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Wenn der Lehrer krank ist, bleiben die Kinder daheim: Alltag in einer Schweizer Primarschule

Die Schweizer Grundschule heisst „Primarschule„, beginnt mit dem 7. Lebensjahr und geht sechs Jahre, nicht nur 4 Jahre wie in Deutschland. Auch sonst ist einiges anders in der Schweiz:

  • Ganztagsschule?

  • In Deutschland gehen die Kinder von 8.00 – 13.00 Uhr in die Schule, es wird eine „Kernzeitbetreuung“ garantiert, auch wenn ein Lehrer krank ist. In der Schweiz herrschen im Prinzip Verhältnisse wie in Frankreich, d. h. jeden Tag Schule bis 16.00 Uhr, ausser Mittwoch nachmittags. Anders als in Frankreich ist der Unterricht jedoch nicht durchgängig. Die Kinder müssen mal schon um 8:00 Uhr, mal erst um 9:30 Uhr zur Schule, oder kommen schon um 11.00 Uhr heim, um dann um 13:30 Uhr nochmals loszuziehen. Der Lehrer macht in der ersten Zeit etwas pädagogisch sehr Löbliches: Er teilt die schrecklich grossen Klassen von fast 16-20 Schülern in zwei Gruppen auf, und unterrichtet immer nur eine Hälfte. Die andere Hälfte geht derweil wieder nach Hause. So ist intensives Arbeiten mit den Lerngruppen möglich.
    Gibt es in einer Familie 2-3 Kinder im schulpflichtigen Alter, kommt daheim für die Mutter nie Langeweile auf, denn es herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Eine Betreuung durch die Schule über die Mittagszeit wird nicht angeboten.

  • Telefonalarm bei Krankheit

  • Ist der Lehrer krank, wird morgens um 7.00 Uhr über einen „Telefonalarm“ der Unterricht abgesagt und die Kinder bleiben daheim. Erst nach 3 Tagen wird eine Vertretung an der Schule organisiert. Im Stellenplan ist keine Vertretung oder Bereitschaft eingeplant.

    Die Schweizer Primarschullehrer haben bisher kein pädagisches Hochschulstudium vorzuweisen, es genügt ein 2 jährige Seminarausbildung. Dies soll sich aber ändern, in Zukunft ist auch für Primarlehrer ein Universitätsausbildung notwendig.

    Der Unterricht ist gut, die Klassen sind ja klein und überschaubar. Anders als in Deutschland, wo erst bei 32 Schülern eine Klasse geteilt wird. Der Lärmpegel ist gering, es geht „lieslich“ (Schweizerdeutsch für leise) zu, die Schüler huschen in ihren Finken durch die Klasse, machen viel Gruppenarbeit und „Stationen“. Die Ausbildung legt einen Schwerpunkt aufs Rechnen, und weniger auf das Erlernen des Schriftdeutschen.

  • Hochdeutsch im Unterricht? Fehlanzeige…

  • Schriftdeutsch ist eine Fremdsprache, auch für die Lehrkräfte, die eigentlich angehalten sind, ab der 1. Klasse mit den Kindern auf Hochdeutsch zu sprechen. Allein, sie tun es nicht, oder nur die wenigsten.
    Hochdeutsch ist unangenehm, darin lassen sich keine Gefühle ausdrücken, Hochdeutsch ist sperrig. Die kleinen Kinder kennen Hochdeutsch aus dem Fernsehen, von der Sendung mit der Maus und von Peter Lustig, sie ahmen diese Sprechweise spielerisch und gekonnt nach… bis sie in die Schule kommen und von nun an lernen, das man in dieser Sprache keine Gefühle ausdrücken kann. Damit sie bloss nicht ihr Schweizerdeutsch verlernen, werden in der Schweiz erfolgreiche Zeichentrickfilm in einer Schweizerdeutschen Fassung angeboten. Aus „Der kleine Eisbär“ wird dann „dr Chliine Iisbär „. Märchen auf Hochdeutsch den Kindern vorzulesen ist angeblich unmöglich, sie würden nichts verstehen und bevorzugen die Schweizer „Märlis„, und Hörkassetten mit Kinderbuchklassikern von Astrid Lindgren werden extra mit Schweizerdeutschen Sprechern neu synchronisiert, so spricht Emil Steinberger den „Karlson vom Dach„, selbstverständlich auf Schwyzerdütsch.

    Gesungen wird auch, zumeist auf Schwyzerdütsch, denn das ist leichter. Und Theater wird gespielt! Leider auch wieder nur auf Schwyzerdütsch. So lernen die Kinder gleich, dass es ihren Dialekt auch geschrieben gibt und fangen früh an, ihn beim SMS schreiben praktisch zu üben. Simsen auf Hochdeutsch? Niemals.

  • Hochdeutsch schon im Kindergarten?

  • Immer wieder werden Forderungen laut „Hochdeutsch schon im Kindergarten“ (Tagblatt 18.08.05) einzuführen. Unserer persönlichen Erfahrung nach kommen diese Pläne zu spät. Wer die Gelegenheit nutzt und einmal den Primarschulunterricht seines Kindes besucht (in der Schweiz gibt es diese „Besuchswochen“, an denen die Eltern sich den Untericht anschauen können), wird rasch feststellen: Schwyzerdütsch ist das vorherrschende Idiom, die Lehrer kümmern sich nicht darum, ob Eltern dabei zuschauen oder nicht.

