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Die Schweizer sind lernfähig — Die Brandkatastrophe im Gotthard-Tunnel

  • Deutsch ist die Katastrophensprache
  • Die Schweizer Radiosender schalten bei wichtigen Verkehrsmeldungen sofort um auf Hochdeutsch, die erwählte Sprache für alle Katastrophenmeldungen. Das ist gut so, denn nur so können die Sender sicher sein, in der Schweiz auch wirklich alle Touristen auf der Autobahn von Basel nach Chiasso zu erreichen. So wurde auch die Sperrung des Gotthard-Tunnels via Radio auf Hochdeutsch verkündet:

  • Brandkatastrophe im Gotthard-Tunnel
  • Im Oktober 2001 ereignete sich eine Brandkatastrophe im Gotthard.
    Feuer im Gotthard
    Kurze Zeit später passierte eine Unfall auf der Ausweichroute über den St. Bernadino. Die Folge: Die Schweiz war dicht. Ein einziger Stau von Nord bis Süd, von Basel bis zum Gotthard. In Basel wurden keine LKWs mehr ins Land gelassen.

  • Hochexplosive Tunneldecke
  • Der Tunnel war bis Weihnachten gesperrt, dann wurde er zunächst nur für PKWs geöffnet. Bei der Begutachtung der Brandkatastrophe fiel den Verantwortlichen ein, dass ja in der Tunneldecke in gewissen Abständen Sprengstoff gelagert ist, so wie in jedem Schweizer Tunnel und in jeder Brücke, um sie im Verteidigungsfall schnell für einen Feind unpassierbar machen zu können.

  • Keinen Sprengstoff mehr in den Tunnel
  • Es wird beschlossen, den Sprengstoff nach der Reparatur des Tunnels nicht mehr dort zu deponieren:

    Am Montag bestätigte der Schweizer Militärsprecher Urs Caduff, was bislang als Gerücht die Runde machte: Im Gotthard ist Sprengstoff in den Fels eingegossen. Aus Gründen der Landesverteidigung „sichert“ die Schweiz strategische Verkehrsachsen mit Sprengstoff. Die Ladungen sind so angebracht, dass die Bauwerke zusammenfallen. Vor einigen Wochen aber soll Generalstabschef Hans−Ulrich Scherrer die Entladung der Sprengkörper angeordnet haben. Bei der Wiederöffnung, ließ die Armee verlauten, werde es im Gotthardtunnel keinen Sprengstoff mehr geben.
    (Quelle: Die Zeit 25/2001)

    Die Schweizer sind ein lernfähiges Völkchen. Kurze Zeit später begannen die Basler darüber nachzudenken, wie das eigentlich mit dem Sprengstoff in ihren Rheinbrücken bestellt sei. Man munkelte, dass auch hier der Sprengstoff entfernt werden sollte.
    Brücke in Basel
    Doch es stellte sich heraus, dass dies unmöglich ist, weil die Behälter tief im Inneren der Brücke in den Beton eingegossen wurden und nicht mehr ohne Abriss der ganzen Brücke zu entfernen sind.

  • Brücken werden solide gebaut in der Schweiz
  • Ein Schweizer Strassenbau-Ingenieur erzählte uns einmal, dass in seinem Kanton einst eine Brücke umsonst gebaut worden war. Sie stand eine Weile einfach so rum auf der grünen Wiese und wurde nicht mehr gebraucht. So etwas kommt in Deutschland öfters mal vor, wenn sich die Planung ändert oder das Geld für einen Strassenbau nicht mehr reicht. Also beschloss man, mit diesem Prunkstück etwas Sinnvolles anzustellen, sozusagen „im Namen der Wissenschaft“, und es auf Belastbarkeit zu testen. Es wurde das Doppelte an Masse draufgepackt, als zulässig war. Nichts passierte, die Brücke hielt. Die dreifache Masse, nichts geschah. Erst bei der 4-fachen Belastung bekam die Brücke langsam Risse. Man hat sie nur mit viel Aufwand wieder einreissen können. Soviel also zur soliden Bauweise der Schweizer Ingenieure.

