Rückblick Sendung Zischtigs CLUB vom 06.02.07
Die Sendung CLUB vom 06.02.07 22:20 Uhr ist jetzt abrufbar als Real-Stream.
Wir wurden prima empfangen, toll bewirtet, sehr freundlich betreut. Schon bei meinem letzten Besuch bei QUER fiel mir das auf: Es geht einfach sehr sehr persönlich zu beim Schweizer Fernsehen. Die Menschen duzen sich, auch ein Stefan Klapproth wird von der Maskenbilderin beim Vornamen genannt, alles wie bei einer grossen Familie. Der Aufnahmeleiter war ein alter Bekannter, jeder kennt jeden, alles ist überschaubar.
Der schüchterne freundlich lächelnde Mann, der mit dem Deutschen Botschafter von Stechow zur Sendung kam, war dann doch nicht Herr Mörgeli, wie ich zunächst vermutet hatte, sondern der Fahrer des Botschafters. Ohne Name, aber Berner. Er schaute dann mit meiner Frau zusammen die Aufzeichnung via Monitor an.
Besonders gespannt war ich auf Michèle Roten, die Frau, von der jeder liest aber die niemand je gesehen hat. Es gibt eine Konserve einer QUER Sendung vom 29.04.05, irgendwo im Archiv von SF, wo sie auf der Strasse fremde Männer anspricht, ob sie mit ihr schlafen wollen. So eine „versteckte Kamera“ Test, bei der natürlich 99% aller gefragten Männer “JA” sagten.

Doch dieser Clip ist nicht mehr abrufbar. „Une Fille du Limmatquai“ schreibt darüber, dass sich alle googelnden Menschen auf der Suche nach einem Foto von Michèle Roten auf ihren Blog verirren.
Wir gönnen der armen Michèle ein bisschen ihre „Anonymität“, auch wenn die nach der heutigen CLUB Sendung nicht mehr lange fortbesteht. Leider kam sie wenig zu Wort, hatte dafür das grosse Schlusswort. Sie versicherte mir nach der Sendung, dass sie trotz allem ein grosser Fan von Berlin, von Deutschland etc. ist und es ganz klasse findet, wenn so viele Deutsche nach Zürich kommen. Eindeutig „germanophil“, das ging ein bisschen unter im CLUB, dass es diese Schweizer Deutschlandfans eben auch gibt.
Da wir nicht regelmässigen Lüthi & Blanc ansehen, sagte mir der Name erst wenig. Bis ich dann irgendwann begriff, dass sie die Amerikanerin Jacqualyn Fouse im Film Grounding spielte. Nach der Sendung unterhielten wir uns lange über die Anforderung, eine Rolle in einem fremden Dialekt oder mit einem fremden Akzent zu spielen. Einerseits gehört das nicht zur normalen Schauspielausbildung, anderseits ist alles lernbar. Doch kein Amerikaner oder Engländer würde je behaupten, es sei unmöglich für einen Deutschen, seine Sprache gut in einer Rolle zu verkörpern. Das alte Klischee „Deutsche können ja nie Schweizerdeutsch lernen“ erlebte sie auch. Wir fanden die Jacqualyn Fouse absolut glaubhaft verkörpert und werden in Zukunft bestimmt auch Lüthi & Blanc schauen.
Und das drohte in der Mitte der Sendung ein bisschen Überhand zu nehmen, aber Christine Meier hat es dann souverän im Griff gehabt. Ich fand seine Entgegnung, was die Schweizer als arrogant empfinden, sehr spannend und werde bestimmt später noch drüber schreiben. Als Gottfried Keller Kenner klärte er mich darüber auf, dass das berühmte „i“ in den „Zür-i-cher Novellen“ von Keller durch den Berliner Verleger dort hinein kam. Keller hatte gleichfalls kein Problem damit, ausserhalb der Schweiz „züricher“ zu schreiben und innerhalb der Schweiz „zürcher“.
Alles halb so schlimm. Er kam nicht richtig zum Zug. Bis auf das kleine Geplänkel mit dem Deutschen Botschafter über dessen Aussage zur Kohäsionsmilliarde. Es hat ihn die Aussage „ich muss nicht Schweizer werden, ich bin schon wer“ im DOK-Film von Pino Aschwanden offensichtlich auch amüsiert. Bei welchen offenen Stellen in den Spitälern oder Universitäten es genug Schweizer Bewerber gibt, die von Deutschen Konkurrenz bekommen, konnte er mir auch auf mehrmaligen Nachfragen nicht erklären. Er liess manche „typisch deutschen“ Zitate vom Stapel, die man allenfalls in Hamburg oder Berlin zu hören bekommt. Ich fragte ihn nach der Sendung, wie oft er denn in Deutschland unterwegs ist und wirklich mit Deutschen zu tun hat. So ganz überzeugt hat mich seine Antwort nicht.
Am spannendsten fand ich die Diskussion bei der Frage „Was ist ein Gast?“. Ich sehe diesen Titel langsam als Einschüchterung an. „Du bist Gast hier, also sei still. Gäste haben nichts zu kritisieren“. Dazu wurde es dann recht lebhaft. Alles in allem hat es sehr viel Spass gemacht diese verschiedenen Menschen kennenzulernen und sich mit diesen Positionen auseinanderzusetzen. Ich hoffe das kam bei der Sendung auch irgendwie rüber.
Darüber wurde merkwürdiger Weise in der Sendung fast kein Wort verloren. Zufällig hatte ich am gleichen Tag erfahren, dass heute die Schweiz in einem Freundschaftsspiel auf die Deutsche Mannschaft trifft. Ich wurde von Radio 24 befragt, wie ich denn dazu stehe. Ehrlich gesagt, ich wäre nicht auf die Idee gekommen, dass Spiel überhaupt anzusehen. Es ist ein Freundschaftspiel, sicher interessant zu beobachten, wieviel Elan nach wie vor in der Schweizer und in der Deutschen Mannschaft steckt. Aber es geht nicht um die Welt, und so lange keine Katastrophe passiert (z. B. eine Mannschaft von der anderen 8:1 vorgeführt wird) sollten wir dies Angelegenheit nüchtern sportlich betrachten. Die Schweizer sind im WM-Turnier unglaublich über sich hinausgewachsen, das Deutsche Team ebenfalls. Jetzt kann jeder in friedlicher Atmosphäre beobachten, was von diesen Teams noch übrig ist. Ich freue mich drauf!
February 7th, 2007 at 12:14 am
sah leider nur noch den schluss, werde aber die wiederholung aufnehmen.
zu mörgeli: seine maskenbildnerin schien nicht bemerkt zu haben, dass seine jugendliche haarpracht etwas verrutscht war. über seine aussagen lasse ich mich nicht aus, war nicht viel neues dabei und ich habe ihn in meinem blog schon genug satirisch begleitet. auch sein lächeln glich einmal mehr einer kreissäge.
du hast dich gut geschlagen, insbesondere jene nachfragen, die ich noch sah, wirkten stark
February 7th, 2007 at 12:17 am
Solange wir keinen schweizer Pass haben, nicht wählen und nicht zum Militärdienst müssen sind wir natürlich Gäste, was denn sonst? In China oder Cuba kämen wir auch nach 15 Jahren überhaupt nicht auf die Idee, uns nicht mehr als Gast zu fühlen. Ist es nicht ein Mangel an Respekt für die schweizerische Eigenständigkeit und eine Überbewertung der Sprache, wenn wir es hier nicht tun?
February 7th, 2007 at 12:20 am
Ich fand vor allem die historischen Betrachtungen gut, das war mal ein neuer Aspekt nach dem ständigen wiederkäuen in den letzten Zeitungsartikeln. Lustig fand ich Herrn Mörgelis Frisur: das Problem an der Wurzel gepackt, und dann rübergezogen
Ansonsten sah der Herr von der SVP (ich dachte ja anfangs, Nati hätte was mit der SVP zu tun…) sehr schwach aus, wie immer, wenn ein Populist auf Nachfragen stößt.
Dem Herrn Wiese scheint ein wenig Bewegung zu fehlen, er braucht wohl ein neues Trotinett!
February 7th, 2007 at 12:35 am
hallo jens.
glückwunsch erstmal. bist ja sehr gut rübergekommen, mörgeli hatte keine entfaltungsmöglichkeit, das gefällt immer.
sendung fand ich sehr gelungen, sehr unterhaltsam.
sicher auch in zukunft immer wieder ein spannendes thema, die schwiizer und die dütsche. eine unendliche geschichte….
du schreibst dann noch:
“Der schüchterne freundlich lächelnde Mann, der mit dem Deutschen Botschafter von Stechow zur Sendung kam, war dann doch nicht Herr Mörgeli, wie ich zunächst vermutet hatte, sondern der Fahrer des Botschafters. Ohne Name, aber Berner.”
dass der botschafter einen schweizer fahrer hat irritiert mich dann doch. schliesslich müssen angestellte der deutschen botschaft in deutschland steuern zahlen, leben dürfen sie aber vom netto in bäärn. dass sich für so einen job ein bäärner findet…..vermutlich ein ergebnis der flankierenden massnahmen
.
gruss
wolfi
February 7th, 2007 at 12:36 am
Lieber Jens, dank der intensiven Vorbildung durch mein neues Hobby – Blogwieseln – war eigentlich gar nicht mehr so viel neu für mich. Wirklich neue Aspekte/Erklärungs-/Deutungsversuche kamen von Muschg, der mehrmals genau aufgezeigt hat, in welchen Schlüsselsituationen/bei welchen Schlüsselwörtern es heikel wird. Schaltstellen, nach denen ich bei mir immer forsche, wenn ich mich darüber nerve, dass mein Kopf und mein Bauch gegenüber Deutschen auseinanderdriften.
Auch ich sah jetzt endlich mal die Michèle Roten und habe mich hinterher gefragt, warum man deren Konterfei eigentlich nicht kennt – und schon greifst auch Du das auf und erläuterst es auch noch. Schade, dass sie so blass und quasi draussen blieb.
Das seifige Mörgeli-Smilen war zeitweise eine fast unerträgliche Provokation, aber sonst war er ziemlich handzahm.
Seine Angst vor der Jobwegschnapperei fühle ich allerdings manchmal bei mir selber aufkommen, etwa wenn ich mich frage, warum es bei uns so wenig Ausbildungsmöglichkeiten für Physio- und ErgotherapeutInnen gibt. Man kann eben billiger die fertig ausgebildeten Fachleute aus den Niederlanden und Deutschland holen.
Und dass angesichts der Papierli-Gläubigkeit der Schweizer die schulbildungsmässig (scheinbar) besser qualifizierten Deutschen einen Vorteil gegenüber den in der Lehre eher praxisbetont ausgebildeten SchweizerInnen haben könnten, ist nicht von der Hand zu weisen. Ärgerlich, dass ausgerechnet der Mörgeli mal ein bisschen Recht hat …
Sehr gut hast Du Dich geschlagen, Jens. Vor allem aber wurde mir noch mehr bewusst, was Du an Völkerverständnis zwischen D und CH leistest mit Deinem Blog! Danke, und bitte: Noch meeeeehr davon!!!
February 7th, 2007 at 12:53 am
Sehr witzige Nachschlag! (Obwohl man als Schweizer hier auch wieder Supplement sagen würde, oder?)
Jedenfalls gibt es sie tatsächlich die germanofilen Menschen auch in der Schweiz! Es wird sowieso Zeit, dass auch mal das verbindende herausgestrichen wird.
Wenn ein Mr. Little-Morning einmal in den USA aufwachen würde, dann würde sein Horizont vermutlich auch nicht mehr in Rafz aufhören.
Und ja: Die Sendung war unterhaltsam. Und wie bereits erwähnt - es kamen (fast!!) alle sympatisch rüber
February 7th, 2007 at 12:54 am
Mist: Doch noch was vergessen:
Aber dieses Zischtig gefällt dir wohl?
Die Sendung heisst schon seit einiger Zeit “Der Club”
February 7th, 2007 at 12:54 am
Hallo Jens
Ich bin von Deinen Beiträgen begeistert, solange sie die sprachlichen Differenzen D/CH betreffen. Ich habe in den letzten Wochen alle Beiträge incl. Kommentare gelesen und mich meist sehr amüsiert. Grundsätzlich finde ich die Idee Deines Blogs richtig und Verständnisfördernd. Gerade weil ich Dein Blog mag, bitte ich Dich aber um etwas Zurückhaltung bei politischen Themen, und vielleicht sollten wir unsere eigenen Vorurteile nicht die der anderen analysieren. Möglicherweise könnte das unser Vorurteil der Überheblichkeit der Deutschen mildern.
Ich habe heute im SF den Zischtig-Club mit Interesse verfolgt und glaube Adolf Muschg hat die Ursache unserer Vorurteile zutreffend beschrieben.
nüüt für unguet
February 7th, 2007 at 3:34 am
Gast ist man, wenn man kein Schweizer ist. So einfach ist das. Auch ich bin Gast, aber Gäste haben auch Rechte. In meinem Verein, als Genossenschaftler, privat etc. bin ich völlig gleichberechtigt. Aber eben nicht als Staatsbürger. Schweizer die das missbrauchen um sich bei privaten / geschäftlichen Differenzen durchzusetzen sollte man deutlich machen, was das Gastrecht bedeutet. Deutsche die denken sie seien nur von einem Bundesland ins nächste umgezogen aber auch.
Es ist eben ein Unterschied ob man mit einem deutschen Pass im Badischen oder in Bülach wohnt…
February 7th, 2007 at 7:17 am
Ich fand die Sendung ganz gut und differenziert. Es kamen auch historische Hintergründe zur Sprache durch Muschg aber auch durch Mörgeli, die ich interessant fand. @solar ich empfand Mörgeli nicht als Provokation sondern als Bereicherung einer Diskusionsrunde, die ja möglichst viele Schattierungen abdecken soll. Ich finde es armseelig, wenn sich eine Kritik vor allem mit dem Erscheinungsbild einer Person befasst.
February 7th, 2007 at 7:45 am
Wenn ich die Reaktionen auf die Sendung lese scheint mir, dass dort auf viele Dinge Antworten gegeben wurden. Antworten, die aufklärten und Verschiedenes in ein richtiges Licht rückten. Mir ging dass jedenfalls so. Ich habe öffter diesen AHA Effekt gehabt.
Eine Gespräch wie dieses war überfällig. Meine Hoffung ist, dass viele deutsche “Einwanderer” diesen Beitrage mitverfolgen konnten.
Natürlich bin ich Gast, natürlich passe ich mich den Gegebenheiten an, und selbstredend betrachte ich mich als Teil dieser Gesellschaft.
Dass ich aber bei den Schweizern vielleicht so rüber komme, wie es Herr Muschg so überaus plastisch erläutert hat, habe ich in dieser Form von noch keinem Schweizer gehört.
Wir hatten am Morgen gegen 06.30 eine anregende Unterhaltung über das Thema und die Sendung. Ich hatte den Eindruck, dass auch bei meinen Schweizer Kollegen Einsichten aufkamen.
Herr Mörgeli war einfach nur amüsant.
Der Deutsche Botschafter… politisch korrekt.
Herr Muschg genial…
Herr Wiese zu leise…(6 Jahre Schweiz prägen:-) )
von Bock….viel schauspielerisches Talent aber typisch deutsch
Frau Roten …authentisch.
Switch, eine schöne Umschreibung von Frau Meier für das baylonische Sprachengewirr.
Gruss Maximus
@lupe
“Kreissägenlächeln”, einfach genial….
February 7th, 2007 at 7:54 am
ich persönlich sehe die menschen die hier wohnen und leben, nicht als gast. wen ich bei deutschen, die hier leben zu besuch bin, dann bin ich ihr gast. aber wen ich sie im alltag treffe, macht es für mich keinen unterschied, wo die grossmutter meines gegenübers herkommt. leider ist es bei einigen schweizern auch so, dass ein genfer in zürich nur ein “gast” ist. ein walliser bleibt ein walliser und so macht es natürlich mühe, wenn sich deutsche hier als gleichwertiger mitbewohner fühlen.
beim heimat ort musste ich lachen. bei mir war ja bürger- wohn- und heimatort lange zeit der gleiche. aber für meine tochter ist ihr heimatort ein unbekannter ort irgendwo in den bergen.
gestern fragte sie mich: “papa bin ich eine richtige bernerin, auch wen mein heimatort… ist?”
vermutlich hat sie auch angst hier nur als gast akzeptiert zu sein.
so fühle ich mich selber leider in der schweiz als schweizer eigentlich immer irgendwie als fremder und bin froh, dass wenigstens die ausländerinnen und ausländer offen und direkt auf mich zukommen.
February 7th, 2007 at 9:04 am
Der Mörgeli hat mir ebenfalls gefallen - im Gegensatz zu Oberschnorri Muschg, welcher sich wohl selber gerne reden hört.
Die Sendung war leider nicht so ganz differenziert, wie Friederike meint. Wie immer wurde nur eine Person aus dem Schweizer Volk eingeladen. Dies ist mir auch bei anderen Talk-Sendungen im Schweizer Fernsehen aufgefallen. Deswegen kann ich Mörgeli und Co nur loben. Gegen eine Übermacht der Lieben und Netten schlagt Ihr Euch trotzdem gut!
Dass hier im Blog so ziemlich alle gegen Mörgeli sind, beweist natürlich doch wieder einmal, wie wir Schweizer von den Deutschen angeschaut werden.
Schweizer, welche der Einwanderung (nicht nur der Deutschen wegen) mit Misstrauen und Ängsten zuschauen und sich auf Schweizer Werte besinnen (wie Mörgeli), werden an den Pranger gestellt. Dafür wird übersehen, dass immer mehr Schweizer Mörgelis Sorgen und Meinungen teilen.
Dies sollte man sich mal etwas hinterfragen. Nicht umsonst melden sich FDP und CVP vermehrt bei der SVP an. Man hat gemerkt, wie das Volk denkt.
Die selben Sorgen und Ängste haben die Deutschen übrigens im Zusammenhang mit den Türken in Deutschland.
