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Darf man eigentlich mit Deutschen Mundart reden, auch wenn sie uns nur halbwegs verstehen?

  • Mit Deutschen Mundart reden, darf man das?
  • Die Pendlerzeitung „20Minuten“ vom 6.11.07 fragte ihre Leser

    „Darf man eigentlich mit Deutschen Mundart reden, auch wenn sie uns nur halbwegs verstehen?“

    Rolf Fuchs, Sprecher Migrosklubschule, Anbieter von Mundartkursen: „Jein. Ja, denn so lernen es die in der Schweiz wohnhaften Deutschen am ringsten. Aber nein, da man deutsche Gäste, die nicht in der Schweiz wohnen, in Hochdeutsch ansprechen sollte. Der Knigge gebietet das. Aber: Wer weiss, vielleicht verstehen Deutsche unsere Mundart besser als unseren Versuch, ein gutes Hochdeutsch zu sprechen …“
    69 % stimmten mit JA, 31 % NEIN

    20 Min vom 6.11.07

    Man darf auch mit den Steinen in Graubünden sprechen. Die verstehen einen zwar nur halbwegs, aber es beruhig ungemein.

  • Wie spricht man „am ringsten?“
  • Bitte liebe Schweizer, sprecht weiterhin möglichst nur Mundart, denn nur so lernen wir rasch und unverkrampft so hübsche Wörter wie „am ringsten“. Ring, ringer, am ringsten. In Köln am Ring wohnt niemand gern, die Steigerung „am ringsten“ muss etwas typisch Schweizerisches sein. Wollen wir uns gleich merken.

  • Pop-Art, Op-Art, Cologne Fine Art, MundArt
  • „Art“ steht für Kunst, und in Art-Kursen, so wie Mund-Art-Kursen wird nun welche Kunstrichtung vermittelt? Richtig, die „Mund-Art“. Nach Pop-Art und Op-Art momentan ungeschlagen in der Popularität.

    „Wer weiss, vielleicht verstehen Deutsche unsere Mundart besser als unseren Versuch, ein gutes Hochdeutsch zu sprechen“. sagte Rolf Fuchs. Als grosser Fan jeder Kunstrichtung versuchen wir uns auch in Mund-Art. Warum die Schweizer allerdings nicht einfach ihre Sprache sprechen, von der doch sonst immer verbissen die Rede ist, haben wir noch nicht verstanden.

    Woran erkennt man eigentlich,die „deutschen Gäste, die nicht in der Schweiz wohnen“am Aussehen? Haben die einen Zettel „Made in Germany“ an der Stirn kleben? Ist es die Schlussfolgerung auf Basis eines munteren „Werweissens“ , welches die Deutschen als Deutsche entlarvt? Zur eindeutigen Erkennung benötigt man lediglich einen Messgerät zur genauen Feststellung des „bewerteten Schalldruckpegels“, denn merke die einfach Regel: Deutsche sind immer lauter!

  • Bescheidenheitstopos bei den Schweizern
  • Was soll diese ständige Understatement von wegen „unseren Versuch, ein gutes Hochdeutsch zu sprechen“? Es ist ein alter Trick aus der Mottenkiste der Rhetorik, bekannt unter der Bezeichnung: „Bescheidenheitstopos“. Sie kennen sicher die Situation, wenn jemand seine Rede eröffnet mit „ich bin kein grosser Redner“ und dann zwei Stunden ohne Punkt und Komma spricht. Er gehört zum permanenten rhetorischen Rüstzeug eines Schweizers, so zu sagen „ab Werk“ mitgeliefert. „Wir sprechen gar kein Hochdeutsch, nur Schriftdeutsch“.

    Um zur anfänglichen Fragestellung zurückzukommen: „Darf man eigentlich mit Deutschen Mundart reden, auch wenn sie uns nur halbwegs verstehen?“. Na klar darf man, wenn man nichts zu sagen hat braucht man ja auch nicht verstanden werden. Anders ausgedrückt: Wenn 50% der beabsichtigten Aussage ohnehin unsinniger Schrott ist, dann ist es doch eine glückliche Fügung, dass der Deutsche Gesprächspartner genau diesen Teil nicht verstehen wird.

