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Fernsehtipp “Deutsche in der Schweiz”

Die unten besprochene Sendung ist jetzt als Real-Stream online abrufbar

Die Deutschen kommen. Die Sendung als Real-Stream

Kleiner Fernsehtipp:
Im Herbst hat Pino Aschwanden ein Interview mit mir aufgezeichnet, aus dem vielleicht ein paar Statements übernommen worden sind. Wir sind gespannt!

Donnerstag, 25.01.2007, 20:00 Uhr auf SF1
DIE DEUTSCHEN KOMMEN - Und wie lieb wir sie haben

Die Deutschen kommen Deutschland abhanden wie nie zuvor. Sie wandern aus, mit Vorliebe in die (Deutsch-)Schweiz. Hier spricht man ja die gleiche Sprache, lebt die gleiche Kultur. Und Jobs gibt’s auch. Doch herrje, die Schweiz entpuppt sich als ziemlich anders, und die Liebe bleibt oft unerwidert.

Wiederholungen:
26. Januar 2007 um ca. 03.15 Uhr auf SF1
26. Januar 2007 um ca. 11.00 Uhr auf SF1
uns für alle “Nicht-Schweizer” am 24. Mai 2007 um 21.00 Uhr auf 3SAT



56 Responses to “Fernsehtipp “Deutsche in der Schweiz””

  1. filmig Says:

    wir hätten auch noch so einige (kuh-) schweizerische und andere kino- tv- und fernsehtips auf lager… (homepage link)
    wie erlebt es ein deutscher eigentlich, dass die hiesigen kinos englische filme mit deutschen untertiteln zeigen? oder geht man als “gummihals” :) nur in die D/e/f vorstellung?

    (ausserdem: blogwiese war am 21.01.07 auch noch in der NZZ am sonntag)

    [Antwort Admin: Kino in der Schweiz wurde hier besprochen: “Salziges Popcorn und kein Bier hier
    Das Thema “Gummihals” wurde hier erörtert.]

  2. Branitar Says:

    Ich finde es eigentlich recht gut, Filme im Originalton zu sehen, weiss aber nicht, ob das auch für andere Deutsche gilt….

  3. Gloor Doris Says:

    Zu der Dok-Sendung von heute Donnerstag möchte ich folgendes anmerken:

    Als Schweizerin finde ich es beschämend zu wissen, dass jeder vierte davon ein Negativ Bild des Deutschen zeigt. Grossspurig, laut, arrogant sind nur einige Schlagwörter von dieser Sendung.

    Ja, ja, die braven angepassten Helvetier, die offensichtlich mit Offenheit, einer klaren Aussage und ebenso einer klaren Sprache Ihre liebe Mühe haben, zeigt deutlich, wie verkorkst der Umgang mit Ehrlikeit und Drive ist. Ebenso ist es mir ein Rätsel festzustellen, dass in einem amerikanischen Konzern die englische Sprache weder kritisiert noch in Frage gestellt wird!!! Als wäre dies keine Fremdsprache.

    Deutsche brauchen kein Schwizerdütsch zu lernen, warum auch. Es ist ihre Sprache und ihre Eigenheit. Was soll der ganze Quatsch mit Chäschüechli und Co. Das Hochdeutsch ist eine gepflegte Sprache und wir sollten die Toleranz haben dies zu akzeptieren. Scheisse zu wissen, dass wir gegenüber anderen Menschen soviele Vorurteile besitzen. Gott sei Dank ist mir diese Denkweise fremd. Denn als Vielgereiste habe ich auf der ganzen Welt, inkl. Deutschland sehr viele nette, höfliche und lustige Leute kennen gelernt. Vielleicht sollte der Schweizer ein bisschen mehr über seinen Tellerrand gucken, das würde viel helfen.

  4. Mark Says:

    Hallo, habe mir soeben den Fernsehtipp angeschaut. Ich muss sagen, ich war z.T. selber erstaunt über die Schweizer! Doch dass die Schweizer gegenüber “Ausländer” viele ungrechtfertigte Vorurteile haben, erfahre ich auch täglich, weil meine Lebenspartnerin aus dem Ausland stammt. Manchmal denke ich, dass jeder Schweizer einmal für ein paar Monate ins Ausland sollte, so dass er sich auch mal als Ausländer fühlen muss. Vielleicht würde das dann etwas bewirken. Ich persönlich habe bis anhin bei der Arbeit in der IT-Industrie und im privaten auf Reisen immer positive Erfahrungen mit Deutschen gemacht! Bleibt mir nur noch zu sagen: Kopf auf, es gibt auch noch andere Schwiiizer!

  5. David Says:

    Ich fand die Doku recht gelungen, obwohl ich auch z.T etwas schockiert war (z.B. die Sprayereien “Go home teutons”). Hab beruflich auch viel mit Deutschen und Elsässern zu tun und hab da jetzt eigentlich keine Probleme. Einzig beim FUSSBALL kann ich die Begeisterung nicht teilen :-) ))

  6. Administrator Says:

    @David
    Wenn ich das richtig gesehen habe, wurden die Grafitis an der Rigi-Bahn in Zürich, dass ist diese Standseilbahn, die auf den Züriberg führt, aufgenommen.

    Wieso da im Film im Universitätsspital fast nur Deutsche Pflegekräfte gezeigt wurden, ich aber in 9 Tagen auf Station nur Schweizer, Nigerianer, Tibeter, Serben, Holländer (alle mit Schweizer Pass) etc. kennenlernte, bleibt ein Geheimnis. Bin seit heute abend wieder daheim.

    Ich fand die Doku auch klasse, und liebe Freunde: Ich bin mittlerweile ein paar Kilo leichter als im November 2006. Spitalkost macht schlank.
    Ein aktuelles Foto gibt es am nächsten Montag im Migros-Magazin.

    Gruss, Jens

  7. mGt2 Says:

    Ob ich es beschämend nennen soll das viele Schweizer den Deutschen gegenüber eine derartige Meinung bzw. Verhaltensweise an den Tag legen, kann ich eindeutig mit nein beantworten.
    Ich finde es eher bedenklich.
    Ich für meine Person kann diese Antipathie die gegenüber Menschen die aus Deutschland kommen schlicht nicht nachvollziehen und kenne sie auch nicht so gut. Klar hab ich auch schon Sätze wie „Schiiss Dütsche“ gehört, anderseits gibts die ja auch unter den Schweizern, „Schiiss Zürcher“ usw.
    Da sieht man wieder was Sprache ausmacht. Aus “Ich kriege einen Kaffee“ wird gleich geschlussfolgert die Person sei arrogant, dergleichen Beispiele gibt es hunderte, dank Jens kennen wir mittlerweile ja genügend solche.

    Es ist ja wie überall die Idioten hört man einfach am lautesten Brüllen(Muhen? :D )

    Der Beitrag hat mir nicht wirklich gut gefallen. Er war mir eindeutig zu einseitig.
    Jens du(darf ich dutzen?) wurdest in dem Beitrag ja richtig als der wütende Stier dargestellt :D , sehr schön geschnitten. Im Ernst, hast du das ganze Interview von Dir irgendwo rumstehen? Würde ich doch gerne mal sehen.

    [Antwort Admin:
    Yes, you may say you to me.
    Nee, leider haben die die Tapes wieder mitgenommen. Freue mich auch, dass sie diese Stelle mit der Arroganz so schön mit Zitaten unterlegt haben.
    Die ganze Doku kommt morgen um 11.00 Uhr nochmal, und in ein paar Tagen ist sie als Stream sicher geschaltet, dann verlinke ich sie auf den Blog]

  8. Hanns-Georg Says:

    Ich fand den Bericht auch super.
    Bin selber als Deutscher Arzt hier und bin auch genervt. Ich kam mit ähnlich positiven Gefühlen hierher und kriege ständig dumme Sprüche zu hörnen. Schade. Die Realität ist eben die: Wir wären nicht hier, wenn wir keine Jobs bekämen. Die Jobs bekommen wir erst einmal, weil die Stellen da sind, sie mit Schweizern aber nicht zu besetzen sind. Der schlechte Ruf der Deutschen ist wirklich absurd, aber natürlich: wir wirken viel zu schnell und dadurch selbstbewusst und stolz. Ich erwähne nur, dass ich nach einem Telefonat mit …”Danke und Tschüß” schliesse und der Schweizer ohne “…danke vielmal, merci, danke, auf wiederluege, danke, ade …” erst abschliesst. Das erlebe ich täglich. Aber wo man sich in der Dialektik zu anderen Kantonen so stark abgrenzt wie hier, wie soll man dann auf Neue reagieren: negativ, ist doch logisch. Aber ich habe auch Schweizer getroffen, wei schon hier mehrfach erwähnt, die waren auch mal im Ausland: Mit denen gibt es keine Probleme. Woran ich das merke? Nun, die sprechen einfach Schwizerdütsch mit mir und das geht.
    Also, ich glaube, das “Deutschen”-Problem ist hausgemacht. Hört endlich auf Euch selber so ernst zu nehmen, seid Schweizer, akzeptiert die Tatsache, dass auch der Schweizer Arbeitsmarkt im Umbruch ist und lasst uns einfach so sein, wie wir sind. Das ist nämlich durch die neutrale Brille gar nicht so schlecht. Ich habe hier ausschließlich nette Deutsche kennegelernt. Warum sollten wir auch nicht nett sein: Wir sind hier als Wirtschaftsflüchtlinge, wir haben etwas zu verlieren. Ihr profitiert eigentlich nur von uns vor allem aber der Gesamtlebensstandard der Schweizer. Wenn Ihr das zulasst und Euch locker macht, dann sehe ich überhaupt kein Problem.

