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Saufen daheim — Die Hausbar der Schweizer ist in Fussnähe

Jetzt haben wir es amtlich. Die typische Schweizer Familie hat eine Hausbar, die vom Sofa aus bequem zu erreichen ist:

  • Saufen im Sitzen
  • (Quelle Spiegel Online)

    Die Schweizer sind wiederum die Einzigen, die ihre Hausbar in Bodenhöhe aufbauen. Dass die Alkoholika damit in Reichweite von Kinderhänden sind, stört die Eidgenossen offenbar wenig. Die deutschen Müllers und die Grubers verstecken den Schnaps in den oberen Stockwerken ihrer Schrankwände.

    Jetzt verstehe ich endlich, warum wir als Jugendliche immer einen Stuhl brauchten, um an den Schnaps der Eltern zu kommen. Das war als „Abwehrmassnahme“ gedacht, die Flaschen so hoch in der Schrankwand zu verstecken! Schweizer Jugendliche suchen da vergeblich, der Schnaps ist gut bewacht neben den Füssen der Eltern beim Fernseher im Wohnzimmer. Die Schweizer Jugendlichen versorgen sich dann lieber bei einer nahen Tankstelle.

    Tagesanzeiger 09.11.2005

    Alkoholverkauf an Jugendliche: Nur Bussen helfen
    Erst wenn ihnen Bussen drohen, verkaufen Restaurants und Läden keinen Alkohol mehr an Jugendliche. Das ist das Fazit aus einer Reihe von Testkäufen. Fünf Gemeinden führten in den letzten Wochen Testkäufe durch.

  • Wenn ihre Gäste in Socken herumlaufen
  • Und es geht noch weiter! Wie sieht es aus mit den Schuhen der Gäste? Müssen die vor der Wohnungstür stehen bleiben oder darf der Gast sie in der Wohnung anlassen?
    Dazu schreibt die Studie:

    Die Deutschen sind in anderer Hinsicht wesentlich laxer. So bestehen sie nicht darauf, dass Besucher sich die Schuhe ausziehen. In Österreich und in der Schweiz darf der Wohnraum nur mit Strümpfen betreten werden.

    Nun, ganz Deutschland kann man aber nicht so einfach über einen Kamm scheren. Denn da gibt es ja noch das Schwabenland. Sie merken, dass sie im Schwabenland angekommen sind am ehesten dadurch, dass die Freunde ihrer Kinder plötzlich in Socken durch die Wohnung schlittern. Könnte uns genauso in der Schweiz passieren. Fehlt noch das Angebot an passenden „Finken“ (Hausschuhen) für die Besucher, incl. Fuss- und Nagelpilz Übertragung.

    

    34 Responses to “Saufen daheim — Die Hausbar der Schweizer ist in Fussnähe”

    1. Kookie Says:

      Dass bei Schweizern der Wohnraum nur in Strümpfen betreten werden darf, ist mir neu! Als Kinder machten wir es, weil unsere Schuhe regelmässig eher schmutzig waren… aber da dies jetzt nicht mehr der Fall ist, kenne ich zumindest in meinem Bekanntenkreis keine Sockenpflicht mehr. Hilfe, bin ich jetzt keine Schweizerin mehr??

    2. dongga Says:

      Meine Gäste müssen nicht in Socken rumrennen obwohl ich Bodenheitzung habe. Ausnahme die Schuhe sind extrem dreckig…

    3. mimei Says:

      schon wieder merke ich was für eine typische Schweizer Familie wir doch sind. Wir hatten früher eine riesige truhe im Wohnzimmer mit hochprozentigem, selbstverständlich ungesichert.

      Komischerweise ist unser Alkohol heute in einem Wohnwandschrank ziemlich weit oben.

      Zu den Schuhen: Ich ziehe die Schuhe aus sobald ich eine fremde Wohnung betrete, unaufgefordert, könnte das theoretisch sogar unhöflich sein?

