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Von einem der auszog, eine Carte de Séjour zu bekommen

  • Paris im Ausnahmezustand
  • 1987-88 verbrachte ich ein Jahr als „assistant de langue“ an einem Lycée in Paris, und nach ein paar Wochen Eingewöhnungszeit beschloss ich, ganz offiziell eine Aufenthaltsgenehmigung, eine „carte de séjour“ für Frankreich zu beantragen. Rein rechtlich war das schon damals nicht notwendig, weil ich mich als EG-Bürger in Frankreich aufhalten durfte, solange ich wollte. Nur um ein Girokonto zu bekommen, war dieser „titre de séjour“ mit eingetragener Wohnanschrift wichtig.

  • 1. Nachmittag: Îsle de la Cité
  • Also fuhr ich an einem schönen Septembermittag nach der Schule ins Zentrum von Paris zur Îsle de la Cité, weil ich mich daran erinnert hatte, dass es dort eine grosse Polizeidienststelle gab. Ein Polizist hatte mir gesagt, dass man eine Carte de séjours bei jeder Polizeidienststelle ausgestellt bekommt. Im Jahr zuvor waren in Paris einige Bomben explodiert, die in Papierkörben am Strassenrand versteckte worden waren. Das hatten meinen deutschen Vorgänger an der Schule dazu bewegt, seine Stelle „aus Sicherheitsgründen“ lieber nicht anzutreten.

    Es herrschte also immer noch „Ausnahmezustand“, und dementsprechend scharf waren die Sicherheitsvorkehrungen beim Betreten des Polizei-Gebäudes. Eine Metalldetektorschleuse am Eingang wie beim Flughafen, grimmig drein blickende Flics mit Maschinenpistole im Anschlag, dann stand ich am Empfangsschalter.

  • Sind sie über die Mauer in Berlin gesprungen?
  • (Original auf Französisch, hier übersetzt:) „Guten Tag, ich komme aus Deutschland und möchte gern eine carte de séjour beantragen“. Antwort: „Ist ihre Heimatland Mitglied der Europäischen Gemeinschaft?“ Kurz war ich verdattert und musste scharf nachdenken. Wusste die Dame das wirklich nichts von den Römischen Verträgen von 1957, den Gründungsstaaten der EWG und so weiter?

    Doch halt, vielleicht dachte sie ja, ich käme aus der (damals noch sehr existenten) DDR! „Nein, ich bin nicht über die Mauer geklettert, ich komme aus der R.F.A“. Dann fragte sie, wo ich denn wohne und ich nannte den Vorort in der Banlieu von Paris. Dort musste ich mich hinwenden, an den Hauptort des „Département de l’Essone“. Der Hauptort ist Evry, und dorthin fährt man ab der Gare de Lyon. Sicherlich nicht mehr am gleichen Tag, denn es ging auf 16:00 Uhr zu.

  • 2. Nachmittag: In Evry ist niemand zuständig
  • Am nächsten Tag nach der Schule fuhr ich zum Gare de Lyon und nahm von dort den nächsten Zug nach Evry. Unterwegs fiel mir plötzlich auf, dass die Zonen meiner Monatskarte nicht ausreichten für den Trip, denn Evry lag genau eine Zone weiter als ich eigentlich fahren durfte. Prompt geriet ich auch in eine Kontrolle, und um nicht zu viel Zeit zu verlieren, spielte ich den unbedarften nur Amerikanisch sprechenden Ausländer, der das mit den Zonen nicht blickt.

    Ziemlich fiese Masche, aber erfolgreich. Weder der Kontrolleur noch sonst jemand im Zug konnte mir auf Englisch weiterhelfen, aber aussteigen musste ich trotzdem und kam ohne Strafe davon. Mit Nachlösen und in den nächsten Zug steigen verging soviel Zeit, dass ich erst um 15:30 Uhr in Evry den Weg zur Departements-Verwaltung erfragen konnte. Dort angekommen war es kurz vor Büroschluss. Immerhin erhalte ich noch die Auskunft, dass ich hier sowieso am falschen Ort war. Denn nicht der Hauptort meines Departements sei für die Aufenthaltsbewilligung zuständig, sondern die mir am nächsten gelegene Polizeidienststelle.