    Wir fragten uns damals, warum sie nicht einfach den versteckten Sprengstoff in der Brücke gezündet haben, um zu testen, ob das Bauwerk dann wirklich in sich zusammenfällt. Jedenfalls verstehen wir jetzt, warum die Bezeichnung „Ingenieur“ ursprünglich „Kriegsbaumeister“ bedeutet:

    Ingenieur, der; -s, -e
    [älter nur in der Bed. „Kriegsbaumeister“, frz. ingénieur, zu lat. ingenium, Ingenium]:
    (Quelle: Der Duden)

    

    15 Responses to “Die Schweizer sind lernfähig — Die Brandkatastrophe im Gotthard-Tunnel”

    1. Peter Says:

      Macht Sinn und kann ja wieder mit Sprengstoff bestückt werden. Der „Feind“ komtm ja nicht unerwartet über Nacht. In Österreich wurde auch überall der Sprengstoff in tunnels und an Brücken entfernt sowie die versteckten/geheimen Kanonen die auf wichtige Passagen (Talsperren in Kärnten oder Donaubrücken in Linz) zielten entfernt (doppelter Schutz = Sprengstoff vor Ort in der Brpcke und vom Hinterland die fix eingestellte Kanone). Die Militärdoktrin wurde halt (zumindest in Ö) den neuen Gegebenheiten (Umland ist NATO, EU, Ausnahme halt CH und FL) angepasst.

    2. AnFra Says:

      Zu der bei einigen Schweizermenschen vorhandenen Schweizerparanoia bezüglich von Schweizersprengmitteln in Schweizerbrücken folgend eine wahrhafte Unglaubwürdigkeit.

      Vor etlichen Jahren begab sich ein privater Schweizeroffizier an die dt. Autobahnbrücke in Konstanz und hatte sich auffällig verhalten.
      Er hatte innerhalb einiger Tagen diese Brücke eingemessen, dokumentiert und fotografiert. Trotz seiner Schweizerunauffälligkeit wurde er durch die dt. Polizei überprüft und zur Sache befragt.

      Es stellte heraus: Er war eine private (???) Person, welche im oberen Offizierrang angesiedelt war und hatte diese dt. Brücke nur so privat untersucht! Nach längerer Anhörung hatte er dann gesagt: Er habe diese Brücke nur untersucht, um an diesem Bauwerk so schnell mal übungshalber zu berechnen, welchen Bedarf an Schweizersprengmitteln man dafür so benötigen würde!

      Eine Sache hat ihm jedoch den letzten Glauben an die dt. Ingenieurkunst genommen, denn er hatte nach langem Suchen keine (!!!) Sprengkammer gefunden.
      Es soll immer wieder die Polizei gefragt haben, ob die dt. Brückenplaner diese Sprengkammer denn tatsächlich vergessen hätten!

      Dieser arme Tropf hat wohl nicht gewusst: Man lebt jetzt in der Zeit nach dem 08.Mai 1945.

    3. lis Says:

      Sprengkammern in Brücken bieten immer wieder Anlass zur Erheiterung. So wurde vor Jahren die Eisenbahnbrücke über den Rhein in Schaffhausen erneuert. Dabei wurden auch wieder Sprengkammern eingebaut. Anschliessend wollte der Bund – wie das sonst üblich ist – auch vom Kanton Schaffhausen einen Beitrag an diese Erneuerung der Sprengeinrichtungen. Diese aber weigerten sich zu zahlen. Der damalige Baudirektor (Minister) befand: „Wir zahlen doch nicht noch dafür, dass wir im Ernstfall von der Schweiz abgesprengt werden“. Nach heftigen Diskussionen wurde Schaffhausne die finanzielle Beteiligung erlassen.

