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Bitte auf keinen Fall mit der Ordonnanzwaffe! — Alternativen für den Schweizer Selbstmord

  • Zwei Drittel aller Selbstmorde werden mit der Ordonnanzwaffe begangen
  • Am 16.12.08 lasen wir im Internet bei Bluewin über ein Interview, dass die Berner Zeitung veröffentlich hatte:
    Ordonnanzwaffe bei Familiendramen
    (Quelle: Bluewin.ch/news)

    Mit grossem Erstaunen und Entsetzen erfahren wir, dass die zur Verteidigung der Schweiz in den häuslichen Kleiderschränken aufbewahrten Ordonnanzwaffen tatsächlich zum Schiessen benutzt werden, mehr noch, zum Schiessen auf Menschen mit nachgerader tödlicher Wirkung! Bisher gingen wir doch davon aus, dass es hier ausschliesslich um „Tradition“ und „Brauchtumspflege“ ging. Und natürlich um die Wahrung der persönlichen Sicherheit, vor allem dass es um die Sicherheit der Schweiz ging, und dass diese Waffen niemals als „Waffen“ eingesetzt werden, mit denen z. B. ein Selbstmord geschieht. Wir lasen im Text des Artikels:

    [sda] – Danach dürften jährlich fast 300 Menschen an Verletzungen von Schüssen aus Armeewaffen sterben. „Das ist sehr viel mehr als ich erwartet habe“, sagte Killias in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der „Berner Zeitung“.
    Bei den Suiziden dominierten mit zwei Drittel ganz klar die Ordonnanzwaffen. Bei Familienmorden seien es private (knapp die Hälfte) und Ordonnanzwaffen (36 Prozent). Die Untersuchungen hätten zudem gezeigt, dass bei Morden im öffentlichen Raum ganz klar die illegalen Waffen dominieren, sagte Killias.

    300 Menschen sterben im Jahr an Armeewaffen? Unmöglich! Und ein Drittel davon bei Suiziden? Das ruft unser Verantwortungsbewusstsein auf den Plan und wir haben beschlossen, für die anstehenden Festtage einen Aufruf zu starten. Falls Sie persönlich demnächst in der festlichen Weihnachtszeit geplant hatten, von eigener Hand aus dem Leben zu scheiden, dann tun Sie uns und den Schweizer Eidgenossen doch dabei bitte einen grossen Gefallen, der leicht zu realisieren ist:

    Nehmen Sie um Himmelswillen für ihr Vorhaben nicht die Ordonnanzwaffe!

    Sie zerstören sonst unseren Glauben in die Friedfertigkeit und Gewaltfreiheit der Schweizer. Wenn wir bis heute in einem Jahr die Zahl der Selbstmorde und Morde mit Ordonnanzwaffen auf Null herunterbringen könnten, dass wäre doch ein toller Erfolg. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten.

  • Andere kreative Methoden sich umzubringen
  • Es gibt doch weiss Gott zahlreiche andere super gefährliche Gegenstände in ihrem Haushalt, mit denen Sie sich umbringen könnten, wie z. B. Ihren Vorschlaghammer, Ihre Stichsäge oder zur Not tut es auch ein KorkenZapfenzieher zum Öffnen der Pulsader. Auch eine Gabel kann zur tödlichen Waffe werden, wie wir in der Diskussion über die Gefährlichkeit des Sturmgewehrs lernen mussten. Warum testen Sie nicht einfach die Möglichkeiten der heimischen Stromversorgung (vgl. Selbstmord an der Steckdose)?

    Selbstmord an der Steckdose

    Auch der Zweitwagen Ihrer Frau ist eine gefährliche Waffe, wussten Sie das nicht? Sie müssen ja nicht gleich Ihr eigenes Auto zerdeppern. Ein geschickter Sturz von einer Brücke, und schon ist das Problem gelöst. Vielleicht nicht gerade in ein Naturschutzgebiet, das wäre unschön, wegen der Ölflecken im Feuchtgebiet.

    Sie sehen, es gibt viele Möglichkeiten. Alles ist erlaubt, nur lassen Sie bitte die Finger von der Waffe! Die Zahlen, die jetzt veröffentlicht wurde, sind deprimierend und rufschädigend für den Schweizer, der seine Waffe sorgsam daheim verwahrt. Wir sollten alle etwas tun, damit sich diese Zahlen in der Zukunft ändern. Sie könnten an Weihnachten Ihren ganz privaten Teil dazu beitragen!

  • Vielleicht gewinnen Sie als Preis den nächsten Darwin Award?
  • Falls es Ihnen an kreativen Ideen mangelt, wie man sonst noch aus dem Leben scheiden könnte OHNE dabei die Ordonnanzwaffe zu gebrauchen, wie es statistisch gesehen zwei Drittel aller Schweizer Selbstmörder im Jahr tun, dann hätten wir da eine gute Website als Tipp für sie: darwinawards.com

    Hier lesen Sie z. B. von der grandiosen Idee des für den Darwin Award 2005 Nominierten, der sich am Strand unter seinen Jeep zum Schlafen legte. Am nächsten Morgen stand ein einsamer Jeep mit den Rädern versunken im Sand, und vom Fahrer keine Spur. Als der Wagen nach Tagen immer noch dort stand, wurde er schliesslich abgeschleppt, und schon ward der Fahrer gefunden.