  • Können wir diese Elternversammlung auf Hochdeutsch abhalten?

  • Eine Elternversammlung mit Eltern aus ca. 20 verschiedenen Ländern, auch einige „Welschschweizer“ (so nennt man die Schweizer aus den französischsprachigen Kantonen) darunter, fast 400 Menschen im Saal. Es wird gebeten, aus Rücksicht auf die vielen Nicht-Schweizer auf Hochdeutsch zu sprechen. Es dauert genau 2 Minuten, da geht die Vorstellung und Diskussion auf Schweizerdeutsch weiter. Die Romands neben mir schütteln den Kopf und würden am liebsten aufstehen, sie verstehen nichts mehr. Sie schauen auch die Abendnachrichtensendung 10 vor 10 nicht mehr, weil darin permanent Interviews auf Schwyzerdütsch geführt werden.

  • Die Fachkompetenz der Schulpflege

  • In der Schweiz wird die Verwaltung der Schulen, die Anstellung von Lehrern, die Betreuung der Eltern im Konfliktfall mit den Lehrer etc. durch die „Schulpflege“ bewältig. Das ist eine Organisation von gewählten Laien, also „Nicht-Profis“ ohne fachlicher Ausbildung, die diesen Job ehrenamtlich für eine geringer Aufwandsentschädigung erledigen. So kann man Kosten sparen, und so wird Basisdemokratie praktiziert!
    Eine deutsche Schulbehörde mit ihren undurchsichtigen Entscheidungen, wer wann warum wo Lehrer oder Schuldirektor wird, ist „Kafkas Schloss“ dagegen. Die Sache hat nur einen Haken: Kommt es tatsächlich zum Streit zwischen Eltern und Lehrern über den Schulunterricht, wird der Lehrer mehrfach von einem Vertreter der Schulpflege im Unterricht besucht und beurteilt.

    Dieser Vertreter hat seine Fachkompetenz in schulischen Dingen dadurch bewiesen, dass er selbst vier Kinder auf der Schule hat. Ansonsten ist er vielleicht Verkäufer oder Bankangestellter, und muss plötzlich über die methodisch-didaktischen Fähigkeiten einer Lehrperson mit zweijähriger Ausbildung Urteil ablegen. Die Situation ist absurd und entbehrt nicht einer gewissen Komik: „Der Lehrer folgt einer Linie, wenn er unterrichtet“. Das Zitieren weiterer „Fachargumente“ erspare ich mir.

  • Die Foto von uns ist schön

  • Dann war der noch der erfahrene Primarlehrer, der für die Kinder am Computer ein „Übungsprogramm Deutsche Grammatik 4. Klasse“ geschrieben hatte. Darin mussten sie entscheiden, welcher Artikel zu welchem deutschen Nomen gehört:
    Auto? Das Auto.
    Garten? Der Garten.
    Foto? Die Foto….
    Als unsere Tochter monierte und sagte, „das heisst doch ‚Das Foto““ wurde sie eines Besseren belehrt: In der Schweiz heisst es „die Foto„, von „die Fotografie

    Zum Schluss:
    Was wir hier schildern, ist natürlich unsere ganz persönliche Erfahrung. Die Primarschulen und ihre Lehrer sind von Kanton zu Kanton unterschiedlich, sicherlich gibt es auch sehr gute Schulen und engagierte Lehrer die nur Hochdeutsch sprechen. Leider durften wir solche in 4 Jahren nicht kennenlernen.

    

    48 Responses to “Wenn der Lehrer krank ist, bleiben die Kinder daheim: Alltag in einer Schweizer Primarschule”

    1. Achim Says:

      zu:
      „Was wir hier schildern, ist natürlich unsere ganz persönliche Erfahrung.“

      Natürlich. Und jedes Mal. Und bei allen deinen Schilderungen. Dennoch kommt es mir oft so vor, als würdest du stillschweigend verallgemeinern. DIE SCHWEIZER. Die sind so. Würde ich als Deutscher so etwas über mich berichtet vorfinden, dann hätte ich schon Schwierigkeiten, den obigen Nachsatz immer mitzudenken.

    2. Administrator Says:

      Achim, das meiste auf meiner Seite ist Satire, und das ist hoffentlich offensichtlich. Falls etwas mal nicht satirisch gemeint war, bemühe ich mich, dies auch deutlich zu kennzeichnen, durch den von Dir zitierten Nachsatz. Schon allein die Formulierung „Die Schweizer sind …“ sollte für jeden als satirisch gemeinte Verallgemeinerung meinerseits offen erkennbar sein. Gruss, Jens

    3. bosshart ueli Says:

      2 bemerkungen
      1.weiss in deutschland jeder der das liest wer die migros ist?
      2. „Hen Sie d’Impfisswiss dibii?“ würde aus meiner sicht heissen:
      „Hend’si de’Impfuswis debii?“
      gruss ueli

    4. Administrator Says:

      zu 1.)
      Fahr mal nach Weil am Rhein, da gibt es auch ne Migros. Alle Deutschen, die je in der Schweiz waren, kennen die Migros. Alle anderen, die irgendwann in die Schweiz kommen, werden eben von mir wieder losgeschickt zum Wein kaufen in der Migros
      zu 2.)
      Nun, das Problem mit der phonetischen Umschreibung ist, wir haben das halt mit lauter i-Lauten gehört. So ähnlich wie „dri Chiniise mit di Kintribiss“ (Kinderlied).

