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Über den Röschtigraben — Die Welschschweizer und die Deutschschweizer

Die neue Schönheitskönigin der Schweiz heisst Lauriane Gilliéron und kommt aus dem Welschland, der französischsprachigen Schweiz. Seit 11 Jahren zum ersten Mal wieder eine Welsche! Sie spricht ein drolliges Deutsch mit französischem Akzent. Hochdeutsch, selbstverständlich, denn etwas anderes wird in Fribourg und Lausanne an den Schulen nicht gelehrt.
Miss Schweiz 2005 ist Welsche
Als sie für den Lokalsender Tele-Züri am 20.09.05 auf Hochdeutsch interviewt wird, dürfen Deutschschweizer Fans anrufen und Fragen stellen. Der Moderator hat seine liebe Mühe, die Anrufer permanent daran zu erinnern, dass man Frau Gilliéron aus dem Waadtland (so heisst der Kanton Vaud=VD auf Deutsch) doch bitte nur auf Hochdeutsch befragen soll. Sie fallen stets nach dem dritten Wort wieder zurück in den Dialekt, oder sprechen weiter Dialekt, aber mit hochdeutscher Aussprache.

  • Vier Sprachen spricht die Schweiz
  • Die Schweiz ist viersprachig, zumindestens auf dem Papier, genauer gesagt: Auf den Geldscheinen. In der Realität sieht das anders aus. Das Rätoromanisch zerfällt in Sursilvan, Sutvilvan, Surmiran, Putér, Vallader und noch ein paar andere Teilsprachen, die wiederum zersplittert sind. Also wird selten ins „Rumansch“ übersetzt, wozu auch, denn die meisten Graubünder verstehen wunderbar Hochdeutsch. Sie werden jeden Abend von 17:45 Uhr bis 18.00 Uhr in der Sendung Telesguard im Schweizer Fernsehen SF1 völlig ausreichend und umfassend berücksichtigt.

    Bleiben also Deutsch, Französisch und Italienisch als Standardsprache. Obwohl, die Ticinos orientieren sich ja sowieso mehr nach Italien, und wenn sie in der Schweiz studieren wollen, müssen sie Französisch lernen, um nach Lausanne oder Genf zu gehen. Das fällt ihnen ohnehin nicht schwer.

  • Hohe Werte im Tessin
  • Das Tessin ist für die restlichen Schweizer bekannt durch seine hohen Werte. Den hohen THC Wert in den dort kultivierten Cannabis-Pflanzen (fein versteckt in hohen Maisfeldern, und durch Elektrozäune vor Wildschweinen und anderen Strolchen geschützt), deren Umsatz schon den Gesamtumsatz der Obstplantagen überstieg, und den hohen Ozonwert im Leventina-Tal, wenn hier im Sommer die Blechlawine über den Gotthard Richtung Süden rollt.
    Hohe Ozonwerte im Leventina
    Ein dritter, extrem hoher Wert, den die restlichen Schweizer mit dem Tessin verbinden, ist die Anzahl von Punkten, die vor 2 Jahren der Tessiner Sänger und Vertreter für die Schweiz beim European Song Contest bekommen hat. Er heisst Piero Esteriore und ward fortan nicht mehr gesehen, ausser im Tessin.

    Italienisch wird hier nur mit Ausländern gesprochen, auch im Tessin gibt es mehrere italienische Dialekte, die kein Italiener versteht. Nur die Sprachmelodie ist bei allen Schweizer ähnlich, egal ob sie aus Lausanne oder aus Belinzona kommen: Leicht singend und immer schön langsam.

  • Röschtigraben oder Ricola-Gebirge?
  • In einer Prominenten-Ausgabe von Günther Jauchs Ratequiz „Wer wird Millionär“ wurde der Literaturkritiker Helmut Karasek einst gefragt, wie die Sprachgrenze in der Schweiz scherzhaft auch betitelt wird:

    a) Ricola-Gebirge
    b) Leckerli-Linie (Leckerlis sind eine Gebäckspezialität aus Basel)
    c) Röschti-Graben
    d) Gruyère-Grenze

    Helmut Karasek wusste es souverän, weil es um etwas zum Essen ging, und er sich solche Dinge gut merken kann.

