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Im Land der Ex-Missen — Zürich, lebst Du noch?

  • Im Land der Echsen Ex-Missen — Little Big City war gestern
  • Rechtzeitig vor Beginn der EM 08 in der Schweiz, es sind immerhin nur noch 491 Tage bis dahin, wird in Zürich die Marketing-Maschine angeworfen. Ein neuer Slogan muss her. Der alte Slogan „Zürich Little Big City“ erinnerte uns stets an Dustin Hoffman in seiner Glanzrolle als „Little Big Man“, ein armer weisser Waisenjunge allein unter Rothäuten, später wehrlos in den Händen von Faye Dunaway. Eine sehenswerter Film von 1970 mit einer ganz und gar für Hollywood untypischen Darstellung des Wilden Westens.

  • Wild West in Zürich
  • Einen „Wilden Westen“ hat Zürich auch. Vielleicht daher der Bezug? Jedes Wochenende kommen Busse voller Party-Menschen aus Freiburg (Breisgau) oder Stuttgart (Schwabenland) in die einstige Industriezone rund um die Hardbrücke und den Escher-Wyss-Platz um dort in den Clubs „abzufeiern“. Klingt wie „krankfeiern“, ist auch nicht weit davon entfernt. Schon mal nach einer durchtanzten Nacht 2-3 Stunden Bus gefahren? Es muss der ultimative Kick sein, denn diese jungen Deutschen kommen immer wieder. Kotzbeutel werden gestellt.

  • Leben Sie Zürich?
  • Um der „kalten Finanzmetropole“ ein bisschen Leben einzuhauchen wurde jetzt das Motto „Wir leben Zürich“ vorgestellt. Bisher ist noch nicht durchgesickert, wieviel dieser kreative Belebungsakt die Stadt gekostet haben mag. Während „Zürich Leben“ uns gleich an eine Versicherung denken lässt, lässt sich mit „Wir leben, Zürich“ je nach Position des Satzzeichens äusserst hübsch wortspielen. Auch den Berichterstatter des sonst so sachlich-nüchternen Tages-Anzeigers, Herrn Jürg Rohrer, steckte diese belebende Kreativität an, denn er schrieb am 30.01.07 auf S. 13:

    Zur Verbreitung des neuen Mottos haben die Stadt und Zürich Tourismus mehrere Botschafterinnen und Botschafter berufen, darunter Ex-Miss-Schweiz Fiona Hefti („Zürich ist jung, dynamisch, multikulturell – das will ich der Welt mitteilen“), Swiss-Chef Christoph Franz, Nobelpreisträger Kurt Wüthrich, Ex-Miss Schweiz Melanie Winiger, Ex-Miss-Stadträtin Monika Weber oder Ballett-Choreograf Heinz Spoerli.

    Ex-Miss Stadtraetin Monika Weber

  • Kennen Sie die Ex-Miss-Stadträtin?
  • Die derzeitige amtierende Miss Schweiz war wohl zu teuer oder wird bereits anderswo gebraucht, aber es gibt ja genug bekannte „Ex-Missen“ vor Ort. Das Monika Weber bei einer Miss-Stadträtin einen Titel gewann, war uns neu. Gefehlt hat uns nur „Miss Schwanger“, deren Titel eigentlich „Miss Geschick“ lauten sollte.
    Miss Schwanger 2006
    (Quelle Fotos: miss-schwanger.ch )

    Als Souvenir passend zum Slogan „Wir (wiederbe)leben Zürich“ schlagen wir ein kleines Beatmungsgerät in Gold als Anhänger vor, oder einen kleinen Defibrillator, kurz „Defi“ genannt, in Silber an einer Halskette zu tragen. Kleine Stromschläge zur Weckung der Lebensgeister inclusive.

    

    16 Responses to “Im Land der Ex-Missen — Zürich, lebst Du noch?”

    1. myl Says:

      Bitte nicht Hardtbrücke, sondern Hardbrücke!

      [Anmerkung Admin:
      Alles klar! Jeden Tag dort vorbeifahren oder aussteigen hilft noch lange nicht, das Teil richtig zu schreiben. Wahrscheinlich denke ich zu oft an Matthias Hartmann, wenn ich den Schiffbau sehe. 🙂 ]

    2. elsbeth Says:

      Hardbrücke! Nicht Hardtbrücke! Wohnte 23 Jahre fast daneben.