Warum dürfen wir Schweizer nicht unsere Liebe zu unserer Heimat, unsere Gefühle und Eindrücke öffentlich aufzeigen, ohne gleich als SVPler oder Hinterwäldler bezeichnet zu werden? Oder kennt man in Deutschland keinen Nationalstolz?
Oder anders gefragt: Seit Ihr wirklich alles so schlechte Deutsche, dass Ihr in der Schweiz leben wollt? Oder geht es doch nur um das liebe Geld und die Arbeit? Ist die Schweiz für Euch gerade gut genug, um ein gutes Leben führen zu können - wenn es nur die Schweizer nicht gäbe?
Mir kommt es wirklich so vor. Falls nicht - beweist
das Gegenteil, indem Ihr unsere Sorgen ernst nehmt und uns diesbezüglich zeigt, dass wir diese Sorgen umsonst haben. Denn Ihr Deutschen habt gute Karten, ein wichtiger Bestandtteil der Schweiz zu werden - im Gegensatz zu anderen Einwanderer. Nutzt also Eure Chance und zeigt uns, dass wir ein falsches Bild von Euch haben.
Deswegen werden wir Euch heute Abend trotzdem vom Fussballplatz fegen!
Hop Schwiiz!
Mark
February 7th, 2007 at 9:19 am
Für mich war die Sendung unterhalten, mir relativ wenig Highlights. Wie Jens schon geschrieben hat, ist beim Thema “Gast” ein wenig Wind aufgekommen.
Dazu will ich schreiben, dass ich noch nie, z.B. bei dir Jens, daran gedacht habe, dass du hier Gast sein könntest. Für mich bist du einfach einer, den ich kenne, so wie jeder andere auch, egal, was er für einen Pass hat. Bei mir läuft das irgend wie anders (vielleicht falsch?!). Entweder, mir ist jemand sympathisch oder eben nicht. Das ist entscheidend.
February 7th, 2007 at 9:38 am
Mir ist bei der Diskussion klargeworden, dass ich kein “typischer” Deutscher bin. Wahrscheinlich hab ich grad deshalb mit den Schweizern keinerlei Probleme, im Gegenteil, ich fühl mich hier fast wohler als daheim. Ich bin auch der Meinung, dass in der Schweiz vieles besser ist als in Deutschland. Die meisten Deutschen hier in der Schweiz - auch die 3 auf dem Podium gestern abend - haben irgendwo tief drinnen verwurzelt, dass es halt doch besser ist in Deutschland: Sozialsystem, Offenheit, Umgang mit Ausländern usw. Und das merken die Schweizer unbewusst, was dann zu einer gewissen Ablehnung führen kann.
February 7th, 2007 at 9:44 am
Das grosse Leiden an den Antinomien
oder
Von der Logik des Misslingens
Teil 1
„Man erlebt nichts im Alltag, was wirklich negativ ist“ so Jens Wiese über seine Lebenserfahrungen in der Schweiz, genauer Deutschschweiz, noch genauer einen Fussmarsch von der Grenze zum grossen Kanton entfernt lebend. „Misstrauen und Ablehnung“ hatte Christine Maier noch ihren Schweizer Landsleuten gegenüber den Deutschen Zuwanderern unterstellt und eben Herr Wiese gekitzelt, ob er denn nicht doch seinen „Kulturschock“ erlebt habe.
Irgendwann entdeckte Herr Muschg seine diagnostische Ader, schliesslich verfasste er vor Jahren einen Exkurs über das Heilsame und das Unheilbare und attestierte den Deutschen eine „Art von Neurose“. Dafür ist Herrn Muschg, der mit dem Vornamen Adolf von seinen Eltern ausgestattet wurde zu danken, erlaubt es doch gleichfalls den psychologischen Spiess hervorzuholen und auf die Schweizer Neurose einzugehen.
Herr Muschg spricht in diesem Zusammenhang selbst von Konsensgesellschaften, wie auch die schweizerische eine ist, zudem ein „Bündnis der Verschiedenheit“. Gleichzeitig erlebt man sich jedoch als Sonderfall, als etwas, das speziell angesehen werden muss. Man ist bemüht um Zurückhaltung, möchte keinesfalls etwas Schlimmes über die anderen hinter dem Berg sagen aber man leidet an seinem Neid, der der Schlagfertigkeit der Deutschen entgegengebracht wird. Woher kommt denn diese so bewunderte und gleichzeitig auch wieder abgewertete deutsche Schlagfertigkeit. Das ist kein Zeichen einer besonderen deutschen Intelligenz, es ist auch kein Zeichen einer besseren Beherrschung einer Sprache; sie stammt aus einem Risikobewusstsein auch mal in einen Fettnapf zu treten, niemals etwas unangebrachtes zu sagen. Es wird eben nicht gelingen immer perfekt schlagfertig zu sein und dabei niemals in einem Fettnäpfchen zu landen. Diese Antinomie – für beide Verhaltens-weisen gibt es gute Gründe – kann von normal Sterblichen nicht aufgelöst werden, wenn ich sie beide einander widersprechend gegenüber stelle anstatt sie durch ein Integrieren dieser Impulse zumindest zeitweilig aufzuheben.
Es kann nicht gelingen, etwas genau wissen zu wollen und selbst vage bei Andeutungen zu bleiben. So ist alles erst einmal schwierig, wird abgetastet, man hat vielleicht erst einmal s Gefühl dafür und kann doch mit der ungefähren Andeutung nicht leben und bestimmt die Entfernung bis zum Bahnübergang bis auf die Kommastelle.
February 7th, 2007 at 9:50 am
Leider konnte ich keinen Link beim SF finden. Doch beim durchlesen der Kommentare, wo einige so blumig die Sendung beschreiben, kann man sich doch ‘ne vorstellungen machen wie die sendung den so war. Doch was Hern Muschg nun wirklich sagte würde mich brennend gehrne interessieren (link bitte). Leider empfange ich das SF hier nicht.
Blogwiese - weiter machen
[Anmerkung Admin: Sobald die Zweitaustrahlung vorbei ist, wird sicherlich der Real-Stream aufgeschaltet. Ich verlinke ihn dann auf die Blogwiese. ]
February 7th, 2007 at 10:02 am
Also mir hat die Sendung auch gut gefallen, vor allem auch die historischen Erläuterungen (obwohl diese ein wenig überhand genommen haben). Was den Gaststatus angeht, dieser ist m.E. auch abhängig vom eigenen Empfinden, ob man sich noch als Gast fühlt, natürlich wird wohl überall von einem Gast erwartet, dass er sich benimmt, aber sicher nicht, das dieser seine eigene Identität aufgibt oder nicht?
@Mark, einen aus dem schweizer Volk????? Und welcher wäre das deiner Meinung nach? Ich habe sieben Leute gezählt (davon sechs Gäste) drei davon waren Deutsche, dann der (oder die?) eine aus dem schweizer Volk, was waren den die anderen Beiden? Was disqualifiziert diese als “Schweizer”? Und noch was die Betitelung “lieb + nett” find ich persönlich nicht negativ, ist es besser böse und unfreundlich zu sein (was das Gegenteil wäre)???
February 7th, 2007 at 10:08 am
Ich find’s einfach verlogen, wie da Leute sagen, sie fürchten sich vor den qualifizierten Einwanderern, wenn dann dieselben Leute a) ständig die Geldmittel für die Ausbildungsstätten kürzen und b) ja auch selbst darauf achten, im Ausland gewesen zu sein, sei’s als PraktikantIn oder anderweitig. Ein Land, das keine Einwanderer zulässt, kann auch niemanden hinauslassen, denn kein Land nimmt doch jemanden, wenn nicht ein Austausch stattfinden kann. Das ganze könnte doch unendlich bereichernd sein, stattdessen spielt man Schweizer und Deutsche gegeneinander aus. Wo hat denn die SVP ihr Atelier für Feindbild-Malerei?
February 7th, 2007 at 10:09 am
Hallo Zusammen,
Ich möchte mich an den vorherigen Eintrag von Mark anschliessen. Nach der gestrigen Beitrag von Schweizer Fernsehen, habe ich zur ARD gezappt. Per Zufall, war dort bei Maischberger das gleiche Thema, jedoch mit den Muslimen in Deutschland. Ihr habt selber sehr grosse Probleme in Deutschland. Die Sendung Maischberger hatt gestern deutlich aufgezeigt, dass Ihr genau gleich reagieren tut wie wir. Auch dort fiel der Kommentar, “…die Muslime sind Gast hier in Deutschland, würden sich aber nicht an die Regeln und Gesetzte halten…”! Bevor ihr uns kritiesiert, versucht doch zuerst in euerem eigenen Garten Ordnung zu bringen.
Danke. Dani.
February 7th, 2007 at 10:14 am
@Mark
). Evtl. würde ich die Herren Muschg und von Stechow von diesem Prädikat ausnehmen, aber auch die entsprechen nicht unbedingt der Definition “vom Volk”…..
Ich finde es auch gut, jemanden wie Hr. Mörgeli zu einer solchen Sendung einzuladen (obwohl ich kaum mal mit ihm einer Meinung bin). Aber es gibt nichts langweiligeres als permanente Selbstbeweihräucherung.
Nur, wo hast du jemanden “aus dem Volk” gesehen in dieser Runde. War doch durchs Band weg C(ervelat)-Prominenz. (Ja, auch Jens gehört wohl nun langsam dazu mit seiner Medienpräsenz
February 7th, 2007 at 10:15 am
hallo jens,
gratulation zum auftritt im club. ich kannte bisher dieses blog nicht, habe es jetzt nach der sendung erstmals angeschaut - und bin begeistert, genau wie von der sendung. dazu ist ja hier schon viel gesagt worden, deshalb nur noch eine anmerkung zum thema gast.
mir ergeht es wie jens, mich nervt es allmählich, dass man ständig auf seinen “gast”-status aufmerksam gemacht wird. ich bin hier kein gast, ich lebe und arbeite hier, freue mich mit den anderen zürchern über die verkehrsberuhigung am limmatquai und ärgere mich mit ihnen über überbordende bürokratie. eine deutsche bekannte sagte mir mal, ich dürfe mich nicht über - in dem fall boots-führerschein-wirrwarr - aufregen, schließlich sei ich hier nur gast. warum denn nicht? wenns doch mist ist…
und ich finde es schwierig, wenn im tagi oder im drs3 beiträge erscheinen, die den deutschen “tipps” geben möchten, wie man “schweizer” wird. (mit so grammatisch interessanten behauptungen, der deutsche verlange in der bar “ich krieg ne cola”, während der schweizer “höflich fragt: ich hätt gern s coki”…)
ok, gegenfrage: warum muss ich überhaupt schweizerisch werden? die eidgenossen sind doch so stolz darauf, ein harmonisches multikulturelles bündnis aus welschen, tessinern und düütschen (ach ja, rätoromanische gibts ja auch noch) zu sein - sei mal dahingestellt, ob das der realität entspricht. wenn man so weltoffen ist, warum können die schweizer die deutschen nicht als weitere “kulturgemeinde” akzeptieren? ich persönlich denke, das wechselseitige erleben von unterschieden ist viel bereichernder
als das “gleichschalten” der jeweiligen eigenarten.
February 7th, 2007 at 10:37 am
Mörgelis Argument von wegen, dass wir Schweizer gegenüber den Deutschen wegen dem kleineren Maturanden-Anteil benachteiligt sind, zieht meiner Meinung nach nicht! Ich als Elektroniker mit BMS habe (wenn ich noch eine höhere Schule besuche) mindestens so gute Chancen einen Job zu finden (wegen meiner praktischen Erfahrung eher noch mehr) also ein deutscher Maturand, der danach Elektrotechnik oder etwas ähnliches studiert hat.
@ Mark was soll das von wegen nur eine Person vom Schweizer Volk eingeladen?
Muschg und Roten sind ebenfalls Schweizer, auch wenn sie andere Ansichten als der Mörgeli hatten!
und von wegen Sorgen und Ängste. Mörgeli hat vor allem ein paar gängige Vorurteile gegenüber den Deutschen aufgezählt und du (und ich hoffe nicht zu viele Andere) bist voll auf den Zug aufgesprungen. sry, aber das bringt einfach weder eine sachliche Diskussion noch eine Lösung für das “Problem”!
beim Hopp Schwiez kann ich mich aber nur anschliessen, die fegen wir vom Platz
February 7th, 2007 at 10:50 am
Treffliche Zusammenfassung mit Blick hinter die Kulissen (neudeutsch: “Backstage”).
Eigentlich kannte ich den (Ziischtigs-)Club bisher nur vom Durchzappen.
Gestern schaute ich - angefixt duch blogwiese - zum ersten Mal eine ganze Sendung.
Fazit: Souveräne Moderation (Maier), etwas Nachhilfe in Geschichts- und Gesellschaftslehre (Muschg/von Stechow), ein bisschen Zür(i)cher Lokalkolorit (Rothen), ein bisschen Gastarbeiterspeech (Wiese/von Bock) und antwortverweigernde Plattitüden (Mörgeli).
O-Ton:”Also wenn man schon ‘von Stechow’ heisst, muss man sich nicht wundern …”
Habt ihr das Gesicht von ‘von Bock’ gesehen?
Ein paar Aha-Effekte (z.B. der “Nachtisch/Dessert” - Aspekt) und lehrreich war es allemal, oder wussten Sie, dass Herrn Muschgs Frau, (eine Japanerin, aber keine Asiatin, wie Herr Muschg Frau Meier korrigierte), obwohl sie auf Schweizer Strassen jeweils in Deutsch nach dem Weg fragt, ihr meist in Englisch geantwortet wird?
Aber vielleicht war das ja in Interlaken …
;-)
@roger
Genau so!
@Jens Wiese
Weiter so!
February 7th, 2007 at 10:52 am
Hier der Link zur endung:
http://www.sf.tv/var/videoplayer.php?videourl=http%3A%2F%2Freal.xobix.ch%2Framgen%2Fsfdrs%2Fvod%2Fzischtigsclub%2F2007%2F02%2Fzischtigsclub_20070206.rm
February 7th, 2007 at 10:56 am
Das grosse Leiden an den Antinomien
oder
Von der Logik des Misslingens
Teil 2
Das schafft den Boden für dissoziierte (abgespaltene), verdrängte oder projizierte Aspekte eines Selbstkonzepts. Was ist Projektion? Projektion ist es, wenn Herr Christoph Mörgeli sagt: „Deutsche haben dieses unglaubliche Liebesbedürfnis.“ Nein, Schweizer haben dieses unglaubliche Liebesbedürfnis, allein, sie können es nicht leben. Die Angst vor Verletzungen ist zu gross. Die Blogs beweisen es: „Bitte korrigiert niemals unsere Sprache, mischt euch niemals hier ein, keines falls da, so etwas ist auch tabu, sagt nie etwas dazu und schon gar nicht ungefragt— warum, es könnte weh tun. Warum hat Herr Mörgeli seine Befürchtungen und dann seine Ängste vor den Deutschen, die so straight (direkt, gerade, glatt aufrecht) und so tough (robust, strapazierfähig) sind, mitzuteilen, wenn die Deutschen doch so ein weiches Liebesbedürfnis haben.
Es kann nicht gelingen, hiermit glücklich zu leben. Das wurde zum Schluss bei den Ratschlägen von Frau Roten wieder deutlich, die zwischen drin mal abgeschaltet hatte und nicht mehr alles mitbekam, absolut antiseptisch und antistatisch wirkte, aber am Anfang glänzte mit dem Hinweis auf den inflationären Gebrauch des Begriffes arrogant. Ja das ist so, je öfter das Wort ertönt, um so weniger kann es noch etwas bewirken, ausser, dass es sich abnutzt und sich möglicherweise irgendwann in sein Gegenteil verkehrt, wenn allzu primitive Aggression aus dem eigenen Scheitern an den selbst aufgebauten Antinomien wächst.
Es ist doch schon merkwürdig festzustellen, dass einem selbst so viel Wohlwollen (Frau Roten) entgegengebracht wurde und dann derartige Ratschläge des bitte stellt Euch ganz hinten an, denn wir wissen, dass ihr das ja nicht könnt; denn wir wollen ganz vorne mit dabei sein, können dass aber nicht so richtig zugeben, denn das ist doch eher eigentlich euer Verhalten. Was für eine Aufgabe eines Schlusswortes und im Grunde was wieder einmal für eine Arroganz statt ehrlich gemeinter aufrichtiger Hilfestellung. Wie wäre es gewesen Frau Roten hätte die Frage gedreht und gesagt, ach wissen Sie, ich gebe doch den Deutschen keine Ratschläge, aber vielleicht, haben wir auch so etwas wie Wohlwollen in uns, Frau Christiansen, äh Frau Maier, und nicht nur „unsichtbare Wände“.
Kann da noch einer helfen, bestimmt kein Deutscher. Die Schweizer müssen einschliesslich des Hern Muschg, für den es Arroganz bedeutet, als Gast in einem fremden Land auch noch Mensch sein zu wollen in das 18.Jahrhundert zurück verfrachtet werden, da waren die noch weltoffen (Muschg). Aber bestimmt auch kein Mörgeli, der Herrn von Stechow auf mir nicht bekannte Bemerkungen betreffend Schweizer Verpflichtungen gegenüber der EU hinwies aber vielleicht bei seiner Rüge, dieses direkten, mit der Axt ins Haus brechende Verhalten, die Eionlassungen eines Parteimitgliedes zum leidigen Flughafenproblem vergessen hatte: „Notfalls Krieg!“ (Schlagzeile im Blick)
Der Leiter dieser Übung müsste wohl etwas ganz anders sein: ein Entkrampfungskünstler, Animateur, ein fast genialer Sozialpädagoge (Zitat Muschg: Literatur als Therapie?)
February 7th, 2007 at 11:15 am
Ich musste nach 10 min. abschalten weil mir die Hetzer-Visage dermassen auf den Sack(ausnahmsweise keine Tüte
) ging.
Das Kreissägenlächeln triffts ziemlich gut.
@Mark
“Dass hier im Blog so ziemlich alle gegen Mörgeli sind, beweist natürlich doch wieder einmal, wie wir Schweizer von den Deutschen angeschaut werden.”