    4. Phipu Says:

      Beim Schuhe-Ausziehen gibt es, wie oben „angetönt“ (ist dies auch ein Helvetismus? nicht gleich „erwähnt/angekündigt“) eher regionale Unterschiede als eine Brauchtumsgrenze entlang der Landesgrenze. In der Westschweiz fragen die Gäste nicht danach, ob sie die Wohnung mit Schuhen betreten dürfen. Dort ist es selbstverständlich, die Schuhe anzubehalten. In vielen Regionen der Deutschschweiz ist die Auffoderung, als Kind die Sandkasten- und Fussballfeld-Schuhe auszuziehen, so in’s Blut übergegeangen, dass man es automatisch als selbstverständlich und gut erzogen betrachtet. Ich erkläre mich hiermit zum „Super-Schweizer“: Ich habe nämlich sogar angefangen, – wenn ich dran denke – meine eigenen zusammendrückbaren „Finken“ zu Einladungen mitzunehmen. Häufig haben die Gastgeber nämlich keine Hausschuhe in meiner Grösse.

      Macht mal eine zweitägeige Bergwanderung mit Übernachtung in einer SAC-Hütte (SAC = Schweizer Alpen Club). Was steht dort im Eingangsbereich? Ein ganzes Wandgestell voller Finken, Pantoffeln und anderen Hausschuhen, nach Grösse geordnet, die die Berggänger anziehen sollen, um nicht die Hütte mit unweigerlich schmutzigen oder nassen Wander- Kletter- oder Tourenski-Schuhen zu verschmutzen. Die Hüttenwartin/der Hüttenwart hat auch ohne ständiges Bodenwischen genügend Beschäftigung. Übrigens ist dies in allen mir bekannten Berghütten so, unabhängig der (sprachlichen) Regionen.

    5. Albert Says:

      also ich finde es nicht mehr als anständig, die schuhe in einer fremden wohnung auszuziehen. schliesslich laufe ich in meiner eigenen wohnung auch nicht mit den strassenlatschen rum. es stört mich persönlich sehr, wenn gäste die schuhe anbehalten. schliesslich muss ich ja nacher den boden wieder putzen…

    6. clarissa Says:

      Bei uns zu Hause MUSS niemand die Schuhe ausziehen, ausser ich, mein Mann und die Kinder.
      Habe nicht Lust, jeden Tag den Boden feucht aufwischen (hier würde man sagen „de Bode uufneh“ = aufnehmen) zu müssen.

      Bei Gästen ist es natürlich was anderes. Wenn die Schuhe nicht zu dreckig sind, dürfen die anbehalten werden. Für die Kids gibt’s Antirutsch-Socken.

      Wenn ich irgendwo zu Besuch bin, frage ich normalerweise immer erst, ob ich die Schuhe ausziehen soll.

    7. Phipu Says:

      Nun habe ich auch den Artikel aus „Spiegel online“ gelesen. Dort fehlt der Hinweis auf den hiesigen Ausdruck „Wohnwand“ (von Mimei erwähnt) für Schrankwand bzw. Schrankverbau.

      Existieren wohl auch Studien über das Suchtverhalten, welches bei uns grösser sein könnte, weil der Alkohol leicht zugänglich ist (nicht nur in Stuben, auch in Restaurants und Läden)? Meine Theorie: Vielleicht ist es eben z.B. in Deutschland – oder aber besonders in den USA, wo man unter 21 nichts trinken darf – für Kinder und Jugendliche reizvoller, das Verbotene und schwer erreichbare auszuprobieren. Ich sehe da eine Parallele zum Sturmgewehr, bzw zu der Ordonnanzpistole (sicher auch ein Helvetismus) und der dazupassenden Munition, die jeder Wehrpflichtige zuhause hat. Es passieren hier erstaunlich wenig Unfälle oder Delikte mit diesen Waffen, obschon das Material überall verfügbar wäre. Wer sich als jugendlicher für ein Gewehr interessiert, kann ganz legal in den Jungschützenkurs.

