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Nichts wie raus hier — Die Schweizer und ihr Schulsystem

  • Einschulung erst mit sieben Jahren
  • Das Schweizer Schulsystem als Deutscher verstehen zu wollen, ist ein schwieriges Unterfangen. Es beginnt mit der Einschulung. Kein Land in Europa schult so spät ein, wie die Schweiz. Erst mit sieben Jahren beginnt hier die Schulpflicht. Die Grundschule heisst Primarschule und geht fast überall 6 Jahre. In Deutschland dauert sie 4 Jahre. Danach kommen die Kinder in der Schweiz auf die dreijährige „Sekundarschule“, kurz „Sek.“

    In Deutschland verteilt sich der Schülerstrom im fünften Jahr auf die Hauptschule, Realschule und das Gymnasium. Viele (ex-)sozialdemokratisch regierten Bundesländer haben zusätzlich die Gesamtschule eingeführt und das vorhandene „dreigliedrige“ Schulsystem teilweise dadurch abgelöst. In der Schweiz gab es die Varianten „Oberstufenschule“, „Realschule“, „Bezirksschule“, die Bedeutungen variieren von Kanton zu Kanton.

  • Kanti, die Schule des Philosophen
  • Das Pendant zum deutsche Gymnasium wird in der Schweiz meist „Kanti“ genannt, nach dem berühmten Deutschen Philosoph Immanuel Kant. Je nach Kanton existiert auch die Bezeichnung „Mittelschule“ oder „Gymi“ (was wie „Gimmi Shelter“, einer Platte der Rolling Stones, ausgesprochen wird). Das Kanti wird vom Kanton finanziert.
    Das Kanti in Bülach

  • Die Hefte und Stifte werden bezahlt
  • Anders als in Deutschland, wo sich die „Lehrmittelfreiheit“ nur auf die vom Staat gestellten Bücher bezieht, werden in der Schweiz auch das Schreibzeug, die Füller und Hefte von der Schule gestellt. In Deutschland müssen die Eltern eines Erstklässlers vor Schulbeginn mit einer detaillierten Einkaufsliste in ein Schreibwarengeschäft gehen und Schreibhefte und Schulmaterial im Wert von locker 80 CHF einkaufen, selbstverständlich aus eigener Tasche zu bezahlen. Die Liste wird von der zukünftigen Klassenlehrerin (in der Grundschule sind männliche Lehrer immer noch die absolute Minderheit) per Post zugeschickt. Schulbücher werden nur ausgeliehen und müssen in Deutschland immer länger verwendet werden. So kann es passieren, dass in Erdkunde Kartenmaterial verwendet wird, auf dem noch das geteilte Deutschland zu bewundern ist. Aber auch in der Schweiz brachte unsere Tochter Schulbücher mit nach Hause, die schon 12 Jahre alt waren und in denen noch die alte Rechtschreibung gelehrt wurde.

  • Schule ist Pflicht
  • Die Schweizer sprechen vom „Schulobligatorium“. Die Deutschen nennen es „Schulpflicht“. Die Pflicht ist also obligatorisch. Wer nicht zur Schule geht, und ihr fernbleibt, hat eine Absenz. Im Zivildienst in Deutschland lernte ich diesen Begriff kennen für den kurzen “Bewusstseins-Aussetzer” eines Epileptikers, das vorübergehende Wegdämmern auf Grund von zu starker Dosierung von Antiepileptika. Hier haben sie alle Absenzen, sowohl in der Schule als auch bei der Arbeit.

  • Schulhoheit bei den Ländern

  • Es gibt in Deutschland nur ein sehr schwaches „Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur“, denn die wahre Macht über das Schulwesen hat die Kultusminister-Konferenz. Hier wird darüber entschieden, ob das mit nur einer Fremdsprache abgelegte Abitur aus Nordrhein-Westfalen ausreichend ist, um damit an einer Universität in Bayern zu studieren, oder ob und wann die Rechtschreibreform verbindlich wird. Das jeweilige Bundesland zahlt die Gehälter der Lehrer, während die Stadt oder der Kreis für den Unterhalt der Gebäude und Räumlichkeiten aufkommen muss. In Baden-Württemberg werden 52% des Staatshaushaltes für Gehälter von Lehrern, Ministern, Polizisten etc. verwendet.

    Der Bund und die Kantone teilen sich die Verantwortung für das Bildungswesen, wobei die Kantone weitgehend grosse Autonomie haben. Im Bezug auf die obligatorische Schule (Primarstufe und Sekundarstufe I) ist auf nationaler Ebene seit Ende der 1980er-Jahre der Schulbeginn auf Mitte August harmonisiert worden. Die Bundesverfassung garantiert zudem einen freien Grundschulunterricht. Es ist damit durchaus üblich, dass Gymnasiasten die Kosten für ihre Lehrmittel selber tragen müssen. Auch erheben manche Kantone eine Gebühr für den Besuch eines Gymnasiums in Form eines Schulgelds, welches aber bei weitem nicht die wahren Kosten der Ausbildung deckt. Diese trägt das Gemeinwesen. Ausserdem stellt der Bund sicher, dass die Schulen den Qualitätsanforderungen genügen. (Quelle)

  • Die Flucht der Schüler aus der Schule
  • In der Schweiz beobachten wir als Deutsche ein ganz anderes Phänomen, das uns unerklärlich ist: Die hohe Anzahl von Schulabgängern nach der Sek-Stufe, also der 9. Klasse. Ich habe vor einiger Zeit eine solche 9. Klasse unterrichten dürfen. Es waren aufgeweckte und intelligente Jugendliche, sicherlich 25 % von ihnen hätte ohne Probleme die Kantonschule besuchen und die Matura (das Schweizer Abitur) ablegen können. Aber nur einer von 25 Schülern strebte dies an.
    Wie kommen junge Menschen dazu, bereits mit 14-15 Jahren genau zu wissen, dass sie nicht mehr zur Schule gehen wollen und stattdessen einen Berufsausbildung beginnen? Die meisten hatten schon in der 8. Klasse, in Sek 2. also, den Ausbildungsplatz gefunden und zugesagt, und mussten nun das letzte Jahr der Sekundarschule nur noch „absitzen“, dementsprechend gering motiviert.
    Oberstufenschule Mettmenriet Bülach

    Woher kommt dieser für Deutsche so ungewöhnlich frühe Wunsch, die Schule zu verlassen? Ist das System so schlecht, so wenig motivierend, so uninteressant, dass die Kids schulmüde werden und sich sagen: „Nichts wie raus hier“? Sind die Anforderung auf der Kantonsschule wirklich so viel höher als auf einem Gymnasium in Deutschland, dass sich so wenig Jugendliche eines Jahrgangs zutrauen, weiter die Schule zu besuchen? Schliesslich muss man dort ständig Hochdeutsch sprechen, nicht nur im Deutschunterricht. Oder liegt es an der so ganz anderen Sozialisation, die Schweizer Kinder durchlaufen. Bekommen sie unbewusst durch die Gesellschaft, das Elternhaus und das ganze soziale Umfeld beigebracht: „Nur wer schnell einen Beruf hat, zählt etwas im Leben“?

  • In Deutschland wollen alle das Abi machen und studieren
  • Wir können nur aus Deutschland berichten, wo der Abbruch der Schule vor dem von allen angestrebten Abitur immer irgendwie ein Scheitern bedeutet. Niemand hört freiwillig auf mit der Schule, bevor nicht das Abitur erlangt ist. Wenn es denn nicht anders geht, wird eben nur ein „Fachabitur“ daraus, oder die „Fachhochschulreife“ (= ein Jahr kürzer als das Abi). Schule ist cool, denn sie bedeutet viel Freizeit, viele Ferien, und wenn es wegen des verdienten Geldes ist: Einen guten Nebenjob kriegt man als Schüler auch. Dann wird erstmal studiert, egal was, denn wenn die Eltern es nicht finanzieren können, dann gibt es günstig das Ausbildungsdarlehen vom Staat, das „Bafög“ (nach dem Bundes-Ausbildungsförderungs-Gesetz), oder man findet als Student leicht einen Job, weil die Arbeitgeber da keine Sozialabgaben zahlen müssen, solange du an einer Uni eingeschrieben bist. Die zukünftigen Arbeitgeber haben sich darauf eingestellt. Eine Banklehre in Deutschland ist zwar bereits mit der „Mittleren Reife“ möglich (Abschluss nach der 10. Klasse Realschule mit einer zweiten Fremdsprache), in der Praxis werden aber nur Abiturienten genommen.