Ich behaupte einfach mal das 90% der betreffenden aussagen von Schweizern kamen. Dazu gehöre ich wohl auch, auch wenn ich mich nicht als Schweizer verstehe.
PS: Von wegen Nation. Seit wann ist die Schweiz eine Nation? Wenn schon denn schon eine Staat. Demnach also Staatsstolz und sicher nicht Nationalstolz.
Und das der Mörgeli über die angebliche Arroganz der Deutschen mokiert ist ja auch zu Süss. Er hat die Arroganz ja in Reinkultur perfektioniert. Diese Meisterschaft ist schon fast bewundernswert. Benützt der Petri-Schalen um immer auf dem aktuellen Niveau zu sein?
Trotz meiner Antipathie gegenüber Mörgeli ist es meiner Meinung gut dass auch solch eine Person dabei war, wo kämen wir den hin wenn wir jeden abschieben und den Mund verbieten der stört? Gell Herr Mörgeli
Ich hoffe dass die Sendung noch gelinkt wird dann kann ich mir in das Ruhe anschauen, wenn ich nicht gerade gestresst von der Arbeit komme.
February 7th, 2007 at 11:23 am
To Mare:
Das hab ich – o Schande – gar nicht bedacht, dass ja nicht “jemand” die (Aus)Bildungskredite ständig zusammenstreicht, sondern eben gerade die Bürgerlichen, denen das eigene Steuerportemonnaie sehr wichtig ist. Und im Fall Mörgeli führt das dann wieder zu Fremdenangst -oder gar -hass, weils ohne Ausländische dann eben nicht geht.
Betreffend Gast:
Für den Gast reisst man sich ein Bein aus, um vor ihm gut dazustehen, denn der Gast soll sich wohl fühlen. Ists ein seit langem vertrauter Gast, zu dem man einen inneren Draht hat, fühlt man sich einfach wohl und will die Beziehung entsprechend erhalten.
Ists ein Gast, der sich quasi selber eingeladen hat und zu dem man eigentlich gar keinen Draht hat oder findet, oder einer, dessen Einladung Pflichtübung ist, macht man gute Miene und gibt sich Mühe, damit sich Gast dennoch wohlfühlt – und hofft, der Kontakt lasse sich in Zukunft aufs Nötige beschränken.
Dann gibts noch die Gäste, denen man nett neutral gegenübersteht, deren Unterschiede zur eigenen Sprache und zur eigenen Kultur (auch Alltagskultur) einen aber faszinieren. Dann wird man schon mal Gesprächsstoff genug haben, die Unterschiede und das Gemeinsame zu suchen und auseinanderzubeineln. Meist wird dann halt das Unterschiedliche stärker hervorgehoben, weils mehr hergibt, mehr Sensation bedeutet.
Wie es dann weitergeht?
Findet man zunehmend den gleichen Draht, entwickelt sich der Gast mit fremden Wurzeln zum Gast beziehungsweise “Familienmitglied” der ersten Sorte und man sucht seine Nähe, so oft es sich eben einrichten lässt.
Findet man den Draht nicht, der Gast bleibt aber auf Distanz, bleiben sich beide fremd.
Findet man den Draht nicht, der Gast bleibt aber im Haus, lässt die Gastfreundschaft nach und die Abwehr beginnt.
Also lasst uns mithilfe dieses Blogs das Unterschiedliche finden und bewusst machen, dann gewöhnt man sich daran und es verliert den allfälligen “Schrecken”, ist aber auch spannend. Und gleichzeitig suchen wir das Verbindende, das Gemeinsame.
Die Sendung hat mir einmal mehr vor Augen geführt, dass sich offenbar die Deutschen des Trennenden und die Schweizer des Gemeinsamen zu wenig bewusst sind. Zurzeit ist das Thema top. Nutzen wir die Chance, uns jetzt besser kennen zu lernen und vergessen wir das nicht, auch wenn das Themea in einigen Wochen (von den Medien her gesehen) kalter Kaffee ist.
Und noch was: Genau dasselbe gilt auch für die Beziehung zu den Angehörigen aller andern Ethnien, Völker, Nationen, die bei uns leben.
Auch ich habe manchmal Abwehrreflexe, bemühe mich aber, sie zu ergründen und aufzulösen.
Tönt jetzt alles moralintriefend, gehört aber auch zur Sensibilisierung für unsere Reaktion aufeinander..
February 7th, 2007 at 11:26 am
Ich fand die Sendung interessant. Aber die Sitzungsleitung war nicht gerade glanzvoll. Und der liebe Herr Muschg, der sicherlich super-intelligent ist, fiel einfach allen ins Wort. Naja, solche Selbstdarstellung könnte man auch als “arrogant” bezeichnen… Fraut Roten hat leider auch nicht viel eingebracht. Mörgeli fand ich überraschend: Offenbar hat er sich doch mehr für Geschichte interessiert, als für Polemik (für einmal).
Ich hatte bei einem Kommentar von Jens aber doch etwas den Eindruck, dass er (zumindest anfänglich) geglaubt hat, er ziehe einfach in ein anderes Bundesland: “Ich habe mich nur anders organsisert und stimme halt jetzt brieflich”. (Sorry, wenn ich das falsch verstanden hätte). Naja, so ist man doch eher nur als Gast hier. Aber gerade beim Gaststatus hängt es wohl doch hauptsächlich davon ab, wie man sich fühlt: Ob als “Schweizer (bzw. Bülacher) mit EU-Pass”, oder als “Deutscher, in Zürich lebend”. Ist wohl jeweils auch eine Zeitfrage. Dass ausgerechnet der deusche Botschafter die “schärfste” Version (Gast bis Pass) gebracht hat, hat mich denn doch erstaunt.
Die historischen Betrachtungen sind aber schon spannend: Ich glaube, es muss einem bewusst sein, dass es “Deutschland” einfach noch gar nicht so lange gibt. Entsprechend der damaligen “Kleinstaaterei” konnten die Deutschen ja nicht anders, als sich über ihre Sprache als zusammengehörig fühlen und haben entsprechend alle deutschsprachigen Länder miteinbezogen (“Preussen, Bayern, Baden, Schweiz”). Nur definiert sich die Schweiz angesichts ihrer Vielsprachigkeit eben nicht über den Volksstamm oder die Sprache, sondern über die gemeinsame Geschichte und vor Allem die gemeinsame Demokratie. Wenn dann gemäss Spiegel 47% der Deutschen glauben, auch die Schweizer und Österreicher seien Deutsche, sehe ich schon, wo die Abgrenzungstendenzen herkommen. Und gerade bei den demokratischen Rechten kommt es dann schon drauf an, ob man nun Schweizer oder Deutscher ist: Da bin ich lieber Schweizer.
Aber vermutlich ist es ja alles nicht so tragisch: Gemäss heutigem Tagi haben wir ja gar kein “Problem mit den Deutschen”…
February 7th, 2007 at 11:27 am
Re: Gast. Gemeint wird “Gastarbeiter” - (bei uns vorübergehend lebende Ausländer, um arbeiten zu dürfen? - aus DEM DEUTSCHEN, oder?
)) Zu subtil, sogar?
Die Deustchschweizer sind doch mängisch sehr subtil
Re Feedback: So far, so good, Jens. Gut gemacht.
February 7th, 2007 at 11:33 am
@ neuromat.
Re “Das unglaubliche Leibesbedürfnis der Deutschen”.
Es war Charles de Gaulle, der über die Deutschen sagte “Germans are oppressors who want to be loved”. Also, ich korrigiere, die Deutschen haben KEIN Liebesbedürfnis.
February 7th, 2007 at 11:46 am
Auf diesen Blog bin ich bei der Vorstellung von Jens Rainer Wiese gekommen. Ich habe noch nicht viel gesehen oder gelesen, doch fand ich das Wenige bis jetzt anregend.
Gestatten Sie mir mal einen “Allgemeinplatz”: Wir sind alle “Gäste” (Ausländer) fast überall.
Besonders bemerkenswert fand ich den historischen Hinweis, auf die Gründerzeit der Schweiz. Ohne Ausländer (Deutsche) hätte sich diese unsere Schweiz wohl sehr anders entwickelt.
Als Jude der 3. Generation mit Jahrgang 1943 war ich als 18 jähriger das erste Mal in Deutschland. Ob den Uniformen und der Sprache ergriff mich ein mullmiges Gefühl. Was war wohl dessen/deren Stellung 20 Jahre zurück, welche Uniform hat er/sie wohl getragen ???
Als ich in der Jugendherberge in Frankfurt Main, am Selbstbedienungbuffelt stand und ich gefragt wurde, ob ich einen “Schwarz- oder einen “Deutschthe” wolle, da war ich irgendwie perplex.
Damals als 18 jähriger habe ich mir gesagt, ich möchte einen Menschen sympatisch finden oder nicht, weil er eben sympathisch ist oder nicht, nicht weil er Deutscher, Jude, oder Schweizer ist.
Ich bin mit dieser Einstellung eigentlich ganz gut gefahren.
Der Hinweis auf Thomas Mann der ein gerne gesehener Flüchtling war, fand ich gelinde ausgedrückt etwas bemühend. Nichts gegen Thomas Mann. aber er gehört nicht zu der typischen Klasse der Naziflüchtlinge. Es waren insbesondere die jüdischen Intelektuellen, die zu der Blüte der “freien deutschen Sprache” sei es politisch oder literarisch beigetragen haben, obwohl diese Flüchtlinge kaum gerne gesehen waren, und oft ein sehr bescheidenes Leben zu fristen hatten………..
Heute gehören die Deutschen, wie andere Ausländer in den schweizerischen Alltag, auch in meinen. Mit ihren Vorzügen und ihren Nachteile, wer hat keine ?
Ich möchte mich bedanken für diesen Blog und werde auch künftig gerne mal reinschauen. Aber überwerten sollten die Frage der Deutschen in der Schweiz wohl nicht.
Mit freundlichen Grüssen
Werner
February 7th, 2007 at 11:46 am
@ res
Drei Deutsche von sechs Gästen bei einem Deutschen Bevölkerungsanteil von 2%? Einen intellektuellen Muschg, welcher am liebsten aus der Schweiz ein Land des fliessenden Honigs für alle Menschen auf der Erde machen möchte?
Wer bleibt als Volksvertreter? Mörgeli.
Ich hätte gerne einen Léonard Bender (FDP), einen Filippo Lombardi (CVP) oder auch einen Heiner Studer (EVP) zu diesen Themen gesehen. Weitere Vertreter des Schweizer Volkes. Oder Leute vom Migrationsamt, Wirtschaftsleute wie Hayek usw. Dazu der Herr Wiese und der EU Botschafter.
Warum nimmt man zu solch einer Runde irgendwelche Schauspielerinnen oder sonstige Kreative (Sozis halt)? Leute welche das harte Leben eines Büezers, Bauern oder Handwerkers nur vom Sagenhören kennen? Ganz einfach: Der Apfel (Gast) fällt nicht weit vom Stamm (Schweizer Fernsehen).
@mare
Die Schweiz hat entschieden, die Bildungsausgaben jährlich um 6% zu steigern, was ich sehr gut finde. Und in’s Ausland musste ich nicht, um zu lernen, wie man arbeitet. Die Schweiz hat übrigens schon hunderttausende Einwanderer zugelassen. Nicht umsonst haben wir 22% Ausländer und bald mal gleichviel eingebürgerte. Die Schweiz ist das multikulturellste Land ganz Europas. Jeder der sich aufregt, weil sich viele Schweizer gegen Überfremdung wehren, soll zuerst mal das selbe in seinem eigenen Land durchziehen. Dann diskutieren wir weiter.
@Dirtbag
Ich springe auf keine Züge, sondern lege meine Meinung und meinen Weg selber fest. Und leider muss ich es Dir sagen: Es sind mehr als Du denkst, welche so denken. Die kommenden Wahlen werden es noch deutlicher Zeigen. Aber das ist ja nicht nur in der Schweiz so. In vielen Europäischen Ländern haben wir eine starke Tendenz nach Rechts.
Du schreibst, Musch und Roth waren halt anderer Ansicht als Mörgeli. Dann wirfst Du dem Mörgeli «gängige Vorurteile den Deutschen gegenüber» vor. Ich verstehe: nur weil der Mörgeli etwas anderes sagt, darf es nicht seine eigene Ansicht sein. Da geht aber etwas nicht so auf…
und @ neuromat: die ganze Welt inklusive Deutschland und Schweiz braucht einen Entkrampfungskünstler. Denn so wie es läuft, wird es nicht gut herauskommen.
February 7th, 2007 at 11:54 am
groooeeehhhll…der Herr Moergeli hat ja eine Muetze auf. Ich dachte sowas sei sowas von OUT
.. und dieses ewige, seltsam einstudierte Grinsen, da kommt ja
selbst ein Herr Raab nicht mehr mit..muhuhaaaaa..
Im Ernst, wenn ich im richtigen Leben in einer Diskussion stecke und mein Gegenueber argumentiert mit solch einem “Laecheln” dann klingeln bei mir sofort alle Alarmglocken.
So jemand lacht Dir ins Gesicht und sticht Dich dann von
hinten nieder..puhhhh, schnell weg..
February 7th, 2007 at 12:01 pm
Ich habe mit viel Interesse die sich häufenden Diskussionen über Deutsche in Zeitungen und im Fernsehen verfolgt. Interessant fand ich den Willen der Deutschen nach etlichen Jahren in der Schweiz, verständlicherweise als ein Teil der Gemeinschaft und nicht als ein Fremdkörper wahrgenommen zu werden. Dieser Integrationswille ist sehr erfreulich, zumal er bei etlichen anderen ethnischen Gruppen nicht oder nur spärlich vorhanden ist. Integration erfolgt durch Anpassung. Wer sich nicht anpasst bleibt ein Fremdkörper in der Gesellschaft. Integration ist also dann erreicht, wenn man als Teil des Ganzen und nicht ausserhalb desjenigen angesehen wird.
Ein bedeutender Schritt zur Integration in jede Kultur sind das erlernen der, gestern im Zischtigs Club häufig genannten, Codes of Conduct, der Eigenheiten einer Gesellschaft. Dies sollte für die Deutschen mit einigen kleinen Ausnahmen wie Höflichkeitsregeln auf Grund ähnlicher Wertvorstellungen nicht allzu schwer fallen. Weitaus schwieriger und groteskerweise das Haupthindernis zur Integration der Deutschen ist die Sprache. Wie bereits von vielen anderen festgestellt ist das Hochdeutsch die Schriftsprache, Nachrichtensprache, Unterrichtssprache und die Sprache offizieller Verlautbarungen der Regierung. Es ist also eine Sprache die in der Schweiz zwar geschrieben, aber fast nicht gesprochen und überdies von vielen auch nicht einwandfrei beherrscht wird. Das tägliche Leben in der Schweiz, Witze, Gefühle, Politik etc. also alles was eine Gemeinschat bildet und zusammenhält wird in Mundart ausgedrückt. (Vielfach fehlen den Schweizern auch die Deutschen Ausdrücke dazu, da in der Schule, dem Ort an dem Hochdeutsch erlernt wird, weder über Gefühle sprechen noch politisiert wird.)
Entgegen der gestrigen Meinung im Zischtigs Club bin ich der Ansicht, dass wir in der Schweiz keine Exoten sind was die Integration anbelangt. Wie in allen anderen Gemeinschaften ist man auch hier integriert, wenn man unsere Sprache spricht und unsere Regeln einhält. Solange man dies nicht beherrscht wird man von der Gesellschaft als Gast und nicht als Teil des Ganzen betrachtet. Botschafter von Stechow hat gestern von der Beendigung des Gaststatus durch den Erhalt des Passes gesprochen und damit zwar eine juristische aber dennoch nur eine Halbwahrheit erzählt. Faktisch bleibt ein Deutscher in den Augen der Schweizer solange ein Deutscher bis er der Mundart mächtig ist, genauso wie ein Holländer oder ein Türke der seit 30 Jahren in Deutschland lebt aber nur gebrochen Deutsch spricht von den Deutschen nicht als einen der ihren wahrgenommen wird. In der Türkei gilt er allerdings als Deutscher. Dieses Phänomen ist weltweit bei Immigranten der ersten Generation erkennbar und ich finde es sehr verwunderlich das die Deutschen meinen, dass das bei ihnen anders sei.
February 7th, 2007 at 12:10 pm
finde die diskussion über einen gaststatus ziemilch verkrampft. wie kann man sich über ein solches thema überhaupt aufregen? wir sind alle gast auf erden, thema erledigt.
wenn ich hier richtige freundschaft kennenlerne und erleben darf, dann fühle ich mich eigentlich eher als jemand, der dazu gehört und nicht als einer, der einen “gästestatus” besitzt. die bezeichnung schon hat was formales, etwas mehr lockerheit wäre nicht schlecht.
entspannte grüsse
wolfi
February 7th, 2007 at 12:10 pm
ich halte die diskussion mittlerweile für “hypig”. ich glaube nicht, dass es zwischen deutschen und schweizern im tatsächlichen leben zu grösseren problemen kommt (aushnahme mögen die regel bestätigen).
mein beitrag zum thema gast: für mich ist dann jemand keiner mehr, wenn er/sie sich ohne erklärungsbedarf in der gesellschaft bewegen kann. Ueberhöhungen wie “als berner bin ich nur gast in zürich” halte ich für gegenstandslos.
February 7th, 2007 at 12:15 pm
Übrigens, formiert sich heute abend die Schweizer Nation wieder zu einem Mob, wenn ihre Nationalmannschaft gegen die “Sauschwoben” antritt?
February 7th, 2007 at 12:43 pm
Ich denke, dass die Schweizer generell einfach eine Art Minderwertigkeitskomplex haben, der sich im Umgang mit den Deutschen insbesondere deshalb stark akzentuiert, weil er gerade durch die kulturelle und räumliche Nähe in der gegenseitigen Kommunikation stärker spürbar ist.
