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Deutsche sichern Schweizer Renten — Eine interessante Betrachtung der NZZ am Sonntag

  • Deutsche sichern Schweizer Renten
  • Am 21. September brachte die NZZ am Sonntag einen Hintergrundsartikel in der Rubrik „Arbeitsmarkt“, der ein paar aktuelle Zahlen zusammenstellt, die so bislang noch nicht beleuchtet wurden:

    Der AHV geht es gut – dank den deutschen Einwanderern mit ihren hohen Löhnen. Sie zahlen weit mehr in die Altersvorsorge ein, als sie beziehen, und sie belasten das Sozialsystem kaum. Die Gruppe der Ausländer in der Schweiz hat ein neues Gesicht.
    (Quelle: NZZ am Sonntag 21.09.08, S. 26)

    Nehmen sie doch nicht mit ihrer Bereitschaft zu Dumpinglöhnen den Schweizern die Arbeitsstellen weg und sorgen durch das Zahlen von überhöhten Mieten zugleich für eine angespannte Lage am Wohnungsmarkt?
    Die NZZ führt aus:

    Das überproportionale finanzielle Engagement der EU-Arbeitnehmer kommt den lohnmässig schlechter gestellten Schweizer Arbeitnehmern zugute, denn auch die Ausländer aus den Nicht-EU-Ländern zahlen mehr in die AHV/IV ein, als sie daraus erhalten. Die gut verdienenden Ausländer haben bei der AHV gleich zwei Nachteile. Erstens wird pro Einzelperson eine Maximalrente von nur 2210 Franken im Monat ausbezahlt.Wer sehr viel einbezahlt, weil er viel verdient, wird also nicht mit einer höheren Rente belohnt. Zweitens wird diese Maximalrente nur jenen Rentnern ausbezahlt, die ab dem Alter von 18 Jahren ununterbrochen in die Schweizer AHV einbezahlt haben. Auf die eingewanderten Ausländer trifft das nicht zu. Sie erhalten nur einen Teil der Rente aus der Schweiz. Ausländische Arbeitnehmer mit hohem Lohn sind also das Beste, das einer Rentenkasse wie der AHV passieren kann. (…)
    (Quelle: NZZ am Sonntag 21.09.08, S. 26)

  • Das Geld stammt von Deutschen
  • Der Ursprung des Geldsegens für die Sozialversicherungen lässt sich lokalisieren:

    Das Geld stammt vor allem von Deutschen. Von den 30 000 Einwanderern im letzten Jahr kamen allein 23 000 aus dem nördlichen Nachbarland. In den letzten acht Jahren hat sich die Zahl der Deutschen in der Schweiz auf 224 000 verdoppelt. Hält der Zustrom an, dann haben sie in zwei bis drei Jahren die Italiener als grösste Ausländergruppe in der Schweiz abgelöst.
    (Quelle: NZZ am Sonntag 21.09.08, S. 26)

  • Krankenkassen und Sozialwerke profitieren ebenfalls
  • Die erleichterte Zuwanderung aus Deutschland und anderen EU-Ländern ist nicht nur für die AHV und die IV ein Glücksfall, sondern hat für die Sozialwerke generell angenehmere Folgen als zuerst angenommen. Die jährlichen Mehrkosten aufgrund der Personenfreizügigkeit sind mit 240 Millionen Franken nur etwa halb so hoch wie zuvor geschätzt. Die Zusatzkosten für die Krankenkassen beispielsweise belaufen sich nur auf einen Zehntel des geschätzten Betrags, der Aufwand der Arbeitslosenversicherung auf ein Drittel. Anders als die früheren Ausländergruppen besetzen die neuen Einwanderer aus Deutschland heute stabile Stellen. Ihr Risiko, arbeitslos zu werden, ist kaum höher als jenes der Schweizer. (…)

    Da möchten wir doch an die alte Blick-Kampagne erinnern: „Wieviele Deutsche verträgt die Schweiz“? Offensichtlich, wenn man diese Zahlen betrachtet, verträgt sie rein finanziell so einige.

    

    14 Responses to “Deutsche sichern Schweizer Renten — Eine interessante Betrachtung der NZZ am Sonntag”

    1. Simone Says:

      Schön, dass es auch schon bemerkt wird! Allerdings glaube ich, dass die Meldung an den grössten Schreihälsen der Eidgenossenschaft vorbeigeht, denn die holen sich die fachliche Grundlage für Diskussionen am Stammtisch doch bevorzugt im Blick.

    2. MacZürich Says:

      Simone, Du hast vollkommen Recht. Wie vermutlich überall auf der Welt nützen die Zuwanderer die in den Arbeitsmarkt „einwandern“ ihren Zuwanderungsstaaten. So auch hier. Eine Einwanderung in die Sozialsysteme kommt innerhalb der EU und der mit ihr über das Freizügigkeitsabkommen verbundenen Schweiz, nicht vor.

    3. Schoggistaengel Says:

      Genau, und Ihr Deutschen bildet euch eure Meinung nur über die gleichnamige Zeitung.

      Bitte nicht so klischeebehaftet, liebe Simone.

    4. AnFra Says:

      Irgend wie scheint zu diesem Thema auch der folgende Bericht der NZZ gut zu passen

      http://www.nzz.ch/nachrichten/wissenschaft/cousinen_jenseits_der_autobahn_1.1028370.html

      Merke: Denn der Mensch ist auch nur ein anderes Tier. 🙂

    5. Simone Says:

      @Schoggistaengel:
      Eine sachliche Darstellung einer überregionalen Zeitung in der Schweiz scheint Dich ja ganz schön aus dem Konzept zu bringen. Wenn Du willst, mache ich Dich mit so ein paar umgeschulten Konditorinnen bekannt, die genau in eine solche Richtung diskutieren. Die werden nämlich auch immer ganz verrückt, wenn sie merken, dass durch die fucking Düüütsche sogar noch Geld in die öffentlichen Kassen kommen.