    Das Resultat ist natürlich eine Studentenschwemme, gefolgt von einer “Akademikerschwemme”. Viele dieser hochqualifizierten Deutschen flüchten dann ins Ausland, z. B. in die Schweiz, wo immer noch ein hoher Bedarf auf dem Arbeitsmarkt vorhanden ist. Oder sie werden Taxifahrer, wie einst der (noch) Aussenminister Joschka Fischer in Frankfurt.

    Natürlich gibt es auch in Deutschland Jugendliche, die nach der 10. Klasse eine Lehre beginnen wollen. Dennoch gibt es einen grossen Ansturm auf die Gymnasien. Jeder versucht es, jeder möchte so lange wie möglich weiter zur Schule gehen. Als eingeführt wurde, dass man nur mit einer “Empfehlung der Grundschule” (d. h. sehr guten Noten) auf das Gymnasium kommen kann, habe viele Eltern über den Rechtsweg und dem Argument des “Grundrechts auf freie Schulwahl” versucht, ihre Kinder dennoch in ein Gymnasium unterzubringen.

  • In der Schweiz machen sie am liebsten „das KV“
  • KV steht in Deutschland für „kriegsverwendungsfähig“, so wird man eingestuft, wenn man nicht mehr verletzt genug ist, um zurück an die Front zu müssen.
    Die Musiker kennen es als „Köchel-Verzeichnis“, dem Verzeichnis der Mozart-Werke, und die Ärzte gehören zwangsweise zur Kassenärztlichen Vereinigung um mit den Krankenkassen die Behandlungen der Patienten abrechnen zu können.
    In der Schweiz wollen alle ins KV, das steht für „Kaufmännischer Verband“, um eine KV-Lehre zu absolvieren. Das ist eine solide Ausbildung, vielseitig verwendbar. Man macht sich dabei die Finger nicht schmutzig, holt sich keinen Schnupfen, und an Computern darf man obendrein noch arbeiten.

  • Mit 19 schon erwachsen?
  • Mit 19 sind diese jungen Schweizer dann fertig mit der Ausbildung und beginnen ihr Leben allein zu gestalten. Ein Alter, in dem viele Deutsche gerade mal mit der Schule fertig sind und mit der Bundeswehr beginnen, ein freiwilliges soziales Jahr ablegen, Zivildienst machen oder als Au Pair ins Ausland gehen, bevor sie darüber nachzudenken beginnen, was sie denn eigentlich werden möchten.

    

    56 Responses to “Nichts wie raus hier — Die Schweizer und ihr Schulsystem”

    1. Stefan Says:

      Du lässt leider die BMS (Quelle Wiki) ausser Acht. In der Schweiz bedeutet eine Lehre machen eben nicht unbedingt, dass man nie studieren wird.

      In Deutschland spricht man von einem Abbruch. Wenn man in der Schweiz nach der 9. Klasse aufhört würde ich das nicht als Abbruch bezeichnen. Die Schule hört eben nach 9 Jahren auf, wenn man nachher aufs Gymnasium geht macht man eine zusätzliche Schule. So würde ich das formulieren.

      Bei mir war der Grund, nicht ins Gymnasium zu gehen ganz einfach: in meinem Beruf muss ich das büffeln was mich interessiert. Mehr oder weniger jedenfalls. Und ich werde sogar noch dafür bezahlt. Und durch die BMS habe ich dannach noch Möglichkeiten eine Fachhochschule zu besuchen. Und falls ich keinen Bock dazu habe, such ich mir einen Job. Klingt doch irgendwie einfach verlockender?

    2. Jens-Rainer Wiese Says:

      Hi Stefan,
      auch in Deutschland kann man nach einer Berufsausbildung in seinem Fachbereich studieren. Dennoch würde ein zukünftiger Architekt lieber erst das Abitur machen, dann eine Schreiner- oder Zimmermannslehre, und dann Studium der Architektur. Oder ein zukünftiger BWLer (Betriebswirtschaftler) würde erste Abi machen, dann die Banklehre, dann an die Uni zum studieren.
      Der Unterschied muss in der Sozialisation liegen: Wie konntest Du mit 14-15 schon wissen, was dich interessiert und was auf keinen Fall? Da werden die Kids in der Schweiz irgendwie anders sozialisiert als in Deutschland.
      Gruss, Jens

    3. Peter Stegemann Says:

      Ich kann die Schweizer da nur gut verstehen. Ich wollte auch nach der Realschule in 2 Jahren den datentechnischen Assistenten machen und dann studieren. Leider wurde das nur alle 2 Jahre angeboten, so dass ich das “Lehrjahr” mit der 11ten Klasse des Technischen Gymnasiums füllen wollte - dort dann aber blieb und so die fachgebundene Hochschulreife gemacht habe. Fachgebunden deshalb, weil ich an der Realschule Technik hatte und am TG auch keine zweite Fremdsprache genommen habe. In Deutschland kommt nun aber keiner auf die Idee zu sagen: Der hat sich früh für eine technische Laufbahn entschieden - stattdessen hast du damit praktisch einen Knick in der Karriere. Noch schlimmer ist dann die Entscheidung für die Fachhochschule - die wird nicht als praxisorientiertes Studium betrachtet, aus dem die Leute “arbeitsfähig” rauskommen, sondern als minderwertiges Ersatzstudium. Wenn man zwischendrin noch eine ordentliche Lehre gemacht hat, ist man nicht einer, der die Disziplin und Ausdauer hat, etwas aus sich zu machen, sondern ein Umschüler…

      Ich bin nicht wegen dem guten Verdienst so gerne in der Schweiz…

      Zur Lehrmittelfreiheit: _Eigentlich_ gilt die auch in Deutschland für Radiergumme und Bleistifte. Nur drücken sich die Schulen darum. Es gab schon Versuche von Eltern, diese auch durchzusetzen, aber Recht haben bedeutet nicht, Recht zu bekommen…

    4. Barbara Says:

      “Kanti” ist meiner Meinung nach eine Abkürzung für Kantonsschule und hat gar nichts mit Kant zu tun.

      Der Kantönligeist des schweizerischen Schulsystem macht mich wahnsinnig. Föderalismus ist ja lieb und gut, doch in einigen Bereichen wäre da ein gewisser Zentralismus praktisch:). Ich stimme dir zu, dass das ganze (Primarschule - Oberstufe - Kantonsschule/ Gymi/ Lehre..) wirklich verwirrend ist.

      Ich glaube es ist falsch zu sagen, dass junge Leute in der CH mit dem: „Nur wer schnell einen Beruf hat, zählt etwas im Leben“? sozialisiert werden. In der Schweiz haben wir im Vergleich zu Deutschland keine wirkliche “Akademiker Kultur” und die meisten (viele) Berufe werden in einer Lehre erlernt oder an speziellen Schulen und nicht an Universitäten.
      Der Hintergrund dafür ist eher ein traditioneller.

      Es ist doch prima, dass andere Ausbildungswege wie Lehre, Fachhochschule, etc. in der Schweiz ebenso einen guten Stellenwert haben, wie der universitäre Weg. Eine universitäre Ausbildung macht einen Menschen nicht intelligenter:) ! (ps: ich habe selber studiert!)
      Einige mögen eine mehr theoretische, andere eine praktische Ausbildung.

    5. Administrator Says:

      Barbara,
      sag bloss! Den Joke mit Immanuel Kant fand ich so trocken, ich musste ihn einfach bringen, um zu sehen, ob jemand drauf anspringt. Sorry, der Rest ist dann wieder ernst gemeint.
      Gruss, Jens (immer ein Kant-Holz dabei auf dem Weg zum Kanton-China-Restaurant, etc.)

    6. Enör Says:

      Den einen Satz könnte man wohl auch so formulieren: Bekommen sie [die deutschen Kinder] unbewusst durch die Gesellschaft, das Elternhaus und das ganze soziale Umfeld beigebracht: „Nur wer viel studiert hat, zählt etwas im Leben“?

