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Wenn alte Traditionen verschwinden — Teppichklopfer gehören in jede Besenkammer

  • Wehret den Anfängen
  • Die alte Schweizer Tradition, den Teppichklopfer daheim im Besenschrank aufzubewahren, gut geölt und allzeit für den Ernstfall einsatzbereit, ist bedroht. Es mehren sich die Stimmen, die diese Tradition abschaffen wollen. Denn — zugegeben — ein Teppichklopfer kann auch missbräuchlich verwendet werden. Es soll vorgekommen sein, dass damit Kinder geschlagen oder Ehefrauen bedroht wurden. Mittlerweile und in der Öffentlichkeit immer deutlicher wahrnehmbar hat sich eine Liga der Teppichklopfer-Gegner gebildet, die nun versucht, den Teppichklopfer für immer aus der häuslichen Umgebung und der Obhut des Schweizer Mannes zu entfernen.
    Teppichklopfer (aus Wikipedia)
    (Quelle Foto: Wikipedia)

    Die stets in den Medien zitierten und aufgezählten Zahlen über die Missbräuchen mit Teppichklopfer sind in Wahrheit kaum nachprüfbar. Tatsächlich sind es, wenn man genau in die Statistik schaut, die kleinen praktischen Handstaubsager, welche zu Missbrauch verleiten, weil sie viel besser in der Hand liegen, und damit den Ruf einer ganzen Reinigungsgilde in den Schmutz ziehen.

  • Wahr ist was war!
  • Teppichklopfer gehörten schon immer in einen echten eidgenössischen Haushalt. Dies ist für Besucher aus dem Ausland leicht ersichtlich an den überall in der Nähe von Häusern befindlichen Teppichstangen und Gittern für das Ausklopfen von kleinen Läufern.

    Teppichausklopfstelle bei einem Schweizer Wohnhaus
    Foto: Teppichausklopfstelle bei einem Schweizer Wohnnhaus

    Damit diese unmittelbare und sofortige Bereitschaft zur Reinigung von Teppichen funktionieren kann, reicht es nicht, die Teppichklopfer bei Bedarf durch eine zentralen Verteilstelle auszugeben. Auch der Einsatz von hauptberuflichen und nicht mehr freiwilligen Reinigungskräften mit hochmodernen technisierten Geräten wie Staubsaugern wäre keine echte Alternative. Der entscheidende Zeitvorteil bei der Schweizer Teppichreinigung ist der daheim aufbewahrte Teppichklopfer. Darum muss dies auch in Zukunft so bleiben. Gerade jetzt in Zeiten von globaler Schmutzbedrohung ist der direkte und sofortige Einsatz das entscheidende Plus im Kampf gegen Staub und Dreck.

  • Sollten Teppichklopfer getrennt aufbewahrt werden?
  • Vieles spricht dafür, Teppichklopfer getrennt aufzubewahren und sie erst für den unmittelbaren Einsatz parat zu machen. Hier ein schlechtes Beispiel zweier gemeinsam aufbewahrten Teppichklopfer:
    zwei Teppichklopfer
    (Quelle Foto: hytta.de)

    Doch wer weiss heute noch, wie man einen Teppichklopfer sachgemäss zerlegt und dann unter Stress und psychischem Druck wieder zusammensetzt? Darum sind wir entschieden gegen diese Alternative. Ein gut geölter Teppichklopfer braucht kein langwieriges Zusammensetzen und setzt auch keinen Rost an. Lediglich den Schallschutz könnte man optimieren. Aber bei den regelmässigen Einsätzen (Frühjahrsputz, Grossreinemachen im Herbst) wird das laute Knallen der im Einsatz befindlichen Teppichklopfers am Samstagnachmittag kaum wirklich wahrgenommen. Es gilt vielmehr als Erinnerung und Bestätigung für das gepflegte Brauchtum des Teppichklopfens.