Konkret hat wohl jedes Land ein gewisses Bedürfnis nach Geschichte und Grösse, nach positiven Eigenschaften, die es und seine Bewohner über die anderen setzt. Das Phänomen zeigt sich heutzutage primär beim Sport und der Wirtschaft, früher reichte es auch gut mal als hinreichende Begründung, um einen Krieg zu starten. Ohne da weiter in die Details zu gehen, kann wohl schnell mal der Schluss daraus abgeleitet werden, dass grosse Länder, die zudem kulturelle Räume massgeblich bestimmen, viel eher dieses Bedürfnis nach Grösse und (National-)stolz befriedigen können, als kleine. Umgekehrt führt das kollektive Selbstbewusstsein in grossen Ländern zu einer gewissen Ignoranz gegenüber kleinen Ländern. Diese werden tendenziell nur am Rande und sehr klischeehaft wahrgenommen.
Diese Divergenz zwischen den grossen und kleinen Ländern zeigt sich in Bezug auf die Schweiz bei allen unseren Nachbarn, ausser denen aus dem Osten . In Italien und Frankreich werden wir Schweizer genauso als kauzige Bergler wahrgenommen, die ausser Käse, Schokolade und Uhren vielleicht noch ein paar Banken hervorbringen, sonst aber die Inkarnation der Provinzialität darstellen wie in Deutschland. Diese Wahrnehmung durch die Nachbarn kontrastiert aber in der Schweiz sehr stark mit unserem Selbstbild. Wir sehen uns nämlich durchaus in vieler Hinsicht als „was Besseres“ – zumindest was wesentlich Besseres als ein kauziges Hinterwäldlervolk. Schon nur die Tatsache, dass in der Schweiz wirtschaftlich einiges mehr läuft als nur die Klischeebranchen ist für viele nicht speziell Informierte eine heftige Überraschung. Sag mal einem Deutschen aus Castrop-Rauxel, dass Maggi eine Schweizer Firma ist…
Wie auch immer: Im Umgang miteinander von Bewohnern aus grossen und kleinen Ländern trifft also tendenziell ein Selbstbild des Kleinen, das sich womöglich grösser als die Realität darstellen will, auf ein verniedlichendes Fremdbild des Grossen, das die Realität auch nicht trifft.
Für uns Deutschschweizer entsteht diese Konfrontation natürlich insbesondere mit den Deutschen und wird nun immer heftiger durch die durch die zunehmende Einwanderung stark wachsende Interaktion. Wir werden tagtäglich mit diesen Wahrnehmungsdivergenzen konfrontiert. Und aus dem wächst natürlich das Bild, wonach die Deutschen arrogant seien. Das beste Beispiel lieferte hierfür gestern Rothen: Sie erwähnte die Reaktionen der Berliner auf die Erwähnung ihrer Herkunft: „Die Schweiz, ach wie niedlich…!“
NIEDLICH??????? Kein Volk will als niedlich wahr genommen werden. Und wenn das natürlich das herrschende Bild der Deutschen über die Schweiz ist und sie dies auch immer so zeigen, dann kommen da natürlich schlechte Gefühle auf.
Allerdings sollte man auf solche Aussprüche gelassen reagieren, denn mit dem Deutschlandhass, den da viele meiner Landsleute an den Tag legen, kommt man da nicht weiter, sondern verstärkt damit nur seinen Minderwertigkeitskomplex. Jeder, der auf dieses Bild aggressiv reagiert, zeigt nur, dass er sich getroffen fühlt. Besser wäre eine gelassene selbstbewusste Reaktion, die zeigt, dass man solche Ignoranz seitens des Grossen gar nicht ernst nehmen kann.
February 7th, 2007 at 12:53 pm
Wort der Sendung: “Läderpaitscheli”
February 7th, 2007 at 1:08 pm
Die Sendung war lau. (für Deutsche Mau?) Ausser Herr Muschg. Quatscht zwar viel, aber was er sagt hat Hand und Fuss.
Und zur ganzen Diskussion über die Animositäten zwischen Deutschen und Schweizern empfehle ich den Tagi von heute, 7.2. Interview mit P von Matt.
Denn genauso ist es.
February 7th, 2007 at 1:11 pm
@Mark
Zu Herrn Mörgelis Volksnähe meint Wikipedia :” Christoph Mörgeli (* 16. Juli 1960 in Stäfa) ist ein schweizerischer Medizinhistoriker und Politiker (SVP). Mörgeli ist mit einer Amerikanerin verheiratet und hat zwei Kinder; die Familie wohnt in Uerikon.
Nach Abschluss seines Studiums der Allgemeinen Geschichte, der Politischen Wissenschaft, der Deutschen Literatur und Linguistik in Zürich wurde er 1985 als ständiger wissenschaftlicher Mitarbeiter des dortigen Medizinhistorischen Instituts sowie als Konservator des Medizinhistorischen Museums und der medizinhistorischen Handschriftenabteilung angestellt und 1986 mit der Dissertation Dr. med. Johannes Hegetschweiler (1789-1839), Zürcher Wissenschaftler und Staatsmann zwischen alter und moderner Schweiz zum Dr. phil. promoviert. 1995 habilitierte er sich an der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich mit der Schrift Europas Medizin im Biedermeier aufgrund der Reiseberichte des Zürcher Arztes Conrad Meyer-Hofmeister, 1827-1831 und wurde 2001 zum Titularprofessor ernannt.”
)
hab mich damals fast tot gelacht und wie man sieht nicht ganz zu unrecht). Das ist einfach nur noch Populismus und Stimmenhascherei in Perfektion.

Nur so von wegen deiner Aussage :” Leute welche das harte Leben eines Büezers, Bauern oder Handwerkers nur vom Sagenhören kennen?”
Ob das bei den anderen von dir genannten Wunschkandidaten viel anders ist, weiss ich zwar nicht so genau, wage es aber zu bezweifeln.
Das du Herr Muschg (Schrifsteller, Literturwissenschaftler) und die anderen als Sozi’s abtust, kann ich nicht ganz nachvollziehen, aber wenn du meinst
Du denkst also, nur weil ein grosser Teil der Schweizer (hauptsächlich auf die ländlichen Gebiete in der Deutschschweiz beschränkt) so denken wie du, entspricht das der Warheit. Sry, aber wenn du im Geschichtsunterricht besser aufgepasst hättest, dann wüsstest du, das solche Aussagen grossartiger Schwachsinn sind! Wenn es nämlich nach der SVP und Herrn Mörgeli gehen würde, dann würden wir alle Deutschen am besten wieder nach Hause schicken, weil sie uns Schweizer die ach so beliebten Jobs in Gastronomie, Spitälern und Schulen wegschnappen. Das Jens gestern zu Herr Mörgeli richtigerweise gesagt hat, dass es niemals genug Schweizer gibt, die Willens sind diese Jobs zu übernehmen, musst du wohl überhört haben (vielleicht auch wegen Mörgeli, da er nämlich einfach weiter geredet hat! Und der redet von Arroganz
Ich sage nicht, dass Herr Mörgeli diese Meinung nicht vertreten darf, trotzdem ist es die Meinung eines Menschen, der mit Scheuklappen durch die Welt geht und genau bis zur Schweizer Grenze (manchmal beginnt die dann schon beim “Röstigraben”) sieht und obendrein vor allem Angst hat, was irgendwie neu, anders oder ungewohnt ist. Solche Meinungen werden aber leider nie in einere sachlichen Diskussion enden (hab ich das nicht schon mal gesagt?) und führen nur zu weiterer Angstmacherei (zum Thema Personenfreizügigkeit hat die SVP (das ist kein Witz!!!!) vor der Abstimmung in einer Broschüre geschrieben es würden bei einem “Ja” an der Urne, MILLIONEN von Osteuropäern in unsere schöne Schweiz kommen
Aber wie gesagt, wir leben in einem Land in dem jeder “seine” eigene Meinung haben kann und darf
Ui, de match chunnt nöcher
Was tippeder, ich seg 0:1 für eus, mer müend schliesslich Energie fürd EM spare
February 7th, 2007 at 1:19 pm
Hier ein Eintrag eines Schweizers, der nicht ganz in die Fanpost der deutschen Kollegen passt.
Ich bin froh, hat man gerade den IT Spezialisten Wiese in die Sendung eingeladen. Die Sendung heisst übrigens der Club, richtigerweise hat Wiese aber erkannt, dass dieser an einem Zischtig stattfand.
Wiese hat alle Klischees bestens bestätigt, danke! Dass er intellektuell nicht mithalten konnte, hat er durch Sprachvorteile versucht wettzumachen – leider ohne Erfolg. Wiese’s Worthülsen in der Sendung waren kontraproduktiv und haben bestimmt das Verhältnis zwischen Schweizern und Wirtschaftsflüchtlingen aus Deutschland negativ beeinflusst.
Bestimmt haben sich die anderen Gäste aus Deutschland für ihren Landsmann.
Gut gemacht, IT Spezialist Wiese, weiter so!
February 7th, 2007 at 1:24 pm
Was in der Sendung kurz antönte, aber leider viel zu kurz kam, ist die fast völlige Unkenntnis der Deutschschweizer über die Verhältnisse in Deutschland. Herr Muschg hat in diesem Zusammenhang die Topographie (Wo liegt Jena?) erwähnt, Jens liess den Namen “Raab” fallen, um wohl darauf hinzudeuten, dass die Schweizer ihr Wissen über Deutschland und die Deutschen hauptsächlich aus dem “Unterschichtenfernsehen” beziehen. Ich finde es Schade, dass ein Deutschschweizer wohl eher zum zwölften Mal an die Ligurische Küste in die Ferien fahren wird, als auch nur einmal seinen Hintern in Richtung Nordsee zu bewegen. Man könnte da ja feststellen, dass man jahrzehntelang mit nicht zutreffenden Vorurteilen gelebt hat und in eine Sinnkrise stürzen.
February 7th, 2007 at 1:29 pm
Also wir Deutschen sollten uns mal an unsere eigene Nase fassen. Wie behandeln wir den die Ausländer in Deutschland? Mit Misstrauen und Argwohn!! Natürlich sind wir hier Ausländer und das sollten wir Deutschen mal lernen zu akzeptieren!
An alle Deutschen drängelt nicht vor und habt nicht immer das letzte Wort dann klappt es auch …
An die Schweitzer habt ein bischen Nachsicht mit uns Deutschen …wir haben es nicht anders gelernt in Deutschland…immer schön die Ellenbogen benutzen und ich komme zu erst…spätestens nach einen Jahr Schweiz sehen die Deutschen das dies auch der falsche Weg ist.
February 7th, 2007 at 1:44 pm
@mark
.
Einverstanden, wenn du es Prozentual haben willst, hast du sicher recht, was ich aber ein bisschen fragwürdig finde ist, das du jemanden der halt intellektuell ist, nicht als Volksvertreter siehst, haben wir sonst keine? Deines Erachtens ist Mörgeli kein Intellektueller? “Sozis” auch nicht? Und was die von dir vorgeschlagenen Politiker betrifft, haben die den mehr Ahnung, kennen die das Verhältnis zwischen Deutschen und Schweizer besser als jemand der (bzw. die) in Deutschland gelebt und gearbeitet hat und ich spreche da nicht von der Politik sondern vom Alltag)? Und was qualifiziert den EU-Botschafter? Was deine restlichen Vorschläge betrifft, okay, einverstanden warum nicht, aber bitte bezeichne Herrn Mörgeli nicht als DEN Volksvertreter… vorallem wenn du nach Büezer, Bauern und Handwerker schreist (bin selbst letzteres), welche vielleicht noch nie mit Deutschen zu tun hatten und auch weil er sich erfolgreich davor gedrückt hat eine direkte Frage zu beantworten… eben ein Politiker
:-) übrigens auch Sozis sind Schweizer.
Das Thema scheint wirklich voll der Hype zu sein, ich hatte bisher nicht mehr Probleme mit Deutschen als mit Schweizern, man glaubt gar nicht wieviele Gemeinsamkeiten es zu entdecken gibt, wenn man einen Deutschen im Ausland (als Handwerker irgendwo im Judihui) trifft.. da werden die hochstilisierten Unterschiede plötzlich sehr klein und das Gemeinsame überwiegt und da spreche aus mehrjähriger Erfahrung.
‘ironie ein’
für alle die ein Problem mit Gästen haben, hätte ich eine Lösung, alle die erst nach der Gründung der Schweiz hierhergekommen sind, also nach 1848 (korrigiert mich wenn ich mich im dem Jahr geirrt habe) gekommen sind, neu nur noch als Gäste sehen, sie sollen sich anpassen sein, sich benehmen und schnauze halten…. hätte zwar zur Folge das die Schweizer Uhrenindustrie kaum überlebt hätte (Hayek) und die SVP einen neuen Bundesrat bräuchte (Blocher) aber was solls… geht schon. ‘ironie aus’
Hopp Schwiiz
February 7th, 2007 at 1:54 pm
Wurden wir Deutsche da missverstanden?
Das isch e schöni schweizi … Leute, das heisst doch gar nicht das ist eine schöne Schweiz und da münt niemand schwyzerischs e Schweizi dratue.
Fussball ist in Deutschland seit neuestem eine Randsportart, wir sind gerade Handballweltmeister geworden - Entschuldigung, aber irgendeiner gewinnt meistens bei diesen Veranstaltungen; also interessiert uns das Spiel vermutlich derzeit nicht so sehr.
February 7th, 2007 at 2:25 pm
@Dirtbag
wie Du sagst: Eine Diskussion zu diesem Thema lohnt sich nicht.
Von Dir hätte ich aber schon mindestens ein 5:0 für Deutschland erwartet.
Für die nödlichen Nachbarn, Gäste oder fast bald irgendwann judihui Deutschland-Schweizer machen wir doch alles!
…es gab einmal ein Land, in welchem Schweizerdeutsch gesprochen wurde. Schweiz nannte es sich…
Mark
February 7th, 2007 at 3:57 pm
Liebe Leute südlich und nördlich des Rösti-Grabens,
es ist wie in einer Familie: Der eine ist neidisch auf den anderen – einer hat die hübschere Freundin, der andere kriegt mehr Taschengeld, der andere hat mehr Freunde, der nächste das neuere Fahrrad. Genau so ist es hier: Die einen sind einfach zahlenmässig mehr, die anderen haben höhere Berge. Die einen haben eine moderne Hauptstadt, die anderen eine bessere Wirtschaft. Wie auch immer. Der Grund, warum es darum immer so einen Streit gibt, ist vor allem einer: Weil wir uns alle so ähnlich sind. Eben wie in einer Familie.
Kinder, benehmt euch einfach ein bisschen und alles wird gut.
February 7th, 2007 at 4:10 pm
@Urs Bünzli
ohje. es tut mir leider sehr weh, deinen kommentar zu lesen. nicht wegen des inhalts. der ist halt so lustig schweizerisch. kann mir schon gut vorstellen wie du so in dich reingelacht hast bei deinen süssen provokationen. nein, was mir wehtut ist diese schlechte bis nicht vorhandene orthographie und der erschreckend schwache grammatik. da lobe ich mir doch den gast aus deutschland namens NEUROMAT. der kann schreiben, dass es eine lust ist.
February 7th, 2007 at 4:17 pm
so siehts doch aus: der herr wiese versucht seine sicht der dinge zu erklären. im blogg und im fernsehen. aber ein haufen kommentare-schreiber muss sofort werten und sich beleidigt zeigen. ein deutscher darf sich in der schweiz nichts zu sagen trauen, weil ja in deutschland auch nicht alles toll ist??? au weiha. ich kenne kein anderes land ausserhalb arabiens dass so wenig kritikfähig ist wie die schweiz und ihre schweizer. alles wird persönlich genommen. vor allem dann wenn es von einem deutschen kommt.
February 7th, 2007 at 4:23 pm
die deutschen. was will man sagen? jetzt nerven sie schon in unserem eigenen fernsehen mit ihren ansprüchen. ich kann es nicht mehr ertragen. ständig dieses hochdeutsch auf den strassen, im restaurant, im spital…
lasst uns doch bitte in frieden. wir fahren nicht nach D. Nicht in die Ferien wie schon richtig festgestellt wurde und erst recht nicht zum dort leben. Dann lasst ihr es doch auch bitte bleiben. danke.
February 7th, 2007 at 4:26 pm
@ Mark, joah, lohnt sich wahrscheinlich wirklich nicht
hehe, nur weil ich weniger Probleme als Andere mit den Deutschen (und weiteren Ausländern) habe, heisst das noch lange nicht, dass ich unsere Nati (Nationalmanschaft) nicht unterstütze
schliesslich ist der Köbi National ein bodenständiger Zürcher
hrhr, tönt jetzt so richtig konservativ :S
Schweizerdeutsch wird nicht aussterben, 1. ist es erlernbar und 2. sieht man ja am Rumantsch, dass auch eine seltene Sprache fast nicht tot zu kriegen ist
mach dir mal nur nicht zu viele Sorgen deswegen, wird schon schief gehen!
February 7th, 2007 at 4:38 pm
@ Elunzo
klasse Beitrag
February 7th, 2007 at 5:05 pm
Also Herr Stahlmann, ich weiss ja nicht, in was für Kreisen Sie verkehren. Die Deutschen, die ich in Zürich kenne, verhalten sich hier absolut devot, denn sie wissen, das sie genaustens beobachtet werden. Ausserdem, in Sachen Vordrängeln und Ellenbogen benutzen haben doch wohl eher die Zürcher den Weltmeistertitel verdient.
February 7th, 2007 at 5:26 pm
Hallo allerseits,
seit zwei Jahren bin ich (Schweizer) mit einer Deutschen (besser gesagt mit einer Bayerin) zusammen.
Durch meine Freundin hab ich extrem viele Deutsche kennen gelernt. Alles durchwegs nette und sehr fröhliche Zeitgenossen. Keines der Klisches die im Dok-Film genannt wurden kann ich bestätigen. Im Gegenteil, es würde manchem Schweizer gut tun sich eine Scheibe von der deutschen Offenheit abzuschneiden.
Die Deutschen lachen einiges mehr und sind schnell für etwas zu motivieren, vorallem wenns ums feiern geht.
Dass das nicht leise geht mag manchen Bünzli stören aber das sollte es nicht verhindern.
Ich werd mir jetzt mein Schweizer T-Shirt anziehen und dann zuschauen wie wir Deutschland schlagen.