      Vermutlich lieg der angesprochene Unterschied aber eher am BAföG.

    7. Administrator Says:

      Hallo Enör,
      ich denke, das wurde viele Jahre so propagiert. Vielleicht nicht gerade, dass jeder studiert hat, aber doch das möglichst viele Schüler das Abi machen. Das war eine Idealvorstellung, die immer noch tief in den Köpfen der Deutschen verankert ist.
      Krass finde ich als Deutscher in der Schweiz zu sehen, wie wenig Jugendliche eines Jahrgangs überhaupt nur auf die Idee kommen, doch bis zur Matura durchzuhalten. Es müssen da wahre Horrorgeschichten über die Leistungsanforderung verbreitet werden, anders kann ich mir das nicht erklären.
      Gruss, Jens

    8. Weiacher Geschichte(n) Says:

      “Das Kanti”? Wir Zürcher nennen sie doch eher “die Kanti” oder eben “s’Gymii”. Ein Absolvent ebenderselben Kanti Bülach.

    9. Administrator Says:

      hat alles Ecken und Kanten hier, auch die Kanti. Einigen wir uns doch schlicht auf “d’Kanti”, dann kann sich jeder selbst aussuchen, ob die oder das…
      Gruss, Jens

    10. Daniel Says:

      Gut beobachtet, ich denke deswegen tummeln sich soviele Deutsche in der Schweiz in hauptsächlich akademischen Berufen wie Arzt oder Professor, weil es viel zu wenig Studienwillige hier gibt. In der Schweiz gibt es Assistenten der Geschäftsführung, die nicht studiert zu haben, in Deutschland undenkbar. Früher konnte man sogar mit KV Generaldirektor werden. Vielleicht ist der(?) KV ja was bei uns das Abitur ist. Dass soviele in Deutschland studieren wollen, hat sicher gute Gründe, die Arbeitslosenquote unter Akademikern in Deutschland ist halb so hoch wie unter Nichtakademikern. Eine andere Ursache für das geringe Interesse an Matura und Studium in der Schweiz ist sicher auch dass viele durchschnittliche Berufe hier sehr gut bezahlt werden, das geht auf Kosten des Ehrgeizes.

    11. René Nyffenegger Says:

      So sehr ich Haarspaltung hasse… aber ich muss doch darauf hinweisen, dass “d’Kanti” eindeutig den weiblichen Genus impliziert. Der sächliche wäre “s’Kanti”, der männliche “de Kanti” (zumindest im Nominativ).

    12. Jens-Rainer Wiese Says:

      Hi René.. schon während ich “d’Kanti” schrieb, habe ich geahnt: Jetzt kommt bestimmt ein Kommentar dass das wieder falsch ist.. aber ich kann’s einfach nicht lassen. Immerhin hatte ich schon ein mulmiges Gefühl dabei, etwas grammatikalisch total Falsches auf Schweizerdeutsch zu schreiben (oder auf Schwizerdütsch, Schwiizerdüütsch, Schwyzerdötsch…. ) etc.
      Gruss, Jens
      P.S.: Ich bin ein grosser Fan deiner Haarspaltereien.. nur Mut und dranbleiben! Wir werden es schon noch lernen…

    13. markus Says:

      Bei uns heisst es Die Kanti (die Kantonsschule). Zu sagen gibt es noch, dass die verschiedenen Sculen und ihre Bezeichnungen von Kanton zu Kanton stark variieren. Im Kanton Aargau besucht man nach der Primarschule die Bezirksschule (Bez), die Sekundarschule(Sek) oder die Realschule (Real). Nach der Bez kann man mit genügend guten Noten an die Kanti wechseln.

      Ich denke in der Schweiz haben Leute, welche eine Berufslehre mit Berufsmatur abgeschlossen haben und anschliessend die Fachhochschule besucht haben, sehr gute Chancen im Arbeitsmarkt. In Gegensatz zu den Kanti-Uni-Fritzen haben sie schon praktische Erfahrung im Job. Nur so nebenbei damit es gesagt ist: Berufsmaturaden (Schule+Arbeit) leisten mehr als Kantischüler!

    14. eugi Says:

      hhhmmm Daniel, bist du der Meinung, diese sogenannten “durchschnittlichen” Jobs zu bekommen erfordert weniger Ehrgeiz??? Ich sehen da den Zusammenhang nicht ganz.
      Ich habe vor 5 Jahren meine Berufslehre als Informatiker begonnen, welche auch keine Matura verlangt. Wer bei durchschnittlich 50 Bewerbern pro Ausbildungsstelle ( und das ist bei vielen Ausbildungsstellen so, nicht nur in diesem Bereich ) keinen Ehrgeiz an den Tag legt bleibt sehr sehr schnell liegen…
      Um mich einem meiner Vorredner anzuschliessen, mann sollte die BMS nicht vergessen. Diese Möglichkeit wird für viele Berufe angeboten, und auch entsprechend genutzt.

    15. Joachim Says:

      Zum Thema Studium las ich mal eine sehr treffende Bemerkung. Dort wurde die Zeit nach der Schule und vor dem Berufseintritt als “Psycho-soziales Moratorium” bezeichnet. Sozusagen eine Auszeit für wichtige Entwicklungsschritte oder -korrekturen, sowohl sozialer als auch individueller Art. Natürlich lassen sich solche auch im Berufsleben machen, doch besteht dabei immer die Gefahr der beruflichen Deformation: Man denkt dann halt wie der Schreiner, Architekt, Buchmacher, Direktor…

    16. Mikki Studer Says:

      Och, das Studium.
      Man hat auch in der Schweiz gemerkt, dass die klassischen kontinentaleuropäischen Unis nicht gedacht sind, Masse sondern Klasse auszubilden. Entsprechend nicht-schulisch sind viele Unis organisiert - der Professor unterrichtet (welche Kosten, wie demotivierend und wie unpädagogisch) und die Prüfungen sind maximal alle zwei Jahre.
      Leider drängen (auch in der Schweiz) immer mehr auf die Matura (früher war mal der Schnitt bei 15%, heute sind’s rund 20% - in manchen deutsch-sozialisierten Kantonen wie Baselland-stadt ca. 50%).
      Diese Masse können die Unis aber (noch) nicht auffangen (siehe Numerus Clausus, Abbruchquote), weshalb vermehrt versucht wird die Leute auf die Berufsmatura (also Lehre + Fachhochschule) zu bringen.
      Finde ich ein sehr guter Ansatz. Wenn ich sehe, was für Leute an meiner Uni anfangen, dann muss ich bei vielen sagen, die haben definitiv nichts an einer Uni verloren.
      Handlungswissen soll an einer Fachhochschule gelernt werden (viele wollen auch nicht mehr lernen); Fachwissen im eigentlichen Sinne an der Uni.

    17. Stefan Says:

      Du hast noch geschrieben, dass es dich erstaunt dass viele Jugendliche schon mit 14-15 wissen was sie interessiert. Nun, viele Wissen das gar nicht, haben aber auch nicht die Wahl. In meiner Schule hatten von meinem Jahrgang etwa nur 10 - 15 % die Möglichkeit, den Gymer, so heisst das hier, zu machen. Die anderen sind gezwungen, einen Beruf zu suchen.

      Meiner “Erfahrung” nach kann man in manchen Fällen auch sagen, wer nichts wird macht das KV. Ich kenne Leute die ihre Berufswahl bereuen…
      Hier herrscht auch ein bisschen auch die Mentalität, wer die Schule in der höchsten (in der Region spez. Sek genannt, spez wie spezial oder so) Stufe besucht ist ein Streber. So verbauen sich sich sicherlich einige den Prüfungsfreien Weg ins Gymnasium.