    Oder Sie nehmen sich die Geschichte des jungen Mannes als Beispiel, der sich am Strand ein tiefes Loch buddelte, um darin mit seinem Liegestuhl gegen Wind und Sonne besser geschützt zu sein. Leider wurde er dabei verschüttet und konnte nicht mehr rechtzeitig ausgegraben werden.

    Nun, es gibt zahlreiche weitere gute und nachahmenswerte Ideen, sein Erbgut nicht mehr für die nächsten Generationen zur Verfügung zu stellen, und vielleicht gewinnen Sie ja dann den Darwin Award 2007 mit Ihrer Glanztat (Schweizerdeutsch: „Exploit“). In der Schweiz ist das mit dem gewollten aus dem Leben scheiden übrigens nicht ganz so kritisch wie in anderen Ländern Europas.

  • Auch der Freitod wird liberal gehandhabt in der Schweiz
  • Die Schweizer haben da eine ganz besondere Rechtslage:

    In der Schweiz ist die aktive Sterbehilfe strafbar, selbst wenn sie auf ausdrückliches Verlangen hin erfolgt (Art. 114 des Schweizerischen Strafgesetzbuches). Nicht strafbar sind dagegen die passive und die indirekt aktive Sterbehilfe. Ebenfalls nicht strafbar ist die Beihilfe zum Suizid, solange diese nicht aus selbstsüchtigen Beweggründen erfolgt (Art. 115 StGB).
    (Quelle : mediadesk.unizh.ch)

    Die Grundvoraussetzungen für Schweizer, ganz legal und bitte OHNE Zuhilfenahme der Ordonnanzwaffe aus dem Leben zu scheiden, sind also gegeben. Wir lasen im Tagi dazu:

    Die Schweiz kennt bezüglich der Sterbehilfe eine der liberalsten Regelungen in Europa. Die Beihilfe zum Selbstmord ist im Unterschied zu vielen Nachbarländern unter gewissen Voraussetzungen erlaubt. Sterbehelfer werden gemäss Strafgesetzbuch nur bestraft, wenn sie aus selbstsüchtigen Motiven gehandelt haben. Bei der Suizidhilfe vermittelt der Sterbehelfer in der Regel dem Patienten die tödliche Substanz, der Sterbewillige nimmt diese dann ohne Fremdeinwirkung selber ein.
    (Quell: Tagesanzeiger)

    Also, es muss wirklich nicht die Ordonnanzwaffe sein, die bei Ihnen daheim im Schrank steht! Und eines sollten Sie ganz besonders bedenken, falls Sie doch an die Verwendung dieser Waffe gedacht haben: Es ist verboten die Munition für einen Selbstmord zu verwenden! Denken Sie als an die strafrechtlichen Konsequenzen Ihres Tuns, das will gut überlegt sein!

  • Wer nicht mehr in den Ausgang gehen will, geht vielleicht zu EXIT
  • Sie bekommen in der Schweiz sogar eine Hilfe, die Sie sonst nirgends in Europa finden: Die Organisation EXIT. Wichtig ist, dass Sie dort Mitglied werden, bevor Sie ganz legal aus dem Leben scheiden dürfen. Die notwendige Hilfe wird nur Mitgliedern erteilt. Ob der Mitgliedsbeitrag für ein Jahr im voraus zu bezahlen ist? Dort heisst es unter dem Abschnitt „Freitodbegleitung“:

    „Wie muss ich mir eine Freitodbegleitung konkret vorstellen?“
    Befindet sich ein EXIT-Mitglied in einer von ihm als ausweglos und sinnlos empfundenen Situation, wendet es sich an die Geschäftsstelle und bittet – entweder persönlich oder über Angehörige – um Hilfe. Ein Mitglied des Freitodbegleitung-Teams besucht darauf das Mitglied und klärt im persönlichen Gespräch die Situation. Kann die Urteilsfähigkeit eindeutig bejaht werden und ist der Todeswunsch Ausdruck einer abschliessenden Bilanzierung der Lebenssituation, wird die Rezeptierung des von EXIT verwendeten Barbiturats (Natrium-Pentobarbital/NaP) veranlasst – sei es über den Hausarzt oder über einen Vertrauensarzt von EXIT.
    (Quelle: exit.ch)

    Wer wird da noch zur verbotenen Waffe greifen wollen? Ist doch alles perfekt organisiert. Aber am liebsten ist es uns, wenn Sie diesen dunklen Gedanken rasch verdrängen oder sich von der „Dargebotenen Hand“, Tel. 143, helfen lassen, denn wir wollen Sie ja weiterhin unter den Lesern und Kommentatoren der Blogwiese wissen. Auch diese Organisation ist etwas speziell Schweizerisches.

  • Komm gib mir Deine Hand
  • Im Land der Home-Suizides mit der Armeewaffe gibt es nicht nur die Organisation „EXIT“ sondern auch eine „Dargebotene Hand“, rund um die Uhr erreichbar unter Tel. 143:

    Die Dargebotene Hand ist rund um die Uhr eine erste Anlaufstelle nicht nur für Menschen in schwierigen Lebenslagen, sondern auch für solche mit alltäglichen Sorgen – unabhängig von Alter, kultureller oder konfessioneller Zugehörigkeit. Die Dargebotene Hand nimmt über Telefon und Internet die Rolle eines verständnisvollen, einfühlsamen und unvoreingenommenen Gesprächspartners ein, der wirklich zuhört und mit dem die Ratsuchenden über alles reden können. Selbstverständlich unter Wahrung völliger Anonymität und hundertprozentiger Diskretion.
    (Quelle: 143.ch )

    Und jetzt wissen Sie endlich, warum an allen Stellen in der Schweiz, die für Selbstmorde bekannt sind, ein Aufkleber mit einer Hand und der Nummer 143 klebt. Die Raterunde von „Genial-Daneben“ Deutschland wusste es nicht. Könnte man diesen Aufkleber nicht auch auf die Waffe im Schrank anbringen? Fände ich eine prima Idee.

