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Ich freue mich auf die Deutschen — Die Schweiz im Euro 08 Fieber

  • Ich freue mich auf die Deutschen
  • Jetzt im Januar 2008 ist es deutlich zu spüren in der Schweiz. Es brodelt an allen Ecken und Enden vor Aufregung, dass die Europameisterschaft 08 naht. Im Nachbarland Österreich findet sie statt. Soll dann mächtig was los sein dort. Müssen wir dann im Sommer auch mal hinfahren. Ja, die Österreicher, so ein Glück auch, diese Meisterschaft im eigenen Land zu haben. Die ersten Verabredungen fürs Public Viewing werden getroffen. Bei der Migros gibt es schon einen Becher in Schwarz-Rot-Gold zu kaufen. Unsere Tankstelle hat seit einigen Tagen sogar eine Frankfurter Allgemeine Zeitung im Sortiment. Immer nur eine, ich weiss nicht, ob die auch ab und zu das Exemplar austauschen. Und jetzt dies. Neulich entdeckten wir auf dem Paradeplatz in Zürich diese charmante junge Dame, mit dem Trikot der Deutschen Fussballnationalmannschaft.
    Ich freue mich auf die Deutschen
    (Quelle Foto: Switzerland.com)

    Eine echte Zürcher Business-Woman, mit grauem Rock und Aktentasche. In der Hand die Financial Times oder FAZ, auch die High Heels wollen wir nicht unerwähnt lassen, die sonst eher an Geschäftsfrauen in London erinnern.

    Es gibt noch zwei Kolleginnen dieser Schweizerin. Die eine arbeitet in Bollenwees im Kanton Appenzell,
    Ich freue mich auf die Deutschen Appenzell

    die andere freut sich auf die Deutschen in Basel, am Rhein:
    Ich freue mich auf die Deutschen Rhein

    Drei Frauen freuen sich auf uns. Na, da wird uns richtig warm ums Herz. Schon zum zweiten Mal in diesem noch nicht sehr alten Jahr, nachdem vor kurzen bereits im Tages-Anzeiger nach dem Sieg von Stefanie Heizmann bei Stefan Raab das neue Motto „Wir sind Deutschland“ zu lesen stand. Eine „Charme-Offensive“ nennt man sowas im Werbedeutsch.

  • Auf oder oder über?
  • Aber eins getrauen wir uns fast nicht zu fragen. Müsste es nicht heissen: „Wir freuen uns über die Deutschen“? Warum „auf“? Na ja, das können wir dann ja mit den Schweizern während des Halbfinales Schweiz-Deutschland im Sommer ausdiskutieren. Wir werden versuchen, die drei Frauen zum Spielgucken einzuladen und sie dann zu trösten fragen.

    

    32 Responses to “Ich freue mich auf die Deutschen — Die Schweiz im Euro 08 Fieber”

    1. Mario Says:

      Die Deutschen (wir Deutsche) spielen doch gar nicht in Zürich. Oder hab ich da was falsch verstanden?

      btw: Ich habe Deine/Ihre Seite auf meiner als Link aufgeführt, da ich ein Fan bin. Hoffe, das ist ok 🙂

    2. Phipu Says:

      Das mit dem „auf“ und „über“ etwas freuen lässt philosophische Überlegungen nach dem Kinderlied „Der Hansdampf im Schnäggeloch“ (gibt es das auch in einer hochdeutschen Version [… im Schneckenloch]?) zu. Dort heisst es auch: „was er wott, das het er nid; und was er het, das wott er nid“ (was er will, das hat er nicht, und was er hat, das will er nicht), womit die Unzufriedenheit vieler Leute auf einfache Weise erklärt wäre.

      MySwiterland.com als Tourismusorganisation freut sich natürlich lieber „auf“ die noch kommenden Deutschen, die anzuwerben ihr klarer Auftrag ist.
      „Über“ die schon im Land ansässigen Deutschen müssen sich eher Institutionen wie Steuerämter freuen. Aber die haben nun mal ein vergleichsweise bescheidenes Budget für Kundentreue fördernde Werbung, weshalb ein Plakat zur Freude „über“ die Deutschen leider in absehbarer Zukunft eher unwahrscheinlich erscheint.

      [Anmerkung Admin: War das nicht ein „Schnakenloch“ = Loch mit fliegenden Mücken, keine Schnecken?]

    3. Ostwestfale Says:

      Nach meinem Sprachverständnis ist „auf“ völlig korrekt, da sich die Freuden auf ein Ereignis beziehen, das relativ weit (Monate) in der Zukunft liegt.