    Anders kann ich mir diese Aussagen nicht erklären: „Ganz egal ob die nur die Hälfte verstehen, ich rede weiter wie mir der Schnabel gewachsen ist.“ Was steht da für eine Geisteshaltung dahinter? Sind das die gleichen Leute, die einfach lauter sprechen, wenn sie merken, dass ein ausländischer Tourist ihre Sprache nicht versteht?

    

    24 Responses to “Darf man eigentlich mit Deutschen Mundart reden, auch wenn sie uns nur halbwegs verstehen?”

    1. DaniDo Says:

      Wow! Das habe ich mir noch nie überlegt…dass ring ja eigentlich ein mega schräges Wort ist. Es geit mr ringer, weni dsache jetzt grad mitnime…absolut verständlich, aber absurd, wenn mans bedenkt. Jens Du öffnest meine Augen!

      Ich finde, Deutsche dürfen uns sagen, wenn Sie lieber wollen, dass wir Schweizerdeutsch sprechen. Es ist doch ein Gebot der Höflichkeit, dass wir unser Hochdeutsch gebrauchen!

    2. Flaneur Says:

      Woran man „deutsche Gäste, die nicht in der Schweiz wohnen“ erkennt?

      Am Aussehen wohl meist gar nicht.
      Also ist jeder Deutsche defaultmässig erstmal ein Hochdeutscher.
      Vielleicht sollte man sich in der Kunst des freundlichen Signalisierens üben.
      Ein einfaches „Grüezi“ kann anscheinend manchmal Wunder wirken:

      „Entspann dich, fühl dich in deiner Muttersprache wie zuhause!
      Du kannst mit mir Schweizerdeutsch reden.
      Nur Mut, Schweizer!“

      Klar, die Betonfraktionen gibt’s trotzdem immer. Die arbeiten beispielsweise bei der SBB am Schalter, und lassen sich auch nicht aus dem (hochdeutschen) Konzept bringen, wenn man explizit ein „Billett mit Halbtax“ kauft, anstatt einer Fahrkartö nach Deutschland. Umgekehrt sprechen alle konsequent Mundart, wenn man sich die Haare schneiden lässt oder Fleisch kaufen geht. Nur die Cablecom pflegt die sprachliche Dichotomie. Wenn man auf Hochdeutsch als Kunde anruft, dann sprechen die Call-Centerjungs Hochdeutsch. Nur. Alle. Immer. Und wenn mich die regionale Zweigstelle anruft bzw. mir die Techniker ins Haus schickt, dann sprechen die Schweizerdeutsch. Nur. Alle. Immer.

    3. Flaneur Says:

      Eine Frage jetzt aber noch an die Runde:
      Wie bestelle ich etwas, wenn es auf verschrifteter Mundart angeschrieben feilgeboten wird?

      Ein Bäcker verkauft beispielsweise kein „Hausbrot“, sondern nur das „Huusbrot“.
      Also habe ich das „Huusbrot“ bestellt.
      Worauf die Verkäuferin bestätigend fragt: „Ein Hausbrot…? Sehr gern.“

      Ich kam mir dabei so dämlich vor… 🙁

    4. neuromat Says:

      Lieber Rolf,

      wer weiss, ja wer weiss, es is noch schwierig … äbbe net geng gliich, mängisch so und mängisch so

      wenn Du entknotest bist (Mann was habe ich achtgeben müssen, das „n“ nicht zu vergessen) – dann sprich, also dann, wenn Du was zu sagen hast.

    5. Fiona Says:

      Schon die Leserbriefe in NZZ am S (zum Thema „Die Deutschzen gehen nach Hause“) gelesen?

      Da meine Muttersprache English ist, kenne ich viele nicht-CH und nicht-D Menschen, und die haben keine Probleme mit den Schweizern, die wollen nicht nach Hause auch wenn sie dürfen oder ihre Ausland-Einsatz zu Ende ist. Sogar Amerikaner und Briten bleiben – die schätzen die Ordnung, den Frieden, die Landschaft, die Aus – resp. Weiterbildungsmöglichkeiten usw. in diesem Land und werden Mitglieder der zahlreichen Vereine. Bei mir murren Deutsche über die Schweizer und umgekehrt.