    Also fuhr ich wieder heim, was in den Banlieus von Paris nicht so trivial ist, wie es sich anhört, denn alle Wege führen nach Paris, nicht „seitlich“ in die Nachbargemeinde, und so brauchte ich gut zwei Stunden und mehreren Buslinien dafür.

  • 3. Nachmittag: Geburtsname und Beruf der Mutter bitteschön?
  • Am nächsten Nachmittag fuhr ich dann direkt zum nächsten Ort mit Polizeidienststelle. Ich hatte dort angerufen und mich erkundigt, ob ich man mir dort eine „carte de séjour“ ausstellen könnte. Nun, den Antrag wollten sie schon entgegennehmen, aber das mit der Carte, das geht ein bisschen länger. So fand ich mich dort ein, und ein netter Polizist begann auf seiner Schreibmaschine mit dem Ausfüllen des Formulars. Vorname des Vaters, Geburtsort der Mutter, Schuhgrösse des Grossvaters und was es nicht noch alles für Details einzutragen gab, das alles im „Einfinger-Adler-such-System„.

    Als wir nebenbei auf Fussball zu sprechen kamen (irgendeine WM oder EM war gerade vorüber), taute er plötzlich auf und schien gar nicht mehr so interessiert daran zu sein, jedes Feld im Formular genauestens auszufüllen. Dann kam die Sichtung der von mir mitgebrachten Dokumente:

    Kopie des Personalausweises. Kopie des Reisepasses. Kopie meiner „carte professionelle“ die mich als Bediensteter des Französischen Staates auswies, beglaubigte und übersetzte Kopie der Geburtsurkunde, des Abitur-Zeugnisses, Kopie der letzten Stromrechnung, der Krankenversicherung etc. etc. Ich war gut präpariert und hatte alles dabei. Auch die 5 gleichen und neuen Passfotos in schwarzweiss sowie zwei Briefumschläge, an mich selbst adressiert, mit Briefmarke versehen und, ganz besonders wichtig, „autocollante“, d. h. selbst klebend, damit sich kein Französischer Beamter die Zunge beim Ablecken verkleben muss.

  • Ich habe eine Récépissé de carte de séjour!
  • Nach gut einer Stunde verliess ich die Polizeidienststelle mit einem gefalteten und gestempelten Karte, mit Foto und Unterschrift, betitelt als „récépissé de carte de séjour“, also einer „vorläufigen Aufenthaltsbewilligung“. Die eigentliche Carte wurde mir dann nach 8 Monaten in Frankreich schliesslich postalisch angekündigt. Sie kam an, ein Tag bevor ich das Land wieder verlassen wollte, und war dann noch 3 weitere Monate gültig.

  • Jens-Rainer veut dire Jean-René
  • Mit diesem „récépissé“ konnte ich auf einer Pariser Sparkasse mit dem hübschen Namen écureuil = Eichhörnchen ein Konto beantragen. Frage: „Quel est votre prénom?“ Antwort: „Jens-Rainer“. Rückfrage: „Comment?“ Antwort: „Jens-Rainer, ca veut dire ‚Jean-René‘ en Français“.
    Reaktion. „Alors je mets ‚Jean-René‘?“. Schade, dass ich in dieser Sekunde nicht schneller geschaltet habe, ich besässe sonst heute noch eine Caisse d’Espargne Ecureuil EC Karte mit „Jean-René“ statt „Jens-Rainer“. So leicht kann man seinen Namen ändern!

  • Köpenick is still alive!
  • Als ich später einem Pariser Freund die Geschichte erzählte, wie lange ich gebraucht hatte, um meine Aufenthaltsbewilligung zu bekommen, begann er daraufhin seinerseits zu erzählen, wie er in Berlin versuchte hatte, sich an der Uni einzuschreiben. Das ging aber nur mit einem Krankenversicherungsnachweis. Den bekam man nur mit einem Girokonto bei einer Bank. Das wiederum erhielt man nur, wenn man an einem festen Wohnsitz in Berlin hatte. Er wollte in ein günstiges Studentenwohnheim einziehen. Ein Platz in einem Studentenwohnheim gibt es aber nur, wenn man korrekt an der Uni eingeschrieben war. Und einschreiben kann man sich nur mit Versicherungsnachweis. So ging das immer wieder von vorn los. Hauptmann von Köpenick lässt grüssen, er war damals noch sehr lebendig in der deutschen Bürokratie.

