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Terroristische Luftangriffe bitte nur zu den üblichen Bürozeiten — Neues von der Schweizer Landesverteidigung.

  • Tower mit eigener Postleitzahl
  • In den ersten Jahren nach unserem Umzug in die Schweiz arbeitete ich in Wallisellen bei Zürich im Glatt-Tower. Ein imposantes Gebäude, mitten im gleichnamigen Einkaufszentrum stehend, mit einer eigenen Postleitzahl.
    Glatt-Tower
    (Quelle Foto: Wikipedia)

    Ich gebe es zu, dass ich den Job dort letztendlich auch wegen der wunderbaren Fernsicht auf die Alpen ausgewählt hatte. Andere Arbeitgeber boten nur Stellen mit Blick auf hässliche Industriegebiete oder Eisenbahngeleise. Anfang 2000 konnte man sich die Stellen in der IT-Branche noch aussuchen, kurz darauf platzte die Dotcom-Blase.

  • Der gar nicht so einzigartige Flughafen
  • Der Glatt-Tower liegt in der Nähe des Flughafen Klotens, der einfach „einzig“ ist in der Schweiz und anders als „Munich“ ohne M auskommt. Das „M“ gehört der Migros in der Schweiz, also heisst er nicht „unich“ sondern „Unique“. Doch so einzig wie sein Name ist er eigentlich gar nicht, denn es gibt nicht weit entfernt noch den Militärflughafen in Dübendorf. 1910 war er der erste Schweizer Flughafen überhaupt und er bekam erst 1948 durch Kloten Konkurrenz. Jeweils Dienstags und Donnerstags übten in Dübendorf die Schweizer Luftwaffe ihre lautstarken Starts.

  • Anflug auf den Tower
  • Der tolle Blick auf die Alpen hatte einen Nachteil. Alle 2 Minuten startet dort im Glatttal bei Südwind ein Düsenjet in Richtung Glatt-Tower, fliegt einige Sekunden direkt auf das Gebäude zu, gewinnt dann an Höhe und dreht eine lautstarke Kurve über Wallisellen, um die Ohren der Zürcher Goldküstenbewohner zu schonen und den Flug in Richtung Norden über Deutschland fortzusetzen. Vor dem 11. September 2001 fand ich diese Flugmanöver schwer beeindruckend, danach machte das Zuschauen irgendwie keinen rechten Spass mehr.

  • Die Nasslöschstelle und Evakuationskommando
  • Über die strikten Sicherheitsvorkehrungen im Glatt-Zentrum hatte ich bereits hier berichtet: Codename “Zurigo” — Die geheimen militärischen Rituale der Schweizer beim Brandschutz.

  • Abschuss erlaubt, aber womit?
  • Was allerdings geschehen sollte, wenn eine von Terroristen entführte Langstreckenmaschine auf das Glattzentrum zufliegt, darüber machte sich damals niemand Gedanken. Erst jetzt konnten wir endlich zu diesem Thema eine positive Nachricht dem Tages-Anzeiger entnehmen:

    Schweiz erlaubt Abschuss in Not
    Was Deutschland echauffiert, hat die Schweiz bereits geregelt. Die Luftwaffe dürfte in der Not ein von Terroristen entführtes Flugzeug abschiessen.
    (Quelle: Tages-Anzeiger vom 10.01.06)

    Das wäre also geregelt. Während man in Deutschland lange diskutiert und zaudert ist das Thema in der Schweiz vom Tisch und entschieden. Nur hat die Sache einen kleinen Haken. Die Terroristen sollten möglichst zu den normalen Bürozeiten angreifen:

    Schweizer Kampfflugzeuge sind normalerweise nur zu Bürozeiten in der Luft, also nicht am Wochenende, über Mittag oder nachts. Während der Bürozeiten üben die Berufsmilitärpiloten in ihren F/A-18- und F5-Tiger-Kampffliegern. Dann wären sie sofort einsetzbar, wie Luftwaffensprecher Jürg Nussbaum sagt. Allerdings nur zur Kontaktaufnahme und zur Rekognoszierung, denn zu Friedenszeiten sind die Piloten meist ohne Waffen an Bord unterwegs. Die Chance, ein von Terroristen gekapertes Flugzeug zu Friedenszeiten am Schweizer Himmel zu entdecken und auch noch abzuschiessen, sei «fast gleich null», so Nussbaum.
    (Quelle: Tages-Anzeiger vom 10.01.06)

