-->

Deutsche in der Schweiz beim ORF

  • Nur zum Teil und auch nur ein bisschen überheblich
  • Das Magazin “Weltjournal” brachte am 9. und 11. Juli 2008 einen interessanten Bericht von Marion Mayer-Hohdahl auf ORF2 über die Situation der Deutschen in der Schweiz. Zitat eines Schweizer Wurstverkäufers zum Thema „Deutsche“:

    „Die in die Schweiz auf Besuch kommen, die sind zum Teil ein bisschen überheblich“.
    (Zitat eines Wurstverkäufers — Weltjournal ORF2 9.11.08)

    Wir finden es wichtig, die vier wichtigsten Aspekte dieser Schweizeraussage hervorzuheben:

  • 1.) Nur die Besucher aus Deutschland sind überheblich, nicht die 201 000, die bereits hier leben.
  • 2.) Das auch nur „zum Teil“, also nicht alle.
  • 3.) Und dann auch nur „ein bisschen“.
  • 4.) Das Wort „arrogant“ wird nicht erwähnt.
  • Nun, der Mann, der da zitiert wird, hat an diesem Tag (muss bei einem Spiel der Deutschen an der EM gewesen sein) jede Menge Würstchen an die Deutschen verkauft. Die Interviewerin, Frau Mayer-Hohdahl, die ihn nach seiner Meinung zu den Deutschen fragte, tat dies auf Hochdeutsch und outete sich so ebenfalls als „Deutsche auf Besuch“. Wahrscheinlich wollte er ihr auch noch eine Wurst verkaufen.

  • Der Urologe, die Rechtsanwältin und die Schwäbin
  • In dem Beitrag wird ein Deutscher Urologe genauso präsentiert wie eine Rechtsanwältin, die einen Schweizerdeutsch-Kurs besucht. Eine Schwäbin berichtet über ihre Schwierigkeiten, Kontakt zu Schweizern zu finden, was ihr im Rheinland und in diversen anderen Ländern nie schwer fiel.

  • Orginalschweizer nur mit Untertitel
  • Eine interviewte Schweizerin wird untertitelt. Traut man den Österreichern kein Schweizerdeutsches Hörverständnis zu? Die Herzensgüte und offene Sympathie dieser Sprecherin sorgte beim Zuschauer für wohlige Schauern.


    Online Videos by Veoh.com

  • Der Deutsche ist offenherzig
  • Besonders gefiel uns bei dem Beitrag die sympathische Anmoderation, in welcher eine historische Übersichtstafel aus dem 18. Jahrhundert vorgestellt wird, von der man alle möglichen nationalen Charaktereigenschaften ablesen kann:

    „Der Wallische sei hinterhaltig und eifersüchtig heisst es. Der Spanier klug und weisse und wunderbarlich, der Franzos leichtsinnig, kindisch und gesprächig. Der Deutsche aber schneidet am besten ab: Er ist offenherzig, witzig und insgesamt ganz gut.“
    (Quelle: ORF2 Weltjournal 09.07.08)

    Charaktereigenschaften der Völker

    Wie tröstlich, dass sich die Einschätzung der „Nationalcharaktere“ im Laufe der Jahrhunderte wandeln können. Wenn auch im Fall der Deutschen in die Abwärtsrichtung.

    

    44 Responses to “Deutsche in der Schweiz beim ORF”

    1. Marroni Says:

      Hat nix mit dem Thema zu tun:
      Heute soll im SF DRS eine Sendung über die Deutschen kommen, weiss jemand näheres, kennen wir Blogwieser die schon??

      [Anmerkung Admin: Ja, die solltest du kenne. Ist auch der Blogwiese verlinkt als Stream.
      Das ist eine Wiederholung der DOK Sendung von Pino Aschwanden „Die Deutschen kommen — und wie lieb wir sie haben„, im Rahmen von „Best of DOK“ im Sommerprogramm, heute um 22:20 Uhr auf SF1 ]

    2. AnFra Says:

      Zu der Charaktertafel möchte ich ein kleines historisches Erweckungserlebnis beschreiben.

      Als wir 1980 in Wien vor dieser Tafel standen, habe ich etliche Minuten zugehört, wie eine Familie (der Sprache nach aus Hammburch (für CH: Hamburg)) darüber heftig rätselte, warum nur die Deutschen und nicht auch die Österreicher aufgeführt waren. Es konnte von ihnen keine Lösung erarbeitet werden. Nicht mal ne falsche Überlegung wurde in die Diskussion gebracht.

      Nachdem mein Blutdruck auf höchste Werte getrieben wurde, habe ich die Familie vorsichtig angesprochen und es wurde daraus eine hochinteressante Situation.
      Der Mann entpuppte sich als Gymnasiallehrer aus HH. Ihm fehlten jegliche historischen Grundlagen von Chlodwig, Karl d.G., Habsburgern, Kürung der römisch-deutschen Kaiser bis zur Auflösung des HRR /DN) in 1804. Verzweifelt warf er immer wieder in die Diskussion: Die Maria-Therasia war doch ein „österreichische“ Kaiserin und deshalb wundert er sich, warum es auf der Tafel keine Österreicher geben würde.

