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Leider keine Goldene Maus im „LEBEN“ für die Blogwiese

Mein Statement kurz nach der Preisverleihung würde vom nominierten „Rebell.tv“ Blogger aufgezeichnet und ist hier als Film zu sehen.
Weitere Bilder und Interviews von der Verleihung der Goldenen Maus auf Rebell.tv hier. Einfach auf die Standbilder klicken, dann starten die wmv-Filmübertragung.

  • Leider keine Goldene Maus im „LEBEN“ für die Blogwiese
  • Am 18.05.06 fand auf der Orbit IEX die Preisverleihung für die Goldene Maus 2006 statt. Fast alle nominierten Blogger waren erschienen, nur die Macher von Bands Magazine konnten wegen einer Panne auf der Autobahn ihren Preis in der Kategorie „Kultur“ erst am Ende in Empfang nehmen.

  • Kommen Sie bitte nach vorne… und keiner kommt
  • Die Veranstaltung wurde teils auf Hochdeutsch, teils auf Französisch moderiert, obwohl die Mehrheit der der nominierten Blogger aus der Westschweiz stammten, und auch die Jury bis auf den Deutschen Peter Hogenkamp von ZEIX gut Französisch sprach (der schlug sich dafür sehr gut auf Englisch in allen Diskussionen durch). Witzig fanden wir, dass die entscheidenden Schlussworte: „Wir bitten alle Sieger nun nach vorne zu kommen zum Fotoshooting“ nur auf Deutsch geäussert wurden, und 4 von 5 Siegern auf ihren Plätzen sitzen blieben, weil sie kein Wort verstanden hatten.

    In der Kategorie „Leben“ gewann dann der „Bondy Blog“, zu dem es in der Pressemitteilung heisst:

    Le Bondy Blog” wurde in der Kategorie „Leben” als Sieger gekürt. Während der Unruhen in Frankreich im letzten Jahr hatten auf diesem Blog Journalisten des „L’Hebdo“ vom Leben in der französischen Kleinstadt berichtet. Der international bekannte Blog wurde nun an ein Team von jungen Bloggern aus Bondy übergeben.
    (Quelle: educa.ch)

  • Grosse Beachtung des Bondy Blogs
  • Der Blog hatte während der Unruhen in den Banlieues von Paris international ein grosses Presseecho. Auch Spiegel-Online und viele europäische Zeitungen berichteten darüber, wie die Westschweizer Zeitung „L’hebdo“ auf die Idee kam, ein paar ihrer professionellen Journalisten in die „heisse Zone“ von Paris zu schicken um von dort in Form eines Blogs zu berichten. Klasse Idee eines kommerziellen Schweizer Printmediums, hervorragend realisiert. Doch dann waren die Unruhen vorbei, und es gab nichts mehr zu berichten, Alltag kehrte ein. Was also tun mit diesem Blog? Die Geschichte war nicht mehr „heiss“ genug, es lohnte sich nicht, auf Dauer dort weiterhin Profis arbeiten zu lassen.

    Also kam man auf die Idee, ein paar der vor Ort lebenden Jugendlichen in die Schweiz zu schicken, ihnen eine Kurzausbildung zum Journalismus zu spendieren, und dann den Blog in ihre Hände zu legen. Hätte man auch so verfahren, wenn nach wie vor interessante und neue Dinge in Paris passiert wären, über die man hätte berichten können?

  • Der bittere Beigeschmack
  • Wir kommen nicht umhin, bei dieser Wahl der Jury einen bitteren Beigeschmack zu spüren. Die Idee zu diesem Blog stammte nicht von den Bloggern, die jetzt geehrt wurden mit dem Preis. Die sind erst seit März 2006 dabei, also noch keine 3 Monate. Das Konzept des Blogs ist das Kind eines kommerziell arbeitenden Printmediums, nicht zurück gehend auf Eigeninitiative wie bei allen anderen Nominierten der Goldenen Maus.