      Wären die deutschen Fans bereits da, ihr Ankommen stände kurz bevor oder wäre bereits Vergangenheit hielte ich hingegen „über“ für richtig.

    4. Thomas Says:

      Wir freuen uns „auf“ die Deutschen und nochviel mehr „über“ das Geld, dass sie mitbringen. Danach nerven wir uns „ab“ dem EM-Titel des grossen Kantons. 🙂

    5. Holger Says:

      Der Kellnerin sieht man richtig an, wie sehr sie sich auf die Deutschen freut. 😉

    6. Tellerrand Says:

      Die Präposition “auf” drückt das Verhältnis zwischen der Schweiz und Deutschland aus und lässt sich durch “über” ersetzen – solange nur die Schweiz oben bleibt 😉

      War gestern an der Luzerner Fassnacht und verstehe wie immer die Welt nicht mehr. An Originalität und Stimmung ist diese Veranstaltung wahrscheinlich kaum zu überbieten. Gottseidank hat mich ein Pensionär angepöbelt, als ich im Gedränge an ihm vorbei wollte und dabei leicht touchiert habe, “Anstand gilt auch an der Fassnacht”. Sonst müsste ich noch meine Vorurteile revidieren 😉

    7. miesmuschel Says:

      Mir kommen die Tränen und es sträuben sich mir die Nackenhaare: wie kann man nur so schamlos schwindeln, ohne rot zu werden. Nach 45 Jahren im Kanton ZH lebend, macht mir so leicht keiner mehr ein X für ein U vor. Aber eben: der Zweck heiligt alle Mittel…

    8. Daniel Says:

      [Anmerkung Admin: War das nicht ein “Schnakenloch” = Loch mit fliegenden Mücken, keine Schnecken?]

      ==> Nein, „Schnägg“ bezieht sich definitiv auf eine Schnecke, die sich gerne in ihr „Loch“ (in die Höhlung ihres Schneckenhauses natürlich) zurückzieht. Dann gibt es von dem Wort „Schnägg“ noch eine Vulgärinterpretation, auf die ich hier aber nicht weiter eingehen möchte.

    9. Schnägge Says:

      Man freut sich wahrscheinlich ganz besonders darüber, dass die Deutschen, die zur EM kommen, nach dem Halbfinale das Land zügig wieder verlassen. 🙂

      @Phipu: Danke für die Erinnerung an den Reim! Ja, den gibt es auch auf Hochdeutsch, ganz tief in meiner Erinnerng ferner Kindertage, das bekam ich damals wohl zu hören, wenn ich quengelte.

      @Jens: Was hältst du von einem Blogwiese-Treffen zur EM?
      Dann könnten wir uns alle zusammen noch mehr auf die EM freuen – unter Schweizern, auf Schweizern, daneben…

    10. Mare Says:

      Schnooggeloch/Schnaaggeloch: Das ist wirklich die Schnake; das andere wäre ja Schnäggeloch

    11. Brun(o)egg Says:

      Das Bild mit der Kellnerin bedient gleich zwei Clichés: Zuckersüsser Café Luz vor zuckersüssem, kitschigem Hintergrund und unfreundliche Bedienung. Das sind doch alles deutsche „Gastarbeiter“, wetten?

    12. Marroni Says:

      Grins. Will ja nicht frivol werden, aber, wenn schon, dann freue ich mich AUF DER DEUTSCHEN. Ich habe sie ja schliesslich geheiratet. Soviel zum Thema über, auf. Bei uns hängt während den Schweizer Spielen die Schweizer Fahne vor dem Fenster, beiden Deutschen eben die Deutsche. Ehekrach gibts erst im Final Schweiz Deutschland, aber wir gewinnen ja eh, 3:0, im Penaltyschiessen (Elfmeterschiessen). Die Schützen: Streller, Barnetta, Cabanas.
      Übrigens: Bei uns heisst das“ Schnäggeloch“.Der Ausdruck soll urprünglich aus dem Elsass stammen. ( Weiss das jemand von Euch? ) Da hiess es “ Schnoogäloch“, was glaub ich für Schnecken wie für Schnacken steht.

    13. neuromat Says:

      @ Phipu @ schnägge

      Hans Dampf kenne ich nur in allen Gassen, aber nicht im Schneckenloch … muss ein Kinderlied aus der Schweiz sein; welches möglicherweise seinen Weg bis in einzelne süddeutsche (beinah Schweizer) Gebiete gefunden hat. Sind wir hier einem Mentalitaetsunterschied auf der Spur?