    Die dargebotene Hand

    Die Blogwiese wünscht allen Leserinnen und Lesern eine gesegnete und friedliche Weihnacht! Wir machen Pause bis zum 27.12.06. Und nicht vergessen: Finger weg von der Knarre im Schrank!

    

    36 Responses to “Bitte auf keinen Fall mit der Ordonnanzwaffe! — Alternativen für den Schweizer Selbstmord”

    1. Daniel Says:

      Naja, ein etwas trauriges, aber eben wahres Weihnachtsthema war das…Man fühlt sich mal wieder aufgerufen, um Weihnachten auch für Unbekannte etwas da zu sein.

      Zum aktuellen Thema (war ja klar, dass Du das aufgreifst, ist wert, diskutiert zu werden!): Im US-Bundesstaat Alabama verkauft WalMart im Supermarkt 24 Stunden täglich das ganze Jahr durch Waffen und Munition. Mit einer Ausnahme: dem 24. Dezember. Konnten ich diesen Sommer einer Informationstafel in der Waffenecke entnehmen…15 Meter entfernt von den Konservendosen und gleich neben dem Camping-Bedarf und den Bettdecken.

      Wenn es nun also in die wohl verdiente Weihnachtspause geht: Jens, Vielen Dank, dass Du uns Tag für Tag mit spannenden Details über unser Land und über diese Tausenden von kleinen, aber ach so feinen Unterschiede eindeckst. Es freut uns, Dich hier zu haben, geniess die Weihnachtszeit!

      Ein herzlicher Gruss vom Schwarzbuebeland – Üechtland – Pendler!

    2. Chimaera Says:

      Schon wollt ich wieder „er kanns nicht lassen“ denken, als du dann doch noch die Kurve vom Armeewaffen-Bashing zu den vielfältigen Alternativen der Schweiz dem Leben zu entflüchten gekratzt hast 😉

      Danke, dass du noch nicht auch noch „vor nen pünktlichen und daher kalkulierbaren schweizer Zug schmeissen“, “ aufgeführst hast. Die Lokführer haben ech mein größtes Mitleid. Unzählige Arbeitsunfähige Nervenwracks gibt es da ja bereits…

      Hmmm…
      Stell dir mal den Soldaten mit 143-Aufkleber im Schützengraben vor….. Interessante Vorstellung…..

    3. Administrator Says:

      @Chimaera
      Warum sollte ich denn mit „Armeewaffen-Bashing“ beginnen, wenn gleichzeitig so gefährliche Gegenstände wie Gabeln, Korkenzieher und Autos in den Privathaushalten auf ein generelles Verbot warten? Immer eins nach dem anderen bitte.

    4. Dada Says:

      Selten so was Primtiv – Geschmackloses gelesen. Hast du an all die Leute gadacht, die Verwandte durch Suizid verloren haben? Aber vielleicht gehört es ja heute (bei Deutschen?) dazu, die Grenze des guten Geschmacks zu übertreten, um etwas Ironisches von sich zu geben. Wie oft muss dieses Thema noch herhalten, damit du dich besonders klug dazu äussern kannstPardon, dass „ihr“ euch dazu äussern könnt. Den Pluralis majestatis scheinst du ja nicht ablegen zu können, und falls du wieder damit kommst, dass mit dem „wir“ du und deine Familie gemeint seid, na dann GDaratulation. Ich kenne niemanden sonst, der immer seine Familie bei der Meinungsäusserung miteinbezieht.

      [Antwort Admin: Nun, die Blogwiese ist immer eine Teamarbeit, darum das Wir. Du hast Recht, manche Familiendiskussionen beschäftigen sich mit sehr kruden Themen. Ich finde das auch nicht so gut, die Familie stets bei der Meinungsäusserung einzubeziehen, und wollte das schon lange mal abschaffen, aber ich werde regelmässig überstimmt.
      Und was das „Geschmacklose“ angeht: Einfach nicht weiterlesen und auf geschmackvollere Literatur umsteigen. http://www.20min.ch könnte ich da für sehr geschmackvolle Leseansprüche wärmstens empfehlen. Es gibt Links zu anderen Zeitungen direkt von der Blogwiese weg für solche kritischen Leserinnen und Leser, damit niemand zu lange bei geschmackloser Lektüre verweilen muss.]

    5. Administrator Says:

      @Dada
      Und noch was zum Thema „Geschmackloses“.
      Der Tod ist Teil des Lebens, die wenigsten von uns sind unsterblich. Der frei gewählte Tod und alles was damit zusammenhängt wird in der Schweiz anders betrachtet als in Deutschland. Das wollte ich mit dem Artikel darstellen. Ich hatte selbst einen Schweizer Kollegen, dessen Sohn sich daheim mit der Ordonnanzwaffe ins Jenseits befördert hat. Ob nun der Aufkleber der Dargebotenen Hand auf der Waffe etwas genützt hätte, oder das nicht Vorhandensein der Waffe im Kleiderschrank, dass lässt sich im Nachhinein nicht mehr herausfinden. Kann hier diskutiert werden, dazu dieses Posting.