    6. Simone Says:

      Ist „am ringsten“ nicht einfach ein Dreckfuhler?
      Reden kann jeder, wie er möchte. Wenn man dann natürlich im Engagin auf der Skihütte sein Essen bezahlen will und den genannten Preis nicht versteht, gelingt es den Kellnerinnen und Kellnern dann im 2. Anlauf doch zu switchen.

      [Anmerkung Admin: Ich tippe eher auf „zuviel Ringier“ im Kopf oder so… wahrscheinlich aber hast Du recht]

    7. neuromat Says:

      @ Fiona

      Deine Muttersprache, dachte ich immer sei Schottisch. Wieso eigentlich „sogar“ Amerikaner und Briten, sind die sonst so schwierig. Und die Briten, ich meine, kennen die nicht einen Urs Meier 😉 🙂

      Hast Du einen Link für die Leserbriefe?

    8. Tellerrand Says:

      Die Haltung, dass die anderen sich gefälligst anstrengen soll, um mich zu verstehen ist – duck, autsch – schlicht arrogant.

      Etwas positiver formuliert, könnte man dabei auch von kommunikativer Selbstbefriedigung sprechen 😉

    9. neuromat Says:

      Die Umfrage ist ja auch völlig falsch. Im Original war vorgesehen:

      Darf man eigentlich mit Deutschen?

      Das war zu doppeldeutig, entsprach aber der besorgten Nachfrage von Verena, 15 1/2 Jahre zum Nachtessen am 26.05. diesen Jahres. Nach längerem Schockzustand der Stanser Familie wurde die Situation schliesslich entschärft:

      Darf man eigentlich mit Deutschen reden?

      Neben ja völlig unbegründeten Einwänden, dass dies irgendwie diskriminierend sein könnte, hatte Verena, das mit dem „reden“ eben „verschlafen“. (Jugendliche warten nicht immer unbedingt eine Antwort ab, oder beherrschen auch schon die Kunst der rhetorischen Frage). Daher ging es ihr dann um pikante Details als sie nachhakte auch m .. de. .. Mun.. (Zensur).

      So musste gerettet werden, was zu retten war und es wurde der Begriff Mundart an das Reden angeschlossen, der nun in diesem Zusammenhang eine neue (affengeile) Bedeutung bekommt.

      Die Sache war damit noch nicht aus“gestanden“, womit wir beim Thema wären.

      Verena interessierte sich nämlich für die Mu…art für den den Fall, als auch dann; wenn sie nur halbwegs stehen, gewissermassen als dialektales aphrodiasakisches Aufputschmittel. Jetzt dampfte es bis zum Stanserhorn und es wurde weiter entschärft, was zu entschärfen war, indem ein „ver“ dem „stehen“ vorangefügt wurde.

      So ist der ganze Mist gelaufen. So muss das gewesen sein. Denn: Wäre nicht allein die Frage, ob man mit Deutschen im Dialekt reden darf obwohl sie einen ja nur zur Hälfte verstehen, völlig indiskutabel, arrogant und blöd zu gleich.

      Arrogant, weil es ausdrückt, dass die Deutschen so doof (nicht niederländisch gemeint) sind, dass sie einen ja sowieso immer nur halb verstehen. Und wo bliebe da angesichts einer solchen erneuten Unverschämtheit die eilig herbeigerufene angestrengte Schweizer Höflichkeit(stuerei). Nein, nein da können wir beruhigt sein.

      Blöd, weil wie blöd muss ich denn selbst sein, mit anderen so zu reden, dass sie nur die Hälfte verstehen, ganz gleich ob in Fachchinesisch oder Juristenlatein, was blieben mir denn da für eigene Perspektiven, sagen wir mal ausser dem Erstellen von Bedienungsanleitungen von Pulsuhren (ich schmeiss das Ding gleich aus dem Fenster).

