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Was wir als Deutsche in der Schweiz vermissen — Die Pommesbuden

(reload vom 13.11.05)

  • Alle 600 Meter eine Pommesbude
  • Wir vermissen die Pommesbuden. Sie sind ein wichtiger Teil nordwestdeutscher Lebenskultur. Falls Sie mal mit der Strassenbahn oder dem Auto von Bochum nach Gelsenkirchen durch das Ruhrgebiet fahren sollten, werden sie auf 12 Km nur durch Stadtlandschaft fahren. Der Ruhrpott ist ein einziger „Städtebrei“, eine Grossstadt geht nahtlos in die andere über, und irgendwann ist plötzlich Schluss und es beginnt das Münsterland. Unterwegs können Sie sich die Zeit mit „Pommesbuden-Zählen“ vertreiben. Wir kamen beim Zählen auf 20, was einen mittleren Abstand von 600 Metern zwischen zwei Pommesbuden bedeutet.

    Dazwischen findet sich jeweils eine „Trinkhalle„, so heissen hier die Kioske oder „Büdchen“ für den Flaschenbier Verkauf. Früher wurden die Schnellimbiss-Lokalitäten, in denen man sich sogar hinsetzen kann und gepflegt mit Messer und Gabel von Tellern speist, von Deutschen betrieben, später übernahmen die Griechen das Geschäft, führten Gyros und Pitta in die Ruhrgebietsküche ein, und heute sind diese Lokalitäten meist fest in türkischer Hand.

    Die traditionelle „Currywurst“ mit heisser roter Sosse ist geblieben, egal wer da gerade die Friteuse bedient.
    Eine echte Currywurst

    Pommes Rot-Weiss“ ist eine Portion Pommes Frites mit Ketschup und Mayonnaise, gerne auch „Pommes-Schranke“ (denn die Bahnschranke ist auch rot-weiss gestreift) genannt. „Rot-Weiss“ heisst auch ein Fussballverein: Rot-Weiss Essen. Dazu eine echte Currywurst, das sind hier die Klassiker (und ich kriege schon Hunger, wenn ich nur darüber schreibe).
    Pommes Rot-Weiss

  • Die Entdeckung der Currywurst
  • Der Hamburger Uwe Timm hat darüber ein tolles Buch geschrieben: „Die Entdeckung der Currywurst„. Kein Sachbuch, sondern eine ganz fabelhaft erzählte Novelle, die sogar auf Englisch übersetzt wurde. Etwas, dass sehr selten geschieht in der Deutschen Literatur. Einige tausende Titel werden jährlich aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt, aber nur wenig hundert Sachbuchtitel und noch weniger Literarisches findet den Weg zurück in den Englisch-Amerikanischen Markt.
    Die Entdeckung der Currywurst von Uwe Timm
    Nebenbei bemerkt: Wie das Rezept für die Currywurst entdeckt wurde, das erfahren Sie auch in dem Buch, aber es ist nur eine ganz kleine Geschichte am Rand. Eigentlich ist es eine ganz ausserordentliche und ungewöhnliche Liebesgeschichte in den letzten Tagen des 2. Weltkriegs in Hamburg.

  • Wo gibt es Pommes Frites in der Schweiz?
  • In der Schweiz haben wir da nur MacDo und ab und zu einen Döner-Kebab, der sich auch in Sachen „Currywurst“ versucht. Etwas Bratwurst mit Ketschup und Currypulver soll dann unseren Ansprüchen genügen. Keine Chance!
    Currywurst vom Wurststand am Zürcher Hauptbahnhof isst man als Deutscher auch nur genau ein Mal: Viel zu fett, die Wurst wurde nicht auf dem Rost gebraten sondern in der Pfanne in Fett, und dazu wird eine bananen-gelbe Sosse als „Curry“ gereicht, die vielleicht besser zu Reis und Huhn passen würde. Noch dazu das Ganze doppelt so teuer wie in Deutschland.

    Die „Pommes-Kultur“ ist übrigens absolut kein gesamtdeutsches Phänomen. Im Schwabenland um Stuttgart werden Imbiss-Stuben schon um 18.30 Uhr geschlossen, also ziemlich genau dann, wenn der normale Norddeutsche gerade mal anfängt, Lust auf eine „Portion Pommes Schranke“ zu bekommen. Es gibt da mächtige Unterschiede zwischen dem Norden und Süden in Deutschland. Der Schwabe geht abends lieber heim und „schlotzt“ sein Viertele Wein allein vor dem Fernseher, während weiter nördlich an Rhein und Ruhr die Eckkneipe bei vielen zum zweiten Wohnzimmer wird und die Imbiss-Stuben bis um Mitternacht geöffnet sind. Aber jetzt krieg ich Heimweh und höre besser auf zu schreiben. Reich mir doch mal die Kleenex-Schachtel…

    

    35 Responses to “Was wir als Deutsche in der Schweiz vermissen — Die Pommesbuden”

    1. Tellerrand Says:

      Das Leben in der Currywurst-Dispora hat mit lange sehr zu schaffen gemacht. So lange, bis ich irgendwann angefangen habe selber Currywürste zuzubereiten. Mit den in der Schweiz erhältlichen Kalbsbratwürsten geht das eigentlich ganz gut, wenn die Gelüste nur gross genug sind…

      Dass die Currywurst vor allem eine nordwestdeutsche Angelegenheit sein soll, kann ich allerdings nicht bestätigen. Es gibt sie in Hamburg genauso wie in Berlin. In und um Stuttgart ist allerdings tatsächlich ziemlich Flaute in Sachen Currywurst, weil hier wenn, dann meist die sogenannte rote Wurst zur Currywurst verarbeitet wird und das ist nicht das Wahre.