      Und der ober geschilderte Offizier, der in Konstanz die Brücke vermass, war wohl mit dem ehemaligen FDP-Nationalrat Ernst Mühlemann bekannt 🙂 Der hatte in seiner aktiven Militärzeit als Brigadier bei einem Kompanie-Rapport im Thugau befunden, im Ernstfall werde man als Erstes die Konstanzer Rheinbrücke sprengen. Vielleicht wollte der Offizier da schon mal vorfühlen…

    4. Peter Says:

      ist zwar ö aber doch interessant zu lesen:

      http://www.zeit.de/2008/33/Spurensuche?page=1

      lg
      peter

    5. AnFra Says:

      @lis

      Ja, ja, der Herr Mühlemann,

      der als auch so ein verspielter Militärjunge hätte nach der Sprengung der Konstanzer Rheinbrücke dumm dreingeschaut, wenn es eine folgende Antwort gegeben hätte:
      2 Stück Wummen auf Zürich, d.h. A-Eier mit je einer 30 Kilotonnen Sprengkraft, und Zürich würden niemals wieder Brücken benötigen.

    6. Helza Says:

      @AnFra: Klar, nach Deiner „Wumme“ steht im Grossraum Zürich kein Stein mehr auf dem anderen. Aber auch alles andere ist weg: vor allem das Geld der Reichen und Mächtigen dieser Welt und das werden die sich gründlich überlegen, bevor sie zum letzten Mittel greifen. Ausserdem wäre das Gebiet dann auf Jahre hin verseucht und könnte weder befahren noch besucht werden. Die Schweiz ist aber als Transitland strategisch wichtig und könnte bei kriegerischen Auseinandersetzungen zum begehrten Pfand werden. Deshalb bin ich froh, dass unsere Militärstrategen die Sprengkammern nicht abschaffen und in neuen Bauwerken ebenfalls einbauen. Als kleines Land können wir uns gegen übermächtige Gegner nicht lange wehren, der einzige halbwegs wirksame Schutz ist unsere Topographie. Diesen Vorteil sollten wir nicht leichtfertig aus der Hand geben. Klar, heute herrscht frieden, wir liegen mitten in der EU, es gibt auch noch die NATO. Aber wie lange hält das? Die EU ist ein äusserst heterogenes Konglomerat von bald schon heillos zerstrittenen Staaten (hier die Profiteure, dort jene, die gemolken werden, so lange man kann). Dieser Klüngel wird wohl bald einmal implodieren. Und wie bei jedem Vakuum stehen auch rund um Europa Mächte bereit, die es sich noch so gerne einverleiben würden. Von ewigem Frieden zu reden, ist recht leichtsinnig. Und uns einfach von Europa vereinnahmen zu lassen, wäre dumm. Denn auch dort gibt es genügend gierige Staatschefs, die sich gerne einige Filetstücke herausschneiden würden, siehe Sarkozy und Merkel, die nicht müde werden, uns zu drohen, wenn wir nicht sofort unsere Gesetze nach ihren Wünschen anpassen.

    7. Brun(o)egg Says:

      Sprengkammern sind in Friedenszeiten nicht mit Sprengstoff bestückt. Es bestand also keine gefahr, dass der ganze „Hoger“ in die Luft fliegt. Schaden hätten höchstens die Sprengkammern selbst genommen.

      Was die Offizierskriegsgurgel angeht, da irgendwo im Schaffhausischen: Die gibts überall. Grosse Buben die gerne Indianerlis spielen. Nur manchmal fahren sie besoffen Auto. Dann hats wieder einen weniger.

    8. AnFra Says:

      @Helza

      Gut verstanden, aber: Wenn auf Zürich mindestens ein „A-Ei“ mit 50 kT gefallen sein sollte, so kann / muss man sicher die Hochrechnung wagen: In Zürich und in der übrigen Welt brauch man in der Zukunft kein Geld mehr.
      Jedoch würde mindestens der alte Werbespruch gelten: „Zürich strahlt!“

      Zu EU ein kleiner Gedanke: Versuch mal einen inversen, (nicht perversen) Gedanken zu überlegen:
      Die CH hat die gesamte EU um sich umzingelt und zerfällt einmal an ihren eigenen inneren hegemonialen und niemals aufbereiteten und stetig unterdrückten Zerwürfnissen. Alter Spruch: SAG NIEMALS NIE!

