-->

Du bist Deutschland, oder: Ich und Du sind Menschen wie Du und Ich

  • Deutschland macht mobil
  • Wenn gar nichts mehr geht in Sachen „Stimmung der Deutschen“, dann muss eine Werbe-Kampagne helfen, die richtig Mut macht. Wer bin ich? Bin ich Papst? Bin ich Weltmeister? Nein, ich bin Deutschland:

    Du bist Deutschland“ will zu einer neuen Aufbruchstimmung in Deutschland beitragen. Die Kampagne will die Menschen bewegen und aufrütteln. Und sie soll dazu führen, dass jeder wieder positiver, zuversichtlicher und motivierter in die Zukunft blickt. Denn: Es kommt auf jeden Einzelnen an, jede Leistung zählt. Wenn alle ihren Teil beitragen, können wir in Deutschland viel bewegen
    (Quelle: du-bist-deutschland.de)

    Gekostet hat diese Kampagne nichts, denn alle haben umsonst mitgemacht, Hätte man die Sendezeit für den Kampagnenfilm jedoch verkauft, wären 30 Millionen Euro dabei herausgekommen. Soviel war das reine „Schaltvolumen“ wert.

  • Original und Fälschung
  • Da die Kampagne im Januar 2006 beendet wurde, ist der Original-Spot nur noch auf der Website „Du-Bist-Deutschland.de“ anzuschauen. Sie sollten ihn im Original kennen, bevor Sie sich die Parodie anschauen:

    Du Bist Deutschland — Die Parodie

  • Das Land der Humorlosen
  • Was lernen wir daraus? Das Land der Dichter und Denker, weltweit bekannt und berüchtigt für seine Humorlosigkeit und Verbissenheit (wer denkt da nicht gleich an die staubtrockenen Sketche von LORIOT alias Victor von Bülow), kann sich sehr wohl auch mal auf die Schippe nehmen. Der Ausschnitt „Ich benutze öffentliche Verkehrsmittel… denn wir haben Dein Auto geklaut“ ist einfach phänomenal gut.

    Ich für meinen Teil hätte jetzt gern zum Nachtisch den Kosakenzipfel.

    

    5 Responses to “Du bist Deutschland, oder: Ich und Du sind Menschen wie Du und Ich”

    1. Frank Says:

      Als Erstbetrachter muss ich schon sagen, daß das recht mittelmäßige Produktionen sind. Bei den Privaten werden da wesentlich bessere Ergebnisse erzielt.

      Zum Beispiel ProSiebenSat.1 Welt (http://www.prosiebensat1welt.com) hat eine Reihe sehr geschmackvoller Pausenfüller die die Schöhnheit und Errungenschaften Deutschlands präsentieren. Dies sind eine Reihe von mehrminütigen Clips jeweils zu einem bestimmten Thema, z.B. Sport, Kunst, Landschaft, Architektur, Menschen. Sehr gut gemacht, macht sogar einen Deutschlandkritiker und Auswanderer ein wenig stolz und treibt eine Träne in den Augenwinkel.

      Es geht also, und da ist jede Menge Gutes präsentierbar wenn man das nur den richtigen Leuten überläßt.

    2. Fiona Says:

      Humorlosigkeit und Verbissenheit? Mag sein.

      Aber Jens – have you forgotten „the big green monster“ – NEID – eine ausgesprochene unattraktive Eigenschaft m.M.n.
      Beispiel: Gerd Schröder hat einen gut bezahlten Job in Zürich bekommen und prompt hagelte es in Deutschland Kritik und Neid auf ihn. Das ist mir unverständlich – er ist erst 60 Jahre alt, und kann nicht einfach zurücklehnen, hat er doch 3 ex-Frauen, ist zum vierten Mal verheiratet („a triumph of hope over experience“, wie ein Engländer sagen würde) mit Doris und hat zwei Kinder.

      P.S. De Gaulle über die Deutschen „Germans are oppressors who want to be loved“. Abschreckend!

      Fiona

    3. Gerald Says:

      Hallo Fiona,

      die Kritik an Schröder ging nicht primär gegen seinen Job in Zürich, sondern vielmehr gegen seine, nicht ganz unproblematische, Tätigkeit für Gasprom.

      Gerald

    4. Shuarian Says:

      Mal abgesehen vom erwähnten Ausschnitt (öffentliche Verkehrsmittel VS. Automobile) finde ich die Parodie eigentlich eher bescheiden. Oder soll dies ein Teil der Parodie sein? Denn auch das Original kann mich nicht überzeugen.

      Zum Thema ‚Original und Fälschung‘ finde ich auch den folgenden Artikel von Telepolis interessant: ‚Auch er war leider schon mal Deutschland…‘ ( http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21419/1.html ). Wobei ich nicht finde, dass man solch einen Slogan nicht neu besetzen darf.

    5. Andreas Says:

      Das Original ist doch schon selbst Parodie genug. Das ganze ausgerechnet mit Filmmusik (des amerikanischen Films) Forrest Gumpp zu unterlegen. Was will man mir damit sagen? Deutsche Musik hat nichts getaugt und „Ihr“ Deutschen könnt es trotz niedrigen IQ schaffen, bei Forrest hats ja auch geklappt? Lauf, Deutscher, lauf!!! Nicht zu vergessen die beleidigten Macher der Kampagne, als sich die erhoffte Reaktion nicht, dafür eine andere eingestellt hatte. Und so fragte Jean-Rémy von Matt: „Was berechtigt eigentlich jeden Computerbesitzer, ungefragt seine Meinung abzusondern?“

    Leave a Reply