    5. Sascha Says:

      seit dem letzten semester wird im unterricht nur noch schriftdeutsch (hochdeutsch) gesprochen, also im kanton st.gallen sicher.

    6. dda Says:

      als Partner einer Lehrerin kann ich nur beipflichten: Die „Schulpflege“ oder besser -r gehört/gehören abgeschafft. da gibts hunderte Beispiele wie solche ignoranz ein Kinderleben versauen kann…
      Oftmals hat ein Bauer noch die besten Ideen in diesem „Gremium“, schlimm ist wenn eine möchtegernintelektuelle-sozi-Mutter das ganze in die Hände nimmt….

    7. Jens-Rainer Wiese Says:

      Hallo dda,
      es ist billig, dass mus man diesem Gremium lassen, es werden keine Beamtenpöstchen notwendig, und es es demokratisch gewählt, nur der Nachteil ist: Wo bleibt die fachliche Qualifikation? „Ich habe auch drei Kinder auf dieser Schule..“
      Gruss, Jens

    8. ItaloRaver Says:

      Na ja als ich noch zur Schule ging hatte man noch 100% in CH-Deutsch unterrichtet, ausser bei der Schrift. Bücher waren zum grossteil in Hochdeutsch und Geschrieben hat man auch immer in Hochdeutsch. Ob das nun anders ist weis ich nicht. Und es gab da wenn ich richtig erinnere alle Märchen nur im Original.

      Zu dem wegen SMS:
      Ich habe eine weile auch Mails und SMS in CH-Deutsch Geschrieben, irgendwann würde mir das zu Blöd mal so mal so (wenn mal eine Mail ins deutsche Gebiet Sendete oder aus anderen gründen Hochdeutsch angemessener war), von da an Schrieb ich alles (mit sehr wenigen Ausnahme) in Hochdeutsch.

      Sehr interessant finde ich das wir CHer fliessend hochdeutsch schreiben können aber beim Sprechen oft überlegen müssen wie dies schon wider Heisst

    9. geena Says:

      zu kommentar italoraver:

      deine statements gefallen mir! (fast) ohne punkt und komma wird das lesen deiner bemerkungen zum abenteuer :). ich hoffe, dass ich hier noch viel geschriebenes von dir entdecken werde!

    10. ItaloRaver Says:

      tja hatte es gerade etwas eilig, sonst versuch ich den Zeichen schon mehr aufmerksamkeit zu Schenken. Um es nicht zu verleugnen, habe ich auch etwas Probs mit der Rechtschreibung.

      Übrigens Jens: falls noch nicht weist was „Pressiere“ heisst, das bedeutet Beeilen. Somit heisst „has Pressend gha“ hatte es eilig.

    11. martin Says:

      als ex-schüler in BÜLACH (!) überrascht es mich sehr, dass sich anscheinend nicht sooo viel geändert hat, da liegt noch einiges im argen.

      meine schulzeit ist zwar schon ca.30 jahre her, aber ich könnte einiges erzählen, was an dieser schule so abgegangen ist.
      jedenfalls erinnere ich mich heute noch häufig und in negativer weise an die lehrer von damals.

      …und ich dachte, heuzutage sei es einfacher, dagegen vorzugehen…

    12. rueh Says:

      Ich finde es übertrieben, dass man jetzt schon Hochdeutsch im Kindesalter als Standardsprache in der Schule verwenden soll. Für das haben wir das Fach „Deutsch“, was sich genau mit dieser Fremdsprache befasst.
      Zum Beispiel finde ich es absolut bescheuert, wenn der Lehrer (in meinem Fall die Lehrerin) in einer Mathestunde Hochdeutsch redet. Einerseits raucht mir der Kopf schon wegen Mathe ab, andererseits muss ich mich noch darum bemühen, Hochdeutsch zu sprechen. Irgendwo gibt es doch auch Grenzen.

      Für Fremdsprachige ist Hochdeutsch im Unterricht natürlich sehr gut, so können sie die Sprache durchgehend praktisch erlernen. Dies ist aber auch das einzige Argument, das meiner Meinung nach für Hochdeutsch in den Schulen spricht.

      Und ganz ehrlich, ich komm mir absolut blöd vor, wenn ich Hochdeutsch spreche 🙂
      Desweiteren werde ich von den Deutschen wegen meines Akzents ausgelacht 😉

    13. fäbu Says:

      Hallo Jens

      Ein wirklich gutes Blog hier. Ich habe mich köstlich amüsiert! Das ganze hat mehrheitlich eine Spiegelfunktion. Mache weiter so!