    Danke für den guten TV-Beitrag!

    Gruß, hg

  9. Helena Says:

    Ich arbeite in einer Schweizer Grossbank mit sehr vielen deutschen Kolleginnen und Kollegen zusammen. Sie gehören allesamt zu den umgänglichsten und angenehmsten Menschen im Betrieb und lernen zudem innert kurzer Zeit, Schweizerdeutsch zu verstehen.
    Was man von vielen anderen Mitarbeitern aus nicht-deutschsprachigen Ländern nicht behaupten kann. Da muss man sich teilweise nach Jahren noch auf Englisch unterhalten.
    Dialekt lernen müssen sie meinetwegen nicht, warum so ein Krampf – und am Ende klingt es wie bei Klaus J. Stöhlker, weder «Fisch noch Vogel» ;-)

    Woher dieses Vorurteil kommt, die Deutschen seien (allesamt) «arrogant, hochnäsig…», ist mir ein Rätsel. Vermutlich ein bisschen Neid auf das einwandfreie, sehr schnell gesprochene Hochdeutsch, und beim Fussball ist es doch erst recht Neid; schliesslich schaffen es die Deutschen bei jeder WM oder EM sehr weit nach vorne.

  10. Tobi Says:

    Das war eine sehr interessante Sendung. Gestört hat mich nur, dass in ziemlicher Länge über den deutschen Unternehmer berichtet wurde, der wegen Stress mit den Finanzbehörden in die Schweiz ging. Da hätte es stattdessen sicher noch ein wenig Platz für Berichte über “normale” Auswanderer gehabt.

  11. Andy Says:

    Ertage dieses Volk von Hinterwäldlern und Nationalisten, diese populistische Deutschen-Hetze nicht mehr. So muss es im 3. Reich gewesen sein. Bald müssen wir neben dem Ausländerausweis auch noch ne Deutschlandfahne auf der Brust annähen, was?

  12. David Says:

    Könnte jemand vielleicht die Sendung auf Youtube stellen oder gibt es die irgendwo online? - habe keinen Fernseher.
    Danke, David

    [Anmerkung Admin:
    Der Autor hat mir versichert, dass diese Doku in ein paar Tagen als Stream angeboten wird. Das Schweizer Fernsehen hat einen tollen Streaming-Service für viele Sendungen. Es wird dann hier unter DOK auftauchen. Ich verlinke es dann auf der Blogwiese.]

  13. Olaf Says:

    Ich rege mich jedenfalls nicht mehr über das deutsch feundliche geseier auf.
    Ähnlich ist es übrigens auch mit unseren holländischen Nachbarn:-)
    Minderwertigkeitskomplexe?

  14. Kisii Says:

    @ Andy et al.
    Wurdest du in die Schweiz deportiert, bist du noch im Arbeitslager festgekettet?

  15. Psalmist Says:

    Traurig, diese Vorurteile.
    Ein Detail: Das Bähnli in Zürich heisst “Rigiblick-Bähnli”, weil es ja nicht auf die Rigi am Vierwaldstättersee, sondern zum Hotel Rigiblick fährt.

    [Anmerkung Admin: Danke für die Korrektur. Es müssen extrem viele Deutsche auf dieser Seite des Züribergs wohnen, daher dieser Slogan nehme ich an]

  16. jemand Says:

    Mir waren die anti-deutschen immer schon ein rätsel. so lange ich mich erinnern kann, fand ich genau das, was viele als arrogant empfinden, das direkte und kurzatmige im deutsch-deutschen, schon immer toll. hört sich doch cool an.
    ich finde nicht, dass deutsche schweizerdeutsch lernen müssen, der akzeptanz wegen. schweizerdeutsch verstehen, ja, das sollte angestrebt werden, aber wir hören doch gern deutsch?
    was ich mich oft frage: wenn ich nur flüchtig mit kunden zu tun habe (die ich nicht alle fragen kann, ob sie schweizerdeutsch verstehen): kann es als unhöflich angesehen werden, wenn ich schweizerdeutsch spreche? dieses gefühl hab ich manchmal. aber wenn ich auf standartdeutsch antworte, scheine ich oft belächelt zu werden, im sinne von “och, die denkt, wir verstehen nicht…”. Andererseits denke ich, dass es wahrscheinlich einige deutsche gibt, die lieber auf schweizerdeutsch bedient werden, weil das andere immer ihren “anders-sein-status” impliziert.
    es ist wohl für nicht für alle gleich, aber ich kann nicht hellsehen, drum: was ist das kleinere übel?
    ps: ich war etwas erstaunt, dass man von dir nicht mehr gesehen hat im beitrag, du hättest doch wohl viel mehr interessantes erzählen können als die anderen…

  17. Stefan Says:

    Die miefige Eidgenossentümelei hat schon leider erbärmlich einseitig gewirkt. Eine verpasste Chance, wie ich finde, und den deutschen Gästen gegenüber schon fast eine Frechheit. Völlig unseriös und tendenziös wurde da keine ausgewogene Reportage über ‘wer wann wie und warum in die Schweiz kommt’ gezeigt, nein: einfach mal “zufällig” und damit ja als “typisches Beispiel” erkenntlich gemacht für jedermann wurde der Deutsche Steuerflüchtling, der unsensible und tatsächlich arrogant wirkende Münchner Schnösel und die Müsteraner Germanistikstudentin mit Zahnfleischgrinsen, die nicht “Chuchechaschdli” sagen kann, vorgeführt - sie wurden aus der revanchistischen Mottenkiste eingeschnappter und offenkundig profil-verletzter Grabenkämpfler geholt. Hier wird nicht vermittelt, keine Brücke gebaut, kein einziges positives Beispiel genannt und auch am Ende der “Reportage” wird das alte Lied vom arroganten Deuschen gesungen, der ach so gern ein Schweizer wäre.
    Erbärmlich und nicht der (auch existierenden) weltoffenen, zukunftsorientierten Schweiz würdig. Schade. Schade auch, dass das nun wiederum Millionen Schweizer gesehen haben….
    Dennoch bleibt meine Sicht auf die Situation der Schweizer und der Deutschen in der Schweiz eine andere.

    [Anmerkung Admin:
    Interessant wie das auf Dich gewirkt hat. Ich empfand die Doku ganz anders. Natürlich ist sowas immer einseitig und exemplarisch. Natürlich war die erste Geschichte vom Steuerflüchtling nicht ganz ohne Beigeschmack, wie auch andere Kommentatoren bemerkten. Warum du den Münchner als “arrogant” empfunden hast, oder sonst wo arrogante Deutsche gesehen hast, ist mir rätselhaft. Beim Thema “Arroganz” ging es doch mehr darum zu zeigen, wie verbreitet dieses Urteil ist. Konntest Du aus dem Beitrag einen Beleg ableiten, dass Deutsche tatsächlich sehr arrogant sind? Das würde mich sehr interessieren, denn genau diese Einschätzung kann ich kaum nachvollziehen.]

  18. Thomas W. Says:

    Liebe Schweizer hier, danke für die Beiträge in diesem Thread, das lässt mich doch noch an das Gute im Menschen glauben. Jetzt darf ich die Schweizer doch wieder lieb haben!
    Und an alle anderen, weniger lockeren Schweizer gerichtet (die hoffentlich in der Minderheit sind): “Ich bekomme auch noch ein Stück Torte zu meinem Kaffee!” (Kann nur verstehen, wer den Thread zum Nachbareintrag gelesen hat.)

  19. David Says:

    @ Tobi

    Will ja nichts unterstellen, aber ob der Unternehmer in der Schweiz jetzt seine Steuern sauber bezahlt ist irgendwie auch nicht durchgekommen…? ;-)

    Wie Hans-Georg schon sagte: Auch der Schweizer Arbeitsmarkt ist im Umbruch. Mich würde mal interessieren: Haben den die die ausgewanderten Deutschen nicht die Sorge, dass es auch in der Schweiz mal so wird wie in Deutschland? Man sieht gerade auch bei uns im Gesundheitswesen ein Spardruck, der irgendwann zu ähnlichem wie in Deutschland führen könnte. Zudem kommt bei uns auch vermehrt eine Geiz-ist-Geil-Mentalität, was letztlich schlecht für die Wirtschaft ist.