    6. knofelolf Says:

      Nachdem ich gestern im ARD-Videotext las, dass 11 % aller Deutschen Weihnachten allein feiern, gehört dieser Beitrag mit zu den zu diesem Thema am passensten.
      Ansonsten vielen Dank an EUCH, die Ihr diese Seite zu einer der lesenswertesten Seiten überhaupt gemacht habe.

    7. Norbert Says:

      ansonsten finde ich deine beiträge witzig, jens, aber diesen hier gar nicht. über selbstmorde und familiendramen so höhö-mässig zu zu witzeln und suizidtipps abzugeben, finde ich total geschmack- und pietätlos, um nicht zu sagen: widerlich.

    8. Administrator Says:

      @Norbert
      es ist ein tragisches Thema, das aber auch oft sehr skurril ist (vgl. Darwinawards). Wenn irgendwo im Beitrag ein höhö-mässiger Witz zu finden ist, sag bitte bescheid, ich werfe ihn gleich raus.

      Die Suizidtipps sollen doch lediglich von der ungefährlichen Waffe im Schrank ablegen, ausserdem ist der wichtigste Tipp am Ende zu finden, sogar mehrfach betont. Es tut mir leid, wenn ich dabei deinen Level von Humor nicht ganz treffen konnte. Demnächst dann wieder was Ernsthaftes.

    9. Anderer Peter Says:

      Hallo Jens!

      Vielen Dank für diesen (schwarz)humorigen Beitrag heute. Überraschend, welche Reaktionen dies ausgelöst hat. Wäre vielleicht auch mal ein Thema: Humor und seine Grenzen in D und CH. Gibt es da etwa grundlegende Unterschiede? Worüber lacht der Schweizer und der Deutsche nicht, oder umgekehrt?
      Auf jeden Fall Dir und Deiner Familie (also Euch) ein frohes Fest!

      Peter

    10. Bürli Says:

      Hmm können die Zahlen der Studie stimmen?
      Wenn ein drittel Suizide sind, dann sind 200 Menschen sonst irgendwie durch Ordonanzwaffen ums Leben gekommen. Aus der Todesursachenstatistik 2002 http://tinyurl.com/yftv5j : Mordopfer, Totschlag etc. (ICD-10 X85-Y09) 75 sowie Übrige äussere Ursachen der Mortalität (ICD-10 W20-W49, W50-W64, W75-W84, X10-X29,
      X58-X59, Y35-Y36, Y40-Y84,
      Y85-Y84, Y90-Y98) 296
      Dabei sind auch fast alle Arbeitsunfälle sowie Komplikationen bei der medizinischen und chirurgischen Behandlung

      PS: In der Schweiz sind im Jahr 2002 1446 Personen durch Suizid aus dem Leben geschieden, mögen sie nicht vergessen werden.

    11. Andreas Says:

      > Humor und seine Grenzen in D und CH. Gibt es da etwa grundlegende Unterschiede?

      Extreme. Es ist mir in Anfangs in der Schweiz sehr oft passiert, dass meine Witze von Schweizern viel zu ersnt genommen wurden, ähnlich wie dieser Artikel bei einigen Schweizern im „falschen Hals“ landet. Ich kenne mindestens einen Landsmann, der sich als Schweizuntauglich erwiesen hat, weil er von seiner Art trockenen Humor nicht lassen kann.

    12. Katrin Says:

      Super Beitrag. Vonwegen Humer in CH und D: Zum Glueck kenne ich genug SchweizerInnen, die schwarzen Humor haben 🙂

    13. Chlöpf'n'Tätsch Says:

      Stimmt halbswegs, das mit dem trockenen Humor. Musste selber darauf umsteigen, einen trockenen Witz mit der Floskel „Jetzt kommt ein Witz“ einzuleiten. Nach Abschluss dann noch nachdoppeln mit „Das war ein Witz“.
      Aber irgendwie cheggen 75% der Zuhörer die mich nicht kennen den Witz nicht und sehen mich ganz entgeistert an… 🙁

      So dann, jetzt kommt ein Witz:

      Nach bekanntwerden der neuesten Suizidstatistiken hat EXIT, die weltbekannte Freitodbegleitungsorganisation, beschlossen ihre Pallette mit dem Programm „Abgehen wie Ernest Hemingway“ zu erweitern.

      Das war ein Witz 😀

      Könnte jetzt noch mit tiefschwarzem Humor nachdoppeln, aber keiner will wissen das man mit Vanish OxyAction auch die Hirnflecken von der Decke kriegt 🙁

      Schon wieder ein Witz 😉

    14. Marischi Says:

      Der Tod ist was Alltägliches. Und er ist bei weitem nicht immer tragisch! Die meisten Menschen sterben heute an einem jahremässig erfüllten Leben. Das ist noch nicht lange so. Wir sind also sehr verwöhnt.

      Und wenn sich jemand sein Leben nimmt: Ist es nicht sehr eigensüchtig von mir als Zurückgebliebener, wenn ich das nicht akzeptiere? Ich habe nicht die Macht, jemand von so einer Entscheidung abzubringen und ich bin in niemandes Leben so wichtig, dass ich ihn wirklich beeinflussen soll oder kann.