)) hoffentlich im Elfmeterscheissen “hehehe”
Hopp Schwiiz
February 7th, 2007 at 6:37 pm
@Elunzo: daß die Deutschen (und nicht nur die) die Schweizer niedlich/harmlos/lustig/schrullig finden ist ein hausgemachtes Problem und liegt nur zu einem sehr geringen Teil an der Sprache. Wenn man sich in jeglicher Publicity vor allem als verschrobene Ricolaerfinder, Krätersulzaufkäseverteiler und Alphornbläser darstellt, entsteht eben nun mal das Bild des harmlosen, lustigen Hinterwäldlers aus den Bergen.
February 7th, 2007 at 7:27 pm
Ein Wort voraus: Ich habe die Sendung nur teilweise gesehen, aber glücklicherweise just bei der Gast-Diskussion zugeschaltet, was anscheinend der spannendste Teil der Sendung war (und später wieder weggeschaltet, da’s nicht mein Fernseher war).
Immer wieder spannend, wie sehr man sich über diese Thema ereifern kann! Es gibt viele Kommentare, auf die ich gerne antworten würde, hier mal ein Anfang:
@neuromat: In punkto “nicht einmischen, schon gar nicht ungefragt”, etc: Das gilt ja nicht nur für die Deutschen. In der Schweiz sind gewisse Verhaltensweisen unhöflich, egal ob sie von einem Schweizer, Deutschen, Chinesen oder sonstwem kommen. Daran sollte man sich anpassen, auch wenn es im eigenen Land anders ist.
Allerdings finde ich überhaupt nicht, dass Deutsche (Ausländer im Allgemeinen) “Gäste” sind und darum ja nicht sagen dürfen, wenn ihnen etwas nicht gefällt. Natürlich braucht es eine gewisse Grundhöflichkeit und Anpassung, aber d.h. doch nicht, dass man “besondere Pflichten” hat und die Klappe halten soll. Aber die ganze Gast-Frage finde ich recht komplex… Jedenfalls hängt es für mich nicht von der Staatsbürgerschaft ab (sonst wäre ich in meinem Heimatland, in dem ich geboren bin, 24 Jahre lang Gast gewesen?!).
@mark: Was genau sollen “die Deutschen” beweisen? Dass die Angst um Arbeitsplätze unbegründet ist? Sollen sie denn Jobangebote in der Schweiz ablehnen und gar nicht erst hierher kommen? Dann erübrigt sich Integration natürlich… Wie auch schon Herr Mörgeli hervorgehoben hat, sind die Deutschen ja nicht die Problemausländer. Sie sprechen unsere Schriftsprache, können den Dialekt normalerweise nach einigen Monaten verstehen und sind auch sonst stubenrein und unauffällig. “Nicht-Ellbögle”, komplizierte Verabschiedungsrituale am Telefon, etc. werden in der Regel auch schnell erlernt, wie diverse Kommentare hier zeigen
Was forderst Du denn noch? Integration ist für mich keine vollständige Assmiliation, bei der man gar nicht mehr merkt, dass jemand aus dem Ausland kommt. Das ist in den seltensten Fällen überhaupt möglich. Sondern Integration ist ein zweiseitiger Prozess, bei dem (in diesem Fall) die Schweizer akzeptieren, dass jemand ein vollwertiges Mitglied in unserer Gesellschaft sein kann, auch wenn er z.B. mit Akzent spricht.
@Herrn Bünzli: Überflüssig zu sagen, aber ich schreibe es trotzdem: Es ist äusserst unhöflich, jemanden persönlich zu beleidigen, erst recht den Autor eines Blogs auf seinem eigenen Blog. Im Übrigen ist es arrogant zu behaupten, Jens sei intellektuell nicht auf der Höhe. Für ein Germanistikstudium hat es nach meinen Kenntnissen gereicht?
Und noch eine Anmerkung, bei der ich vollkommen mit Michele Roten mitfühle: Ja, es nervt tierisch, wenn Deutsche jedes Mal sagen “jööö, aus der Schwiiz” (in Deutschland sagt man glaube ich nicht jö, darüber bitte ich hinwegzusehen)!! “Sprichst Du denn auch Schwizadütsch?” Grr… In solchen Fällen muss man halt seine Ohren anklappen und freundlich darauf hinweisen, dass es weder “Fränckli” noch “Schockcki” heisst…
Ach ja, und noch ein Kommentar zu Hochdeutsch vs. Schweizerdeutsch, was ja immer wieder ein Thema ist: Es handelt sich eben um einen Fall von Diglossie (http://de.wikipedia.org/wiki/Diglossie)- soo exklusiv nun auch wieder nicht. Schweizerdeutsch und Hochdeutsch sind funktionell getrennt. Ich finde es in Ordnung, wenn man sich in der Hochsprache verständigt, aber auch natürlich, dass Schweizer sich in ihrer Freizeit ungern in einer Sprache unterhalten, die für formelle Kontexte und Katastrophenberichte vorbehalten ist (schliesslich ist die Verwendung gewisser Register (http://de.wikipedia.org/wiki/Register_%28Linguistik%29) im Hochdeutschen dann auch völlig ungewohnt).
February 7th, 2007 at 7:53 pm
Ist doch schön, was der Wiese da angestossen hat. Allerdings ist er naiv zu meinen er werde geliebt. Sein Profilierungsdrang ist typisch. Da gibt’s nichts zu verteidigen. Die meisten Deutschen meinen eben immer noch, dass es nur darum gehe sich rechtzufertigen und zu verteidigen. Benehmt euch doch endlich wie Gäste! Mir sind jedenfalls unsere südländischen aber auch die nordländischen Nachbarn viel lieber. Der gemeine Deutsche ist und bleibt eben wie er ist. Dies ist genetisch bedingt, auch wenn einige, wie Wiese, immer noch meinen, dass wir auf sie gewartet haben oder ohne sie in der Schweiz nichts mehr geht!
Peinlich, peinlich!
February 7th, 2007 at 8:01 pm
Die Deutschen sind die Polen der Schweiz!
Den Gummihälsen, denen es hier nicht passt können ja verschwinden!
Schweiz, Schweiz über alles!
February 7th, 2007 at 8:34 pm
Schade, dass die Diskussion so gehässig wird.
Katharina von Bock, die noch jetzt von Aussehen, Art und Sprache her auf den ersten Blick eher in die Schublade ” arrogante Deutsche” passt, hat doch verständnisfördernd aufgezeigt, wie sie merkte, wo die An-Eck-Klippen warten, und wie sie sich heute bemüht, diese leiser und zurückhaltender zu umschiffen. Vermutlich wird sie sich zunehmend als unauffällig und integriert fühlen. Wahrscheinlich helfen ihr aber je länger je weniger Schweizer Freunde, indem sie Sie auf noch vorhandene Klippen hinweisen. Nach so langer Zeit …
Wenn man von Deutschen weiss, dass sie sich integrieren wollen, sollten man sie weiterhin und unermüdlich immer wieder auf unterschiedliches Verhalten hinweisen, wenn sie es nicht selbst merken. Blogwiese kann auch uns sensibilisieren. Wenn wir das Thema allenfalls ironisch, aber jedenfalls stets ohne vorwurfsvollen Unterton anschneiden, erweisen wir ihnen einen Dienst und entwickeln uns vielleicht selbst mit.
Eine auch sprachlicher Integration behindert wohl der fehlende Druck, weil ja die Verständigung immer möglich ist, wenn auch vielleicht nur in Deutscher und Schweizer Standardsprache. Schliesslich übernehmen auch die meisten SchweizerInnen ab einem gewissen Alter nicht mehr jeden Dialekt, in dessen Verbreitungsgebiet sie umziehen.
February 7th, 2007 at 9:08 pm
Ich habe mir gerade die Sendung angesehen. Bei der ganzen Diskussion um Stellen und deren Besetung wurde eines Vergessen. Stellen gibt es nicht immer gleich wiele. Wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen können mehr Stellen schaffen. Ein höheres Bildungsniveau verbessert die Ausgangslage der Wirtschaft - Schafft also neue Stellen.
Meine persöniiche Erfahrung mit dem Thema: Vor etwa Zwei Jahren hatten wir bei meinem damaligen Arbeitgeber noch einmal die selbe Stelle ausgeschireben, wie ich sie inne hatte. Auch da liess sich der Schweizer nicht finden, dem ich den Arbeitplatz weggenommen haben soll. Wir hätten ihn auf der zweiten gut brauchen können. Das Projekt musste am Schluss extern vergeben werden.
February 7th, 2007 at 10:46 pm
Jens, gib’s doch zu: den Klaus-Rüdiger haste erfunden, weil’s Dir zu fad’ wurde.
[Antwort Admin: Ich wünschte es wäre so. Er ist nur die Spitze vom Eisberg und traut sich als “comment” an die Oeffentlchkei. Nach dem CLUB bekam ich sicher 7 E-Mails in dieser Tonart persönlich zugeschickt.]
February 7th, 2007 at 10:53 pm
Hallo zäme
“Wie man in den Wald ruft, ruft’s zurück!”, das gilt für Deutsche, Schweizer und alle anderen Menschen. Wir Schweizer sind selber schuld, wenn wir nicht mit der gleichen zackigen Art antworten und uns dann beschweren.
Ich hatte mal eine Kollegin, die ärgerte sich grün und blau, wenn ein Deutscher fragte, wieviele Fränkli dies und das koste. Sie antwortete dann: “Sie können auch mit Märkli (DM) zahlen. Vielleicht merkte der Frager dann, wo das Problem lag. Mein Rat an die Deutschen: “Versucht nicht krampfhaft schweizerdeutsch zu sprechen, es tönt blöd und wir verstehen euch auch so.” Akzeptiert einfach, dass es bei uns andere Ausdrücke gibt, diese sind nicht dümmer, sondern einfach Usus. Wir lachen auch nicht, wenn ihr zum Abendbrot geht oder zur Jause, oder sagen die Oesterreicher so, die haben ja nochmals andere Ausdrücke. Engländer und Amerikaner sprechen englisch, aber nicht dieselbe Sprache, es gibt etliche Unterschiede.
Etwas Seltsames habe ich erlebt, da sagte kürzlich eine Bekannte, die deutsche Staatsbürgerin ist, aber schon viele Jahre in der Schweiz lebt, zu mir: “Es sind so viele Deutsche da, ich mag die gar nicht.” Das gab mir zu denken. Es sind also nicht nur Schweizer, die Kritik üben, sogar die eigenen Landsleute haben ihre liebe Mühe damit. Lasst uns friedlich zusammen leben!
Freundliche Grüsse an ALLE!
February 7th, 2007 at 11:20 pm
@ Eidgenoss
Dein Eintrag ist zwar völlig überflüssig und primitiv, aber da kommt mir doch gleich etwas in den Sinn. Bin zwar regelmässige Leserin dieses Blogs, aber wurde hier schon mal diskutiert oder ergründet woher der Begriff “Gummihals” kommt? In meiner Kindheit hab ich den sehr oft als (ich gebs zu, ziemlich abschätziges) Synonym für die Deutschen gehört.
[Antwort Admin: Das Thema Gummihals wird hier bespochen Kennen Sie auch einen Gummihals? — Neue hübsche Wörter für die Deutschen]
February 8th, 2007 at 10:23 am
Die Diskussion zeigt wieder mal ein Kernproblem für (integrationswillige) Deutsche in der Schweiz auf: Mundart lernen oder nicht? Die Schweizer sind sich zu dem Thema wohl selbst alles andere als einig. Den Beitrag von Schwizer fand ich eigentlich überzeugend, aber man trifft eben auch immer wieder auf die im Beitrag von Widechätzli geschilderte Reaktion von zum Teil geradezu angewiederter Ablehnung wenn man es denn versucht, mit dem Schwitzerdütsch. Paradoxerweise ist natürlich gerade die Nähe von Hochdeutsch und Mundart da ein Wurzel des Problems, so dass es für komplett anderssprachige Ausländer wohl tatsächlich einfacher ist Mundart zu lernen als für uns Deutsche. Bei uns kommt zwangsweise zunächst ein wohl tatsächlich nicht sehr ästhetisches bastard-dütsch heraus, da wir ja hochdeutsch können und dies auch in der Schweiz verstanden wird. Da würde ich mir gelegentlich aber doch ein bisschen mehr Ermunterung oder Tolernaz dieser Versuche in der Lernphase wünschen, es ist eben noch kein Meister vom Himmel gefallen, und es ist nicht automatisch herablassend gemeint, wenn wir das “-li” an die falschen Wörter dranhängen. Ich finde die schweizer Mundart als angenehme und interessante Sprache, und noch mehr als einfach etwas, dass zur Schweiz gehört - nicht als “niedlich” sonder als Teil dieses Landes und seiner Identität. Umso mehr erstaunt mich wie oft ich auf Schweizer treffe die sich für ihr “Buuredütsch” entschuldigen - da sollte ein Schweizer doch wohl mit allem Selbstbewusstsein seine Landessprache sprechen, oder?
February 8th, 2007 at 10:32 am
Die Diskussion zeigt wieder mal ein Kernproblem für (integrationswillige) Deutsche in der Schweiz auf: Mundart lernen oder nicht? Die Schweizer sind sich zu dem Thema wohl selbst alles andere als einig. Den Beitrag von Schwizer fand ich eigentlich überzeugend, aber man trifft eben auch immer wieder auf die im Beitrag von Widechätzli geschilderte Reaktion von zum Teil geradezu angewiederter Ablehnung wenn man es denn versucht, mit dem Schwitzerdütsch. Paradoxerweise ist natürlich gerade die Nähe von Hochdeutsch und Mundart da ein Wurzel des Problems, so dass es für komplett anderssprachige Ausländer wohl tatsächlich einfacher ist Mundart zu lernen als für uns Deutsche. Bei uns kommt zwangsweise zunächst ein wohl tatsächlich nicht sehr ästhetisches bastard-dütsch heraus, da wir ja hochdeutsch können und dies auch in der Schweiz verstanden wird. Da würde ich mir gelegentlich aber doch ein bisschen mehr Ermunterung oder Toleranz für diese Lernphase wünschen, es ist eben noch kein Meister vom Himmel gefallen, und es ist nicht automatisch herablassend gemeint, wenn wir das “-li” an die falschen Wörter dranhängen. Ich finde die schweizer Mundart als angenehme und interessante Sprache, und noch mehr als einfach etwas, dass zur Schweiz gehört - nicht als “niedlich” sonder als Teil dieses Landes und seiner Identität. Umso mehr erstaunt mich wie oft ich auf Schweizer treffe die sich für ihr “Buuredütsch” entschuldigen - da sollte ein Schweizer doch wohl mit allem Selbstbewusstsein seine Landessprache sprechen, oder?
February 8th, 2007 at 11:07 am
Schwizer Says:
Integration in Sprachbelangen wird einem in der Deutschschweiz nicht gerade leicht gemacht. Viele muss man immer wieder auffordern Mundart zu reden wenn man sie auf hochdeutsch anspricht. Selbst meine Frau lässt sich nur schwer überreden.
In den Bussen z.B. von Winterthur darf man seit wenigen Jahren nicht mehr die “Schmidgass” hören sondern es wird wie in der Sprachschule von der SCHMIDGASSE gesprochen so dass es einem Norddeutschen wie mir schon weh tut.
Da ich selbst in Deutschland arbeite wäre ich dankbar wenn die wenigen Gelegenheiten an denen ich schweizerdeutsch hören darf auch von Euch Schweizern wahrgenommen werden.
Ich melde mich schon wenn ich was nicht verstehe…
February 8th, 2007 at 11:12 am
Entschuldige mich hier bei allen Deutschen für gewisse Einträge von gehirnamputierten Leuten.
@Bünzli Urs + Eidgenoss: Eure Nicks - ähm, das sind die Namen die ihr gewählt habt, gell - sind richtig gewählt: Bünzlig und eidgenössisch rückwärtsgewandt.
February 8th, 2007 at 11:13 am
Eidgenoss bemerkt eben, wie viele andere Schweizer auch, das seine Felle langsam davonschwimmen; er drückt sich eben nur seines Intellekts gemäß aus.
February 8th, 2007 at 11:17 am
Blick vom 27.09.06 auf Seite 12: „Erziehungskurs für Deutsche“ gefordert von C. Mörgeli!
Na wenn ihr keine anderen Probleme habt! Deutsche lernen Schweizerdeutsch, sagen “Chuchichäschtli” und so weiter!
NZZ 06.02.07 „Ein 15-jähriger Schüler einer Sekundarschule in Gelterkinden im Baselbiet hat am Dienstagmorgen einen Lehrer mit dem Tod bedroht. Der Schüler aus Serbien und Montenegro wurde vorübergehend von der Schule gewiesen und auf Anordnung der Jugendanwaltschaft verhaftet.“
20 min „……Sechs Täter haben zwar die Schweizer Staatsbürgerschaft, haben aber einen Migrationshintergrund und sind eingebürgert worden, wie der «Tagesanzeiger» heute Samstag berichtet. Sie stammen vom Balkan und aus der Türkei. Von den übrigen Tätern stammen zwei aus Serbien und Montenegro, zwei aus Mazedonien sowie je einer aus Italien, der Dominikanischen Republik und Bosnien-Herzegowina.“
Weltwoche „Hinter der mutmasslichen Vielfachvergewaltigung einer Schülerin in Zürich Seebach steckt ein Balkan-Problem. Statt sich zu integrieren, lassen albanische Jugendliche ihre Faszination des Verruchten hochleben und terrorisieren das Quartier.“
In einer „Arena“ vom vergangenen Jahr (nach dem deutschen 1:4 gegen Italien) wurde von einem Moderator gesagt:“ Wenn die Deutschen öfter mal im Fussball verlieren würden, dann wären sie uns viel Sympathischer“! Es ist ja auch eine Frechheit die lieben Schweizer 50 Jahre lang nicht gewinnen zu lassen!