    8. Barbara Says:

      Zum Thema Alkoholkonsum:
      Vor einigen Tagen habe ich in der NZZ gelesen, dass der Trend des Alkoholkonsums in der Schweiz abnehmend ist (leider ist der Artikel nicht mehr auffindbar). Dafür aber dieser: http://www.nzz.ch/2005/11/22/vm/newzzEGBXE4CI-12.html

    9. Dan Says:

      Schweizer saufen nicht, habe ich noch nie gesehen. Der Zuercher Frauenverein schreibt in seiner Historie dass er gegruendet wurde um den Alkoholismus der Maenner zu bekaempfen, wie dem auch sei, er ist jetzt ausgerottet. Wenn ich in Gegenwart von Schweizern mehr als ein Bier trinke werde ich angeschaut als ob ich drei Desserts esse.

    10. Karin Says:

      Schweizer saufen sehr wohl. Die bestellen einfach einen GT (Kaffe creme im Glas mit viel Schnaps), das fällt dann überhaupt nicht auf.

    11. HaegarCH Says:

      Der Alkohol ist bei uns auch in bodennähe, aber mit gesicherter Tür (wobei unser Sohn schon begriffen hat, wie er das Problem lösen könnte.

      Bei uns müssen die Gäste auch nicht die Schuhe ausziehn, sie machen dies freiwillig. Aber wir sagen auch nichts, wenn sie die Schuhe anlassen. Wir haben auch Finken für die Gäste, dies sind übergrosse Filzfinken. Aber die meisten ziehen es vor in den Socken umher zugehen. Ausser sie wissen, dass wir gleich den Gartensitzplatz nutzen, dann lassen sie die Schuhe an.

    12. Blogger Says:

      Na ja, das mit dem Schuhe ausziehen hat sich zum Glück „Zurückentwickelt“ Bei Schnee und extrem nassem Wetter finde ich es angebracht die Schuhe auszuziehen, ansonsten empfinde ich als Nötigung, obwohl ich keine Schweissfüsse habe, denkt aber bitte mal an jene Leute die vielleicht ein Problem mit Schweissfüssen haben.

    13. Nicole Says:

      das man schuhe auszieht in einer fremden wohnung finde ich selbstverständlich. wenn der hausherr /hausherrin dann sagt, das man sie nicht ausziehen braucht, dann ist das was anderes.
      wir hatten letztens eine schweizer familie mit 2 kindern zu gast. ich habe ihnen noch vorher bescheid gegeben, das sie bitte finken mitbringen sollen. bei uns ist es im winter sehr fusskalt. ich bekam dann die frage zu hören, ob das etwa auch für ihn und seine frau gilt. da war mir schon klar, das es ihnen nicht passte. wäre es sommer, ist es was anderes. aber nicht bei dieser jahreszeit.
      ich brauche wohl nicht gross zu erwähnen, das natürlich keine finken mitgebracht wurden und alle schön ihre schuhe anbehielten und die kids damit auf dem sofa rumturnten.
      fand das sehr unhöflich.

    14. Petra Says:

      Also Nicole, dass Dir die Kids mit den Schuhen übers Sofa getobt sind, ist natürlich übertrieben – und tatsächlich „unhöflich“!

      Du, aber… – wenn ich irgendwo zu Besuch eingeladen bin, dann find‘ ich’s umgekehrt wiederum „unhöflich“, wenn ich meine Schuhe ausziehen soll! Ganz ehrlich – die gehören bei mir dazu, vollständig angezogen zu sein: Und von daher möchte ich die anbehalten!!!

      Ich glaube, wenn ich da von Dir zu hören bekommen hätte, „Finken mitbringen“… – da wäre ich gar nicht erst gekommen! 🙁 Na ja, Du weil… – ich pflege eigentlich keine Besuche in Gummistiefeln zu machen, mit denen ich vorher übers Feld durch den Schlamm marschiert bin! 🙁 Ja, und… – ansonsten bin ich gut erzogen und benutze auch den Fußabtreter vor der Tür! Ich denke: DAS muss reichen!!! 🙂

      Ja, nur… – wenn Dir’s so wichtig war, dass Dein Besuch die Schuhe auszieht, warum hast Du’s beim Eintreffen eigentlich nicht gesagt? „Keine Finken mitgebracht“ hin oder her? Ja, und hast Du auch nichts gesagt, als die Kids mit den Schuhen auf den Polstern waren???