      Manchmal denke ich, es müsste hier in den Kommentaren möglich sein, seinen Wohnort anzugeben. Gerade beim Thema Sprache unterscheiden sich doch viele Sachen sehr krass. Sonst fängst du noch an, unsere Korrekturen so zu mischen dass ein neuer Dialekt ensteht ;)

      Noch was Off-Topic: Ich glaube dein Blog “läuft” noch mit Sommerzeit ;)

    18. Administrator Says:

      Hi Stefan,
      Danke für den Tip mit der Sommerzeit, habe es eben auch bemerkt und korrigiert.
      Wie meinst Du das, nur 10 - 15 % hatten die “Möglichkeit, den Gymer zu machen”. Von den schulischen Leistungen her? Oder wegen der Kohle?
      Haben die das dann auch gemacht, oder noch weniger?
      Stichwort Streber: Auch wer in Deutschland sein Abi mit einer 4 machte (= 3 in der Schweiz), kann immer noch viel studieren, nur nicht gerade Medizin oder so.
      Gruss, Jens

    19. Stefan Says:

      Von den schulischen Leistungen her. Gemacht haben es von den 10 - 15 % wiederum etwa 75%. Bzw. sie machens noch.

    20. kantischülerin Says:

      @ Markus

      Wer sich über die (vermeintliche) Faulheit der (Zitat) Kanti-Uni-Fritzen beschwert, dem rate ich nur den Verstand einzuschalten. Danach wird er hoffentlich erkennen, dass beide Ausbildungen zu achten sind und auch, dass es sehr anstrengend sein kann ohne Unterbruch zu lernen!
      Auch hättest du “lieber” Markus sicherlich Problem wenn es keine Uni-Abgänger gäbe! Fehlen würden dir wahrscheindlich vor allem Ärzte, Wissenschaftler (z.B. gegen H5N1) ;-) , usw…

    21. Konstantin Says:

      Mamma mia das klingt aber mal sehr kompliziert…

    22. yäni (lehrtochter & bms-schülerin) Says:

      ich hab noch nicht alle kommentare durchgelesen und das ist auch gut so. ich will mich nämlich (zumindest vorerst) nur zum bericht äussern ;) :
      so, 1. ist bei uns im schönen berner städtchen das gymnasium männlich: “dr gymer”
      2. ich kann mir auch nicht erklären, wiso in deutschland der studier-ansturm herrscht, während in der schweiz immer über zu wenig lehrstellen gejammert wird! ich kann nur für mich selbst sprechen: ich wollte auf keinen fall das gymnasium “machen”, weil ich wissen will wozu ich lerne, wo, wann und wie ich dies anwenden kann. ich sehe für mich keinen sinn, jahre lang geschichte und biologie zu büffeln, wenn ich am schluss taxifahrerin werde ;)
      3. wow.. mal wieder ein suuuper blog! recherchiert, witzig, gedankenanregend und einfach unterhaltsam! :D !

    23. ichbins Says:

      Völliger Quatsch

      Nun, ich weiss ja nicht ob du ein paar Sachen nicht ernst gemeint hast, aber zum Beispiel die Geschichte mit der Kanti ist falsch (aber ich glaube das weisst du auch ;) ).
      Kanti ist nur die Kurzform für Kantonsschule nicht mehr und nicht weniger.

      Im Kanton Zürich gibt es für die Sekundarschule drei Stufen (es gibt sogar 2 Modelle Kantonsweit, aber die sind sich ähnlich) Sek A, B und C je nach Fähigkeiten wird man ein und ev. später umgeteilt.

    24. Administrator Says:

      Hallo “ichbins”,
      toller Name, mit Nachnamen heisst Du “NICHT”?
      Lies bitte mal meinen Kommentar
      http://www.blogwiese.ch/archives/71#comment-513
      Das mit Kant dem Philosophen war ein Scherz, sonst ist alles
      ernst gemeint gewesen.

      Gruss, Jens

    25. Oliver Says:

      2. ich kann mir auch nicht erklären, wiso in deutschland der studier-ansturm herrscht, während in der schweiz immer über zu wenig lehrstellen gejammert wird! ich kann nur für mich selbst sprechen: ich wollte auf keinen fall das gymnasium “machen”, weil ich wissen will wozu ich lerne, wo, wann und wie ich dies anwenden kann. ich sehe für mich keinen sinn, jahre lang geschichte und biologie zu büffeln, wenn ich am schluss taxifahrerin werde

      ich hab mal vor monaten ausversehen einen teenichat zugehört in sachsen… die waren gebildeter und mehr uptodate.

      wie alt sind die bms schüler eigentlich ? 12 ? oder schon 13 ? haben die jemals ein ganzes buch im unterricht gelesen und auch inhaltlich analysiert ? Hat ihr Lehrer ihnen mal richtig in Arsch getreten bzgl. neugierigen und differenzierten präzisen Argumentieren ?

      Also die Maturanden die ich bis jetzt in der Schweiz kennen gelernt habe, konnten in keiner Diskussion zu keinem Thema auch nur für 2 Minuten sachlich und faktisch und differenziert argumentieren. Sowas von wegen eigener Meinung mit flankierenden Wissen war gänzlich unbekannt.
      In meiner Abiklasse waren die zwei schlechtesten Schüler sauberer, markanter und wacher in ihren Gedankengängen.

    26. räulfi Says:

      Häää? Wat war denn dat gerade fürn Kommentar?:-)
      Meine die Taxifahrerin namens Oliver…;-)) Blicke irgendwie nicht durch, was sie/er jetzt in welchem Land studiert/nicht studiert hat…
      Kann nur für mich und aus meiner Erfahrung sprechen (als Ex-Kanti-Schüler und aktuell Student in CH), die ich sowohl mit Freunden aus D-land, die in CH studieren und Freunden aus CH, die in D-land studieren mache: gemeinhin (und das wurde von deutschen Freunden eigentlich so bestätigt) ist das Abi ein bisschen höher zu werten als ein Sek-Abschluss in CH… damit wären wir vielleicht auch der Antwort auf die Frage, wieso in D-land viel mehr Leute studieren auch ein bisschen näher… gleichzeitig müsste man halt (wenn man denn schon fundiert argumentieren möchte) die durchschnittliche Studiendauer und die Abbruchquote in beiden Ländern vergleichen (mache ich jetzt hier nicht, habe ja nie den Anspruch gehabt, fundiert zu argumentieren:-))
      Und die Aussagen von wegen ‘haben die jemals ein ganzes buch im unterricht gelesen und auch inhaltlich analysiert?’ und ‘Ha(b)t ihr Lehrer ihnen mal richtig in (den) Arsch getreten bzgl. neugierigen und differenzierten präzisen Argumentieren (neugierigem, differenziertem und präzisem argumentieren)?’ müssen wohl nicht gross kommentiert werden… wer SO meint zu argumentieren… (in Klammern stehen übrigens ein paar Korrekturen meinerseits;-))
      Und dann noch ein Anektöötli (natürlich völlig unrepräsentativ, obwohl mehrmals ähnliches passierte) aus einem Trivial Persuit-Spiel mit deutschen Freunden (Studenten!!): ‘’Hä, woraus Benzin hergestellt wird? Ja, also das weiss ich jetzt nicht… glaube aber, habe das schon mal gehört…'’ Auch der Hinweis, dass es aus demselben Rohstoff wie Plastik hergestellt wird, half nicht viel weiter… DAS ist traurig, egal eigentlich, welche Bildung man wo erhalten hat…
      Grüsse!

    27. Oliver Says:

      @ raeulilein

      Es ist erstaunlich, wie sehr Rechtschreibfehler korrigiert werden in diesem Blog. Es gibt den Eindruck, das inhaltlich nichts weiter zu sagen ist von den Kommentatoren. Meines Wissens nach ist es nicht “usus” in Chat, informellen E-Mails, Blogs, oder Foren auf die Rechtschreibung zu achten. Das sich soviele Kommentatoren hier im Blog so “schulmeisterlich” aufführen, ist ein Phänomen… wahrscheinlich ein nationales.

      bzgl. den dem Arschtreten:
      Nun, ein Kommentar kann sich aus verschiedenen Teilen zusammensetzen, Argumente und Meinungen können sich da abwechseln. Zu unterscheiden, wo Argumente in einem Text liegen, und wo Meinungen liegen… nun, dies ist eigentlich eine Sache von gelernter Textanalyse. Dass dies nicht jedermans Sache ist, ist nicht weiter schlimm für diese Welt.

      Doch wir können das Gespraech gerne hier beenden, und die Schlafnasen in den CH-Schulen weiter dösen lassen. Schnarchen tun sie ja nicht.

