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Wer würde nicht gern für Pariserinnen bügeln? — Jobs bei 20Minuten

  • Ziegen im Jura herstellen
  • Die Pendlerzeitung 20Min wird in der Schweiz jeden Morgen von ca. 1‘200‘000 Menschen gelesen. Vor allem jungen Menschen auf dem Weg in die Agglomerationen von Zürich, Luzern oder Basel gehören zum Zielpublikum. Zwanzig Minuten reichen aus, um das Blatt ganz zu lesen, bis hin zu den Stellenanzeigen. Dort fanden wir dieses:

    „Salö!“
    Mer send e chlini Bude wo Zigis im Jura härstellt ond suechid e gueti Seel wo äuter as 22gi isch u wo gärn wöt för die fosch onbekannti Marke Parisienne bügle“
    (Quelle: 20Min vom 23.03.07 )

    Übersetzung für alle Zuzügler und Norddeutschen Leser:
    Wir sind eine Klinikbude welche Ziegen im Jura herstellt und süchtig nach guten Seelen sind, mit 22 Eutern, die die gern für fast unbekannte markante Pariserinnen bügeln möchten.

    Oder so ähnlich. Im Lateinunterricht pflegte jetzt der Lehrer zu sagen: „Eine interessante Interpretation, wer versucht nun für uns die Übersetzung?“

    Pariserinnen bügeln
    (Quelle: 20Min vom 23.03.07, Ausgabe Luzern)

  • Pariserinnen bügeln?
  • Natürlich kann man keine Pariser bügeln, auch keine Pariserinnen, sondern für die Zigaretten Marke „Parisienne“ sollen die jungen nikotinsüchtigen 20Minuten-Leserinnen und Leser auf die Strasse gehen und Werbung machen.

    Wie gesagt, es geht um einen Job für eine Firma im Jura, unweit der Französischen Grenze. Durch die Wahl der Sprache wird schon mal ganz einfach dafür gesorgt, dass kein Westschweizer oder Franzose je auf die Idee kommt, sich für diesen Job zu bewerben, es sei denn er oder sie sprechen fliessend Luzernerdeutsch. Geworben wird mit dieser Stellenanzeige in der Luzerner Regionalausgabe von 20Minuten, denn gesucht sind Insider-Kenntnisse aus der Raucherszene von Luzern:

    „Wenn du dönksch, dass du kontaktfreudig, seriös, zueverlässig, belaschtbar, sälbständig und zemlich dynamisch besch ond gärn dr Brandpromoter für d’Region Luzern wetsch si, de fühl de öberhoupt net verpflichtet, aber es wär äbä scho mega, wenn du üs wörsch dini Bewärbig schickä“.

  • Benutzt ein Brandpromoter eigentlich Benzin?
  • Unter einem „Brandpromoter“ stellen wir uns jetzt keinen Hauptwachmeister der lokalen Feuerwehr oder einen Vertreter für Feuerlöschsysteme vor. Warum nur das Adjektiv „kontaktfreudig“ unverändert auf Hochdeutsch erscheint, neben „belaschbar“ und „sälbständig“?

    Schön sind auch im nächsten Abschnitt die „Konnäktiöns“ und „coole Lokätions“. Die Luzerner Jugend versteht Englisch, keine Frage. Sie weiss was „Events, s’Mänägement vo de Hostesse, s’Sponsoring vo Parties“ bedeutet und hat keine Problem beim „Omsetze vo Promotionsaktivitäte“.

  • Dossiers auf Hochdeutsch schicken oder nicht?
  • Am Schluss folgt die Aufforderung, die „Bewärbig per elektronischer Nachricht“ abzuschicken. Nicht per E-Mail oder als „Iiimäl“, sondern plötzlich wieder auf Hochdeutsch. Ob das ein dezenter Hinweis darauf ist, dass man diese Bewerbung lieber doch nicht auf Luzernerdeutsch schreiben sollte sondern auf Hochdeutsch?