    Mist. Dann müssen die doch tatsächlich erst landen, Waffen nachladen, wieder starten und erst dann wird es ernst. Nur ist die Schweiz nicht gerade gross, ein Düsenjet hält sich demzufolge hier nicht lange im Luftraum auf:

    An einem normalen Tag mit uneingeschränktem Flugverkehr müsste laut VBS letztlich der Pilot des Kampfflugzeugs, der den Eindringling jagt, den folgenschweren Entscheid treffen. Er täte dies nach Absprache mit dem Luftkommando am Boden. Ob es überhaupt zu einer Jagd käme, ist fraglich. Denn der Schweizer Luftraum ist klein. Und längst nicht zu jedem Zeitpunkt sind Kampfjets am Himmel oder sofort startbereit.
    (Quelle: Tages-Anzeiger vom 10.01.06)

    Ob da die Schweizer Milizsoldaten mit ihrem frisch geladenen Sturmgewehr, wenn sie sich aufs Hausdach stellen und gut zielen, alle gemeinsam, mehr ausrichten könnten? Bestimmt! Beim Widerstand gegen die Südanflüge haben die selbsternannten „Schneiser“ schon bewiesen, dass bereits ein paar gut platzierte Luftballons oder Taschenlampen für erhebliche Aufregung sorgen. Wieviel mehr liesse sich da mit Sturmgewehren ausrichten!

  • Abschussbefehl durch Bundesrat Samuel Schmid
  • Falls wirklich mit einer terroristischen Bedrohung zu rechnen ist, wird allerdings anders vorgegangen in der Schweiz:

    Anders ist die Situation rund ums Weltwirtschaftsforum (WEF) vom 24. bis 28. Januar. Dann sind Kampfflugzeuge ständig in der Luft und bewaffnet. Der Himmel über Davos ist gesperrt. Bundesrat Samuel Schmid wird in dieser Zeit von einem Offizier mit Telefon rund um die Uhr begleitet. «Käme es zu einem unzweifelhaften Zwischenfall, müsste Bundesrat Schmid als Ultima Ratio den Abschussbefehl geben», sagt VBS-Informationschef Martin Bühler.
    (Quelle: Tages-Anzeiger vom 10.01.06)

    Wir wollen uns lieber nicht ausmalen, wie so ein Gespräch dann nach den Regeln der Schweizer Telefonkommunikation mit Gesprächseröffnung, Höhepunkt und Gesprächsabschluss ablaufen könnte. Stellen wir uns dafür vor, dass ein vollgetanktes Flugzeug in Zürich gestartet ist und nun mit 800 Km/h in Richtung Davos fliegt. Das sind laut unserem Routenplaner 146 KM auf der Strasse. Flugzeuge fliegen direkt. Selbst wenn der Jet der Autobahn folgen würde, bräuchte er ca. 11 Minuten. Rechnen wir 5-6 Minuten ab, die Skyguide braucht, um das Flugzeug als entführt zu klassifizieren (sofern sich da niemand gerade einen Kaffee holt oder das System gewartet wird oder der Lotse überlastet ist), bleiben also noch 4-5 Minuten für das Telefonat mit Samuel Schmid. Für Höflichkeitsfloskeln und langes Rückfragen ist da nicht mehr viel Luft, wenn die Kampflugzeuge noch Zeit zum Handeln haben sollen.

  • Waffen haben nur eine begrenzte Haltbarkeit
  • Der Zürcher Unterländer berichtet am 11.01.07. über das gleiche Thema:

    Wenn akute Gefahr drohte, so würden F/A-18 und F5-Tiger-Kampfflieger in Alarmbereitschaft versetzt und bewaffnet. Dies dauere „wenige Stunden“ Eine durchgehende Bewaffnung sei jedoch nicht sinnvoll, weil die Waffen „ausserordentlich teuer“ seien und nach einer gewissen Zahl von Flugstunden dann ungebraucht ausgewechselt werden werden müssten.