      [Antwort Admin: Schon korrigiert. Die „Hard“ ist eine sandige, trockene Gegend. Gibt es im nördlichen Ruhrgebiet auch, auf dem Weg nach Münster. Sollte ich eigentlich kennen. Schon oft mit dem Fahrrad in den Sandwegen dort steckengeblieben.]

    3. Fiona Says:

      FYI, Fiona Hefti ist Stil-Redaktorin bei der NZZ am Sonntag – diese Ex-Miss hat Grips.

      Zürich, die traditionsreiche Zwingli-Stadt (Zünfte*, Niederdorf, Sprüngli usw), ist gleichbedeutend mit Schweizer Banken, imo.

      * Zürcher Ratsherrentopf – das „nec plus ultra“ der Schweizer Küche!!
      Kann auch in Hühnenberg ZG (Restaurant Wart) bestellt werden (NUR auf Bestellung): Rindsfilet mit Kräuterbutter, Kalbsfilet an Morchelrahmsauce, Schweinsfilet an Smirnoffsauce – je vier kleine Scheiben!

    4. neuromat Says:

      Bitte nicht nüchteren sondern nüchternen und Wortspielen bitte gross und ich glaube es könnte auch Escher-Wiss-Platz heissen, vielleicht stimmt auch das Strassenschild nicht. Statt Hardtbrücke wäre auch Harzbrücke möglich. Dies als Brücke, wo das heute morgen so „harzig“ anfängt – eben fast etwas daneben.
      [Anmerkung Admin: Bei „nüchternen“ war ich wohl nicht ganz nüchtern, aber „wortspielen“ betrachte ich als neu geschaffens Verb, im Sinne von:
      Damit kann ich arbeiten
      Damit kann ich leben
      Damit kann ich „wortspielen“]

    5. giacometti Says:

      Köstlich, diese Ex-Miss-Stadträtin! Die Korrekturprogramme werden ja heutzutage immer intelligenter und raffinierter. So setzt ein modernes Korrekturprogramm bei der Aufzählung von weiblichen Personen automatisch jeweils ein „Ex-Miss“ vorne dran, wenn im Umkreis von 100 Wörtern vor oder nach dieser Textstelle Substantive wie „Botschafter“, „Apéro“, „Cüpli“, „Ex-Fussballstar“ oder „Cervelat“ auftauchen. Falsch ist es bestimmt nie! Monika Weber war zudem in ihrer Amtszeit zweifellos die schönste und eleganteste Stadträtin – also eine absolut würdige Ex-Miss-Stadträtin. 😉

      Bezüglich des Slogans: Sie haben da einen übersprungen. „Little Big City“ ist ein ganz alter Slogan. Der aktuelle ist „Downtown Switzerland“. (…..wurde auch in einem Dokumentarfilm thematisiert: http://www.downtown-switzerland.ch). Diese Slogans waren vor allem für Touristen aus Übersee gedacht, und aus dieser Perspektive eigentlich eine ganz treffende Umschreibung. Das Spezielle an Zürich im Vergleich mit anderen Städten ist, dass es in vielerlei Hinsicht eben gleichzeitig gross und klein ist – eine Eigenschaft, die man nicht häufig antrifft. Und im ständig mehr und mehr zusammenwachsenden Siedlungsstrang des Mittellandes ist Zürich tatsächlich so etwas wie die „Downtown“, auch wenn das verständlicherweise die Repräsentanten der wahren „Weltstadt“ der Schweiz, die täglich den kosmopolitischen Umgang mit den Dorfbewohnern von Weil am Rhein und St.Louis pflegen, nicht so gerne hören.