      Lustig finde ich, dass in Stuttgart beim Kickers-Stadion in Degerloch keine „Roten“ sondern „Blaue“ verkauft werden. „Rote“ steht nämlich für die Lokalkontrahenten vom VfB 😉

    2. Solanna Says:

      Bei uns gibts eben die Rostbratwürste (ausgesprochen Rooschtbratwurscht, denn sie hat nichts mit Rost zu tun), auch als Grillbratwürste bezeichnet. Die sind soooo gut (fein ;-), dass wir gar keine Currywürste brauchen.

      Zum Glück gibts nicht so viele Bratwurststände wie bei Euch Currywurstbuden. So komme ich weniger oft in Versuchung. Denn speziell gesundheitsfördernd sind wohl beide nicht ;-(

    3. hömma Says:

      trinkhalle!!!
      büdchen!!!!
      curry-rot-weiss!!!

      *seufz*

      was fehlt in der aufzählung: pils.
      wein ist auch sehr fein, alles recht und gut und wir haben ja mittlerweile auch einen stattlichen weinkeller, jaja…aber ernsthaft: was geht über ein kühles, frischgezapftes, herbes pils?
      eben.

      HEIMWEEEEEEEEEEEH!!!

    4. Marroni Says:

      @ hömma Bei Coop gibts jetzt Rothaus Tannzäpfle!

    5. Elunzo Says:

      Der grösste Mentalitätsunterschied zw. D und CH ist ganz klar das Essen und Trinken. Da sind wir wohl weit mehr Franzosen oder Italiener als Deutsche….

    6. Tellerrand Says:

      Nur damit das nicht in Vergessenheit gerät: die deutsche Wurstkultur hat noch ein paar andere Highlights zu bieten:

      – Nürnberger Rostbratwürste (lecker mir Kraut)
      – Thüringer Rostbratwürste (mit scharfem Bauzener Senf)
      – Münchner Weisswürste (zum Frühstück mit süssem Senf und einem Weissbier dazu)
      – Frankfurter (die in Frankfurt Wiener heissen)

      to be continued…

      und hömma, recht hast Du!

    7. mare Says:

      In der Schweiz gibt’s tatsächlich keine anständige Bierkultur, leider! Wein passt nun wirklich nicht immer und überall und wird leider trotzdem serviert, schade.
      @hömma: HEIMWEEEEEEEEEEEH!!! Das Wort „Heimweh“ nun ist allerdings schweizerischer Herkunft, soviel ich weiss.

    8. Psalmist Says:

      Auch als Schweizer bin ich süchtig nach Currywurst, seit ich sie in Winterthur (!) und später auch in deutschen Landen zu Munde gekriegt habe. Leider hat die Winterthurer Bude Konkurs gemacht, und der Nachfolger bringt nur die gruusige pampige von Jens erwähnte „bananengelbe“ Currysoße hin, die ich in diesem Kontext beim besten Willen nicht essen kann. Bin deshalb wie Tellerrand zum Selberkochen übergegangen.

      Trotzdem ein Aufruf: Gibts IRGENDWO in der Schweiz gute Currywurst? Ich hoffe, wir bringen wenigstens eine Handvoll Orte auf die Liste…

    9. tschekko Says:

      HB Zürich Shop Ville – Horber Würste vis-a-vis(gegenüber) von Joey’s Cafe
      Dort gibt’s Currywurst geschnitten mit scharfer Sosse. Achtung – sehr scharf.
      Das für 7 SFR. Vielleicht gibt’s auch andere Sossen …

    10. Phipu Says:

      Noch kurz zum Heimweh:
      Obwohl dies auch als „Schweizer Krankheit“ bekannt ist, und vor allem durch die Heidi-Geschichte im Sinne „Heimweh nach der Schweiz“ weltweit verbreitet wurde, scheinen auch Deutsche nicht immun zu sein.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Heimweh
      Warnung: allfällige in der Schweiz gefundene Medikamente in Form von Currywürsten und die Kosten für die Umtriebe (Reise ins benachbarte Deutschland) werden von den Krankenkassen nicht übernommen.