    Hatten wir nicht eben vorgerechnet, dass nur 11 Minuten Zeit ist bei einem Angriff, und nicht „mehrere Stunden“? Wir haben jetzt gelernt, dass auch teure Waffensystem nur eine begrenzte Haltbarkeitsdauer haben, so wie Joghurt oder Bier, was auch nicht ewig gelagert werden kann. Die Waffen bleiben also am besten gut gefettet und stosssicher verpackt am Boden im Schrank, statt sie in der Luft spazierenzufliegen. Sonst geht wohlmöglich noch irgendwann eine Rakete verloren.

  • Beim Flug 93 dauerte es zu lange
  • Der amerikanische Dokumentarfilm „Flug 93“ erzählt, wie lange es am 11. September 2001 dauerte, bis wirklich die Abschussgenehmigung um 10:18 Uhr erteilt wurde. Da waren bereits alle vier entführten Maschinen nicht mehr in der Luft. Präsident Bush hörte sich lieber weiter Kindergeschichten an, als Entscheidungen zu treffen. Auch ohne Waffensysteme an Bord der Kampfflieger wurde in der USA zumindest ein Rammen der Passagierjets durch die Kampfflieger erwogen, kombiniert mit einem Notausstieg der Piloten via Schleidersitz. Das verbraucht wenigstens keine teuren Waffensystem.

    Hoffen wir also, dass so ein Terrorakt in der Schweiz nie verübt wird. Und wenn, dann doch bitte ausschliesslich von Montags bis Freitags zwischen 8:00 – 12.00 Uhr und 13:30 – 17:00 Uhr. Müsste doch zu machen sein, oder?

    

    18 Responses to “Terroristische Luftangriffe bitte nur zu den üblichen Bürozeiten — Neues von der Schweizer Landesverteidigung.”

    1. MaxH Says:

      Hallo Jens,

      ich meckere ja nicht gerne an der Rechtschreibung aber der Tippfehler unten ist semantisch einfach zu schön:


      ein Rammen der Passagierjets durch die Kampffleger

      BTW. Ich finde die Diskussion relativ müssig. Man soll keine Passagierflugzeuge abschiessen – da reicht meiner Meinung nach das fünfte Gebot aus.

      [Anmerkung Admin: Danke für jeden Hinweis auf Tippfehler. Der „Pfleger“ war echt klasse, habe ihn aber trotzdem rausgeworfen 🙂 ]

    2. roach Says:

      Ja so ist das bei uns. Als ich das von einem Kumpel gehört habe, konnte ich es auch fast nicht glauben. 🙂 Irgendwie ist die Luftwaffe dann doch sinnlos, denn sowas könnten potentielle Feinde doch genauso gut herausfinden wie wir. Eigentlich sollten solche Sachen besser geheim gehalten werden 😉

      Ein Passagierflugzeug abschiessen? Ich würde meinen, die Zeit für die ganze Aktion des Flugzeugabschiessens ist so lange, da könnte man betreffende Gebäude locker evakuieren in der Zeit. (wenn es so eine entführung wäre) Aber wenn sie das Flugzeug entführen und damit wegfliegen, dann sind sie sowieso viel schneller aus unserem Luftraum, als die Armee bzw. Regierung handeln könnte.
      Somit teile ich eigentlich die Meinung mit MaxH… und vorallem weil ich im April das erste Mal fliegen werde, also macht mir hier bitte keine Angst. Hab so schon bisschen bammel 😎

    3. KR Says:

      Mal abgesehen vom Hauptproblem Terror:
      Wofür braucht es eine Luftwaffe, wenn sie dies nicht darstellen kann:
      Eine permanente bewaffnete Luftraumüberwachung durch fliegende Objekte (eins könnte ja ausreichen) und mindestens eine sofort startklare bewaffnete Alarmrotte?????

      Unter anderen Voraussetzungen kann ja wohl von einer Luftverteidigung kaum gesprochen werden. Sie ist ein Witz. Als „Ehemaliger“ bei der GAF weiß ich, wovon ich spreche.