      Nur noch eine kleine Ergänzung: Selbst in der Schweiz gibt es Blockzeiten, ähnlich wie bei euch in Deutschland. Das Schulwesen ist wie vieles von Kanton zu Kanton verschieden.
      Wir im Kanton Aargau schätzen diese Blockzeiten sehr. Ebenfalls, dass es bereits eine professionelle Schulleitung gibt. Es liegt also nicht mehr alles bei der eher unprofessionellen Schulpflege.

      Man sieht, dass der Kanton Aargau dem möchtegern Weltstattkanton voraus ist 😉

      Gruss
      Fäbu

      p.S: Der Kanton Aargau und Solothurn haben als einzige ein total anderes Schulsystem als der Rest 😉

    14. Patrick Says:

      Sie treffen den Nagel auf den Kopf! Tatsache ist, dass der durchschnittliche Deutschschweizer sich nicht korrekt auf Hochdeutsch ausdrücken kann. Schlimmer noch: diese traurige Entwicklung wird als Ausdruck der schweizerischen Eigenart gerechtfertigt und entsprechend nicht ernst genommen. Mache ich zum Beispiel Mitarbeiter auf Deutschfehler aufmerksam, so bekomme ich (notabene ein waschechter Deutschschweizer) zu hören, dass Detusch ja schliesslich eine Fremdsprache sei (was übrigens nicht stimmt).

    15. Phipu Says:

      ItaloRaver gibt mir noch ein paar Denkanstösse. Ich würde „I ha’s pressant gha“ schreiben, oder man hört auch: „I bi pressiert gsi“, worin man das frz. „j’étais pressé“ erkennt. Berndeutsch gibt es übrigens noch: „i ha müesse jufle“ (ich musste mich beeilen).

      Das mit dem SMS-schreiben ist ein zweischneidiges Schwert. Ich bin der Meinung, wer auch gut Hochdeutsch kann, darf sich erlauben, in Dialekt (oder gar Slang, aber das ist hier nicht Thema) zu schreiben. Der zunehmende Kontakt per SMS statt in Briefen sollte nicht als Vorwand missbraucht werden, um die Kenntnisse wieder verlieren zu dürfen.

      Dazu kommt, dass es viele Schweizer gibt, die glauben, Dialekt habe keine Regeln, weil die auch niemand gelernt hat. Wir haben ja seit der frühesten Schulzeit nur deutsche Grammatik gebüffelt. Deshalb sei also alles erlaubt. So einfach ist es nicht. Es gibt z.B. auf Züridütsch Grammatik- und Wörterbücher. Auch haben viele Mundartdichter unzählige Bücher veröffentlicht. Die sind ja auch nicht einfach irgendwie geschrieben worden.

      Wir können also entscheiden, ob wir – immer mit Rücksicht auf den Empfänger – Hochdeutsch schreiben (von Hand oder über eine Tastatur), das den meisten leichter von der Hand geht, da wir schon jahre/jahrzehntelang vorwiegend in dieser Sprache schreiben, oder zeichen sparen wollen. (wichtig bei SMS)

      Vergleichen Sie selbst:

      Berndeutsch gegen Hochdeutsch
      I bi jtz ged im Zug. I ha s’Retourbillett scho. I chume am haubi drü uf Gleis 6 a. Chunsch mi cho abhole? 106 Zeichen
      Ich bin jetzt eben im Zug. Ich habe die Rückfahrkarte bereits. Ich komme um vierzehn Uhr dreissig an auf Bahnsteig 6 an. Kommst du mich abholen? 145 Zeichen

      oder Bayrisch gegen Hochdeutsch:
      I hob dei Fax ned kriegt. Sends no a Mol! 43 Zeichen
      Ich habe deine Fernkopierer-Mitteilung nicht erhalten. Sende sie nochmals! 75 Zeichen

      Diese beiden absolut aussagekräftigen, objektiven, und unparteiischen Vergleiche sind doch eindeutig, oder? Man merke auch das „chum cho“ analog zum „gang go“

      Ich merke hier, dass deutsche Ohren viele Laute anders wahrnehmen als die meisten Schweizer solche wiedergeben würden. Leise heisst „lisli“ oder „lislig“, je nach Dialekt. (Oben im Text)

    16. ItaloRaver Says:

      Na ja Phipu, in Hochdeutsch kommt glaub Fax genau so vor wie sonst wo, man kann es auch unnötig verlängern

    17. Phipu Says:

      an ItaloRaver:
      genau deshalb (merke: auch in Deutschland sagt man Gleis. „Bahnsteig“ müsste an Stelle von „Perron“ stehen, und würdest du nicht „14.30“ schreiben?) habe ich den Vergleich IRONISCH „absolut aussagekräftig, objektiv und unparteiisch“ genannt. Der Rest meines Kommentars ist nämlich sonst so humorlos.

    18. clarissa Says:

      Eine super-interessante und lustige Seite. Habe einige Berichte bereits gelesen und werde zukünftig bestimmt öfters vorbeischauen – obwohl (oder gerade weil) ich Schweizerin bin! 🙂

      Im Kanton Aargau bzw. in meiner Region heisst “lieslich” (leise) übrigens „liislig“.