    Kapellbrücke in Luzern
    (Damit keine grossen Schiffe auf die Idee kommen, vom Vierwaldstättersee zu flüchten und einen Ausflug auf der Reuss zu machen, haben die Luzerner dieses Hindernis errichtet. Nur leider nicht feuerfest)
    (Quelle Foto: Wikipedia)

  • Lozärn oder Luzern?
  • Wir befragten unseren Fachmann für Dialektverschriftung nach seiner Meinung zu dieser Anzeige, und wie „Luzernerisch“ sie denn eigentlich sei:

    Die eindeutigsten Hinweise auf den Luzerner-Dialekt, sind, dass vieles was jeder andere mit „i“ schreiben würde, wird zu „e“ (z.B. der Anfang: „Mer send …“ [Wir sind]); und analoges Lautverhalten mit „u“, was mit „o“ geschrieben wird. Man findet das sogar im gleichen Sinn bei den Umlauten: „ü“ zu „ö“ („för, onbekannti, ond“ [für, unbekannte, und]).

    Das klarste Merkmal, um gegenüber sehr ähnlichen Aargauer-Dialekten abzugrenzen, sind die Mehrzahl-Verbkonjugierungen, die auf „…id“ enden. Im Aargau wäre das „…ed“ (suechid [suchen]).

    Was mich leicht irritiert, ist, dass nur inkonsequent gewisse „l“ zu „u“ werden, wie man sie im Bernischen und Solothurnischen hört. „äuter“ (älter) aber „sälbständig“ (für mich wäre letzteres „säubständig„). Das gleiche gilt auch bei „d/t“, die im Berndeutschen zu „g“ werden. Wieso „onder“ aber „angerem„? Für mich wäre das „unger angerem“ (unter anderem).

    Tatsächlich finde ich bei genauer Analyse viel Inkonsequentes. Manchmal steht ein zürichähnliches „ois„, manchmal ein „üs“, (uns). Deshalb finde ich den Dialekt nicht sauber. Oder „dönksch„, sagt man wohl in keinem Dialekt. Es müsste wirklich „dänksch“ (denkst) heissen. Ich tippe eher auf eine Verwechslung mit „dönkt’s dech“ (dünkt es dich/findest du). Zu „fosch“ (fast): So tiefe „a“ in der Gurgel sagt man nur in Zürich. Ich hätte „fasch“ geschrieben.

    Dass „Region Luzern“ und nicht „Region Lozärn“ steht, ist vermutlich doch Absicht. Damit jegliches Missverständnis ausgeräumt wird (amtliche Offiziellschreibweise = Schriftdeutsch).

    Wörter wie „Brandpromoter“ sind richtige Stolpersteine. man erwartet nämlich phonetische Schreibweise (Brändpromouter). Da wird dir jeder Deutschschweizer, den du aufforderst, das laut vorzulesen, einen ersten falschen Anlauf mit dem deutschen Wort „Brand“ lesen. So auch bei „Alternative Rock“, da hörst du sicher beim ersten Versuch das „i“ betont, statt englisches „alTÖRnatif“. Bei „Konnäktiöns“ oder „Lokäitions“ vermisse ich eine konsequente Schreibung, denn „t“ wird hier eben nicht wie „t“ ausgesprochen (Konnektschens, Lokeischens). Sogar „Partnernetzwärch“ würde ich phonetisch, eben mit „ch“ am Schluss, schreiben.
    (Quelle: Privates Fachgutachten)

  • Ein Zimmer im Oltener Bahnhof
  • Nun, wir lassen die Luzerner weiter im Dialekt rum-losern, wie sie das gern mögen, und empfehlen für die nächste Stellenanzeige dieser Art einen Kurs in „Wie schreib ich richtig Lozärn-Deutsch“! Vermutlich lebte der verantwortliche Redaktor jahrelang in einer Studentenbude in Olten, im ersten Stock direkt über dem Bahnhofbuffet, und lauschte an lauen Sommerabenden bei geöffnetem Fenster auf das, was in diesen geweihten Hallen so geplaudert wurde? Kein Wunder also.