    

    17 Responses to “Von einem der auszog, eine Carte de Séjour zu bekommen”

    1. Max Says:

      Die Préfecture auf der Île de la Cité habe ich auch noch in frischer Erinnerung. Die Bezahlung der Gebühr für die carte de séjour musste dann auch noch in „timbres fiscaux“ erfolgen. Diese wiederum musste man entweder in einem Tabac oder an einem Schalter in der Préfecture mit prohibitiven Öffnungszeiten beziehen. Das beste war dann die anschliessende visite medicale für 360 FF, bei der ich (als potentieller Nicht-EU-ausländischer Seuchenherd) von französischen Ärzten untersucht wurde – notabene nachdem ich bereits 3 oder 4 Monate im Land war… Rund um mich herum reihenweise Asiaten und Afrikaner. Dass ich beim Sehtest die Linsen drin hatte, störte die französischen Gesundheitsbeamten nicht im geringsten…

      Naja, ich hatte trotzdem meinen Spass in Paris und will dieses Jahr nicht missen – bloss die französische Bürokratie bleibt mir für immer als abschreckendes Beispiel im Hinterkopf – aber das denken wohl Ausländer auch von den Schweizer Beamten 🙂

    2. Fiona Says:

      Jean-René? Tönt… ähm …. sexy 🙂

      Eigentlich sind die Franzosen als logische Denker bekannt, während die Deutschen SEHR gründlich sind.

    3. vbonline Says:

      Jean-René Prairie oder Jean-René Pré ? (Bin halt Lateiner) 🙂

      Im Gegensatz zu Deutschland habe ich die „Staatsangestellten“ (sind ja keine Beamte) in der Schweiz als sehr freundlich und hilfsbereit kennengelernt. Auch die Erreichbarkeit per Email hat mich überrascht.

      Das die L-Bewilligung für meine Frau und meine Kinder von der Beantragung im Juli 2006 bis zur Ausstellung im März 2007 gebraucht hat ist dafür ein anderes Thema. Die Schweizer sind halt gründlich 🙂

    4. Tellerrand Says:

      Genau genommen glauben die Franzosen, dass man überhaupt nur französisch denken kann, während etwa die deutsche Sprache der krachenden Weitergabe von Befehlen vorbehalten und die Existenz einer eigenen Schweizerdeutschen Variante komplett unbekannt ist.

      Es gibt das wunderbare Heft Asterix bei den Römern, wo ein Behördengang beschrieben wird, der sehr an Jean-Renés Geschichte erinnert. Uderzo/Goscinny hatten da wohl die Pariser Zentralbürokratie vor Augen.

      Ich bin ziemlich sicher, dass es in keinem Land der Erde lustig ist, sich als Ausländer zu legalisieren.

    5. MaxH Says:

      An „Tellerrand“

      > Ich bin ziemlich sicher, dass es in keinem Land der Erde
      > lustig ist, sich als Ausländer zu legalisieren.

      man muss schon froh sein, wenn die jeweilige Landessprache ein separates Wort für „Feind“ und „Ausländer“ oder „Wilder“ und „Ausländer“ hat.

    6. neuromat Says:

      Insgesamt leider mal ein trauriges Thema:
      Bürokratie ist glaube ich in keinem Land der Welt lustig. Misslich leer gewirtschaftete Staatskassen werden durch endlose Gebühren zumindest halbwegs wieder gefüllt und Menschen gelangen durch rein verwaltende Tätigkeiten in Lohn und Brot, um die Arbeitslosenstatitiken nicht explodieren zu lassen.