    14. neuromat Says:

      @ Phipu und schnägge

      viel besser: Der Hans Dampf ist derselbe…

      http://de.wikipedia.org/wiki/Hansdampf_in_allen_Gassen

      tja da war das wieder nichts mit der völlig anderen Kultur

    15. Tellerrand Says:

      Sehr gute Idee, das mit dem Blogwiese-EM-Treffen! Karten hat wahrscheinlich eh keiner, also public viewing auf der Wiese 😉

    16. Phipu Says:

      Vielen Dank für all die Hinweise zum Schnakenloch/Schneckenloch.

      Nach „Hans Schnakenloch“ googeln gibt leicht weniger Hinweise als „Hans Schneckenloch“. Eine etwa 10x grössere Ausbeute gibt es mit „Hansdampf Schneckenloch.

      Den interessantesten Hinweis habe ich wohl mit diesem hier gefunden, und will auch aus Sprachinteresse am liebsten diese Version glauben:
      http://www.markuskutter.ch/pdf/geschichten/jura_vogesen/75._Hans_im_Schnokeloch.pdf

      Ich selbst habe jedenfalls immer „Schnägg“ (mit ä wie in „Chuehblätter“) gesungen und mir dabei natürlich auch die Öffnung des Schneckenhäuschens vorgestellt. An die „Schnoogge“ hatte ich nie gedacht.

      Ich freue mich nun „über“ die Deutschen, die ein richtiges Mittelland-ä gar nicht aussprechen können, so dass ich auf die möglicherweise richtige Piste geführt wurde.

      An Daniel
      In Biel kann man auf Französisch in der Konditorei etwa so bestellen: „Bonjour, j’aimerais un Schnegg, s’il vous plaît.“ Worauf niemand etwas Anzügliches denkt, sondern man eine Hefeschnecke verabreicht bekommt. Dieses Gebäck heisst in Solothurn übrigens „Chladeredatsch“. Ausserdem steht im Pfälzischen Wörterbuch zu „Kladeredatsch“ oder „Kladeradatsch“: „eine Sorte Weissbrot“ und „ Name eines breiten Gebäcks“. Andere Bedeutungen dieses Wortes z.B. hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Kladderadatsch

      Also, nun wieder von unserem off-topicschen Ausflug in die Sprachenwelt zurück, freue ich mich „über“ die Internet-Seiten aus Deutschland, die mir einmal mehr etwas beigebracht haben.

    17. lupino Says:

      Ein Blogwiese-EM-Treffen. Das wäre herrlich! Endlich alle kennenlernen die mir den Tag regelmässig versüssen… fast besser als Fussball!

    18. Mario Says:

      Man freut sich wahrscheinlich auf die Deutschen, die als Touristen kommen zum Geld ausgeben,die dann aber auch wieder verschwinden werden.

      Ich glaube, dass „Ich freue mich auf die Deutschen“ ein Sich-Freuen in der Zukunft beeinhaltet (ich freue mich darauf, dass Sie kommen werden). Der Zauber liegt im „auf“.

      Klar, dass da kein „über“ steht, das wäre gelogen 🙂

    19. Schnägge Says:

      @neuromat: Beides falsch, das Schneckenloch befindet sich in Österreich:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Schneckenlochh%C3%B6hle

      @Phipu: Ich plädiere natürlich trotzdem für Schnecken. 😉

    20. Neuromat Says:

      Also ich versuche es noch einmal:

      Hans Dampf in allen Gassen, wobei es sich um den gleichen Hans Dampf handelt wie bei dem aus dem Schnäggeloch. Schnäggeloch könnte eine Schweizer Gasse sein.

      Die Schnake dürfte in diesem Zusammenhang nicht die Stechmücke sein.

      Es ist davon auszugehen, dass es sich um die „Schlange“ – „Ringelnatter“ persisch niederdeutsch 16. Jahrhundert, neuniederländische snake handelt. Es könnte jedoch auch die Schnecke sein, stammend aus dem Verb althochdeutsch snahhan „gleiten, kriechen“.

      Die Herkunft des Wort Gasse ist dabei nicht klar (verm. gata „Strasse einer Stadt“). Denkbar wäre – hoch spekulativ – dass die mäanderartigen Kriechspuren, gleich ob Schlange oder Schnecke als Gassen, wie sich gleichfalls in den Städten verwinkeln, winden und verschlingen, gedeutet werden. Schnäggeloch muss also eine Schweizer Gasse sein, gegebenenfalls auch hohl.

      Was das „schweizerische“ Kinderlied anbelangt, so dürfte es tatsächlich so sein, dass der Magdeburger Wahlschweizer Heinrich Zschokke für den Import zuständig war.