      Natürlich entsteht durch einen Tod eine sehr plötzliche Lücke im eigenen Alltag, die traurig und verzweifelt stimmt. Diese Traurigkeit hat aber viel mit meinem Egoismus zu tun: Wenn der Tote noch da wäre, müsste ich mich nicht mit der veränderten Situation abfinden. Der Tote ist abgehauen und lässt mich allein. Also nervt mich eigentlich vor allem die veränderte Situation und nicht die Geschichte des Toten und seine Krankheit, seine Gründe.So egostisch sind wir doch (fast) alle, ich jedenfalls bin so.

      Wer sich nie mit dem Thema Tod beschäftigt, den trifft so ein Thema hart, weil es ihn an möglichen Schmerz und die eigene Sterblichkeit erinnert.

      Deshalb finde ich den humorvollen Umgang mit dem Thema gut. Danke Jens. Wenn man lernt, über die eigene Angst vor dem Tod zu lachen, dann geht es einem schon viel besser. Undn wahrscheinlich braucht mann dann die Anleitung zum sauberen Selbstmord gar nicht mehr ;-)))

      Auch noch ein kleiner, halbschwarzer Witz zum Thema Tod: Zwei Planeten treffen sich . Der eine sagt zum andern: „Du, ich hab den Homo Sapiens.“ Der andere: „Macht nichts, geht vorbei!“

    15. quadri Says:

      Also etwas mus mal gesagt werden!
      die meisten Suizide / Morde die mit einer Armeewaffe gemacht werden,
      werden mit der Pistole und nicht mit dem Sturmgewehr verübt!

      und die meisten Ada haben nur das Sturmgewehr!

    16. Daniel Says:

      @chlöpfntätsch
      also wenn Schweizer Deine Witze nicht so toll finden, dann bin ich gern Schweizer…

      Ich finde, der feine Humor ist in der Schweiz äusserst kultiviert…und sowieso: das isch bi üs vo kanton zu kanton verschide!

      Kommt doch mal an die Basler Fasnacht, das ist wirklich höchste Qualität des guten Humors.

    17. Andreas Says:

      Wilhelm Busch: Humor

      Es sitzt ein Vogel auf dem Leim,
      er flattert sehr und kann nicht heim.
      Ein schwarzer Kater schleicht herzu,
      die Krallen scharf, die Augen gluh.
      Am Baum hinauf und immer höher
      kommt er dem armen Vogel näher.
      Der Vogel denkt: Weil das so ist
      und weil mich doch der Kater frißt,
      so will ich keine Zeit verlieren,
      will noch ein wenig quinquillieren
      und lustig pfeifen wie zuvor.
      Der Vogel, scheint mir, hat Humor.

    18. Johnny Says:

      Soso, nachdem Kriminalität zuwenig argumentative Munition bietet, um gegen Waffenbesitz mobil zu machen, müssen nun die Suizide herhalten. Ziemlich erbärmlich.

      Was mich stört ist, dass die Argumente -und daraus wird auch gar kein Geheimnis gemacht- nicht nur die Ordonnazwaffe im Auge haben, sondern überhaupt den privaten Waffenbesitz. Waffenbesitz ist nämlich ein guter Indikator, ob der Staat den Bürgern traut und sie für mündig hält oder eben nicht. Jeder Bürger sollte das Recht haben, zum Selbstschutz Waffen zu besitzen. Es ist schön, wenn man dies nicht für nötig hält und auf die Polizei vertraut. Doch im Notfall kann es zu Situationen kommen, in denen man nicht auf die Polizei zählen kann. Sei es, weil sie nicht rechtzeitig vor Ort ist, um einen zu schützen (z.B. in Katastrophensituationen wie letztes Jahr in New Orleans) oder noch viel wichtiger, weil sie aus politischen Gründen einen gar nicht schützen will. Und das ist der Hauptgrund warum ich mich aktiv für ein lockeres Waffengesetz engagiere. Jeder totalitäre Staat muss die Bürger erstmal entwaffnen, bevor er die unterdrückt. Der beste Schutz gegen Totalitarismus und Diktatur sind bewaffnete Bürger.

      Auch wäre beispielsweise die amerikanische Revolution gegen die Briten nicht möglich gewesen, wenn die Amerikaner nicht Waffen besessen hätten. Lange bevor es eine richtige Armee gab und selbst dann noch, waren es die bewaffneten Bürger (Milizen), die die Hauptlast des Kampfes trugen (Die sogenannten Minutemen, Bürger die nur wenige Minuten Alarm brauchen um kampfbereit zu sein).

      Und dass die Deutschen ein ziemlich gestörtes Verhältnis zu Schusswaffen haben, merkte ich u.a. daran, dass ich gezwungen wurde einen speziellen Metallschrank zu kaufen um meine Glock 19 aufzubewahren.

    19. Ch. Arm Says:

      Och nööö….nicht schon wieder dieses unnötige Waffenbashing !!! :))

      Waffen geören in der Schweiz einfach dazu, zudem die Kultur dort mit liberalen Waffengesetzen gewachsen ist und es keinerlei Grund gibt eine Verschärfung anzustreben.
      Mir ist es relativ egal, mit was sich jemand tötet, da sgeht auch mit einem Löffel notfalls, entscheidender ist die FRage warum, dort sollte man ansetzen!

