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Die Deutschenhasser — Aus dem Bericht einer Deutschen in der Schweiz

  • Traurige Erfahrungen einer Deutschen
  • Aufmerksamen Leserinnen und Lesern der Blogwiese wird nicht entgangen sein, dass wir sehr gern in der Schweiz leben, seit mehr als 7 Jahren, und hier sowohl lustige wie auch merkwürdige Erfahrungen machten, aber niemals richtig böse Dinge erlebten. Die angenehmen Erlebnisse überwiegen, deswegen sind wir ja noch hier. Es gibt Idioten und nette Leute hier wie anderswo auf der Welt, aber als wir diese E-Mail einer Deutschen lasen, die lieber anonym bleiben will, hat es uns schon ziemlich traurig gemacht:

    Ich wohne jetzt seit fast 5 Jahren in der Schweiz, hatte jedoch schon seit 1990 in der Schweiz gearbeitet, bevor ich den Wohnort hierher verlegt habe. Ich bereue es sehr. So viel Hass habe ich noch an keinen Ort dieser Welt erlebt. Leider sind meine Kinder zur Hälfte Schweizer und ein Schulwechsel zurück nach Deutschland würde beide ungemein zurückschmeissen, sodass ich das noch aussitzen muss. Ursprünglich hatte ich beruflich überwiegend positive Erfahrung, deswegen entschloss ich mich auch zu dem Wohnsitzwechsel. Aber was ich mittlerweile alles erlebt habe an Negativem haut mich immer wieder aus den Latschen. Die Französisch Lehrerin meiner Tochter behauptet steif und fest, Gôuter bedeutet im Deutschen Zvieri und was anderes habe sie noch nie gehört. Da es meine Tochter als Nachmittagskaffee übersetzte.
    (Quelle: Private E-Mail)

    Zvieri ist um welche Uhrzeit?
    (Quelle Foto: alphornmacherei.ch)

    Zum Thema „Zvieri“ und „Gouter“ siehe hier. “Le goût” = der Geschmack. “Goûter” ist eigentlich schmecken. “Le goûter” ist das “z’Vieri“, der kleine Imbiss am Nachmittag, das süsse Stückchen oder Kuchenteil für die spät von der Schule heimkehrenden französischen Kinder. Tatsächlich heisst ist ein Zvieri, wenn überhaupt, in der Ecke von Deutschland, aus der wir stammen, schlicht „Kaffee und Kuchen“. Passende Frage an die Mutter: „Was gibt es denn zum Kaffee und Kuchen“?

  • Zvieri nur um Vier?
  • Mit der Uhrzeit würde ich das nicht so eng sehen. Das „Znüni“ passiert auch um 10:00 Uhr in den meisten Schweizer Firmen, und den five-o’clock-tea habe ich in England auch oft um vier getrunken. Mit der Sommerzeitumstellung etc. wird das schon toleriert. Doch die Mail geht noch weiter:

    Der Klassleiter redet ständig auf sie ein, nicht so zu werden wie ihre Mutter. Bei einem Vorstellungsgespräch wurde mir gesagt, dass Schweizer die ehrlichsten und offensten und besseren Menschen seien als Deutsche. Wenn man in der Schweiz lebt muss man Schwizzerdütsch sprechen. Und so weiter und so weiter. Ich habe bis jetzt noch keinen hilfsbereiten, herzlichen, humorvollen Schweizer kennengelernt. Ich habe in sehr vielen Ländern Freunde, bei welchen ich und meine Familie jederzeit willkommen sind, jedoch in der Schweiz habe ich nur negative Erfahrungen gemacht. Wenn man mit anderen Deutschen kommuniziert hört man immer nur das Gleiche. Leider habe ich eher festgestellt, das Schweizer viel arroganter und eingebildeter sind wie Deutsche, jedoch genau das, werfen uns die Schweizer immer vor. Meine Tochter wurde in der Klasse verprügelt und die ganze Klasse hat angefeuert, die Lehrer haben nichts gemacht. Die Aussage des Klassleiters war, das liegt eben an ihrer Art. Ich könnte Bücher über das Schweizer negative Verhalten schreiben, jedoch leider nichts positives. Das Buch „Ticking along with the swiss“ ist sehr brav formuliert, jedoch hat sich seit dem auch nichts geändert. Nur das dies Schilderungen von Amerikanern, Engländern etc ist.