      Und was die Bäckereien betrifft, so kann Phipu in Deutschland dort Puddingschnecken kaufen (sehr süss!)

      Die Frage nach dem „auf“ oder „über“ ist zu einem Zeitpunkt an welchem die Helvetier die Deutschen eher „über haben“ und für sie „nichts übrig haben“ kaum von Bedeutung. Entscheiden dürfte sein, ob die oder der eine sich MIT der oder dem anderen freuen kann. In diesem Zusammenhang habe ich irgendwie Marroni „unter Basel abgespeichert“. Er weist auf die unterschiedliche Beflaggung hin. Bei JRW lasen wir: „Bei der Migros gibt es schon einen Becher in Schwarz-Rot-Gold zu kaufen“.

      Marroni kann auf jeden Fall schwarz – (weiss/gelb/gold) – rot flaggen. JRW wird die Novelle von Gottfried Keller kennen: „Verschiedene Freiheitskämpfer“. Hier erscheint ein Blechlackierer Zulauf, der Freiheitshüte aus Blech mit aufgesetzten Kokarden schmiedet. Im Historischen Museum in Basel steht solch ein Freiheitshut mit einer schwarz – (weiss/gelb/gold) – rot Kokarde. Im gleichen Museum hängt ein Bildnis von Peter Ochs, der sich als helvetischer Direktor mit der amtlichen Schärpe malen liess. Nun darf über die Farbkombination dieser Schärpe abgestimmt werden. Wer an den Farben zweifelt kann sich im gleichen Museum die „Aufrichtung des Freiheitsbaumes am 22. Januar 1798 zu Basel ansehen. Wer die Farben immer noch nicht erkennt, kann sich einen Occasions Schwarzweissfernseher für Euro2008 zulegen. Die Dreifarbigkeit gilt auch als revolutionäres und republikanisches Symbol.

      Vor kurzem durften wir rätseln was auf so mancher Münze zu sehen und zu lesen ist. Nun die Masterfrage:

      Was hält Wilhelm Tell auf dem vier Franken Stück von 1801 in der Hand und was trägt er auf dem Kopf?

      Soviel sei verraten: Es ist kein Bierglas und auch keine Kochmütze.

      Tatsächlich muss er auch unrasiert gewesen sein und trug sein Haar bis über den Nacken, ja locker bis zu den Schultern. Im Schweizerischen Landesmuseum in Zürich ist Wilhelm mit seinem Sohn vor einem Gefäss zu sehen, das einem Fussball Pokal etwa einem UEFA-Cup entsprechen könnte.

      Dass Schweizerinnen doch auch einmal ein deutsche Fussballtrikot tragen sollten, habe ich früher anlässlich einer Kopftuchdebatte ja schon einmal vorgeschlagen. Dass dies nun auch die helvetische Tourismusdirektion aufgreift, das ehrt ich natürlich. Andererseits sind solche Machenschaften doch plagiativ. Sehr viel schlimmer jedoch, die Auswahl der Volksvertreterinnen. Wie oben schon anklang: Da springt der Funke der Begeisterung besonders bei der Serviertochter nur so zu uns herüber. Seit wann arbeiten Schweizerinnen im Service. Nehmen die jetzt unseren Ostfrauen den Job weg?

      Wer hat dem Mädel auf dem untersten Bild denn die Drogen eingeflösst? Sie ist scheinbar auch die einzige, die ein Fussballtrikot so trägt, wie man es sich gewohnt ist, auf der Haut. Allerdings macht sie dies auch mit dem italienischen und schwedischen Trikot. JRW hat uns den Busfahrer aus dem Tessin vorenthalten, der vor seinem schwarz-rot-gelbem Gefährt steht und sich auf die Deutschen freut (wahrscheinlich nicht auf die, die ihn in ihrem Porsche beim Überholen fast von der Strasse drängen). Dafür kann man auf der Site von myswitzerland.com der Schweiz mitteilen, was man so von Helvetia denkt (kleiner Tipp für die ganz gefrusteten Deutschen; Gemeinerweise könnt Ihr auch noch angeben, dass ihr Euch die Site als Medienschaffende angesehen habt).

      Die ganze Angelegenheit ist aber ohnehin nur eine Farce. Jetzt freuen die sich auf uns und wir kommen gar nicht, weil wir gegen Polen und Kroatien ausscheiden und dann in Klagenfurt-Cordoba gegen die Oesterreicher spielen – I werr narrisch – das ist dann nämlich das zwanzigjährige Schmachjubiläum.