      Okay, hab‘ aber gehört, dass es empfindliche Gastgeber geben soll, bei denen es nicht mal nur um Schmutz beim Schuhe-ausziehen-Lassen geht: Die erwarten sogar, dass Damen die hochhackigen Pumps vor der Tür stehen lassen – weil die Absätze nicht gut für den Boden sein könnten! :-((( Ich stell mir grad‘ `ne Party-Einladung vor, für die ich mich extra schick gemacht habe – und dann soll ich die dazugehörigen Pumps ausziehen??? *brrrrrrrrrrrrr* Never!!! :-(((

    15. Caroline Says:

      @ Petra

      Du okay, ich bin auch nicht begeistert, wenn ich irgendwo hin komme und soll meine Schuhe ausziehen (muss auch bei mir daheim niemand – na, und wenn einer mit Schlamm an den Gummistiefeln vom Feld kommt, zieht er die doch automatisch von selbst aus, oder?) – aber…. wegen der Pumps: So richtig hohe Pfennigabsätze können aber doch wohl schon (liest man doch zumindest?) ein Parkett versauen, oder??? 🙁

      Grüße,
      Caroline

    16. Nina Says:

      Hallo Caroline,
      also da muss ich ja nun mal Petra zur Seite stehen: Also, wenn ich mich für eine Fete richtig ordentlich aufbrezele, dann bin ich auf keinen Fall bereit, meine zum restlichen Outfit passenden Schuhe auszuziehen – NEIN!!! Und das auch nicht, wenn’s High-Heels sein sollten und dort, wo gefeiert wird, Parkett liegt!!! Wenn die Gastgeber da empfindlich sind, sollen sie entweder nicht feiern, oder aber den Boden (bei einer Party kann doch noch viel mehr als ein Stöckelabsatz passieren – denke da nur an die versehentlich runterfallende, noch brennende Zigarette?) zum Beispiel mit altem Teppichboden oder so schützen! Wenn sie’s nicht tun… – tja, meine Schuhe bleiben an, oder ich gehen einfach wieder!

      Neulich war ich auf einer Hauseinweihungs-Party eines Kollegen: Überall im EG Dielenboden! Da hat seine Frau auch etwas pikiert auf meine hohen Absätze geschaut und hätt’s wohl gerne gesehen, wenn ich meine Stiefel an der Tür ausgezogen hätte… Aber gesagt hat sie nix! 🙂 Na ja, und andere Gäste hatten da wohl die gleiche Einstellung wie ich – im Laufe des Abends war ich nämlich längst nicht die Einzige mit Stilettos auf der Party!!! 🙂

      Sorry, und „Parkett versauen“… – sooo schlimm ist’s ja nun wirklich nicht! Vielleicht wenn man mit der Lupe nach Spuren sucht… 🙁 Ich hatte jedenfalls noch keine Beschwerden! 🙂

      Grüßlis,
      Nina

    17. sirdir Says:

      Puh, wenn ich das so lese, bin ich froh, dass wir so selten Besuch haben – und auch selten bei Fremden zu Besuch sind. Komplizierte Bräuche sind das ja.
      Nur: Wenn jemand fragt: „Söu I d’Schue abzieh?“, welcher Gastgeber hat sich da dafür, ‚Ja gärn‘ zu sagen?

    18. Nina Says:

      Du, „sirdir“…
      …wenn ich zu ’ner Party käme, würde ich sicher nicht von mir aus „Söu I d’Schue abzieh?“ fragen – no chance!!! ;-)))

    19. Klaus Says:

      Von wegen „mit der Lupe nach Spuren suchen“, Nina…

      In unserem neuen Häuschen, kannten wir uns noch nicht so gut mit Parkett (hatten vorher in den Mietwohnungen Teppichböden) aus. Da kam dann kurz nach dem Einzug eine Kosmetikberaterin zu meiner Frau: High-Heels – mit Stiletto-Absätzen aus Metall… Die ist uns gut zwei Stunden durchs Wohnzimmer gestöckelt. Als sie weg war und die Sonne durchs Fenster rein schien, hatte meine Frau Tränen in den Augen: Alles voller Dellen in unserem schönen, neuen Parkett!!! Die waren auch mit bloßen Augen nicht zu übersehen…… 🙁