      [sorry Oliver, ich kam nicht umhin … Jens]

    28. Oliver Says:

      lol… mein text sieht ja ganz anders aus so korrigiert… wunder geschehen :-)
      aber ein Komma hat ich richtig gell…

      [Komma? Welche Komma? Gruss, Jens]

    29. Stryke Says:

      Heut zu Tage lohnt sich für Schüler die in technische, kaufmännische, pflegerische oder gestalterische Richtungen studieren gêhen die Kanti nicht mehr. Ich kann eine Lehre mit der jeweiligen BMS machen: Technische BMS, Kaufmännische BMS, Gestalterische BMS und die soziale BMS. Dann muss ich auch wirklich nur das lernen, was ich für wichtig finde und nicht wie in der Kanti alles wissen. Nach der BMS kann ich an Fachhochschulen gehen oder mittels Passerelle an Hochschulen oder Universitäten studieren gehen und habe gleiche Möglichkeiten wie solche mit einem allgemeinen Maturitätsabschluss (Kanti). Der Vorteil aber an dem ist dieser, dass ich schon eine Berufslehre habe und einen Job damit. Wenn ich jetzt beim Studium versage, kann ich immer noch in meinem Job arbeiten. Ohne Job also per Kantonsschulweg gehe ich studieren und man hat keine Ausbildung und wenn man bsp als Arzt im studium mit 30 durch die Prüfungen fliegt, hat man genau keinen Beruf und ist gleich arbeitslos.

    30. Marc Says:

      Schliesse mich weitestgehend der Meinung von Stryke an! Möchte aber noch folgendes hinzufügen: Als Absolvent einer Banklehre mit BMS und anschliessendem Fachhochschulstudium habe ich mit 25 nicht nur einen absolut ebenbürtigen Abschluss, sondern auch noch 6 Jahre Berufserfahrung. Will heissen: Mit 16 habe ich den rauhen Wind der Wirtschaft kennengelernt, während meine Freunde friedlich die Kanti absolvierten. Mit 18 bin ich zu Hause ausgezogen in einen anderen Sprachteil der Schweiz und habe auf eigenen Beinen gelebt, während meine Freunde immer noch die Kanti machten. Mit 22 begann ich ein FH Studium und schloss dies ungefähr zeitgleich mit meinen Freunden ab, welche den akademischen Weg gewählt haben. Unterschied? Ich habe einen Job, die anderen haben Trainée-Stellen. Statistisch haben FH Abgänger auch die besseren Löhne wenn jemand darauf schaut. Ich würde jederzeit wieder den gleichen Weg einschlagen, gerade wenn ich gewisse Uni Abgänger sehe, die von Arbeiten keinen blassen Schimmer haben. Und noch zum Schluss: Der weithin als mächtigste Mann in der Schweiz bezeichnete Marcel Ospel (der nebenbei auch am meisten verdient - anderes Thema) ist ein typischer Banklehrling mit KV! Nur um zu zeigen, dass auch Karriere mit einer Lehre möglich ist.

    31. ueli bosshart Says:

      sali jens
      hoffe es geht dir gut¨
      mit freude lese ich hin und wieder deine website!
      zum kommentar von barbara sie hat es genau auf den punkt gebracht, wie unser schulsystem funktioniertt!
      gruss ueli

    32. räulfi Says:

      Hallo Oliver:-)
      Sorry tausendmal für meine späte Reaktion, aber hatte in letzter Zeit ziemlich viel zu tun und daher keine Zeit, alle paar Stunden die Reaktionen auf meinen (übrigens 3. ever:-)) ‘Forums’eintrag hier zu checken… Nun ja, rechne mir das doch einfach als typisch nationale Langsamkeit an:-)
      Das Klugscheissen mit der Orthographie war übrigens nur, weil ichs etwas verwunderlich finde, wenn man in schlechtem deutsch die Schulkenntnisse anderer per se in Frage stellt… Aber hast recht, hätts ruhig bleiben lassen können, denn Du hast Dich damit ja ungewollt selbst mehr als genug in Frage gestellt…:-))
      Aber nun ein paar inhaltliche Anmerkungen, damit wir gemeinsam weiterkommen mit der Textanalyse:-) (Grundlage ist übrigens Dein post):
      Kommentare sind IMMER (persönliche) Meinungen, sonst wärens keine Kommentare:-) Folglich bestehen die auch nicht aus verschiedenen Teilen, sonst wärs eine These, in der eine Behauptung aufgestellt, mit Argumenten begründet, und verifiziert oder verworfen wird… Das ganze sollte man eigentlich nicht mischen, weil sonst die ganze Logik abgeht.
      Ein Kommentar kann (und das dann aber auch klar als solchen dargestellt) natürlich am Ende einer Beweisführung dennoch abgegeben werden.
      Soviel mal dazu…
      Und jetzt halt noch mein ganz persönlicher Kommentar zu Deinem post:
      Du unterstellst mir, keine genügende ‘Textanalyse’ zu machen, in Deinem Post finde ich aber nicht den geringsten Hinweis, dass Du auf mein post eingegangen wärst! Textanalyse besteht darin, einen Text aufmerksam zu lesen, zu verarbeiten, zu hinterfragen und das verstandene auch wieder ausdrücken zu können, sonst macht das ganze wenig Sinn:-)
      Deshalb denke ich, weitere Diskussionen bringen wenig… Dein erstes post war eine Meinung, die zum Rundumschlag ausgeholt hat. Ich habe dazu meine Meinung abgegeben. Du bist nicht weiter drauf eingegangen, sondern hast mir nur fehlende Textanalyse ‘unterstellt’.
      Man soll nicht mit Steinen werfen, wenn man im Glashaus steht, wurde mir früher immer gesagt… in dem Sinn, machs gut!
      Und, alles ist relativ…
      Greez Räulfi
      (ach wie witzig, sogar mein Nick ist relativ:-)))

    33. viking Says:

      Zum Thema, die oder das Kanti wurde ja schon einiges gesagt. Was unseren deutschen Mitbewohnern bzw. Lesern vielleicht nicht klar ist, der Zugang zur Kantonsschule (Gymnasium) ist in einigen Kantonen durch eine Aufnahmeprüfung und eine Probezeit erschwert. Im Kt. Zürich muss z.B. ein Schnitt von 4,5 (etwa eine deutsche 3) erreicht werden (Schriftliche Prüfung in Mathe und 2xDeutsch, sowie Berücksichtigung der Primarschulnoten).
      Dies erklärt schon mal, warum viel weniger Schüler in der Schweiz den Ü bertritt ins Gymnasium versuchen als im (zugangsfreien) Deutschland.
      Allerdings ist hier das System im Allgemeinen durchgängiger.
      Zugang zum Gymnasium im Kt. Zürich:
      - nach der 6. Primarschulklasse ins Langzeitgymnasium (6 Jahre) (bzw. nach der 1. Klasse Sekundarstufe bei nicht bestandener Probezeit)
      - nach der 2. oder 3. Sekundarklasse ins Kurzzeitgymnasium (3 Jahre)

      Matur nach Berufslehre:
      - Lehre mit Berufsmittelschule (BMS) und Fachmatur -> Zugang zu FH’s (soviel ich weiss)
      - Kantonale Maturitätsschule für Erwachsene (KME) mit Matur (Abitur) alle Typen.

      Letztes Jahr kam irgendwo eine Untersuchung über Gymnasiumsabgänger in D und CH (leider habe ich die nicht mehr zur Hand, werde aber mal suchen), die zeigte, dass die Prozentzahlen der Abiturienten und Maturanden etwa gleich hoch sind (trotz höherer Anzahl “Gymnasiums-”Starter” in Deutschland). Mehr Gymnasiumsabbrüche (qualifizierter Realschulabschluss) in D?