    21. Phipu Says:

      Ich will es nochmals mit den Links versuchen, die funktionieren:

      http://www.markuskutter.ch/print/jura_v_print.htm#_Toc51988385
      (Geschichte Nr. 75)

      http://www.markuskutter.ch/pdf/geschichten/jura_vogesen/Zwischen_Jura_Vogesen_und_Schwarzwald.pdf

      Naja, Pech für alle Schnägge. Es sollen also doch Schnoogge gewesen sein.

      An Neuromat:
      Als welche Schicht das Deutschland-Trikot aufgetragen ist, kann man auf den obigen Bildern noch gut abschätzen. Auf dem folgenden Bild ist das etwas schwieriger. Andererseits freut – und das sieht man auch seinem Gesicht an – sich der junge Herr unten auf die Franzosen, die Italiener, die Deutschen, und alle -innen gleichzeitig…

      +++++++++++Hier Bild einfügen++++++++++++

    22. dampfnudle Says:

      1. Neuromat – eigentlich Deutscher – ist ganz klar der Schweizer , der sich am besten auf sämtlichen eidgenössischen Parketten auskennt. Phänomenal!

      2. Möchte Euch ja gerne alle kennenlernen, aber dann möchte ich mit Euch nicht (nur) über die Euro08 diskutieren.

    23. Doro Says:

      Tolle Charme-Offensive! 🙂 Immerhin freuen sich sechs Schweizer auf die Deutschen, wenn es auch die selben sind, die sich auf die Franzosen, Italiener und Portugiesen freuen. Aber immerhin !sechs! Schweizer und Schweizerinnen!!!!!
      Da fühlt man sich als Deutsche doch nahezu geliebt.

      Auf Österreicher, Türken, Kroaten, Tschechen, Holländer, Polen, Rumänen und Russen freut sich mit der Plakat-Kampagne (switzerland.com) nämlich jeweils nur ein Schweizer. Was ja, was die Österreicher angeht, durchaus zu verstehen ist, die können sich ja selbst über sich freuen. Und dass sich die Freude auf die anreisenden türkischen Fussballfans ebenfalls in Grenzen hält, nun gut 😉 Interessanterweise sieht der Schweizer Weinbauer, der sich einsam und allein auf seinem Weinberg auf die Türken freut, aber doch wie ein türkischer Zuwanderer aus.

      Schwedische Fans werden von jeweils drei Schweizern befreut, wobei eine von ihnen offensichtlich eine schwedische Flugbegleiterin ist (blond!, wenn wir schon bei den Klischees sind). Warum sich nun ausgerechnet jeweils drei Schweizer darauf freuen, Schweden und Spanier zu treffen, aber nur zwei auf die Ankunft der Griechen…. das bleibt für mich vorerst ein Rätsel, das ich aber möglicherwiese während der EM lösen kann. Allerdings ist der eine Schweizer vermutlich ein griechischer Taxifahrer.

      Wenn man die Plakat-Kampagne genauer betrachtet, drängt sich sowieso die Vermutung auf, dass es überhaupt keine Schweizer sind, die sich auf ihre Gäste freuen, sondern bestenfalls Migranten.

    24. Neuromat Says:

      „Leider kann ich mich erst jetzt wieder melden . So beginnen hunderte von Foreneinträgen und meistens erfahren wir nie warum das eigentlich so . Aber wenn hier ein Link mit einer pdf Datei von 120 Seiten eingestellt wird, dann dauert das schon mal was. Ausserdem ist heute Haarewaschen, wie immer im Februar jeden Jahres. Als Dank für den Link habe ich hier, weil es die Gutenberg Bibel noch nicht gibt für Phipu die Bekenntnisse des heiligen Augustinus eingestellt:

      http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=115&kapitel=1#gb_found

      Beim Haarewaschen fiel mir dann der Hinweis von Frau Dr. Simone ein: Alles frisch im Schritt?

      Dank eines Online Anatomie Atlanten erbrachten Nachforschungen, dass meine bisherige Annahme betreffend meiner Körperwahrnehmung einige unbedeutende Unrichtigkeiten aufwies: Die Unterhose ist nicht angeboren. Allerdings gelang auch dem Chefchirurgen des örtlichen Spitals es nicht auf Anhieb, den wohl naturgegebenen Zustand wieder herzustellen. Selten hatte ich ein Wartezimmer derart allein für mich.