    Die private Teppich-Ausklopfstelle
    (Foto: Private Teppich-Ausklopfstelle, daneben vermutlich der versteckte Nebenausgang zum Atomschutzbunker)

  • Sind Teppichklopfer gefährlich?
  • Nicht gefährlicher als andere Gegenstände des Alltags, wenn sie in falsche Hände geraten, sei es nun ein scharfes Küchenmesser, ein Hammer, eine Stichsäge oder der vielfach unterschätzte Korkenzieher. Es kommt eben wie immer auf den richtigen Gebrauch des Teppichklopfers an. Gut verwahrt im Schrank, am besten sogar in einem abschliessbarer Metallschrank (Vorschrift in Deutschland!), vermag er keinen Schaden anzurichten und soll auch auf Einbrecher eine gewisse abschreckende Wirkung entfalten.

  • Das Recht auf den persönlichen Teppichklopfer für alle männlichen Eidgenossen

  • Ein Staat, der seinen Bürgern das Recht auf den Besitz eines Teppichklopfers zugesteht, beweist damit, dass er Vertrauen in seine Bürger hat und für einen souveränen Umgang mit diesem Reinigungsgerät einsteht. Diktaturen und undemokratische Staaten beschneiden bei ihren Bürgern als aller erstes das Recht auf private Teppichreinigung und möchten am liebsten, wie in allen sozialistischen Systemen, diesen Dienst gleich verstaatlichen und kontrollieren. Schauen sie sich um, in keinem Nachbarstaat der Schweiz gibt es noch freie Teppichstangen und Ausklopfstellen! Es gehört zum eidgenössischen Selbstverständnis einfach dazu, den eigenen anvertrauten Teppichklopfer für den Ernstfall im heimischen Schrank verwahrt zu wissen. An dieser Tradition sollte niemand zu rütteln wagen.

  • Hilft eine staatlich Registrierung von Teppichklopfern wirklich gegen Missbrauch?
  • Nein, wir sprechen uns gegen eine solche Massnahme aus. Sie würden nur einen hohen bürokratischen Aufwand mit entsprechend hohen Kosten bedeuten ohne wirklich das damit verbundene Ziel, nämlich die missbräuchliche Verwendung von Teppichklopfern zu verhindern, garantieren zu können. Über die genau Zahl der in allen Schweizer Haushalten existierenden Teppichklopfer gibt es daher nur wage Vermutungen, und das ist gut so, denn so bleiben der ärgsten Gegner der eidgenössischen Reinigungstradition im Ungewissen.

  • Nachsatz
  • Der obige Artikel ist reine Fiktion. In der Wirklichkeit hat sich das Prinzip des Teppichklopfens schon längst überlebt. Heute werden Teppichklopfer nur noch von Sammlern aus nostalgischen Gründen erworben und dienen als Wandschmuck und als Erinnerungsstück an eine längst vergangene Zeit. In Österreich ist der Teppichklopfer oder Ausklopfer übrigens auch als „Pracker“ bekannt. Wikipedia meint:

    In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geriet der Teppichklopfer zunehmend aus der Mode, da das Reinigen des Teppichs mittels Staubsauger einfacher vonstatten geht. Teppichklopfer sind somit nur noch in Fachgeschäften erhältlich, und auch die Teppichstangen sind in neueren Wohnvierteln nicht mehr installiert
    (Quelle Wikipedia)

    So kann es gehen mit alten Traditionen. Manchmal verschwinden sie einfach von selbst. Manchmal.

    

    28 Responses to “Wenn alte Traditionen verschwinden — Teppichklopfer gehören in jede Besenkammer”

    1. solar Says:

      Jens, Du hast die Lobby der Sportteppichklopfer vergessen! Diese absolut ungefährlichen Sportteppichklopfer leisten in ihren Vereinen immerhin auch viel Jugendarbeit.