  20. Susanne Says:

    @Andy
    Menschen mit Deiner Einstellung gibt es auch in der Schweiz und genau die sind dann gegen die Deutschen. Wir sind kein Volk von Hinterwäldlern sondern auch nur Menschen. Und es gibt in DE genauso wie in der CH “Idioten” die schubladisieren und pauschalisieren. Es bleibt Dir und allen anderen nichts anderes übrig als Unkrufe zu ignorieren. Es gibt andere Schweizer, solche, die nichts gegen Deutsche haben, stosse diese nicht mit Deiner Abneigung vor den Kopf. Sonst ist das ein Teufelskreis, an dem Du nicht ganz unschuldig bist. Akzeptanz muss von beiden Seiten aufgebracht werden.

  21. Silke Says:

    Mich hat der Beitrag gestern erst traurig und dann wütend gemacht. Ich teile die Erfahrungen, die die deutschen Einwanderer geschildert haben. Und ich habe mir auch überlegt, über welche anderen Nationen man so einen Beitrag zeigen könnte, ohne Gefahr zu laufen, als Wahlpropaganda für die SVP zu dienen. Denn dass es auch Schweizer gibt, die sich differenzierter über uns Deutsche äussern können, durfte ich zum GLück auch erleben.

    Ich bin hier weil mein Freund Schweizer ist und seine geliebte Schweiz nicht verlassen möchte. Aber seit gestern Abend bin ich wieder stark am Zweifeln, ob die Variante Deutschland nicht besser wäre: Er würde nicht unter einem so massiven negativen Vorurteil leiden müssen.

  22. geronimo Says:

    Zwischen den USA und Kanada herrscht eine freundschaftliche, nachbarschaftliche Neckerei. Berühmte Hollywoodstars stammen aus Kanada (besonders herrlich die South Park Episode, in der die Ausweisung der Kanadier Michal J. Fox, William Shatner und andere nach Kanada gefordert wird).

    Es gab immer Zuwanderer aus Deutschland. Von Christoph Blochers Vorfahren über Klaus Stöhlker zu anderen namhaften HSG-Profs wie Tomcak. Wir wissen aber auch, dass die Kombination Deutsche und Stadt-Zürcher verherrend ist. Ich wollte schon immer mal einen G-Day vorschlagen. An diesem Tag soll man die Deutsch-Zürcher drücken.

    Der Fall Borer hat ja gezeigt, dass sogar der Blick von Deutschen Redaktoren zehrt. Auch an der Sprache merkt man, dass die Deutschen schon da sind. Wenn von Kreisliga statt Bundesliga oder von Apfelsinen statt Orangen gesprochen wird.

    Mit dem Mauerfall bekamen wir jede Menge Ostdeutsche, die es statt bis Sansibar nur bis St. Gallen schafften:-). Sie waren noch herrlich erfrischend. Nicht so direkt wie die ex-Wessis. Charmanter, abenteuerlustiger und partyhungriger.

    In den düsteren 70-ern und 80-ern waren die Bundestagsdebatten spannender als die Sitzungen der Räte in Bern. Es war ein Genuss in Bonn die verbalen Fetzen fliegen zu sehen. Spiegel, Stern und Focus sind schon lange begehrte Magazine. Einige Zeitschriften haben sogar einen Schweiz-Teil. Die TV-Werbe-Fenster von RTL, Prosieben und Sat1 für die Schweiz sind lukrative Werbeeinnahmen (geschätzte 80 Mio, die nach Deutschland fliessen). Mit Thomas Gottschalk, dem göttlichen Otto, Günter Jauch, Elmar Hörig sind wir aufgewachsen. Mit dem SWF3 (heute SWR) haben wir Pop und Rock entdeckt.

    Dass die Schweiz attraktiv ist (und auch bleibt) braucht es ein Miteinander. Wieso eigentlich wollen wir nicht die Bundesländer Bayern und Baden Württemberg übernehmen? Wir würden einige Walliser Beamte abordnen um die beiden Bundesländer schweizgerecht zu migrieren. Das würde dann so ablaufen:
    1. Aufteilung der beiden Bundesländer in kleinere handliche Kantone und Regionen
    2. Kreise in Bezirke umbauen
    3. Walliser-Deutsch als Amtssprache einführen
    4. Die Volkshochschule in Klubschule Migros umbennen
    5. Eine Währung, CHF, einführen, die schon einige Jahre auf dem Buckel hat
    6. SWR an Tele-Züri anschliessen und den BR an Tele-Ostschweiz, damit der Schock nicht zu gross ist
    7. Direkte Demokratie üben, üben, üben
    8. Umschreibung der Geschichte unter der Berücksichtigung von Tell und Gotthelf

    … Dann ist es eben keine Zuwanderung sondern eine Umsiedlung.:-)

  23. geronimo Says:

    Korrektur im dritten Absatz: Es macht natürlich Sinn wenn es heisst

    Kreisliga statt Regionalliga

    Gruss,

    Tek

  24. Vertbeau Says:

    Ich fand den Dok echt gelungen. Aber man muss schon sagen, dass es uns die Deutschen auch in diesem Film nicht leicht machen (vielleicht ja gewollt von den Filmemacher….). So sagte einer:”Sie fragen 10 Schweizer und 10 sagen die Deutschen seien arrogant.” Was sind den das für Pauschalurteile? Oder jener im hellblauen T-Shirt, der auf alle Fragen genervt geantwortet hat. Und dann auch immer wieder, die Aussagen, dass man in der Schweiz die gleiche Sprache spricht und die Schweiz zum “grossdeutschen Raum” gehöre. Klar, ich zähle die Deutschweiz auch dazu. Aber wie wohl ein Jurassier, Genfer oder Unterwalliser auf solche Aussagen reagieren würde?

    [Anmerkung Admin:
    Die Aussage: “Sie fragen 10 Schweizer und 10 sagen, die Deutschen seien arrogant” stammt von mir. Das war Jens-Rainer Wiese, der da interviewt wurde. Die Zahlen sind nicht ausgedacht. Für die Sendung QUER hatte der SF Mitarbeiter Patrick Schellenberg ca. 36 Interviews im März 2006 in der Fussgängerzone von Aarau gemacht. Stets mit der Frage: “Wie sind eigentlich die Deutschen?”. Er erhielt in jedem Statement, ohne Witz, irgendwo die Aussage: “Sie sind arrogant”. Ich habe ihm das nicht geglaubt und gedacht, er habe einfach die netten Statements weggeschnitten. Nein, das war ernsthaft so. Natürlich sind 36 Interviews in Aarau nicht representativ für die ganze Schweiz und alle Schweizer. Aber zu denken gibt es mir schon. Darum habe ich das in dem Interview mit Pino Aschwanden so deutlich gesagt, und er hat es ja eindrücklich mit Zitaten unterlegt]

  25. Friederike Says:

    Ich fand den Fernsehbeitrag einseitig negativ. Eine riesige Mehrheit der Schweizer hat nichts gegen die Deutschen. Auch deutsche Freunde, mit denen wir den Beitrag angesehen haben, teilen diese Meinung. Ich lebe schon einige Zeit in der Schweiz und habe mit meinen Kindern angefangen Schweizer Deutsch zu sprechen. Ablehnung oder Ausgrenzung habe ich nicht erlebt - im Gegenteil. In meiner Arbeit mit grossen und kleinen Kindern und dem entsprechenden Kontakt mit den schweizerischen Eltern habe ich nie eine Ausgrenzung gespürt und im Gegenteil viel Zuneigung erfahren. Dass ich aus Deutschland komme, war nie ein Thema, höchstens als Reminiszenz. Es ist halt so, dass die Schweizer seit Jahrhunderten eine markant andere Geschichte haben als Deutschland. Auch das gehört zum Verständnis. Ich gewinne nicht selten den Eindruck, dass viele meiner Landsleute hierher gekommen sind, in der Meinung, es würde sich um eine Art von Deutschland handeln und die sich dann je nach Stimmungslage darüber aufregen, dass sehr vieles eben doch anders läuft als in der alten Heimat, die dann zum “Mass aller Dinge” erhoben wird, um hier manches schlecht zu reden, das eigentlich gar nicht so schlecht ist, wenn man der Sache auf den Grund geht.

    So verstehe ich die in diesem Blog viel geschmähte umständliche Höflichkeit im Umgang miteinander als ein Ausfluss der Konkordanz, die, in Deutschland die Ausnahme, hier hier vom Bund bis in die Gemeinden hinunter zum System gehört und mit der die Schweiz ja nicht schlecht lebt. Daraus entsteht die Einstellung, dass alle Ihre Meinung einbringen können. So entstehen viele Entscheidungen in Behörden, in Unternehmen, im Pflegebereich usw. im Team und etwas weniger durch höhere Verfügungen. “Ich bin hier der Boss und deshalb wird es so gemacht” kommt so in der Schweiz nicht so gut an, das habe ich immer wieder erlebt.