      Möglicherweise trifft das Phänomen der Unrichtigkeiten auch auf meine Spekulationen zum Schnakenloch zu; aber hierzu haben wir ja viele Versionen von Beiz bis Sumpfwiese gehört und trotz aller Links und (ver)dankenswerter Hinweise auf Markus Kutter sind wir jetzt noch nicht sehr viel weiter.

      Dürfen wir an dieser Stelle Wikipedia

      http://de.wikipedia.org/wiki/Hansdampf_in_allen_Gassen

      glauben: Das bekannteste Sprichwort vom Hansdampf: „Was er hat, das will er nicht, und was er will, das hat er nicht!“

      Hier ist vom 16. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum die Rede: „Der Ausdruck Hans Dampf in allen Gassen geht auf die Wendung Hans in allen Gassen zurück. In der Sammlung alter deutscher Lieder, „Des Knaben Wunderhorn“, von v. Arnim und Brentano (1808) findet sich beispielsweise auch ein Gedicht mit diesem Titel, dessen Entstehungszeit jedoch unbekannt ist. Soweit ersichtlich taucht die Wendung Hans in allen Gassen in der Literatur erstmals in dem 1667 erschienen Roman „Der Abenteuerliche Simplicissimus Teutsch“ von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (2. Buch, 7. Kapitel) auf.“

      Und nochmals: „Der Ausdruck Hans Dampf in allen Gassen wurde schließlich weithin bekannt gemacht durch die gleichnamige Erzählung des deutschen Schriftstellers und Wahlschweizers Heinrich Zschokke (1771–1848) aus dem Jahr 1814. Die Hauptperson darin ist „Hans, der Sohn des Bürgermeisters Peter Dampf“, der die oben genannten Eigenschaften in sich vereinigt.“ Die Geschichte ist absolut lesenswert.

      http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=3198&kapitel=1&cHash=5cde9402f52#gb_found

      Der Hans Dampf im Schneckenloch hat alles was er will….
      also wirklich ein Kinderlied aus der Schweiz ?? … Kennt man es auch in Deutschland?

      Es sieht im Augenblick so aus, als stamme die Figur des Hans Dampf aus Deutschland. Soll man sich jetzt darüber freuen oder darüber wundern dass Elsässer

      (http://www.mediaculture-online.de/Hans_im_Schnakenloch.751.0.html)

      und Schweizer „De Hans im Schnakeloch“ so für sich beanspruchen, vor allem bei den Textzeilen:

      saad alles, was er will
      Un was er saad,
      des denkt er nitt.
      Un was er denkt,
      des saad er nitt.

      So ein wenig erinnert mich das Ganze an eine Begebenheit mit der Nachbarin, die irgendeines Nachmittags mal singend fragte „rucki, zucki, das ist der neueste …kennt Ihr das in Deutschland?“ Nein, wir schütteln unsere Glieder und drehen uns dabei um … Ihr dürft die Eigenschaften von Hans Dampf behalten – wenn Ihr unbedingt wollt. Ihr dürft Sie aber auch wägbäse und mit uns zusammen rucki zucki tanzen (geht auch am Skilift)

      Nur unseren Ernst Neescher, von de Meenzer Fassenacht, den behalten wir doch selber.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Neger

      Ein Treffen zur Euro08 bei Jens Rainer Wiese. Dieser Vorschlag konnte nur von einer Frau kommen. Wer in den letzten Tagen aufmerksam mitgelesen hat, konnte vernehmen, dass die Billag AG bei Wieses nur noch Rundfunkgebühren kassieren kann. Ich bin dann mal beim Nachbarn und frag den Hund wie es steht. (An die Insider: siehe hierzu auch die Story Hans Dampf von Herrn Zschocke) …

    25. AnFra Says:

      @Phipu und @jens

      Der Hans Dampf im Schnäggeloch. Hier hätte ich eine Variante zum Schnäggeloch.
      Zuerst muss man sehen, dass der mittelalterliche Termionator als Begleiter der Pestzeit mit seinem Namen im gesamtdeutschen Sprachraum „Gevatter Hein „oder „ Freund Hein„ genannt, ab Anfang / Mitte des 18. JH seinen Schrecken verloren hat. Er wurde auch an der See „Blanker Hans“, in Holland „Machere Hein (Magerer Hans)“, in England „Old Henry“ und im alemannischen Raum die bestimmende und in Süddeutschen Sprachraum beherrschende Fasnachtsfigur „Hänsele“ genannt.
      Nach der sogen. „Pestzeit“ ist der Name „Hans“ als Synonym des Todes nicht mehr gefährlich, seine Macht ist gebrochen, man kann sich nun über IHN lustig machen! Ein wichtiger Teil mit Inhalt und den technischen Attributen der Fasnacht, Fasching, Karneval ist eigentlich Handlung und Sinninhalt des ärztlichen Kampfes im Mittelalter bis zur napoleonischer Zeit gegen den schwarzen Tot.