Die Schweizer glauben ja immer, sie sind so beliebt in der Welt. Da irren sie sich aber gewaltig! Auch im Ausland ist man sich bewusst, dass die Schweizer immer die Rosinen aus dem Kuchen picken wollen! Wenn man dann aber für die Rosinen bezahlen soll ist man empört! Wenn ich mir überlege, dass allein Baden Württemberg der grösste Handelpartner der Schweiz ist, Süddeutschland noch immer 80% des Schweizer Fluglärms erträgt, frage ich mich was die Schweizer eigentlich wollen! Die reichen Deutschen mit ihrem Geld, die Unternehmer die in der Schweiz Arbeitsplätze schaffen und auch noch die vielen gut ausgebildeten Fachkräfte, die nimmt man gerne! Deutsche Touristen sollten lieber ihr Geld schicken und zu Hause bleiben! Aber jetzt kommen auch Deutsche, die wegen der Ostzuwanderung keine Arbeit mehr in Ihrer Heimat finden oder einfach wegen dem höheren Lohn die Heimat verlassen! (Diese werden von Schweizer Personalbüros aktiv in D rekrutiert) Da hört der Spass aber auf! Obwohl die Mehrheit ja für den freien Personenverkehr gestimmt haben! Übrigens, es war im letzten Jahrhundert auch schon mal andersrum! Auch heute leben 2% der Schweizer Gesamtbevölkerung (das sind ca. 70000) in Deutschland!
Wir wollen nicht geliebt werden von Euch, dafür haben wir unsere Freunde und Familien! Aber Euer ständiges Gejammer vom armen unterdrückten kleinen Land hängt uns zum Halse raus! Seid endlich konsequent! Verbannt die deutschen Bücher an Euren Schulen, klemmt die deutschen Programme ab, die gratis zu Euch ins Haus flattern! Kauft Euch endlich einen KIA und lasst Eure Testfahrten auf deutschen Autobahnen und vor allem: Spielt besser Fussball! Ich glaube, dass sind Eure Probleme!
PS: Zu dem, der die Deutschen als die Schweizer Polen bezeichnet kann ich nur sagen: Wenn ich der Chef bin, ist es mir egal ob ich Pole oder Deutscher bin! ….und als Besserwisser die wir Deutschen ja nun mal sind, würde ich auch schreiben. “Die Gummihälse denen es hier nicht passt, können ja verschwinden”! Ich hoffe es machen so viele wie möglich!
Euer lieber Anton
February 8th, 2007 at 12:25 pm
tja jens
das ist das problem, wenn man berühmt wird. ist nicht mehr gemütlich, hier mitzulesen geschweige denn zu kommentieren. mehr masse, noch dazu viel unterträgliche als klasse, leider. unhabhängig scheinbar von der nationalität, ein schwacher trost….
mach drü mönät en uszyt und chum denn sicher au mal wider verbi go luege.
häb sorg ond alles gueti.
wolfi
February 8th, 2007 at 12:47 pm
@Brun(o)egg
Danke, aber auch für einige Aussagen von Deutschen muss man sich als ebensolcher hier entschuldigen. Zum Beispiel für Anton.
Wie kommst du (Anton) eigentlich auf Idee, es gäbe nur 3,5Mio Schweizer?
February 8th, 2007 at 12:56 pm
@Selma:
zur Schoggi: Das wurde, denke ich mal, nicht von Deutschen erfunden.
Da gibt es Schweizer Konditoreien (Kunz), die “Schoggi-Spezialitäten” anbieten, es gibt die Webseite Schoggi-Land.ch und auch ansonsten kann man auf Schweizer Webseiten jede Menge Schoggi-Referenzen finden.
Generell gilt: jeder ist erstaunt über den Dialekt des anderen. Die Süddeutschen lachen über jeden Norddeutschen, der nachmittags mit “Moin, moin!” grüßt und denken fälschlicherweise, es sei ein Morgengruß. In Köln lacht sich die Dame am Fahrkartenschalter halb tot, wenn man, ganz im Gedanken, bayerisch mit “Grüß Gott!” startet. Und die Berliner werden auch gerne parodiert. Erst recht übrigens die Schwaben, die außerhalb des Schwabenlandes oft den einen oder anderen Heiterkeitserfolg mit ihrer Sprache haben. Dafür werden bayerische Mädels gern im Norden aufgefordert, mit ihrer Spracheinfärbung zu reden, denn das klingt ja so nett/süß/putzig/erotisch etc.
Wenn ich in Bayern statt einer Semmel ein Brötchen bestelle, habe ich beim Bäcker auch mehrfach ein “Was wollns?” gehört…
Leute, Schweizer, wenn Ihr in einem Land leben würdet, in dem die unterschiedlichen Dialekte nicht nur leichte Variationen des Nachbardialektes wären, dann würdet Ihr Euch weniger ärgern, wenn jemand aus Deutschland sich an Eurem Dialekt erfreut und könntet besser drüber stehen. Falls Ihr Euch mal in verschiedenste Regionen Deutschlands wagen würdet, ginge es Euch eventuell sogar ähnlich mit unseren regionalen Spachausprägungen und Ihr würdet auch mal schmunzeln oder eine witzig gemeinte Bemerkung machen bzw. den Dialekt unpassend nachmachen. Das geht vielleicht sogar den 2%Schweizern so, die in D-land leben und sich hier auch köstlich amüsieren oder wundern.
February 8th, 2007 at 1:21 pm
Interessant ist ja, dass die Schweizer der festen Überzeugung sind, nur weil sie die Deutschen nicht mögen, werden diese überall auf der Welt nicht gemocht. Kein Witz, das glauben die wirklich. Schweizer haben deshalb auch eine Riesenpanik, in den Auslandsferien für Deutsche gehalten zu werden. Aber dem kann man ja mit Schweizerkreuz auf dem T-Shirt vorbeugen.
February 8th, 2007 at 2:08 pm
@ bigolino
Panik besteht sicher nicht, aber: Vor zwei Jahren wurde ich in Amsterdam erst bedient, als ich auf Schweizerdeutsch, - mit Gopferdammi!!!-, den Kaffee noch einmal bestellte, den ich vorher auf Hochdeutsch bestellt hatte.
Es hängt halt noch nach. Macht Euch nicht verrückt deswegen und bleibt freundlich und beweist das Gegenteil.
February 8th, 2007 at 2:23 pm
An HB
Du sagst es selbst, ob Deutsche Dialekt lernen sollen, darin besteht keine Einigkeit. Und dann brauchst du in der letzten Zeile ein Wort, das genau diese Spanne an Definitionen der Deutschschweiz beinhaltet. Du wirst mehrere Varianten hören, was die Einwohner als „Landessprache“ bezeichnen. Die einen werden dir klar ihren eigenen Dialekt als ihre Landessprache nennen, andere meinen damit Schweizerdeutsch (womit eigentlich die Sammlung aller deutschstämmigen Dialekte, die in der Schweiz gesprochen werden, gemeint sind – und tönen sie auch noch so verschieden untereinander) und die dritten erwähnen Hochdeutsch, weil die offizielle Landessprache eben Deutsch ist, und Geschriebenes, also offizielle Dokumente eben in Hochdeutsch verfasst werden.
In dieser Beziehung ist die Identität viel verwischter, als es etwa in Deutschland ist, wo man weiss, dass man zur interregionalen (auch mündlichen) Verständigung eben auf Hochdeutsch angewiesen ist.
Gerade wegen der unterschiedlichen Auffassung von Landessprache hörst du die verschiedenen Reaktionen von wegen „ihr solltet endlich besser Dialekt lernen“ oder „lasst die Mundart sein, man braucht es nämlich gar nicht“.
An Frank
Obiges wird dich auch interessieren und zusätzlich:
Im öffentlichen Raum (also auch für den Durchsagen der Verkehrsmittel) finde ich es absolut nötig, Hochdeutsch zu hören. Wenn es dann nicht gerade von einer Hannoverschen Schauspielerin aufgesprochen wird, sondern eher nach Sprachschule tönt, kommt eigentlich Fremdsprachigen eher entgegen. Damit denke ich an alle Schweizer einer anderen Landessprache, die bei sich Hochdeutsch und nicht irgendeinen Dialekt als Schulfach belegt hatten und anderssprachige Ausländer. Genau die sind auf solche Ansagen angewiesen. Die Winterthurer, die im Bus ja schon wissen, welche Haltestelle als nächste kommt, hören nicht einmal zu. Andersdialektige verstehen genauso gut Hochdeutsch wie Zürichdeutsch mit Winterthurer Färbung.
February 8th, 2007 at 3:14 pm
Ok, einfache Mathematik ist nicht schwer aber wenn sich die Anti-Spam Frage nach ein paar Minuten aendert und man dann natuerlich die falsche Antwort uebermittelt, stoesst einem der Spruch “einfache Mathematik ist schon schwer, was?” sehr sauer auf!
Ist noch witzig, ein Schweizer in Amerika schaut sich eine Sendung zu Deutschen in der Schweiz an. Naja, mein Vater ist Deutscher aber schon seit ueber 40 Jahren in der Schweiz und spricht eine Art “Mundart” aber ich denke kaum, dass er sich als Gast fuehlt oder so behandelt und angesehen werden sollte. Ich finde, man sollte es schon auch von der politischen (oder wohl eher buerokratischen) Seite her sehen: Solange man Tourist ist und/oder noch keine Niederlassungserlaubnis hat, zaehlt man als Gast. Sobald man sich jedoch niederlassen darf, sollte die Bezeichnung “Gast” nicht mehr gelten aber die Phase der Anpassung sollte so schnell nicht enden.
Die wichtigste Form der Anpassung ist wohl die Sprache. Nein, ich (und wohl die wenigsten meiner Landsleute) verlange nicht, dass Deutsche nun Schwyzerduetsch sprechen muessen aber sie sollten es zumindest einigermassen verstehen - oder sagen wir mal jenes Schwyzerduetsch, das in den Kantonen Aargau und Zuerich gesprochen wird und fuer mich persoenlich als am klarsten und am meisten verstaendlichen Schwyzerdeutsch fuer Deutsche gilt. Bei Baernduetsch, oder auch Walliserduetsch etc, stossen Deutsche (aber auch viele Schweizer und ich bin keine Ausnahme) schnell mal an ihre Grenzen. Jedoch ist dies in Deutschland selber ja nicht anders; auch dort gibt es viele verschiedene Dialekte und es ist kaum vorstellbar, dass ein Bayuware einen plattsprechenden Fischkopp versteht! Und noch weniger vorstellbar ist es, dass ich als Schweizer in Deutschland in einem Laden auf Schwyzerduetsch bestellen kann - naja, koennen schon aber es wird mich nicht weit bringen. Ergo, ich muss mich sprachlich anpassen. Die Deutschen haben es in der Schweiz insofern gut, oder besser, dass ihre Sprache von uns eigentlich taeglich angewendet wird: im Alltagsleben, Job, Strassenverkehr. Sogar die Skirennen werden vom Hauptkommentator in Hochdeutsch praesentiert und der Gastkommentator spricht Schwyzerduetsch - find ich persoenlich unsinnig aber was solls.
Deutsche Arroganz? Ich kenne viele Deutsche, die einen arroganten Eindruck vermitteln. Genauso kenne ich viele Schweizer, die einen arroganten Eindruck vermitteln, und so weiter und so fort. Jens, Du hast es als Ahnungslosigkeit beider Seiten bezeichnet und das find ich eigentlich sehr treffend. Ahnungslosigkeit gebuendelt mit Vorurteilen und Klischees fuehrt sehr schnell zu Arroganz. Ich denke, man sollte nicht immer alles pauschalisieren - genauso wie man nicht sagen kann, alle Amerikaner sind dumm. Sicher nicht alle und nicht dumm nicht sondern wohl eher ignorant aber das gehoert hier nicht hin
Alles in allem fand ich die Sendung sehr interessant, insbesondere weil ich am Montag eine neue Stelle antrete bei einer amerikanischen Firma antrete, die im deutschen Markt mitmischen will. Und als Schweizer wurde ich gefragt, was man denn als Amerikaner vermeiden sollte, um die Deutschen nicht zu veraergern.
In manchen Dingen hab ich wohl eher eine Mitte-Rechts Einstellung aber Herrn Moergeli zu dieser Diskussionsrunde einzuladen, empfand ich als eine schlechte Wahl. Naja, als Politiker kann man wohl nicht aus der eigenen Haut und wenigstens eine Frage direkt und nicht ausweichend beantworten. Schade, aber es haette wohl auch schlimmer sein koennen.
Noch was zum Schluss: Die eindruecklichste Erfahrung als Schweizer mit Deutschen war vor ein paar Jahren am Fruehlingsfest in Stuttgart. Ich sitze mit zwei Freunden am Tisch. Der Stuttgarter “schwaebelt”, die Muenchnerin redet bayrisch und der Schweizer redet Zueriduetsch und alle verstehen einander perfekt!
February 8th, 2007 at 3:55 pm
@Frank
“Integration in Sprachbelangen wird einem in der Deutschschweiz nicht gerade leicht gemacht. Viele muss man immer wieder auffordern Mundart zu reden wenn man sie auf hochdeutsch anspricht. Selbst meine Frau lässt sich nur schwer überreden.”
Hat vielleicht damit zu tun dass da ein Hirnkonflikt (for lack of a better word) vorliegt. Werde ich in Hochdeutsch angesprochen, rastet mein Hochdeutschsprachzentrum ein. Idem bei Schwiizertüütsch. Muss ich jetzt aber Schwiizertüütsch sprechen während mein gegenüber in Hochdeutsch weitermacht, rutsch ich irgendwie/wann ab ins Hochdeutsch und hab hinterher Kopfschmerzen…
Noch extremer ist dieser Hirnkonflikt wenn ich zum Beispiel in Französisch chatte und zugleich Englisch am Telefon spreche. *funk* *knister* *brutzel* Da tritt mir Qualm aus den Ohren! Geht einfach nicht!
Wär mal interessant das wissenschaftlich zu untersuchen: Proband in die Backröhre äh Kernspinntomograph und zweisprachige Kommunikation abhalten. Mal schauen wo’s funkt!
February 8th, 2007 at 3:58 pm
Als Deutscher der in der Schweiz aufgewachsen ist es auch für mich immer wider erstaunlich wie die Schweizer auf mich reagieren. Etwa wenn ich etwas Deutsches verteidige und frage ob Sie mit mir Probleme haben – „Nein, mit dir nicht, du bist ja fast Schweizer“…..
Auch auf der anderen Seite ist immer wieder spannend die Augen (Ohren) von Deutschen Lieferanten / Kunden zu sehen, wenn ich mit meinen Kollegen im besten Schweizerdeutsch diskutieren und im nächsten Satz mit perfektem Hochdeutsch weiterrede. Es braucht dann jeweils eine kleine Erklärung wieso ein „Schweizer“, ich fühle mich geehrt, so gut Deutsch kann
Was ebenfalls spannend ist, ist die Tatsache, dass meine Kinder Deutsche sind, dank einem uralten Gesetz, das mittlerweile abgeschafft ist. Meine Kids sind hier in der Schweiz völlig integriert, mit einem kleinen Handicap: Sie sind zwar Deutsche, könne aber fast kein Hochdeutsch…..
@jens
Danke an für die tolle Unterhaltung hier im Blog. Auch für mich gibt es immer wieder tolle einblicke in die „Wort“-Geschichten.
February 8th, 2007 at 4:08 pm
@ Brun(o)egg
Da muss ich dir recht geben. Ich habe beruflich mal ein Jahr in Amsterdam verbringen müssen. Dagegen ist die Schweiz das reinste Paradies. Meine Frau hat da, um nur ein Beispiel zu nennen, erst dann einen Platz zum Campen bekommen, als sie ihren Schweizerpass vorzeigte. Komischerweise stehen die Holländer immer ganz oben auf der Liste, wenn man Deutsche nach ihren Lieblingsnachbarn fragt. Aber mich fragt ja keiner.
February 8th, 2007 at 9:48 pm
@ Anton sry, aber wenn du die hälfte deines missratenen (sry, aber ich finde kein anderes wort) Beitrags nur negative Schlagzeilen aus der Schweiz zitierst, muss ich ein paar kleine Einwände bringen (und zwar ohne, dass ich irgendwelche Zeitungen und Daten angebe) Erfurt… Die Geschichte mit der ermordeten Chinesin, dann fallen mir die “Problemschulhäuser” aus den deutschen Metropolen vom Sommer ein, dann seid ihr (Deutschen) im Irak, wir (Schweizer) nicht… etc… es tut mir leid, aber wenn du ein Land an solchen Faktoren bewertest gehörst du eingesperrt…. bist wahrscheinlich noch nie in der Schweiz gewesen oder (und wenn doch nur an der Goldküste residiert?)!!!
und and die Herren: Bünzli Urs + Eidgenoss
sry, aber ihr habt irgend etwas nicht wirklich verstanden…
ich hoffe, sie zählen zu der Generation, die in Zukunft nicht mehr zu sehr den Ton angeben werden!
February 8th, 2007 at 11:27 pm
@phipu:
Was Du sagst ist “Auha”.
“Obiges wird dich auch interessieren und zusätzlich:
Im öffentlichen Raum (also auch für den Durchsagen der Verkehrsmittel) finde ich es absolut nötig, Hochdeutsch zu hören. Wenn es dann nicht gerade von einer Hannoverschen Schauspielerin aufgesprochen wird, sondern eher nach Sprachschule tönt, kommt eigentlich Fremdsprachigen eher entgegen. Damit denke ich an alle Schweizer einer anderen Landessprache, die bei sich Hochdeutsch und nicht irgendeinen Dialekt als Schulfach belegt hatten und anderssprachige Ausländer.”
Also von mir aus kann man ja in fünf Sprachen die Haltestelle ansagen. Aber in der Regel hört es sich etwas witzig an, wenn typische Schweizer Ortsbezeichnungen überkandidelt hochdeutsch betont werden. Wenn ich ins AUsland fahre, finde ich es wichtig, dass offizielle Ansagen mit Beschreibungen der Einheimischen zusammenpassen. Mitunter hören sich die BEgriffe so unterschiedlich an, dass ich vorbeifahre, weil es hochdeutsch angesagt wird. Da in den modernen Verkehrsmitteln sowieso die Haltestellen auch noch ausgeschrieben werden, dürfte es sicher keine Porbleme geben wenn man sich so ausdrückt, wie es in diesem Landstrich üblich ist…
Naja, aber wenn Euch das gefällt ist ja gut. Ich kann immer nur grinsen ob der Selbstverleugnung und den intellektuellen Schnöseln die alles übertreiben…
February 9th, 2007 at 2:42 am
Die Diskussion schien mir ein wenig wie ein Sturm im Wasserglas. Ich fand, allzuviele Empfindlichkeiten, dass Deutsche nicht freundlich aufgenommen würden. Von meinen Beobachtungen her denke ich, dass die Deutschen von vielen Schweizern lieber gesehen sind in unserem Land als Angehörige anderer Nationalitäten.