      Andererseits empfinde ich in der Schweiz einen wesentlich angenehmeren Umgang im Kontakt mit allen möglichen Behörden, gerade im Vergleich zu Deutschland. Das, was ich an zahlreichen angenehmen Erfahrungen gemacht habe, wiegt das Negative auf (auch die Steuerrückzahlung ist endlich eingetroffen – Ihr erinnert Euch). Die besten Erfahrungen hatte ich auf dem Zollamt. Die Beamten waren ja schon beinahe staatsschädigend fair, anständig, nett und hilfsbereit (absolut ohne jede Ironie gemeint), dass deutsche Beamte einmal zu einer mindestens einmonatigen Weiterbildungsmassnahme in solchen Gerfilden verpflichtet werden sollten.

      Dann gibt es wieder Bürokratien, bei denen man sich fragt, ob die tatsächlich existieren, was schlussendlich dazu führte, dass ich vor Jahren neun Monate „illegal“ in Griechenland lebte.

      [Anmerkung Admin: Der Deutsche Honorarkonsul in Zürich ist so ein Mensch. Bis heute ist nicht ganz klar, ob er tatsächlich existiert. Hat ihn schon mal jemand gesehen?]

    7. Tellerrand Says:

      @ admin

      Den französischen Honorarkosul in Zürich hab ich gelegentlich kennengelernt, den gibt’s also wirklich. Vom deutschen Pendant hab ich bisher auch nur gehört. Gesehen: Fehlanzeige.

      @MaxH

      Die alten Griechen haben da zwischen Xenoi und Barbaroi unterschieden. In der Schweiz heissen die synonymen Begriffe Dütsche und Usländer 😉

    8. DrKöbes Says:

      Na ja – those were the days. Als ich vor 10 Jahren das Angebot bekam in Genf zu arbeiten, war das schon einfacher oder in der “Province” lässt man’s vieleicht lockerer an.

      Für mich war klar das ich in Frankreich wohnen würde weil ich für den Preis meiner deutschen Wohnung auch damals schon in Genf nicht mal `n Wohnklo bekommen hätte.

      Das G-Permit gab’s zu der Zeit nur für limitrophe Fremde, also Deutsche, Franzosen, österreicher und Italiener. Das Deutschland ganz auf der anderen Seite der Schweiz von Genf aus liegt, tat wohl nichts zur Sache.

      Also erst mal Bankkonto in Frankreich: Bis auf mein komplettes Unverständnis über die Frage nach dem „Justificative de domicile“ – Telefon- oder Stromrechnung – lief das ganz locker – mit deutschem Personalausweis und deutscher Adresse etc.. Als ich der freundlichen Dame erklärte, das in Deutschland der Personalausweis das „Justificative“ sei, schüttelte Sie nur den Kopf über die armen Deutschen, die sich auf solche Dokumente verlassen müssen.

      Auch die Hausmiete lief wie geschmiert: Ein paar deutsche Gehaltsabrechnungen (Konnte der Proprietaire zwar nicht lesen, waren aber schöne Zahlen drauf), ein französiches Bankkonto – Voila

      Danach „Titre de sejour“: Auf der Mairie gab’s einen schönen Vordruck auf dem alles vermerkt war, was man brauchte: Arbeitsnachweis (irgendein Wisch reicht – jemand im Büro produzierte einen maschinegeschrieben Zettel, auf dem stand, dass ich von Zeit zu Zeit im Büro in Genf sei), Krankenversicherungsnachweis (die deutsche KV reichte), Kopie des Personalausweises, Photos (ich weis nicht mehr, wie viele) und das wichtigste – der „Justificative de domicile“ – Triumph: Ich hatte ja mittlerweise meine erste EDF Rechnung. Auf der Mairie konnte man übrigens entweder bar oder mit „Carte Bleu“ zahlen. Dann gab’s auch wie bei Jens den „recepisse“ und irgenwann trudelte das Orginal ein.

      Als dann die Arbeit in Genf aktuell wurde, hat die Firma dann den Fremdenausweis mit dem grossen G beantragt.