    „L’Hebdo“ hätte sicher nicht diesen bemerkenswert heroischen Schritt „Wir übergeben jetzt den Blog an junge Journalisten vor Ort“ gewählt, wenn das Thema in Paris immer noch spannend und gut für eine Story gewesen wäre.
    Die offizielle Jury Begründung klang dann so:

    „Bondy Blog“ wurde preisgekrönt als typisches Beispiel für einen möglichen Wandel vom traditionellen Journalismus von Journalisten zum sogenannten „partizipativen Journalismus“ von Laien. Der Blog selbst hat diesen Wandel vollzogen, indem er von den Journalisten, die ihn produzierten, nun an Bürger von Bondy übergeben wurde. Bondy Blog hat ein internationales Echo gefunden, das wohl nur ganz wenigen anderen Blogs zuteil geworden ist und hat damit auch die Idee des Blogs einer weiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
    (Quelle: educa.ch)

    Was heisst das im Klartext? Als die Geschichte nichts mehr hergab hat man die Jungs vor Ort rangelassen. Und dafür jetzt einen Preis? Ist das eine lobenswerte Idee? Hätte man sie auch „partizipieren“ lassen, wenn noch weiter Geld mit der Materie zu verdienen gewesen wäre?

  • Wir freuen uns für die Blogger in Paris
  • Um das ganz deutlich festzuhalten: Wir freuen uns sehr für die Blogger in Paris, welche mit dem Preis nicht nur eine moralische Unterstützung für ihre Arbeit bekommen, sondern einen Ansporn, das Ding dort mit hoher Professionalität weiterzuführen. Ihre Ideen war der Blog jedoch nicht, und sie haben ihn weder aufgebaut noch berühmt gemacht. Darum unser etwas bittere „Beigeschmack“ bei dieser Jury-Wahl.

  • Bitte keine Profis mit Amateuren vergleichen
  • Wir hätten uns gewünscht, das der Aspekt „eine eigene Idee konsequent und originell entwickeln und über eine längere Zeit kontinuierlich pflegen“ stärker beachtet worden wäre, und dass grundsätzlich keine Profi-Journalisten oder kommerziell geführte Zeitungsblogs mit in die Wertung kommen, weil sie einfach nicht in der gleichen Liga mitspielen wie die normalen Privat-Blogs, was die eingesetzten Mittel und Ressourcen angeht.

    Aus Paris kam übrigens niemand zur Preisverleihung, die Goldene Maus wurde einem lokalen Vertreter von „L’Hebdo“ überreicht. Ob das daran lag, dass die Reisespesen nicht ersetzt wurden? Andere Nominierte reisten sogar aus London oder New York auf eigene Kosten an.

    Daher der Frust unter den Nominierten der Kategorie „Leben“, die sich nach der Preisverleihung einen wunderbaren langen Abend über ihre Blogger Erfahrungen austauschen konnten und glücklich waren, die netten Menschen hinter den Geschichten und Rezepten einmal persönlich kennenzulernen.

  • Die Jury bestand nur aus Männern
  • Zum Schluss wollen wir noch festhalten, dass wir das Prinzip: „Eine Fachjury wählt aus und entscheidend“ grundsätzlich gutheissen. Alle Anwesenden freuten sich sehr über den Sieger „Une voix pour la Boillat“ und über „Le semeur“.
    Der Umstand, dass keine Frau unter den Gewinnern war und auch keine Italienisch geschriebenen Blogs aus dem Tessin nominiert waren, ist zu bedauern, sollte aber nicht überbewertet werden. Ein paar Frauen in der Jury beim nächsten Mal wäre aber kein Fehler.

    Stellvertretend für die Tessiner hielt der Tessiner Technologie-Journalist Bruno Giussani (EnglischerBlog: Lunch over IP ) seine Dankesrede auf Italienisch. Auch er übrigens ein Profi-Journalist und Buchautor.