    Anders als jene arme Hamburgerin, die bei der Frage:
    „Wie heisst die traditionsreiche Fastnachtveranstaltung in Basel:

    a) Zapfen-Streich
    b) Buben-Streich
    c) Morgen-Streich
    d) Backen-Streich

    doch prompt auf den falschen Backenstreich tippte. Nun ja, Hamburg ist weit weg, und den Fischmarkt kennt auch nicht jeder im Süden. Ich habe schon Schwaben auf dem nach Stuttgart importierten Hamburger Fischmarkt darüber sprechen hören, warum die Hamburger denn nicht ihren eigenen Wein aus eigenem Anbau zum Fisch anbieten. Und Stuttgart ist für Schweizer immerhin eine Stadt hoch im Norden!

  • Der Röschtigraben
  • Der Röschtigraben ist (fast) unsichtbar, und doch immer präsent. Fährt man auf der Autobahn von Bern nach Lausanne, kurz nach der Ausfahrt Kerzers, steht dort plötzlich nicht mehr „Ausfahrt„, sondern „Sortie„. Hier beginnt das „Welschland„. Falls Sie das verpasst haben sollten, achten Sie einfach auf das Hinweisschild „Murtener See„. Es wurde durchgestrichen und mit einem „Lac de Morat“ verziert. Viel spannender ist es, sich im Drei-Seen-Land per Velo über diese Grenze zu bewegen. Eben noch gab es deutschsprachige Journale im Bahnhofskiosk von Ins, kurz darauf sind sie in Galmiz, und sie suchen verzweifelt nach einer Ausgabe des Tages-Anzeigers. Sie haben den Röschtigraben überschritten ohne es zu merken.

  • Die Romands in Zürich müssen Züridütsch lernen

  • Da die Tessiner in die französische Schweiz zum Arbeiten gehen, müssen die Welschschweizer, wenn sie Karriere machen wollen, abwandern nach Bern oder Zürich. Basel ist ihnen verbaut, denn da hocken schon die Elsässer auf sämtlichen Pöstchen der Dienstleistungsbranchen in Banken und Versicherungen, aber auch beim Metzger nebenan und an der Migros-Kasse. Ein Welscher in Zürich kann nur überleben, wenn er Züri-Dütsch lernt, und genau zu diesem Zweck bietet die Migros-Clubschule passende Abendkurse in Schweizerdeutsch an. Die Deutschschweizer werden von den Welschen übrigens „les Suisses toto“ genannt, von „teutoniques„. Ein Banker aus Lausanne erzählte mir, dass er nach Zürich mit perfektem Englisch und gutem Hochdeutsch kam. Keine Chance, er musste in 6 Wochen Schwyzerdütsch lernen, um eine Präsentation abhalten zu können.

    Ohne ein gutes Hörverständnis für das Schweizerdeutsche können Westschweizer auch die Nachrichtensendung 10 vor 10 nicht mehr ganz verstehen, denn die wird zwar zu 80% auf Hochdeutsch verlesen, sobald es aber ein Interview gibt, wechselt der Sprecher automatisch ins Schweizerdeutsche. Manchmal sind diese Gesprächssituationen sehr skurril, weil die interviewten Personen standhaft weiter Hochdeutsch sprechen, wenn sie vom Fernsehen befragt werden. Entweder, weil sie es so gelernt haben: „Im öffentlichen Medium spricht man Hochdeutsch„, oder weil es Deutsche sind, die es eh nicht anders können.

  • Die Deutschen in der Westschweiz
  • Im Allgemeinen wird man als Deutscher in der Französischen Schweiz sehr warmherzig aufgenommen, sofern man gut Französisch spricht. Die Romands wissen, dass ihre deutschsprachigen Landsleute manchmal Abneigungen hegen gegen die Deutschen, weil die so arrogant sind und so hochtrabend sprechen. Nun, solche Abneigungen haben die Romands gegenüber den deuschsprachigen Schweizern auch, von denen sie sich in vielen Dingen bevormundet und übergangen fühlen. Und so entstehen hier frei nach der Devise: „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“ mitunter ungeahnte Sympathien und Bündnisse. Häufige Verkehrssprache zwischen Geschäftsleuten aus Zürich und Lausanne ist übrigens Englisch, was beide gleich radebrechen.

