir alle Hochachtung für diesen Blog; wirklich mit das Allerbeste, was ich bisher lesen konnte, vor allem mir aus der Seele Deine “philosophisch” messerscharfen Betrachtungen zum (Un)Glück gerade an dem EINEN geographischen Punkt und nicht auf der Erde das Licht derselben erblickt zu haben und sich dann gegen seinen erst später erklärbaren Willen !EINER EINZIGEN! “Nationalität” unterwerfen gemusst zu haben. Bin definitiv lieber ein NATIONALITÄTSFREIES Wesen dieses wundervollen Planeten, als das, was auch immer die ewig Gestrigen von mir erwarten, ich gefälligst, kraft meines, lokal gesehen, “zufälligen” Erdaufschlages zu sein hätte.
Weiterhin frohes intergallaktisches “Klarstellen” od. Mancheinen auch “Verunsichern” und Liebe Grüsse
Klaus
February 4th, 2007 at 1:30 am
Ich (ein Deutscher) versteh’s nicht. Ich lese des öfteren zwei Gedanken:
1. “Wir Schweizer fühlen uns Euch Deutschen unterlegen, weil Ihr so gutes Hochdeutsch sprecht.”
2. “Schweizerdeutsch ist eine eigene Sprache, und Hochdeutsch ist für einen Schweizer eine Fremdsprache.”
Das schreibt nie dieselbe Person, aber ich lese es so oft, daß ich den Eindruck habe, daß viele Schweizer doch beides meinen.
Wenn Hochdeutsch (mehr oder weniger) mühsam erlernt wird, dann ist es doch ganz normal, daß man es nicht perfekt spricht. Mein Englisch hat auch einen starken deutschen Akzent. Aber dafür schäme ich mich doch nicht, wenn ich mit einem Engländer spreche. Im Gegenteil - ich fühle mich dann manchmal sogar ein bißchen überlegen, weil ich seine Sprache spreche und er meine nicht. Dieser sprachliche Minderwertigkeitskomplex ist mir fremd. Das soll keine Wertung sein - er ist mir schlicht unbegreiflich. Kann mir das jemand erklären?
February 4th, 2007 at 1:37 am
Oh je, jetzt legt mir bestimmt gleich jemand das “überlegen” als arrogant aus.
February 4th, 2007 at 4:43 pm
Nach Lektüre des FACTS Titelthemas bleibt zu sagen:
Im Jahre 2007 ein Armutszeugnis für die Schweiz(er).
February 4th, 2007 at 9:19 pm
@Holger: Das trifft den Nagel auf den Kopf.
Man kann halt nicht beides haben: es Weckli und es Fünferli: wenn Deutsch eine Fremdsprache ist, dann dürfen die Schweizer gerne ‘Fehler’ machen. Wenn man dann einen Deutschen bittet, einen Brief Korrektur zu lesen, dann aber bitte auch nicht beschweren, wenn korrigiert wird.
Nimmt irgendjemand einem Engländer übel, wenn er unser englisches Geschreibsel korrigiert? Nein!
Und überhaupt: immer dieses angebliche Fehlergesuche. Der Deutsche rennt doch nicht per se durch die Welt, um Sprechfehler in der Grammatik des Gegenübers zu entdecken. Und wenn’s einer doch ungefragt tut, dann solltet ihr gerne und mit vollem Recht eins zurückgeben. Das ist dann aber bestimmt ein deutsches Exemplar der Sorte, die jeden massregelt und nicht nur euch Schweizer.
@Thomas zum Unwort ‘Mobbing’: stimmt, da wird die Benutzung des Wortes doch sehr strapaziert. Heutzutage kann einem ja schon ein blöder Witz als Mobbing ausgelegt werden. Wie wäre es denn mit der Schlagzeile ‘Fopping (jemanden foppen): das beliebteste Hobby zwischen Detschen und Schweizern’?
February 5th, 2007 at 12:26 am
Hoi miteinander
Hier mein erster Senf zu den Fragestellungen.