    11. Tellerrand Says:

      @ Elunzo

      Die Behauptung, Deutsch-Schweizer seien kulinarisch eher den Italiener zuzurechnen als den deutschen Essbarbaren im Norden ist ebenso oft gehört wie falsch. Die originale schweizer Küche ist in der Regel eher bäuerlich deftig und zwar ganz egal wo in der Schweiz. Ich will damit nicht sagen, dass ich diese Küche nicht mag, man sollte nur die Existenz vieler exellenter Restaurants in der Schweiz nicht auf die ungeheuer feine Schweizer Küche zurückführen. Mit der originalen deutschen Küche verhält es sich übrigens ganz ähnlich, nur dass die aufgrund der grösse Deutschlands und den verschiedenen Regionen wahrscheinlich etwas vielfältiger ist. Ich weiss, das tut weh 😉

      Italienische Restaurants gibt es auch in Deutschland und französische, griechische, serbische, kroatische, spanische, portugiesische, türkische, chinesische, indische, thailändische, afrikanische, arabische, usw. usf. Den Einfluss der Immigranten auf die einheimische Küche ist in Deutschland, wo 12 Mio. Menschen ausländischer Herkunft leben, sicher nicht kleiner als in der Schweiz. Guten Wein gibt’s auch in Deutschland und ausserdem gutes Bier. Und wenn man richtig feines und fantasievoll zubereitetes Essen sucht, findet man das in Berlin, Düsseldorf, München oder Hamburg ebenso leicht, wie rund um den Zürisee, wo der schweizer Geldadel diniert.

      @mare

      Wieso glaubst Du, Heimweh sei ein schweizer Wort? Deutschland war zu Zeiten in weiten Teilen genauso arm wie die Schweiz und die Menschen sind zu Millionen in alle Welt ausgewandert. In vielen Gegenden hocken diese Menschen noch immer beieinander, heiraten untereinander und pflegen die deutsche Sprache und ihre Traditionen. Und auch wenn das vielleicht schwer verständlich ist, vermissen viele in der Schweiz lebenden Deutsche das eine oder andere und haben vielleicht sogar ab und an Heimweh, wie auch immer sich das im Einzelfall äussern mag. Ich z.B. vermisse manchmal die Curry-Würste, immer das deutsche Brot, gelegentlich die deutsche Wurst im allgemeinen und von Zeit zu Zeit ein Gespräch, dass auf beiden Seiten auf Hochdeutsch geführt wird. Abe ich kann ja wieder nach Hause gehen, gell?

    12. Pimp Says:

      Ich liebe auch Currywurst! Und zwar esse ich sie immer in Bülach beim Jumbo an der Imbissbude am Eingang. Sehr lecker das dort!

    13. mare Says:

      @Tellerrand: Hier ein Auszug aus dem Kluge:
      Heimweh
      HeimwehSnSubstantiv Neutrum std.Standardwortschatz (16. Jh.)Stammwort. Zuerst als Krankheit aufgefaßt, dann allgemeiner als ein Sehnsuchtsgefühl. Das gleichzeitig auftauchende Wort Nostalgie ist wohl nur eine (medizinische) Übersetzung des deutschen Wortes, das ursprünglich von der Schweiz ausging und teilweise auch als Schweizer Heimweh verdeutlicht wurde. Heim.
      Kluge, F. ZDW 2 (1902), 234-251;
      Ladendorf, A. ZDU 17 (1903), 782-788;
      Borst, E. ZDW 11 (1909), 27-36;
      Gerschmann, K.-H. AB 19 (1975), 83-88;
      Betz (1977), 36-42;
      Röhrich 2 (1992), 692. deutsch s. Heim, s. Weh

    14. Tellerrand Says:

      @ mare

      Und dem Klugen darf man natürlich nicht widersprechen. Auch wenn das Wort in der Schweiz zuerst nachgewiesen werden kann, bezweifle ich, dass es nicht schon zur selben Zeit in Deutschland gebräuchlich war. Der beschriebene Zustand jedenfalls dürfte auch dort bekannt gewesen sein, denn der 30-Jährige Krieg hat mit seinen Verwerfungen vor allem dort gewütet. Und das Wort Heim für Zuhause ist im ganzen deutschen Sprachraum geläufig.

    15. Ruhrpottkind Says:

      Liebe Leute, ich will ja keine Schleichwerbung machen, aber es gibt die beste (Bochumer Currywurst) für alle “ Nicht-Bochumer“ auch zu bestellen. Auch in die Schweiz-. die Würstchen lassen sich auch gut einfrieren! In München gibt es sie sogar in einer Imbissbude jeden Tag. (Ausgewanderter Bochumer, was sonst…;-)
      Unter der Homepage: http://www.dieechte.de
      könnt ihr alles Weitere sehen. Selbst die Sosse gibt es in kleinen und grossen Mengen (als Vorrat).
      Ich kann nur sagen, alle Touris (bis hin nach China) und Einheimische wissen sie zu schätzen.
      Guten Appetit…..

    16. AnFra Says:

      @ mare und Tellerrand

      Beim Heimweh muss man wirklich den Ursprung in der Eidgenossenschaft suchen. Dies kann historisch glaubhaft in der folgenden kurzen Darstellung abgeleitet werden.