      MfG

      Frohe Weihnachten

      Ch. Arm

    20. Administrator Says:

      @Ch. Arm
      Sag mal, hast Du den Artikel überhaupt gelesen? Wer redet denn hier von „Waffenbashing“. Kein Wort steht im Artikel gegen die Waffen der Schweizer, es geht lediglich darum, sie bitte nicht anzufassen, und speziell nicht für den Selbstmord zu gebrauchen, weil das ausserdem verboten ist.

      Ich habe das Gefühl, hier bricht bald Paranoia aus, wenn nur das Wort „Ordonnanzwaffe“ erwähnt wird. „Da ist einer dagegen, auf ihn mit Gebrüll“.
      Wie du schon sagst, auch der Löffel kann gefährlich sein, das haben wir auch klar betont. Nächstes Jahr machen wir dann einen Aufruf, nicht die Löffel zum Selbstmord zu verwenden, aber dieses Jahr sind eben die Ordonnanzwaffen dran, denn einen Tagi-Artikel zum Thema „Immer mehr Schweizer begehen Selbstmord mit dem Esslöffel“ haben wir noch nicht gelesen, kommt bestimmt noch.

    21. A. Kuhn Says:

      Killias, ist das nicht der Kerl der 2002 beinahe den Big Brother Award erhalten hätte? ^^ eine eher unglaubwürdige Quelle, scheint mir.

    22. A. Kuhn Says:

      Ich gleich nochmals… den ich bin auf seeeeeeeeeensationelles gestossen, jährlich werden in der Schweiz 700 Personen dank Armeewaffen zu Zomies! Schockierend nicht? Denn 1500 Selbstmorde, davon 2/3 mit Armeewaffen macht 1000 Toten aber nach Killias sterben nur 300 davon -macht 700 Zombies, und da Zombies bekanntlich nicht sterben muss sich ihre Zahl seit 1848 auf rund 120’000 erhöht haben. Zooooooooooombie! Zombies!

    23. Psalmist Says:

      Hallo Jens

      Toller Text mit Biss! Hab mich lang nicht mehr so amüsiert auf der Blogwiese. Pietätlosigkeit? Vielleicht hätt ich vor zwei Jahren auch nicht über den Text lachen können, als ich eine Angehörige durch Suizid verloren habe. Aber das ist kein Grund, auf das Schreiben solcher Texte zu verzichten! Das Leben geht weiter, und wenn man etwas nicht ändern kann, dann tut es gut, wenigstens darüber lachen zu können.

      Lg Psalmist

    24. Nussi Says:

      Die ganze Diskussion ist doch überflüssig.
      Wie wir doch nun alle wissen, muss man, wenn man die Waffe mit nach Hause nimmt ein Papier unterschreiben, in dem man bezeugt, keinen Seich damit anzustellen. Findige VBS Juristen haben das „Problem“ für uns aus der Welt geschafft.

      Rechtlich gesehen befindet man sich also definitiv im Abseits, wenn man für Suizid verbotenerweise zur Ordonnanzwaffe greift *Applaus*

    25. Rainer Says:

      Ich bin froh, dass wir in der Schweiz so ein liberales Strafgesetzbuch in Bezug auf die aktive Sterbehilfe haben. Im letzten Jahr erlebte ich in unserer Bekanntschaft, wie eine unheilbar Kranke würdevoll im Kreise ihrer Familie mit Hilfe von EXIT aus dem Leben scheiden konnte. Die letzten qualvollen Stunden an Schläuchen in einem Spital sind ihr erspart geblieben. Diese Erfahrung bewog mich auch EXIT beizutreten. Ich kann nur staunen mit welchen scheinheiligen Argumenten man in Deutschland gegen diese Art der Sterbehilfe angeht.
      Was die Schusswaffen in Hause angeht: je mehr es davon hat, um so mehr Tote gibt es.

    26. Tracer Says:

      Super Artikel! Gratuliere Jens.
      Endlich mal eine neutrale Ansicht. Jeder Suizid ist einer zuviel, aber man kann einem Menschen nicht verbieten sich selbst zu töten! Wie auch? Ein Verbot würde ja nichts bringen. Für die Medien, für Linke Politiker und speziell für Professor Kilias ist es zu einem Volkssport geworden gegen Waffen „Amok“ zu laufen. Und nur das Böse darin zu stehen.
      Das Problem an einer Waffe ist die Person hinter dem Abzug! Ist dieser Mensch böse, dann ist es die Waffe auch. Ist der Mensch gut, dann ist die Waffe gut, d.h. von Ihr geht keine konkrete Gefahr aus und kann für Sport, zur Verteidigung oder zum Einhalten unserer Gesetze verwendet werden. Nur, was ist eine Waffe? Ist es das Sturmgewehr oder ist es das Samurai-Schwert? Es kann fast alles zur Waffe werden, sogar das Wort!
      Wenn ein Mensch so weit ist, dass er töten will, sei es sich selbst oder andere, dann findet er immer eine Möglichkeit diesen Plan auch umzusetzen. Dazu braucht es die reine Kraft des Körpers, einen Stein, ein Küchen-Messer oder halt eben eine Schusswaffe. Es gibt aber, wie weiter oben in den Lesermails erwähnt auch die Möglichkeiten wie Schnellzüge, Zapfenzieher, Hochhäuser, Brücken, etc.
      Die Medien, die linken Politiker und Professor Kilias wollen seit Jahren, dass die Waffen in privaten Händen verboten werden und präsentieren dazu in immer kürzeren Abständen immer wieder abstruse Theorien und Untersuchungen, aber das Kernthema wird dabei nie angesprochen!!
      Nämlich die Frage: „Wieso ist die Schweiz das Land in Europa mit den meisten Suiziden?“ Dort muss man das Problem angreifen! Die Menschen stehen in der modernen Arbeitswelt so unter Druck, dass sie kein Ventil mehr finden oder sich nicht mehr entspannen können, trotz Spassgesellschaft. Die Menschen können sich nicht mehr auf althergebrachte Werte verlassen: Guter Job = Gutes Ansehen = Guter Lohn = Angenehmes uns sorgenfreies Leben im Mittelstand!
      Diese Zeiten sind leider vorbei. Und solange das nicht ändert, ändert sich auch die Suizidrate nicht. Leider!