      Schweizer Gehalt und Steuern und französische Lebenshaltungskosten. Obwohl seit der Personenfreizügigkeit alles hier im französischen Grenzgebiet viel, viel teurer geworden ist aufgrund der tausenden Schweizer, die nach Frankreich gezogen sind. Für die grenznahen Franzosen, die in Frankreich arbeiten, ist das ein ziemliches Problem geworden, da die Wohnkosten um das 2-3fache gestiegen sind.

    9. JensK Says:

      na ja ein neuen deutschen Reisepass beantragen ist auch so ein Ding in der Schweiz (wenn man nicht gerade in Bern wohnt). Mein Reisepass war doch schneller abgelaufen als gedacht (2007 war ja noch weit weg), zum Glück machte mich meine Wohngemeinde darauf aufmerksam!

      Da in Zürich wohl nur ein Anrufbeantworter im Generalkonsulat arbeitet, also gleich nach Bern. Dank guter Vorbereitung und einem halben Tag Urlaub habe ich jetzt meinen vorläufigen Pass (ein Dokument vergessen: Neuer Termin…)

      Der „richtige“ Reisepass liegt zur Abholung parat oder gegen Einsendung meines Vorläufigen per Post. Noch einen halben Tag Urlaub oder Reisepass“los“?

      Übrigens ist der Reisepass nur für bestimmte Länder wichtig und bei Flugreisen

    10. Kiki Says:

      Die Mühlen der Bürokratie mahlen gerne etwas langsam…

      Als mich ich zu Beginn meines viermonatigen Schweiz-Aufenthalts als Unterassistent bei der Einwohnerkontrolle in Grenchen anmelden ging, versicherte mir die freundliche Dame, daß man mir „innert drei bis vier Wochen“ meinen Ausländerausweis zustellen würde.

      Als ich mich vier Monate später vor meiner Rückreise nach Deutschland wieder abmelden wollte, ohne jemals meinen Ausländerausweis erhalten zu haben, wurde ich netterweise wieder von der gleichen Dame wie damals bei der Anmeldung bedient.

      Sie teilte mir mit, daß die Abmeldung schon von meinem Spital vorgenommen worden sei und ich lediglich noch meinen Ausländerausweis zurückgeben müßte. Als ich ihr dann erläuterte, daß ich das kostbare Dokument niemals erhalten hätte, klappte der guten Frau erst einmal die Kinnlade herunter, sie war sichtlich geschockt und versicherte mir, daß so etwas eigentlich nie vorkomme. 😀

    11. Ueli Says:

      Jean-René… voll geiler Name für dich!

      Find’s cool…

    12. Fiona Says:

      @ Tellerrand. In der Tat hat „barbaroi“ auf Altgriechisch eine spezielle Bedeutung, nämlich „Menschen die kein griechisch können“. Ihr seid denn alle (?) auf diesem Forum barbarians, oder 🙂 ?

      Ich bin die Ausnahme.

    13. Max Says:

      Apropos Barbaroi (Menschen, die keine Fremdsprachen können):

      Hat Jens die franz. Ortographiefehler absichtlich eingebaut, um zu schauen, wie lange es geht, bis sich ein Tüpflischisser-Schweizer oder Korintenkacker-Deutscher meldet 🙂 ?

      [Anmerkung Admin: Keine Absicht, nur etwas eingerostet… ich hasse diese Sprache wenn ich sie schreiben soll.. noch was falsch? Sachdienliche Hinweise werden von jeder Admin-Stelle entgegen genommen…]

    14. Max Says:

      Ich hasse die franz. Schreibweise ganauso, sogar noch mehr als die deutsche … Wenn alle Barbaroi einen schriftlichen Sprachtest ablegen müssten, dann gäbe es in Frankreich keine Ausländer mehr 🙂

      Ich sehe nur noch das hier (diesen Teil brauchst Du ja nicht zu veröffentlichen)

      Isle de la Cité –> Île de la Cité (du hast die englische Schreibeweise verwendet)

      Carte de séjours ==> letztes s weg

      „autocollante“ ==> autocollant (timbre ist maskulin, aber das war jetzt wirklich noch das i-Tüpfelchen des Tüpflischissers).