      Die oft vorgehaltene Unbelehrbarkeit von einigen dt. Lehrern war hier besonders stark betoniert.
      Diesem Menschen konnte ich nicht darstellen: Bis 1804 gab es eine keine eigene „Staatsangehörigkeit“ für Österreicher. Die „österreichische“ Kaiserin M.-T. war wirklich „römisch-deutsche“ Kaiserin für das gesamte HRR (DN) und unter anderem auch Erzherzogin von „Österreich“ usw, usw, usw.
      Den historisch-geschichtlichen Zusammenhang, das „Deutsch / Teutsch“ DAMALS das restliche Reich UND die habsburgisch-österreichischen Lande gleichwertig eingeschlossen hat, hat diese Familie nicht geglaubt und nicht verdaut. Mein Versuch, ihnen das am W.A. Mozart darzustellen, warum dieser Deutscher und kein Österreicher war, ist ebenfalls gescheitert.

      Als wir die Familie verlassen haben, hörte ich die Frau leise zischeln: „Heinz-Georg, die Österreicher waren doch niemals Deutsche?!“. Antwort vom Mann: „Ja, Schatz, der Typ spinnt total. Die Österreicher waren niemals Deutsche!!“

      Ab diesem Moment war mir klar: Auch Vorurteile (hier z. B: Das Bildungsgefälle von Norden nach dem Süden ) haben sicherlich eine reale Grundlage.

    3. Micha Says:

      @AnFra:

      Wenn es, wie von Ihnen postuliert, ein Bildungsgefälle von Norden „nach dem“ Süden gibt, dann muss ich mir als Norddeutscher ja keine Sorgen machen – da bin ich froh!

      Ansonsten finde ich zwar auch, dass der von Ihnen erwähnte Gymnasiallehrer seiner Zunft nicht eben Ehre eingebracht hat. Jedoch von ihm auf alle anderen Gymnasiallehrer und die Norddeutschen allgemein schließen zu wollen, scheint mir doch sehr mutig (oder dumm).

    4. Thomas W. Says:

      @AnFra:
      Historisches Unverständnis findet man überall. Gerade gestern: Bei einer Tramfahrt ging es auch über den Münchner Karolinenplatz. In dessen Mitte befindet sich ein Obelisk, aufgestellt im Gedenken an die 20.000-30.000 bayerischen Soldaten, die als Teil der napoleonischen Truppen in Russland gefallen sind. Ein älterer Herr erklärte einigen Begleitern: Dieser Obelisk ist ein Geschenk Napoleons, hünsvch nicht? Eine andere Dame in der Tram korrigierte: Stimmt nicht, dieser Obelisk ist ein Mahnmal für die bayerischen Toten des Russlandfeldzugs Napoleons. Daraufhin der erste Herr: Ist aber nett gewesen von Napoleon, einen Obelisken dafür zu schenken. Aber wo kommt der Obelisk dann her? Daraufhin erbarmte sich dann endlich ein anderer Fahrgast: Der Obelisk wurde vom bayerischen König aufgestellt und das Metall stammt aus den Kanonen Napoleons, die nach seiner Niederlage eingeschmolzen wurden. Aber so schnell kann Geschichte verdreht werden…

    5. Samwise Says:

      @AnFra: Alle Deutschen ( im Gebiet des heutigen Deutschland lebenden) waren also früher Österreicher, wurden aber zusammen mit den Österreichern (im Gebiet des heutigen Österreich lebend) Deutsche genannt…;)

      Ihre Ausführungen sind durchaus richtig. Störend ist dabei allenfalls, dass sich manche Deutsche (im Gebiet des heutigen Deutschland lebenden) deshalb als legitime Nachfolger des HRR/DN sehen, was in etwa genauso unsinnig ist, wie die Diskussion ob nun Karl der Grosse ein Deutscher oder ein Franzose war….

    6. schoggistaengel Says:

      Falls es Karl den Grossen denn überhaupt gab:

      http://www.pm-magazin.de/de/heftartikel/artikel_id2440.htm

    7. Thomas Says:

      @Anfra: an deiner Geschichtslektion sieht man mal wieder, dass die ganze Sache mit der Nationalität etwas schwierig ist. Ich meine, 1804, oder von mir aus auch 1806, ging man da als Deutscher ins Bett und wachte als Österreicher auf? Österreicher waren sicherlich nie Deutsche, weil dann wären’s ja keine Österreicher sondern eben Deutsche. Irgendwie kompliziert…. 🙂

    8. AnFra Says:

      @Micha

      Danke für den Hinweis wg. der Ihnen missverständlich scheinenden Aussage über den Lehrer: Da m. E. auf dem Blogwiese-Altar der Ironie Opfergaben gebracht werden können, möchte ich deshalb etwas nachschieben: ….. Bildungsgefälle ( ؟ ) von Norden nach dem Süden habe eine reale Grundlage. Achtung: ( ؟ ) Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Ironiezeichen
      PS: Die Grenze zwischen mutig und dumm ist wirklich oft sehr dünn, so dünn und scharf wie die Klinge des Henkerschwertes. Meine ersten Schulversuche erfolgten in Niedersachsen!

      @Thomas W.