    Manchmal tut es gut, wenn man nicht die Einzige ist, jedoch macht es wahnsinnig traurig, da meine Kinder einen Schweizer Vater haben, und nicht wirklich tolles selbst berichten können, jedoch wenn sie mit meinen Freunden (International) zusammen sind, fragen Sie immer warum sind die Schweizer so komisch, wenn doch alle anderen so nett sind.
    (Quelle: Private E-Mail)

    Negative Erfahrung einer einzelnen Person, wie wir hoffen. Doch leider scheint es kein Einzelfall zu sein. Ein Tag später ergänzte diese E-Mail Schreiberin:

    Dies war nur ein kleiner Ausschnitt. Eigentlich habe ich gar nichts Positives erlebt. Das Einzige bzw. die Einzige Person, die wirklich offen und aufgeschlossen ist, ist eine Bergbäuerin aus der Innerschweiz, welche mittlerweile im Aargau lebt und den Chäsi-Wagen bedient

  • Ist man im Aargau anti-deutscher als anderswo?
  • Diesem Abschnitt und dem Absender entnehmen wir, dass die E-Mail Schreiberin im Aargau wohnt. Kennen wir nur von wunderschönen Radtouren. Zufall oder nicht, aber auch andere Berichte von leicht schockierten und frustrierten Deutschen kamen regelmässig aus diesem Kanton. Vielleicht ist dort die Anti-Deutschen Haltung noch ein wenig ausgeprägter als zum Beispiel in der Innerschweiz. In seiner Doku „Die Deutschen kommen“ machte Pino Aschwanden die Interviews auch in Aarau in der Fussgängerzone, und erhielt ohne Probleme 10 Mal die bekannten negativen antideutschen Statements.

    

    125 Responses to “Die Deutschenhasser — Aus dem Bericht einer Deutschen in der Schweiz”

    1. Xasandra Says:

      @Fanki
      Muss ich zustimmen, erst in der Schweiz wurde ich stolz Deutsche zu sein, generell ist eigentlich meine Meinung, das keiner für sein Geburtsland etwas kann, jedoch für sein Benehmen. Ich wurde viel verletzt, hier von Schweizern in der deutsch-sprechenden Schweiz. Jedoch habe ich nie Respekt gegenüber dem einzelnen Individuum verloren. Respekt sollte man immer haben, vor Kindern genauso wie vor Königen oder eben Müllmänner. Einem Land gegenüber, weiss ich nicht, jedoch unserer Erde gegenüber auf jeden Fall.
      @Oranje
      Anerkennung, für mich, ist Lob für etwas, das man getan hat, mit Anerkennung möchte man etwas bezwecken…..Respekt, ist für mich, eher bedingungslos….

    2. AnFra Says:

      Irgend wie werde ich den Verdacht nicht los, dass die Beiträge von Xasandra doch etwas „getürkt“ sein könnten.
      Denn diese sind einerseits mit gewissen glaubhaften Feststellungen „einer Deutschen in der Schweiz“ gespickt, jedoch schimmern all zu viele heftige und deftige Vorwürfe an „die“ Schweizer durch, die zu heftigsten Retourkutschen „der“ Schweizer provoziert haben.
      Es kann sinnvoll sein, den sogen. „Kampfnamen“ der Schreiberin zu untersuchen, um so eventuell deren inneren Einstellungen etwas zu begreifen.

      Die Untersuchung über „Xasandra“ hat sich recht schwierig gestaltet, jedoch ist folgendes festzuhalten: „Xasandra“ ist eine Anlehnung an den Namen „Xander“, der im niederrhein. Gebiet für „Zander“ und „Sander“ verwendet wird. Diese Namen sind Kürzel des „Alexander“. Also ist „Xasandra“ ein Übername für „Alexandra“.
      Und hier beginnt eigentlich die Lösung: „Alexandra“ ist auch ein weiterer Übername für die griechische, mythologische „Kassandra“ (Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Kassandra_%28Mythologie%29 )!

      Und hier liegt also das Geheimnis der „Xasandra“. Sie tritt als die ungehörte Warnerin „Kassandra“ auf, welche vergeblich die Trojaner vor deren Feinden und dem sog. „Trojanischen Pferd“ gewarnt hatte.
      (Bemerkung: Das „Trojanische Pferd“ war in Wirklichkeit keine Pferdeskulptur, sondern ein damals modernes militärisches Sturmgerät zur Erstürmung der troj. Stadtmauer. Homer als Intellektueller hatte sicherlich auch schon damals Probleme den ganzen militärischen Krimskrams zu durchschauen. Da solch ein Sturmgerät durch die Funktion im Schema eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Pferd hatte, wurde es sicherlich auch so genannt, wie halt die Militärs gerne Tiernamen für ihr Spielzeug verwenden: Rammbock, Schildkröte, Geiß- bzw. Krähenfuß, Tiger, Königstiger, Leopard, Wiesel, Marder, Drohne usw, usw.)