    Vielleicht liegt es bei manchen neu dazu gekommenen Deutschen daran, dass die Schweiz das erste Land ist, mit dem sie sich vertiefter befassen müssen und auf Grund der gemeinsamen Sprache auch können (Urlaube zählen da nicht). Würden sie z.B. nach Italien zum Arbeiten gehen, vorausgesetzt dorch auch die Sprache gut beherrschein und damit die viele Feinheiten des Lebens untereinander mit Zugereisten, mit den Behörden und Institutionen mitbekommen, dann würden Sie wahrscheinlich den grösseren Kullturschock erleben als hier in der vielgeschmähten Schweiz.

    [Anmerkung Admin:
    Die “umständliche Höflichkeit” wird in diesem Blog nie geschmäht, sondern nur beobachtet, dargestellt und diskutiert. Urteilen darüber liegt mir fern. Sorry, wenn das anders aussieht. Falls sich der dritte Absatz (ich habe mir erlaubt zur besseren Lesbarkeit den Text zu teilen) auf mich bezieht, so möchte ich anmerken, dass ich ein Jahr in Frankreich lebte und sehr interessante Erfahrungen mit den Behörden etc. dort machen durfte. Stoff für einen weiteren Blog :-) . Falls der Absatz an alle anderen “nicht Auslanderfahrenen” geht, so möchte ich Dir aus vollem Herzen zustimmen!]

  26. jotge Says:

    @ Jens

    Danke für die Präzisierung zum Kommentar von “Vertbeau”

    “Sie fragen 10 Schweizer und 10 sagen, die Deutschen seien arrogant”

    Ich habe auch gedacht, dass die “netten” rausgeschnitten worden sind, um den Effekt zu verstärken.

    Für die meisten, die interviewt worden sind, ist die Ausssage “die Deutschen sind arrogant” ein VORURTEIL, und wenn man nachhaken würde, würden die meisten das wahrscheinlich dann auch relativieren, mehr oder weniger ehrlich … beschönigen … hoffentlich.

    Ich habe auch das Gefühl, dass für viele (nicht für alle…) die Aussage gar nicht als Beleidung gemeint ist, sondern als Feststellung, so im Sinne “die Deutschen sind arrogant, so wie die Amerikaner, sie wissen was sie wollen und gehen immer direkt ran, wir Schweizer sind übertrieben höflich, alles geht langsamer usw.”. Dabei wird nicht beachtet, dass “die Deutschen” es offensichtlich wirklich beleidigend empfinden, als arrogant bezeichnet zu werden. Sie sind sensibler als sie “uns” scheinen……

  27. jotge Says:

    weil doch auch zum Thema, möchte ich noch auf diese Radiosendung hinweisen:

    Sonntag, 21.01.2007, 20.03 - 21.00
    Die Schweiz - kein «Deutschland light»

    oder http://urlb.us/g179

    Ich war erstaunt, was in der Sendung gesagt wurde. Auch ich war der Meinung, dass sich Deutsche in der Schweiz, abgesehen von ein paar kleineren Hürden (die hier auf dem Blog zur Sprache kommen…), rasch zurechtfinden - weil sich Sprache und Kultur so viel ähnlicher sind, als bei “richtigen” Ausländern (Leute aus Südeuropa, Asien usw.).

  28. Vanessa Says:

    Ein grosses Dankschön an die schreibenden Schweizer, die die Fremdenfeindlichkeit ggü. uns Deutschen nicht nachvollziehen können. Diese Worte tun gut!

    Ich bin froh, dass eine Diskussion in Gang kommt, vor allem auch unserer Kinder wegen, die immer noch unter Abgrenzung in den Schulen leiden.

    Viele Jahre hat es gebraucht, bis die Italiener als Ausländer gar nicht mehr so wahgenommen werden. Hoffen wir, dass es uns irgendwann einmal auch so ergehen wird.

  29. Michael B Says:

    Nachdem ich den Beitrag gesehen habe, muss ich doch mal sagen: Ich bin stolz darauf, dass die Schweiz für viele Deutsche so attraktiv ist und das viele gerne kommen. Dieses Anti-Deutsch-Getue ist mir ein Rätsel.

    Natürlich gibt es Unterschiede, die auch hervorragende Vorlagen für Witze geben. Allerdings nicht verletzende, sondern welche, mit denen man sich necken kann. Ich habe mit meinen deutschen Studikollegen durchwegs gute Erfahrungen gemacht. Einer hat Mundart gelernt, das war sicherlich erheiternd, aber keiner meiner CH-Kollegen hat ihn darum runtergemacht und inzwischen kann er’s. Andere haben’s nicht gelernt, aber (automatisch) viele Ausdrücke übernommen, aber auch die sind mir (und den anderen Schweizern) nicht arrogant rübergekommen. Natürlich gibts auch deutsche Idioten, aber da kämen mir noch ein paar andere in den Sinn mit rotem Pass…

    Mir kam die Reportage ein wenig einseitig vor. Aber das Beispiel mit dem Pfarrer-Paar (und den Interviews darüber) zeigt, dass es durchaus offene Schweizer gibt. Und das erst noch in Appenzell…

    Vielleicht beruhigt es die Deutschen zu wissen, dass man als Zürcher *exakt* dieselben Reaktionen bekommt. Fragt mal die gleichen 36 Aarauer, was sie von Zürchern halten…

    Wie gesagt: Ich finde es toll, dass die meisten Deutschen die Schweiz so attraktiv finden um hierherzukommen und sei es nur wegen dem Arbeitsplatz. Es macht mich stolz.

    Höchstens… Wir reden nicht über Fussball, oder? :-)

  30. Vicky Says:

    Meine Eltern haben vor 25 Jahren eine kleine Berghütte im französisch-sprachigen Teil des Wallis gekauft, wo ich seit November die Eremitin gebe, um meine Examensarbeit in Ruhe fertig zu schreiben. Seitdem ich laufen kann, fahren wir hier her und ich kann wirklich sagen: ich liebe das Land und die Leute. Anti-Deutsche Ressentiments habe ich hier noch nicht erlebt. Im Bergdörfli sind die Leute unglaublich nett, offen, und in ihrer Freundlichkeit auch sehr ehrlich.
    Meine Schwester hingegen lebt und arbeitet seit Jahren in Zürich und berichtet anekdotisch immer wieder über ihr begegnende Ressentiments und Vorurteile der Deutsch-Schweizer, die sie als sehr verletzend empfindet.
    Nicht erst gestern abend nach dem Film habe ich mir Gedanken gemacht, warum die Deutsch-Schweizer den Deutschen gegenüber Vorurteile hochhalten, die die französischen Schweizer nicht kennen. Ich bin zu dem Schluß gekommen, dass es im wesentlichen mit ein sprachliches Problem sein muss. Wenn Deutsche in die Deutsch-Schweiz kommen, stellen sie sich meist sprachlich nicht ein auf die Gastgeber, vielmehr diese müssen sich ständig erklären oder Hoch-Deutsch reden. Hier in der französischen Schweiz ist klar, dass ich mich von vorne herein einbringen und franzöisch reden muss. Vielleicht daher das (irrtümliche) Vorurteil vom dominant-arroganten Deutschen. Ist mir einfach aufgefallen und wollte ich mal hier kundtun, es gibt sicher noch andere ‘Problembereiche’.

    Für mich ist es seit langem ein großer Traum, später einmal in der Schweiz zu leben und zu arbeiten. Nach meinem Examen möchte ich mich beim Schweizer Fernsehen auf eine Stage bewerben und mein Glück versuchen - trotz deutschem Pass hoffe ich auf eine Chance.
    Der Bericht gestern abend hat mich verletzt, traurig, wütend gemacht, nein, insbesondere traurig. Meinen Auswander-Traum habe ich gestern abend mit einem Fragezeichen versehen. So deutlich gezeigt zu bekommen, dass man in dem Land, das man so gerne hat, nicht willkommen zu sein scheint, das tat weh.
    Heute morgen habe ich aus dem Fragezeichen ein dickes Ausrufezeichen gemacht. Vorurteile sind dumm - auf beiden Seiten. Schweiz, ich komme - und wie lieb ich dich habe ;-)

  31. Friederike Says:

    Liebe Vicky
    Ich find Dich super.
    Salutations très cordiales
    Friederike

  32. Thomas Says:

    @Vicky: Ich glaube, es gibt einen Riesenunterschied zwischen dem allgemeinen Klischee und dem Urteil der Arroganz der Deutschen als Gesamtheit und der Wahrnehmung der einzelnen Person.
    Fragst du in der CH, wirst du wohl fast immer hören, dass die Deutschen arrogant seien.
    Fragst du aber nach, z B so: Der Deutsche, der da bei Ihnen im Geschäft arbeitet, ist der arrogant? so wirst du viel differenziertere Aussagen hören.
    Und wenn du dann beim Fernsehen bist, dann sieht man sich dann ja.