  • Regionenwettstreit in der Castingshow
  • Als die Mode der Casting-Shows in die Schweiz kam und plötzlich junge Talente aus allen Kantonen gegeneinander antraten, wurde dies in allen Landessprachen und TV-Stationen übertragen. Es entbrannte ein erbitterter Kantons- und Regionenstreit, jede Gegend versuchte ihren Kandidaten durch die Telefonanrufe zu pushen. Gewonnen hat vor zwei Jahren schliesslich der erwähnte Tessiner, wahrscheinlich durch die vielen Anrufe der zahlreichen Italiener, die nördlich der Alpen in der Schweiz wohnen. Nun ja, er holte dann die erwähnte hohe Punktzahl beim Song Contest: La Suisse: zéro points… Switzerland: zero points … die Schweiz: null Punkte…. Die Schweiz erfuhr, dass sie nicht mehr viel Freunde in Europa hat und holte sich im nächsten Jahr die Unterstützung der Mädchengruppe Vanilla Ninja aus dem Estland. Damit erreichte sie immerhin den 8. Platz, nicht zuletzt dank der Baltic-Connections der Mädels. Die Gruppe operierte von dem deutschen Städtchen Weil am Rhein (bei Basel) aus, und der Song wurde von dem in der Schweiz geborenen David Brandes geschrieben, der auch hier zur Schule ging, jedoch tatsächlich Deutscher ist.

    

    33 Responses to “Über den Röschtigraben — Die Welschschweizer und die Deutschschweizer”

    1. Klaus Says:

      Apropos Röschtigraben und „Suisse toto“: Für viele Zeitgenossen haben wir Deutsch-Schweizer analog dem bekannten „Kuhschweizer“ ähnlich liebevolle Zweitbegriffe erfunden. Aber, kennst Du einen solchen Uebernamen für unsere Romands? Gibt es nicht! Wir lieben unsere welschen Compatriotes nämlich und bewundern ihre elegante Sprache und sind sehr, sehr stolz auf sie und das internationale Renommé von Genève mit ONU/Palais des Nations, lac léman, jet d’eau & Alinghi Crew. Sogar wenn sie ausser sich rumschimpfen – wir können fasziniert sagen: „pardon monsieur, je n’ai pas compris, encore une fois s’il vous plaît!“

    2. Jens Wiese Says:

      Oh, das lässt eine wunderbare „Kreis-Harmonie“ zu: Die Deutschen mögen die Deutschschweizer. Die Deutschschweizer mögen die Welschen. Die Welschen mögen die Deutschen. Die Welschen mögen hingegen die Deutschschweizer nicht, die wiederum die Deutschen nicht mögen. Und wen mögen die Deutschen nicht? Na, die Deutschen 🙂

    3. F.M. Says:

      Piero Esteriore ist übrigens KEIN Tessiner und auch kein Schweizer, sondern Sohn italienischer Gastarbeiter, der in Laufen (BL) lebt und aufgewachsen ist.

    4. BD Says:

      Natürlich gibt es einen Übernamen für die Welschschweizer: Russen!

      Jeder(mann), der die Rekrutenschule in der Schweiz besuchte weiss das.
      Warum die Russen heissen weiss jedoch keiner genau – könnte daran liegen, dass im Militär meistens nach Sprache eingeteilt wird und die Gruppen (sprich Züge/Kompanien) früher oder später gegeneinander antreten müssen. Und gegen wen kämpft man? Na klar, die Russen!

      Den Röstigraben bemerkt man im Militär übrigens am stärksten – Wenn etwas fehlt (wofür man ja früher oder später bestraft wird) kanns ja nur ein Russe geklaut haben!

      Die spinnen die Schweizer

    5. Phipu Says:

      Für Westschweizer ist „Röschti“ DAS schweizerdeutsche Wort überhaupt. Vor allem deshalb, weil es bei ihnen dieselbe Kartoffelspezialität unter dem selben Namen „les roesti“ (immer Mehrzahl) ebenfalls gibt… ??? Mein Tipp: erzählen Sie bei der nächsten sich beitenden Gelegenheit einem Welschen, dass „die Rösti“ im deutsch-freiburgischen (damit meine ich den zweisprachigen Kanton Freiburg/Fribourg FR in der Schweiz und nicht Freiburg im Breisgau) Sensler-Dialekt (die Sense ist ein Fluss) „der Prägel“ heisst, und beobachten Sie das Staunen. (vielleicht kennt ihr weitere Ausdrücke für Rösti in euren Dialekten)