      Und was Du da neben dem Atomausstiegsloch aus verschiedenen Richtungen gesehen präsentierst, ist – und das dürfen wir nie vergessen – die Vorläuferin der üblichen Blockhinterhof-Spielplätze mit rostiger Rutschbahn, Gigampfi und Ritiseili (Rutschbahn, Wippe und Schaukel). Auf dem Rahmen des waagrechten Maschendrahtteils für Türvorlagen sassen die AnführerInnen und erzählten ihre Schauergeschichten. Waren sie nicht dort, machten die grossen Kindergärtler und Erstklässler daran die „Glocke“, indem sie die Unterschenkel draufpressten, und sich langsam nach hinten fallen liessen, zuerst noch mit den Händen am Rahmen festgekrallt. Ein wichtiges Tummelfeld für angehende Kunstturnerinnen der 40er- bis 70er-Jahre.

    2. Thomas Says:

      Der „Atombunkerausgang“ ist die Abeckung eines Öltanks. Aber ansonsten herrlicher Text, bi fasch vom Stüehli gheit vor lache.

    3. mare Says:

      Da hate einer „die Schweiz“ durchschaut! Danke schön für den witzigen Artikel!

    4. Fiona Says:

      So einen Atombunkerausgang hatten wir im Garten eines 3. Familienhauses. Weiter Info „Alarmierung der Bevölkerung“ im Telefonbuch http://www.bevoelkerungsschutz.ch

      Aber die private Ausklopfstelle – witzig, aber frei erfunden, imo.

    5. Chlöpf'n'Tätsch Says:

      Hoi Jens!

      Der Atombunkerausgang musst Du etwas näher an der Hauswand suchen (wohn selber in so ’nem Block), die abgebildete Abdeckung ist entweder die vom Öltank oder der Notausstieg der Tiefgarage.

      Schöner ironischer Beitrag, war doch verdeckt das Sturmgewehr gemeint, denn der Schweizer Mann hatte mit dem Teppichklopfen nichts am Hut (höchstens musste er der werten Frau Gemahlin den Teppich raus, runter und wieder rauf schleppen).

      Auch den Verweis auf den tückischen Korkenzieher muss beanstandet werden, kann nur von ’nem Zuzügler stammen. Jeder Schweizer hat an seinem Sackmesser eine recht scharfe Klinge womit jeder widerstrebigen Rauchwurst gnadenlos an die Pelle gegangen werden kann.
      Ausser Du meintest das französische Offiziersmesser:
      http://politicalhumor.about.com/library/images/blpic-frencharmyknife.htm
      Der gemeine französische Fusssoldat hatte die einfachere, sich aufs wesentliche beschränkende Version: http://carcino.gen.nz/images/index.php/35a796d8/39dace0a

      😉

    6. jotge Says:

      Ich „oute“ mich hiermit als Teppichklopferbesitzerin.

      Teppiche, die man damit klopfen könnte, besitze ich zur Zeit zwar keine, aber was nicht ist, kann ja wieder werden. Und wenn dann mal so ein Teppich dringend der Reinigung bedarf (z.B. weil die Schwiegermutter gleich vor der Türe stehen wird) UND dann noch der Strom ausfällt, wäre ich ohne meinen Klopfer total aufgeschmissen.

      Auch als „Aggressionsabbaugerät“ ist der Klopfer vielen, vielleicht moderneren, aber auch platzraubenderen, komplizierteren und vor allem teureren Gerätschaften vorzuziehen, wobei man, wie oben schon erwähnt, heutzutage eher nichtlebende Klopf-Gegenflächen bevorzugen sollte.