    

    17 Responses to “Leider keine Goldene Maus im „LEBEN“ für die Blogwiese”

    1. leu Says:

      Hallo Jens-Rainer
      Sehr gut, wie du das ganze zusammengefasst hast. Ich habe schon im Vorfeld mal kurz gesagt, dass es komisch sei, das einer der interessantesten Themenblogs der Schweiz, der Jobblog von Marcel Widmer nicht nominiert sei. Aber so wie es aussieht, hat die goldene Maus nichts mit der Schweiz zu tun. Die Bemerkung betreffend Profis, würde ich sogar weiterziehen, den wie soll ein Blog wie der von Bruno Dingsbums nach einem halben Jahr bereits ausgezeichnet werden. Das finde ich sehr speziell, denn schon mancher Blog hat nach einem halben Jahr den Schirm wieder zugetan. Ich finde es schade, wurde nicht dein Blog, der doch eine sehr originelle Idee beinhaltet und sehr konsequent geführt wird nicht gewonnen hat. Alles in allem wünsche ich der Goldenen Maus dass in Zukunft wieder ein wenig Internet Seiten nominiert und prämiert werden. Das nimmt niemand zur Kenntniss und voila.

    2. Raphael Says:

      Obwohl ich deine Enttäuschung nachvollziehen kann, hätte ich an deiner Stelle nicht auf Rebell.tv verlinkt. Denn das Video ist sehr unprofessionel und zeigt dich als schlechten Verlierer.

    3. Administrator Says:

      @Raphael
      Findest Du wirklich? Ich war natürlich wirklich ziemlich frustriert und habe meinen Emotionen freien Lauf gelassen, stimmt. Am Ende stellte sich heraus, dass die anderen nominierten welschen Bloggerinnen, die zuvor genauso sauer waren über die Blog-Bondy Entscheidung, plötzlich vor der Kamera gar keine Meinung mehr hatten.. 🙂 Ob hier wieder das Klischee bedient werden kann, dass Schweizer ihre Wut lieber in sich reinfressen als sie nach aussen zu äussern? Faust in der Tasche und so? Ich habe auch erst 2 Tage gewartet, bevor ich mich entschieden habe, Video und Artikel frei zu schalten. Denn das ist ja Schnee von gestern. Aber vielleicht hilft es, beim nächsten Mal faire Kriterien und Regeln etc. mit einer gemischten Jury aufzustellen, wer weiss.

      Das mit dem schlechten Verlierer musst Du mir erklären: Ich freue mich wirklich für die Jungs in Paris, die können das Geld gut gebrauchen, aber eine abgelegtes Profi-Projekt zu belobigen.. sorry, da musste ich mich aufregen und tu es noch.

    4. Basil Says:

      Deinem Blog liegt ein sehr spannendes Thema zugrunde – die jährliche Zuwachsrate der Deutschen in der Umgebung von Zürich hat die Grössenordnung von ca. 10% oder so? Ich kenne die Rate nicht genau (wie gross ist sie?), aber bekanntlich haben die Deutschen die Portugiesen neulich überholt. Deine Erlebnisse und sprachlichen Beobachtungen werden also von einer wachsenden Anzahl Leute geteilt, die, wie ich jetzt wohlmeinend und der Einfachheit halber mal unterstelle, durchaus einem bildungsnahen Milieu entstammen und somit die feine Ironie und Analytik Deiner Posts goutieren.

      Die Herren von der Jury und der NZZ tun das aber leider nicht. Denn in deren Welt gab es immer schon Praktikanten aus Deutschland, die hier entsprechende sprachliche Beobachtungen und Erlebnisse schon vorher einmal gemacht haben. Schade, dass diese Leute die Jury bilden, da so nur Blogs mit professionellem Hintergrund eine Chance haben.

      Sonst: Weiterhin gutes Schreiben, besonders mit „CH-D-kontrastiv“, was ich sehr spannend finde.

    5. Administrator Says:

      @Basil
      Das waren nicht die Portugiesen, sondern die Italiener, zumindest was die Anzahl im Kanton Zürich angeht. 148.000 Deutsche wohnen in der Schweiz, von denen ca. 100.000 hier arbeiten, haben wir bei Patrick Rohr in QUER gelernt.
      Danke für die Blumen. Das Wort „goutieren“ wird übrigens hier erklärt.