    4. Dirtbag Says:

      Guten Morgen

      Nur so als Anmerkung: Die Jets sind nicht durchgehend alle 2 min gestartet! Wenn ich mich recht errinere, dann war das jeweils um 11 Uhr Vormittags und um 17 oder 18 Uhr nochmals für Dämmerungsflüge 😉
      Der Flugplatz hatte sogar was Gutes, er hat uns die Flieger von Kloten vom Hals gehalten (will mich absolut nicht als Südanfluggegner outen!!)

      Aber sonst, guter Text, hab mich wieder mal schön amüsiert!

    5. Fränzi Says:

      Na, wofür haben wir wohl die Luftwaffe? Nein. Nicht zur Landesverteidigung. Das ist ein kostspieliges Spielzeug für hohe Tiere.

      http://www.patrouillesuisse.ch/fanclub/galerie/heerestagethun/index.php

    6. Chrugail Says:

      Dass unsere Luftwaffe nicht innert Sekunden voll einsatzfähig ist, liegt wohl in erster Linie an den Kosten – Wollten wir eine Einsatzbereitschaft von 7d/24h, würden wir weit mehr als die aktuell vorhandenen 33 F/A-18 benötigen (Wartung, Training) – Die F5 (Tiger) sind als Schulungsobjekte noch geeignet, ev gegen zivile Flugzeuge noch im Vorteil – aber in erster Linie fliegende Museumsstücke.
      Die mehreren Stunden, auf die du dich beziehst, Jens, sind das Versetzen der gesamten Staffel in Alarmbereitschaft. Das Bewaffen einer einzelnen Maschine mit 2 Raketen nimmt wohl etwa 15 Minuten in Anspruch.
      Somit bräuchte die Schweizer Luftwaffe 1/2h, bis sie bereit wäre, ein Flugzeug abzuschiessen – dies eindeutig zu lange, wenn das Flugzeug im Schweizer Luftraum entführt wird. Handelt es sich aber um eine „internationale“ Entführung, reicht die Zeit dafür, dass Sich die Entführer lieber ein anderes Land aussuchen – z.b. Deutschland, wo die deutsche Luftwaffe im aktuelle Fall 1-2 Wochen brauchen würde, bis sie den Einsatz fliegen dürften (Wenn sich die Politiker beeeilen mit ihren Sitzungen 😉 ).
      Mir ist es lieber, ein Gesetz zu haben, dass Einsätze in Krisensituationen regelt, als erst nach der Kriese darüber zu diskutieren, was gewesen wäre wenn. Für mich ist dieses Gesetz sowas wie eine winzige Atombombe gegen Terroristen – Abschreckung. Obs was genützt hat, hoffe ich nie erfahren zu müssen.

    7. Branitar Says:

      Witzigerweise ist in Deutschland immer eine bewaffnete Alarmrotte startklar, auch wenn sie niemanden Abschießen dürfen. Also genau die entgegengesetzte Situation zur Schweiz.

    8. Michael-H. Says:

      Wieder ein amüsanter Text. Nur die Stelle mit dem Kaffee holen und Wartung bei Swissguide bleibt im Halse stecken (Überlingen).

      Beim Thema Südanflug kenne ich nur die Klagen von Personen an, deren Häuser VOR dem Bau des Flughafen da waren. Alle anderen wussten, dass es ein Flughafen gibt. Also, akzeptieren oder umziehen! Auch verstehe ich nicht, warum rund um den Flughafen Bauboom von Wohnungen herrscht.

      Landesverteidigung ist bloss Mythos und Wunschdenken. Jeder, der die Armee ein bisschen kennt, weiss, dass diese Hampelmänner in Grün gegen einen Angriff, welcher Art auch immer, keine Chance haben. Abgesehen von den fehlenden Mitteln (waffenlose Flieger, Stgw ohne Munition auf der Wache (Abkürzung für Sturmgewehr) etc.).