      [Anmerkung Admin: Jetzt wird es klarer:
      1. Einen Akzent auf Grossbuchstaben? Das sei ein bisschen freiwillig, habe ich mal gelernt, aber bitte, ich lerne gern dazu.
      2. Bei der carte de séjour war ein s zuviel, und ist jetzt weg.
      3. autocollante war „une enveloppe“, ein „selbstklebender Briefumschlag“, den man nicht anlecken muss. Die Briefmarke war schon drauf.
      P.S.: Freue mich immer sehr über deutliche Hinweise auf Fehler, auch per Mail. Kann mir kein Lektorat leisten. ]

    15. Joachim Graf Says:

      Als in der Schweiz lebender Deutscher (seit bald 4 Jahren) möchte ich auf diesem Blog doch auch mal ein Wörtchen loswerden: Die Schweiz ist ein fantastisches Land! Eine liberale Insel inmitten des schwerfälligen und undemokratischen Kollosses EU. Eine Mini-USA in Europa – ein wahrlich freies Land mit einer blühenden Wirtschaft, einer interessanten Kultur und einer faszinierenden Bergwelt wie sie nirgends auf der Welt zu finden ist. Liebe Schweizer, nie wieder möchte ich dieses herrliche Land verlassen. Das sozialistische Europa, in dem wirtschaftlicher Erfolg und Demokratie Fremdwörter sind, hat mich zum Auswandern in das letzte freie Land in Europa bewegt. Das Schweiz macht einfach alles besser als das übrige Europa, die Messlatte liegt deutlich höher. Lasst euch nicht auf das EU-Niveau herunterkriegen, ihr hättet viel zu verlieren. Ich bin dankbar, in diesem gastfreundlichen Land einen tollen Job gefunden zu haben. Ich liebe euer Bier, ich liebe das überteuerte Fleisch, qualitativ vom Besten! Ich liebe die Arbeit, wer etwas leistet kommt weiter – nicht selbstverständlich für jemanden, der sich an die Deutsche Neidgesellschaft gewöhnt ist. Nacht 8 Jahren SPD-Regierung, Umverteilung und Gleichmacherei bin ich froh, in einem liberalen und bürgerlichen Land Fuss fassen zu können. Was gefällt mir nicht? Liebe Schweizer, also 120 auf der Autobahn und 80 über Land ist ja nicht gerade das Gelbe vom Ei. Ansonsten liebe ich dieses Land schon von ganzem Herzen. Danke für die Gastfreundschaft – bleibt der EU fern, bleibt liberal und erfolgreich, lasst euch nicht von sozialromantischen Rezepten verführen – ihr seht es an Deutschland: 8 Jahre rot-grün und die grösste Volkswirtschaft Europas ist am Boden! Macht nicht den gleichen Fehler!

      Freundlichst
      Joachim Graf
      geboren in Dresden

    16. Donald Says:

      Habe sehr gelacht und fühlte mich erinnert an meine ausländische Bürokratieerfahrungen (Ursprung: Niederlande; bewohnte Länder: Deutschland, Brasilien, UK und jetzt Schweiz). Alles in allem muss ich sagen, dass die Schweiz mit weitem Abstand die effizienteste Verfahren hat, nirgendswo ging der ganze Zirkus schneller.

    17. Tellerrand Says:

      @ Joachim Graf, geboren in Dresden

      Genau: freie Fahrt für freie Bürger! Und zwar am besten im amerikanischen SUV ohne Spritschluckbegrenzung. So halten wir die Weltwirtschaft am Laufen.

      Kleine sachliche Korrektur noch: eine Wiedervereinigung mit einem wirtschaftlich völlig maroden 17 Mio.-Nachbarn und schon liegt die grösste Volkswirtschaft Europas am Boden. Umverteilen musste nämlich der Herr Dr. Kohl. Er konnte gar nicht anders.

      Im übrigen geht’s auch der deutschen Wirtschaft anscheinend gar nicht so schlecht. Export-Weltmeister, Rekordgewinne, … Nur kommt davon bisher wenig bis nichts beim Volke an. Aber der Markt wird’s schon richten, nöwahr?

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