      Betr. Aussage von Fäbu: Wo er recht hat, hat er recht. Bin auch im Kanton AG in die Schule gegangen und sehe das genauso wie er. Würde sogar behaupten, dass bei uns auch ein spezielles Augenmerk auf das Erlernen der hochdeutschen Sprache gerichtet war. Erinnere mich gut an Leseübungen mit Betonungen, Aussprache, … . Ausserdem war bei einigen Lehrern hochdeutsches Sprechen PFLICHT (und das nicht nur im Deutschunterricht)!

      Betr. „eilig haben“: In meiner Region (AG) gibt es sowohl „I ha’s pressant gha“ als auch „I ha müesse jufle“.

      Jens, mach weiter so, damit’s hier weiterhin viel Schmunzeliges zu lesen gibt! 🙂

    19. manu Says:

      Satire ist lustig! Sich über die schweizer lustig zu machen scheint auch lustig. Schweizerdeutsch schreiben ist und bleibt schwer. Darum meine Bitte: Wenn sie Schweizerdeutsch zitieren bitte richtig! „Lieslich“ gibt es nicht. Das würde dann eher so was wie lieslig, oder vielleicht „liislig“. Und die Mehrzahl von „eim Märli“ sind viele „Märli“ und sicher nicht „Märlis“.

    20. Administrator Says:

      @manu
      Ich mache mich nicht über die Schweizer lustig, sondern ich schreibe auf, was wir hier erlebt haben. Die Verschriftung von Schweizerdeutsch (Schwiizerdütsch,Schwyzertütsch, Schwizerdüütsch) ist verdammt schwierig, das haben wir in der Zwischenzeit gelernt und auch mehrfach beschrieben.
      Der Artikel über die Lehrer ist ziemlich alt, da habe ich noch nicht bei jedem Schweizer Wort gegengecheckt, wie man das nun schreibt, das habe ich mir erst Mitte Oktober 2005 angewöhnt, also bitte sorry for den faux pas hier.
      Auch was die falsche Pluralbildung von Märli angeht, wird bestimmt nicht weider vorkommen.
      Aber das Wichtigste ist: Hier geht es nicht ums „Lustig-Machen“ über gar niemanden, hier geht es um persönliche Erlebnisse, und die waren mitunter einfach so „skurril“ wie beschrieben. Natürlich ist ein bisschen Ironie und Uebertreibung mit im Spiel, sonst wäre es ja langweilig.
      Gruss, Jens

    21. dani Says:

      Zitat:“Die Schweizer Primarschullehrer haben bisher kein pädagisches Hochschulstudium vorzuweisen, es genügt ein 2 jährige Seminarausbildung.“ Wenn ich mich richtig erinnere dauert diese Seminarausbildung 5 Jahre. Die angehenden Lehrer konten diese Ausbildung mit 16 beginnen. Möglicherweise ist das aber von Kanton zu Kanton verschieden.

    22. Sandy Says:

      Also ich war ja unlängst in Deutschland in den Ferien. Genauer: in Niederbayern! Da würde mich doch mal interessieren, wie die Lehrer und Schüler da sprechen? Denn diese Sprache ist mit Sicherheit um einiges weiter entfernt von Hochdeutsch als unser Schwyzerdüütsch!!

    23. Mariannerl Says:

      Mir wäre es lieber, wenn man schwyzerdütsch endlich in schriftlicher Form einführen könnte. Hochdeutsch ist eine Fremdsprache. Die kann man dann auch noch lernen, neben den anderen Sprachen. Und so müssten halt die Leute, die hier wohnen, schwyzerdütsch lernen. Oder man unterhält sich in englisch.

      Obwohl wir hier meist nicht so gut hochdeutsch sprechen können, können wir das immer noch besser als umgekehrt. Oder als die meisten Deutschen irgendeine andere Sprache sprechen können oder wollen (!) im Ausland. Habe viele Freunde in Deutschland. Letzthin haben mich Freunde in Köln auf dem Flughafen verabschiedet. Sie werden mich im Sommer hier in Züri besuchen. Sie meinten, sie seien froh, in ein Land zu gehen, wo sie sich verständigen können. Da sie mein schwyzerdütsch so gut verstehen würden.. hööö hööö hööö habe hochdeutsch geredet dort. Ich war erstaunt, da sie immer in die Türkei in die Ferien gehen. „Ohhh da sprechen alle Leute deutsch“ meinten sie…….. na ja…. sind aber gebildete Leute…… ist das Faulheit? *Man spricht deutsch“..

      Diese Faulheit pflegen viele Schweizer nicht. Da wird immer versucht, im jeweiligen Land, die Sprache zu verstehen. Vielleicht nicht grad Hindi….

      Wo ist denn jetzt das Gefühl für Sprachen allgemein grösser? Würde meinen hier in der Schweiz. Das gehört auch zur Erziehung.