      Ein Deutscher würde nun antworten: „alles klar!“. Meine Erfahrung zeigt, dass diese Formel besonders gern gebraucht wird, wenn man überhaupt nichts mehr versteht. Ich sage auch nur noch: „wir spinnen, wir Schweizer“

      Ein weiterer Tipp, besonders als Deutscher aufzufallen: Nennen Sie weiterhin alle etwas fremd klingende Ortsbezeichnung „zweinamig“ mit Betonung auf dem Unwichtigen. Damit meine ich: Murtener-SEE (Murten ist übrigens auch im Kanton Freiburg). Korrekt an der Autobahn angeschrieben ist nämlich „Murtensee (Lac de Morat)“. Aussprechen tun wir die deutsche Version: MURTENsee im Unterschied zum GENFERsee. So ist es auch üblich, die Strassennamen als „Bernstrasse“ (Man betone das Wichtige: BERNstrasse) angeschrieben zu finden. Existierende Ausnamen, die eher deutsch anmuten, bestätigen die Regel: Solothurner-Strasse (in Olten) oder Baslerstrasse (in Zurzach).

      In gleicher Weise haben es die meisten Schweizer einfach im Blut, französische Namen richtig zu betonen (will nicht heissen, dass man wirklich französisch kann). Sagen Sie also niemals „LoSANN“ (Lausanne), sondern „LOsann“, erstsilbig betont. für „DÖLEmon“ (Delémont) gibt es glücklicherweise auf deutsch Delsberg.

      Für die deutsche Schokolade „Merci“ müsste übrigens die ganze Werbemelodie umkomponiert werden, wollte man einen wirklich deutschschweiz-tauglichen Werbespot kreieren. Da ist alles „merSIIII“ betont.

    6. 3w Says:

      Musste wirklich lachen, denn ich habe in den letzten 2 Wochen just ein Software-Projekt in Lausanne zu Ende gebracht. Man stelle sich jetzt meine diversen sprachlichen Hürden vor:

      1. Ich poste (schönes Neudeutsches Wort) hier in einem Forum, notabene nicht meiner Muttersprache, das wär de nämlech bärndütsch.
      2. Meine Benutzer haben Windows auf Französisch. Fonts, oder eben die Schriftarten, heissen dort übrigens ‚Polizeien‘, weil ‚Polices d’écritures‘ zu lange wäre, also eben Polices.
      3. Am Abend brummt mir der Schädel, denn wie ich es auch anstelle, ich kann es fast keinem Recht machen (jaja, unsere nördlichen Freunde wechseln mal so hopp die Rechtschreibung, hilft auch nicht unbedingt).

      Die Welschen wollen kein Deutsch sprechen – somit für sie verlorene Zeit in der Schule, die sie besser in feines English investiert hätten.

      Die ‚Schbunz‘, ‚Têtes carrées‘, Deutschschweizer wollen kein Französisch sprechen, denn sie schämen sich (man macht etwas perfekt oder gar nicht, leicht falscher Approach unsererseits). Somit verlorene Zeit in der Schule, die besser in feines English investiert worden wäre.

      Unsere Nachbarn im Norden kämpfen mit dem Dialekt und dem Französischen. Auch sie sollten vielleicht vermehrt noch das Englische als Atlernative prüfen. (Die ganz nördlichen Leuchten haben dies übrigens schon lange erkannt.)

      Alle haben ins Falsche investiert und bekunden Verständigungsprobleme.

      Fazit: For contracts, technical stuff or other important things that need to be very clear, use English and live luckily everafter.

      Für alles andere, ça veut dire les choses plus ’simple‘ dans la vie, bruuchet doch eifach öii eigeti sprach so wisnech dünkt. 🙂

    7. Phipu Says:

      Falls mal die Situation entsteht, dass die Welschen die Deutschen nicht mehr mögen, werden letztere „casques à boulon“ (Nietenhelme) genannt. Dies hat vermutlich mit der forschen und selbstsicheren Art zu tun, mit der deutsche oft auftreten. Die erinnert an den Befehlston der Preussischen Armee des 19. Jh. (die preussischen Soldaten trugen Helme mit einer Spitzniete à la Harley-Fahrer-Zubehör). Ob Westschweizer, die heute diesen Ausdruck benützen, solche Zusammenhänge noch kennen, wage ich zu bezweifeln.