      Betrachte die CH: Laut Eigenmär immer und ohne Druck zustande gekommen, ein unerreichte Selbstbestimmung in der Vergangenheit und Gegenwart, niemals Okkupiert, immer nur Eroberungsabsichten durch Deutsche, niemals durch Italiener oder Franzosen auf das Gebiete der CH, usw, usw.
      Das HRR(DN) hat ab ca. 1500 eine „Heimführung“ der Eidgenossen in Reich zu den Akten gelegt. Ist das möglicherweise ein Komplex, weil kein „Deutscher“ in die Eidgenossenschaft / CH mit preuss. Stechschritt reintrampelt? Wobei als Supergage zu sehen ist: Die damaligen dt. Kaiser waren aus dem heutigen Gebiet der CH.
      Der alte Spruch gilt wohl noch immer: „Den D. hättens wir gezeigt!“ Am 02.Sep. 1939 sicherlich nicht, aber am 09.Mai 1945 gewiss.

      Was mit dem schw. Tölpel, der sich bei der milt. Spionage an der dt. Autobahnbrücke in Konstanz erwischen hat lassen, das Problem ist:
      Wenn ein dt. Militärheini eine schw. Brücke in Zürich ausspioniert hätte, was hätte DAS für eine Reaktion im schw. Blätterwald gegeben?

      Bruno hats gut dargestellt: Keine Angst an Bauwerken, die Ladungen sind nicht am Bauwerk.

      Nachtrag: Dieses Thema mit Brücken, Artillerie mit Wummen auf Z., hat für mich ein fazinierendes zwiespältiges Gefühl: Wenn ich so durch die CH fahre und die schönen Ingenieurbauwerke und dann die seltsamen Zugänge zu den Sprengkammern und die Verschlussplatten für die in der Landschaft versteckten Panzersperren sehen, dann muss man überlegen, welche Kunst hier durchbricht, die Kunst des baulichen Kreierer oder die Kunst der illusionistischen Zerstörer.

    9. Helza Says:

      @AnFra: Es gab sehr wohl Druck von aussen und die Schweiz wurde auch besetzt, das letzte Mal von den Truppen Napoleons. Dieser ist auch weitgehend für die heutige Zusammensetzung und Aufteilung der Kantone der Schweiz verantwortlich, weil er den Wert des Systems erkannte und bestehende Ungerechtigkeiten, wie z.B. die von Bern annektierten Waadt, Genf und Aargau korrigierte. Bereits die Gründung der Eidgenossenschaft beruhte ja auf Einflüssen von aussen, die man möglichst begrenzen wollte. Die so zustandegekommene ‚Willensnation‘ mit vier verschiedenen Sprachen und Kulturkreisen hat sich bis heute bewährt. Klar, von aussen, also aus Sicht der EU betrachtet, würde man sie wohl am einfachsten besetzen und dann unter die entsprechenden Nachbarstaaten aufteilen. Dürfte aber schwierig werden, denn die Schweizer hängen an ihrem Staat, auch wenn sie sich kulturell gerne nach ihrem Sprachgebiet ausrichten. Bereits Hitelers Strategen haben übrigens genaue Berechnungen über Aufwand/Etrag bei einer Einnahme der Schweiz angestellt … und es vorerst bleiben lassen. Weil die Schweiz eher ein total verwüstetes Land übergeben hätte, als sich zu ergeben. Sollten es sich Merkel, Sarkozy&Co. anders überlegen, haben wir ja immer noch die Sprengkammern. Und auch sonst noch ein paar Trümpfe in petto.