      @ Jens. Ich habe mich für einmal bemüht, High Heels in den Text „einzubringen“.

    10. Phipu Says:

      An Simone und Jens:

      Es ist viel zu einfach (oder eben zu „ring“) das Wort „ring“ als „Druck“-Fehler abzutun. Vielleicht bin ich zu einfältig, aber ich sehe nicht, welches richtige deutsche Wort da mit einem Fehler abgedruckt worden sein könnte.

      Ich selbst hätte dieses Wort in einem Hochdeutschen Rede- oder Schreibfluss nicht verwendet, oder höchstens als „gegänsefüsselter“ Einschub, der ersichtlich macht, dass hier eben ein Dialektwort in den sonst deutschen Text einfliesst.

      Einmal mehr findet man dieses Adjektiv in Grimms Wörterbuch http://germazope.uni-trier.de/Projects/DWB , womit schon wieder im „veralteten“ Dialekt ein Ausdruck überlebt, der aus dem effizienten modernen Hochdeutsch eliminiert wurde. Zum Verständnis des Begriffs empfehle ich besonders die Bedeutung 3), die so beginnt: „leicht, was keine Mühe, Schwierigkeit, Beschwerlichkeit verursacht, was bequem, wol bekömmlich, wolthuend ist: mit ringer Mühe. HUNZIKER 206; ringe oder leychte Geburt, facilis partus MAALER 334a; das ring Gebären, wenn ein Frauw desz Kinds ring geniszt, facilis uterus 333c; ring, leicht ze thůn, facilis, ring und leicht ze verston,“

      Da wären wir also beim auch auf unsere Bedürfnisse zugeschnittenen „leicht zu verstehen“. Daraus ergibt sich, dass im Sinne des Zeitungsartikels „…so lernen es die in der Schweiz wohnhaften Deutschen am ‚einfachsten, leichtesten, mühelosesten, unbeschwerlichsten’“ gemeint ist.

      Jetzt dürfte sogar klar sein, was man zu verstehen hat, wenn eine Behörde das „Geld ring“ spricht. Nein, das hat nichts mit verschwörendem Tuscheln über einen Falschmünzerring zu tun: http://www.blogwiese.ch/archives/242

      Auf Berndeutsch gibt es das Adjektiv „bring“, welches einigen vielleicht aus folgendem Volkslied (3. Strophe) bekannt sein könnte: http://www.dospcl.ch/Dokumente/Dr%20Trueberbueb.pdf
      Hier ist es übrigens mit P geschrieben. Verhochdeutscht gäbe das wohl „bering“. In Grimms Wörterbuch (jaja, schon wieder, ich weiss) steht dies übrigens auch: „BERING, levis, facilis, bei MAALER 59a agilis, expeditus, ahd. ring, ringi (GRAFF 2, 530), vgl. gering“ Vieles davon ist auch bei „ring“ zu finden.
      Wenn also von einer „bringen“ Person die Rede ist, geht es um „leicht (Gewicht), behände, flink“, wie ich das den lateinischen (was ich nie gelernt habe) Ausdrücken entnehmen kann.

      Ich hoffe nun, die Migros-Klubschule und meine langfädigen Ausführungen tragen dazu bei, dass die Deutschen über die hiesige „Kunst des Mundes“ (Mund-Art) und deren speziellen Wörter die Sprache ihrer Ahnen auch wieder etwas „ringer“ lernen.

    11. markus Says:

      Natürlich darf man mit Deutschen mundart reden. Ich bin nun schon mehr als ein Jahr an der FH in Muttenz bei Basel und da ist etwa die Hälfte der Klasse aus Deutschland. Ok, vielleicht wohnen diese Mitstudenten nicht sehr weit von der Grenze weg, dennoch merkt man schnell, wer es versteht und wer nicht. Die grosse Mehrheit versteht also fast alles. Es gibt natürlich immer spezielle Worte, die keiner übersetzen kann, das ist aber bei den Deutschen nicht anders. Einigen kann man sogar mundart schreiben und sie blicken durch.