      Danke für diesen Hinweis, habe beim Vorbeifahren tatsächlich immer gedacht: Ist aus dem 70/71-Krieg wg. der Brienner und Barer Straßen.
      Die Bayernherzöge haben für ihre Königswerdung doch einen großen Preis bezahlt lassen. Achtung: ( ؟ )

      @Samwise

      Diese Themen sind viele Jahre hindurch mein Steckenpferd, habe etliche Nationalisten, Faschisten, Militaristen und Irrationalisten bezügl. Nationen, Rassen, Ideologien, Religionen uam. in D, A und CH erlebt, aber noch keinen deutschen Menschen, der eine natürliche, historische oder konstruierte Nachfolge des HRR (DN) als Kriterium für seine Entscheidungen und Handlungen beansprucht.
      Die Eidgenossenschaft hat sich wünschgemäß selber 1648 aus dem HRR (DN) verabschiedet. Habe noch NIEMALS bei all den o. g. beschriebenen durchgeknallten Deutschen den leisesten Wunsch gehört: Die Schweiz muss „Heim ins Reich“!
      Jedoch sollte man bedenken: Die Habsburger haben aus vermutlich innerer Kraftlosigkeit das HRR (DN) auflösen lassen. Daraus ergibt sich nun Zwangsläufig eine Verpflichtung der „legitimen Nachfolge“. Da sich die Habsburger dem Problem entzogen haben, ist schon zwangsläufig die „Nachfolge“ an das verbliebene Restdeutschland, Dt. Bund und Dt. Reich übergegangen. Man darf nicht vergessen: Die Entwicklung zum HRR kam ursprünglich aus dem Gebiet der heutigen Deutschland, da hier in etwa das dt. Einzugsgebiet der Franken war. Eine „eidgenössische“ Lösung in Deutschland war wohl realpolitisch nicht möglich und war auch nicht erwünscht. Durch die Enteignung der Kirchen und Klöster gab es einen Kollaps in diesem Gebiet. Als Folge davon werden noch heute durch Entschädigungszahlungen des Dt. Staates an die Kirchenorganisationen durchgeführt. Und das nach 200 Jahren!
      M.E. ist dies vergleichbar mit dem Untergang des Dt. Reiches nach 1945 und der „Rechtsnachfolge“ durch die Bundesrepublik Deutschland ab 1948-49. Der „Nachfolger“ ist also als der verbleibende Rest oder als Teil vom ehem. Ganzen.
      Ich als nach dem Krieg geborener Deutscher habe Nazischweinereien nicht gemacht, bin aber als natürlicher „Nachfolger“ des 3. Reiches zur Aufarbeitung aufgerufen und kann ich mich dieser Verantwortung nicht entziehen.
      Was mich an Ihrer Aussage etwas verwirrt: Von den napoleonischen Gelüsten bezüglich der westschweizer Gebiete nach dem angestrebten erfolgreichen Russlandfeldzug und dem mussolinischen Gebietshunger von 1940–41 auf die Südschweiz mit extremer Realbedrohung hört man in der CH jedoch nichts.
      Als Treppenwitz der Geschichte kann man die „Errettung“ der Schweiz vor Mussolini durch den Adolf betrachten, da dieser eine Konfrontation zwischen Italien und der CH nicht wollte! Achtung: ( ؟ )

      @ schoggistaengel

      Gute Frage, habe selber aber auch keine sichere Antwort. Da sollte man bei den Schweizern in die Lehre gehen mit deren Erfahrung von W. Tell und Co. Achtung: ( ؟ )

      @Thomas

      Hast gut erfasst. Die Nationalitätswerdung muss eine extrem schwere Geburt gewesen kann! Die Österreicher waren innerhalb des HRR (DN) im „völkerrechtlichen“ Sinne Deutsche. Trenn dich bitte vom heutigen Begriff „Deutsch“.
      Will dir ein Beispiel zeigen: Die Stadt, in welcher mein Vater geboren wurde, war bis ca. 1785 im türkischen Besitz, danach herrschten die Habsburger, danach die Ungarn, danach die Rumänen, danach wieder die Ungarn, danach die UdSSR (Ukraine), schlussendlich die Republik Ukraine. In den Statistiken aus der habsburgischen Zeit vor 1804 wurden die „Österreicher“ als Deutsche geführt, bis 1918 wurden die Österreicher als Deutsche in der K. u. K. – Monarchie geführt. Danach waren ALLE, ob echte „Österreicher“ oder „Deutsche“ Ungarn usw. Da kann man von echter Nationalitätsproblematik sprechen. Beim Mozart lässt sich dies extrem auch gut darstellen.
      Keine Ironie: Möchte die Österreicher durch solche Haarspaltereien NICHT zu Deutschen machen.
      Bitte nicht vergessen: Auf der o.g. Charaktertafel sind keine Österreicher genannt, weil sie ja im Nationenbegriff der Deutschen integriert waren!

    9. Brun(o)egg Says:

      Die Tafel, die aufgeführten Eigenschaften, die Schrift und das Ziel des Ganzen erinnern mich an unselige Zeiten. Sollte man doch lieber lassen. Auch wenns mit Abstand und Ironie gedacht war.

    10. AnFra Says:

      @Brun(o)egg

      Möglicherweise verwechselst du hier etwas die Zeiten. Diese Tafel ist aus der Zeit des „siebenjährigen Krieges“ zwischen dem Haus Habsburger und dem Haus Hohenzollern um etwa 1760! Sozio-historisch ein interessanter Fall.

    11. Samwise Says:

      Das verlangt nach einer längeren Antwort, für die ich gerade keine Zeit habe, die folgt also noch. Fürs erste nur soviel:

      1) „Die Schweiz soll heim ins Reich“ hab ich auch noch nie gehört und würde das auch keinesfalls aus der simplen Tatsache ableiten, dass jemand Deutschland für den direkten Nachfolger des HRR hält. Viel eher meinte ich damit die versuchte „Usurpation“ der deutschprachigen Kultur vor 1871. Die bezieht sich aber meistens auch nicht auf die Schweiz, sondern vor allem auf Österreich, weshalb ich mich da keineswegs bedroht fühle…(Kann ja schliesslich Judo)

      2) Als direkten Nachfolger des HRR sehe ich eher den Deutschen Bund, also wiederum ein stark von Österreich (und Preussen) dominiertes Gebilde.