    10. AnFra Says:

      @Helza

      Die Sache mit den Sprengkammern (ohne die Trümpfe) hat bei mir schon öfters wilde Tagträume ausgelöst.
      Da in das „Paradies“ so viel Schwarzgeld reinkommt, heben die schw. Finanzheinis sicherlich gewaltige Probleme, dieser Geld dinglich in der CH unterzubringen.

      Im Traum erschien mir die Fee Helvetia und deutete dauernd auf die Eingangstüren zu diesen Sprengkammern. Sie verriet mir ein Bundesgeheimnis: „Dem gemeinen Volke wird die Mär erzählt: Da sind Sprengmittel drin. Lese die Geschichte von Ali Baba und den schw. Räubern und Dir sind die Göttinen Fortuna, Viktoria und Juno-Moneta hold!“

      Drum ein Fanal:
      Reißt die Türen der Sprengkammer raus, holt alles was rinn ist raus und verteilt es, lasst euch von den Militärheinis nicht verarschen!

      Kleine Nachschau: Natürlich gab es beim größten Führer aller Zeiten Berechnungen und Abschätzungen über den Bedarf von dt. Truppenstärken beim eventuell nötigen Einmarsch in die CH, aber: Eine konkrete Absicht kann nicht nachgewiesen werden im Gegensatz zu Benito Mussolini mit seiner bereits gedruckten ital. Landkarte mit neuen nördlichen Provinzen, die man in der CH als „Die Welschen“ nennt! Eventuell hatte A.H. eine gewisse Befürchtung: Würden die franz. Kräfte möglicherweise durch die nördlichen schweizer Kantone, welche nach Plänen des schw. Militärs sich selbst überlassen werden sollten, nach Süddeutschland eindringen versuchen. Da der „lustige“ Krieg „blitzschnell“ beendet wurde, ist solch ein Kelch der Erkenntniserfahrung glücklicherweise an der CH vorbeigegangen. Die autonome eidgenössische Nachvollziehung von äußeren Vorgaben hat es bereits damals gegeben!

      Die Aussage über die Besetzung der Schweiz wollte den Aspekt der mögl. dt. Eroberungsabsichten darstellen. Da lässt sich recht wenig zeigen! Vom HRR(DN), Wilhelm II, Führer bis zur EU mit den apostrophierten Eroberern Merkel und Konsorten. D.h.: Beu uns Heiterkeit am laufenden Band.

      Tipp: Beschäftige Dich mal ganz unaufgeregt mit der zusammenkommenden europäischen „Willensgemeinschaft“. In gewisser Weise erfolgt sogar auch hierbei eine gewisse analoge Entwicklung in Europa wie mal in dem Raum, welcher heute den Namen Schweiz trägt, aber wohl etwas schneller, größer, sogar auch noch besser und klarer, denn die Geschichte der CH hatte auch einige Eigenschaften einer Achterbahn! 😉

    11. Helza Says:

      Ja AnFra, Europa als Willensgemeinschaft hat einiges mit der Schweiz gemein. Klar ist es viel, viel grösser, logo geht alles schneller, bei den Triebfedern (grössenwahnsinnige Präsidenten und Führer/-innen aus D,F,I), aber vielleicht geht es auch zu schnell und schnell mal den Bach runter. Bei uns geht manches (viel zu) langsam, aber gut Ding will Weile haben. In der Schweiz wurde während Jahrhunderten recht heftig gestritten, die Religionskriege und Grabenkämpfe musste erst einer von aussen (Napoleon) beenden. Doch im Nachhinein war es wohl nicht der schlechteste Weg und so schnell bringt uns heute keiner mehr auseinander oder nach Europa. Wenn die Schweiz dereinst mal ja zu dieser Staatengemeinschaft sagen sollte, so ist der Entschluss aus reiflicher Ueberlegung und Ueberzeugung gewachsen und dann wird unser Land sicherlich ein gutes und verlässliches Mitglied sein. Bis es aber so weit ist, sollte man uns unser Tempo lassen. Säbelrasseln oder die ‚Peitsche‘ hervorholen bringen da gar nichts, wir sind mehrheitlich immer noch sture Bergler, die dann grad z’Leid das Gegenteil tun.