Ich selber habe bei meinem Arbeitsumfeld bislang nicht erlebt, dass jemand gemobbt wurde. Ich habe ein paar deutsche Arbeitskollegen bzw mit Leuten zu tun die aus Deutschland stammen. Mit allen habe ich ein gutes Verhältnis. Ich denke es hängt auch damit zusammen, dass das gegenseitige Verständnis stimmt. So erlebte ich in keinem Fall direkt die Situation, dass jemand sehr fordernd gegenüber mir aufgetreten ist. Das Verhältnis ist freundlich und kollegial. Auch bei externen Lieferanten aus dem deutschen Raum die zu uns kamen waren sehr hilfsbereit. Sobald ich weiss, dass jemand Mundart (ich bin e zürischnorre) versteht und auch kein Problem damit hat, rede ich auch so wie mir der Mund gewachsen ist. Ich habe aber auch kein Problem damit mit meinem “unzulänglichen” Hochdeutsch zu kommunizieren.
Es ist aber für mich kein Problem wenn mein Gegenüber in seiner “Hochdeutschen” Sprache spricht. Gut ein Teil stammt aus dem Süddeutschen Raum und da merkt man es sowieso nicht
Vielleicht lag es auch daran, dass mein Konf-Pfarrer aus dem Norddeutschen Raum stammte. Diesen nahmen wir auch für die Hochzeit und die Taufe unseres ersten Kindes.
Interessant zum Thema fand ich einen Fernsehbeitrag über ein deutsches Paar das nach Norwegen auszog. Sie fanden in einer Gemeinde eine Mietwohnung und der Vermieter wohnte gerade in der Nähe.
Der deutsche Mieter hatte leider so seine Probleme mit Englisch und Norwegisch konnte er gar nicht. Er zeigte gegenüber seinem Vermieter einige Mängel auf eine fordernde Art und Weise die ich selber als etwas überheblich taxieren würde.
Und gerade hier würde ich doch meinen dass zum Teil der Antideutschreflex herkommt. Ich schaue sehr viel deutsches Fernsehen. Gerade auch Reportagen. Und zum Teil ist es dann nicht verwunderlich, wenn man sieht auf welche Art und Weise Forderungen gestellt werden. Dann ist die Hilfsbereitschaft relativ rasch auf dem Nullpunkt.
February 5th, 2007 at 7:15 pm
Gemobbt zu werden kann jedem passieren, ist er per Zufall Deutscher, wird das vermutlich ins Mobbing mit einbezogen. Als allein auslösendes Moment kann ich es mir schlecht vorstellen. Meist gibt es einen konkreteren Grund, der den kollektiven Unwillen erregt.
@ TM
“Was geschieht, bist du. Es geschieht dir recht.”
Stimmt, aber nicht nur!
@ Div. Hobbylinguisten
Es ist doch absolut egal, ob unsere Dialekte Dialekte vom Deutschen oder Dialekte einer eigenen Sprache sind. Für uns ist Hochdeutsch zu erlernen wie eine Fremdsprache und die meisten von uns kriegen das nie richtig hin. Ein Deutscher, der als erwachsener in die Schweiz kommt, lernt bis an sein seeliges Ende nicht richtig Schweizerdeutsch, welcher Ausprägung auch immer. Wenn wir aber auf Schriftdeutsch vor uns her holpern, ist uns das peinlich weil wir uns irgendwie unserer vermeintlichen Muttersprache nicht wirklich mächtig fühlen. Deshalb wird ein Deutschschweizer mit einem welschen Gesprächspartner lieber in köstlichstem francais federal radebrechen, auch - und besonders - wenn dieser perfekt hochdeutsch spricht. Zahlreiche Institute im Welschen bieten Schweizerdeutschkurse an, weil erwiesenermassen auch die besten Hochdeutschkenntnisse für eine Bewerbung als Führungskraft in einer deutschschweizer KMU praktisch wertlos sind. Es widerstrebt uns nun mal Schriftdeutsch zu sprechen. (ausgenommen KR)
@ alle
Wer FACTS liest ist selber schuld.
February 6th, 2007 at 11:18 am
@Holger:
du sprichst das aus was ich denke…
immer wieder das thema: die sprache!!!
meine güte…hallo schweizer!!!! wir lieben eure sprache!!!! wir finden sie toll!!!!! seid doch mal stolz auf eure dialekte!!!
und ich bin der meinung, das die schweizer so über die deutschen lästern, weil sie genau wissen, das sie auf die deutschen fachkräfte angewiesen sind…und dieses wissen kackt sie an!!!
und noch einmal zu info: kein deutscher lästert über die schweizer in deutschland!!!!