      Ausserdem kann einem der Teppichklopfer noch aus einer peinlichen Situation retten: Gelegentlich kommen zu Hause oder im Büro „Hausierer“ (wie nennt man diesen Beruf wohl heutzutage, politisch korrekt….?) vorbei. Wenn die angebotenen Gegenstände (nachweislich) aus einer Behindertenwerkstatt (oder geschützten Werkstätte) stammen, bin ich gerne bereit, etwas zu bestellen. Allerdings ist es manchmal schwierig, etwas im, naturgemäss ziemlich speziellen und auch relativ teuren, Angebot zu finden, das man gerade brauchen oder verschenken könnte. Unter Zeitdruck begutachtet man Leder-Portemonnaies, Badetücher, Holzspielzeug, Büromaterial, geflochtene Korb- und andere Waren, jeglicher Grösse – und entdeckt dann erleichtert den Teppichklopfer, kostet nicht viel, aber doch genug, um nach der Bestellung das Gefühl zu haben, etwas für einen guten Zweck getan zu haben. Teppichklopfer gibt es übrigens auch in Kindergrösse – Kinder klopfen damit mit Leidenschaft Puppenkleider und Puppenwagendecken aus, bis die Stoffe zerfallen…

      Eine weitere Anwendung, um für einen guten Zweck gekaufte Teppichklopfer loszuwerden: beim Blumenhändler hübsch ausdekorieren lassen und dann verschenken – zu einer Hochzeit, einem Hochzeitsjubiläum, einer Scheidung usw.

      meine Teppichklopferquelle: Arbeitsheim Wangen ZH, Werkstatt für Behinderte, Hegnaustr. 58, 8602 Wangen b. Dübendorf

    7. René Says:

      @jotge
      „Hausierer“ wäre dann wohl Handelsvertreter. Die agressive Version wird auch mal „Drücker“ genannt. 🙂

      Und Du hast in Deiner Aufzählung vergessen, dass der Teppichklopfer früher auch schon mal den Eltern zur Drohung gedient hat. Die weniger lieben Eltern haben ihn wohl auch ab und an zur Züchtigung benutzt.
      Apropos Züchtigung …… aber das gehört nicht hier her 🙂

    8. Bürli Says:

      Ob im Suff, als Witz oder wirklich ernst gemeint. Am Silvster in Berlin fragte mich doch einer ob ich das StGw mit zu den Abstimmungen und Wahlen schleppen muss, da ich sonst nicht abstimmen dürfe. Zum glück nicht, denn meins ist 30km von meinen Wohnort eingelagert.

      Aber im ernst, ich habe mehr schlechte Erfahrungen mit dem Teppichkloppfer als mit dem StGw. Bürli.

    9. mare Says:

      @jotge
      „Hausierer“ = „area sales manager“

    10. Dirtbag Says:

      @ solar

      ich möchte nur anfügen, dass nicht nur kids aus den 40 – 70er an den stangen rumgeturnt sind 😀
      ich stamme aus der „Gameboy-Generation“ (ich nenn das jetzt mal so :D) und trotzdem kann ich mich lebhaft ans „glögglen“ und geschichten erzählen an der Teppichklopferstange erinnern 😀

      gruss Dirt

    11. sylv Says:

      Jens– du hast dich mal wieder selbst übertroffen mit diesem 5* Eintrag!

      Solar– das was du ‚die Glocke‘ nennst kenne ich unter ‚ ds Chäubelihänke‘ aber an der Stange ( wie beim Reck) und nicht beim Bodedechelichlopfständer

      Auch mein Hintern hat in den frühen 70er Jahren mehrmals unfreiwillig Bekanntschaft gemacht mit einem Teppichklopfer,ob er wohl deswegen nun in die Breite gegangen ist;-)

      übrigens sehr empfehlenswert ist Orientteppiche einer festen Schneedecke zu klopfen und kurz ruhen zu lassen,die sind dann wie neu!

    12. KR Says:

      Als in D lebender CH-D-Mensch freue ich mich inzwischen über das „Wort zum Tage“, nachdem ich per Zufall auf diese Seite gestoßen bin. Höchst genau beobachtet und treffend beschrieben! Was von außen als schrullig wahrgenommen wird, erweckt aber auch und oft Heimweh.

      Einen Teppichklopfer suche ich hier leider vergeblich. Als es noch Schnee gab, hätte ich ihn wegen der zu klopfenden Objekte dringend gebraucht. Muß wohl mal wieder heimfahren.