      Bezüglich Qualität der Schulen in D und CH ist es so, dass, nach Diskussionen mit Lehrern und Schülern in D und CH, sowohl der Stoffplan wie auch die Abi/Maturprüfungen sich in beiden Ländern ziemlich ähneln und damit auch die Qualität nicht sehr unterschiedlich sein dürfte.
      (Die Beherrschung der deutschen Sprache mal ausgenommen ;) )

    34. räulfi Says:

      @viking
      :-) Das war jetzt ziemlich genau das, was ich in meinem ersten post angedeutet hatte! Was bin ich froh, dass man mich doch noch versteht!;-) Ist doch irgendwie auch klar, dass wenn in der CH die Selektion bereits früher (auf Mittelschulstufe oder sogar früher) stattfindet, weniger Leute ein Universitäts-Studium beginnen (können) als das z.B. in D-land der Fall ist… sagt im Prinzip ja auch gar nichts über die Qualität der Ausbildung aus (unser System ist dahingehend wie von Dir erwähnt ja auch ‘offen’, sprich der 2. Bildungsweg stark ausgeprägt). Offenbar ists in D-land wohl einfacher, überhaupt an eine Uni zu gelangen als hier. Dafür wird dort dann wahrscheinlich die Selektion umso härter sein, rein auch deshalb, weil die Konkurrenz unter den Studenten viel stärker ist… (ist jetzt Spekulation meinerseits, lasse mich also gern eines anderen belehren)
      Was mich einfach stört ist, wenn jemand aus irgendwelchen Gründen (Minderwertigkeitskomplexe?) andere attackiert (weil sie vielleicht objektiv od. subjektiv eine höhere Bildung haben?) und ohne richtig zu argumentieren runterputzt…
      Aber eben, bin demfall ja doch von einigen richtig verstanden worden:-)
      Gruss!

    35. viking Says:

      Jein, so wie ich das mitkriege ist es in D nur einfacher auf das Gymnasium zu kommen. Entsprechnd viele gehen dafür dann früher wieder davon ab, heisst, schliessen nicht mit Abitur ab. Je nach Art des Gymnasiumabbruchs gibt es dann ja noch den “Qualifizierten Realschulabschluss”. Das ist auch so was nettes. Bei uns beendest du einfach die Sekundarschule :) .
      Das Verhältnis der Studiengänger soll dann etwa wieder gleich sein, wobei in D ja an vielen Unis in diversen Fächern der Numerus Clausus vorherrscht (Kohl sei dank, gibt es jetzt die neuen Bundesländern mit jeder Menge Unis mit genügend Studienplätzen. Oder sind die auch schon wieder voll?)

    36. räulfi Says:

      Hi Viking! Hatte das Ganze auf obenstehendes Zitat ‘ich kann mir auch nicht erklären, wiso in deutschland der studier-ansturm herrscht, während in der schweiz immer über zu wenig lehrstellen gejammert wird!’ bezogen…
      Aber offenbar ist der Unterschied wohl wirklich nicht gross… der qualifizierte Realabschluss (=Fach(hochschul)abitur?) wird dann wohl in etwa dem Diplommittelschul-Abschluss/~Berufsmatura entsprechen. War bei uns im Kt. zumindest so, dass die aus der DMS falls gewünscht die noch fehlenden 3 Jahre Kanti anhängen und eine ganz normale Matura machen konnten. Das mit dem Numerus Clausus in D-land stimmt (soviel ich weiss) nur bedingt… man muss sich wohl für eine Uni ‘bewerben’, die dann Aufnahmetests macht und eine bestimmte Anzahl Studienplätze zur Verfügung stellt. Also nicht wie bei uns, wo es für angehende Medizinstudenten eine schweizweit einheitliche Prüfung gibt und man bei bestehen dieser die Uni aussuchen kann. Muss aber wohl mal eine deutsche Freundin genauer fragen:-)

    37. viking Says:

      Hoi räulfi
      Die deutsche Realschule entspricht der guten alten Zürcher Sek (altes System: Oberschule,Realschule,Sekundarschule,Gymnasium ), heute wäre das wohl Sek A.
      In D hast du Hauptschule, Realschule, Gymnasium (also eine Stufe weniger).
      Ein qualifizierter Realschulabschluss heisst nach meinen Informationen nur, dass du in D die Realschule sauber abgeschlossen hast (Also wirklich nichts anderes als bei uns die Sek abgeschlossen.) und hat noch nichts mit einem Abitur zu tun.
      Fachabi entspricht wohl (wie du schreibst) unserer BMS.
      Bei der neuen DMS im Kt. Zürich kenne ich mich nicht mehr so aus, welche Matur da genau gemacht wird.
      Es gibt aber auf alle Fälle für die BMS-Maturanden die Möglichkeit der Passarelle zum Abschluss einer eidg. Matura die den Vollzugang an die Uni ermöglicht (1-2 Jahre an einer Kantonsschule oder Maturitätsschule für Erwachsene).

    38. einLeser Says:

      Kurz zu mir: Ich befinde mich gegenwärtig in einer technischen Lehre und besuche gleichzeitig dazu die technische BMS.

      Bei meinen Aussagen beziehe ich mich auf die Schweiz:

      Ich finde es grundsätzlich falsch die FH’s als “Uni Light” abzustempeln. Die Fachhochschulen haben ihr eigenes Profil, das sich allein schon durch den Werdegang der “Ankömmlinge” (Berufslehre und BMS) von denen der Universität (gymnasiale Matura) unterscheidet.

      Das eigene Profil (der FH’s) zeichnet sich weiter durch das praxisnahe Studium aus. Hingegen ist das Uni-Studium sehr theorielastig und bereitet eher (ich sagte eher!) auf eine wissenschaftliche Laufbahn vor. Das FH-Studium ist dagegen mehr auf die Anforderungen und Wünsche der Wirtschaft angepasst, und ermöglicht nur durch Umwege (Zeitaufwand: 1-3 Jahre, je nach Zeitpunkt der Passerelle (FH-UNI (ca. 1-3 Jahre) oder BMS-PASSERELLE-UNI (bei technischer BMS 1 Jahr, ansonsten 1-1.5 Jahre)) einen wissenschaftlichen Werdegang. Zwei unterschiedliche (unterschiedlich != schlechter) Profile also.

      Der Grund dafür, dass FH-Abgänger im Vergleich zu Uni-Abgängern schneller eine Stelle finden, liegt darin, dass diese meist schon Berufserfahrung im studierten Fach haben. Z.B: Ein Elektroniker-Lehrling, der dazu die technische BMS besucht und danach ein Elektrotechnik-Studium an der FH abschliesst, hat nebst seinem Ingenieur-Titel auch bereits 4 Jahre Berufserfahrung auf diesem Gebiet. Hingegen hat ein UNI/ETH-Absolvent weniger Berufserfahrung (bis auf ein paar Praktikas), was aber nicht heissen soll, dass dieser schlechter qualifiziert sei - Gott bewahre! (Redewendung, bin nicht gläubig). Aus diesem Grund (dem Erfahrungswert) finden Fachhochschüler meist schneller eine Stelle. Von meinem Standpunkt aus hat das nichts mit der Qualität des Studiums oder sonst was zu tun, sondern ist nur ein kleiner Einstiegsvorteil in die Arbeitswelt der FH’ler.

      Noch etwas allgemein zum Gymi und der BMS: Ich kenne manche Menschen, die das Gymnasium oder eine BMS besuchen, und habe so meine Beobachtungen gemacht. Was mir aufgefallen ist, ist dass die Berufsmaturanden (BMS-Leute) über eine manchmal etwas seriösere Einstellung als die Gymnasiasten verfügen, sich bereits sehr früh für einen Studiengang entschieden haben und genau wissen, wofür sie lernen. Das ist jedenfalls meine Beobachtung.

      Zudem muss man sagen, dass die Gymnasien in der Schweiz nicht mehr das sind, was sie anscheinend einmal waren und es sehr viel einfacher wurde an ein/e Gymi/Mittelschule zugelassen zu werden (man beachte die Maturandenquoten-Entwicklung).

      In eigener Sache:
      Liebe Miesmacher, die die FH’s aus mir unerfindlichen Gründen degradieren: Bitte belegt eure Aussagen mit klaren Quellen und Daten. Ich persönlich hab ja auch auch nichts gegen euch, aber ich finds schon erstaunlich, dass wir bei dem Aufwand, den bereits jetzt in der Schule als Vorbereitung für die FH aufwenden müssen, so schlecht gemacht werden.

      In dem Sinne wars das und sorry dass es so viel wurde.