      Meine Frau war so sauer, dass sie tags drauf die Tussi sogar anrief und sich beschwerte. Die meinte nur, wir sollten nicht so empfindlich sein – sie hätte ja schließlich nicht barfuß bei uns rumlaufen können….. 🙁

      Also, ich find‘ sowas eine Gemeinheit! Frauen, die solche Absätze tragen, wissen ganz genau, was sie damit auf empfindlichen Böden anrichten können – und wer dann dennoch solche Schäden in Kauf nimmt, in dem er die Schuhe anlässt, dem unterstelle ich fast schon böse Absicht!!! :-(((

      So, das musste ich einfach mal loswerden… 🙁

      Grüße,
      Klaus

    20. Gizmo Says:

      Gibt es für solche Fälle nicht extra die persönliche Haftpflichtversicherung?

      Nun ich denke mal das es einerseits was mit Toleranz zu tun hat, und die ist in meinem Empfinden in der Schweiz nicht sehr ausgeprägt. Dazu kommt noch das das Leben eben manchmal hart ist und bestimmte Sachen einfach „facts of life“ sind. So eben auch die abnutzung von Böden, egal welcher Art. Ich habe in meinem Haus einen Marmorboden in weiss, und wusste aber ganz genau das Marmor ein sehr weicher Stein ist und das meine Gäste nicht die Schuhe ausziehen werden und es zudem noch Jahreszeitenbedingt dazu kommen wird das Schmutz und Dreck hineinkommen und der Boden darunter sehr wohl leiden wird und eben nach kurzer Zeit diese SPuren tragen wird, genauso wie die Weichholztreppe früher oder später, Macken haben wird. Das nenne ich eben „facts of life“. Dinge die benutzt werden nutzen eben ab, so ist das im Leben. Wer damit ein Problem hat kann ja davon abstand nehmen dinge zu benutzen, also auch z.B. Feunde einzuladen oder in die Wohnung zu lassen (so ein Schwätzchen mit Drink an der Haustür kann doch auch ganz nett sein).

      Dem entgegen steht natürlich, das man auch etwas Rücksicht nehmen kann und ein wenig mitdenken und überlegen kann was man so tut oder nicht tut. Wie weiter oben bemerkt kann ich ja sehr wohl wenn ich weiss das ich irgendwo zu besuch gehe vorher den gang durch die schlammwiese mit gummistiefeln bleiben lassen. (Allerdings verstehe ich auch hier die Schweizer die in Ihrer Gesellschaft das Denken von Staats wegen so häufig und grundlich abgenommen bekommen, das man das selber nachdenken nicht mehr üben kann. Hängt meines Erachtens aber auch ganz stark mit der Null Toleranz Mentalität der Schweizer zusammen. Die anwendung von „gesundem Menschenverstand“ bei der Beurteilung von Situationen wird dann völlig überflüssig wenn es sowieso keine Toleranz gibt. Ergo muss ich mir auch keine Gedanken darüber machen ob eine Regel in der speziellen Situation Sinnvoll ist oder nicht. Da die Nichteinhaltung einer Regel sofort und Gnadenlos eine deftige Sanktion nach sich führt.)

    21. Nina Says:

      Hallo Gizmo – danke für Deinen (ja auch zustimmenden! *lächel*) Beitrag! Mir ging’s bei meinem Statement allerdings auch nicht um einen Besuch in „Gummistiefeln“, die zuvor „durch die Schlammwiese“ marschiert sind (käme ich so auf Dein weißes Marmor? *dich-süß-anlächel*) – ich hatte mich zu einer Abend-Einladung geäußert, bei der ich eventuell „genötigt“ würde, meine hochhackigen Schuhe auszuziehen. Du, und da sage ich ganz klar (und das siehst Du ja genau so!) – nein Danke! Mit Gäste die Schuhe-Ausziehen-Lassen assoziiere ich sofort Kleinbürgerlichkeit! Klingt doch irgendwie nach 40er, 50er Jahre: Als es noch die „Gute Stube“ gab, die allenfalls mal an hohen Feiertagen benutzt werden durfte! Und JA, in der heutigen Zeit ist das SPIEßIG – absolut meine Meinung!