      Und hier liegt auch die Schwierigkeit: Falls unsere Schreiberin „Xasandra“ aus dem vermuteten Gebiet nördlich von Köln und südlich der niederl. Grenze kommen sollte, was ja die Namensverwendung darauf hindeutet, so ist es glaubhaft möglich, dass sie mit den hoch- und höchstalemannenischen Gebräuchen und Eigenarten sich schwer tut.
      Sie hat wohl nicht erkannt: Das ist eine eigene Welt mit für sie seltsamen Riten und Gebräuchen.
      Anfangs habe ich auch solche Probleme gehabt. Nachdem ich zufälligerweise einige ethnologische Bericht über die Eingeborenen in der ehem. deutsch. Kolonie im Kaiser-Wilhelm-Land (heute Papua-Neuguinea) gelesen habe, sind mir sehr viele Sachen klar geworden. Es hat sich die ganze Fülle der neuen und dann begreiflichen Erkenntnisse eröffnet.
      Denn Volksgruppen in Randlagen und mit in sich „geschlossener Struktur“ MÜSSEN anders gesehen, begriffen und verstanden werden als Volksstrukturen mit ständig durchmischten Vorgängen und Wechseln.

      Wenn also „Xasandra“ sich als „Kassandra“ empfindet und sie den Zufluss der Deutschen in die Schweiz als einen Art trojan. Kampf empfindet, so liegt sie sicherlich vollkommen falsch.

      Wenn „Xasandra“ ein „getürkter“ Vorgang ist, so muss man schon fast mit Hochachtung sprechen, wie geschickt hier das Feuer zwischen den „bösen“ Angreifern und den „tapferen“ Verteidigern angeheizt wurde.

      Aber immer daran denken: Das „Trojanische Pferd (in Wirklichkeit: Sturmgerät) haben die Trojaner selber in ihre Stadt gebracht!

    3. Thomas Says:

      Ich müsste mich als Schweizer wohl beleidigt fühlen. Aber da steh ich drüber. Ich habe viele ganz liebe deutsche Bekannte (sowohl in der Schweiz wie auch in Deutschland). Dass es Schweizer gibt, die etwas gegen Deutsche haben, bzw. gegen Deutsche vorgehen glaube ich gerne, aber ich finde es bedauerlich dass offensichtlich nicht zwischen einer kleinen Minderheit die das tut und der grossen Mehrheit unterschieden wird. Was die Dame erlebt hat ist sicher tragisch, aber ein Einzelfall. Und ich denke mal auch etwas übertrieben formuliert. Was mich allerdings am meisten stört ist die Aussage zwischen den Zeilen, wonach in Deutschland doch alles so besser ist. Wenn ich als Schweizer in Deutschland wohnen würde, hätte ich das genau gleiche Problem. Oder habt ihr alle Konservativen und Rechten des Landes verwiesen?

    4. gentux Says:

      Ich habe eigentlich nichts gegen Deutsche. Mir fällt nur oft auf, wie schnell ein Deutscher einen zwar nicht ernstgemeinten aber doch etwas zu familiären Ton anwendet. Wenn ich als Sehbehinderter gefragt werde ob ich nicht etwas zu Kurzsichtig sei, finde ich, dass dieser jemand den ich ja nicht kenne „e frächi schnurre“ hat. Ein Schweizer fragt mich normalerweise nicht oder direkt ob ich etwas nicht lesen könne und bietet mir seine Hilfe an.

      Ich erlebe oft, dass fremde Deutsche mir einfach zu Nahe treten mit ihrer Ausdrucksweise. Ich verlange nach Distanz und ein wenig „Gspürri“ soweit es angebracht ist.

      Ausserdem empfinde ich es dann auch als arrogant, wenn jemand das Gefühl hat „Nee schon gut, gehen Sie dann mal“. Ich habe mich an „Danke sowit, i chumme z schlag“ gewöhnt, weitaus freundlicher und schätzender.

      Wenn ich aber einen Deutschen gut kenne, mag ich diese offene Art, man kann Dinge besprechen, die sonst tabu wären.