      3) Da das HRR niemals ein nationalstaatliches Gebilde im heutigen Sinne war ist m.E. der Vergleich mit dem Übergang vom Dritten Reich zur BRD nicht sehr sinnvoll.

      An Sippenhaftung glaube ich übrigens nicht.

    12. Brun(o)egg Says:

      @anfra
      Ich verwechsle gar nichts. Daher kommts (kams nämlich. (Unter anderem).

    13. Brun(o)egg Says:

      @ anfra

      Hab noch was vergessen: Der Blick und andere machens permanent vor. Der Erfolg der SVP steht dafür.

    14. AnFra Says:

      @Brun(o)egg

      Natürlich hast du das richtig beschrieben, aber man kann / soll / muss sich mit solchen Themen leider auseinandersetzen.

      Habe „Mein Kampf“ von Adolf Hitler und „Der Wahrheit eine Gasse“ von Franz von Papen ( mit pers. Widmung von 1952 an die Besitzer seines Internierungsschlösschens bei Ravensburg / D.) jeweils zwei mal gelesen.
      Dies war schlimm, übel und unerträglich, aber erst bei dem zweiten Durchgang konnte man den Inhalt mit der erstrebten Zielsetzung dieser beiden Übeltäter besser begreifen.
      Die Nächte nach dieser Lektüre: Horror, Stress und geistiges Erbrechen. Dies ist leider der Preis für solch eine geschichtliche Erkenntnis.

    15. Simone Says:

      An der historischen Debatte möchte ich mich nicht beteiligen und bitte um Verständnis.
      Den Beitrag vom ORF fand ich sehr gelungen. Man hat es geschafft, die gängigen Vorurteile nahezu vollständig aufzulisten und die damit verbundene Problematik sachlich und differenziert aufzugleisen, was noch dadurch getoppt wurde, dass das Lieblingsadjektiv der Schweizer, nämlich „arrogant“ gänzlich außen vorblieb. Statt dessen wurde „überheblich“ verwendet. Hut ab! Einen solchen Beitrag hätten die hiesigen Medien niemals zustande gebracht! Besonders begeistert hat mich die Ankündigung auf „Brigitte Bardot“ als Thema der nachfolgenden Sendung. Und dann gab es da noch den österreichischen Moderator, der so wunderbar Deutsch sprach…Wie gesagt, ich war und bin begeistert.

    16. anonym Says:

      @Simone
      „Arrogant“ durch „überheblich“ ersetzt. Wow! Ja, da können die hiesigen Medien in der Tat nicht mithalten. Und österreichisches Deutsch können die auch nicht! Was für eine Schande!!!
      😉

    17. Simone Says:

      Grundsätzlich muss man sich fragen, ob man die Ausgewanderten eines jeden Landes überhaupt pauschal dem Land zuordnen kann, dessen Pass sie noch besitzen. Auch wenn die Kampagnen mir anderes suggerieren wollen, bin ich doch weder Deutschland noch besonders repräsentativ für Deutschland. Anderen Auswanderern dürfte es ähnlich gehen.

    18. AnFra Says:

      Habe ein passendes Ding für Hr. Zuercher gefunden.

      Die Eiche und ihr Untermieter

      Stehen im Walde ne Menge von Eichen vom Type Quercus germanii
      auf denen sich tummeln ne Menge Misteln der Familie Viscum helvetii,

      sie leben und gedeihen sehr wohl und bestens auf diesen Eichenästen
      und hegen Ansprüche auf etliche Lebenssäfte zu ihrem eigenen Mästen,

      die Misteln sind unendlich begehrlich auf der Eichen Energie und Kräfte
      die Eichen wünschen Mäßigung und brauchen die eigenen Lebenssäfte,

      die Misteln krallen und saugen ohne Bedacht an diesen mächtigen Eichen
      erkennen nicht die falschen Einstellungen der eigenen Lebensweichen,

      ein Baum fällt um und alle Eichen folgen, die Misteln kämpfen um ihr Leben
      sie sterben ab – man sieht nur neues Eichenleben aus dem Boden streben.

    19. Guggeere Says:

      Noch etwas zum Film: Am Schluss wurde eine Szene aus dem Sprachkurs gezeigt, auf einer Tafel war u. a. der Ausdruck «Schutzgatter» zu lesen, und der Untertitel «Weidentor» wurde als Übersetzung eingeblendet.

      Weidentor? – Noch nie gehört! Abgesehen davon, dass diese Worterklärung falsch ist (ein Gatter ist zunächst mal ein Zaun): Man kann sich fragen, wozu ausländischen White-Collar-Workers im Anfänger-Mundartkurs ein solcher landwirtschaftlicher Ausdruck beigebracht werden soll. Es wimmelt ja nicht gerade von Gattern im Leben gut bezahlter und qualifizierter Berufsleute in eher städtischen Verhältnissen.