      Deutschschweizer können
      (nebest Suisse-Toto, Schbunz, Tête-carrée [kann ich als einziges dieser Wörter übersetzen: Quadratköpfe, vermutlich wegen der grösseren Gesetztestreue], Schtobirn, Bourbine)
      als „mâcheurs de gravier“ (Kies-kauer) oder je nach Region ähnlichen Ausdrücken bezeichnet werden. Dies führt auf die Aussprache zurück, die klingt, als würde man Steinchen zerbeissen (viele K und CH, die sehr krachend ausgesprochen werden).

      Muss allerdings ein Deutschschweizer widerwillig französisch sprechen, muss er dafür „s’Biss chehre“ (das Gebiss umdrehen) Man stelle sich also eine Hightech-Zahnprothese vor, die richtig eingelegt, deutsch spricht und verkehrt herum eingesetzt, französische Laute produziert.

    8. hanfbuur Says:

      Ich stimme da 3w voll und ganz zu. Franz in der Schule ist reine Zeitverschwendung. Ich muss mir jetzt schon seit 5 Jahren diesen Quatsch von Sprache über mich ergehen lassen: niemals etw. schreiben wie man es ausspricht; für jede Regel mind. 5 Ausnahmen usw…
      Diese 4h pro Woche wäre in Englisch sinnvoller und besser angelegt, aber nein wir müssen uns ja mit diesen blöden Hobbyfranzosen unterhalten können.
      Mein Vorschlag wäre ein Landabtausch: Die Franzmänner können das Welschland haben, dafür geben sie den Deutschen das Elsass und wir kriegen dafür Südeutschland (ohne Bayern, den Schmarren könnt ihr behalten). Falls dies jetzt ein bisschen radikal rüberkommt, nach 5 Jahren Folter kann ich einfach nicht anders als alles Französische und ihm verwandte zu hassen.

    9. Blonde Says:

      Hallo alle zusammen…

      Ich bin eine Russin, Welsche, und gehöre zu denn blöden da unten mit der komischen Sprache… daher entschuldigt meine deutsch Fehler… Für uns sind die Deutschschweizer „termites à béton“ (Beton fressende Termiten) und ihr seid nicht wirklich beliebt, das kann man aber sehr einfach geschichtlich erklären.
      Die Berner regierten der grösste Teil der Westschweiz bis vor 200 Jahren. Wie jedes Volk auf dieser Erde haben wir useren Stolz und hassten daher die bösen Auswertigen, die unser Land beschlagnahmten.
      Aber heute ist diese Zeit vergangen.. und die meisten Welschen haben nur noch Probleme mit der Deutschschweiz, wenn sie die verdammten Ausnahmen der deutschen Grammatik lernen müssen (Es sind etwa 200 unregelmässige Verben, dazu Dativ, Akkusativ, Nominativ und Genetiv (so etwas Barbarisches… :-D) und so weiter…) und natürlich wenn es keine Übersetzungen gibt. Dennn da fühlen wir uns immer ausgeschlossen… aber na ja viel mehr kann man auch nicht sagen…
      Ich denke aber wir sollten es beibehalten, die anderen Landessprachen zu lernen, sonst wird das mit den verschiedenen Kulturen noch viel komplizierter.

      Je n’ai donc qu’une seule conclusion… Vive la Suisse et ses 4 belles langues nationales!!!!

      Bonne journée à tous

    10. viking Says:

      Bonjour Blonde
      über die unregelmässigen Verben in den romanischen Sprachen möchte ich hier nicht diskutieren, die haben mir auch genug zu schaffen gemacht 😉

      Was ich schade finde, ist, dass wir (wie du sagst) vier schöne Landessprachen haben, aber in der Deutschschweiz mit Englisch als ‚erster‘ Fremdsprache beginnen müssen. Verstehe einer die Bildungspolitiker. Aber so können wir uns wenigstens gegenseitig ‚international‘ verständigen.

    11. Sandra-Lia Says:

      Es git de imfall au e rätromanische Fährnseesänder.. gau… u Radio. u Ziitige…

    12. sans@nom Says:

      Edgar – die Russen kommen!

    13. viking Says:

      @Sandra-Lia
      Falls es nicht noch rätoromanische Lokalsender gibt, gibt es offiziell keinen rätoromanischen Fernsehsender mehr. Fernsehen DRS (Deutsche und Rätoromanische Schweiz) hat sich ja in SF (Schweizer Fernsehen) umbenannt. Die rätoromanischen Sendungen fristen darin natürlich weiterhin ihr Nischendasein.

