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Interview mit dem Westschweizer Fernsehen — Blogwiese (fast) auf TSR

  • Blogwiese (fast)auf TSR — Sondersendung zur Wahl aus Zürich
  • Vorgestern abend hatten wir Nicolas Rossé, einen sehr netten Journalisten vom Westschweizer Fernsehen aus Genf, in Bülach zu Gast. Das gedrehte Interview sollte dann am Donnerstagabend, 30.08.07 um 19:30 Uhr auf TSR zu sehen sein. In der Ankündigung steht zwar „Interview um 19:30 Uhr“, aber im Stream ist es nicht zu finden. Später erfuhr ich, dass der Beitrag von Nicolas Rossé über das Deutsch-Schweizer Spannungsverhältnis ganz am Ende der Sendung aus Zürich vorgesehen war und aus Zeitgründen nicht mehr ausgestrahlt werden konnte. Soll später gesendet bzw. zumindest komplett als Stream auf die Webseite gestellt werden. Die abendiche Nachrichtensendung um 19:30 Uhr brachte verschiedene kurze Berichte aus Zürich, gemischt mit Live-Interviews zur anstehenden Wahl, mit Roger Köppel von der Weltwoche, dem Zürcher Stadtpräsidenten Elmar Ledergerber und der Politikerin Doris Fiala (FDP). Alle sprachen wunderbares Französisch.

    In der Ankündung der Sendung auf der Website lesen wir:

    Anti-Allemands
    Cet afflux a suscité une virulente campagne dans le Blick et nombre de réactions négatives dans la population. Sur son blog, www.blogwiese.ch, Jens Wiese a offert une plate-forme de discussion – qui tourne parfois à l’exutoire – aux Suisses allemands et aux Allemands. Son interview du 19:30 met en évidence les clichés et les tensions qui règnent, toute en dessinant le profil de ces nouveaux émigrés.
    (Quelle: www.tsr.ch)

  • Die Videos auf TSR
  • Auf der Webseite vom TSR finden sich ein paar weitere Auszüge aus dem Interview. Ich bitte vielmals um Entschuldigung für die absolut gruselige Aussprache. Mein Französischstudium ist 17 Jahre her:

    1. Vidéo TSR – : Sur les incompréhensions entre Suisse alémaniques et Allemands

    2. Vidéo TSR – : Pourboire, caré filtre: Jens Wiese et les clichés

    3. Vidéo TSR – : Sur la campagne de presse et le ressentiment croissant à Zurich

    4. Vidéo TSR – : Sur le profil de ses compatriotes allemands émigrés à Zurich

    Die erzählten Geschichten sind nicht neu, aber sie auf Französisch zu erzählen war lustig und ein netter „Reload“. Viel Spass am Anschauen und noch mal Tschuldigung für die grausame Aussprache.

    

    14 Responses to “Interview mit dem Westschweizer Fernsehen — Blogwiese (fast) auf TSR”

    1. Flaneur Says:

      Die Entschuldigung für die schlechte Aussprache war ja wohl das blogwiese-Understatement des Jahres. Ich kenne keinen Deutschen, der besser französisch spricht, ohne damit sein Geld zu verdienen.

      Und ich kenne auch keinen Deutschweizer, auf den das zuträfe.
      Aber gut… ich kann auch kaum französisch und hab vielleicht soviel verstanden, wie beim ersten Mal Schweizer Fernsehen gucken.

      Jedenfalls… durch das Interview dürftest du dich weniger als schlechter Französisch-Sprecher als vielmehr als totaler Geek geoutet haben – sagt mir ein Blick auf deinen Schreibtisch 😉

      [Anmerkung Admin: Hör dir mal Ledergerber und Köppel an, die sind auch nicht schlecht. Nein nein, das ist kein Understatement, die Plosive und Nasale sind ein Horror bei mir, das knallt nur so. War schon mal besser in französischer Phonetik. Und Stichwort „Geek“: Nur weil dort drei Lexikas zum Schweizerdeutschen auf dem Tisch lagen bin ich gleich ein Geek? ]

    2. Flaneur Says:

      PS:

      Wow… Läuft die Blogwiese eigentlich den ganzen Tag auf ihrem eigenen dedizierten Monitor?
      (Und es scheint sogar der grösste der vier zu sein, oder?)

      [Anmerkung Admin: Auf einem Monitor? Nun, da ist einer für die Kommentare, und einer für die Recherche, und einer für die Zugriffsstatistiken, und einer für die … ]

    3. sylv Says:

      bon ben,félicitations à Jens,malheuresement je ne peux pas écouter au son,et comme ça pas ‚juger‘ si ton accent était bien ou pas:):)!Tout de même,CHAPEAU!!T’avais du courage de parler français au télé!!!