      Meine Interpretation: Vor den österreichischen Fernsehleuten ist ein sprachliches Fallgatter heruntergerasselt. Denn «Schutzgatter» ist in der Deutschschweiz auch so etwas wie ein Euphemismus, eine liebevoll-ironisch gemeinte Bezeichnung für einen schusseligen Menschen, den man auf Hochalemannisch normalerweise als «Schutzli» bezeichnet, dem man dies aber nicht so unverblümt sagen will. Wohl deswegen war das Schutzgatter neben so schönen Wörtern wie «Gfröörli» oder «Fägnäscht» ein Thema im Sprachkurs.

    20. AnFra Says:

      @Guggeere

      Das Gatter ist im bauhistorischen, technischen und sprachlichen Sinne immer ein Durchlass.
      Im Deutschen lässt sich auch die Gasse daraus ableiten, denn beide Begriffe sind für Durchlässe, Durchgänge bzw. Lücken, Freigänge zwischen irgend welchen Sachen. Ein Zaun hat ein Weidetor oder ein Gatter (Durchlass) bzw. Schutzgatter. Ein Schutzgatter ist also eine techn. Vorrichtung zum Absichern von Durchlässen uäm.
      Das Beispiel mit dem Sägegatter ist sehr gut, weil hier die Funktion und der Aufbau eines Gatters recht gut erscheint.
      Meiner Erinnerung nach ist im Schwedischen die Benennung für eine kl. Straße oder Gasse „Gattan“!?

      Weiteres:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Gatter
      http://en.wikipedia.org/wiki/Gate

    21. Simone Says:

      @Ein Zürcher:
      Bei den meisten Deutschen sollten spätestens seit Ende des Zweiten Weltkrieges keine Missverständnisse mehr über die Landesgrenzen herrschen. Leute, denen das immer noch nicht klar ist, fallen weniger durch eine politische Ideologie auf als dadurch, dass sie im Fach „Geschichte“ in der Schule schlichtweg nicht aufgepasst haben. Historiker bin ich sicher nicht, aber wir nahmen das Dritte Reich fächerübergreifend viermal durch auf dem Gymnasium. Keine Sorge, wenn’s braun wird, hat man es mit Spinnern zu tun.

      Aber, wenn jemand aus Deutschland angibt, sich in Österreich oder in der Schweiz fast wie in Deutschland zu fühlen, hat diese Person nicht das Bedürfnis, die Landesgrenzen zu sprengen, sondern möchte zum Ausdruck bringen, dass sie eine gewisse Affinität zu diesen Ländern aufweist. Dass sich viele Schweizer beleidigt fühlen, wenn Deutsche sie als ähnlich erachten oder sie womöglich noch gerne haben, ist wieder ein anderes Thema. Aber die Bestrebungen einer „Alpenunion“ oder so was in die Richtung sind mittlerweile 30 Jahre her und Franz Josef Strauß weilt auch nicht mehr unter uns. Von daher können Sie beruhigt schlafen.

    22. Thomas W. Says:

      @Ein Zuercher:
      Die Schweiz hat sich – so ich mich recht an meine Geschichtsstunden erinnere – teils dramatisch und zwar durchaus mit militärischer Gewalt ausgedehnt. Ein Großteil der heutigen Schweiz wurde doch durchaus gegen den Willen von Basel, Bern etc. erobert/geschluckt und dann lange eher wie durch eine Besatzungsmacht verwaltet. Und bis nach Oberitalien hat die Schweiz sich doch auch einst ausgedehnt, um die Alpenpässe besser zu kontrollieren, oder täusche ich mich da?

    23. AnFra Says:

      @Thomas W.

      Nein.

    24. AnFra Says:

      @ Zuercher

      Bitte bis zum Schluss lesen.

    25. Thomas W. Says:

      @Ein Zuercher:
      Ich bin nicht so ein unhöfliches Raubtier wie der Löwe, sagte die Maus. Einfach weil ich es nicht will, weil mir die Zeit zu kostbar ist. Ich habe besseres zu tun als Zebras zu jagen. Klar, ich könnte auch Zebras jagen, aber ich will es nicht. Das verbietet mir mein Anstand und Schamgefühl. Ich zähle lieber den Käse in meinem Loch. Jetzt müssen sich nur noch die Zebras bei mir bedanken für meine Nettigkeit. Aber putzig und niedlich bin ich auf keinen Fall, sondern eigentlich ein Löwe im Mauspelz, der sich aus höherer Einsicht nicht wie die anderen, arroganten Löwen verhält.

    26. Simone Says:

      @Ein Zürcher:
      Ich glaube eher, Sie projizieren Ihre eigenen Wunschphatansien auf den vermeintlichen Feind. Wie gut, dass so viele böse Deutsche Ihr Land bevölkern, dass vermeidet, dass Sie Ihre Aggression gegen sich selbst richten. Was „Größen- und Allmachtsphantasien“ sind, lesen Sie zuverlässig bei einem Landsmann nach: Erdheim, Mario: Die gesellschaftliche Produktion von Unbewußtheit. Erschienen in mehreren Auflagen bei Suhrkamp. Viel Spaß, es liest sich relativ gut!