      Zum Glück kenne ich solche Leute aber auch gar nicht. Hab’ vor ein paar Wochen eher genau das Gegenteil erlebt. Da bin ich vom Spazieren gehen mit dem Hund gekommen (nein, durch eine „Schlammwiese“ war’s nicht – aber über schmutzige Feldwege schon, ja…), und musste meinen Sohn bei einem Schulfreund abholen. Der war natürlich mal wieder noch nicht abholbereit… Weil eben Matschwetter war, hatte ich meine bunten Gummistiefel an und wollte die an der Tür ausziehen. „Ach, treten Sie sich die Stiefel gut ab und kommen Sie ruhig rein“, bekam ich aber zu hören – und wurde dann sogar (samt Hund!) ins Wohnzimmer geführt! ))

      Ich meine, wenn ich richtig dolle Knatsch an den Sohlen habe, marschiere ich damit sicher nicht einfach so über feine Teppiche oder hellen Teppichboden – dann gebietet es mir meine Erziehung, dass da dann „Schuhe ausziehen“ durchaus mal angesagt ist! Aber, wenn ich mich für eine Fete schön angezogen habe, und sollte da dann meine hochhackigen Schuhe ausziehen – nochmals: Nein, Danke! Da wär’s mir sicher auch sonst zu spießig, als dass ich mich da wohlfühlen könnte! Aber, wie schon gesagt, ist mir (auch bei Gastgebern mit Parkett!) noch nie passiert!

    22. Klaus Says:

      Hallo Nina,
      hätte von Dir gerne gewusst, wo Du den Unterschied siehst – ob Du mit „fürchterlich Knatsch an den Sohlen“ über heikle Teppiche latschst, oder in Highheels (am besten noch mit Stiletto-Absätzen aus Metall…) rücksichtslos einen weichen Holzfußboden malträtierst??? Also, für mich besteht da keiner – das grenzt für mich beides schon an VANDALISMUS! Ja, eher sogar im Gegenteil: Dreckspuren aus einem Teppich kann man wieder raus kriegen – ein Parkett, in den Löcher getreten wurden, ist dagegen dauerhaft ruiniert!!! 🙁

    23. Nina Says:

      „Vandalismus“… – jetzt übertreib’s aber nicht!!! 🙁

      Es geht doch hier ganz einfach darum, dass die Situation, mit Dreckschuhen wo hin zu kommen, eine wahrscheinlich unvermeidbare ist (weil der Gast vorher eben irgendwo in den Matsch geraten ist), die dann eben nur durch Schuhe-Ausziehen zu lösen ist – hingegen ist doch eine Einladung zu einer Party etwas, auf das sich der Gastgeber einrichten kann: Wenn ich da halt nun mal sehr empfindliches Parkett habe, dann schütze ich das entsprechend, oder aber weise in der Einladung darauf hin und bitte, auf das Tragen von megahohen Absätzen zu verzichten! Ich meine, in dem Fall wird dann sicher keine der eingeladenen Damen (ich jedenfalls würd’s nicht tun!) trotzdem in High-Heels mit Bleistiftabsätzen antanzen!?

      Ja, aber noch mal: Selbst wenn so was mal passiert – „Vandalismus“ ist ja wohl absolut das falsche Wort!

      Grüße,
      Nina

    24. Andreas Says:

      Auch wenn ich ja durchaus die Argumente derer nachvollziehen kann, die hier gegen das Schuhe-Ausziehen sind (und vor allem auch die Damen verstehen kann, die sich extra rausgeputzt haben, und dann strümpfig den Abend verbringen sollen…) raus, so muss ich unter dem Strich leider doch eindeutig Klaus Recht geben!

      Ich denke, es ist vor allem sehr ärgerlich, wenn man den Eindruck hat, da wird einem ganz bewusst Schaden zugefügt, wie er das geschildert hat. Seit auch wir eine solche Rücksichtslosigkeit erlebt haben, wie Klaus sie darstellt, gilt bei uns (egal, bei welchem Anlass!) ein rigoroses Stöckelschuh-Verbot!