    Gruss

    Thomas

  33. Christian Says:

    Peinlich für beide Seiten - und fast schon an die “Schweizermacher” erinnernd - fand ich das deutsche Ehepaar, das à tout prix eingebürgert werden wollte: Hatten die’s wirklich nötig, sich vier Mal zu bewerben? Und: Wieviele Kröten hätten die noch geschluckt, nur um den Schweizer Pass zu kriegen? Uiii! Ja kein Fernsehen, sonst geht’s wieder schief…! Ich hätten den Stieregrinden aus Kaiseraugst, die es wagen, den unangepassten Zivilstand als Grund für die Ablehnung vorzubringen, schon nach dem ersten Mal gesagt: “Das war’s dann.” Man hat ja schließlich auch seinen Stolz als Individuum. - Und die wackeren Kaiseraugster müssen sich fragen lassen, ob es wirklich das Ziel der Einbürgerung ist, nur noch winselnde Opportunisten zu Schweizern zu machen? Ist das das verlangte Zeichen von Integration?

  34. .d. Says:

    Tja was soll man dazu sagen, ich verstehe die Deutschland-Feindliche Haltung auch nicht, die bei nicht wenigen meiner Mitbürger vorzufinden ist.
    Wären beispielsweise die Franzosen so unbeliebt, würde mich das nicht weiter wundern (man bedenke, Gymnasiasten werden 8 Jahre und Sekschüler immerhin 5-6 Jahre mit deren Sprache Zwangsgequält) doch der Deutschunterricht kann ja irgendwie nicht schuld sein.
    Sprache hat aber vermutlich trotzdem einen schönen Einfluss auf das Ganze, genauso wie Geschichte und “Defensivgefühle” (sprachlicher, geschichtlicher oder auch nur Quantitativer Natur).
    Auch nicht zu verachten ist, denke ich, der Einfluss der Deutschen Medien (v.a. TV) denn erstens sind die hier sehr bekannt und zweitens werfen sie oft kein gutes Bild auf Deutsche bzw. den Prototyp-Deutschen den sie erzeugen.
    Ein weiterer Faktor ist wohl auch, dass wir eben genau aus den Gründen die uns eigentlich verbinden sollten (Sprache, gemeinsam genutzte Medien, Nachbarschaft, …) auch mehr über die Deutschen wissen (bzw. zu wissen glauben) als über fast alle anderen Völker der Erde (ausgenommen vielleicht die Amerikaner durch ihren Medienexport… aber die sind ja eben genau auch nicht gerade beliebt an den meisten Orten) und weil viele hier eben glauben sie würden sich besonders gut mit Deutschland auskennen, ist auch am meisten Stoff da um negative Vorurteile aufzubauen.
    Im Gegenzug haben die Deutschen ja meist keine Ahnung von der Schweiz (wie Jens auch im Interview sagte) was zu dem sehr allgemeinen und harmlosen Vorurteilen (Käseland, Geldland, …) führt.
    (Ich erinnere mich gerade belustigt an Schülerinnen die wir in München getroffen haben, die sehr erstaunt darüber waren, dass es bei uns in der Schweiz auch Internet & Tankstellen gibt. Wieder andere hielten die Schweiz zwar für grösser als die Niederlande, glaubten aber kaum dass es hier ehr als eine Million Einwohner gibt. Und ja ich weiss, ganz so extrem ist die Unwissenheit wahrscheinlich normalerweise nicht :p)

    Eines ist aber wohl sicher: Wenn man mal Deutsche etwas besser kennenlernt, lösen sich die Vorurteile schnell in Luft auf.

  35. Selma Says:

    Danke für den Link zum Stream! Habe nämlich auch keinen Fernseher. Ist ja schon heftig der Beitrag… Der Hinweis mit den 36 Interviews in Aarau ist tatsächlich interessant. Ich bin in dort aufgewachsen, und obwohl ich zu Hause immer Hochdeutsch gesprochen habe (bin in der Schweiz geborene und später eingebürgerte Doppelbürgerin), habe ich in der
    Schule immer “Schweizer Hochdeutsch” mit Akzent gesprochen. Das wäre ja sonst peinlich gewesen… Die Ressentiments sind schon recht tief verankert. Das variiert allerdings je nach Region. Ich persönlich würde behaupten, der Aargau ist da besonders schlimm… (nachdem ich auch im Thurgau und in Zürich gewohnt habe)

    Mir hat Friederikes Aussage gut gefallen, dass viele Deutsche denken, die Schweiz sei genau gleich wie Deutschland. Dann sind sie ganz überrascht, dass es tatsächlich Ausland ist, viele Dinge anders laufen, die Menschen eine andere Mentalität haben und man sich entsprechend als Ausländer fühlt und auch als solcher behandelt wird. Wenn ich nach Deutschland gehe, fühle ich mich schliesslich auch als Ausländerin (da hilft auch der Pass nicht viel). Die Erwartung, hier müsse alles gleich sein wie zu Hause und die entsprechende Aufregung darüber, dass das nicht zutrifft, kann man durchaus als eine gewisse Arroganz auslegen. Meine persönliche Erfahrung ist jedenfalls, dass diejenigen Deutschen, die sich bewusst sind, dass sie in ein anderes Land ziehen und bereit sind, sich darauf einzulassen, ganz gut zurecht kommen. Da brauchen sie auch keine
    Schweizerdeutschkurse zu belegen. Aber vielleicht geht ihnen nach einer Weile “Grüezi”,”Velo” oder “das Tram” ganz selbstverständlich von den Lippen.

  36. Andy Says:

    @Kisii:

    Danke für die Bestätigung! Die Einstellung “wems nicht passt der kann ja gehen” zeigt nur mal wieder den Nationalismus:
    CH-Pass: Mitsprache erlaubt
    XY-Pass: Schnauze halten.

    Seit wann ist das Recht auf Meinungsäusserung an die Farbe des Passes gebunden?
    Und das im Land der “besten Demokratie der Welt” ….lächerlich.

    Ach ja, in dem Zusammenhang:
    Wie wäre es mit einer Direktabstimmung:
    “Wer Tschüß sagt dem soll der Ausländerausweis wieder abgenommen werden?”
    Auf 20Minuten kann man ja schon mal ne Testumfrage machen.

    Im Übrigen komme ich an keiner Oma mehr vorbei ohne ihr über die Strasse zu helfen und an keiner Bäckereiverkäuferin ohne ein “Gipfeli” zu bestellen und artig “einen schönen Tag noch” zu wünschen. Aus lauter Angst als unhöflicher Deutscher abgestempelt zu werden. So weit geht das, aber das kann man als Eingeborener nicht nachvollziehen….

    en Schöne

  37. Phipu Says:

    Hier hat es ein paar wunderschöne Kommentare, die mir besser gefallen, als die Fernsehsendung. Die Sendung, die ich nun per Computer angeschaut habe, fand ich etwas einseitig, als wolle sie die Volksmeinung nur erhärten.

    Ein paar Kommentare hier haben mich besonders inspiriert:

    An Frederike
    Viele gute Gedanken. Die Unwissenheit über das andere Land, das nicht nur einfach ein weiteres Bundesland ist, kann bei einem nicht entsprechend vorbereiteten Umzug schon eine Schockreaktion herbeiführen. Es ist dann um so schwerer, wenn man erst nach Ankunft und den ersten Fettnäpfchentritten merkt, dass man ja eigentlich ganz unerwartet vieles neu lernen muss.

    An Vicky
    Falls du genügend mit der französischen Sprache vertraut bist, hör dich ein wenig in der Westschweiz um. Da findest du mehr Ressentiments gegen die Deutschschweizer (weil sie Dialekt reden, den man trotz jahrelangem Hochdeutsch-Unterricht nicht verstehen kann. Und politisch wird sowieso alles bei denen ennet der Saane entschieden; und deren wirtschaftliche Kraft ist erst noch stärker als in der französischen Schweiz!) Oder hör mal, was die Welschen über die Franzosen, insbesondere Pariser sagen. Da könnten auch Ausdrücke wie „hochnäsig“ oder „arrogant“ fallen. Die Franzosen sagen nämlich gerne „les petits Suisses“ (die kleinen Schweizer). Das kann auf die Dauer nerven, selbst wenn es eigentlich humorvoll gemeint wäre.
    Eben, wegen der Sprache hat man in der Romandie viel weniger mit Deutschen zu tun (also auch aus Unkenntnis nichts gegen sie), als ab der Deutschschweiz. Deshalb, nur Mut, lass dich nicht beirren! Du bist jetzt darauf vorbereitet, dass dich in der Deutschschweiz nicht nur offene Arme empfangen werden. Aber auch nicht nur potentielle Feinde!

    Falls Vokabular-Nachhilfe zu meinem Text nötig: Blogwiesen-Suchmaschine aktivieren. Dort solltest du das meiste finden.