      Ab dem 15. / 16. JH haben die Eidgenossen (noch nicht die „Schweizer“) den extrem harten Ruf besessen, gute Kämpfer, Söldner, Landsknechte und Wächter zu sein. Es wurde Mode, in jeder Residenz eine „eidgenössische“, später ab dem 16./17. JH eine „schweizer“ Garde (Leibwache, pers. Schutz- und Sondertruppe (Prätorianer)) zu unterhalten. So sind sicherlich mehrere zehntausend junger Männer aus der armen Eidgenossenschaft/Schweiz in andere Regionen zum „Schaffen“ gegangen. Ab dem 17./18. JH sind zu diesen Söldnern noch Heerscharen von Landwirtschaftlichen Fachleuten, wie Kuhwirte, Melker, Käser u.a.m. gefolgt. Hier ist nun das Problem.
      Diese jungen Männer haben eigentlich immer den Wunsch gehabt, nach Hause zurückzukehren und mit dem verdientem bzw. erbeutetem Geld eine eigene Existenz und Familie aufzubauen. Das diese Mannen nach vielen Jahren/Jahrzehnten dann eine Schwermut entwickelt hatten, ergibt sich fast von selbst.
      Sie hatten „Wehklagen nach der Heimat“!!! Genannt „Heimweh“. Man kann wirklich fast schon von einem schweizer Phänomen sprechen, welches im übrigen Gebiet des HRR(DN) solcherart nicht gegeben gewesen ist. Denn die damalige Auswanderung der Menschen aus den heutigen Gebieten Deutschlands und Österreichs nach Osten und Südosten erfolgte nicht für temporären Einsatz in fremden Gebieten, sondern zur geplanter „Kolonisation“ bzw. Herstellung einer neuen Heimat, d.h. eigenes Land, eigene Höfe mit eigenen Familien im eigenem kulturellem Umfeld. Z.B. in der Bukowina, im Banat und Baltikum, in den von den Türken an die Russen übergebenen neuen Gebieten am Schwarzem Meer, Ukraine usw, usw.

      Zusammenfassung:
      Der Eidgenosse/Schweizer ist als junger Mensch für etliche Zeit in der fremde, ohne sein heimatliches Umfeld, isoliert, nicht oft gelitten, ein Fremder. Es ergeben sich Vereinsamung, Unverstandensein, Fremdartigkeiten, Sehnsucht nach der vertrauten Heimat: Der Eidgenosse entwickelt und pflegt das „Heimweh“!
      Der Auswanderer aus dem HRR als Koloniesator nimmt seine Heimatstruktur mit und hat dann neue Heimat in der Fremde. In der nächsten Generation gibt es bei den deutschen Auswanderern in der o.g. Situation keine derartige Sehnsucht nach der Heimat, denn der Mensch ist ja schon in seiner Heimat. Denn die Heimat kann bei idealen Bedingungen doch verpflanzt werden. Es kann sich dann hierbei solch ein persönliches Heimweh wie dem „schweizer Heimweh“ eigentlich nicht entwickeln.

    17. Tellerrand Says:

      @ AnFra

      So weit, so gut, aber das Söldnerwesen ist (auch) ein Phänomen des Dreizigjährigen Krieges und diese Söldner waren eben nicht nur Schweizer. Deshalb schliesse ich auch ohne einen Textbeleg, dass Heimweh im 16. Jh. als Umstand und Begriff mehr oder weniger im gesamten deutschsprachigen Raum geläufig war. Dass man es auch die Schweizer Krankheit nannte, bedeutet jedenfalls nicht zwangsläufig, dass das Wort Heimweh (erst) nur in der Schweiz geläufig war. Man müsste mal die Texte der damaligen Kriegsliteratur (Simplizissimus, u.a.) nach dem Wort abgrasen…

    18. mare Says:

      @Tellerrand
      Im Simplicissimus kommt das Wort „Heimweh“ nicht vor

    19. mare Says:

      Die frühesten Belege, die ich gefunden habe, sind allesamt aus dem späten 18. und dem frühen 19. Jahrhundert: Wagner „Die Kindermördein“, Lenz „Der Hofmeister“, Mme de Staël „Corinna“, Clauren „Mimili“.
      Es scheint laut Wikipedia auch bekannt, dass es in Frankreich verboten war, einen Kuhreihen zu spielen, weil die Schweizer Söldner dann desertierten oder Suizid begingen.

    20. Psalmist Says:

      @Tellerrand

      Es geht hier nicht darum, wann das Phänomen „Heimweh“ das erste Mal auftrat, sondern der ganz spezifische Begriff „Heimweh“. Bevor man diesen Begriff hatte, konnte man ja trotzdem schon darüber sprechen; Heimweh ist etwas, was sich auch leicht mit anderen Worten beschreiben läßt: Schmerz oder Sehnsucht (da steckt ebenfalls die Idee der Krankheit drin) statt Weh, Heimat oder Vaterland statt Heim (die genannten Wörter waren zur Zeit des 30jährigen Kriegs bereits gebräuchlich) – oder aber mit anderssprachigen Wörtern, was zu der Zeit noch weniger abwegig war. Übrigens hatten bereits die alten Griechen (zu ihrer Zeit ebenfalls gefrage Söldner) einen Begriff dafür, allerdings natürlich einen griechischen.