      Im sprachlichem Umgang verliert sich langsam die Angst vor dem mächtigen Hans, es wird dann ein etwas tölpelhafter, dümmlicher Hans, wie u. a. auch hier beim H. Zschokke im „Hans Dampf in allen Gassen“. In der Schweiz, nach seiner Einwanderung, wird der Geschichteninhalt adaptiert, mit dem Zusatz, „… im Schneckenloch“.

      Es ist wenig glaubhaft, hier die Schnacken oder Schnecken als Wort- und Sinnbasis zu suchen. Wenn man die Geschichten um Hans Dampf untersucht, ist dessen Sprachgewandtheit extrem auffällig. H. Zschokke ist in Magdeburg im nördlichem Teil des HRRDN geboren. Er wird Niederdeutsch gesprochen haben, sicherlich auch Plattdeutsch.
      Schon damals gab es das uralt-neue Problem der unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Inhalte der deutschen Sprache. Hie die bedächtige, langsame alemannische Sprache, da das schnellere, wortgewaltige, überschüttende Deutsch vom Norden.

      Meine Hypothese lautet: Die Schweizer werden das von Zschokke verwendete nordd. Wort „snacken“ (für: sprechen, schwätzen, plappern, babbeln, Worte schwallen, dummes reden uam.) natürlicherweise als Schnacken (Mücken, eventl. Schlange und/oder Schnecken) gehört und gedeutet haben.
      Der Begriff „…..loch“ könnte ebenfalls eine akustische Verbalhornung des Niederdeutschen „loch bzw. lock“ (für: verriegeln, verschließen, dichtmachen, zumachen) sein. Es sollte der Wortschwall des Hans Dampf abgeblockt werden (Beachte: „loch“ wird zum lock, block, blockieren, abblocken uam.).
      Dieses Loch meint also nicht ein allemanisches „Loch“ irgendwo, z. B. Gasse in der Stadt, Versteck, Verlies, Grube, Gefängnis uam., sondern den Verschluss oder Halten des Mundes von Hans Dampf.
      Im Umgangsdeutsch soll dies sein: „Hans Dampf, halt dein Maul!!! Hör auf. Klappe dicht. Mund zu. Schweig. Ruhe. Still“.

    26. Daniel Says:

      Ich verstehe weiss Gott nicht, was der Hans-Dampf-in-allen-Gassen mit dem Hans-im-Schakenloch zu tun haben soll. Beides sind doch Begriffe, die kleinen Kindern etwas über die Welt erzählen sollen. Und zwar zwei verschiedene Dinge:

      1. Der Hans-Dampf-in-allen-Gassen ist ein Mensch, der überall mittun will, der sich überall beteiligt, überall mitmacht. Wie wir alle wissen, funktioniert das selten gut, weil man sich dabei verzettelt und zwar von allem etwas, aber letztlich nichts richtig macht.

      2. Der Hans-im-Schneckenloch (oder auch Schnakenloch) ist ein Mensch, der todunglücklich ist, weil er sich nicht mit den ihm gegebenen Dingen abfinden kann oder will. Damit sollen Kinder dahin erzogen werden, zu merken, dass sie sich an den Dingen erfreuen sollen, die sie haben. Die anderen Dinge sind, eben, nicht da, und daher ist es müssig, sich danach zu verzehren.

    27. AnFra Says:

      Hier ein kleiner Nachtrag zu meinem Lieblingsschweizer.

      Es wird in kurzer und reeller Form der Name Blocher ( der von Christoph) untersucht. Dies passt ja zum vorherigen Vorgang wg. Schnackenloch.

      Der Name „Blocher“ wird wohl nicht vom Namen der schwäb. Stadt Plochingen abstammen, da er wohl dann „Plochinger“ lauten würde, auch wenn im 16.- und 17. JH. dieser Familienname teilweise als „Plocher“ geschrieben wurde. Auch mein kleiner Verdacht aus den 80er Jahren, er könnte von der westslawischen Benennung für Romanen und Sefarden, „woach“ (phonet. Schreibweise) in dt. „bloch“ (Bem.: westslav. „w“ wird im dt. meist „b“) kann nicht gehalten werden. Ironie der Geschichte hätte sein können: Dann könnte man sagen: Der Chr. Blocher hat einen tollen und von keinem Schweizer zu überbietenden Immigrantenhintergrund!