    

    28 Responses to “Wer würde nicht gern für Pariserinnen bügeln? — Jobs bei 20Minuten”

    1. Brun(o)egg Says:

      Also wenn die Ziegen, – wären übrigens Geissen – die Pariserinnen bügeln…
      Selten so gelacht.

      Wer sich auf solche Stellenanzeigen meldet ist selber blöd. Erstens ist’s eine Frechheit in jedem Sinne. Zweitens implizieren die Anzeigen: Bei uns ist’s saulustig und „Läss“, und weil’s so saulustig ist verdienst Du halt nicht so viel.
      Der Werbeheini oder der Personalverkackeierungstyp der diese Anzeigen aufgesetzt hat gehört…. sucht Euch etwas aus.

    2. Brun(o)egg Says:

      Hab da noch etwas vergessen: Schawinski war zu Radio 24 Zeiten ein Weltmeister im abügeln von berchtigten Lohnwünschen, mit dem Hinweis wie doll es doch bei 24 arbeiten zu dürfen.

    3. neuromat Says:

      @ Jens

      da bist Du durch Zufall auf eine dieser orakelhaften Geheimbotschaften verbotener Logen gestossen. Im Bärner Dialekt heisst die Arbeit eigentlich „Büez“ und das Budi ist ein Kosename für ein kleines Kind. Ergo: “Wir verschicken ein kleines Kind…“ – nimmt das traurige Kapitel der Verdingkinder nie ein Ende. Die Kapo Bern ist informiert – oder, die lesen doch bestimmt auch die blogwiese

    4. Fränzi Says:

      Daran sieht man mal wieder, dass Schweizer Dialekte komplexe Idiome sind, die man nicht so einfach nachäffen, geschweige denn perfekt erlernen kann. Beim Schreiben ist es besonders schwierig, weil es ja keine Regeln gibt.

      Und übrigens: Wir Agglo-Berner kommen beim Pendeln auch in den Genuss von „20Minuten“, nicht nur die Basler, Zürcher und Lozerner, äh Luzerner.

    5. neuromat Says:

      BEWERBUNG

      Morschn, Sehr geehrte Paris (Hilton?)

      Wegn de Schalubbe:

      Esch bin em Ogenblick etwos gnille und mer brummt der nischl von den parisienne. Bin awer keene Drahndiede sondern ganz schee dichdsch und figgs. Esch verkoof Dir de Glimmstengl, da werschte Oochen machen. Mor darf ni bloss s Maul spitzen, mor muss oo feifn. Ruddine haw esch un vor allem mor Sachsen, mor sin säggsi. Also nisch solang räsonieren tuschst mesch nähm, mor Sachsen duhn nämlisch dauernd rumguddschn, sind fischelant und nie malade.

      Also bis viertel eense

    6. Fiona Says:

      Re: „Salö“.
      Ein Brandpromoter in der Innerschweiz? BewerberInnen die nur Hochdeutsch sprechen haben keine Chance. Gerade deshalb wird das o.e. Inserat auf Schwyertütsch ausgeschrieben.

    7. Totom Says:

      @ Fränzi

      na klar, ob Dialekt, nicht-synchronisierte Filme (und wenn es nur ist, weil kein Markt dafür da ist), in Wirklichkeit ist einfach alles ein Beweis dafür, wie komplex, anspruchsvoll, halt einfach überlegen die Schweizer Kultur ist.

    8. mirach Says:

      kicher!
      Ein Beweis dafür, dass viele meinen, Dialekt schreiben sei einfacher als Schriftdeutsch … und das sie auf dem Holzweg sind.