    12. Ostwestfale Says:

      „Aber: Wer weiss, vielleicht verstehen Deutsche unsere Mundart besser als unseren Versuch, ein gutes Hochdeutsch zu sprechen …“
      69 % stimmten mit JA, 31 % NEIN“

      Bin ja mal gespannt wie die Schweizer ihre Mundart verstehen, sollte Jürgen Drews für sie beim Eurovision Song Contest antreten.
      http://www.blick.ch/unterhaltung/eurovision/juergen-drews-singt-fuer-die-schweiz-75641
      Aktuell 42% der Abstimmer wünschen demnach, dass Jürgen Drews die Schweiz auf Schweizerdeutsch beim Eurovision Song Contest vertritt…
      Wie kann das sein?

    13. babeli Says:

      ich fühle mich mehr respektiert und wohler wenn ich in meiner sprache (=dialekt) sprechen kann und verstanden werde. wenn mensch meinen dialekt nicht versteht, bin ich ab und zu etwas irritiert es ist mir unwohl.

      es ist auch immer nett, wenn die deutschen probieren (und es oft ziemlich schnell schaffen!) ch-deutsch zu sprechen. das tönt nicht nur sympathsisch, sondern ich habe das gefühl, anerkannt zu werden in meiner kultur und meinem sein.

    14. balzercomp Says:

      @ babeli:
      Entschuldige, aber es geht nicht darum ob Du Dich respektiert fühlst, wenn Du in deiner Mundart sprichst, sondern darum ob Du Deinem Gegenüber ein Mindestmass an Respekt entgegen bringst.

      Da wohl nur der geringste Prozentsatz der Weltbevölkerung Deinen Dialekt verstehen wird, meinen, soweit vorhanden übrigens auch nicht, wird es Dir wohl in Gegenwart anderer Menschen des öfteren unwohl sein. Das ist aber alleine Dein Problem, nicht das der andern.

      Übrigens es ist auch eine Form von Respekt dem Leser gegenüber, wenn man die geltende Gross- und Kleinschreibung beachtet.

    15. cydet Says:

      @ balzercomp

      respekt, na ja , das kann man aus verschiedenen standpunkten betrachten. als respektlos empfinde ich eher wenn ich in einem gastland selbstverständlich meine landessprache spreche und erwarte, dass die einwohner diese gefälligst zu verstehen haben.

      gross und kleinschreibung mit mahnendem zeigfinger als respektlos zu bezeichnen, ist schlicht und einfach nur intolrant.

    16. balzercomp Says:

      @ cydet
      Ich erwarte im Welschland oder im Tessin nicht unbedingt (obwohl es jeder in der Schule gelernt haben sollte. Nebenbei gelehrt wird, soweit mir bekannt, Hochdeutsch.), dass Deutsch von allen verstanden wird, aber die Sprache der Deutschschweiz ist nun einmal Deutsch und nicht irgend eine andere Sprache. Das steht unter anderem in der Schweizer Verfassung.

      Ich bin also intolerant. Interessant. Warum schreibt nur eine absolut verschwindende Minderheit nur klein? Selbst die immer wieder zitierte Englische Sprache schreibt gross und klein (Wenn auch mit anderen Regeln). Die Schriftform der Deutschen Sprache hat Regeln für die Gross- und Kleinschreibung. Die Leser sind daran gewöhnt. Jede Abweichung davon erschwert den Lesefluss. Wenn also jemand nur klein schreibt, muss ich davon ausgehen, dass ich das geschriebene nicht lesen soll, oder der Schreibende es mir bewusst schwer machen will. Das nenne ich respektlos.

    17. cydet Says:

      @ balzercomp

      als Deutscher auf die Deutschschweiz bezogen stimmt das was Du schreibst, was aber nicht heisst, dass der angesprochen respektlos ist, wenn er er in seiner landessprache (in diesem falle dialekt) antwortet…….je nach konversation abgewogen.

      in der Schweiz, scheint mir, wird fast eunuchisch beflissen auf fremdsprachen eingegangen, achte Dich mal an einem kiosk ect., da wird praktsich in jeder landessprache das gewünschte gefordert. probier das mal in Deutschland, oder gar in einem lateinischen land.

      was gross und kleinschreibung betrifft, bleibe ich, trotz deiner einleuchtenden argumentation, bei meiner meinung. das festhalten an bestehende regeln und meinung der mehrheit, ist für mich weder relevant, noch tolerant.