      Natürlich kann man den Simplizissimus nach dem Wort absuchen, aber ich nehme an, daß man damit einfach die Arbeit von Kluge, Grimm & Co. nochmals macht. Deshalb vertraue ich persönlich lieber darauf, daß die Herren ihre Arbeit schon recht gemacht haben werden und ihre Behauptungen nicht nur aus allgemeinen geschichtelichen Überlegungen ziehen, sondern mit Quellen belegen können – was Grimm: (siehe hier) ja auch explizit tut.

    21. Der Gabriel Says:

      ohhh ja. sogar als schweizer vermisse ich pommes-buden. eine feine sache, überall diese leckereien zu haben. da kommen unsere würste einfach nicht ran. und vor allem: sie sind viel zu wenig verbreitet.

      jetzt hab ich lust auf einen late-night-snack 😉

      @AnFra: Woher hast Du diesen Schrott? Quellen bitte? Also Sätze wie «Das diese Mannen nach vielen Jahren/Jahrzehnten dann eine Schwermut entwickelt hatten, ergibt sich fast von selbst» – die tun mir im Hirni weh. Die Postulierung eines historisch spezifischen «Schweizer Heimwehs» ist völliger Blödsinn (ich vermute mal, das wurde irgendwann nach 1850 erfunden 🙂 – vor allem, wenn man bedenkt, dass bis weit in die frühe Neuzeit hinein locker ein drittel der Bevölkerung mehr oder weniger unterwegs war in Europa…

    22. Tellerrand Says:

      @ mare und Psalmist

      Natürlich war das Phänomen Heimweh schon lange bekannt und zwar vor allem wegen der Söldner in allen Heeren zu allen Zeiten. Habe gerade mal bei Grimm-online nachgeschlagen und sehe, dass auch dort nur vermutet wird, nämlich dass die erste Fundstelle wohl bei Scheuchzer, einem schweizer Naturgelehrten sei, der mit Wissenschaftlern in ganz Europa Briefwechsel hatte. Dann kommen jedoch – oh Wunder, oh Wunder – nur noch deutsche Romantiker als Belegstellen. Sollte wir hier etwa einen Fall haben, wo sich deutsche Schriftsteller einfach eines schweizer Wortes bemächtigen und ihr Unwesen damit treiben? Empörung allenthalben!

      Ich bleibe bei meiner Vermutung, dass das Wort Heimweh als ziemlich naheliegende Verbindung zweier im ganzen deutschen Sprachraum gebräuchlicher Wortstämme wohl spätestens im Dreizigjährigen Krieg irgendwo im deutschen Sprachraum auftrat. Literarische Fundstellen sind eine Krücke der Sprachwissenschaft, denn man sollte nicht ausser acht lassen, dass im fraglichen Zeitraum nur ein kleiner Bruchteil der Menschen Schreiben und/oder Lesen konnte. Zu glauben ein Wort existiere erst, wenn es irgendwo aufgeschrieben wird, ist bildungsbürgerlicher Unfug. Sprache entsteht und verändert sich vor allen dadurch, dass sie gesprochen wird.

    23. Schnägge Says:

      Wer hats erfunden? Aus heutigem Sprachgefühl zumindest scheinen mir die Wörter „Heim“ und „Weh“ eher dem südlichen deutschen Sprachraum zuzuordnen zu sein, die Grenzen sich vermutlich wie so oft fließend. Im Norden sagt man meinem subjektiven Empfinden nach eher „zu Hause“ und „Schmerz“. Ob das historisch von Belang ist, keine Ahnung.

      Eine andere interessante Theorie wäre, dass ein Auslandsschweizer, der sich in den norddeutschen Häusern fremd und deshalb traurig fühlte, beschloss, einen Erker an sein Haus zu bauen. Daraus wurde dann linguistisch ein sog. „Heim-W-Erker“, was sich mit der Zeit zu „Heimwerker“ verschliff. Der Mann soll übrigens Obi geheißen haben.

      [Anmerkung Admin: Mit Nachname Kenobi]

    24. Tellerrand Says:

      @ Schnägge und admin

      Ich reite nur deshalb auf der Herkunft des Begriffs rum, weil ich mich des Verdachts nicht erwehren kann, dass hier (wieder einmal) etwas für die Schweiz vereinnahmt und als ureigene Erfindung ausgegen wird, was es anderswo ganz genauso gibt und gab.

    25. Psalmist Says:

      @Tellerrand:

      Ja, natürlich, mündliche Vorstufen sind halt einfach nicht belegbar, das liegt in der Natur der Sache. Aber ich bleibe dabei: Die Verbindung von Heim und Weh finde ich eben gerade nicht naheliegend. Insbesondere wenn man es als Übersetzung von lat. desiderium patriae/ griech. patris pothos (Verlangen nach dem Vaterland) ansieht. Und dies wird durch die etwas wissenschäftelnde Sichtweise nahegelegt: Das Phänomen wird als Krankheit angesehen und in einer (populär-?)wissenschaftlichen Zeitschrift beschrieben. Deshalb glaube ich, Heimweh ist hier durchaus als medizinischer Fachbegriff gemeint und ev. eigens zu diesem Zweck kreiert worden.