      Wir hatten damals gerade unser Parkett frisch abschleifen und neu versiegeln lassen, als bei der Geburtstagsparty meiner Frau zwei Mädels aus ihrer Jazztanz-Gruppe in High-Heels auftauchten. Die eine hatte Pumps mit so Absätzen, bei denen der untere Teil aus Metall bestand, die andere trug Stiefel, deren Pfennigabsätze schon ordentlich abgelaufen waren, und bei denen offenbar der Absatznagel raus kam. Das und das Wissen, dass unser Parkett neu war, hat die beiden aber nicht gehindert, zu späterer Stunde auch noch im Wohnzimmer ordentlich wild zu tanzen…

      Am nächsten morgen haben wir jedenfalls unseren Augen nicht getraut – sooo schlimm hätten wir’s uns nicht vorgestellt: Überall, wo die beiden rumgestakst waren, zierten unzählige, richtig tiefe Dellen und Löcher den Boden – und da wo sie getanzt hatte, waren auch einige lange Kratzer im Parkett! Es sah wirklich übel aus!!! 🙁

      Meine Frau war stocksauer, hat sich die beiden in der nächsten Jazztanz-Stunde dann auch gegriffen – zu ihrer Verblüffung allerdings auch eine sehr überraschende Antwort bekommen: Ihnen sei schon bewusst, dass so Absätze Schäden im Holz hinterlassen könnten – das wisse ja jeder. Aber, wir sollten uns nicht so haben – wenn wir so empfindlich seien, hätten wir’s halt vorher sagen sollen oder den Boden abdecken müssen… Kein Wort das Bedauerns! Und das ärgert einem dann halt besonders stark, oder?

      Ja, aber das Härteste fand ich: Vier Wochen später feierte eine andere Freundin aus der Tanzgruppe Einweihungsfeier im neuen Haus – auf teurem, dunklem Dielenboden im gesamten Erdgeschoss… Tja, und da kamen unsere beiden Tussis doch tatsächlich wieder mit den gleichen Schuhen an – obwohl sie doch spätestens seit der Feier bei uns wussten, was diese auf Holz anrichten – und haben ebenfalls keinerlei Rücksicht genommen. Meine Frau hat dann die Gastgeberin darauf aufmerksam gemacht und ihr erzählt, wie bei uns der Boden am nächsten Morgen aussah – sie hat sich allerdings nicht getraut, den beiden etwas zu sagen… 🙁

      Das ist doch hart, oder? Da hatte ich einfach auch den Eindruck, die beiden wollten ganz bewusst Schäden hinterlassen – aus Missgunst, oder was weiß ich, warum!?

      Liebe Grüße,
      Andreas

    25. Nina Says:

      Also, was Andreas und Klaus hier schildern, ist ja wohl (wenn’s tatsächlich so passiert ist!?) nicht die Normalität – da geschieht etwas, was ich vielleicht mal im Teenie-Alter erlebt habe: Dass auf `ner Party halt mal ordentlich „Putz“ gemacht wurde – einfach so, aus Spaß oder Unbedacht, und ohne über die Folgen nachzudenken? Das waren doch wahrscheinlich keine „Erwachsenen“ – sondern ganz junge Mädels, oder??? 🙂

      Ansonsten sieht’s natürlich wirklich nach Absicht aus! 🙁 Ich meine, sich in einem Privathaus zu benehmen wie in der letzten Eckkneipe, das erlebt man doch nicht wirklich! Wer so was tut, der tritt auch Zigaretten-Kippen auf teuren Persern aus – und tut das etwa jemand????????? Von daher kann ich die Storys nicht so ganz glauben!

      Dass vielleicht mal nach `ner Party oder einem Besuch ein paar Abdrücke im Parkett zurück bleiben, weil eine der eingeladenen Damen nicht wusste, dass ihr Absatz auf den Metallstift runter gelaufen war, das kann ich mir schon vorstellen, dass so was schon vorgekommen – nur, dann ist das doch unbewusst passiert, da kann man der Besucherin keinen Vorwurf machen!? Ja, und: Ist das denn dann wirklich sooo schlimm – sooo tragisch, dass frau gleich die Schuhe ausziehen muss???