    6. Lieschen Müller Says:

      Nun lasst doch mal die armen Schweizer. Man muss ja nun auch nicht jeden Tag auf sie eindreschen. Einmal in der Woche reicht doch.

      Heute werden die Deutschen zu den Beliebtesten in der Welt erkoren (von wem auch immer), morgen lernen sie, dass sie ihnen auch noch die Rente finanzieren, was soll morgen noch kommen? Die UBS wird Provinzfiliale von Ackermanns Deutscher Bank vielleicht? Undenkbar. Weltbild zerspringt. Alpen kollabieren. Freie Sicht aufs Mittelmeer.

    7. Schoggistaengel Says:

      Ach, Simone, aber das müssten doch Friseusen sein und nicht Konditorinnen, sonst hätten wir doch die Klischeevorstellungen nicht eingehalten.

      Na ja, lohnt es sich denn ? ^^

    8. JensK Says:

      @Schoggistaengel: Um den Frieden wiederherzustellen, auch in Deutschland „bilden“ sich gewisse Leute nur über die Bild oder beziehen von dort Ihre Argumenation. Simone sprach ja auch nur von den grössten Schreihälsen.

      Auch wenn ich „Die Ärzte“ nicht so mag, beschreiben Sie im „lasse reden“ recht gut, was in der Bildzeitung zu finden ist. Das selbe gilt auch für den BLICK. Das jetzt auch bluewin.ch in die Richtung abtaucht und im Forum Kommentare radikalster Art provoziert ist bedenklich.

    9. schoggistaengel Says:

      Friedlich gehts hier schon lange zu und her, Jens 😉

      Stimmt, ich habe Simones Posting vielleicht zuerst falsch aufgefasst, aber glaube mir, ein Krieg ist deshalb nicht mal ansatzweise ausgebrochen hier. 🙂

    10. Simone Says:

      @Schoggistaengel:
      Nein, es gibt keinen Krieg. Was ich deutlich machen wollte, ist, dass eine bestimmte Hetze in einem bestimmten Milieu stattfindet. Das gibt es selbstverständlich auch in Deutschland. Auch NZZ-Leser haben ihre Vorbehalte, aber mit denen kann man dann sehr anregend diskutieren. Obwohl, wenn die oberen Banker irgendwo ins Fussballstadion kommen und die gegnerische Mannschaft betritt das Feld, kommt es auch im einen oder anderen Fall zu Reaktionen, über die man sich wundert…Auch das passiert überall auf der Welt, zumindest dort, wo es Fussballstadien gibt.

    11. schoggistaengel Says:

      Simone, in der Sache gebe ich Dir natürlich vollkommen recht. Aber wie steht es, um die Brücke zu Jens‘ Beitrag zu schlagen, im Text des Liedes der Ärzte: „Und wahrscheinlich ist ihnen das nicht mal peinlich. Es fehlt ihnen jede Einsicht und wieder mal zeigt sich: Sie sind kleinlich und vermeintlich fremdenfeindlich.“

      Das hat schon was. Insofern haben viele Vorbehalte, die Ausländer (auch Deutsche) in einem anderen Land (in der Schweiz) antreffen, nicht mal unbedingt mit Fremdenfeindlichkeit zu tun. Einfach mit Dummheit, Reserviertheit, Eingeschränktsein, Angst vor etwas anderem zu haben, usw.

    12. Helza Says:

      Jööö, wie süss, die Deutschen sichern unsere Renten. Dass ich da nicht auch schon drauf gekommen bin. Jetzt müssen wir aber alle ganz schön brav sein und uns bei allen Deutschen, die uns nerven, höflichst bedanken, denn ohne sie würden wir dereinst am Hungertuch nagen.

    13. Schege Says:

      @Helza

      Bedanken musst Du Dich bei mir nicht, das ist schon ok. Aber wenigstens solltest Du anerkennen, dass nicht nur die Schweizer zum Schweizer Wohlstand beitragen, sondern sogar die Düütschen und so andere Ausländer.

    14. Mark Says:

      Nun ja, ein teil der Renten wird durch die Deutschen eingezahlt. Warum weil es hier so ist. Jeder zahlt in die AHV ein. In Deutschland ist es auch nicht anderst! Das was man einzahlt bekommt man ja schlussendlich wieder. Also was ist nun die AHV, man kann es mit einem Sparkonto vergleichen. Das Geld welches ein bezahlt wird steht einem hinterher auch wieder zu und dieses plus Zinsen. Hierzu gibt es verschiedene Abkommen zwischen der BRD und der Schweiz. Es wird hier nichts verschenkt. Aber wie auch immer Völkerwandereungen welche in diesem Falle die Schweiz mit was für Fachkräften auch immer einfallen sind für jeden Bürger eine Last. Ja im Moment lösen die Deutschen die Mitbürger aus dem Balkan ab. Und so nebenbei sagen sie doch so gerne „liebt uns wir sind doch viel besser als die da aus dem Balkan“. Auf Grunde dieser Einseitigen Einwanderung kann cih und hoffentlich viele meiner Schweizer Mitmenschen nur NEIN stimmen im Februar 2009. Die Zeit der Globalisierung ist vorbei.

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