February 6th, 2007 at 2:45 pm
@ Adü
“Es ist doch absolut egal, ob unsere Dialekte Dialekte vom Deutschen oder Dialekte einer eigenen Sprache sind. Für uns ist Hochdeutsch zu erlernen wie eine Fremdsprache und die meisten von uns kriegen das nie richtig hin”
Aber wenn I mai Lebtag lang nao schwäöbisch schwätza dät, ond om mi rom au ällä ’s macha dädät, dann wär’s “Hochdeutsch” au a omeglich z’lehrede Fremdsproach fiar mi.
Ond an Neig’schmeckter wird bei ons d’ Dialekt au nao sehr schwer lehra…
Es ist bei uns also genau dasselbe… Nur eben das wir usn im Alltag auf die Standartsprache geeinigt haben, weil es eben Mitbürger aus demselben Land gibt die eine anderen Dialekt sprechen. Und aus diesem Grund find ichs dann doch komisch das ihr sagt ihr wechselt lieber gleich ins Französische.
Aber aus praktischen gründen ist das so wohl am einfachsten. Schade..
February 6th, 2007 at 6:59 pm
@ Chimaera
Wed schwäöbisch schwätza dädäsch bei ons, dann dädät di d Schweizer besser mööge als mit däm omegliche Hochdeutsch.
February 7th, 2007 at 4:27 pm
An Chimaera
Wir wechseln auf Französisch, weil (alles in Anführungszeichen kopiert und eingefügt): „weil es eben Mitbürger aus demselben Land gibt die eine anderen“ – und erst ab hier selbst angepasst: „Sprache, und eben gerade diese sprechen“.
Ich weiss, dass ich den Satzteil aus dem Zusammenhang gerissen habe. Aber das mit demselben Land passte zu schön. In Anlehnung an Ädus Aussage: Ich höre oft Welsche klagen, dass sie einfach gut Deutsch, wenn möglich Hochdeutsch sprechen müssten, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Viele Deutschschweizer würden keine Anstrengung zum Französisch sprechen machen. Also gibt es sicher auch die anderen Romands, die sich freuen, dass „für einmal“ ein Deutschschweizer nicht „ums Verrecken“ deutsch weiter sprechen will.
Eine Nuance zu deinem Beispiel mit Schwäbisch, oder nehmen wir auch Plattdeutsch oder Bairisch, gibt es in der Schweiz aber. Bei uns verstehen sich die verschiedenen einheimischen Dialekte untereinander – Ausnahmen sind eher anekdotisch. Das Hochdeutsch ist also zum Sprechen innerhalb der Landesgrenzen gar nicht nötig. Sicher hat auch diese Tatsache dazu geführt, dass Hochdeutsch „Schriftdeutsch“ genannt wird.
February 7th, 2007 at 7:49 pm
@s.schmidt ich würde eher sagen “ein armutszeugniss für facts”. lebe nun seit 4 jahren in der schweiz und habe bisher zu 95% gute erfahrungen gemacht. zu den restlichen 5% kann ich nur sagen: idioten gibt es überall!!!
February 25th, 2007 at 12:12 am
ich bin halb holländer, halb deutscher, was per se schonmal eine schlechte kombination ist! in deutschland galt ich oft als holländer, in holland als deutscher! ich arbeite in einem schweizer spital. gibt es zwischenmenschliche probleme bin ich der deutsche (mentalität…), läuft alles gut (zwischenmenschlich) bin ich der lustige holländer!
dies verdeutlicht mir doch gelegentlich, das die deutschen unbeliebt sind.
auch auf die frage: “wo hat es ihnen besser gefallen, in deutschland oder in den niederlanden?” antworte ich: “in holland”, ist die antwort: “gell!”, antworte ich deutschland: lautet sie: “isch war?”.
das ist aber auch alles bezüglich mobbing, wenn man das überhaupt so nennen mag! mir ist aufgefallen, (bin jetzt 6 jahre da und mit einer schweizerin liiert) das man unter schweizern auch nicht wirklich immer nett zueinander ist und mindestens genausoviele frustrierte menschen hier herumlaufen wie in deutschland!