      Die kleine Besserwisserin in mir muss noch anfügen:
      Hierzulande: Bahnhofbuffet ohne fugen-s

      sonnigen Tag allerseits, im Jura, in Luzern, in Bülach

    9. mirach Says:

      Hochdeutsch ist auch schwierig:
      fugen-s, Fugen-S, fugen-S, ach nein: Fugen-s

    10. patrick Says:

      Totom: Wird aber auch Zeit, dass das endlich mal einer erkennt! *lol*

    11. Frieda M. Says:

      Mal ein kleines Zwischenvotum einer Luzernerin:

      Das ist nie und nimmer Luzerndeutsch!
      „Salö“: hä? noch nie gehört
      „härstellt“: wenn schon Luzern, dann richtig (härstöut)
      „u“: ganz falsch, das ist eher in Richtung Bern anzusiedeln
      „fosch“: überhaupt nich Luzerndeutsch, auch eher westlich
      „bügle“: ganz klar deutschsprachige Westschweiz, niemals Luzern
      „dönksch“: klingt nach berner Jura…
      „dr“ (Bandpromoter): Bern!
      „äbä“: Luzerner würden das nicht mit „ä“ am Schluss schreiben, da sie sich dadurch als jemand „vo de Ländere“, also von Uri, Schwyz, Ob- oder Nidwalden outen würden.
      etc. etc.

      Entweder hatte der Texter keine Ahnung oder das sollte gar nicht Luzerndeutsch sondern Jurassisch darstellen (ja, liebe Jurassier, ich freu mich schon auf euer Protest ;-))!

      So, jetz isses raus 😉
      Grüessli!

    12. neuromat Says:

      @ fränzi

      gott sei dank, nun weiss ich endlich dass nicht nur die benutzer sonder auch die verschiedenen schweizer dialekte komplexbeladen sind. Und sie sind so schwierig,….wer die schweizer oder die dialekte – ach, auch egal, es ist eben einfach nicht zu erlernen, unmöhlich, für ewigkeiten unerreichbar und somit einsam, allein unter den seinen, die schweizerin, der schweizer ein weltwaise … zum glück gibt es die raucher, immerhin stramme 29% dieser weltwaisen dürfen sich zu ihnen zählen und die sind in der schweiz nur über den dialekt zu erreichen.Das sollte doch den stadtarzt, das kantonale gesundheitsamt wachrütteln: die Warnaufschriften in hochdeutscher mundart auf zigaretten – und zigarrenpackungen sind sinnlos und müssen in den jeweiligen dialekt übertragen werden

      und @ Frieda M
      nee das war ja auch sächsisch in der Annonce – daher „krieg“ ich den Job ja jetzt auch, schon wegen der Hostessen.

    13. lamiacucina Says:

      die kleine Klinikbude im hintersten Zipfel des Juras kanns auch anders. Hier der link zu British-American-Tobacco ( http://www.bat.ch/ ), einem der Branchenriesen, der so nebenbei auch die unbekannten Parisiennes in Boncourt herstellt.

    14. Brun(o)egg Says:

      @ neuromat
      Da kommts aber sicher das Hilton Paris. Lach.

      @ Fiona
      Das war sicher nicht bewusst. Die Leute wissen nur nicht was sie damit anrichten. Nicht nur bei Deutschen.

      @ all: Kann mir jemand erklären was das Fugen-S ist? Ich kenn „Gödel, Escher, Bach“ von Hostadter. Aber das Fugen-S?

    15. Schnägge Says:

      Quote: Wir „empfehlen für die nächste Stellenanzeige dieser Art einen Kurs in “Wie schreib ich richtig Lozärn-Deutsch”! “

      Und das von einem Mann, der sich noch vor Kurzem leicht pikiert zeigte, als man ihn belehrte, er habe dieses oder jenes nicht ganz korrekt transkribiert? Jens, auf dem besten Weg ein richtiger Schweizer zu werden? 😉

      @neuromat: Herrlich, deine Bewerbung! Schick doch mal hin, mal gucken, was sie sagen…

    16. neuromat Says:

      @ schnägge

      Liebe Mami, viele Grüsse aus der Schweiz nach Sachsen. Stell Dir vor ich hab einen neuen Job und das kam so. Die suchten da einen Drücker für Zigaretten und stell Dir vor schon die Annonce war nicht auf Hochdeutsch, denn die Schweizer, die können hier den Dialekt sogar schreiben und manche können ihn auch noch sprechen. Und die suchten einen, verbibscht noch enmol mit Ruddine, dichdsch und figgs, keene Drahndiede, so wie wir Sachsen nu mol sind. Da bin ich gleich bei denen vorbei und da war dann auch schon ein grosser Andrang, drei Leute standen da rum und du glaubst es nicht, als sie den ersten fragen, was er will, sagt der, er sei der Sachsen-Paule und käme aufs Inserat und wollt die Pariserinnen biüschllln. Das war aber wohl eine Etage höher. Vorher war ich noch bei ner Wahrsagerin, die gibt es hier wie Sand am Meer und wollt mir die Chancen sagen lasssen, aber die konnt kein richtiges Deutsch, das mit der Zukunft geht hier nur im Dialekt. Und dann komm ich auch gleich schon dran, weil die andern beiden waren nicht am rechten Ort, der eene wollte zu soner grannjosogral Derapii und die andere war die Wahrsagerin, der ich von dem Job erzählt hatte, des war aber ein richtiger Blaatsch und ne typische Närschelfridse und dann war ich gleich dran und wurde gefragt ob ich auch Dialekt spreche und klar hab ich gesagt ich komme aus Sachsen und wir können gar kein Hochdeutsch und ie nächste Frage habe ich nicht verstanden, denn da wurde es von oben ziemlich laut, weil Sachsen Paule angefangen hatte die Pariserinnen zu bügeln. Aufs Geratewohl habe ich denen dann gesagt, dass mein Dialekt internäschionell ist und direkt vom Lateinischen kommt. Wir sagen Bläbbs und der Lateiner Plebs, wir sagen Kuhrasche und der Franzos courage und das wär jetzt s Rangdevu wegen der Schalubbe, wo der Tscheche sagt chalupa, was ja Bude bedeutet und das ich mit Karacho (spanisch carajo) da wär. Die eine Frau hat mich noch komisch angesehen und ich hab sie gefragt, wer sie denn sei, und sie eine gewisse e chli finer Rothen oder so, wobei ich en passant erwähnte, dass ich auf der Herfahrt auch schon Egli Futter und Egli Gärtnerei gesehen hätte und hab ihr zu dem ganzen Imperium gratuliert, da hat sie sich erst mal ne Zigarette angesteckt, obwohl sie Nichtraucherin ist, und dann haben sich alle angeguckt, e chli finer hat gehustet und ich hatte den Job.

    17. Inda Says:

      @ Brun(o)egg

      betreffend dem Fugen-S: instinktiv hast Du in diesem Kontext “Gödel, Escher, Bach” erwähnt. Da ist’s nicht mehr weit zu Johann Sebastian Bach, der ja zum Beweis der praktikablen Anwendung der wohltemperierten Stimmung ein Präludium und eine Fuge in jeder Tonart komponiert hat. In diesem Fall also vielleicht eine Fuge in Es(-Dur)? 🙂

    18. mirach Says:

      Fugen-s

      zum Beispiel: Schiff und Anlegestelle – da ist doch eine Fuge zwischen der Anlegestelle und dem Schiff. Man kann nur aufs Schiff springen und das ist gefährlich.
      Jetzt gibt es eben diese Hilfe, das Fugen-s. Es verbindet das Schiff und die Anlegestelle zur Schiffsanlegestelle und man kann gefahrlos von der Anlegestelle aufs Schiff schreiten.

      Und weil der Weg vom Bahnhof ins Buffet viiiiiel weniger gefährlich ist, bekommt das Bahnhofbuffet eben kein Fugen-s – ist das nich bestechend logisch?
      ;o)

    19. .d. Says:

      Huch? Das sollte Luzernerdeutsch sein?

      Ernsthaft, als Luzerner kann ich versichern: Der Text hat nicht viel mit unserem Dialekt zu tun.

      Besonders eindeutig tritt das wie du richtig bemerkt hast z.B. bei „onder angerem“ zu Tage.
      Das ist wohl eine klägliche Mischung aus Bern- und Luzerndeutsch.
      (onder anderem = Luzern onger angerem = Bern, zweiteres jedoch ohne gewähr ;))

      Auch das kurze ‚u‘ für ‚und‘ ist hier nicht gebräuchlich. Das wäre hier ‚ond‘.