      Aus dieser Perspektive wäre dann Scheuchzers Artikel ein ziemlich starkes Argument: Ein Schweizer schreibt in einer Schweizer Zeitschrift über eine „uns Schweizeren besondere krankheit“ und kreiert aus „schweizerischen“ Wortteilen (cf. Schnägges Argument) einen Fachterminus dazu. Auch wenn in dieser Überlegung nicht jedes Detail stimmen sollte – es sprechen einfach zu viele Argumente für Kluge & Co. und (außer deinem vagen Unbehagen) eigentlich keines dagegen.

      Übrigens: Daß der Begriff für die deutschen Romantiker verständlicherweise sehr attraktiv war und sie ihn in einem vielleicht schwärmerischeren, gelegentlich auch ironischen Sinn brauchten, stört ja niemanden (keine Ahnung, warum du auf die Idee kommst, das könnte für jemanden hier ein Problem sein). Als Indiz für eine deutsche Herkunft hingegen taugt dieser Umstand rein gar nichts, weil diese Romantiker ca. 150 Jahre nach Scheuchzers Artikel lebten.

      Ich wundere mich, daß du auf die Behauptung, das Wort „Heimweh“ sei schweizerischen Ursprungs, so allergisch reagierst. Die Unterscheidung Schweizerisch – Deutsch ist in diesem Zusammenhang ja eigentlich völlig irrelevant; Schenker publizierte auf Deutsch für ein deutsches Publikum. Daß er Schweizer war, grenzt ihn zu seiner Zeit nicht vom deutschen Kulturraum ab, sondern erweist ihn im Gegenteil als zugehörig. Und warum sollte es unplausibel sein, daß „Heimweh“ gerade in derjenigen Ecke des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation zum ersten Mal ausführlich beschrieben wird, wo es die längste Söldnertradition gibt?

    26. mare Says:

      Dass das Wort „Heimweh“ vor allem von den Stürmern und Drängern (Lenz, Wagner) und den Romantikern oft gebraucht wird, spricht ebenfalls nicht gegen die schweizerische Herkunft: Seit Mitte des 18. Jahrhunderts – mit Rousseau und anderen Naturschwärmern, auch seit Hallers Gedicht „Die Alpen“ – war die Schweiz ja sehr beliebt, sei’s als Reiseland oder weil man in den Schweizern (wie übrigens auch in den Indianern) die guten und natürlichen Wilden sah und auch die Demokratie besang (ich weiss, dass demokratischen Rechte in der Schweiz nicht so glorios waren, aber darum gfeht es hier nicht). Auch Goethe hielt sich ja 1779 in der Schweiz auf. Und dann bewegte die Geschichte der schönen Schifferin von Brienz weit herum die Gemüter und noch im Ancien Régime reiste Klopstock nach Zürich zu den damaligen Gurus deutscher Literatur, Bodmer und Breitinger. Auch Lessing nahm Bezug auf die beiden, z.B. im 17. Literaturbrief. Das zeigt auch dehr gut, dass die Schweiz sich zum deutschen Sprachraum gehörig fühlte und auch als zum deutschen Sprachraum gehörig wahrgenommen wurde von den Deutschen.
      Warum soll das nicht auch zum Ausdruck kommen in Wörtern, die von der Schweiz herkommen, wie z. B. auch „Putsch“ (Militärputsch…) oder „Lawine“?

    27. Schnägge Says:

      @Psalmist: Habe ich nie behauptet, der südliche Sprachraum umfasst ebenso Bayern und Österreich. Homesickness gibt es übrigens auch auf Englisch, Heimwee haben die Niederländer, auf Schwedisch heißt es Hemsjuka oder Hemlängtan…
      Ich finds schon lustig, wie hier ein Gefühl verteidigt wird, dass sich offenbar hauptsächlich durch Sehnsucht nach Fastfood und Alkohol definiert. 😉