      Ein Leser

      PS: Die Arbeits- und Bildungslandschaft der Schweiz finde ich ausgezeichnet, da diese “auf dem Boden” geblieben ist. Wenn man dagegen die Bildungslandschaft der USA oder die letzten Entwicklungen in Deutschland anschaut, hat man den Eindruck, es handle sich um verzweifelte Eliten-Bildungen aufgrund des allgemein tiefen Niveaus gewisser Hochschulen, das durch zu viele Mittelschulabschlüsse hervorgeruft wurde.
      PPS: wer rechtschriebefehler findet daef sie behalten.

    39. dunski Says:

      Als Schweizerin mit Freunden “allovergermany” kommt mir zu dem Beitrag der Gedanke, dass ich zuviele Deutsche kenne, die in der Schweiz niemals eine Matura geschafft hätten, mangels Leistungen. Schlimmer noch die vielen Abiturientinnen, die niemals anstreben eine Uni zu besuchen und dennoch ihr Leben lang mit ihrem Abi prahlen, das so grottenschlecht war, dass die damit nirgends hingekommen wären (was sie aber niemals zugeben würden und lieber heiraten und Bastelarbeiten verkaufen) und am schlimmsten, dass in gewissen Fachrichtungen Jahre draufgehen für s’Warten auf Seminarplätze, wegen Überfüllung der Universitäten mit Rumhockern. Also das zu Deutschland und den vielen Abiturienten.
      Die frühe Wahl der Ausbildung in der Schweiz würde ich dennoch in Frage stellen, aber weniger darauf pcohen, dass es mehr Schüler zur Matura schaffen müssten, sondern, dass der Weg zur Matura nicht so früh eingeschlagen werden muss. Und der Föderalismus sollte wenigstens zulassen, dass nach Abschluss einer Ausbildung oder einer Schule, die angestrebte Fachrichtung, Studienrichtung oder Berufsagattung noch existiert, eine naive Wunschvorstellung, I know.
      Spannende Kommentare soweit und endlich mal ein FAST-Schweizerblog, der sich zu lesen lohnt.

    40. Ausländer Says:

      Wie auch Stefan gesagt hat:

      “Bei mir war der Grund, nicht ins Gymnasium zu gehen ganz einfach: in meinem Beruf muss ich das büffeln was mich interessiert. Mehr oder weniger jedenfalls. Und ich werde sogar noch dafür bezahlt.”

      d.h. ganz einfach:

      - Du wirst sicher in deinen Beruf ein “Spezialist” sein, wenn du überhaupt mit deine Schule fertig bist, das Problem ist aber dass viel mehr “Generalisten” (breite Wissen) als “Spezialisten” gesucht sind……..und mit Erfahrung wird man so oder so “Spezialist” aber guter “Generalist” ist eher schwieriger……darum CH-Schulsystem=sehr schlecht

      - Du wirst sogar noch bezahlt: eben dein Primarziel sind eben Geld und nicht lernen, ergo: du wirst kein “Spezialist” und immer ein “Stift-Lohn” verdienen……..sorry aber das ist CH-Realität……..

      darum sind immer mehr ausländischer Spezialisten gesucht, nicht weil die billiger sind sonder weil eben die echten “Spezialisten” sind………..sorry

    41. Rouge Says:

      Ich möchte mal was verpätet noch posten… Ich finde es gerade eine Stärke unseres Systems, dass wir so viele Bildungswege offen lassen… Übrigens wird in der Schweiz meistens auch nach der 6. Klasse in ein dreistufiges System gewechselt…
      Leider können wir uns diese Stärke je länger je mehr nicht mehr leisten, um die Mobilität unserer Abgänger im internationalen Raum durch dessen Konventionen nicht zu behindern… Somit wird bei uns auch für immer mehr
      Berufe die Matura gefordert, was so zu einer Verwässerung der eigentlich mal zur Vorbereitung einer akademischen Karriere geplanten Schule führt…

      Aber leider können wir uns dem Trend der geforderten hohen Uniabgänger Quote in einem industrialisierten Land nicht entgegensetzen…

      Wie oben schon genannt ist doch Ospel ein gutes Beispiel für unser System… Oder ein anderes Beispiel: Kann mir jemand erklären, wieso eine Kindergärtnerin oder Primarschullehrerin unbedingt das Integrieren beherrschen sollte?

      In diesem Sinne…

    42. Sekschueler a.D. Says:

      Die Einteilung in Alphas, Betas und Gammas im zarten Alter von ~10 Jahren ist eine unglaubliche Ungerechtigkeit. Und ein nachfolgender Wechsel ist extrem schwer. Ich war bis zu meinem 13. Lebensjahr in der Sek (==Beta im Aargau); meine damalige Lehrerin haette mich am liebsten in die Realschule(==Gamma) gesteckt. Danach kam ich zum Glueck ins deutsche Schulsystem wo ich problemlos ins Gymnasium ueberwechselte, Abitur+Studium auch problemlos geschafft, was mir in der Schweiz mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verwehrt gewesen waere…

    43. einLeser Says:

      deswegen sag’ ich immer: schöne, schöne neue Welt ;)

      Auch der künftige Fortschritt wird die Menschen nicht ändern…

    44. sirdir Says:

      Es geht ja auch anders… Ich wurde übrigens mit 6 eingeschult, damals war bei uns aber auch noch im Frühling Schulanfang. Die Primarschule hat 4 Jahre gedauert, die Sek wären 5 Jahre gewesen. Ich ging aber nach 2 Jahren in den ‘Untergymer’, weil mir gesagt wurde, ich würde da 1 Jahr sparen.
      Wie ich dann merken musste, spare ich da aber nur 1 Jahr, wenn ich in den Gymer will, denn ich lande dann quasi nach der 8. Klasse in der Quarta, während die, die die Sek besucht haben erst nach der 9. Klasse in der Quarta landen.
      Und 9 Schuljahre sind so oder so obligatorisch. Mann. Nix war’s mit 1 Jahr weniger Schule. Nach 1 Jahr Gymer hätte ich dann aufhören dürfen, aber nachdem ich das durchgebissen hatte, bin ich die restlichen 3.5 Jahre dann auch noch geblieben.
      Zum Niveau kann ich nur sagen: Wie auch immer, aber ich habe 15 Jahre nach Matur immer noch gelegentlich Albträume.
      A propos, wäre es nicht noch interessant für die deutschen Leser zu sagen, dass in der Schweiz (gemeinhin, so sie denn nicht abgeschafft sind) die 6 die beste Note ist und die 1 die schlechteste?

    45. giacometti Says:

      Die Unterschiede liegen wohl vor allem in der Bewertung der unterschiedlichen Ausbildungswege durch die Gesellschaft. Natürlich ist die Uni etwas nettes, aber eine Gesellschaft braucht nicht nur Theoretiker, sondern vor allem auch gute Praktiker. Die Berufs(Mittel)Schulen sind auf einem guten Niveau. Wie schon erwähnt wurde, hat der Präsident & CEO Marcel Ospel einer der grössten Banken der Welt (UBS) nie studiert, und auch der ehemalige Bundesrat Adolf Ogi nicht, übrigens einer der beliebtesten Bundesräte aller Zeiten - heute Sonderberater des UNO-Generalsekretärs für “Sport im Dienste von Entwicklung und Frieden”.

      Als ich in die Schule ging, haben Maximum 15% die Aufnahmeprüfung ins Gymnasium geschafft (es war auch ein gewisser Notenschnitt in der Primarschule bzw. Sekundarschule notwendig). Heute sind es eher 20% - die Selektion ist nicht mehr so streng.

    46. Gizmo Says:

      @ Oliver: ja ich denke es ist ein nationales Problem mit dem Schulmeisterlichen. Ich finde es gerade zu auffällig wie man das in der Schweiz pflegt. Bisher dachte ich immer die Deutschen sind alles Oberlehrer, aber die Schweizer schiessen da einfach den Vogel ab und toppen das um Längen. Hab ich so krass wirklich noch nirgends erlebt. Soviel Obrigkeitshörigkeit und devotismus gegenüber vermeintlichem “Recht” und mangel an Zivilcourage habe ich (subjektiv) nirgends anders erlebt. In Gesprächen mit anderen wie die das Empfinden zeichent sich aber schon eine Tendenz in diese Richtung ab.