      Ich denke, dass ich dieses Klischee automatisch auf andere Deutsche anwende und kann mir vorstellen, dass andere auch so denken.

    5. balzercomp Says:

      @ Kenobi
      Mir Rassismus zu unterstellen ist die grösste Unverschämtheit die mir bisher in Blogs passiert ist. Offensichtlich hast Du in den Spiegel gesehen als Du diesen Eintrag geschrieben hast. Der Kommentar, den Guggeere zu Deinem Eintrag geschrieben hat, hat das schon beleuchtet.

      @Thomas
      Ich bezweifle, dass Du in Deutschland vergleichbare Probleme hättest wie Deutsche in der Schweiz. Alle Aussagen, die ich bisher von Schweizern, die in Deutschland gelebt haben, gehört und gelesen habe, deuten in diese Richtung. Die Nationalisten in Deutschland sehen primär diejenigen Menschen als Ausländer an, die sich optisch und von ihren Kultur von Mitteleuropäern unterscheiden. Das macht es aber NICHT BESSER. Die sog, Konservativen in der Schweiz würde ich, verglichen mit dem Deutsche Parteiensystem, eher im äusserst rechten Teil der CSU oder bei den Republikanern einordnen.

    6. nadjag Says:

      @Oranje: Bei Deinerer Definition dieser zwei Begriffe gebe ich Dir durchaus Recht in Deiner Argumentation.
      In meinem Sprachgebrauch ist die Bedeutung Ehrerbietung je nach Zusammenhang auch angebracht (z.B. vor einflussreichen Persönlichkeiten, ungewöhnlichen Leistungen…), viel mehr wird das Wort Respekt aber im Sinne von Toleranz und Achtung verwendet und genau so habe ich es gemeint. (vgl. auch nachstehender Artikel unter Näheres: http://de.wikipedia.org/wiki/Respekt)
      Ich wünsche mir nicht, dass man mir Ehrerbietung entgegenbringt, jedoch möchte ich durchaus respektvoll, tolerant, höflich und freundlich behandelt werden, von Deutschen und von Schweizern (und natürlich auch allen andern), da mache ich keinen Unterschied.
      Was mich zuweilen stört in den Kommentaren hier ist, wenn geschrieben wird, dass die Schweizer anerkannt werden möchten. Nach Anerkennung suchen hat für mich immer den Beigeschmack von „Fishig for compliments“, also nach Aufmerksamkeit heischen… und ich denke das machen die meisten Schweizer nicht (Ausnahmen wie bereits öfters erwähnts gibts immer und überall).
      (Ob es wohl Zufall ist, dass auf den kleinen Fahnen, die an der Euro verteilt werden, das selbe draufsteht? RESPECT!)

      Lieber Jens

      Ich wünsche mir wieder, lustvoll aufbereitete, charmante, witzige oder skurile Annekdoten von Dir. Lass Dich nicht länger in diesem Teufelskreis aus Hass und Beschimpfungen einsperren. Befreie Dich und uns von diesen Hässlichkeiten und beschehre uns wieder heitere Stunden hier im Forum.
      Wie wärs zum Beispiel mit ein paar positiven interkulturellen Geschichten rund um die Fankultur an der Euro?

      [Anmerkung Admin: Ich finde die Diskussion eigentlich ganz spannend. Scheint Bedarf zu sein, wird aber nicht immer Thema der Blogwiese bleiben. Was die positiven interkulturellen Geschichten rund um die Fankultur an der Euro angeht, so haben wir heute (17.06.08) mit den Fussball-Spezialwörtern bestimmt jede Menge „Interkulturelles“ zu diskutieren. ]

    7. Martin Says:

      @Thomas:

      Ich wage zu bezweifeln, dass der in Deutschland lebende Schweizer ähnliche „Probleme“ hat, wie der in die Schweiz ausgewanderte Deutsche.

      Eventuell gäbe es in Grenznähe schon das ein oder andere Vorurteil. Vermutlich wäre das aber kein Vergleich. Schweizer sind, wie alle „Ausländer deluxe“ (Ausländer, die Deutsch reden und nicht wie Ausländer aussehen) sehr herzlich willkommen und haben, so kommt es mir vor, schon von vornherein einen Sympathiepunkt mehr, weil sie interessanterweise aus der Schweiz kommen.