      [Anmerkung Admin: Vorsicht beim Heimweh, das kann tödlich enden. Siehe hier]

    13. Michael-H. Says:

      Hausierer: Klinkenputzer

      Sehr schöner Text. Diese Teppichklopfeinrichtungen wecken auch bei mir Kindheitserinnerungen (70er Generation).

    14. Brun(o)egg Says:

      Regelmässiges Teppichklopfen wäre heute undenkbar! Ein 80-er auf der Autobahn wäre unvermeidlich, der Feinstaubbelastung wegen!
      Es gibt aber auch noch die Teppichstecher. Die sitzen am Stammtisch, klopfen mit der Faust auf den Teppich und rufen dabei „Gstoche“. Und das alles ohne Klopfer. Ein eigenartiges schweizerisches Ritual der Sauger, vulgo Jasser.Nein nicht Staub.. sondern Stumpen.

    15. solar Says:

      Auch ich habe vorwiegend unerfreuliche Erinnerungen an den Teppichklopfer. Am meisten schmerzte er, wenn er umgekehrt – Stiel voraus – angewendet wurde.

      Mir fällt erst jetzt auf, dass ich, seit 32 Jahren mit eigenem Haushalt, gar nie selber so ein handliches Ding besass. Hätte ja bei den Spannteppichen auch nichts genützt. Doch langsam komme ich ins Erbalter – einige Orientteppiche hielten schon Einzug. Und weil ich seit dem letzten Umzug erstmals unversiegelte Parkettböden pflegen muss, hab ich – auch aus einem Nachlass – seit neustem einen – Blocher!

      Seltsam. Ein reeller Blocher taugt gewichtshalber nur schwerlich, um für „Terror“ zu sorgen. Ein Namensblocher hingegen schon.

      [Anmerkung Admin: Und auch hier gleich der passende Artikel dazu
      Blochen ohne Blocher — Wenn es der Schweizer eilig hat]

    16. Stefan R Says:

      @Chlöpf’n’Tätsch: das schweizer ordonanzmesser hat keinen korkenzieher. leider. Aber ein Russisches Armeemesser wäre eine Alternative: http://www.krusenstern.ch/ostwind/revolutionaeres-offiziersmesser-aus-russland-entdeckt.html

      Gruss

    17. Georges Says:

      Dieses Bild illustriert die historische Bedeutung des Teppichklopfers unvergleichlich:

      http://www.poster-auctioneer.com/product_details_real_preise.php?id=3002

      Es bleibt offen, ob dem Blocher das gleiche Schicksal des Vergessens blüht wie dem Teppichklopfer

    18. roach Says:

      Hallo zusammen

      Super Beitrag, danke für den Lacher am morgen 😉 Hab mich aber während des lesens gefragt, dass kann er doch nicht ernst meinen 🙂

      @Chlöpf’n’Tätsch:
      Is ja der Hammer, die Franzosen hatten ne „IchHabAngstUndKapitulier“-Flagge im Sackmesser. Da hat wohl die eigene Militärführung nicht an seine Armee geglaubt 😀

    19. Fränzi Says:

      … Chlöpf n Tätsch hat recht. Wenn schon, dann hatten die Frauen die Obhut über die Teppichklopfer. Die Männer haben die Dinger sicher nur als Waffe gegen ihre frechen Kinder zweckentfremdet.

    20. Geissenpeter Says:

      Super Beitrag, Jens! Der beste seit langem 🙂 Mir war gar nicht bewusst, dass der Teppichklopfer und die Teppichausklopfstelle eine Schweizer Besonderheit sind.

    21. Jannis Says:

      Auch ich zähle mich zu den Teppichlopfergeschädigten. Genützt hat diese Art von Pädagogik allerding nichts. Wie wäre es mir einem gut sichtbaren Aufkleber an jeden Teppichklopfer mit folgendem Inhalt:
      WARNUNG des Bundesamtes für Gesundheit: Die zweckwidrige Verwendung dieses Geräts an Kindern kann deren Gesundheit gefährden ?