      In Deutschland ist es doch immer noch so (ausser in Bayern und Ausnahmen), dass Jemand, der Mundart spricht (jaa gibts!!) als von sozial schwacher Herkunft gilt. Es herrscht ünkel was Mundart betrifft.. Das ist ein Punkt, der vergessen wird. Schade um die Dialekte dort. Hier ist das ganz anders. Diesen Aspekt vergisst man wohl. Und ich habe keine Lust, mich hier anzupassen. Das hat mit Eigenheit zu tun. Das ist einfach die Sprache hier. Und die ist sehr alt. Die kann man lernen. Hat nur zwei Zeiten. Nicht mal ein Futur……………. höööööö (soll jetzt nichts heissen). Grammatikalisch nicht so schwer. Ausser das Gerundium… das haben wir, wie die Engländer. Die Deutschen nicht. Müssen wir doch bewahren (lol) oder? Können das vermutlich besser in die englische Sprache übersetzen als die Deutschen. Wenigstens etwas Kultur hier.

    24. HaegarCH Says:

      Also ich persönlich schätze es sehr, wenn der Unterricht in Schweizerdeutsch gehalten wird. Schliesslich sind wir in der Schweiz und nicht in Deutschland. Klar, Deutsch ist eine Amtssprache (daher sind die Hauptnachrichten und „Katastrophenmeldungen“ in Deutsch).
      Trotzdem. Das Schweizerdeutsch ist Schweizer Kultur und gehört dazu. Daher vertrete ich die Meinung, dass diese Sprache auch gepflegt werden soll und unterstütze jeden Lehrer, der ausser dem Deutschuntericht, den Lernstoff in Schweizerdeutsch hält. Die Lehrmittel sind ja schon in Deutsch.

      Übrigens, ich wohne auch im Aargau und unsere Schule hat keine Blockschule. Auch ist das Schulsystem dem der Zürcher und Schaffhauser sehr ähnlich.

    25. Cello Says:

      Hallo

      Das ist eine absolut amüsante Seite, schade, dass einige Schweizer/innen dein Humor nicht verstehen…

      Dieser Bericht ist absolut genial, ich als LP (Lehrperson) kann deinen Ausführungen nur zustimmen…

      Was natürlich auch bemerkenswert ist, ist das schweizer Schulsystem. So einheitlich… Kt. AG hat nur 5 Primarklassen. Im Kt. SZ haben nur 5 Bezirke einen 2-jahres Kindergarten und die Ausbildungen der LP’s und KG’s (Kindergärtnerinnen -> müsste dann wohl KG’n heissen) sind von Kanton zu Kanton verschieden…
      Wäre vielleicht ach einmal eine Ausführung wert.

      Liebe Grüsse

    26. Administrator Says:

      @Cello

      Der Artikel dazu ist hier
      „Nichts wie raus hier — das Schweizer Schulsystem“
      http://www.blogwiese.ch/archives/71

      Gruss, Jens

    27. romanzo Says:

      Noch zu Schwizerdütsch/Hochdeutsch:
      Simsen heisst auf Schwizerdütsch „essemessle“ oder „ässämässlä“ oder so… (Buchstaben S M S einzeln ausgesprochen)
      Schweizerdeutsch verwende ich (und wohl auch die meisten anderen) für SMS, E-Mails an Kollegen (sonst Hochdeutsch) und häufig auch im Chat (MSN o. ä.). Schreibregeln dafür finde ich sinnlos, da der Dialekt schon im nächsten Dorf etwas anders sein kann, das macht aber nichts, weil man es ja trotzdem noch versteht. Die Sprache verändert sich ja auch andauernd. Schönes Beispiel dafür:
      „Chani es Blatt?“ (= „Kann ich ein Blatt (Papier)?“)
      unsere 3./4. Klass-Lehrerin fragte darauf besserwisserisch, ob man das Blatt essen wolle oder sowas… dabei ist doch klar, dass man das Blatt HABEN will, auch wenn man das nicht sagt (das spart dann Zeit). Viel später habe ich dann mal von irgend einer Sprachwissenschaftlerin gelesen, dass das nicht falsch sei, weil sich die Sprache halt einfach im Laufe der Zeit geändert habe.
      Übrigens noch Massimo Rocchis Beispiel für die Langsamkeit der Berner:
      Züridütsch: Nei, das schtimmt nöd! („Nein das schtimmt nicht!“
      Bärndütsch: Äääuuää. (bedeutet das gleiche, ist viel langsamer ausgesprochen, aber geht schneller 🙂

      Ich denke, die Schweizer schämen sich, Hochdeutsch zu sprechen, weil sie wissen, dass sie es nur mit Schweizer Akzent können. Es gibt aber kaum Bestrebungen, das zu ändern, ich habe jedenfalls nie wirklich Hochdeutsch aussprechen gelernt in der Schule… (dafür Französisch und Englisch 🙂

    28. Olga Says:

      Zitat Mariannerl:

      „Das ist einfach die Sprache hier. Und die ist sehr alt. Die kann man lernen. “

      Verstehen kann man sie in der Tat, allerdings hat das in meinem Fall fast ein Jahr gedauert. Wenn man allerdings mit „lernen“ die akzentfreie mündliche Wiedergabe des Dialekts meint, würde ich gerne einen Ausländer sehen, der es geschafft hat, einen Dialekt der englischen, italienischen usw Sprache perfekt zu beherrschen.