    12. AnFra Says:

      @Helza

      Nun, da sind wir etwas besser vorangekommen. In einfachster Form ist die Schweiz ein kleines EU-Europa, die EU eine große Schweiz.
      Den Größenwahn brauen wir nicht zu berücksichtigen Angesicht dieser verbalen Klabautermänner und des real existierenden Ch. Blocher.

      Habe aber immer noch ein gewisses Problem: Wenn im Windkanal eine Maus und ein Elefant für die Windwiderstände gemessen werden, kann sich die Maus in den Windschatten des Elefanten stellen. Umgekehrt scheint es aber irgendwie nicht zu klappen.

    13. Helza Says:

      Schön, dein Beispiel von der Maus und dem Elefanten. Nur: Europa ist ein Koloss mit tönernen Füssen. Und wenn die einstürzen, begraben sie alles unter sich. Durch das Höllentempo, in dem sich die EU marode Staaten einverleibt, denen das Abzocken bald schon ins Erbmaterial übergegangen ist, hat sie sich meiner Meinung nach zu viel aufgehalst. Deutschland hat die Uebernahme und Sanierung der ehemaligen DDR noch nicht verdaut, im Westen besteht heute dringend Nachholbedarf für Investitionen ins Soziale und in die Infrastruktur. Frankreich hat das Problem mit den Einwanderern aus Nordafrika am Hals und vermag auch das beinahe nicht zu lösen, nach England will die halbe muslimische Welt und vom ständig den Staatsbankrott schrammenden Italien, das seine Bilanzen frisiert, wie Berlusconi seine neu gepflanzten Haare mag ich gar nicht reden. Klar, dass man sich da nach Partnern umschaut, die etwas auf dem Sparbuch haben. Das gefällt aber nicht allen, es gibt im Euroraum noch andere Staaten, die nicht oder nur teilweise dabei sind. Und wir in der Schweiz sollten unser gutes Geld nicht dem schlechten hinterherwerfen, es reicht völlig, wenn wir zu überrissenen Sympathiezahlungen an Oststaaten genötigt werden, die wohl nicht viel Gescheites damit anfangen werden. Ein Teil davon fliesst sicherlich auf die Konten der Mächtigen dort und später wohl teilweise wieder zu uns zurück. Oder was denken Sie, woher all die Russen, Georgier und anderen Osteuropäer die Kröten herhaben, die sie jeweils in unseren Winterkurorten so grosszügig in Champagner, Kaviar und teure Klunker umwandeln? Ich weiss, ich werde zynisch, sorry.

    14. Guggeere Says:

      Deine Beiträge triefen nur so von Geschichtsklitterung.

      – Bern hatte Genf annektiert? Wo hast du denn das her?

      – In der EU regieren «grössenwahnsinnige Präsidenten und Führer/-innen aus D,F,I»? – Soweit ich weiss, sind die alle ziemlich demokratisch und ohne faule Tricks gewählt worden. Träfe deine Charakterisierung auf Sarkozy, Merkel etc. eines Tages zu, wären sie (dank Demokratie, dank EU, dank Nato etc.) ganz schnell weg vom Fenster. Zur Erinnerung: Den schweizerischen Führer mit seinem ganz persönlichen Grössenwahn konnte unser Parlament gerade noch rechtzeitig wegblochen.

      – «Säbelrasseln oder die ‘Peitsche’ hervorholen bringen da gar nichts, wir sind mehrheitlich immer noch sture Bergler, die dann grad z’Leid das Gegenteil tun.» – Anderseits: «In der Schweiz wurde während Jahrhunderten recht heftig gestritten, die Religionskriege und Grabenkämpfe musste erst einer von aussen (Napoleon) beenden.» Es gab also, wie du schreibst, «sehr wohl Druck von aussen und die Schweiz wurde auch besetzt, das letzte Mal von den Truppen Napoleons», und Letzterer «ist auch weitgehend für die heutige Zusammensetzung und Aufteilung der Kantone der Schweiz verantwortlich».
      Mit anderen Worten: Ohne unsanften Druck von aussen gäbs die moderne Schweiz nicht. Du widersprichst dir selbst.