      Es liegt in der Natur der Sache, dass sich die Deutschen nicht von den Schweizern überrannt fühlen, oder sich in irgendeiner Weise mit ihnen vergleich müssen. Nahezu jeder Bundesbürger beneidet die Schweizer um ihre direkte Demokratie und ihren Lebensstandard. Sie sind für ihre Freundlichkeit und weltoffenheit bekannt. Daher die uneingeschränkte Sympathie ihnen gegenüber. Davon bin ich wirklich überzeugt.

    8. Xasandra Says:

      Na, bin ich froh, dass ich nicht Brunhilde heisse
      Brunhild (Vorname) – Wikipedia
      Brunhild ist ein weiblicher Vorname. Der Name entstand aus der Verknüpfung von brunni (althochdeutsch: Brustpanzer) und hiltja (althochdeutsch: Kampf). …

      Weitere Ergebnisse von de.wikipedia.org

    9. AnFra Says:

      @Xasandra

      Frage: Alexandra vom Niederrhein, ja oder nein?

    10. Nachmittagskaffee Says:

      Ich empfehle allen, die Nkombo oder Goldfarb heissen, die Wohnsitznahme in – sagen wir – in Neu-Strelitz. Oder – natürlich – im Aargau.

    11. Xasandra Says:

      @AnFra
      Nein, sorry weit gefehlt.
      Ich schliesse bei dem Pseudonym, „AnFra“ auch nicht auf Anne Frank, wäre doch auch ein sehr schwieriges Thema in dieser Diskussion!
      „Generell sollte sich jeder als Ausländer fühlen, denn dass sind wir nämlich in den meisten Teilen dieser Erde“

    12. AnFra Says:

      @Xasandra

      Nun, aus historisch-moralischen Gründen ist für mich ein Kürzel aus „Anne Frank“ wirklich tabu, denn er ist tatsächlich aus meinen realen Vornamen zusammengesetzt.

      Die Frage sei erlaubt: Nein bezügl. des Gebietes und/oder des Namens?

      Jedoch mit „Xasandra“ war tatsächlich mein zunächst erster Eindruck, das die Schreiberin (eventl. der Schreiber?) aus einer deutschsprachigen Sprachinsel im slawischem Umfeld, z. B. ehem. UdSSR, kommen würde, denn in D ist die Verwendung des Namens Xasandra recht selten und wohl im niederrh. Gebiet etwas gebräuchlich.
      Auch ist mir momentan die Verwendung dieses Namens im griechisch-orthodoxem religiösen Umfeld nicht erkenntlich.

      Bei der Brunhilde bin ich etwas verwirt. Soll diese Namensnennung auf die „ewigen weiblichen Rachegelüste“ a la R. Wagner hinweisen?

    13. Flaneur Says:

      Nun… hier ist ja richtig was los. Anstatt Feuer ins Öl zu giessen habe ich nur zwei kleine Einwürfe:

      Wenn ich Lehrer wäre, würde ich den Nachmittagskaffee nicht als falsch geben, sondern eben als Variante erlauben – wenn man Zeit hat kann man das ja sogar für alle aufgreifen.

      Ironischerweise hat X ihr „Ich habe bis jetzt noch keinen hilfsbereiten, herzlichen, humorvollen Schweizer kennengelernt“ ja schon selbst als unrichtig disqualifiziert oder? Aber gut… die Tessiner sind ja auch keine richtigen Schweizer…

    14. AnFra Says:

      @Xasandra

      Spasiba!

    15. Flaneur Says:

      Was anderes: Ich will hier nicht über die jemandes persönliche Erfahrungen und Urteile richten oder diese bewerten. Und ich bin auch kein absoluter Fan der Maxime „Wenn’s dir nicht passt, geh doch nach drüben“. Aber ich frage mich ehrlich:

      Warum bleibt man 5 Jahre an einem Ort auf der Welt, an dem man in dieser Zeit „soviel Hass wie an keinem Ort dieser Welt“ erlebt und „keinen (einzigen) hilfsbereiten, herzlichen, humorvollen“ Einheimischen kennengelernt hat? Will mir einfach nicht in den Kopf?!

      Wegen der Schule der Kinder? Im Aargau wird auf Deutsch unterrichtet und in Deutschland auch. Würde das die Kinder wirklich soooo sehr zurückwerfen? Kann ich nicht glauben. Und ohnehin werden die Kinder doch in der Schule verprügelt, unter „Anfeuerung“ der gesamten Klasse, ohne dass die Lehrer da effektiv einschreiten oder das unterbinden können? Und der Kontakt zum Schweizer Vater und so..? Von Südbaden oder Südwürttemberg ist der Weg in die Schweiz doch wirklich kurz.