    14. Sandy Says:

      also ich mag die Deutschen!! Einfach nicht auf Mallorca 😉

    15. HaegarCH Says:

      Gibt mir jemand einen Duden? Was heisst „radebrechen“?

    16. Joe B. Says:

      wie war das doch gleich mit den Bayern und den Preiß’n?

    17. s gfürchig Gschpängst Says:

      Zdrazdvui Blonde
      bin seit einiger Zeit am erlernen der russischen Sprache und
      kann absolut Deinen Humor nicht verstehen, wenn Du bemäkelst, dass deutsch dermassen kompliziert sein soll.
      Hast Du schon einmal überlegt, wieviele Fälle es auf russisch
      gibt und wie man sich da endlos abmühen muss! Also bitte
      die Proportionen wahren und bitte auf schön schweizerisch
      den Konsens üben. Fahre übrigens auch dieses Jahr wieder
      in Deine Heimat, weil es mir dort s e h r gefällt und ich die
      herzlichen Leute ebenso ins Herz geschlossen habe.

    18. Trilingual Says:

      *Belehrend ein*
      @s gfürchig Gschpängst: Äähm, wenn die Blonde sagt, sie sei „Russin“, dann meint sie damit, sie sei Romande.
      *Belehrend aus*

      Keine Ahnung, weshalb die östlich vom Rösti-Graben jene im Westen Russen nennen. Kann jemand aufklären?

    19. Phipu Says:

      An Trilingual
      Tja, hier oben steht einfach im Kommentar von BD „dass“ man so sagt. Allerdings habe ich selbst diesen Ausdruck vor allem im Militär gehört. Folgender Blogeintrag und sein Kommentar deutet auch darauf hin. http://blog.emeidi.com/2005/09/hotline-wartezeiten-knftig-gratis-bei.html

      Meine Theorie: Es wurde mal im Militärdienst zur Zeit des kalten Kriegs erfunden. Und die, die einfach andersartig waren, die anders sprachen, waren halt die internen Feinde. Welcher Militärdienstleister kennt nicht eine Anekdote, in welcher eine Kollektivstrafe wegen einem oder mehreren undisziplinierten Romands auch von allen Deutschschweizern erduldet werden musste. Ausserdem beginnt beides – Russen und Romands – mit R. (nicht zu weit studieren, im Militärdienst kann es durchaus von jemandem ohne übermässiger Sprachfinesse kreiert worden sein).

    20. Sylvie Says:

      @haegar
      Radebrechen = sprachlicher Charakter, der entweder zum Vergessen animiert oder zu Zungenbrechern führt

      @sandra
      keine Angst, die Deutschen sind mittler Weile durch (die echten) Russen in Spanien weitesgehend vertrieben – sozusagen eine neue Völkerwanderung!
      Die Deutschen findest Du heutzutage in ZH 🙂

    21. Urs von T. Says:

      am mont vully (lac de morat)gibt es einen hervorragenden wein.das dieser berg auch „wistenlacher berg“ fand ich interessant, ebenso,dass man für die „rhone“ auch „rotten“ sagt oder für den lago maggiore „langensee“.hat früher wohl alles mal zur berner herrschaft gehört

    22. Thorsten Says:

      Ganz neu ist jetzt übrigens Peter Maffay Miss Schweiz geworden.

    23. giacometti Says:

      Also, die Tessiner gehen eher in die deutschsprachige Schweiz zum Arbeiten und Studieren, vor allem nach Zürich. Dafür findet man in der deutschssprachigen Schweiz nicht so viele Westschweizer.

      Die „Romandie“ als Region mit einer gewissen eigenen Identität habe ich gehört, gibt es eigentlich erst seit dem Zeitalter der Massenmedien, seit es das Staatliche Französisch-sprachige Fernsehen und Radio gibt, und auch die Zeitungen überregional expandieren. Vorher war die Identität alleine auf den Kanton/die Region bezogen.

    24. May Says:

      Ich denke, es gibt kaum jemanden in der Deutschschweiz, der nicht Verwandte hätte in der Romandie. Schaut nur einmal ins Telefonbuch. Die Hälfte der Namen deuten auf Deutschschweizer Herkunft, vorwiegend Berner, besonders in der Waadt.