    9. Brun(o)egg Says:

      Da schreiben doch alle wider mal von etwas, wovon sie nichts verstehen. Aber auch gar nichts. Ich auch nicht.
      Das einzige was ich befürworten kann, ist die Handlungsfreiheit vom Sämi Schmid. In Deutschlanf bräuchtes dazu zuerst neue Koalitionverhandlungen, in 11 Minuten oder so. Und Stoiber wär soweiso dagegen.
      Hoffen wir dass nie irgendein armes Politikerschwein so etwas je entscheiden muss.

      Schlechtes Thema Herr Wiese. Wir sind alles Amateure.

    10. Anderer Peter Says:

      @Branitar:

      Natürlich darf die Deutsche Luftwaffe abschießen: wenn es sich um einen Verteidigungsfall handelt. Alles was momentan diskutiert wird ist doch, ob die Entführung von Passagiermaschinen als Verteidigungsfall gewertet werden darf / soll oder nicht, bzw. dass allein diese Diskussion im Ernstfall dann zuviel Zeit in Anspruch nimmt. Aber wenn eine fremde Militärmaschine in den Deutschen Luftraum eindringt, darf die von der Alarmrotte auch runtergeholt werden.

    11. blah Says:

      Hallo zusammen

      Ich möchte erwähnen, dass es früher nicht zur Aufgabe der Schweizer Armee gehörte den Terrorismus zu bekämpfen weil es diese Art von Terrorissmus noch nicht so lange gibt und darum kann, die Armee, auch nicht auf eine solche Situation eingestellt sein. Die gleichen Probleme hätte glaube ich praktisch jedes andere Land auch. Wenn es los geht ist es so wie so zu spät

      mfg

    12. Uehli Says:

      Es ist ja eigentlich auch logisch, dass die Luftwaffe nicht über eine 24h Bereitschaft verfügt, da es völlig übertrieben ist. Eine Luftbedrohung ink. Terroranschlag sind in der Schweiz zur Zeit extrem unwahrscheinlich. Da wäre es in keinem Verhältnis 24h bewaffnete Flugzeuge bereit zustellen, was sehr Kosten aufwendig ist.

      Diese Sitution kann sich jedoch täglich oder bei speziellen Anlässen(Euro08, WEF) täglich ändern. Um diese veränderten Situationen zu erkennen für fügen wir ja über eine Geheimdienst und duzende Kommissionen. In einem solchen Fall wäre natürlich eine 24h Einsatzbereitschaft ohne Probleme möglich.

      Als Beispiel das WEF. Am WEF sind während den Kongressen pausenlos 2 scharf bewaffnete(bei Schichtwechsel sogar 4) Flugzeuge in der Luft und während der Nacht stehen die ganze Zeit 2 bewaffnete Flugzeuge auf der Piste, die bei einem Einsatz in 2 min in der Luft und in nochmals 5 min in Davos wären.

      Dein Szenario mit dem Flugzeug, dass in Kloten startet und in Davos einen Anschlag macht scheint mir sehr unwahrscheinlich, wahrscheinlicher wäre eine Flugzeugentführung im Ausland(z.B. Iran), mit Flug von mehreren Stunden in die Region Davos, ohne genaue Zielangabe(man kann ja nicht ganz Davos und Umgebung evakuieren). Da könnte ein Waffeneinsatz realistischer sein.

    13. dantonbln Says:

      Nur eine Bitte: nicht mehr D ü s e n j e t schreiben. Ein Jet hat ein oder mehrere Strahltriebwerke, vulgo Düse. Ist also keine Düsendüse…

    14. renegade Says:

      Hallo Jens 😉

      Mich würde interessieren, wie die Terroristen innerhalb von 11 Minuten das Flugzeug in ihre Gewalt bringen sollen? Hast du hierfür auch ein Szenario? Andererseits, wieviele Flugzeuge sind nach dem 11. September auf Grund eines mutwilligen Aktes in Häuser gefolgen. Als IT-Fachmann müsstest du ja wissen, dass ein Risiko aus Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmass besteht.

      Was mich an dieser ganzen Terrorismus-Geschichte interessieren würde: Wie schützt man Kernkraftwerke oder Endlager wie Gorleben vor Anschlägen? Weisst du es, davon spricht kein Politiker?