    An Vanessa
    Der Vergleich mit den Italienern ist gut. Viele „Secondos“ (Ital. für „zweite“ = 2. Generation; die schon in der Schweiz Geborenen) sind unterdessen fast die besseren Schweizer als die „Nurschweizer“. Vielleicht wird in einer Generation wegen der anderen Nationalitätgewichtung ein neuer Ausdruck kreiert: die „Zwoten“.

  38. Vicky Says:

    @Friederike:
    Danke für deine Complimenti, kann sie ungeteilt zurückgeben, deine Ausführungen über manche Exil-Deutsche, die denken, die Schweiz sei das südlichste Bundesland, trifft absolut den Kern und das ist peinlich, peinlich, peinlich!
    Ich nehme durchaus starke kulturelle Unterschiede wahr, die ich aber herzerfrischend finde (ich kann halt leider immer nur für das Wallis sprechen, war erst wenige Male in Zürich und St.Gallen). Von der Freundlichkeit der Menschen kann man sich wirklich eine herzhafte Scheibe abschneiden, ganz zu schweigen von der Naturverbundenheit und dem Zusammenhalt der Leute hier am Berg, find’ ich einfach super, kann man viel von lernen. Klar ist nicht alles Gold, aber ich finde hier ist alles noch ein bisschen Lebensnäher und echter!

    @Thomas:
    Danke für die Ausdifferenzierung meiner Ausführungen, du hast recht! Das ist ja das ‘gute’ an Vorurteilen, dass sie sich meist, wenn dann ein leibhaftiges Exemplar vor einem steht, in Luft auflösen. Und dann, oh Schreck, das Gegenüber überhaupt nicht dem Prototypen entspricht, den man sich so schön konzipiert hat.
    Aber trotzdem trifft’s einen doch irgendwie auch persönlich, wenn Vorurteile lanciert werden, deswegen hat mich auch der Beitrag gestern so aus den Socken gehauen. Man will doch als Individuum wahrgenommen werden und nicht als ‘deutsche Schublade’!!!

    p.s. ich weiß, ein heikles Thema, aber ich muss es einfach sagen: ich bin absoluter mega Fußball-Fan und freue mich wie Bolle auf die Euro08 ;-)

  39. awo Says:

    Hat eigentlich schon mal jemand festgestellt, dass 0.5% der Schweizer Bevölkerung und Deutschland leben und nur rund 0.2% der Deutschen in der Schweiz!

  40. awo Says:

    Mal was anderes! Sind hier ein paar Leute aus der Ostschweiz dabei die Lust an einem Skatclub haben? Ich will hier keine Separatistenbewegung gründen! Schweizer sind dazu natürlich auch aufgerufen. Es ist ähnlich dem Jassen und relativ schnell zu lernen! Wir sind eine kleine Gruppe, die sich ein mal in der Woche zu einem Skatabend trifft!

  41. Thinkabout Says:

    Tja, da hat es mir dann mal die Hutschnur gelupft, ganz schweizerisch ausgedrückt:

    Manueller Trackback:

    http://myblog.de/thinkabout/art/86640992/_hr_h2_Die_Bunzli_Schweizer_und_die_Arroganz_Deutschen_h2_

  42. Mike(Basel) Says:

    Hallo zusammen!
    Als Deutscher der in der Schweiz lebt,kann ich die Schweizer sehr gut verstehen, die einen Grossteil der Deutschen als arrogant finden.
    Wenn ich unseren Herrn Administrator in dieser Sendung sehe ,wie er sich in pseudocool in den Sessel pfläzt & behauptet, es macht ihn wütend ,wenn als erster Kommentar die Behauptung kommt die Deutschen seien arrogant.
    Kann ich nur sagen:da wundert man sich noch!? & den ausgelutschten Spruch bringen:”getroffene Hunde bellen”!
    Ich könnte x-Beispiele bringen ,wo ich meine Landsleute ebenfalls als arrogant bezeichnen würde.
    viele Grüsse
    Mike(Basel)

    [Antwort Admin: Das Interview ging lange, das bequem Rumlümmel im Sessel daheim wird erlaubt sein, war ja keine politische Sendung.
    Ja, mich macht jedes unreflektierte Vorurteil, dass nur einfach immer wieder bei Bedarf vorgekramt wird, wütend. Weil es zeigt, dass sich viele Menschen mehr aufs Hörensagen verlassen als auf ihre persönliche Erfahrung und Einschätzung. Getroffene Hunde bellen übrigens nicht, die knurren und greifen dann an. Für mich ist Arroganz eine Art von “Hochnäsigkeit”, und die habe ich bei Vertretern von jeder Nation beobachtet. Aber nicht lange, denn meistens sind solche Leute nicht sonderlich kommunikativ und interessant, zu sehr mit sich selbst beschäftigt. ]

  43. aquado Says:

    Als ob man von Deutschland aus erst in die Schweiz, also ins A u s l a n d
    gehen muß, um zu merken, daß dort die Uhren anders gehen, überrascht mich hier bei manchen Kommentaren schon etwas.

    Man nehme einen eingefleischten Norddeutschen und sein bajuwarisches Pendant und tausche deren Heimat aus; ob die irgendwann Land und Leute liebgewinnen würden?

    Oder, man verfrachte Schwaben tief in Deutschlands dunklen Osten- eine andere Welt tut sich auf.

    So weit muss man gar nicht kommen, um sich wirklich fremd zu fühlen.

    Ich wohne in einer nordhessischen Stadt mit ca. 200.000 Einwohnern. Komme ich runter nach Frankfurt, nehmen die mich als “Großstädter” nicht für voll; fahre ich weiter bis nach München, fragen die mich nicht: “Kassel, wo liegt das?”, sondern: “Kassel, was ist das?” (Ja, das ist kein Scherz).

    Man sieht also, überall doch irgendwie das gleiche, oder? ;-)

  44. Tobi Says:

    Schade, dass Du meine letzten Beiträge gelöscht hast. Warum?

    [Anmerkung Admin: Bitte genauer: Von wann und zu welchem Thema war ein Kommentar online, der jetzt nicht mehr online ist?]

  45. neuromat Says:

    nun… niemand zwingt, mit denen, die mich für laut, arrogant und grössenwahnsinnig halten Geschäfte zu machen. Wir haben erst einmal mit Verweis auf die Sendung unser Erstaunen und unsere Verwunderung zum Ausdruck bringend, einige Annulationen vorgenommen. Wem ich zu laut, zu arrogant und zu grössenwahnsinnig bin, dem möchte ich den Kontakt zu mir nicht unnötig zumuten.

  46. Hanns-Georg Says:

    Moin,
    freue mich über die vielen Kommentare. Hab noch ein paar Anmerkungen:

    Warum kennen die Deutschen, solange sie in Deutschland wohnen so wenig von der Schweiz: weil viele es sich nicht leisten können in der Schweiz Urlaub zu machen. Ich hatte dereinst Erdkunde als Leistungskurs und da haben wir wirklich alles behandelt, aber in Europa nur die EU, zu der die Schweiz ja nicht gehört hat. Aber es ist in der Tat so, daß wir ja früher einige Eurovisionssendungen hatten und irgendwie waren doch da alle nett: Ich erwähne Großer Preis, Dalli Dalli, Wetten Dass, Am laufenden Band, Auf Los gehts los, Aktenzeichen XY. Das war damit gemeint, wenn wir denken, dass wir einem gemeinsamen Sprachraum angehören. Das hat doch nix mit teutonischen Großmachtsphantasien zu tun.
    Lustig ist aber, dass wir hier als die Deutschen auftreten, aber in Deutschland sind wir auch eher regional unterschieldlich. Ich erinnere mich aber auch, dass es mir in Deutschland unangenehm ist mit hardcore-Dialektsprechern zu tun zu haben. Ich bin selber Pfälzer und es gibt viele Pfälzer, die meinen: “am Pfälzer Dialekt soll die Welt genesen”. Ich hab gar nix gegen Pfälzisch zur richtigen Zeit am richtigen Ort, aber ich bin froh, dass ich auch des Hochdeutschen mächtig bin. Ich glaube, wenn man diese Dialektdiskussion noch nach Niederbayern tragen würde, dann würde man auch sehr hartnäckige Ressentiments zu hören bekommen. Komisch ist aber, dass ich hier nie jemanden bitte Hochdeutsch zu sprechen. Verwundert bin ich aber, bei wie vielen sich mir die Fussnägel stellen, wenn sie anfangen hochdeutsch sprechen wollen. Komisch ist auch, dass es oft flüssiger ausgesprochen klingt, wenn die Schweizer extra versuchen Hamburger Schnack zu sprechen. Da gehts dann. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die, die das wollen, auch problemlos hochdeutsch sprechen, ohne ihre Identität zu verraten. Die, die ständig versuchen mir klar zu machen, dass sie eine eigene Sprache sprechen (so ein Quatsch: es ist eben doch nur ein anderer Dialekt), sind eben die, die sich aktiv gegen Neue Einflüsse, Veränderungen und dergleichen zu sperren. Ich jedenfalls finde Schwizerdeutsch nicht schlecht, und je mehr es gesprochen wird, desto besser versteh ich es auch. Was den Witz angeht ist mir das auch klar: Witze transportiert ein Dialekt besser als die ungewohnte Sprachversion, meine Kumpels zu Hause und ich witzeln halt auch viel auf Pfälzisch.