      Demzufolge sprechen die Romands mit alemannischen Wuzeln Schweizerdeutsch mit Akzent, währenddem die urbanen Romands eher Schriftdeutsch oder wie sie es nennen, le bon Allemand (gutes Deutsch) sprechen.

      Ich selbst stamme aus dem Bernbiet und wohne seit langem auch da. Meine Vorfahren zogen anfangs des letzten Jhdts. mit der ganzen Familie in den Thurgau. In der Schule waren wir zu je 40% Berner und Thurgauer und 20% anderer Herkunft. Und so ist es auch im Kanton Waadt. Das gab dann im Welschland eine Teilung in urbane Romands mit Burgunderwurzeln und die ländlichen Romands mit alemannischer Herkunft aus der Deutschschweiz.

      Das hatte mit den meist kinderreichen bernischen Familien und dem Erbrecht bei den Bernern zu tun. Der Jüngste übernahm den Hof und die Älteren mussten ihre Existenz anderswo aufbauen und zogen eben dann in den Thurgau und die Waadt, weil beides ursprünglich Untertanengebiete von Bern waren.

      Die Verbindung Deutschschweiz – Romandie ist auch deshalb sehr eng, weil in früheren Zeiten fast jedes junge Deutschschweizermädchen nach der Schule ein Jahr ins Welschland ging, was, wie ich finde, sehr zum gegenseitigen Verständnis beitrug. Oft sind die Mädchen dann hängengeblieben und haben weiterhin zur „Vermischung“ beigetragen. 🙂

    25. Landy Says:

      Um es klarzustellen: es gibt keine Westschweizer-Mentalität! J. Pilet (Journalist) hat zwar krampfhaft versucht, uns dies weis zu machen. Wenn man die Welschen kennt, weiss man, dass es dies nicht gibt. So tickt ein Genfer bspw. völlig anders als ein Waadtländer. Ganz zu schweigen von den Jurassiern (das sind Franzosen!).

      Noch ein Wort zum Englisch. Ich finde es absoluten Blödsinn wie sich die Deutschen und leider auch viele Schweizer den Englischsprachigen anbiedern. Deutsch ist die in Europa mit Abstand am meisten gesprochene Sprache. Also etwas mehr Selbstvertrauen bitte (der Krieg ist schon lange vorbei). Oder wollen wir uns eigentlich alles von diesen doofen Amis aufzwingen lassen? Die sollen gefälligst auch Fremdsprachen lernen und in der Deutschschweiz Deutsch sprechen. Machen sie aber nicht, da sich die Doofen sofort anpassen. Da kann man von den Franzosen lernen.

      Für den Zusammenhalt der Schweiz muss die 1. Fremdsprache zwingend eine Landessprache sein!

    26. Ralf Says:

      zu „Tête-carrée“: ich kenne das spanische „cuebas quadratas“, und die meinen damit eigentlich die Deutschen. 😉

      Gruss Ralf

    27. Suisse Says:

      Meiner Meinung nach kommt „Suisse Toto“ von folgender Begebenheit: Als der Autosalon noch in der Genfer Innenstadt war, fragten die Deutschschweizer in einem grauenhaften Akzent: „U e lö Salo Toto“ für „Où est le Salon d’auto“. Deshalb Suisse „Toto“.

    28. Louis Debrunner Says:

      Liebe Deutsche
      Es heisst nicht Murtener See in CH, sondern Murtensee 🙂 …
      Auch ni.
      Auch nicht Züricher See, sondern Zürichsee!
      Ihr Deutschen schreibt ja auch nicht Bodener See, sondern Bodensee, oder?
      Und eine weitere grosse Bitte: Unterlasst eure Wortspässe mit der deutschen ERFINDUNG „Verhüterli“, das heisst bei uns schlicht und einfach Pariser :-)!

      Take it easy, but take it!

    29. Erbrecht Says:

      Erbrecht

      Manch einer Fantasie scheinen ja wirklich keine Grenzen gesetzt. Habe darueber wirklich schon die tollsten Dinger gelesen. Lohnt aber nicht wirklich darueber zu lamentieren. Die Ausfuehrunge hier sind dafuer umso erfreulicher, weil man sich hier mit de…

    30. Autoversicherung Says:

      Das die Grenze zwischen Schweiz und Deutschland auch eigentlich in Historie gesehen eher fließend ist (Auswanderung/Einwanderung) kann man sich denke ich gut vorstellen. Gerade beim Bodensee – einen Fährensprung voneinander entfernt.