      Völlig unabhängig davon, ob diese (subjektiven) Beobachtungen nun zu zutreffend sein mögen, oder nicht: Unter diesen Vorzeichen würde ich kein Monate und Jahre zögern, schnellstmöglich nach Deutschland oder anderswohin abzuhauen – ganz egal, ob ein Job in der Fremde eventuell besser bezahlt wird (unabhängig davon, dass man auch von Deutschland aus gut im Aargau oder angrenzend arbeiten kann). Ich mache mich und meine Kinder doch nicht unglücklich.

    16. no-name Says:

      >>Ich habe bis jetzt noch keinen hilfsbereiten, herzlichen, humorvollen >>Schweizer kennengelernt.

      Gute Frau, warum hast Du den Mann denn geheiratet?!?

      Ich habe die Kommentare nicht gelesen, aber als einer der so nahe an der Grenze wohnt wie das bei mir der Fall ist und so viele Deutsche kennt, die sich in der Schweiz nicht nur wegen staatlichen Vorteil gegenüber Deutschland wohl fühlen, und bestens integriert sind, stellt sich mir schon die Frage, ob der Erzähler nicht irgendwie am Malleur beteiligt ist….?

      >> Der Klassleiter redet ständig auf sie ein, nicht so zu werden wie ihre Mutter.

      Hat sich also die Mutter allein durch den Umstand der Herkunft unbeliebt gemacht? Sie stellte sich dem Klassenleiter (ich nehme an Klassenlehrer) vor als „ich bin Deutsche“ und dann war das die Reaktion…? Das muss wirklich ein sehr böser Mann sein.

      Wenn wir von den Türken erwarten sich an unsere Landessprache anzupassen, klopfen und die Deutschen auf die Schulter. Wenn wir es von ihnen erwarten….? Die Schweiz ist kein weiteres Bundesland von Deutschland. Die fehlende Sprachbariere lässt einige Deutsche glauben wir hätten die gleiche Mentatlität. (Ohne Frage stammen wir aus demselben Kulturkreis). Trotzdem stossen viele Deutsche viele Schweizer mit ihrer direkten Art vor dem Kopf, ohne es zu merken. Wir sind etwas anders. Deutsche die das nicht merken machen sich u.U. unbeliebt. Weitaus unbeliebter sind Türken und Albaner die das nicht merken. Die Schweizer leben eine Art von Understatement (Eitelkeit ist die schlimmste Form…). Das beisst sich. Wenn ich 20 Bewerbern mit dem gleichen Fähigkeitsausweis die gleiche Frage „Kannst Du x mit y, schon damit gearbeitet“, dann fangen die Schweizer von unten an, während die Deutschen ganz einfach selbstbewusst unisono (!) mit „Das ist kein Problem“ geantwortet haben.

      Fakt bleibt: Wir sind als Nationen so individuell wie als einzelne Menschen, aber wenn man grob hinschaut, dann sind Schweizer von Deutschen nicht zu unterscheiden. Ich hab etwas Mühe mit Leuten die ihre Hauptkraft darauf verwenden sich in die Opferrolle zu hiefen.

      Die einzigen Deutschen die in der Schweiz durchs Band unbeliebt sind, sind die Nazis.

      Der einzige Grund warum es in Deutschland rund 12 mal mehr *entschuldigung* Arschlöcher gitb, ist dass es insgesamt rund 12 mal mehr Einwohner gibt.

      Warum ich als person ein solches Intersse an dieser Diskussion habe? Die zukünftige Mutter meiner Kinder ist Deutsche und ich kenne dermassen viele Deutsche die unterschiedlich lange (oder gar nicht) in der Schweiz wohnen und teilweise .ch-Deutsch und teilweise .de-Deutsch sprechen, aber dermassen zufrieden mit ihren Schweizer Mitbürgern (und umgekehrt) sind, dass ich einfach meinen Senf auch dazugeben muss…

      Wenn ein Schweizer, Deutscher, Albaner, Türke, Serbe, Ami oder Kanadier nach Schweden, Deutschladn, die Schweiz, Kroation oder in den Kosovo geht und dort nur – _nur_ – schlechte Erfahrungen macht, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr gross, dass das Problem zu grossen Teilen beim Pessimisten liegt.

      Wir haben – was – 7, 8 Mio Einwohner in der Schweiz? 6 Mio davon Schweizer (grobe Schätzung!), dann wird es doch mindens je einen herzlichen, hilfbereiten und humorvollen Schweizer im Argau geben…
      Du musst nur vor die Tür und Dich mit den Menschen unterhalten.