    28. AnFra Says:

      @Schnägge

      Das Heimweh als solches basiert auf dem Zustand, nicht in der Heimat zu sein. Auf die besondere Frage, was den Menschen an seine Heimat erinnert bzw. nach was es ihn sehnt, wenn er sein Heimweh hat, könnte man entsprechend meiner These sagen, dass es fasst immer die Erinnerung an Bilder, Gerüche, Geschmack, Töne/Klänge, Gerüche, Wärme usw., usw. ist. Diese Erinnerungen werden durch stoffliche „Korpuskel“ ausgelöst, welche sich aus dem Licht, Geruch, Geschmack, Töne/Klänge usw. erzeugt. Meiner Beobachtung nach gibt es bei einem Mangel an solcherart von „Erinnerungs-Korpuskeln“ dann dieses Heimweh. Wenn es beim Einzelnen dann extrem wird, ist es doch glaubhaft, dann in eine Art von „Heimat-Entzug“ zu verfallen.
      Bei normalen Lebenslagen kann das Inhalieren solcher Korpuskeln gute und starke „heimatliche“ Erinnerungen auslösen.
      Wenn wir das Wort „Heimat“ zerlegen, tauchen als Grundbegriffe für „Hei-„ der Begriff für Schlafen, Wohnen, Leben auf (Bei Kleinkindern: Machen wir Heia!). Der zweite Grundbegriff „-mat“ kann als Platz, Ort, Schlafgelegenheit bezeichnet werden. Im Alemannischen ist es oft die Bezeichnung für Ort, Wiese, Feld uam. Heimat ist als der Ort, am welchen die stärkste Prägung des Menschen erfolgt! Geburt, Schlaf, Leben, Aufwuchs, Erleben, Erwachsenenwerbung, Freundschaft, Liebe, Familiengründung, Zeugung und natürlich auch die Erlebnisse mit Essen, Trinken, Genuss und Saufen! Den Tod nicht vergessen. Wenn man den Sprachenspezis glauben darf, sei der Begriff „Heimat“ in der Völkerwanderungszeit entstanden. Das macht Sinn, weil der Begriff Heimat als „Schlafplatz“ eigentlich für einen dynamischen Vorgang steht. Die Wanderung erfolgt in einem Vorwertsstreben. Bei Abschluss dieser Bewegung erhält der Begriff dann der Begriff „Schlafplatz/Heimat“ auf einmal einen anderen, fast sakralen Inhalt und wird statisch.
      Die Ideologie von Heimat hängt nun sehr hoch. Was mich so stutzig mach, ist die Feststellung, dass die etwas „verspäteten“ germanischen Völkerschaften, wie z.B. Schwaben, Alemannen, Bayern mit dem Begriff Heimat extrem verbandelt sind. Fast könnte man meinen, irgend etwas Einmaliges, Besonderes und nur für sie selbst Gültiges auf das Panier gehoben zu haben. Fast könnte man manchmal hier von gottgefälliger Einmaligkeit der Heimat sprechen. Wenn ein Aylant heuzutage nach Europe kommt, bringt er seine „Heimat“ auch mit.
      Es kann schon gesagt werden: Gerüchte (von den „richtigen“ Sachen: z. B. Bratwurst, Pommes, auch Fastfood, Most, Alkohol, uam.) lösen durch den Mangel an den „Heimat-Korpuskeln“ entweder schöne heimatliche Erinnerungen oder in extremen Fällen bei Entzugserscheinungen auch „Heimweh“ aus. Die Frage, was Heimweh sei, ist durch „nichtgefüllte Erinnerungslöcher“ möglicherweise so erklärbar. Materie beeinflusst das Heimatgefühl.
      Noch ein Nachtrag zu den eidgenössischen Söldnern. Kirchenschweizern uam. Wenn diese Menschen für zum Teil 20 Jahre in fremden Diensten tätig gewesen sind, in fremder Umgebung ihr Leben ohne die „heimatlichen“ Korpuskeln fristen mussten und sogar in besonderen Bereichen keine eigene Familien gründen konnten, so kann man sich hier eine gemütsbedingte Krankheit durch Mangel an Heimat lebhaft vorstellen.

    29. mare Says:

      Das Gegenteil zu „Heimat“ ist ja dann das „elend sein“, das heisst „ausser Landes sein“ also im „Ausland sein“. Und wenn man elend ist, hat man wohl auch Heimweh.

    30. Tellerand Says:

      Wenn mich wieder einmal ein Gefühl des Heimwehs überkommt, werde ich erst einmal nach der entsprechenden Lücke in mir forschen und diese gegenenfalls mit korpuskulären Wurstwaren, geitigen Getränken und fast-food stopfen, solange bis ich Bauchweh habe und nicht mehr an mein Heimweh denken muss 😉

    31. Tellerand Says:

      Ich halte die Schweiz im deutschsprachigen Teil noch immer für einen vollintregrierten Teil des deutschen Sprachraums, falls das irgendwie falsch rübergekommen sein sollte. Dass das zu Zeiten Scheuchzers bis in die Gegenwart Keller, eigentlich bis zum 1. Weltkrieg von den meisten Schweizer auch so wahrgenommen wurde, ist besonders interessant.

      Aber mal ehrlich: klingen Bauchweh oder Heimweh nach einem medizinischen terminus technicus? Eine volkssprachliche Herkunft ist für mich deutlich plausibler und das dies mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu einer Zeit als Hunderttausende von jungen Männers des deutschsprachigen Raumes ihrer Heimat entrissen waren geschah, auch. Wenn’s am Ende ein Schweizer war, der das Wort zuerst über die Lippen brachte: geschenkt.