      Erst beim filmischen Porträt im SF 2007 des älteren Blocherbruders, Gerhard, ist mir auch die bei ihm so extrem harte, unnachgiebige Militanz und Dreistigkeit aufgefallen. Da ist nix mit Güte und Nächstenliebe. Auch bei diesem Manne in Gottes Diensten.
      Habe den Namen „Blocher“ neu durch die deutsche Etymologie und Hermeneutik durchgedreht. Die etymologische Bedeutung kann vom „loch“ abgeleitet werden. Es entwickelte sich u.a. daraus: loch, bloch, block usw.. Die Hermeneutik will uns folgendes sagen: Es sind Begriff rund um das Verschließen, Verriegeln, Wegschließen, Zumachen, Zuhalten, Dichtmachen, Einsperren und u. a. auch Mund halten.
      (Daher bezog möglicherweise der Christoph seine spiritistischen Eingebungen. Man wagt sich nicht vorzustellen: Der Christoph, genannt der „eidgen. Tomás de Torquemada“ als Oberinquisitor der Eidgenossenschaft im 15. JH resp. 21. JH)

      Und hier liegt die Brisanz des Namen „Blocher“. Man kann ihn u. a. mit „Zuhalter“ (Nicht: Zuhälter) gleichsetzen. Dies gilt gleichermaßen für beide Brüder. Der Christoph Blocher hätte öfters den Mund zuhalten sollen, dann könnte er noch ein „wichtiger und mächtiger“ Mann wie Hans Dampf in seinen Berner Gassen sein. Jetzt schmollt er in seinem „Schneckenloch“!
      Die andere Geschichte von Christoph und dem Hans Wurst wird auch noch bei passender Gelegenheit auf den Tisch gebracht. Einige Wurstarten schmecken gut abgehangen einfach besser.

    28. kellibelli Says:

      Nachdem die Schweizer langsam und Zähneknirschend versuchen die Deutschen zur EM mehr wiederwillig ins Land zu locken und gute Gastgeber zu sein. Warte ich darauf das es dann die Handzettel bei den Spielen verteilen wo steht: Danke das Ihr da wart und nun geht bitte wieder nach Hause. Es sind genug von Euch schon da. Ob auf oder über ist egal. das schlimmste was den Deutschen passieren kann ist Europameister zu werden. Zum Glück ist das Finale in Wien, bei Freunden.

    29. Christian Says:

      Salve

      Jepp. ich versteh gar nicht, wieso hier so ein TamTam gemacht wird. Ob sie kommen oder nicht ist doch nun wirklich egal.

      „auf“ Euch kommt übrigens aus der Mundart… das wäre doch eine gute Vorlage für eine Übersetzung. Wir freuen uns nicht über jemanden, wir freuen uns auf jemanden. Dafür regen wir uns über jemanden auf 😉

      Das Plakat wird übrigens nicht nur für die Deutschen gedruckt… nur das Ihr Euch da nicht zu wichtig vorkommt 😉

      Christian

    30. Christian Says:

      ich nochmal… vermutlich sollte ich beim verfassen von Kommentaren etwas mehr mitdenken.. zum Hans im Schnäggeloch.. ich möchte noch auf die Redensart hinweisen, „Är zieht sich is Schnäggeloch zrügg“ als Redensart für „beleidigt sein und nicht mehr reagieren“, in D sagt man glaube ich auch „beleidigte Leberwurst“, in der Schweiz wird oft auch „täubbele“ oder „toube“ verwendet.

      Naja, ich werde auf jeden Fall „toube“ sein, wenn sich die Besucher nicht wie Gäste benehmen. Das ist mir das wichtigste.

      Gruss
      Christian

    31. Flaneur Says:

      Nun klar… wenn das Plakat nur (oder hauptsächlich) für die Deutschen gedruckt würde, dann würde man es ja wohl am besten auch in Deutschland aufhängen. Vielleicht will man damit ja auch eher die einheimische Bevölkerung erreichen und die Vorfreude schüren.

      Oder hat das ganze gar appellierenden Charakter? Ich meine…ein bisschen was von „Mein Freund ist Ausländer“ hat’s ja irgendwie schon, was da im „dunklen Herz Europas“ plakatiert wird…

      (oder war das jetzt spontan und ehrlich, aber zu böse assoziiert?)

    32. Thinkabout Says:

      Nein, das ist schon richtig so. Über die Deutschen freuen wir uns ja (noch) nicht. Wir lernen es ja eben und freuen uns darauf, dass es dann so sein wird. Wir freuen uns auf unser Lernen.

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