      Mais,mon cher Flaneur, je voudrais bien ajouter que presque tout le monde ( de langue maternelle suisse alémanique) qui habite à Bienne (comme moi) parle aussi bien le français comme ceux qui sont né avec des parents francophones!

      À plus…….

    4. ck Says:

      Ich finde, dass Ihre Aussprache gar nicht so schlimm war. So ein kleiner „accent“ kann doch auch sehr charmant sein 🙂

      Nur eine kleine Randbemerkung : Vorurteil = préjugé

      Jedenfalls gratuliere ich Ihnen zu diesem für viele Romands vielleicht aufschlussreiche Interview.

      In Genf gibt es z.B. auch „Probleme“ zwischen den hiesigen Leuten und den Französichen Grenzgängern.

      Aber ich glaube, dass es leider eine menschliche Eigenschaft ist, sich ziemlich schnell ein Bild über andere Leute zu machen, wenn man nur 1-2 Beispiele sieht, die das eigene Vorurteil bestätigen. Ich will mich da nicht ausschliessen….

      MfG

    5. Tellerrand Says:

      @ck

      Die Hauptleistung des menschlichen Gehirn besteht im Grunde darin, Information ungeheuer schnell auf eine in sinnvoller Frist verarbeitbare Menge zu reduzieren. Stereotypen und Vorurteile sind insofern vielleicht nur die intellektuelle Ausformung eines physiologischen Phänomens. Darin sollte man aber keine Entschuldigung sehen, sondern einen Anlass, dass Gehirn zu etwas mehr Denkarbeit anzutreiben 😉

    6. Thomas Says:

      Ohalätz. auf dieses Französisch werde ich zumindest echt ein wenig neidisch. Ich hatte 9 Jahre fränzösisch und ausser einer ungegnügenden Maturnote hat dabei nichts ‚herausgelugt.

      huet ab..

    7. Flaneur Says:

      @sylv:

      Die Bieler sind für mich irgendwie nur noch halbe Deutschschweizer. 😉
      Ich meine… würde man Biel als „der Deutschschweiz zugehörig“ bezeichnen?
      Biel ist doch auch offiziell zweisprachig, wenn ich recht informiert bin.

    8. Tellerrand Says:

      @ Flaneur

      Die Stadt Biel/Bienne ist zweisprachig, ja. Man sollte daraus aber nicht schliessen, dass dies auch für alle oder auch nur für einen nennenswerten Teil der Bieler gilt. Wir hatten ein Au Pair aus Fribourg, einer Stadt also, die ebenfalls praktisch direkt auf der Sprachgrenze liegt. Trotzdem sprach die junge Frau als sie zu uns kam nur wenige Brocken Deutsch.

      Viersprachige Schweizer wird man wohl in der viersprachigen Schweiz eher vergebens suchen. Ich kenne zwar keine verlässlichen Zahlen, glaube aber kaum, dass es um die Fremdsprachenkenntnisse in der Schweiz wesentlich besser bestellt ist, als etwa in Deutschland.

    9. g.feikt Says:

      Jens-Rainer trug null Risiko am welschen Fernsehen. Schliesslich weiss man, dass kein Deutscher des Französischen mächtig ist. Er konnte folglich nur gewinnen. Indem er alle Zuschauer so verblüffte mit seinen Sprachkenntnissen, achtete keiner mehr wirklich auf den Inhalt, sondern alle schauten nur verzückt auf den Deutschen, der sich die Mühe genommen hatte, als Deutscher (!) ihre göttliche Sprache zu lernen und sogar wirklich verständlich anzuwenden.

      Wir könnten ja jetzt mit den welschen Vorurteilen weiterfahren für die nächsten Blogbeiträge, wenn jene von Dominique erschöpft sind …

    10. Schnägge Says:

      Quote Tellerrand: „Viersprachige Schweizer wird man wohl in der viersprachigen Schweiz eher vergebens suchen. “

      Schweizerdeutsch, Schriftdeutsch, Englisch, das sind doch schonmal 3.
      Wenn einer dann noch eines rätoromanischen Idioms mächtig ist… 😉

      Meine Französisch- und Italienisch-Kenntnisse beschränken sich leider im Wesentlichen aufs Speisekartenlesen und Sportergebnisse einigermaßen verstehen.