    27. Georges Says:

      @ Johnny
      Waffen sind also ein Indikator dafür, ob der Staat dem Bürger traut. Und warum? Weil Johnny es so deifiniert.
      Nachher führt Johnny allerdings aus, dass Waffen vor allem dann notwendig sind, wenn der Staat (die Polizei) die Bürger nicht schützen will.
      Das spricht also eher für die folgende Definition:
      Privater Waffenbesitz ist dann angezeigt, wenn der man in einem Unrechtsstaat lebt.

    28. MM Says:

      Ist die Rechtslage in Deutschland und der Schweiz soviel anders? Ich gestehe, dass ich es nicht weiss, aber ich dachte, der Grund, warum unheilbar kranke Deutsche in die Schweiz fahren, um Selbstmord zu begehen, haengt mehr mit der Einstellung vieler Deutsche zusammen als mit dem Gesetz. Oder ist es die Auslegung von passiver Hilfe? Es wuerde mich interessieren, denn Fernsehdiskussionen zum Thema in Deutschland sind kaum zu ertragen, es erscheint mal eine Bischoefin, oder die Familienministerin wuenscht bessere Palliativmedin,weil die Tatsache, dass wir die nicht haben, offensichtlich tabu ist. Netter Eintrag uebrigens.

    29. Daniel Says:

      @MM: Die Rechtslage ist in D tatsächlich sehr viel restriktiver – selbst bei den letzten Dingen muss alles seinen geordneten sozialistischen Gang gehen…
      Und Jens: wie wär’s denn mit einem eigenen „wie variiere ich täglich meinen Ausdruck des absoluten Unverständnisses über das Schweizer Waffenrecht“-Blog (sponsored by Annabelle)? Dann könnten alle, die Deinen Blog grundsätzlich hervorragend finden, auf dieses immer häufiger wiederkehrende Thema jedoch gerne verzichten können, die Blogwiese noch viel mehr geniessen…

    30. Administrator Says:

      @Daniel

      Also da muss ich Dir energisch widersprechen. Ich habe das Schweizer Waffenrecht gut verstanden. Ist ja auch nicht schwer zu verstehen. In dem Artikel vor Weihnachten kam doch absolut keine Stelle gegen die Waffe an sich vor. Wir wissen ja durch viele Zuschriften und Kommentare genau, wie gefährlich auch Löffel im Haushalt oder „SUV vehicles“ in Frauenhand sein können. Es war doch einfach nur ein Appell, um die Weihnachtszeit die dargebotene Hand zu ergreifen und nicht in die Munitionskiste.

      Aber egal wie man das Thema angeht, wenn nur irgendwo „Waffe“ in einem Artikel auftaucht, kommen sofort tief verborgene Ängste auf, dass jemand diese Dinger wegnehmen will.. das ist es, was mich an der ganzen Geschichte immer wieder fasziniert und sicher auch noch zu vielen Postings animiert. Werde aber in Zukunft doch den rosa Balken „sponsored by Annabelle“ über das Posting setzen, damit Du rechtzeitig vor der Lektüre gewarnt bist und schnell noch die bedrohte Knarre im Schrank verschlossen werden kann. Nein, ich nehme sie Dir bestimmt nicht weg.

      Ist das dann OK für Dich?

      Gruss, Jens

    31. Daniel Says:

      @Jens: Stimmt, ich vergass, das Du das Thema ja immer sehr differenziert und journalistisch neutral behandelst. (Dieser Satz war genauso ironisch oder nicht gemeint wie Deine Artikel, in denen das Wort „Waffe“ auftaucht).

      Übrigens: Mir kannst Du keine Waffe wegnehmen, ich bin Ausländer – mein G3, welches immerhin älter war als ich, wurde wohl bei der Umstellung auf das G36 nach Afrika oder in den Nahen Osten verschenkt…

      Ich kommentiere dieses Thema nur, weil ich persönlich zunächst wenig davon halte, anderen gleich mitzuteilen, was sie alles (natürlich objektiv, den meine Meinung ist die richtige, komm mir nicht mit Argumenten) falsch machen – insbesondere, weil ich unter anderem deshalb in deren Land gekommen bin, um solch einer Bevormundung in allen Lebenslagen zu entgehen. Aber wie auch immer, ich hoffe, mein RSS-Reader zeigt den Balken an…

    32. Administrator Says:

      @Daniel
      Danke für die Würdigung meines differenzierten und journalistisch neutralen Stils. Ich weiss diese Anerkennung sehr zu schätzen, denn bei der gegebenen Faktenlage geht das manchmal unter.