      Grüße,
      Nina

    26. Karol Says:

      Ist ja eine interessante Diskussion hier… 🙁
      Ich bin Handwerker (gelernter Klempner – mache aber inzwischen so ziemlich alles, was bei Neubau oder Renovierung im Haus drinnen gefordert ist…) und trage gewöhnlich schwere Arbeitsschuhe, bei denen ich auch nicht so einfach bereit bin, sie auszuziehen (die sind durchaus auch schon über feine Perserteppiche gelaufen… *lächel*) – wie sieht’s da dann bei Euch aus: Darf ich die anlassen???

      Ach ja… – NEIN, die Schuhe haben keine spitzen Absätze! *lautlach* Nur ’ne ordentliche Profilsohle… 😉

      Grüße,
      Karol

    27. clarissa Says:

      „Nur ‘ne ordentliche Profilsohle…“ – … in der sicher öfters dick der Dreck sitzt, den Du dann rein ins Haus trägst und im Laufe Deiner Arbeit schön überall verteilst???

    28. Karol Says:

      Wofür gibt’s denn Fußmatten, Clarissa? Da trete ich mir die Schuhe schon ordentlich ab! Weiß doch, was sich gehört… 🙁

    29. xxx Says:

      Wie wär’s denn damit??? *lautlach*

      Tyvekfuss

    30. clarissa Says:

      @ Karol

      Genau der Meinung waren kürzlich offenbar zwei Klempner, die oben bei uns im Bad was zu reparieren hatten – und wohl vorher irgendwo auf einem Neubau gearbeitet hatten: Haben sich die Schuhe abgeputzt (aber wohl auch eher nur beim ersten Mal rein, als ich noch zusah – später beim Hinundher leider wohl nicht mehr…) – und der Lehm im Profil wurde trocken, und so haben sie ihn mir komplett im ganzen Haus verloren und die Brocken zum Teil dann auch noch festgetreten…… Das sah aus, eine richtige Schweinerei!!! 🙁 Der eine hat wohl meinen entsetzten Blick gesehen, als ich die Beschehrung entdeckte – grinste aber nur blöd und zuckte mit den Schultern… :-(((

    31. Karol Says:

      @ xxx

      Also, ich kann ja auch „bösartig“ sein… *lach* Ich glaube, wenn ich so „Überzieher“ gereicht bekäme, dann würde ich die wohl oder übel anziehen (müssen…), aber… – ich glaube, dann würde mir bei meiner Arbeit irgendein „Malheur“ passieren… *grins*

    32. Mock Says:

      Die Wahrheit liegt wie meistens in der Mitte. Der höfliche Gast kommt mit sauberen Straßenschuhe zu Besuch. Der gute Gastgeber hat genügend Hausschuhe, um dem Gast mit problematischen Sraßenschuhe das Laufen auf Socken im Haus zu ersparen.

    33. Landy Says:

      Der mit den Schuhen ausziehen können sich nur wir Schweizer ausdenken. Völlig daneben. Bei uns muss niemand die Schuhe ausziehen und ich ziehe sie auch nirgends aus. Habe vor Jahren von einem Engländer gelesen, dass halt in der Schweiz das Haus sehr sauber sein muss, dafür der Mensch selber nicht so – im Gegensatz zu den Engländern, wo es gerade umgekehrt sei.
      Selbstverständlich ist bei uns der Alkohol auch nicht versteckt oder in unerreichbarer Höhe. Unsere Kinder interessieren sich eh nicht dafür (schmeckt ihnen nicht und der Sohn trinkt lieber alkoholfreies Bier).

    34. Peter Says:

      Ich komme aus dem Schwabenland und bei uns ist es auch üblich, die Strassenschuhe auszuziehen, wenn man zu einem richtigen Besuch kommt. Kommt man dagegen nur kurz vorbei, um etwas abzuholen, lässt man die Schuhe an…dann läuft man ja aber auch nicht durchs ganze Haus. Kinder lasse ich stets die Strassenschuhe ausziehen.

      Und jetzt ratet mal, wo bei mir der Alkohol „versteckt“ ist: Genau, in der Lade im Wohnzimmerschrank UNTERM Fernseher.

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