    18. Graggsel Says:

      Ist wohl auch einfach so, dass viele Leute schlicht nicht in der Lage sind, die Gross- und Kleinschreibung richtig zu benutzen.

      Vielleicht müssten wir Jens mal bitten ein automatisches Korrekturprogramm zu installieren (gibts dasis WordPress?), so wie es in Word vorhanden ist, wenn man nur noch am Computer schreibt, wird die Grossschreibung ja fast immer angepasst.

    19. cydet Says:

      @ Graggsel

      Witzig, dass solch eine Kleinigkeit so viel Kleinliches nach sich zieht.

    20. neuromat Says:

      @ cydet

      na das erreicht jetzt fast das Ausmass des Unerträglichen dieses Beispiel mit dem Kiosk lass vom Weihrauch auch noch etwas für die katholische Kirche übrig

      weisst Du, das ist das eigentlich Störende diese in der Realität des Alltags nicht zutreffende hohe Meinung von sich selbst.

      All die, die im Welschland weiter Schweizerdeutsch nicht einmal Standard und schon gar kein Französisch reden, das gleiche dann im Tessin. All die, die immer bemüht sind, einem diese ungeheure Sprachoffenheit und Gewandtheit zu berichten mit den Worten „Englisch ja viel besser zu können als Deutsch und dann keinen einfachen Text in Englisch hinbekommen.

      Jeder kann mit mir hier in seinem Dialekt reden, das funktioniert meistens – aber ehrlich Tessiner Dialekte verstehe ich nicht im mindesten, rätoromanisch noch nicht einmal aus dem Kontext – nur, ich habe keine Probleme hierzu zu stehen und brauch diese Märchen nicht von irgendwelchen Kiosken. Den einzigen Kiosk auf den das zutreffen könnte ist der im Basler Bahnhof (der auf der Brücke). Ansonsten kann ich diese lobgepriesene Vielsprachigkeit nicht nachvollziehen – gäbe es sie nämlich wirklich, dann gäbe es diesen Aufreger um Eure Amtssprache nicht.

    21. cydet Says:

      @ neuromat

      Genau von diesem Kiosk, so wie dem an der Güterstrasse, spreche ich.

      Die angesprochenen Sprachprobleme kenn ich nicht und kann sie auch nicht nachvollziehen. bin nicht „treu Deutsch“ , sondern (glücklicherweise) mehrsprachig aufgewachsen.

      Ich hoffe Du bekommst jetzt aber keine Weihrauchallergie

    22. Graggsel Says:

      Die Kisokfrauen auf der Passarelle sind ja selbst international, da zum Grossteil aus dem Elsass stammend…

    23. cydet Says:

      @ Graggsel

      Ja, das stimmt, hab ich nicht dran gedacht. Mich erstaunt einfach mit wieviel Freundlichkeit die Angestellten mit den z.T. sehr rupigen Kunden umgehen und dies noch in den verschiedenen Sprachen.

    24. Phil Says:

      Wieso die Schweizer Mundart mit Deutschen sprechen?

      Ein Zürcher spricht kein Berndeutsch und auch kein Wallissertitsch,
      er verlangt aber sicher nicht, das in Bern Züridütsch oder Hochdeutsch
      mit ihm gesprochen wird, oder? Von ihm spricht aber auch garantiert
      keiner Züridütsch.

      Schweizerdeutsch verstehen ist lernbar, das zeigt doch schon dieser Blog, der sich bereits mit Sprachnouancen beschäftigt und offensichtlich mit Erfolg.
      Es ist keine Schande die Bedeutung eines seltenen Wortes zu hinterfragen,
      das geschieht selbst Schweizern untereinander (siehe oben).

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