      Gruss, Jens

    6. Basil Says:

      Um dem Faden eben noch ein bisschen Fundament zu geben, hab ich jetzt gerade noch mal ein bisschen recherchiert und bin beim Bundesamt für Statistik fündig geworden. Es handelt sich tatsächlich um ein jährliches Wachstum von über 9% (vergleiche dazu die Zahlen der Jahre 2003, 2004 und 2005 in). Link dazu hier.
      Schweizweit sind die Deutschen hinter den Italienern und Portugiesen an dritter Stelle.

    7. BloggingTom Says:

      Wusste gar nicht dass Du so gut französisch sprichst, Jens…

    8. Administrator Says:

      @BloggingTom
      Leider ist das mit dem Schreiben auf Franz. nicht ganz so einfach, würde zu gern einen Blog bilingue haben… so wie Maria-Pia aus New York (siehe meinen Blogroll). Die Franz. und die Englische Version ist aber stets etwas unterschiedlich bei ihr, eben jeweils der Zielgruppe angepasst.
      Gruss, Jens

    9. BloggingTom Says:

      @Jens: Na es muss ja nicht unbedingt Französisch sein, ein romanische Version würde Dich in den Olymp des Bloggertums hieven 😉

    10. Roger Says:

      @leu
      Der Jobblog mag gut sein, haut mich aber nicht gerade vom Sockel. Und eine Jury ist eine Jury, d.h. wir reden hier nicht von einer allumfassenden Wahrheit;)
      Was ich nicht akzeptiere, ist der Vorwurf, dass die Jury nichts mit der Schweiz zu tun hatte – das macht mich sauer! Den ich denke, dass einige der ausgewählten Blogs sehr, sehr viel mit der Schweiz zu tun haben!

      @Jens
      Lieber Jens,
      Ein Juryentscheid ist nie eine leichte Sache. Wie ich gesagt habe, sind für mich persönlich alle Nominierten Sieger. Vergiss nicht, dass schon die Nominierung keine leichte Sache war und Du warst einer der vier:)

      Und noch was: Mit Profi-Projekt darf man das Bondy-Blog keinesfalls erledigen – ich glaube gerade Bondy zeigt sehr viel mehr als nur Professionalismus – eben auch einen direkt-demokratische Erbschaft, die so bei einem französischen Profi-Projekt so nie möglich gewesen wäre (und „tentatives“, z.B . von Libération, gabs durchaus).
      ***
      Wo ich mit Dir übereinstimme, eine Jury sollte aus Frauen und Männern bestehen. Das müssen alle zukünftigen Blog-Jurys besser machen. Hierzu werde ich sicher noch was bei mir posten.

    11. Administrator Says:

      @Roger
      „ich glaube gerade Bondy zeigt sehr viel mehr als nur Professionalismus – eben auch einen direkt-demokratische Erbschaft, die so bei einem französischen Profi-Projekt so nie möglich gewesen wäre“

      Was wäre denn gewesen, wenn die Story von Blondy im Jan-Feb-März neues Feuer gefunden hätte, wenn da neue Unruhen ausgebrochen wären. Meinst Du ernsthaft, L’Hebdo hätte dann genauso grosszügig seine „Erbschaft“ weitergegeben? Die wären schön selbst dran geblieben an…

      Bondy ist als Profi-Projekt aufgebaut und gross geworden, jetzt ist es ein Amateur Projekt, dass erst mal sein erstes Jahr überstehen muss.

      Ich finde das Kriterium vom Leu „Hat schon mehr als 6 Monate durchgehalten“ gar nicht so schlecht. Wie wir beim Geissenpeter (http://www.heidiswelt.blogspot.com) gemerkt haben, ist das gar nicht immer so einfach.

      Ich werde fleissig weiter bei den Jungs aus Bondy lesen und gucken was passiert. Bin sehr gespannt. Drücken wir Ihnen die Daumen dass sie das Niveau und den geerbten Anspruch halten und noch erhöhen können.

      Gruss, Jens

    12. litscher Says:

      Bis jetzt hatte ich eigentlich immer den Eindruck, der Schweizerische Bildungsserver educa.ch beherberge (nur) professionelle Inhalte und Aktionen. Schade.