      Wie, dein G3 war älter als Du? Das musst Du mir erklären. Ich weiss leider nicht, was ein G3 ist, vermutlich eine Waffe bei der Bundeswehr. Können die Dinger denn nach 18-20 Jahren noch geradeaus schiessen (ihn nehme mal an, dass Du so alt warst, als Du es benutzen lerntest)?

      Gegen „Bevormundung“ in allen Lebenlagen habe ich auch etwas. Womit wir beim Thema „Freiheit“ wären, und beim Vergleich, wo diese besser realisiert ist. In einem Land, dass die Wahl lässt zwischen Knarre im Schrank (zumindest für die Einheimischen), Organisation EXIT und „Dargebotene Hand“ ist die Freiheit tatsächlich sehr hoch, genau das wollte ich mit meinem Artikel ja belegen.

      Weiss nur nicht, wieso es da immer zu Missverständnissen kommen muss. Ich wage da doch nicht, ein Urteil zu fällen. Es reicht völlig aus, die Sachlage zu beschreiben. Nur sachlich bleibt dann offensichtlich keine Diskussion. Aber ich finde es schön, dass auch Du als waffenloser für das Recht auf Waffe einstehst. Das zeigt, wie breit doch der Konsens pro „Waffe daheim“ in der Schweiz von allen gesellschaftlichen Kreisen mitgetragen wird. Auch von den waffenlosen. Kein Grund, mit alten Traditionen zu brechen.

      P.S.: Mein Guillotinenclub nimmt auch noch neue Mitglieder auf, falls Du Interesse hättest. Siehe hier.

    33. Woelfli Says:

      Tut jetzt bloss nicht so ihr Moralapostel. Ich find den Artikel witzig und Organisationen wie die dargebotene Hand darf man ruhig auf die Schippe nehmen. Hat schon mal einer von euch da angerufen? Also was die für Unsinn quasseln, da würde ich mich als potentiellen Selbstmörder nur noch bestätigt fühlen den Suizid zu wählen.
      Kommen wir zu Exit. Exit ist ja wohl auch einfach eine kommerzielle Firma die Geld scheffeln will. Nicht mehr und nicht weniger!
      Ihr müsst jetzt einfach was zu meckern und motzen haben, wie immer. Wenn sich einer den Schädel wegblasen will dann tut er das. Und das will uns dieser Artikel auch mit viel Ironie vermitteln.
      Die Armeewaffe ist einfach die bequemste Art für ein solches Vorhaben.
      Also regt euch nicht künstlich auf und lacht darüber, ein bisschen schwarzen Humor hat noch niemand ins Grab gebracht 😉

      PS: Hab selber so ein schönes StGw90 zuhause und hab ebenfalls schon einen Bekannten wegen Suizids verloren, weiss also von was ich rede meine damen und herren…

    34. Oli_H Says:

      @Johnny:
      Dem Bürger traut? Wer ist „der Bürger“? „Der Bürger“ schließt jeden ein, der wegen Gewaltverbrechen im Gefängnis sitzt. Auch die sind Bürger. Bei der Einschätzung der Verhaltensweisen von großen Personengruppen ist Statistik gefragt. Und Statistik sagt, dass je weiter ein Objekt verbreitet ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass es jemand nutzt. Und je häufiger es jemand nutzt, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass es jemand zweckentfremdet. Und dann ist das ganze eine Abwägungsfrage, ob der dabei mögliche Schaden noch vertretbar ist oder nicht. Der eine hält ihn für vertretbar, der andere nicht. Das ist soweit ok, dabei sollte aber A)jedem klar sein, dass ein anderer das anders sehen kann, ohne ihn deswegen für einen schlechten Menschen zu halten und B)man die Ehrlichkeit haben, hinterher nicht so zu tun als habe sich die Möglichkeit eines Missbrauchs vorher als vollkommen unrealistisch dargestellt. Unter einer genügend großen Anzahl Menschen wird es immer den einen oder anderen geben, der etwas macht, von dem man von ihm erwartet hätte, dass er es unterlässt.

      Ginge es um „Vertrauen“ könnte man gleich in jedem Vorgarten eine ICBM stationieren -man vertraut dem Bürger ja, dass er damit kein Schindluder treibt 😉

    35. jana Says:

      findet ihr das lustig? satire okeh…ich leb seit 3 jahren mit selbstmordgedanken.. ich denke der verfasser hat das wort sensiibltät noch nie gehört.. ich hoffe ich hab irgendwann keine mehr und der verfasser welche, damit er weiss was es bedeutet

    36. Jannes Says:

      Ich muss Jana Recht geben. Wie geschmacklos, um nicht zu sagen pervers, kann ein Mensch sein und sich derartig über Menschen mit Selbstmordgedanken lustig machen. Auch ich leide unter Depressionen und dieser Artikel zeigt mal wieder richtig gut, weshalb sich Leute das Leben nehmen. Nämlich oft aus dem Grund, weil andere Idioten, wie du einer bist, mit Depressionen nicht umgehen können und sich einen Spaß daraus machen. Solche Sätze wie: „das heimische Stromnetz austesten“ führen bei mir zu Übelkeit. Hoffentlich kommst du mal in so eine Situation. Nicht weil es dir schlecht gehen soll, du sollst einfach nur merken, was für einen großen Schwachsinn du in diesen Blog reingeschrieben hast. Dieser Blog ist ein Armutszeugnis der Menscheit.

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