    11. sylv Says:

      he Flaneur
      I bi nes Bärner Modi ( o we scho chli nes auts) u zwar dür u dür ,ja nämlech!Aber es het mi uf Bieu verschlage grad wäge dr Zwöisprachigkeit,u i rede (trotz ertoubig) fliessend bärndütsch,hochdütsch,Fanz u änglisch auso bini doch viersprachig oder nid:) itz chum no u säg das zeui nüt !

      schöne Sunntig zäme!

    12. Phipu Says:

      Wenn wir schon mal dabei sind, möchte ich hier noch etwas zu den zweisprachigen Städten/Kantonen sagen. Das kann besonders Tellerrand interessieren.

      Die Handhabung der Zweisprachigkeit ist – wieder einmal die typisch schweizerische Antwort – überall etwas anders. Meine Erfahrungen im Alltagsleben zeigen etwa Folgendes:

      In Biel/Bienne ist es durchaus normal, dass die Kundin das ganze Gespräch lang einen berndeutschen Dialekt spricht und die Verkäuferin ihr Gespräch konsequent Französisch führt. Jede spricht in ihrer Sprache und ist so mindestens passiv bilingue. Aber auch hier darf man nicht verallgemeinern. Wenn es halt nicht geht, dann stellt die Gesprächspartnerin um, die merkt, dass sie weniger Mühe hat.

      In Fribourg/Freiburg gilt Französisch als Voraussetzung. In Geschäften, wo es viele Deutschschweizer Kunden hat, sind in der Regel Deutschschweizer angestellt, die ausgezeichnet Französisch können. Da können durchaus zwei Personen dieser letzteren Kategorie die ersten paar Sätze Französisch miteinander sprechen, bis das erste Aussprache- oder Grammatikdetail beweist, dass es ja für beide einfacher auf „Seislerdialekt“ ginge. Welsche, die ausgezeichnet Deutsch können, gibt es natürlich auch, aber die haben es auf dem entsprechenden Arbeitsmarkt natürlich schwerer, da sie zum gelernten Schuldeutsch noch wenigstens passives Schweizerdeutsch dazulernen müssen. So kommt es in solchen Fällen öfter dazu, dass sich einmal mehr das Deutschschweizer Gegenüber anpasst und Französisch spricht; nein natürlich nicht Hochdeutsch. Aus der Deutschschweizer Optik kann man also sagen: Ob man nun die Hochdeutsch-Anstrengung, oder gleich das Französisch-Mühsal auf sich nehmen muss, macht den Braten auch nicht mehr feiss. (Siehe: http://www.blogwiese.ch/archives/351 )

      Im Wallis gibt es keine eigentliche zweisprachige Stadt. Dass die Bezeichnungen Sion/Sitten, Sierre/Siders allen Einwohnern bekannt sind, reicht da nicht als Argument. Da treffen die beiden sprachlichen Communities so selten aufeinander; Wenn es dazu kommt, muss einfach einer von beiden die andere (Schul-)Sprache können, als würden sich Leute aus zwei Kantonen treffen. Viele Oberwalliser können ausserdem Italienisch. Was aber nichts mit dem Tessin zu tun hat. So spricht man im nächstgelegenen ausländischen Gebiet, wo man günstig einkaufen kann.

      Jedenfalls kann ich was oben steht, nur als Verallgemeinerung stehen lassen. In der Nähe de Sprachgrenze erwartet man halt mehr Kenntnisse der anderen Sprache, da auch immer wieder geübt werden kann. Vielleicht ist eben auch diese Idee des Übens der Grund, dass an Schweizer die Fremdsprachenerwartung höher ist als an Deutsche.

      Die viersprachige Schweiz ist natürlich eine Tatsache, die in vielen Ländern erstaunt. … Und tatsächlich falsch verstanden wird. Es hat niemand viersprachige „Schweizer“ gesagt (was es in Einzelfällen zwar gibt, und noch häufiger, wenn wir auch Dialekte zählen). Im Gegensatz zu anderen Ländern gelten einfach diese Sprachen auf Bundesebene als offiziell. Zum Unterscheiden denke ich da z.B. ans Aostatal und das Südtirol, die Bretagne, das Elsass, Korsika, Katalanien, Baskenland, etc.

    13. Fiona Says:

      Re Tellerrands Beitrag 31 Aug. 10-42

      T’s Bemerkung bestätigt die Ausserung des Kanadier Lord Thomson
      nämlich „The brain ist the most under-used part of the body“.

    14. solanna Says:

      Jens, stell Dein Licht nicht unter den Scheffel! Was Dein Französisch auszeichnet gegenüber jenem von uns meisten mit ihrem Schulfranzösisch ist, dass Du einen unüberhörbaren Ansatz zu typisch französischer Betonung zeigst. Chapeau!

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