    22. bobsmile Says:

      Gelungene Satire über die aktuelle Diskussion betreffend Selbsttötungen mit Ordonanzklopfern.

      Ich war übrigens froh, als ich altersbedingt (Jg.64) meinen Teppichklopfer-57 endlich abgeben konnte. Auch das entsprechende Mannsputzzeug mit den berühmten drei Nadeln vermisse ich keine Sekunde. So musste man doch mindestens einmal im Jahr zu einer Putzstelle im Ort „verschieben“ und seine Treffsicherheit unter Beweis stellen. Der erste Hieb verursachte meistens eine riesige blaue Staubwolke, so dass der Hausmeister unter strengem Blick tadelte: „Nächschtmau besser usstosse, gäu?“
      Nach dem A-Teppich und dem B-Teppich wurde abgerechnet. Bei ausreichender Punktzahl versetzte Mann dem Teppichklopfer noch kurz einen Fettstoss, um ihn danach wieder für ein Jahr in den heimischen Schrank zu stellen.
      Ich liebte das Teppichklopferfett, es haftete einem jeweils noch mehrere Tage an.

    23. Wahl Ludwig Says:

      Teppichklopfer hin oder her – ich nehme da lieber einen Staubsauger, gleichwohl finde ich es schon beachtlich was man doch alles über diese Art der Haushaltsgeräte aus Holz und Korbgeflecht so alles schreiben kann. Vielleicht sollten Teppichklopfer in Miniaturausführung in Spielzeuggeschäften wieder Einzug halten – so werden dann künftige Hausfrauen und natürlich auch Hausmänner gleich entsprechend sozialisiert – andere Kinderhaushaltsgeräte wie kleine Besen, Kehreschaufeln usw gibt es ja schon … siehe http://www.holzspielzeug-discount-shop.de

    24. Maria Says:

      Ausgefallene Vorleger und schöne Läufer gehören zum Lifestyle.. und diese Trenderscheinung wechselt häufig!

      Die sind mittlerweile so günstig, da lohnt sich das ausklopfen gar nicht mehr.. lieber schnell ein neuer her und voilá… der Raum hat direkt ein neues Flair!

    25. Fouad Says:

      Ich greife auch lieber zum Staubsauger.

    26. Peter Says:

      Witziger Artikel. Ich musste als Kind glücklicherweise nie mit einem missbrauchten Teppichklopfer Bekanntschaft machen und auch die reguläre Verwendung desselben wurde in unserem Haushalt nie praktiziert, weil überall Spannteppiche verlegt waren. So war ich als Kind davon überzeugt dass die Teppichklopfstange ein Turngerät für Kinder ist und zu diesem Zweck aufgestellt wurde, als Ergänzung zum Spielplatz.
      Als eine Bewohnerin des Hauses dann einmal einen Teppich ausklopfte sagte ich ihr: Das ist ja praktisch, die Turnstange geht auch zum Teppichausklopfen 😉
      Ich glaube, mich an einen amüsiert-irritierten Blick zu erinnern…

    27. Sprachnarr Says:

      Korrektur zu den obigen Bildbeschreibungen: Es handelt sich einerseits um die (grosse) Teppichstange, auf der nicht nur Läufer, sondern auch wirklich grosse „Perser“ ausgeklopft wurden. Das kleinere Gerät daneben (mit Gitter) wurde benutzt, um Türvorleger auszuklopfen. Als Kinder benutzten wir das kleine Gerät natürlich auch, um auf die grössere „Kletterstange“ daneben zu gelangen…

    28. Rüdiger Says:

      Ich musste in meiner Kindheit sehr oft mit dem Teppichklopfer Bekanntschaft machen! Geschadet oder nicht? Keine Ahnung!
      Wem erging es ähnlich und möchte sich mit mir darüber austauschen?
      Würde mich sehr freuen, von Euch zu lesen!

      Gruss,
      Rüdiger

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