      „Wir leben Zürich“ ist tatsächlich ein Rückschritt. Das mag ein gutes Motto für einen Quartierverein sein, aber nicht als Werbe-Slogan für die Stadt. Allerdings kommt es auch sehr auf die Umsetzung an. Da ist vielleicht noch etwas zu retten. Der Spruch erinnert an einen Slogan der Zürcher Verkehrsbetriebe „Wir fahren, wo Zürich lebt“, den die protestierenden lärmgeplagten Bewohner der Rosengartenstrasse (ja, die bei der Hard(t)brücke ;)) umgedichtet haben in: „Wir leben, wo Zürich fährt“. 🙂

    6. roach Says:

      Guten Morgen oder auch Mittag 🙂

      Ich find das Motto oberschlecht und völlig aussagelos, aber naja, den Zürchern ist halt nicht mehr zu helfen *kopfeinzieh*
      Ist echt nicht zum aussprechen, wir leben Zürich… da tut einem ja der Sprachsinn weh 😉

      Ich wünsch euch noch „En Guete“ bzw. Mahlzeit 😉

    7. Bürli Says:

      Abwandlungen:
      Wohnst du noch Zürich oder lebst du schon?
      Wir leben zu reich.

      Bürli

      PS: Little Big City war schon lange, bis jetzt galt: Zurich Downtown Switzerland.

    8. Paul Says:

      Den Spruch find ich irgendwie schwach. Das einzig gute, dass ich ihm noch abgewinnen kann ist, dass er nicht Englisch ist. Aber eigentlich fand ich den jetzigen „Downtown Switzerland“ eigentlich nicht schlecht, auch wenn er ein bisschen grosskotzig wirkt. Aber ich glaub der war nicht offiziell.

      Betreffend den Missen, kann ich nur sagen:

      Ex-Miss Schwanger – Kind bereits 2 Jahre alt… 😉

    9. Chlöpf'n'Tätsch Says:

      Beim neuen Slogan schläft mir das Gesicht ein.

      „Wir leben, Zürich“ hat da schon mehr Witz und 😉 -Faktor.

      Zürich sehen und sterben! (EXIT)
      Welcome to Zurich! Now go home! (SVP)
      Sprechen Sie Zürich?

    10. Ben Says:

      @Admin (Die “Hard” ist eine sandige, trockene Gegend.“)

      Nein, ist nicht. „Die Hard“ ist ein Film mit Herrn Willis. 😉

    11. Ginger Says:

      ‚Wir leben Zürich‘ ist wirklich ziemlich lahm. Welche Marketing-Agentur hat dafür eigentlich die Million Honorar eingesteckt ;-)?
      Ausserdem frage ich mich, warum man für die EM ein Städtemotto braucht?! Richtet nicht die Schweiz als solches das Ereignis aus?
      Oder ist Zürich die Schweiz (so wie Paris=Frankreich? ;-))

      Wenn ich an den Verkehr in Zürich denke (ich gestehe: bin eine leidenschaftliche Automobilisten) könnte der Slogan auch heissen ‚Wie überleben, Zürich?‘

    12. Marvin Says:

      …und die sandige, trockene Gegend die Jens meint ist die Haard…. aber macht ja nix 🙂

      [Anmerkung Admin:
      Oh Gott, als ich mich da durch den Sand kämpfte war mir die Anzahl der As im Namen relativ egal.
      🙂 , aber Danke für den Hinweis!]

    13. Thiis Says:

      Hey… jetzt lese ich seit der neuesten (hats da nun auch ein e zuviel? 😉 ) Ausgabe der Coopzeitung diese Blogeinträge und muss sagen… Ich lerne viel über mich, als Schweizer (und Zürcher obendrein). Zum neuen Motto will ich nicht viel sagen… meine Meinung ist mehrfach hier vertreten 🙂 Nur… dass man dich, Jens, wegen jedem kleinen Schreibfehler zur Korrektur zwingen muss tut mir leid für dich. Okee, ich stolpere auch drüber beim Lesen, aber is doch egal 😉 einfach: weiter so und immer schön Türe aufhalten 😀

    14. crazy blogger Says:

      So eine Miss Schwanger Wahl gibt´s wohl echt nur in der Schweiz…

    15. ichbins Says:

      Hauptsache mitmeckern….

      Das Motto ist zwar tatsächlich nicht gut, aber wer sich entsprechend RICHTIG infrormiert und ebenso RICHTIG recherchiert hätte, hätte herausgefunden, dass dies nur ein vorübergehender Slogan sein soll, welcher sich vorallem auf die umliegenden Länder ausrichtet und das im Hinblick auf die EM.

      Aber dann könnte man ja nichtmehr so rumklagen…

    16. happz Says:

      ich glaub sowas gibt es auch in japan – naja, da gibt es eh alles^^