      Allgemein hat es ständig Berndeutsche Einschläge im Text, vermutlich wird also jemand mit Bernischem (oder Jurassischem?) Dialekt das geschrieben haben. Es ist zwar zu vermuten, dass versucht wurde möglicht Luzernerisch zu klingen, aber so ganz einfach istd as wohl wirklich nicht.

    20. neuromat Says:

      Alles ein grosses durrenand:
      baernisch: unter = under andere = ander
      ripuarisch: unter = onger anders, andere etc = angersch

      Mich hat aber noch nie jemand gefragt ob ich Luzärntytsch verstehe, es hiess immer buuretytsch.

      insgesamt will es von den Schweizern niemand gewesen sein. Jedesmal ist der entsprechende Dialekt auch viel zu schwierig als dass er nur ansatzweis in Betracht käme Es muss also schlussendlich sächsisch sein; vielleicht ist aber auch schriftdeutsch – rückwärts

    21. Brun(o)egg Says:

      @ mirach

      Mich hauts um. Soviel Logik zum Wochenende, lach. Also der Weg vom Perron ins Buffet hat eher die klare gerade Linie von A nach B. Ich behaupte das Fugen-S findet eher auf dem Rückweg zum Perron statt. Hängt stark von der Verweildauer an besagtem Ort und der Menge der genossenen Getränke ab.

    22. Schnägge Says:

      @neuromat: Du hast in deinem Gürrigülüm Widää hoffentlich nicht vergessen zu erwähnen, dass man im Kanton Sachsen, speziell in der Gegend um das Flüsschen „Nieder“ herum, das beste Hochdeutsch spricht, dass du aber selbstverständlich auch keinerlei Schwierigkeiten hast, die Dialekte in der Sächsischen Schweiz zu verstehen? Und sogar einmal mit den Gedanken gespielt hast, Jura zu studieren? 🙂

      @Brun(o)egg: Das würde linguisitsch eher in die Kathegorie „Unfugs-S“ fallen.

      Wie kommunizieren eigentlich Kinder, die mit einem Zürcher Vater und einer Berner Mutter in Luzern aufgewachsen sind?

    23. Ben Says:

      > „Wie kommunizieren eigentlich Kinder, die mit einem Zürcher Vater und einer Berner
      > Mutter in Luzern aufgewachsen sind?“

      in Mundart. 🙂

    24. zorra Says:

      Das esch jo rüdig vereckt!

    25. Christian Says:

      Was die Annonce anbelangt: Da macht einer auf lässig, ohne wirklich etwas von Dialekten schweizerischer Art zu verstehen. Mit Dialekten kann man verwachsen, indem man sie assimiliert.

    26. Suizo Says:

      Interessante Dialektanalyse, bei der eigenen Sprache scheint es aber dennoch zu hapern. Nach 6 Jahren sollte man eigentlich schon festgestellt haben, dass es weder Oltener noch Züricher Bahnhofszimmer dagegen aber Oltner und Zürcher Zimmer gibt.

    27. monsieur fischer Says:

      finde es also auch eher heikel im zusammenhang mit der luzerner kapellbrücke den brandpromoter zu erwähnen. die sind da immer noch traumatisiert was dieses thema angeht….

      ps: gut geschrieben!

    28. Nessi Says:

      läck chapeau Jens
      deine kenntnisse des ch-deutsch sind ja enorm gestiegen, bist ja schon ein halber schweizer ;o) supi he :o) hast du den roten pass schon beantragt?? falls du das beabsichtigst kann ich dir den film „Die Schweizermacher“ empfehlen :o) ist zwar schon älteren datums, aber trotzdem noch lustig.

      schägge: dein „gürigülüm vidää“ find ich auch spitzenklasse :o))

      brun(o)egg : hat sich deine frage zum fugen-s geklärt? oder war es ein scherz?

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