    Oben habe ich bereits erwähnt, dass wir die Schweiz nicht gut in Deutschland kennen. Schön fand ich daher in dem Beitrag, dass die Deutschen primär gut von der Schweiz denken. Die Schweizer wissen ähnlich wenig über Deutschland. Aber das hält viele (und ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass die Tendenz der vielen negativen Bemerkungen keinen von uns überrascht, weil wir täglich damit zu tun haben) nicht davon ab ein ganz klares und unumstössliches negativ Urteil zu haben. Die Kommentare bezüglich uns finde ich nicht schlimm, das ist eben so. Was mich viel mehr überrascht hat, waren die Gesichtsausdrücke der Befragten. Ich hatte das Gefühl, dass die meisten der Befragten froh waren mal einem Schweizer TV-Team ihre Meinung sagen zu können. Das war kein Spaß, das war genauso wie gesagt, und mehr. Ich hätte mich gefreut, wenn gleichzeitig ein Deutsches Kamerateam sagen wir vom ZDF oder ein neutrales Team von Arte das gleiche gemacht hätten. Da wäre sicher ein anderes Ergebnis herausgekommen, so viel zur schweizer Ehrlichkeit. Der eine Opi hat mich wirlich verwirrt: ich musste mir schon viel zu meinem Deutschen Charakter anhören, aber Unehrlichkeit war sicher nie dabei. Das ist ja gerade das, was uns hier zu schaffen macht: wir wissen oft nicht woran wir sind.

    Zum Tempo beim Sprechen: kann es nicht einfach sein, dass wir schneller sprechen mit unserer Direktheit und klaren Ausdrucksweise und die Schweizer eben etwas langsamer mit den Schweizer Floskeln und den ausführlicheren Beschreibungen? Einfach so: das ist so und gut.

    Was ich unbedingt noch erwähnen will: ich kann es nachvollziehen, dass die von Deutschland in den Weltkriegen gegängelten Länder und deren Anwohner noch immer über die Deutschen der Jetztzeit herziehen. Ich verstehe das nicht, denn meine Generation ist doch ganz anders, aber immerhin. Was ich aber überhaupt nicht nachvollziehen kann, ist, wie ich das immer wieder erlebe, dass sich die Schweizer darüber lustig machen. Die Schweiz hat wirklich keine Kugel von uns abgekriegt und an den Kriegen richtig Geld verdient und auch Mechaniken für anspruchsvolle Kriegsgeräte geliefert (hallo Uhrenindustrie). Mir hat das ein ganz kritischer Schweizer erzählt. Der sagte, dass z.B. in Zürich einige Nazigrößen zum Strassenbild gehörten. Also, diesen Spruch möchte ich mir nicht mehr anhören.

    Fazit: ich ärgere mich täglich über die dummen Sprüche, aber ich wachse daran. Mir ist es mehr als recht, wenn schweizer Männer mit mir Schwizerdütsch sprechen. Ich finde aber, daß Schwizerdütsch sehr derb und ordinär klingt wenn Frauen es sprechen und daher interessieren mich die Schweizerinnen auch nicht. Let alone swiss humour. Ich habe meinen Frieden gemacht, aber ich plane schon in 1,5 Jahren die Schweiz zu verlassen. Dann habe ich meinen Facharzt im Sack und ab dafür. Dann steht mir die ganze Welt offen und dann werde ich neue Erfahrungen sammeln. Bis dahin werde ich mit meine Schweizer Bekannten gut klarkommen und die anderen sind mir wurscht. Schade, aber, dass offensichtlich nicht für alle klar wird, dass hier ganz ausgezeichnete Leute aufschlagen, die aufgrund Ihrer geistigen Einstellung in der Lage sind, sich dem Abenteuer Mobilität zu stellen. Das ist schon eine ausgesuchte feine Gruppe und die reinen „Geiz ist geil Deutschen“ bleiben eben zu Hause. Wenn wir auf gleichgestellte Schweizer treffen, dann ist das sogar sehr interessant, aber wenn wir auf die „Schweiz ist geil Schweizer“ treffen, dann gibt’s Vorurteile und Probleme.

    Zum Skatkollegen oben: ich suche einen Skatrunde in Zürich.

    Ahoi, hg

  47. touri Says:

    Seit wir die DOKU gesehen haben, sehen wir die Schweiz auch mit anderen Augen. Ein Kollege von mir, der jedes Jahr in die Schweiz in die Ferien geht, konnte nicht glauben was hier für ein Deutschenhass während der WM versprüht wird. Davon bekommen wir in D ja gar nichts mit. Hier stehen sie um Kunden, Touristen usw. zu werben! Wenn sie deutsche Supermärkte nach den Produkten der arroganten Deutschen bevölkern. Man sollte den Film mal ins deutsche Fernsehen bringen um zu zeigen wie willkommen wir Deutschen sind! Vielleicht hilft das bei der Auswahl der nächsten Feriendestination.

  48. jotge Says:

    Zitat aus Hans-Georg’s Beitrag “Mir ist es mehr als recht, wenn schweizer Männer mit mir Schwizerdütsch sprechen. Ich finde aber, daß Schwizerdütsch sehr derb und ordinär klingt wenn Frauen es sprechen und daher interessieren mich die Schweizerinnen auch nicht.”

    … Da bin ich doch “gottefroh” über all die Leute in diesem Blog, die sich Mühe geben, auch über ein heikles (in diesem Fall ein beschämendes und schmerzhaftes) Thema so zu diskutieren, dass dabei nicht “links und rechts davon” noch mehr Geschirr zerschlagen wird…..

    Johanna

  49. Chimaera Says:

    So ich hab mir die Dokumentation jetzt gestern auch mal runtergeladen und angeschaut und bin echt entsetzt über dieses Bild,
    Ich selbst hab die Schweiz vorher eigentlich eher gemocht und den Dialekt fand ich auch ganz lustig ( Nein, kein Jöh-Effekt…. Bin ja selbst Alemanne)

    Wie ich schon einmal berichtet habe, Den ersten Dampfer bekam meine Schweiz-Sympathie dann von einem Schaffhausener Busfahrer, der mich wohl auch als arrogangten Dütschen bezeichnete. Erlaubte ich es mir doch tatsächlich im Poschtbus nach Büsingen (Hatten wir schonmal, Deutsche Enklave in Schaffhausen) zu fragen ob er auch Euros annimmt (”Eher wenig” “Was heisst weniger??????????” “Na, wir sind hier doch in der Schwiiz.” Faszinierend fand ich echt das weniger. warum nicht: “Nein, leider nicht.”

    Nunja, in Urlaub geh ich dann doch wieder lieber nach Österreich…. Dort gibt es zwar auch den typischen deutschen “PIEFKE”, aber keine Ressentiments…

  50. Pih Says:

    Am “coolsten” fand ich den Abspann.
    Sagt doch der ein, auf die Frage ob und wann er Schweizer werden will:

    “Wieso sollte ich, ich bin doch schon jemand”

    Wie treffend, und wie wuenschenswert, ein bisschen mehr Toleranz bei jedermann.
    Wie kindisch ist denn dieses ganze Getue?
    Jeder ist Auslaender, ueberall! Und jeder ist irgendwo mal arrogant, kleinbuergerlich, intolerant usw usw.
    Der ein faehrt gerne in die Schweiz, die andre gerne nach Germanien und wieder andere sonstwo hin. Jeder macht seine Erfahrungen, kann man da alles ueber einen Kamm scheren?