    27. Guggeere Says:

      @ AnFra
      Zum Gatter: Ich halte mich meistens an den Duden, und der definiert Gatter als Zaun. Zumal ein Schutzgatter kaum ein Durchgang sein kann, da es m.E. eine Herde Schafe schützen soll, wie etwa ein «Schwiigatter» die Umwelt vor einem Rudel unternehmungslustiger Schweine schützt. Was ich auch noch kenne, ist das Fallgatter. Es wurde im Mittelalter oberhalb von Stadttoren eingebaut und konnte im Notfall heruntergelassen werden, um den Durchgang in Sekundenschnelle zu verhindern.
      Aus dem Schulunterricht ist mir die folgende Fallgattergeschichte (wohl eher eine Sage) in Erinnerung geblieben: Im so genannten Alten Zürichkrieg wurden die Zürcher im Jahre 1443 bei St.Jakob an der Sihl (also quasi vor den Stadtmauern) von den verfeindeten Eidgenossen schwer verprügelt und flohen Hals über Kopf in die Stadt zurück, die Verfolger dicht auf den Fersen. Dabei soll vergessen worden sein, so jedenfalls berichtet der hier schon öfters erwähnte Aegidius Tschudi, das Stadttor zu schliessen. Im letzten Moment habe eine Frau namens Anna Ziegler das Fallgatter doch noch heruntergelassen, nachdem drei feindliche Krieger bereits in die Stadt eingedrungen waren.
      Seitdem sonnen sich die Zürcher im Ruf, schneller zu sein als andere. Dass das Denken bei dem Tempo nicht immer mithält, weiss man seither ebenfalls in der ganzen Eidgenossenschaft. Und seit dem Eindringen der drei Eidgenossen ist in Zürich der Ruf «Use mit de Ussländer!» nie mehr ganz verstummt.

    28. AnFra Says:

      @Guggeere

      Habe auch im Rechtsschreib-Duden nachgeschaut. Es ist wie beschrieben als Gitter, (Holz)zaun dargestellt. Im Duden: „Herkunftswörterbuch“ ist es genauer abgeleitet: mhd. „gater“, ahd. „gataro“ als Gatter als Zaun oder Tor, Pforte aus Gitterstäben (bei Burgen) uam. Beim Mackensen ist ein schöner Hinweis von Gatter auf die Verwandtschaft mit „Gatte“ für mhd. „gate“ verbunden. Dieses aus ahd. „gegat“ für gut, passend, zusammenpassend, auch für „Genosse“, für Ehegenosse erst ab dem 18. JH.
      Der Hinweis auf den „Zaun“ und die o.g. Hinweise habe mir nun auch eine Erinnerung eröffnet. Noch bis in die 1960-Jahre sind in der Winterzeit Schäfer mit ihren großen Schafherden von der Schwäbischen Alb zum Winterquartier an den Bodensee gekommen. Als Kind waren wir dann natürlich oft bei den Schafherden. Nun ist mir wieder eingefallen: Etliche Schäfer hatten mobile Zäune aus einer Art Flechtwerk, vergleichbar von einfachem Flechtfaschinen. Diese Art des Zaunes kann man auch Gatter nennen, da sie prinzipiell aus Weidenruten, also aus parallel angeordneten Stäben hergestellt waren. Auch andere Zäune werden aus Elementen hergestellt, die eigentlich „Gatter bzw. Gatterrahmen“ sind. Die könnte man auch als Gatter benennen. Aber da Zäune als Feldabgrenzungen ursprünglich aus Naturhecken, Steinhaufen, eingerammte Holzstämme uäm hergestellt waren, kann man m. E. diese nicht gesamtheitlich Gatter nennen.
      Habe letzten Winter gesehen: Wenn wieder Schäfer am Bodensee Winterquartier machen, haben sie auch flexible Zäune dabei, aber jetzt aus roten elastischen Kunststoffen, also auch als eine Art Gatter wie in alter Zeit.

      Hier von den Brüdern Grimm kleine Anmerkungen zu Gatter:
      …..„gatter ist wesentlich ein aus stäben, latten u. ä. hergestellter verschlusz mit lücken, im unterschiede von thür und thor, die aus sich anschlieszenden oder eingefugten bretern bestehn. wie die stäbe stehn, ob neben einander oder gekreuzt, oder auch über einander liegend, ist dem begriffe jetzt gleichgültig…..

      …..vorzugsweis als gatterthür im hofzaun oder der hofmauer, das mag seine ursprüngliche bestimmung sein; vgl. unter gasse….. die nordische, noch einfachere einrichtung der zaunlochstäbe, die dem gater vorausgegangen sein könnte.

      …..gatter in einem zaune, vor einem garten, gegittertes thor …..besonders als zaunthor in feld und wiese…..

      Nachtrag zum Zaun:
      Zaun kommt von ahd. „zun“ für Umzäumung, Hecke, Gehege, verw. mit engl. „town“ für Stadt, altengl. „ tun“ für Zaun, Dorf, Stadt uam. altisläand. „ tun“ für eingezäuntes Land, Hof, Dorf.
      Wenn man die Regeln bei der Lautverschiebung beachtet, kommt man vom „t“ zum hochdt. „z“ und vom „u“ zum diphongischen „au“. Aus dem altgerm. „tun“ wird der nhdt. „Zaun“.
      Im diesen „Zaun“ ist eine aus Stäben hergestellte Durchlass / Tor / Tür das besprochene „Gatter“.

    29. AnFra Says:

      @Simone

      Beim Zuercher (nhd. Züricher) handelt es sich m. E. wahrscheinlich um einen Popanz.
      Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Popanz

    30. Simone Says:

      @Anfra:
      Das könnte passen, aber es gibt Leute mit solchen Ängsten.
      @Ein Zürcher:
      Sie liegen da richtig. Ich spekuliere auch nicht mit der Einbürgerung.