      Was die Schulstrukturen angeht, so kann ich als berufstätige Mutter nur tief mitseufzen…

    29. crissofswiss Says:

      Romanzo, ich gebe dir Recht, die Schweizer schämen sich Hochdeutsch zu sprechen. Aber nicht, weil sie es nur mit Schweizer Akzent können. Vielmehr habe ich als Schweizerin, die gerne möglichst akzentfrei Hochdeutsch spricht, leider die Erfahrung gemacht, dass man von anderen Schweizern dafür schief angeguckt wird …

      Den Deutschen ist es egal. Spricht man mit Schweizer-Akzent, hat man den „jöö“-Effekt, spricht man ohne, merken sie höchstens, dass du „nicht aus der gleichen Gegend“ kommst. Bei den Schweizern giltst du jedoch sofort als Streber.

      So ist es kein Wunder, wenn sich hier Schwizerdütsch beim Sprechen und beim Schreiben durchsetzt.

      Was ig auerdings ou seeeehr schön finge, ömu solangs Bärndütsch isch 😉

    30. Swissrocker Says:

      Zum Prädektiv-Dispositiv (na ja, die eigentliche Grammatik war mir immer lieber als die Namen dazu) „gang go“ fällt mir noch was ein: Im Züri-Släng kann man „gang-go“ auch als Nomen verwenden was im Sinn etwa dem Wort „Neger“nahe kommt. „Neger“ wird nicht nur für Schwarzhäutige verwendet
      sondern auch als „Totsch“ „Verlierer“ „Zweiter“ oder „Sklave“ verstanden. Was mich immer wieder schält ist, dass vor allem Ätere Menschen aber auch Jugendliche ganz ohne Rassismus und mit viel Unschuld sagen: „Lueg emal en Neger“

    31. Martina Says:

      Und nun frage ich Euch: Wurde je ein Römer „angemacht“, weil er in Rom italienisch redet? Oder ein Pariser, weil er in Paris französisch redet?

      Oder könnt Ihr Euch vielleicht vorstellen, dass ein Zürcher mit seiner Familie in die Romandie „zügelt“ und am Elternabend verlangt, dass man deutsch redet? Wohl kaum, oder?

      ALSO: WAS IST SO SCHLIMM DARAN, WENN EIN ZÜRCHER IN ZÜRICH „ZÜRITÜÜTSCH“ REDET?????

    32. Tonja Says:

      Hallo Martina,

      dein Vergleich hinkt:
      Der Zürcher würde in der Romandie erwarten oder zumindest hoffen, dass man Standard-Französisch (mit einem Schweizer Touch) mit ihm spricht und nicht den stark abweichenden Dialekt einer bestimmten Stadt.

      und an Mariannerl:

      Dialekte werden in Deutschland nicht als minderwertig angesehen (ich glaube im Gegenteil, dass man stolz darauf ist), aber es wird als selbstverstaendlich angesehen, dass man neben seinem Dialekt auch Hochdeutsch beherrscht. Ein Akzent kann dabei gar nicht schaden.
      Wenn z.B. ein Rheinlaender Hochdeutsch spricht, damit ich ihn besser verstehe, heisst das doch nicht, dass er seinen Dialekt verleugnet oder dass ich den Dialekt albern finde.
      Natürlich kann man sich als Schweizer sagen: Was soll’s, ich spreche Züritüütsch und sonst nichts, aber das scheint mir sehr unpraktisch, weil man sich auf den Dialekt einer Stadt (und direkter Umgebung) beschränkt – und dass, obwohl man die Lingua Franca im deutschen Sprachraum zumindest schriftlich schon beherrscht.

    33. Chrigel Says:

      Ich liebe es skurril zu sein…!

      Die ganzen Geschichten mit dem ewigen Kampf von Hoch gegen Schwyzerdüütsch erinnern mich an meine Kindheit. Wenn wir damals Goboi (Cowboy) und Indianer spielten, dann ging das nur auf Hochdeutsch so richtig…. schliesslich sprachen John Wayne und die anderen auch immer Hochdeutsch. Das Benützen von H-Deutsch war somit automatisch das Zeichen, dass man irgendwas zitierte, resp, das Spiel spielte. Aergerte einen der Kamerad und man reklamierte, dann schaltete man sofort auf CH-Deutsch, das Spiel war somit automatisch unterbrochen und jeder wusste, dass man es wirklich ernst meinte 🙂

      Andererseits wird einem das H-Deutsche in der Schweiz schon etwas vermiest. Auf H-Deutsch kommen immer die unangenehmen Nachrichten. Seien es Manhungen, die Schule, Katastrophen in den Nachrichten…. wie soll man denn auf H-Deutsch lustig sein? Wir haben das nie gelernt!
      Als Kind hatte ich mal eine Kasperl (nein, keine Kasperli) Platte auf H-Deutsch (darum Kasperl)… die war einfach nur halb so lustig wie die CH-Deutschen Versionen. Ich vermute allerdings, dass das ein genialer Einfall meiner Eltern war, denn normalerweise hören sich Kinder so einen Tonträger ca. 1000x an…pro Tag. Die H-Deutsche Version war bereits nach ein paar hundert mal nicht mehr interessant. 😉

    34. estelle Says:

      HAllo,

      deine Seite ist ja echt unterhaltsam… habe aber doch noch eine Bemerkung.