    31. Ralf2 Says:

      @Ralf
      es heisst cabezas cuadradas oder giris. Wer keine Probleme hat, macht sich welche.
      LG Ralf, der Andere

    32. Hans-Pierre Says:

      Hobbyfranzosen?! Hallo?! Geht’s noch! Was sollen die Romands über die Kiesfresser (Deutsch-Schweizer) sagen? Möchtegern Deutsche?

      Ausserdem sprechen, bzw. würden die Romands gerne Schweizerdeutsch sprechen. Sie finden den Deutschunterricht per se nicht unnütz, würden aber lieber Schweizerdeutsch lernen. Sie sind eher frustriert darüber dass sie eine Sprache lernen, die ihnen als Landessprache verkauft wird, damit jedoch kein einziger Deutschschweizer verstehen. Und sie finden die Deutschen überhaupt nicht netter oder was auch immer, von wegen Feind von Feind und Freund etc. So ein Käse! Sie verstehen sie nur leichter, weil sie auch Hochdeutsch in der Schule gelernt haben und froh darüber sind dass sie sie verstehen.
      Auch die Deutschschweizer reden gerne Französisch. Sobald ein Romand im deutschsprachigen Teil der Schweiz auftritt, kommt er gar nicht dazu Deutsch zu sprechen. Die Deutschschweizer freuen sich ihr Französisch auszupacken, ob gut oder nicht, egal, denn der gegenüber kann genau so gut oder schlecht Deutsch sprechen.

      Die unausgesprochenen Buchstaben in den französischen Wörtern kann man gerne mit den Fällen im Deutschen und das merkwürdige „ES“…

      Und so nebenbei: Das Englisch, dass wir gerne als Universallösung für die sprachliche Grenzen anhimmeln… Ich denke nicht dass wir wirklich besser Englisch sprechen weil es einfacher ist, nur sprechen wir alle gleich schlecht Englisch, so fällt es nicht auf. Fragt mal alle die das CAE (alles drunter kann man noch nicht English sprechen nennen) erfolgreich abgeschlossen haben ob sie sich nicht den A**** abgearbeitet haben um diese Prüfung zu bestehen.

      Und von wegen in der Deutschschweiz gibt es keine Romands. Seit der Zentralisierung der Grossfirmen nach Bern, Basel oder Zürich, naja vorwiegend nach Zürich, wer wird wohl die Romands in diesen Firmen betreuen? Genau, Romands die nach Zürich wegen den Arbeitsplätzen kommen. Und da gibt es nicht wenige, nur die Deutschen dominieren mittlerweile Zürich als „Randgruppe“ sodass nicht mal mehr die Albaner auffallen 😉 (kleiner Scherz am Rande).

      Mir wird es teilweise schlecht beim Lesen der Kommentare hier. Die Romands und die Düütsch Schwiizer haben sich gerne, sticheln sich jedoch mit Vergnügen gegenseitig mit den Vorurteilen. Es sind verhältnismässig wenige, engstirnige Querulanten (wie hanfbuur, naja der Namen sagt ja schon Vieles aus), um es milde auszudrücken, die eine Abneigung für die eigenen Landsleute hegen (wieso auch immer, die Gründe sind wohl unterschiedlich, ich meide diese Menschen i.d.r.).

      Ach ja, noch ein kleines sprachliches Missverständnis zum Schluss: Die Deutschschweizer verwenden gerne Begriffe wie „die Welschen“ oder „Welschland“, was auch sind macht, denn „Romands“ ist ja Französisch. Genau so wie die Romands „suisse-allemand“ für Deutschschweizer verwenden. Jedoch wird „Welsch“ in der Romandie eher als abwertend empfunden. Da ich mich in beiden Teile der Schweiz bewege und dementsprechend auch zweisprachig aufgewachsen bin, viel mir dies auf. Umso positiver überrascht ich bin, so viele Mal Romands gelesen zu haben in den Kommentare 🙂

      PS: Sorry für die Fallfehler, falls es welche hat. Ich kam damit NIE klar 😉

    33. Marc Says:

      Lieber Hans-Pierre

      Ich bin in allen Punkten deiner Meinung. Bravo!

      Ich bin übrigens Stadtzürcher und lebe und arbeite seit kurzem mit meiner Familie in Lausanne.

      Gruss
      Marc

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