    31. AnFra Says:

      @Simone

      Der Zuercher ist sicherlich stubenrein, wohlerzogen, lammfromm und gottesfürchtig. Nur wenn in seinem neuronalen Verknöpfungen ein kleiner Kurzschluss auftritt wandelt er sich zum „grauseligen, hemmungslosen und deutschenfressenden“ Züricher Löwen, …. aber wirklich eher zum Bussikätzchen.

    32. Simone Says:

      @Ein Zürcher:
      Haben Sie noch nicht mitbekommen, dass Deutschland mittlerweile die Doppelbürgerschaft duldet? Ich müsste meinen EU-Durchfahrschein gar nicht abgeben, aber im Gegensatz zu vielen meiner Landsleute betrachte ich einen Pass nicht als Urlaubssouvenir 🙂 Ausserdem bin ich mir sicher, dass mir die weisse Mütze und ein blaues Gesicht nicht so gut stehen. Aber das war jetzt in Insider…

    33. seebueb Says:

      sött häisse: karisiere

    34. Guggeere Says:

      @ AnFra
      Danke für deine detailreichen Ausführungen.
      Mir ist auch noch etwas eingefallen: das Verb «vergattern», laut Duden «mit einem Gatter versehen; ugs. für jmdn. zu etwas verpflichten». Die Grimms erwähnen es u.a. im Sinne von «sammeln, eigentlich zusammenfügen, vereinigen, versammeln». Ich bin zwar kein Philologe, aber passt das nicht zum von dir erwähnten «(Ehe-)Gatten» oder sogar zu englischen Begriffen wie «gather» und «together»?
      Beeindruckt mich immer wieder, wie so ein einfaches Wort manchmal einer weiten, kreisförmigen Welle gleicht, wie man irgendwann merkt, dass da lauter konzentrische Kreise sind. Und noch beim äussersten Kreis erkennt man, welcher Steinwurf ihn verursacht hat.

    35. AnFra Says:

      @Guggeere

      Hast mich auf eine alte Sache gebracht.
      Bei der Bundeswehr haben wir die Soldaten bei der Kasernenwache und bei Munitions- oder Raketentransporten in einer eigenen Gruppe antreten lassen und für die jeweilige Aufgabe, den Umgang mit der scharfen Munition u.a.m. „vergattert“. Es wurde explizit der Männerhaufen auf eine scharf definierte und somit konkrete Aufgabe verpflichte.

      Jetzt ist mir noch eine Vergatterungssituation eingefallen.
      Bei der Schweinezucht werden die Mutterschweine mit den Frischlingen auch vergattert, d.h. im Stall werden u.a. Trenngatter aufgebaut, um so ein ruhigen Koben zu schaffen.

      PS: Es soll hierbei keine Analogie zwischen Soldaten und Schweinen unterstellt werden. Um meine Meinung zum Ehe“Gatte(r)n“ möchte ich mich hiermit doch lieber drücken.

      Deine Bemerkungen treffen den Punkt zu 100%!

    36. Simone Says:

      @Anfra und Gugeere:
      Man könnte die Sache mit dem Gatter auch so deuten, dass die Präsenz eines (Ehe-)Gatten dazu führt, nicht aus dem Gatter entkommen zu können, also eingesperrt zu sein. Gatte = Gatter.
      „Heiraten“ heisst übrigens auf Schwedisch „gifta sig“…Klingt doch schön, oder?

    37. AnFra Says:

      @Simone

      Erbitte die genauere Übersetung von „gifta sig“.

    38. Guggeere Says:

      @ Simone
      «Gatte = Gatter»: eben! Vergattert, bis dass der Tod euch scheidet! Sprache ist nicht immer Absicht, aber immer verräterisch…

    39. neuromat Says:

      @ Ein Zuercher

      Was Sie da so von sich geben ist ja völlig verworren und absoluter Unsinn.

      Ihren abstrusen Formulierungen liess sich entnehmen, dass einem jahrelang im Ausland lebenden Schweizer quasi durch die Schweiz die italienische Staatsbürgerschaft zusätzlich anerkannt wuerde. Der Umstand, dass die schweizerische Staatsbürgerschaft nicht verloren geht, dürfte an dem ureigenen Interesse eines kleinen Landes liegen. Nicht ohne Grund wird die Existenz einer „fünften Schweiz“ aufrecht erhalten. Was daran fortschrittlich sein soll, dürfte für immer Ihr Geheimnis bleiben.

      Wenn also eine Schweizerin oder ein Schweizer unbedingt die kanadische Staatsbürgerschaft noch braucht, dann mag dies sein, und dem bisher unerfüllten Wunsch entsprechen endlich einem Land mit grosser Fläche, schöner Landschaft, mit den arroganten Nachbarn mal im Süden und einem eigenen Zugang zum Meer anzugehören. Wichtig ist jedoch dabei, dass dieser Eidgenosse Helvetien nicht verloren geht, auch dann nicht wenn er zusätzlich noch Neuseeländer und Russe werden möchte, damit er endlich im Wallis ein Grundstück kaufen darf.

      Fortschrittlich wäre eine tatsächliche umfassende Personenfreizügigkeit, ob sie durchführbar ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

      @ Simone @ Guggeere
      von wegen Eidgenosse … Gatte abgeleitet ursprünglich aus dem westgermanischen ga-gadon mit der Bedeutung Genosse. (Aber schrieb Dürrenmatt nicht vom Gefängnis Schweiz?)

      Auch im altenglischen gegada, althochdeutsch gegate und dann mittelhochdeutsch gate. Gegat bedeutet im Althochdeutschen „passend, zugehörig“.