      – Zu guter Letzt: Wir sollen gemäss deiner Diagnose «mehrheitlich» sture Bergler sein. Wenn ich das nachzurechnen versuche: Auf diese Mehrheit komme ich nur, wenn ich Schweizer aus typischen Berggebieten wie Genf, Basel und Zürich mitzähle. Wie wärs also mit mehr Realität und weniger Mythos?

    15. AnFra Says:

      @Helza

      Helza, aus dem Schreiben scheint einerseits helvetischer Trotz und aber auch eine furchtbare persönliche Angst herauszuquellen. Die Furcht mit den tönern Füßen ist bei etlichen Schweizern scheints weit verbreitet.

      Glaub mir, im Inneren dieser Füße stecken baumdicke Eisenträger, nicht mehr aus Kruppstahl, aber auch aus dt. Eisen. Alles ist unter der akribischen Aufsicht der Luxemburger, Belgier, Niederländer, unserer Brüder Österreicher usw., usw., usw..
      Glaubs: Noch NIEMALS wurde in Europe (hier die EU) praktisch jeder europ. Staat durch die anderen europ. Staaten so gründlich und eindrucksvoll überprüft, durchleuchtet und bewertet worden.
      Für mich als Deutschen schien vor langer Zeit dies für ein unabhängiges Land als sinnlos, unmöglich, antideutsch und antinational scheinend, aber DAS ist die Lösung. Eine Balance des gegenseitigen Wissens!

      Und hier ist wohl Dein Problem. Du scheinst über deine komplette Nachbarschaft nicht viel, eventuell sogar gar nichts zu wissen. Denn um die eigenen Nachbarn zu verstehen, müsste man eigentlich mehr wissen als der Nachbar über sich selbst. Eine harte Auffassung, aber es geht.
      Da die eigene historische Entwicklung deines eigenen Heimatlandes dir wohl nicht so sehr bekannt ist, muss man sich fragen, ob du je dich überhaupt mit deinen Nachbarn etwas ernsthafter beschäftigt hast.

      Um nur ein Beispiel zu zeigen: Deine Darstellung von den besoffenen oder bekifften Russen in der CH. Wir sind es, die Europäer, die „den Russen“ freiwillig einen Milliarden-Fluss an Euro, Franken und Dollars in Richtung Osten pumpen: Für Öl und Gas. Die Russen brauchen kein gesponsertes Geld der EU, WEU, OECD, NATO oder der CH und der begleitenden lästigen Kontrollen und Überprüfungen!
      Der Zaster kullert von unseren Händen in deren Geldbeutel! Massenhaft. Auch Du trägt heftig mit bei.

      Über den Rest mit dem nationalistischen und völkischen Erbrachen schweigen wir besser. Ist sowieso kein Hardcor-Faschismus.
      Entschuldige, Du warst wohl noch niemals mit ehem. ital. Altfaschisten, dt. oder österr. Altnazis, dt. Russlandkämpfern der Wassen-SS oder mit hirnamputierten Neofaschisten im Gespräch. Da kann man wirklich nichts mehr bewirken.

      Du kannst dich jedoch informieren und dann ein etwas ausgewogeneres Urteil über den politischen Kontinent abgeben, in dessen Mitte du nun tatsächlich wohnst.

      Helza, schau doch: Die o.g. Themen hier sind teilweise der Ingenieur und die Brücken. Ingenieur kommt aus dem lat. Zw. „gignere = erzeugen“. Erzeuge bei dir ein vorurteilsfreies Wissen und überquere auf der Brücke der reinen Vernunft den großen Graben der Nichtkenntnis zu den Nachbarn rüber. Salve.

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