Zur Arroganz:
Ich finde die ganze Diskussion um die angebliche Arroganz der Deutschen irrelevant, weder denke ich selber so, noch Leute, die ich kenne. Zumindest nicht mehr, als Leute das über eigene Landsleute auch sagen, sei das in der Schweiz oder in irgendeinem anderen Land. Wenn häufig genug gesagt wird, die Schweizer fänden die Deutschen arrogant, wird man es mit der Zeit glauben und es, besonders bei Suggestivfragen auch so beantworten.
Vielleicht, wenn dem so ist, kommt es durch dieses “Jöö, wie niedlich”, ob gesagt oder aus dem Klang her verstanden, es wirkt etwas herablassend und wird wohl auch so empfunden. Möglicherweise hat es damit zu tun, dass in der deutschen Gesellschaft Mundart meist als zum unteren Bildungsstand gehörend beurteilt wird, wo doch Mundart in der Deutschschweiz demokratisch quer durch alle Bildungsstufen gesprochen wird. Ich bin überzeugt, dass, wenn, eben durch solches Verhalten einige Schweizer Deutsche als überheblich empfinden könnten.
Zu Gast und Gastgeber:
Ich selbst empfinde die Ausländer hier sowenig Gast, wie ich mich als Ausländerin in anderen Ländern als Gast fühle, es sei denn, ich sei als Touristin dort. Ich sehe die Menschen als Individuen, unabhängig von ihrer Nationalität, Religionszugehörigkeit, Geschlecht oder Alter.
Was Clichées betrifft, gibt es die doch überall, auch in Deutschland. Ich war sehr oft, auch über längere Zeit im Ausland in unterschiedlichen Ländern und habe beobachtet, dass es genau dieselben Vorurteile gibt. Sticheleien und gewisse Rivalitäten unter grösseren Städten sind normal. Ich finde, in der Schweiz sogar eher weniger oder wenn, dann mit einem Augenzwinkern.
Es ist ein bekanntes Phänomen, dass Leute, die sich längere Zeit im Ausland aufhalten, mal alles als fremd empfinden und sich nicht unbedingt wohl fühlen. Sie fallen in den Fehler, dass sie vergleichen mit ihrem eigenen vertrauten Land, mehr und mehr als negativ empfinden, was dem Vertrauten, Heimischen nicht entspricht. Weiter wird gerne verallgemeinert, wenn man ein paar mal auf dieselbe Reaktion stösst. Manchmal hilft’s, wenn man sich fragt, ob diese Reaktion etwas damit zu tun haben könnte, wie man selber empfunden wird durch gewisse Äusserungen oder Verhaltensweisen, dies gilt aber auch im eigenen Umfeld.
Interessant ist, dass, wenn man ins eigene Land zurückkehrt, weiter verglichen wird und man dann oft die negativen Seiten im eigenen Land erkennt. Ich habe das an mir selbst wie auch an sehr vielen Leuten beobachten können, die sich lange in der Schweiz aufgehalten haben und nach einer gewissen Zeit sich hier heimischer fühlten als in ihrem Ursprungsland.
Ich hätte mir in der Diskussion gewünscht, dass mehr auf wirkliche Probleme, wie der Titel versprach, auf Verbindendes und Trennendes eingegangen wäre. Zum Verbindenden fand ich die historischen Rückblicke von Adolf Muschg und Herrn von Stechow sehr interessant.
Sonst wurde in der Runde leider fast nur vom Trennenden gesprochen, was zeitweise m.E. etwas wehleidig herüberkam, und Herr Mörgeli kann wohl nicht anders, als jede Gelegenheit zu nutzen, gegen die EU zu wettern. Seinen Angriff auf Herrn von Stechow fand ich sehr daneben.
Interessant fand ich den Hinweis von Jens auf die unterschiedlichen Codes und hätte mir davon mehr gewünscht als Erklärung für viele Missverständnisse zwischen Deutschen und Schweizern. Aber dazu war dann wohl die Zeit zu kurz bemessen. Interessant wäre, wenn noch einmal eine Runde stattfinden würde nach all dem Feedback und vielleicht die Meinung der Zuschauer etwas wiedergegeben werden könnte.
Christine Maier hat gut moderiert, obwohl vielleicht die einen etwas zu kurz kamen; aber das ist das Problem bei den meisten Diskussionen.
Ich habe nur etwa die Hälfte aller Kommentare hier gelesen, dabei sind mir die drei folgenden besonders aufgefallen.
@ mark: zum Glück vertreten sie nur einen sehr geringen Anteil der Menschen in unserem Land.
@neuromat: es ist die schweizerische Unbefangenheit, dass wir den Namen Adolf als das verstehen, was er ist, ein traditioneller Schweizer Vorname, siehe auch Adolf Ogi, oder andere Dölfs, die aus Familientraditionen kommen. Wir haben keine wüsten Assoziationen und zucken bei diesem Namen nicht zusammen, wie es bei Ihnen der Fall zu sein scheint.
@werner: ich bin völlig Ihrer Meinung!
February 9th, 2007 at 10:04 am
Lange zeit war es üblich wenn es um Vorurteile ging den Satz anzuhängen “…. aber Dich meine ich nicht”. Als nicht in der Schweiz geborener mit äthiopischen Wurzeln und zwischenzeitlich eingebürgerter St. Galler hatte ich schon Grundsatzdiskussionen geführt.
Wenn es dann um die “Ausländer” speziell aus der Region südliches oder westliches Nicht-Schweiz, Kriminalität, Gewalt und arbeitsscheu, konnte man stundendlang diskutieren. Als versöhnlicher Schluss kam dann aber immer jener berühmte Satz: “… aber Dich meine ich nicht”. Diese Relativierung fehlt mir in der “Die Deutschen sind da”-Diskussion.
February 9th, 2007 at 10:24 am
@brun(o)egg:
Den Fehler, in Amsterdam Deutsch zu reden, macht nur ein Schweizer.
Deutsche mit Holland-Erfahrung wissen: auch wenn Dein gegenünber dort Dich zu 100% verstehen würde, vielleicht sogar fließender Deutsch spricht als Du selbst, wird er stets erwarten, erst einmal auf Englisch(!) angesprochen zu werden.
Erst wenn der Holländer Dir auf Deutsch antwortet (denn der Akzent verrät Dich in der Regel als deutschsprachig), signalisiert er Dir, dass er nicht nur Deutsch versteht, sondern vielleicht sogar Deutsche mag und deshalb die Toleranz besitzt, Deine Bestellung zu akzeptieren, auch wenn Du auf Deutsch weiterredest. Vorher ist Deutsch tabu dort.
Die Holländer hassen die Deutschen um so mehr, als dass kein anderes Land im 2. Weltkrieg so eng mit den Deutschen trotz Besetzung kollaboriert hat wie die Niederlande. Widerstand gab es dort kaum, dafür viele freiwillige SSler. Selbst die Juden wurden meist von Niederländern verraten, Niederländer verhafteten die Juden und organisierten den Abtransport. Dies geschah auch mit Anne Frank - einer Deutschen aus Frankfurt. Und dafür hassen sie die Deutschen um so mehr.
[Anmerkung Admin: Siehe hier Was hat die Schweiz mit den Niederlanden gemeinsam? Die Liebe zu den Deutschen!]
February 9th, 2007 at 11:18 am
Wir Schweizer - Alemannen, Burgunder, Räter, Lepont(i)er etc. etc. - haben keine Probleme mit den Deutschen.
Probleme haben wir aber mit dem „rîche“ und seinem Umgang mit uns. Statt uns zu belächeln und zu marginalisieren, würde man sich im „rîche“ wohl besser einmal fragen, weshalb “es” uns doch deutlich besser geht. Gestern im ZDF eine Diskussion zur Rentenlüge mit dem bereits zu Lebzeiten mumifizierten und aktuell fossilierten Herzjesusozialisten Blüm, der Neostalinistin Sarah Wagenirgendetwas, weiteren verkrachten Existenzen und einem Grünen namens Metzger. Letzterer erwähnte seine persönlichen Erfahrungen mit der Schweiz (den Widerstandswillen der kleinen Alpenrepublik) und lobte unsere Altersvorsorge über den grünen Klee. Soweit so gut, jedenfalls im Vergleich zum „rîche“.
Richtiggehend geärgert habe ich mich aber über folgenden Beitrag:
ARD vom 30. September 2006, „Europamagazin aus Brüssel“; ARD-Studio 2006;Renate Bütow, die Moderatorin vom ARD in Brüssel zu einem Beitrag aus der Schweiz
„Aus Furcht vor Fremden haben die Schweizer einem verschärften Ausländergesetz zugestimmt. Das gilt aber nur für die armen Asylanten. Reiche Investoren hingegen werden nach wie vor begrüsst. Zum Beispiel im Bergdorf Andermatt ein ägyptischer Milliardär sic ! (…).“ Es folgen Ausschnitte vom Schweizer Fernsehen zum geplanten Investitionsprojekt in Andermatt.
Am Tag nach der Abstimmung zum schweizerischen Asyl- und Ausländerrecht haben zwei leibhaftige Kanonisten - purus canonista purus asinista - der europäischen Union in Brüssel über die Schweiz die Acht und Bann verkündet - logisch, sie waren ja auch zu zweit - wobei Bann etwa als rechtliche, religiös aufgeladene Sanktion des Ausschlusses eines abweichlerischen Individuums oder einer Minderheit zum Zwecke der Aufrechterhaltung einer als legitim angesehenen Ordnung definiert werden kann. Nun, meine Damen und Herren in Brüssel, wir sind nicht des „rîches getruwe“ und den schweizerischen Souverän wird dieser Bannspruch wenig kümmern. Aehnlicher bullshit wurde unter anderem nach der Abstimmung auch im 3-sat von der „Kulturzeit“ verkündet und die Kommentare in den Nachrichten der deutschen Fensehanstalten waren etwa auf vergleichbarem Niveau.
So wird in Deutschland seit Jahren Stimmung gemacht gegen ein kleines erfolgreiches Land.
Kein Wort über die Bilateralen I und II, kein Wort zum neuen Ausländergesetz, kein Wort zur wahrlich reifen Leistung eines Volkes, das über solche „Verfassungsentscheidungen“ im Massstab 1:1 an der Urne entschieden hat ! und nie ein Wort zur eigenen politisch-demokratischen Misere, wo das „Volk“ - aus direktdemokratischer Sicht geradezu grotesk - nicht gefragt wird, ob es einer europäischen Verfassung zustimme. Kein Wort über die etwa 20′000 „Wirtschaftsflüchtlinge“ aus den alten und neuen Bundesländern, die kürzlich mit „den Füssen für die Schweiz abgestimmt haben“ und der Misere im eigenen Land entflohen sind.
Wenn nach den letzten Nationalratswahlen eine grosse führende Tageszeitung verlauten lässt, die Schweiz sei eine grosse Koalition mit Sozialdemokraten, freien Demokraten ! , mit der fremdenfeindlichen Volkspartei und mit Christlich-Demokraten eingegangen und die deutschen Fernsehanstalten diesen Unsinn unkritisch kolportieren, kann man auch nachvollziehen, dass man im „rîche“ die Schweizerische Demokratie nicht versteht. Von Volksrechten, vom Stimmrecht, von geteilter Souveränität keine Ahnung, da der Erfahrungshorizont der Kälber im „rîche“ ja nicht über ihr Recht hinausgeht, ihre Metzger selber wählen zu dürfen; beim Zustand der grossen Koalition heisst das nicht anderes als die Wahl zwischen Pest und Cholera, und damit sind nicht etwa die altstalinistisch-marxistischen Nostalgiker von der PDS gemeint oder ihre totalitären Gesinnungsgenossen bei der NPD.
Man nehme in Deutschland doch einfach zur Kenntnis, dass ihre Wirtschafts- und Sozialpolitik längstens zu einer „Lachnummer auf Kosten der outsider“ verkommen ist und dies nicht erst seit der grossen Koalition. Ohne Helmut Schmidt idealisieren zu wollen, sei erwähnt, dass er jeweils vor grossen wirtschaftspolitischen Debatten „Herrn Luchsinger aus der „Neuen Züricher Zeitung“ zitierte. Die Lektüre der Neuen Zürcher Zeitung sei den Kanonisten im „rîche“
wärmstens empfohlen wie auch der neuen Kaiserin „absente imperatore“ und ihrem erwählten Nebenkönig „vivente imperatore“, und statt von „weinen und von klagen“ würde man im „rîche“ besser einmal die Strophe „von grôzer arebeit“ anstimmen. Wirtschaftswachstum entsteht durch Produktion, nicht durch Umverteilung, und regulierte geschützte Arbeitsmärkte führen zu Arbeitslosigkeit. Um das zu verstehen, muss man nicht 10′000 Seiten Oekonomie lesen; es genügt, die wichtigsten 100 Seiten verstanden zu haben, so etwa bei „Mankiew, Grundzüge der Volkswirtschaft, 3. Auflage, Stuttgart 2004, Seite 426 zum Tabu der regulierten Arbeitsmärkte oder etwa bei „Bofinger, Grundzüge der Volkswirtschaftslehre, Eine Einführung in die Wissenschaft von Märkten, München 2003, S. 165“ zur Frage, wozu braucht man eigentlich Gewerkschaften S. 165ff und zum „insider-outsider-Problem“; ebenso bei Pindyck/Rubinfeld, Mikroökonomie, Münnchen 2005, S. 416“ oder bei Blanchard/Illing, Makroökonomie, München 2004“, S. 175 zum Kündigungsschutz in Deutschland, S. 194ff und vor allem S. 668ff zur Eurosklerose, „Rigiditäten auf dem Arbeitsmarkt“.
Saturierte Schweizer
Unvergessen bleibt für uns Peter von Matt, der deutsche Literaturkanonisten (siehe oben) einmal auf ihre eigenen Bäuche aufmerksam machte. Wir haben genug von Neid, kulturellem Dünkel und hegemonialem Gebahren aus Deutschland. Eine aussenpolitische Kommission kann die Angelegenheit der Fernsehberichterstattung durchaus einmal auf ihre Tagesordnung setzen, und, da die Schweiz möglicherweise ja auch „europäische Fernsehsendungen“ mitfinanziert, müssten sich auch die Vertreter der Schweiz im Europarat einmal mit der Qualität dieser „Europäischen Sendegefässe“ befassen. Eine politisch-diplomatische Note hingegen sind diese Kanonistenmanöver nicht wert.
Der Elite seien zur Lektüre empfohlen die Publikationen zur 29. Ausstellung des Europarates in Berlin und Magdeburg - „Heiliges römisches Reich Deutscher Nation“ - zwei Essaybände/Kataloge und ein weiterer Band „Heilig. Römisch. Deutsch.“ , alle Dresden 2006. Nebst der wie immer unvermeidbaren kanonistischen Qarktreterei haben die meisten (Rechts-)Historiker echt lückenfüllende Beiträge verfasst, die auch für ein Europäisch-Eidgenössisches Publikum von grösstem Interesse sind. An die Schweizer Vertreter im Europarat geht die Frage, warum kein Schweizer Historiker den Kollegen im „rîche“ erklärt hat, seit wann und vor allem warum wir nicht mehr des „rîches getruwe“ sind und ob die Schweiz als Mitglied des Europarates dieses Projekt mitfinanziert.
Die Publikation schliesst teilweise echte Lücken zu unserer gemeinsamen Geschichte, denn Deutsche und Europäer waren wir Schweizer immer. Wenn auch besser und erfolgreicher als unsere Nachbarn. Und das werden wir vorerst auch bleiben. Schweizer und besser. Und offen für Deutsche, die zu uns kommen wollen. Weil wir es so an der Urne entschieden haben.
lynx, 09.02.2007
February 9th, 2007 at 2:56 pm
@lynx
(Zitat:):”Man nehme in Deutschland doch einfach zur Kenntnis, dass ihre Wirtschafts- und Sozialpolitik längstens zu einer „Lachnummer auf Kosten der outsider“ verkommen ist und dies nicht erst seit der grossen Koalition.”
Sicher bedarf es in Deutschland einer grundlegenden Korrektur der vor allem der Sozialpolitik. Doch sollte man bei aller berechtigter Kritik ein gravierendes Faktum nicht vollständig ausklammern:
Ein Abenteuer, für das es in der bekannten Geschichte keine Parallele gab, kein Vorbild, das man hätte zu Rate ziehen können. Es wurden einige gravierende Konstruktionsfehler in der Anfangsphase gemacht, die uns, wie es sich jetzt herausstellt, ziemlich teuer kommen. Als Beispiel möchte ich hier nur das “Anzapfen” der Rentenkasse nennen.
Mal ganz abgesehen von den gesellschaftlichen Problemen, die auftraten (und noch immer auftreten), sind es die Kosten der ganzen Geschichte, die uns in diese “Schieflage” brachten. Die Gesamtkosten belaufen bis heute sich auf ca. 1,5 Billionen Euro (also weit über 2 Billionen Franken), wobei davon ca. 1 Billion Transfers von West nach Ost waren. In Anbetracht diese gigantischen Summe haben wir uns eigentlich noch recht “wacker geschlagen”. Nichts gegen Bofinger, Pyndick/Rubinfeld, Blanchard/Illing und ähnlichen Koryphäen: In deren Abhandlungen findet man leider auch nichts Konstruktives bezüglichen einer Lösung der o.g. Probleme.