aus holländischer sicht kommen mir viele menschen hier (und in deutschland) unglücklich und etwas angespannt vor, was ich bedaure! gerade im spital bin ich häufig mit sozialen problemen konfrontiert. desweiteren ist mir in der schweiz aufgefallen, das es enorm wichtig zu sein scheint wo man herkommt (auch und vor allem als schweizer) die themen, gerade bei älteren menschen sind oft kanton, gemeinde, heimatort, dialekt usw. in den niederlanden (es gibt dort ebenfalls regional starke dialektvarianten) ist mir im vergleich aufgefallen, wieviel weniger wichtig heimat, land und nation sind. ich hab noch nie einen schweizer etwas wirklich schlechtes über die schweiz sagen hören, von holländern hab ich aber schon manchmal gehört, wie sich über das eigene land und die monarchie lustig gemacht wird. die schweizer sind im grossen und ganzen in ordnung, können stolz auf ihr land sein! tipp von mir (aus dem spital) leute trinkt weniger alkohol, jeder dritte kommt hier im spital ins delir!!! ist jetzt kein lustiger-holländer-witz!!!
March 12th, 2007 at 6:10 am
Nun, ich hatte einen Boss aus Grossgermanien. Guter Kerl, hat mich rausgeworfen aus der Firma, wo ich 10 jahre lang gearbeited habe. Habe der Firma einiges gebracht. Jedes jahr so etwa 5 Mio in savings. Die Leute die mich gemobbt haben kamen aus Deutschland, Australien, England, Frankreich, Schweiz und Indien. Die Mobbster und ihre Anhaenger sind immer noch dort und wissen nicht was sie tun. alles Ingenieure, usw……Lach und Schrei.
Krank wurde ich in diesem Pandemonia wo man die Goschen der Leute mit der Pandorra-Dose vergleichen kann.
Zum Glueck bin ich aus dieser Firma weg, mit 12 Moantsloehnen, darum ist mein Ex Chef ein guter Kerl.
Einer der fuenf Generaldirektoren ist auch aus Grossgermanien. Er hat stellt mit Vorliebe Deutsche ein, welche einen Grossgermanischen Doktorhut haben. Viele von Ihnen arbeiten schon lange in der Firma der Generaldirektor war naemlich Proffesor an einer Grossgermanischen Universiatet, somit kommen alle deutschen Doekterchen, welche bei ihm den Hut bekommen haben in diese Firma. Tja und alle machen Karriere.
Tja, nichts fuer Ungut, Ich mag das Bier vom grossen Kanton. Habe viele Kollegen dort drueben. Ist wie Ueberall….lustige Menschen gibts ueberall.
Am Rheine am Rheine da gab es eine Schlacht……….
December 11th, 2007 at 10:54 pm
also ich kann wirklich nur bestätigen, dass in der schweiz viele deutsche gemobbt werden. meine familie und ich haben dies am eigenen leib erlebt. besonders unter den jugendlichen geht es krass zu. es fallen ständig bemerkungen und immer wird der ganze hitler-mist einem unter die nase gerieben und es vergeht nicht eine woche in der man nicht daran erinnert wird
wie schlecht, schlimm, humorlos, geizig, verschuldet und dumm man ist.
doch das beste ist, auch die kleinkinder im kindergarten fangen schon an. sie nennen meine geschwister einfach so nazi…
und wenn man dann mal was gegen die ach so tolle schweiz sagt, dann heisst es wieder typisch deutsch…
February 14th, 2010 at 10:17 pm
Die Menschen aus Deutschland sollen doch einfach bleiben wo Sie herkommen. Die Schweiz gehört den Schweizern und wir wollen das arrogante Pack nicht bei uns. Sie sind egal wo Sie sind unangenehm und ich hoffe schwer diese wirklich unanagenehmen Menschen bei uns wieder dort hin zu bringen wo Sie herkommen. Ich fahre nie nach Deutschland nur aus einem Grund dieses Pack nicht zu treffen.
Also liebe Ausländer in der Schweiz. Uns gehört das Land und geht dort hin wo Ihr herkommt. Dort könnt Ihr tun was Ihr wollt und wir werden Euch bestimmt nicht stören. Geht nach Hause und kommt nie wieder - Das ist das einzige was Ihr tun könnt.
August 16th, 2010 at 9:03 am
Ja und die Deutschen fahren auf der CH Autobahnen wie Piraten. Wurde heute wieder mal richtig fiess abgedrängt!! Das Arsch gesicht hatte nicht mal eier anzuahlten und dass under Männer zu regeln. Nein schnell abhauhen. Scheiss schwabe.. oder vielleicht war es nicht mal ein deutscher sondern irgend so ein Moslem!!