      Gatter dürfte eine interessante Beutungsumwandlung erfahren haben. Gat(t) ist die Oese, das Loche, altenglisch geat das Tor, die Oeffnung.

    40. Simone Says:

      @Neuromat:
      Was meinst Du mit „umfassende Personenfreizügigkeit“?

      Meine Interpretation von „Gatter“ und „Gatte“ ist eine eigene und die Einführung ins Althochdeutsche liegt auch schon ein paar Jährchen zurück. Ich hätte nie gedacht, dass mich diese Sprache einmal in die Schweiz verfolgt (hätte allerdings auch nie gedacht, dass es mich mal längerfristig nach Helvetien versschlägt, aber das ist ein anderes Thema).

    41. neuromat Says:

      @ Simone

      recht einfach: man stelle sich vor, es gäbe nur Menschen, die in einem Land arbeiten, leben, ihren Pflichten nachkommen und ihre Rechte in Anspruch nehmen – dies nach einem allgemein gültigen Prinzip des Miteinander – das reduziert dann die Anzahl der Ausländer dramatisch.

      In der Schweiz war ein nationales Bürgerrecht bis 1848 unbekannt. Bis 1915 gab es auch keinen Schweizer Pass. Aber selbst mit Gründung des schweizerischen Bundesstaates blieben kantonale Souveränitätsrechte bestehen. Die Verleihung des Bürgerrechts zum Beispiel. Es gab also weiterhin ein „kantonales Ausland.“

      Dies ist von historischer Bedeutung. Diejenigen, die vor Herrn Wiese eingewandert sind, werden sich noch daran erinnern, dass die Aufenthaltsbeweilligung nur „kantonal gültig“ erteilt wurde. Das Schweizer Bürgerrecht führt im übrigen ja dazu, dass nur Papierschweizer geschaffen werden.

      Daher kann von fortschrittlich natürlich keinesfalls die Rede sein. Wer lange im Land lebt, weiss, welche Schwierigkeiten es zum Beispiel bei der Wohnungssuche für „ausserkantonale Schweizer“ noch in den 70er Jahren gab.

      Daher wuerde ich für eine weitestgehende Freizügigkeit der einzelnen Person plädieren. Wir erinnern uns: „Warum – ich bin doch wer“ Antwort auf die Frage, ob er denn Schweizer werden wolle. Halte ich mich an die Regeln, erledige ich meine Arbeit, usf. – gehöre ich dazu. Das würde im Fall einer tatsächlichen Willensnation entsprechen.

    42. Simone Says:

      @Neuromat:
      Danke! Was Du beschreibst (Zügelbewilligung innerhalb von Helvetien), ist zumindest den EFTA-Anghörigen mit entsprechender Bewilligung gestattet. Schwierig wird es bei den so genannten „Drittländern“.

      @Zürcher & All:
      Als man in Deutschland gegen die doppelte Staatsbürgerschaft plädierte, was jahrzehntelang auch insofern betrieben wurde, als dass Deutsche, die z. B. die Schweizer Staatsbürgerschaft beantragten, vermutlich bewusst nicht darauf aufmerksam gemacht wurden, dass sie ihren D-Pass behalten durften, richtete sich weniger gegen die eigenen Landsleute im Ausland als vielmehr gegen den Run auf D-Pässe, den man aus dem außereuropäischen Ausland befürchtete. Keinesfalls schön. Mittlerweile hat man offensichtlich dazugelernt und seit die Deutschen ihren Pass trotz helvetianischem behalten dürfen, wollen viel mehr Deutsche in der Schweiz Schweizer werden. Keine Sorge, ich trage derartige Gedanken nicht in mir.

    43. neuromat Says:

      @ Ein Zuercher

      Hier scheint noch eine seltsame «Blut und Boden» -Theorie die Behoerden in ihrem Tun zu leiten. Aeusserst unappetitlich, oder: typisch deutsch?

      also wissen Sie, Ihnen wurde ja bereits von einigen Seiten eine gewisse offen zur Schau gestellte Unkenntnis von anderen dargelegt: Wie schreiben Sie so schön, das Gemindebürgerrecht ist vererbar. Also gilt doch wohl, dass dies von der betreffenden Gemeinde zunächst nur erhält, wer „blutsmässig von einem Bürger, einer Bürgerin der Schweiz abstammt“ ergo – :

      Hier scheint noch eine seltsame «Blut und Boden» -Theorie die Behoerden in ihrem Tun zu leiten. Aeusserst unappetitlich, oder: typisch … ?

      Aber Sie scheinen ja selbst gar kein „Zuercher Bürgerrecht“ zun besitzen. Sind Sie am Ende nur auf dem Papier Schweizer, oder wie Sie es ausdrücken rein zufällig. Lassen Sie es die Bloggemeinde wissen, wenn man Ihnen helfen kann… wir sammeln dann zunächst einmal für einen Knigge 😉

    44. neuromat Says:

      Leider blieben meine Fragen unbeantwortet. Statt dessen fahren Sie mit dem fort, was Sie anscheinend am Besten können: beleidigen.

      Mittlerweile haben Sie sich vom Thema auch meilenweit entfernt. Damit Sie wieder zurückfinden. Wir diskutieren nicht die deutsche Praxis. Es geht hier um die Schweiz.

      Leider muss ich mich jedoch allen anderen anschliessen. Komminikation mit Ihnen ist zwecklos. Machen Sie es gut.

    Leave a Reply