    [Anmerkung Admin:
    Dazu mach ich noch ein extra Posting. An diesem Satz scheiden sich echt die Gemüter]

  51. Brigitte Says:

    Purer Zufall, dass ich vor 14 Tagen mit einer Kollegin, die die Sendung neulich gesehen hat, genau über dieses Thema diskutierte. Ich habe die Sendung leider verpasst, machte aber diese Erfahrungen schon vor Jahren und sie meinte, es wäre ja schlimm, dass sie meine Aussage bestätigt sah. Als ich mich vor Jahren für eine Weiterbildung in Deutschland entschloss, beäugten mich meine Schweizer Arbeitskollegen misstrauisch und konnten es kaum glauben, dass ich tatsächlich aus freien Stücken „zu den Schwaben“ ging. Dabei muss erwähnt werden, dass ignorante und arrogante Schweizer grundsätzlich ALLE Deutschen als „Schwaben“ bezeichnen, wenn sie solche Äusserungen von sich geben. Selber bin ich in Deutschland immer sehr höflich empfangen worden. Ich habe keine Sekunde lang so etwas wie Arroganz oder gar Fremdenfeindlichkeit gespürt. Und ich teile ausnahmslos die Meinung von Adolf Muschg, der sagt: „Man geniesst als Schweizer in Deutschland immer noch einen oft beängstigenden Kredit? Dass die Schweizer Gegenrecht halten, kann man ja nicht behaupten.“

    Ehrlich gesagt, begreife ich nicht, wie wir Schweizer den deutschen Arroganz vorwerfen können. Selbstverständlich gibt es arrogante Menschen in Deutschland, aber die gibt es überall. Und in der Schweiz gibt nicht wenige davon. Ich meine, dass es wohl diese selbstsichere und direkte Art der Deutschen ist, die uns einschüchtert. Da kommt einer auf dich zu, redet ohne Punkt und Komma in perfektem, fliessendem Deutsch und du sollst dabei Haltung bewahren? Wie denn, wo du doch seit Jahren nie mehr Hochdeutsch gesprochen hast und es doch eigentlich fast eine Fremdsprache für dich ist?

    Ist es denn nicht schizophren, dass wir hier Mundart sprechen, und dabei das Hochdeutsche unsere Schrift- und Amtssprache ist? Wir hören zwar deutsches Radio, sehen deutsches Fernsehen, lesen deutsche Zeitschriften, aber sprechen….! Stecken wir in einer Identitätskrise? Haben wir Angst vor dem grossen Bruder? Tragen wir deshalb T-Shirt, Socken, Unterhosen, Handtaschen usw. mit Schweizerkreuzen drauf? Schlafen wir deshalb in rot-weisser Bettwäsche und trinken unseren Frühstückskaffe aus der Schweizerkreuz-Tasse. Kleistern wir aus diesem Grund am 1. August ganze Landstriche mit Schweizerfahnen zu? Dieser „Markier-Tick“ wird doch nur noch von den Amerikanern übertroffen. Ich habe schon Schweizer erlebt, die ihre Knaller und Raketen im Auto mit an die Adria geschleppt haben! Pünktlich am 1. August gab es dann am Strand ein privates Feuerwerk. Wer hat uns denn überhaupt den Wilhelm Tell aufs Auge gedrückt? Unseren Wilhelm Tell? Der Stolz eines jeden „richtigen“ Schweizers? Liebe Deutsche, den haben leider nicht wir erfunden (obwohl viele das gar nicht wissen). Und wie bitte soll man dabei keine Komplexe kriegen, wenn ein Deutscher einem die Geschichte vorschreibt. Häh?

    Diskriminierung von Deutschen in der Schweiz habe ich schon selber miterlebt. Zu meinem deutschen Ehemann meinte eine Beamtin, als er sie höflich auf ihre unmögliche Art aufmerksam machte, wenn es ihm nicht passe, könne er gerne wieder nach Deutschland zurück gehen.

    Warum erwähnt eigentlich das Schweizer Fernsehen nicht, dass über 71′000 Schweizer (also rund 1% der Gesamtbevölkerung) in Deutschland leben? Wer etwas Kopfrechnen kann, merkt schnell, dass der prozentuale Anteil der Deutschen hier bei lediglich etwas über 0.25 % liegt!
    Warum weigert sich das Schweizer Fernsehen stoisch, die Wettersendung Meteo wieder auf Hochdeutsch zu moderieren? Das Wetter interessiert doch ALLE. Die Tessiner und die Welschen moderieren ja auch in Schriftsprache. Und an Worten wie „Gwuöuch“ und
    „ Wouchä“ musste sogar ich mich erst gewöhnen.

    Als Schweizerin werde ich mit meinem Mann in Kürze nach Deutschland ziehen. Bei den Vorbereitungen stellte ich fest, dass ich in Deutschland die Schweizer Radio- u. TV-Sender nur gegen monatliche Gebühren an die SRG erhalten kann. Natürlich muss ich bei der SRG auch noch Decoder oder Modem mit Karte für CHF 50.- bestellen, wenn ich in Deutschland Schweizer-Sender empfangen will. He, gaht’s eigentli no? Hm, bin mal gespannt, was noch alles kommt. Aber egal, ich kämpfe mich durch die Bürokratie, trotze den ungläubigen Blicken meiner Schweizer Landsleute, wenn sie von meinen Absichten hören und freue mich auf das Leben „bei den Schwaben“, auch wenn’s vorerst nur Bayern ist. Der Osten kommt später dran. Tschüss geliebte Schweiz. Hallo Deutschland!

  52. Ute Says:

    @Jens
    Einen Stempel aufgedrückt zu bekommen ist schlicht weg niveaulos.
    Leider macht man meist die Erfahrung, dass die Leute, die mit Klischees ihre Meinung bilden, diese nur aus einschlägigen Zeitungen oder vom Hörensagen haben. Fragt man nach, hatten sie noch nie direkt mit einer Person des verunglimpften Kreises zu tun….
    Leider gehört diese “Kulturgut” den Schweizern wie den Deutschen…
    Ich komme aus Ostdeutschland und dazu noch aus Sachsen…

  53. neuromat Says:

    Vanessa schrieb: „Ich bin froh, dass eine Diskussion in Gang kommt, vor allem auch unserer Kinder wegen, die immer noch unter Abgrenzung in den Schulen leiden.“
    Und Ute: „Leider macht man meist die Erfahrung, dass die Leute, die mit Klischees ihre Meinung bilden, diese nur aus einschlägigen Zeitungen oder vom Hörensagen haben. Fragt man nach, hatten sie noch nie direkt mit einer Person des verunglimpften Kreises zu tun….“
    Noch wissen die meisten, von was sie da eigentlich reden. Zum Beispiel von Arroganz. Es gibt eine sehr interessante Szene im Film Lorenzos Oil. Lorenzos Eltern bitten den Stiftungspräsidenten und seine Frau darum, dass Briefe an die Eltern ebenfalls erkrankter Kinder verschickt werden. Sie erhalten zur Antwort:„Ich wollte Ihnen noch etwas beibringen, bei uns zuhause nennt man dieses Verhalten Arroganz.“ Nick Nolte, der Lorenzos Vater spielt antwortet: „Ja, in gewisser Weise haben Sie Recht. Arroganz, das äh, der Ausdruck stammt von dem lateinischen Wort >arrogare

  54. Marie Says:

    sooo schade dass ich mich als deutsche in der schweiz nie hab freuen können wenn Deutschland bei der WM ein spiel gewonnen hat. :-(
    (Hatte richtig heimweh in dieser Zeit)
    nicht für viel Geld hätte ich mir ein Spiel in der Stadt angeschaut, die schweizer Reaktionen in bezug auf die Deutschen waren einfach zu heftig.
    Ist doch traurig…
    bin gespannt wie EM 08 wird.

  55. unbekannt Says:

    Wir Deutsche sind einfach besser, gescheiter, weltoffener und besser ausgebildet als alle Kuhschweizer zusammen. Die Schweizer sind noch hinter dem Mond und haben keine Ahnung, was in der Welt so abgeht. Deshalb müssen wir die Schweizer zu richtigen Menschen bekehren helfen und ihnen eine anständige Ausdrucksweise der Deutschen Sprach beibringen.

    [Anmerkung Admin: Kauf Dich Deutschbuch, hat mich auch Deutsche Sprach beigebracht. Findste aber Wort Kuhschweizer nicht drin, so ein Mist]
    [Anmerkung Admin2: Der Schreiber dieses Kommentars hat sich einfach einer anderen Identität bedient. Die wurde nun auf Wunsch des Besitzers gelöscht. ]

  56. nadjagn Says:

    Wenn doch nur endlich all diese blöden, ignoranten Vorurteile aus den Köpfen der Schweizer und der Deutschen herausgespült würden… dann könnte man doch ganz friedlich, Seite an Seite als gute Nachbarn leben. Nicht?

    Soviel zum Thema Vorurteile: Sich gegenseitig Beleidigungen und Vorurteile wie „Minderwertigkeitskomplex“, „Sauschwoob“, „Arroganz“ und „Schwiizerdütsch ist keine eigene Sprache“ etc. an den Kopf zu werfen hilft ja nun nicht wirklich weiter um gut miteinander klarzukommen. Komischerweise tauchen diese Begriffe auch in Postings vorgeblich „toleranter“ Kommentatoren auf! - Ist das nicht widersprüchlich?? „Leben und leben lassen“ sollte die Devise sein und dabei die Marotten des anderen akzeptieren und sich im Ausland den dortigen Gepflogenheiten soweit es geht anzupassen ist ja wohl nicht soo schwierig.

    Ich persönlich habe weder mit Schweizern noch mit Deutschen ein Problem, jedoch nerven mich unhöfliche, arrogante und ignorante Menschen jeglicher Herkunft.

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