      @ raüfli: Die selektion findet tatsächlich während des studiums statt. der zugang ist in deutschland ganz einfach geregelt, wer die qualifikation erfüllt, also ein abitur hat kann auf dem rechtsweg einen studienpaltz einklagen. die unis müssen also allen schrott annehmen. Da diese mengen aber weder vernünftig sind noch beherschbar findet die selektion während des studiums statt. das geht aber aufgrund der menge am einfachsten über prüfungen, denn die proffessoren haben neben golf spielen und forschen nicht mehr wahnsinnig viel zeit sich um studenten zu kümmern. so wird das dann über prüfungen geregelt. führt zwar nicht dazu das hier die besten (intelligentesten) durchkommen aber immerhin die besten klausurenschreiber (die einen haben mit den anderen nicht unbedingt was zu tun). dazu kommt noch das auf diese weise das studium künstlich in die länge gezogen wird ohne das dabei bei die qualität gesteigert wird. das wird zwar immer schön als argument herbeigezogen, wenn man aber mal die tatsächlich studierten zeiten vergleicht kommt man schnell drauf das z.B. in 3 jahren studium in GB mehr studiert wird als in den durchschnittlichen 5,5 jahren in Deutschland. tatsächlich brauchen laut einer studie die studenten der deutschen hochschulen gut 1,5 jahre damit das ganze zu organisieren. wenn dann noch die zeiten abgezogen werden die mit Jobben anstatt studieren verbracht werden bleiubt da nciht mehr allzuviel über. allerdings darf man das nicht so laut sagen den an der stelle sind die beteiligten etwas kritikempfindlich…

      Trotzdem wird einem als schüler in deutschland klar gemacht das man nur mit abi und konsequenterweise auch studium eine chance hat es im leben was zu bringen. das resultat ist das es lauter diplomierte taxifahrer gibt, aber keine handwerker mehr die in der lage sind ne schraube richtig rum reinzudrehen. die die das könnten probieren derweil in der bwl vorlesung die mal für 100 studenten konzipiert war von den jetzt vorhandenen 800 draussen vor dem monitor des adimax ein bild des professors zu erhaschen (kein witz, meine damalige freundin hat das studiert und ich bin mal mit zu ner vorlesung gegangen)

    47. Ronny Says:

      Übrigens: früher war die “Kanti” ein sehr elitärer Club, zu dem pro Jahrgang nur die top 10-Prozent der ersten sechs Primar-Jahre zugelassen wurde - ein “starker” Jahrgang konnte einem da auch trotz guten Leistungen den (damals einzigen) Zugang zu einem Studium an einer der Universitäten vermiesen.

    48. atta Says:

      Ja ist ok, geht nur es wird euch niemand nachweinen ;-)

    49. Heidi Says:

      Bei meinem letzten Klassentreffen (Primarschule) habe ich festgestellt, dass 2 Jungs aus der Realschule es sehr weit gebracht haben. Der eine gleich nach der Real eine Lehre absolviert und hat sich mit einer Wäscherei selbständig gemacht. Nun besitzt er drei Stück und ist finanziell sehr gut gestellt.

      Der andere hat auf dem zweiten Weg studiert und hat auch was aus sich gemacht.

      Von allen denen, die studiert haben (direkt Primar oder Sekundar), sind 3 Lehrer geworden, einer hat sich selbständig gemacht (bisher ohne Erfolg) und eine ist Sachbearbeiterin geworden.

      Ich habe weder studiert noch eine Lehre absolviert und ich verdiene jedoch mehr als alle, die studiert haben und weniger als die zwei genannten Realschüler :-)

      Ist das nicht witzig?

      Natürlich habe ich einige Bücher gelesen (auf’m Klo ;-)

      Was zählt ist das Interesse, der Ehrgeiz und der gesunde Menschenverstand!

    50. Landy Says:

      In der Schweiz wird zu Recht auf eine Berufsausbildung Wert gelegt. Das Gymnasium ist der Elite vorbehalten (10 %). Mit dem Problem, dass Universitätsabgänger in der BWL meist schlechtere Berufschancen haben als Fachhochschulabgänger, welche denn auch einen höheren Lohn erhalten. Ich habe selber in meiner Firma die Erfahrung gemacht, dass Fachhochschulabgänger einfach besser sind. Die von der Uni müssen erst noch lernen, wie man arbeitet und sind sich an die geschützte Werkstatt gewohnt. Dies gilt für die BWL. In naturwissenschaftlichen Berufen würde ich natürlich eher die Uni empfehlen (ETH). Kann es sein, dass in D halt einfach die Messlatte für das Abitur tiefer gesetzt ist als in der Schweiz? Die Schweizer können ja nicht um so vieles dümmer sein?

    51. Liebe die Schweiz Says:

      Wir waren in der Pisa-Studie besser als die Deutschen - und das in Deutsch! Würden noch die Fremdsprachen getestet, wären wir den Deutschen haushoch überlegen. Wenn ich Deutsch im Ausland Französisch oder Italienisch sprechen höre, muss ich mir ein Lächeln auf den Stockzähnen verkneifen - es tönt richtig Deutsch.

    52. Mirakulix Says:

      Studieren in Deutschland ?

      In meiner Firma spricht man von Fachidioten, die in der Theorie klasse, in der Praxis einfach ungebildet sind. Auch der Grund warum jene kaum / oder nie den Meisterabschluss für technischen Werkstätten machen, sondern die Qualitätsmanagement anstreben. Der Grund liegt auf der Hand. Qualitätsmanagemant hat einen höheren Stellenwert als jeder Beruf in der Fertigung (Meister eingeschlossen!) und können Ihren ganzen theoretischen erlernten Mist anwenden, wobei auch noch manch Hilfsarbeiter nur mit dem Kopf schütteln kann. Das sind einfach alles Fachidioten. “Oh guck mal da, son Studierter schon wieder”, “Das kann doch nur ein hoch Studierter verzapft haben” und solche Sprüche kann man in Deutschlands Firmen hören.

      Von daher: Obs nun gut ist, ob mehr schüler ein Studium anstreben, darf man an der Stelle doch bezweifeln!

      In einigen Bundesländern ists nun schon so weit, dass man für ganz normale kaufmännische Berufe am besten ein Abi mitbringt. Zum Schluss darf man dann die Ablage machen.

      Der Grund warum die Schweiz nicht genügend medizinischen Studienabgänger hat und Ärzte massenhaft aus Deutschland holt, liegt wohl nicht daran, dass der Schweizer zu blöd, “falsch” erzogen oder sonstewas ist, sondern aus dem einfachen Grund, dass nie Bedarf auf Schweizer Seite bestand. Seit dem aber die Deutschen die Schweiz erstürmen, ist auch der Bedarf so hoch.

      Seit bloß froh, dass alles so ist wie es ist. Hier in Deutschland verdienen nun sogar die Abiturienten einen Hungerlohn für Arbeiten die auch ein ungelernter machen kann.

      Außerdem ist es immer besser einen schnelleren Draht zur Praxis zu bekommen, als nach 10-20 Jahren festzustellen, dass die Theorie ja wunderschön ist, man selber aber zu blöd ist diese auch im wirklichen Leben anzuwenden.

      Gruß

    53. Franco Says:

      Schweiz? No and never, thank you!

    54. Peter Says:

      Nervig ist für mich diese Überzeugung, dass Deutschland die deutsche Sprache gepachtet hat und dass darum alle Helvetismen bestenfalls süß, aber eigentlich falsch, sind.

    55. Livi Says:

      Hallo

      Ich finde es auch schlauer, zuerst einen Brotberuf zu erlernen, erst danach zu studieren oder einen weiteren Beruf oder Weiterbidlung anzugehen.

      LG Livi

    56. Feby Says:

      Tz. Was ist das denn für eine einseitige Meinungspublizierung.
      Abgesehen davon dass falsche Tatsachen verbreitet werden, ist dieser Bericht absolut unzulässig. Wenn dir die Schweiz oder unser Schulsystem nicht passt, wieso nutzt du es denn, indem du hier wohnst?
      Muss ja so sein, oder wieso befasst du dich mit einem Land, über welches du ohnehin nur negatives berichtest? Da verarbeitet jemand wohl einfach negative Erfahrungen…

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