    13. Fiona Says:

      Enttäuschungen muss man halt einstecken können :
      „If you don’t succeed at first, just try, try again“ (E-Spruch).
      So keep on truckin‘, Jens…. er, sorry, bloggin‘! Maybe focus more on
      contemporary Swiss lifestyle? Die Schweiz von heute ist ganz anders als vor 25 Jahren…. Take a look at

      http://www.amtsblattzug.ch (Don’t miss the webcam of the Oekihof)

      Fiona

    14. Roger Says:

      @Jens
      Wäre, hätte – wir wissen nicht, was die Hebdo-Redaktion gemacht hätte. Vielleicht wäre es deshalb das Beste, Hebdo und auch das Bondy-Blog direkt mit Deiner Sichtweise zu konfrontieren. Es ist ja ein Blog;)

      @Litscher
      Ich sehe eigentlich keinen Grund, die Professionalität in Zweifel zu ziehen. Was wären denn die Argumente?

    15. Geissenpeter Says:

      Na na na… Ich habe gebloggt, solange ich die Zeit hatte und solange es mir Spaß gemacht hat. „Durchhalten“ klingt nach Armee, durchbeißen und Pflicht. Dass ich meinen Blog erstmal eingestellt habe, hat nichts mit Scheitern zu tun. Ich habe meinen Blog nach dem Lustprinzip betrieben und jetzt erstmal damit aufgehört, weil ich in meinem Job gerade genug Erfüllung finde und auch genug zu schreiben habe. Ich glaube nicht, dass ich mich als Beispiel in einer Debatte über entgangene Preise eigne. Das Schöne an der Blogosphäre ist doch, dass jeder tun darf, was er will. Vielleicht sollte man deswegen auch davon absehen, Blogs mit Preisen auszuzeichnen. Es führt – wie man sieht – ja nur zu Eifersucht und Frust. Und dazu, dass in diesem schönen Freiraum jetzt auch das Konkurrenzdenken Einzug hält.
      Take it easy.

    16. Harry R. Says:

      @Jens
      Gerne hätte ich Dir gratuliert. Schade, dass es nicht geklappt hat. Ich kann schon verstehen, dass du etwas gefrustet warst, weil ein Blog gewonnen hat, den eigentlich zum überwiegenden Teil eine Zeitung betrieben hat.
      Da seit ihr wohl mit „ungleichen Spiessen“ angetreten. Komische Jury, die private Blogs mit blogenden Jourmalisten vergleicht.
      Dein Blog ist so unterhaltend gemacht und oft musste ich fast Tränen lachen und nebenbei habe ich bei dir so viel neues über die Schweiz erfahren wie nirgendwo sonst.
      Ich finde es spannend, wo du überall hinschaust und was du siehst und wie amüsant du schreibst.
      Lass dich bitte nicht entmutigen, sondern mach einfach so weiter, für uns!
      Chapeau!

    17. Arne Völker Says:

      Ehrlich gesagt fällt es mir schwer, die Unterscheidung zwischen privat und professionell zu verstehen, die du losgetreten hast, Jens. Und der hier in den Kommentaren ja auch Einige folgen.

      Denn bei vielen professionellen Journalisten freue ich mich immer wieder mal darüber, wenn sie nicht Zyniker geworden sind – sondern noch die Leidenschaft haben, mit der sie vermutllich alle mal in ihren Job gekommen sind. Damit sind auch sie Amateure, im guten, ursprünglichen Sinne dieses Wortes: nämich dass sie ihre Themen lieben.

      Wenn jemand wie du, Jens, regelmässiges Veröffentlichen betreibt, dann ist er in meinen Augen Profi, selbst wenn er es aus Liebe zum Thema tut. Und selbst dann, wenn er (hoffentlich) dabei immer so sehr Amateur bleibt, wie es mir durchaus sehr gefällt. Und auch als Profi einen Preis verdient hätte.

      Mit den vielen, die nicht nur Amateure, sondern ausserdem unprofesionell sind, möchte wohl niemand verglichen werden, oder?