    17. Xasandra Says:

      @no-name
      Ich möchte Dich nicht mit meiner ganzen Geschichte langweilen, jedoch nach der Schlägerei habe ich um ein Gespräch gebeten. Der Lehrer begrüsste mich, mit: Sie mit Ihrer deutschen Art. Wir Lehrer, wollen doch unsere Freizeit nicht mit Elterngesprächen verbringen etc.etc…..

    18. Verna Says:

      Hallo Xasandra!

      Mit viel Verständnis habe ich deinen Erfahrungsbericht gelesen und kann ihn nur 100% bestätigen. Und viele der Kommentare hier – vor allem von Schweizern – tun das ja auch selbst in ihrer unglaublichen Ignoranz. Die Eidgenossen sind die Grössten, Kritik ist nicht erlaubt, Selbstkritik nicht vorhanden. Die netteste ERfahrung, die wir mit Deutsch-Schweizern (mit den Welschen haben wir sehr nette Beziehungen) gemacht haben, ist, dass sie zwar schockiert sind, wie sich einige Eidgenossen gegenüber Deutschen benehmen, aber das immer als Einzelfall runterspielen.
      Offenbar steht dir ja nicht die Möglichkeit von Kollegen von mir offen, die ihrer Kinder wegen die Schweiz wieder verlassen haben – weil sie ihnen dem Schulterror nicht länger aussetzen wollten.
      Also halte durch und lass dich nicht verbiegen!

    19. viking Says:

      […dass sie zwar schockiert sind, wie sich einige Eidgenossen gegenüber Deutschen benehmen, aber das immer als Einzelfall runterspielen…]
      So unentschuldbar jeder einzelne Fall ist, bei ca. 200’000 Deutschen in der Schweiz sind und bleiben es Einzelfälle.

    20. Liebe die Schweiz Says:

      Warum bleibt sie denn hier – die Deutschen glauben doch auch, ihre Schulen seien besser als unsere. Da können ihre Kinder doch eine „bessere“Ausbildung geniessen – hört Euch Massimo Roccis „Auwä“ an – die Szene am Strand mit der Nonna – da wird das Deutsche klar sichtbar – tutti gli altri bambini sono uguale – ma non il tedesco.
      Wer den Film Amarcord kennt, versteht, dass man die italienische Art lieben muss – die deutsche ist leider nicht so.

    21. Biotherm Says:

      Schon verrückt wie die Meinungen hier auseinander gehen…aber irgendwie auch verständlich. Die Schweiz ist einfach extrem facettenreich…Kaum reist man 50 Kilometer irgendwohin, ist man in einer völlig anderen Welt.

      Im multikulturellen, liberalen Zürich wird man als Deutsche/r kaum Probleme haben, Anschluss zu finden. Ebenso in den anderen grösseren Städten…

      Auf dem Land sieht es dagegen teilweise ziemlich anders aus. Damit ist jetzt nicht nur der Aargau gemeint, auch sonstwo: Der Anti-Deutschland-Reflex ist einfach bei vielen Schweizern, trotz allem, enorm ausgeprägt. Man braucht nur einmal zurückzudenken an die eigene Vergangenheit…war es nicht in jedem Fussballspiel so, dass man sagte: „Hauptsache, die „Dütsche“ gewinnen nicht!“, oder „Huere Schwoobe!“, „scheiss Gummihäls“ oder was auch immer.

      Auch ich war da nicht anders. Seit ich aber eine Freundin habe, die Deutsche ist und auch einige Male in Deutschland war, und einige Deutsche auch kenne, kann ich einfach nur noch den Kopf schütteln. Dieses ständige Lamento von wegen arroganter Deutschen ist einfach nur lächerlich. VIele Schweizer sind genau so arrogant, wenn nicht schlimmer. Und ich denke, als Schweizer in Deutschland ist es viel einfacher sich einzuleben, als umgekehrt. Es braucht enorm viel Zeit, um sich in der Schweiz zu etablieren, Freunde zu gewinnen und richtig integriert zu werden…gerade, eben, auf dem Land, in den Dörfern.