Sie schätzen die Schweizer als (Zitat:)”besser und erfolgreicher als unsere Nachbarn” ein. Es muss aber eine - rein hypothetische - Frage erlaubt sein: Wären sie es auch, wenn sie einen ähnlichen finanziellen und gesellschaftlichen Kraftakt hätte vollbringen müssen ?
February 9th, 2007 at 3:09 pm
Immer wieder witzig, Freisinnigen dabei zuzuhören, wie sie über Kommunisten schimpfen (als alle die weder Rechts noch Freisinnig sind) - Damit argumentieren, dass in Deutschland die Armen (eben wegen der Kommunisten, ach was Stalinisten) zuviel bekommen und dadurch die Produktion zu teuer ist. Schaut man sich aber die Lohnstückkosten an, so steht Deutschland sehr gut da. Warum dann die Probleme? Markt heist Angebot und Nachfrage. Die Nachfrageseite vergisst man aber ständig und so liegt beim Exportweltmeister der Binnenmarkt flach. Einfachste und Grundlegenste Marktgesetzte. Und ausgerechnet die selbsternannten Wirtschaftsexperten vergessen sie.
February 9th, 2007 at 3:43 pm
@bigolino und Thomas W.
Vielleicht bin ich ja Rassist, aber ich sitz lieber mit zehn betrunkenen Deutschen auf einer Insel als mit einem nüchternen Holländer. Wobei der nur nüchtern ist, weil er den Wein selbst bezahlen müsste.
February 9th, 2007 at 9:01 pm
@Dirtbag:
Die Deutschen sind nicht im Irak. Nur deshalb hat Schröder überhaupt 2002 nochmal die Bundestagswahl gewonnen. Danach gab’s Riesen-Knatsch mit den Amis, “altes” und “neues” Europa, Freedom Fries usw. Joschka Fischer sagte damals im Weltsicherheitsrat nach Powells Diashow “I’m not convinced”. Die allermeisten Deutschen sind den beiden zumindest dafür dankbar - heute mehr denn je.
Die Deutschen sind allerdings - leider - in Afghanistan.
February 10th, 2007 at 1:19 am
@Dirtbag
Ich bin leider total missverstanden worden, liegt wahrscheinlich an zu viel Text! Ich wollte damit nicht die Gewalt in der Schweiz aufzählen, da gibt es selbstverständlich auch in D zur Genüge! Ich wollte damit sagen, der Mörgeli verlangt von den Deutschen Integrationskurse und dabei gibt es in der Schweiz ganz andere Ausländergruppen, die z.B. nach 20 Jahren kaum (Schweizer-) Deutsch können oder die, die mit dem Messer in die Schule gehen usw. Die brauchen Integrationskurse! Ob ein Deutscher nun Hochdeutsch, Bayrisch oder Schwäbisch spricht oder vielleicht mehr oder weniger gut Schweizerdeutsch, das ist doch nun wirklich nicht wichtig! Ich will die Schweiz nicht mies machen! Aber ich hab das Gefühl ihr habt zwei Gesichter! Ihr lest unsere Bücher (selbst Schulbücher, Schulungs- und Weiterbildungsunterlagen kommen aus D), schaut täglich deutsche TV-Programme, fahrt über die Grenze zum einkaufen, eure Kinofilme sind mehrheitlich von deutschen Sprechern synchronisiert, deutsche Autos sind Statussymbole und auf der anderen Seite so ein Hass auf die Deutschen! und dieser zeigt sich besonders dann wenn Deutschland Fußball spielt. Aber am Samstag wird wieder Bundesliga geschaut und wenn ein Schweizer bei einem deutschen Club spielt, wird dieser gleich zum Lieblingsclub (Chappi-Dortmund z.B.)! Nehmen wie mal die Flugbeschränkungen von deutscher Seite! In der Schweiz wird nur populistisch argumentiert! Kein Wort darüber, dass es vielleicht doch nicht ganz in Ordnung ist, dass die Schweiz ihren Fluglärm mehrheitlich auf deutsches Gebiet exportiert! Deutschen das Fliegen von Zürich verbieten, deutsche Flughafenangestellte entlassen, LKWs nicht mehr reinlassen usw. Das ist ja ein Getöse wie vor einem Krieg! Würde aber vermutlich der Schweiz mehr Schaden als allen anderen! Auch wenn Ledergerber sie geschickt verpackt, sind es Drohungen! Ganz abgesehen davon muss man doch mal ganz nüchtern betrachten, wie die Schweiz selbst durch die deutsche Einwanderung profitiert! Seit mehreren Jahrzehnten sicher seit Jahrhunderten kommen Deutsche in die Schweiz! Viele Schweizer Traditionsfirmen haben deutsche Gründer, auch viele jüngere Firmen wurden von deutschen hier gegründet. Fachleute die in D auf Steuerkosten ausgebildet wurden stehen hier ohne Ausbildungskosten zur Verfügung usw. Ich bin überzeugt, dass durch D in der Schweiz weit mehr Arbeitsplätze existieren als nun die zugeströmten Deutschen wieder einnehmen! Ich habe in Blick Online mal gelesen, wie man sich echauffiert hat, weil irgendwelche Deutschen gesagt haben, dass die deutschsprachigen Länder schon irgendwie zusammengehören! Da sprach man gleich: „Für die gehören wir schon zu denen“! Ihr sprecht aber immer vom großen Kanton. Was bedeutet denn das? An anderer Stelle im Blog wollten mehrere „Fluglärmexporteure“ Baden-Württemberg in die Schweiz „eingemeinden“, damit sie ihre Flugschneise bekommen! Das zeigt mal den Größenwahn. BaWü hat mehr als 10 Mio. Einwohner die die Träumer einfach so übernehmen wollen! Lächerlich! Also haltet den Ball mal flach! Seid froh, dass es Einwanderer sind, die sich mehrheitlich anständig benehmen, ihrer Arbeit nachgehen und so gut es geht integrieren wollen! Trotzdem noch ein schönes Wochende!
[Anmerkung Admin: Das Mörgeli Erziehungskurse für Deutsche gefordert haben soll, ist eine Ente vom BLICK, die noch am gleichen Tag richtig gestellt worden ist. Er hat das so nie gefordert, vielleicht gedacht, und man hat es ihm in den Mund gelegt. Jetzt wird er diesen Satz nie wieder los. Siehe hier: http://www.blogwiese.ch/archives/436 ]
February 10th, 2007 at 3:50 pm
An Frank2
Ok, in den mir bekannten Verkehrsbetriebe klingt das Deutsch einfach unauffällig „normal“. Mir ist bisher höchstens die deutsche Sprecherin in der SBB negativ aufgefallen, die „LauSANNE“ statt „LAUsanne“ (auf der falschen Silbe für Schweizer Ohren) betont. Ich fahre zuerst mal wieder in Winterthur Bus, bis ich mich erneut äussere.
Was ist eigentlich mit „Auha“ gemeint, „Aua“ (tut mit im Kopf weh beim lesen) „Aha“ (soviel weiss ich natürlich auch, du Besserwisser!) „Uah“ (unter allem Hund) oder ist das eine neue englische IT-Abkürzung, die ich als Zeitgenoss der Computer kennen sollte? - Nur damit ich weiss, wie sehr ich beleidigte Leberwurst spielen soll.
February 10th, 2007 at 10:24 pm
Ich wusste gar nicht das Deutsche Mädels “tschuldigung” Frauen, gemäß “Fräulein” Roten geile Säue sind, in dem Fall habe ich bis jetzt einfach die falschen kennen gelernt
oder trifft dies nur auf beistimmte Bundesländer zu Fräulein Roten war je eher in den neuen Bundesländer unterwegs
February 10th, 2007 at 10:29 pm
Gast, für mich ist ein Gast jemand der wieder gehen wird, und das trifft ja nicht auf viele Ausländer in der Schweiz zu.
February 11th, 2007 at 9:02 pm
Ich wäre überzeugt das viele Deutsche wenn sie “ihr” Dialekt sprechen schon viel sympathischer rüber kommen. Denn ich denke das geschliffene hochdeutsch verunsichert nicht wenige Schweizer.
Auch ist bei uns Dialektsprechen nicht verpönt - es gilt nicht als ungebildeter Markel als frag ich mich wie so nicht mehr Deutsche ihr Dialekt sprechen.
February 12th, 2007 at 12:15 am
Der trailer zur Sendung “Die Deutschen kommen”, vermittelte einen negativen Eindruck, was sich im Laufe des Dok.-filmes als harmlos herausstellte, weil der Begriff “arrogant” darin kaum noch vorkam. Die auf der Strasse interviewten Schweizerbürger ,welche auf suggestiv gestellte Fragen mit “arrogant” antworteten, müssen sich wie Bauernfänger vorkommen. Die verantwortlichen Redakteure strebten eine hohe Einschaltquote an und waren am Ende von der heftigen Reaktion überrascht. Ende gut alles gut! Auch die Themen im “Club” drehten sich um alltägliches Miteinander, historisch Gemeinsames, denn um Trennendes.
February 12th, 2007 at 1:33 pm
Nachtrag/ Korrektur zu meinem Beitrag vom 9. Februar 2006 (lynx):
Selbstverständlich muss es heissen “wir (Deutsch-) Schweizer waren immer Deutsche und Europäer. Das ist halt - knirsch, knirsch - mein Blick als Deutschschweizer auf die sprachlichen Minderheiten in der Schweiz (mea culpa). Das keltisch-helvetische Erbe habe ich unterschlagen, es hat im Schweizerdeutschen wenig Spuren hinterlassen. Immerhin aber Linth, Lindwurm, “lindes Fleisch” und möglicherweise auch die “Linde”.
Gebaren, nicht Gebahren (dazu gibt es leider zu viele schlechte Vorbilder in den Zeitungen und in der Alltagskorrespondenz). Eigentlich müsste man aber auch Gebür, nicht Gebühr schreiben. Siehe dazu auch Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, Gruyter, Berlin/New York 2002.
Zum Deutsch der Deutschen: Auch Jens hat einen tollen Satz gebaut, etwa so im Stil “Da hab ich doch nichts von” (vermutlich in Bezug auf einen Schweizer Pass).
Das wird ein Schweizer nie sagen, solange er Hochdeutsch mit schweizerischem Standard spricht oder schreibt. Bei unserer Telewischen kann man das aber teilweise auch schon hören, da wird halt von halbgebildeten Moderatorinnen wacker rezipiert und imitiert. So auch nordeutsch “Junge” für unsere Bueben oder Chnaben. Was wohl Gotthelf dazu sagen würde, bei dem sind die Maitli noch “buebig”. Sind sie nun in der Uebersetzung für die Grossdeutschen “jungig”? Jungig sind sie nie, aber sie “jüngeln”, wenn sie lange genug “buebig” gewesen sind. Wie die Kühe, die sind “stierig”. Göffelimuni hin oder her.
Lynx, 12. Februar 2007
February 12th, 2007 at 6:42 pm
Ich habe gestern die Aufzeichnung von der Sendung gesehen. Das meiste wurde bereits dazu gesagt.
Mich hat eigentlich das : Gast sein- am meisten beschäftigt. Genau das ist es. Damit mache ich mir seit fast 14 Jahren das Lebern hier schwer! Super . Wech mit dem Gästinnenstatus! Seit gestern bin ich keine mehr. Ha! Und das endetete mit selbstgemachtem Popkorn das gezuckert war. Ohne Entschuldigung,a la:…. weisst du in Deutschland isst man das meistens mit Zucker, und eher nicht mit Salz… Nichts da. Einfach aufgetischt! Und siehe da, es fand zwar nicht bei allen, aber bei einigen Anklang.Und das Beste, ich habe mich der Runde einfach ” zugemutet”, und für die anderen wars kein Problem.Yeah!
Schade das Michéle Roten keinen wirklich guten nützlichen Tipp für Leute die in die Schweiz kommen wollen, hatte. Ich emfehle allen das Buch -die Gebrauchsanweisung für die Schweiz- zu lesen.Nicht ganz ernst zu nehmen, aber es hat doch was, gerade für den Alltag!
February 13th, 2007 at 12:50 pm
Wänn ich die ganze kommentär i däm blog duräläse dänn frög ich mich immer wo überhaupt s’problem söll si.
Schwabe (generell ist ein Deutscher ein Schwabe für einen Schweizer) gäge schwizer, schwizer gäge schwabe.
Wägnäh vu arbetsplätz, lohndumping, usw, isch doch alles ufblasete blödsinn.
Emal abgseh vu euere Sprach wo eim a di akustisch schmärzgränze tribt (vorusgsetzt ihr chömmet vu witer als 50 km vu dä gränze) gsehn ich da meh chance als nachteil.
Wieso sött en guetusbildete schwizer vumene guetusbildete schwab angscht ha?
Das isch doch die glich mär wie das Nid (i gsundem mass) ä schlächti sach sigg. Aeh ordentlichi portion nid erhöht d’leischtigsbereitschaft sowie d’risikobereitschaft ungemein (oder bringt si ganz zum erliegä bim einzälne) und isch dahär guet für ä volkswirtschaft. Tödlich für d’schwiz isch doch bequemlichkeit, übertribenes sicherheitsdänke und angscht sowohl vu dä zukunft wie au vu ä paar schwabe oder anderä usländer. (Das bringt aber populischte wählerstimme).
Generell isch es äs doch so das dä typischi (typisch=sit generatione i dä schwiz) schwizer nöd sehr risikofreudig und kämpferisch isch um nöd z’säge er isch eifach nur bequem und nöd willig überdurchschnittlichs z’leischte (usnahme beschtätiget d’regel).
Dä usländer, sig das en schwab, italo oder wohär au immer hätt hüfig (schuelbildig vorusgsetzt) viel ä grösseri motivation i däm land öppis z’erreiche und sehr hüfig wird em das au glinge will er usdur, flis und durchhaltevermöge mitbringt was vilne schwizer fählt. Und im gägesatz zum schwizer wird dä usländer au gseh wie viel chance i däm land vorhande sind. Es isch ja jedem einigermasse intelligänte mänsch möglich i däm land en milionär z’wärde wänn er das wott. Aber ebe, ganz ohni isatz gahts nöd. Mer muess gar nöd nach amerika gah, d’schwiz git alles här was mer brucht für ä goldigi zukunft.
Ich finde das ä paar schwabe dä schwiz gar nöd schadet und ich glaub i bin mit däre meinig nöd ällei. Apropos sind sehr erfolgrichi lüt i dä schwiz nie urschwizer gsi sondern meischtens zugwandereti vo wo au immer.
Zum abschluss na folgendes: Mir wäret ja schön blöd wänn mer nöd guetusbildeti bi eus ufnäh würdet. Erschtens sinds gratisusbildäti und zweitens bringets frischä wind. D’schwabe nämmet ja au gärn oder ungärn eusi guetusbildete z.B. Ackermann wo doch dä gwünn vu dä schwabebank verfützgfacht hät.
„Sie (die Schwaben) riefen einen Kapitalisten und ertragen nicht das einer kam“. Leider sind viele von euch auch nicht besser als die Schweizer.
February 14th, 2007 at 11:12 pm
Eben habe ich den Stream gesehen und mir hat es gefallen. Insbesondere das angenehme Diskussionklima, wo alle ausreden konnten.
Die historischen Betrachtungen von Herrn Muschg fand ich sehr interessant, viele Aspekte waren mir nicht bekannt. Über Herrn Mörgeli kann man sicher geteilter Meinung sein, aber ich stimme ihm in einigen Dingen zu. Insbesondere was die Freizügigkeitsregelung im Hinblick auf die EU-Osterweiterung angeht.
Die Frage am Anfang, ob Hochdeutsch oder Mundart gesprochen werden soll, war sicher ein Ausdruck von Höflichkeit gegenüber den Zugereisten - aber für mich eigentlich überflüssig, da es sich doch um eine Sendung des Schweizer Fernsehens handelte.
Ich rege mich inzwischen sowieso tierisch auf, wenn Deutsche den Schweizer Dialekt als “niedlich” bezeichnen. Die deutsche Sprache wird oft als ausdrucksarm bezeichnet (z.B. im Vergleich mit französisch) … die Dialektfacetten belegen etwas anderes. Ich bedauere es nur, dass ich schweizerdeutsch nicht bzw. nur in Ansätzen sprechen kann. Im Kopf ist zwar oft schon das Richtige, aber die Zunge will dann doch nicht so richtig. Es wäre für mich eine wirklichere Bereicherung, das hinzubekommen.
[Anmerkung Admin: Deutsch ausdrucksarm? Wo hast Du denn diese Erkenntnis her? Wer eine Sprache auf die Wörter reduziert, die im Unterricht behandelt werden, und sich nicht in die Literatur oder den mündlich weitergegebenen Wortschatz stürzt, kann schwerlich zu einem genauen Urteil kommen. Französisch wurde zur Zeit der Klassik “beschnitten”, das ist eine Tatsache, d. h. es wurden offiziell alle Argo- und Dialektausdrücke entfernt. Was aber nicht heisst, dass es sie nicht mehr gibt. Sie sind im Argo und in den Dialekten nicht totzukriegen. Sprachen lassen sich nicht einfach “begrenzen”.
Die Diskussion kam im Zusammenhang mit Meteo auf, als Schweizer meinten, dass es im Dialekt mehr Wörter für die verschiedenen Arten von Regen etc. gibt als in der Standardsprache. Ich halte dieses Urteil für einen Fehlschluss. Beide Sprachvarianten sind reich an Möglichkeiten, nur kennt ein Sprecher in der Regel nur seine Variante und nicht zusätzlich die Dialektwörter bzw. Varianten der Hochsprache. Es regnet= es plästert, es pladdert, es schifft, es pisst, es regnet Bindfäden, es schüttet, es giesst, es regnet in Strömen etc. etc. das geht im Gemeindeutschen genauso variantenreich wie sicherlich auch in den Mundarten]
February 21st, 2007 at 10:19 pm
Ausdrucksarm … nuja, sogar der Merowinger in Matrix hat sich für französisch entschieden
… zugegeben offensichtlich wegen des besseren Klangs der Sprache. Aber das ist wohl der einzige Gesichtspunkt - deswegen wohl auch der Vorwurf der Ausdrucksarmut. Deutsch klingt eben härter … aber die Facetten sind schon genial.
Gruß, Tobi