    32. Psalmist Says:

      @Tellerrand:
      Hm ja, so ganz sicher bin ich mir mit dem terminus technicus auch nicht. Ein solcher wird das Wort für mich nicht, weil es wie einer klingen würde (das tut es nämlich tatsächlich nicht), sondern wegen der Quellenlage: Es kommt 1705 bei Scheuchzer vor und 1734 in Steinbachs Wörterbuch, und danach erst wieder gut hundert Jahre später bei den Romantikern. Ich glaube, wenn das Wort tatsächlich mündlich üblich gewesen wäre, dann hätte es auch vor 1800 irgendwo Spuren in der Literatur hinterlassen müssen. Zumal im fraglichen Zeitraum sehr viel solche produziert worden ist, darunter auch einiges, worin die Sache „Heimweh“ relativ nahe liegt.

      Mich irritiert es eigentlich auch, daß das Wort nicht früher überliefert ist, aber wir müssen uns den Fakten stellen (nein, eigenlich müssen wir nicht, aber ich halte es in diesem Fall aus obgenannten Gründen für klüger) – offenbar wurde „Heimweh“ „bis vor kurzem“ noch mit anderen Worten be- bzw. umschrieben (es gibt ja tatsächlich einige Dinge, für die in gewissen Sprachen schlicht keine Begriffe existieren, obwohl die Dinge sehr alltäglich sind – vielleicht war Heimweh auch so eine Sache). Ich fände interessant, welche das sind. Falls ich zukünftig in „älterer“ Literatur Heimweh finden sollte, dann wird es mir sicher auffallen.

      Das Fehlen in der Literatur könnte natürlich auch andere, ganz konträre Gründe haben: Vielleicht wurde der Begriff einfach als zu umgangssprachlich und daher unpoetisch und nicht literaturfähig angesehen. Das halte ich persönlich allerdings für weniger wahrscheinlich. Auch hier ist es die schiere Menge an überlieferter Literatur. die es mir unplausibel macht.

      Übrigens meinte ich nicht, daß du die Schweiz nicht als Teil des dt. Sprachraums wahrnehmest, sondern daß du glaubest, jemand hier tue dies und versuche, das Wort für sich (bzw. die Schweizer) zu vereinnahmen und allen Deutschen zu verbieten, Heimweh zu haben. Zugegeben: Vielleicht hattest du damit sogar Recht. Allerdings hat es mich tierisch genervt, daß und vor allem wie sich deswegen eine Stellvertreterdiskussion über die Herkunft des Wortes entwickelt hat, die an diesem eigentlichen Problem völlig vorbeizielt.

      P.S. War heute in Konstanz und hab mir die Curry-Wurst und Gelati (-.70 pro Kugel) nicht nehmen lassen – wunderbar! Ich glaub, das mach ich in Zukunft öfter; ist für mich nur eine Stunde mit dem Zug und dank GA erst noch kostenlos. Das einzige, was mich dort nervt, sind die vielen Schweizer. *autsch*

      [Anmerkung Admin: „dank GA ers noch kostenlos“. Und im Nachhinein wird es dann richtig teuer, wenn es erst noch kostenlos war? ]

    33. Tellerrand Says:

      @ Psalmist

      Noch ein letztes zu der literarischen Überlieferung: es kann manchmal unglaublich lange dauern, bis ein vermeintlich zu einer Epoche verbreitetes Thema in der Literatur aufgegriffen wird. Gewisse soziale Schichten z. B. mussten ziemlich lange auf ihre Literaturtauglichkeit warten. Ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass das hermeneutische Feld rings um das Heimweh ein Beispiel für dieses manchmal Unzeitgemässe der Literatur sein könnte. Eine Lexikalische Erwähnung eines Begriffes setzt jedenfalls voraus, dass er bereits deutlich vor Erfassung des Lexikons geläufig war.

      Zu Konstanz: ich habe 10 Jahre in Konstanz gelebt und hier zum ersten Mal so etwas wie eine Schweizerphobie in Deutschland erlebt. Das liegt sicher an der Grenznähe und an den vielen in die Stadt einfallenden Schweizer, die sich nicht immer so einwandfrei benehmen, wie man sich das von Gästen wünschen würde. Aber die Schweizer kennen dieses Problem ja 😉

    34. Psalmist Says:

      @Admin: Stimmt, sich klar auszudrücken ist gar nicht so einfach. 🙂 Daher eine Präzisierung: Nein, „für einmal“ nicht. Außer du betrachtest den Kaufpreis des GAs als das „dicke Ende“. Allerdings hab ich den ja vorher entrichtet, nicht im Nachhinein.

    35. Phipu Says:

      Jens und Psalmist:

      Kompromiss: „Für einmal“ haben beide ein bisschen Recht. das GA kann man auch im Leasing/auf Pump haben, wenn man es in Monatsraten zahlt: http://mct.sbb.ch/mct/reisemarkt/abonnemente/ga/general-abo-preise.htm , dann darf man sich mit Posteinzahlungen am Monatsende herumschlagen http://www.blogwiese.ch/archives/13 und wird allenfalls deswegen betrieben http://www.blogwiese.ch/archives/2 . Und das kommt auf den Jahrespreis hochgerechnet „erst noch“ teurer zu stehen.

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