    22. Lord Rasemann Says:

      ich lebe nun seit c.a 15 jahren in der schweiz, spreche den halzschmerzdialekt fehlerfrei und wurde auch wenn ich nicht auf meine herkunft hingewiesen habe überall toleriert.

      aufgrund einiger ereignisse in diesen 15 jahren und einer verlorenen wette, habe ich mich dazu entschlossen, nur noch deutsch zu sprechen (was ich nun seit c.a 3 wochen mache).

      da ich in der verkaufsberatung arbeite und meine verkaufszahlen stimmen sollten, ist das tatsächlich für meinen chef der anlass gewesen mit mir über mein verhalten zu reden. da nun schwarz auf weiss meine verkaufszahlen gesunken sind.

      die trinkgeldkasse ist übrigens auch nicht mehr ganz so voll.

      meine arbeitskollegen (schweizer) finden es aber toll das ich das nun voll durchziehe. man schickt mir sogar deuschsprachige kunden.

      das ganze macht mir unglaublichen spass. witzig sind vor allem die dummen – teils bösen blicke ehemaliger stammkunden.

      in diesem sinne meine lieben landsleute, zeigt wo ihr her kommt und versteckt euch nicht.

      mfg der rasemann

    23. Whoever Says:

      Also langsam wurde ich mich… Unter anderem auch dank diesem Blog (ja, die maskuline Schreibweise ist in der Schweiz erlaubt) sollten ja die kleinen aber feinen Unterschiede zwischen Deutschen und Schweizern langsam klar sein, oder nicht ?

      Ich habe sowohl privat als auch beruflich oft mit Deutschen zu tun und eigentlich keine Probleme mit ihnen. Neuerdings haben sogar einige meiner Familienmitglieder (Liebes)-Beziehungen mit Deutschen angefangen, was hart an der Grenze ist für mich (Einige Leser erkennen einen Scherz wenn sie ihn sehen). Es kann also eigentlich nicht sein, dass ich ein überzeugter und systematischer Hasser aller Deutschen wäre.

      Trotzdem möchte ich darauf hinweisen, dass man als Deutscher in der Schweiz ZU GAST ist (das Wort „Wirtschaftsflüchtling“ hört ihr ja nicht so gerne). Vielleicht ist es also eine gute Idee, ein paar Jahre zu warten, bevor man Kritik äussert oder einem Schweizer sagt, dass „wir ja irgendwie alle Deutsche sind“. Ich verstehen nicht, warum jemand bei uns bleibt, der uns nicht mag und keinen einzigen netten Schweizer kennt… Bei Bedarf erkläre ich den SBB-Fahrplan gerne, sonst heisst es noch, dass wir euch hier gefangenhalten.

      @ Lord Rasemann: Ganz grosses Kompliment! Ein an sich ernstes Thema mit einer groooooosen Protion Humor und Selbstironie präsentiert ohne zu pauschalisieren und anzuklagen! Gebt uns mehr solche Teutonen!

    24. Freeck Says:

      Meine Erfahrung:
      Vor einer Woche an meinem Wohnort im Haselrain in Riehen:
      Ich spreche meinen oben wohnenden Nachbar freundlich an, da wir nachst nicht schlafen können. Das Haus ist hellhörig und mein Nachbar duscht nachts gerne, ausgiebig und laut. Wir selber nehmen Rücksicht auf den unten wohnenden Nachbarn und Duschen nachts nur im Notfall 😉
      Sein Kommentar:
      „Ich habe das Recht 24 Stunden am Tag zu duschen, das sei Schweizer Recht und wenn uns das nicht passt können wir ja gehen. Am besten sollen wir wieder rüber (nach Deutschland ) gehen, dann haben wir (die Schweiz) ein Problem weniger.“
      Meiner Frau und mir blieb die Spucke weg und ich musste mich ernsthaft beherrschen.
      Zugegeben es sind Einzelfälle, aber leider sind es viele Einzelfälle und solche Leute gibt es in Deutschlabd auch. Aber wir werden wieder in unsere Heimat ziehen. Und unser Nachbar kann stolz darauf sein, dass er uns so einfach „weg geduscht “ hat.

    25. molli31 Says:

      Gruezi mitenand

      Leider hab ich auch sehr schlechte erfahrungen gemacht.

      Heute hat mich eine dazu bewogen zuerich zu verlassen.
      Ichnwar mit meinem baby unterwegs und wollte auf niederflurtram 2.

      Bin da mit behindertenzeichen.eingestiegen weil ich den kinderwagen an die seite stellen kann. Dort standen drei maenner den in der mitte fragte ich ob ich den kinderwagen stellen duerfte.

      Er sagte nein ich steh da zuerst.
      Da war ich echt baff und wuetend so ein arsch also musste ich mit kinderwagen den platz in der tram versperren.

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