    15. Administrator Says:

      @renegade
      Wie die das machen in 11 Minuten? Keine Ahnung, bin nicht Terrorist, bin Germanist.
      In Gebäude geflogen sind nach dem 11. September 2-3 an die ich mich entsinnen kann, waren aber meistens Selbstmörder mit kleinen Maschinen. Mailand fällt mir spontan ein.
      Mit „Wahrscheinlichkeiten“ wird in der IT nicht gerechnet, da wird alles mehrfach redundant abgesichert um Hochverfügbarkeit zu gewährleisten. Das Rechnen überlassen wir den Statistikern. Und wenn ein kleines Problem nicht lösbar ist. Nun, dann machen wir eben ein grosses Problem daraus, auch so eine beliebte Methode.

      Ich dachte die Kernkraftwerke haben da extra so dicke Betonkuppeln gegen die Flugzeugabstürze, und das Endlager von Gorleben liegt tief unter der Erde, wo nur die gemeine Steinlaus hinkommt?

      Nein, ich weiss es nicht. Ich plädiere darum lieber weiter für das Aufbewahren von Waffen im Schrank, gut gefettet und verschlossen. Ist billiger.

    16. hans Says:

      nun, hier mal einige eckdaten zur deutschen luftwaffe:
      Die deutsche Luftwaffe kann spätestens 15 Minuten nach Alarmierung Flugzeuge in der Luft haben. Dazu sind zwei mit McDonnell Douglas F-4-Jets ausgestattete Alarmrotten beim JG-74 in Neuburg an der Donau (südlicher Teil Deutschlands bis zum Main) und beim JG-71 „Richthofen“ in Wittmund (Ostfriesland) (nördlicher Teil Deutschlands) stationiert (ab 2008: Eurofighter Typhoon). Im Falle eines tatsächlichen Alarms wird ihr Einsatz vom Luftlagezentrum der Bundeswehr in Kalkar aus geführt, wo in diesem Fall alle Informationen zusammenlaufen. Etwa einmal pro Woche müssen in Deutschland tatsächlich Abfangjäger aufsteigen, da Merkwürdigkeiten am Luftlagebild auftreten, beispielsweise nicht angemeldete Flugbewegungen oder ungeplante Kursabweichungen.
      Im kalten Krieg stieg man mindestens 1 mal am Tag auf, da vom Luftraum der DDR immer wieder durch überfliegen der Grenze getestet
      wurde wie schnell die Kapitalisten in ihren Mühlen sitzen.

    17. jo-SR Says:

      AKWs sind gegen eine Absturz eines Starfighters (F104-G) ausgelegt, dürfte also heutzutage auch noch reichen, Gorleben ist ein Salzstock, als Lagertiefe ist, wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt, 1.100 m vorgesehen, die haben dort aber andere Probleme, die sind eher politischer & geologischer Natur.

      Was ich mich aber frage & vielleicht kann mir jemand Kompetenter Auskunft geben: wo fliegen die Schweizer Piloten & wo lernen sie das? Vor allem das Überschallfliegen? Mit einer F18 Überschall nur in dem Großen Landkreis? Kurvenfliegen geht mit der F18 überschallmäßig nicht! Das kann nur der Eurofighter. 😉

    18. pazifrizi Says:

      Wie krass ist das denn??
      Das ist ja der Witz des Jahrhunderts!
      Das kann nur uns Schweizern passieren!
      „Werte Terroristen, Flugzeugentführer und dergleichen, bitte melden Sie sich wieder zu unseren Bürozeiten ab 08.00 Uhr…“
      Die beste Armee der Welt? In welcher Hinsicht?
      Und dafür will man noch neue Jets anschaffen?
      Diese Anschaffung kann man sich schon mal in die Schuhe schmieren!
      So werden unsere Steuergelder verbraten!
      Wir „neutralen“ Schweizer haben eben keine Ahnung mehr was Armee und Krieg bedeutet!
      Fällt mir nur noch folgendes ein, bevor ich mich kaputtlache: “ Stell Dir vor es ist Krieg und Keiner geht hin!“

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