      Wenn du schon eine Weile in der Schweiz bist, hast du sicher auch schon vom Kantönligeist gehört – in jedem Kanton der Schweiz läuft es etwas änders. So auch die pädagogische Bildung – Seminare gibt es kaum noch. Und wenn, dann dauern Sie sicher länger als 2 Jahre. Vergleich zwischen Pädagogischer Hochschule und Seminar? Im Prinzip das Selbe unter anderem Namen und mit anderen Voraussetzungen (Inhalt der Ausbildung bleibt aber gleich). Wo früher noch ein Sekundarabschluss mit Aufnahmeprüfung erforderlich war, reicht heute eine Matur (Abi) – ohne Aufnahmeprüfung. Was besser ist? Keine Ahnung, wer weiss das schon!

      Übrigens: Vor ein paar Jahren waren einige Deutsche Wissenschaftler in der Schweiz um unser Gymnasium zu studieren und das System nach Deutschland zu bringen. Ironie – gleichzeitig waren Schweizer in Deutschland um ihr System in die Schweiz zu bringen….

      🙂

    35. erdbeerfrosch Says:

      ich frag mich ja grade, wieso ich das hier tue, aber irgendwie habe ich das bedürfnis, bei diesem – wie ja in einem kommentar zu lesen ist – schon älteren artikel einiges klarzustellen… um die ehre der schweizer lehrer zu retten? das klingt hier ja als wären wir (ich zähle mich mit, obwohl ich nicht mehr unterrichte) die kompletten idioten, nicht mal ne richtige ausbildung haben wir und hochdeutsch sprechen wollen wir auch nicht.
      also:
      die schulen sind sache der kantone. (soweit ich weiss ist bildung auch in deutschland noch immer ländersache, oder?) – heisst, sowas wie einheitlichkeit gibt es nicht.
      aber, nur um damit anzufangen, zumindest in basel gibt es sowas wie telefonalarm für lehrerausfälle nicht mehr. die haben inzwischen blockunterricht eingeführt (wie auch viele andere gemeinden in anderen kantonen) und die schule fällt nicht mehr aus, wenn der lehrer krank ist.
      das lehrerseminar hat fünf jahre gedauert, nicht bloss zwei. diese ausbildung war sehr, sehr intensiv und vielseitig, wie ich aus eigener erfahrung sagen kann. und auch in zukunft brauchen schweizer primarlehrer kein universitätsstudium, sondern einen fachhochschulabschluss.
      hochdeutsch ist zumindest an den schulen, die ich von innen gesehen habe, im unterricht absolut pflicht und das nehmen die lehrer auch ernst. für mich selbst gab es dabei eine einzige ausnahme: ein weinendes kind hätte ich auch während des unterrichts im leben nicht auf hochdeutsch getröstet. das wäre eine unvorstellbar seltsame situation. denn, wie im artikel richtig steht: hochdeutsch ist für uns eine fremdsprache!
      so. wäre das auch noch gesagt. =)
      der lehrerfrosch.

    36. Gizmo Says:

      Ich denke Tonya hat es schin gut auf den Punkt gebracht. Wenn also tatsächlich Deutsch für Deutschschweizer eine Fremdspache sein soll, dann befürchte ich das sie sich damit selber von hinten ins Bein schiesen. Das würde dann nämlich bedeuten, das sie neben der gesprochenen Sprache (die in meiner unbedeutenden Meinung viele regionale deutsche Dialekte sind und keine eigene Sprache) sich auf eine eigen Schriftsprache einigen müssten. Darüberhinaus müssten sie sich dann auch noch drauf einigen nicht nur eine gemeinsame schriftliche Sprache (die ja jetzt abweichend vom eigentlichen Deutsch ist) sondern auch noch eine gemeinsame gesprochene Sprache zu kreiren.
      Allein bei dem Gedanken daran muss ich lachen weil ja mit (Hoch)deutsch bereits alles vorhanden ist. Interessant ist das diese absurde Diskussion nur in der Schweiz gerführt wird, in Deutschland ist noch kein Sachse auf die absurde Idee gekommen deutsch als Fremdsprache zu bezeichnen und sowohl sächsisch zu schreiben als auch zu fordern endlich alle sich von stadt zu stadt unterschiedlichen dialekte die nur als sammelbegriff sächsisch heissen in eine schriftform umzuwandeln. dasselbe machen dann die bayern, die rheinländer, die Schwaben, usw.

      Tolle vorstellung, einfach nur zum totlachen, konsequent zu ende gedacht bedeutet das, das jedes dorf eine eigene Schriftsprache entwickelt….

    37. Gizmo Says:

      und dann noch etwas für den programmierer des anti-spam:

      einfaches programmieren ist schon etwas schweres oder? Probiers doch einfach mal selber aus vielleicht fällt Dir dann auf das der dusselige Kommentar mit dem Rechnen nichts weiter als das ist, denn wenn sich während man schreibt der algorythmus ändert der die abfrage nach dem ergebnis der rechung prüft ist meines erachtens nicht derjenige der dussel der die rechung (korrekt) zum zeitpunkt der fragestellung ausgeführt hat, sondern der der ohne das mitzuteilen so programmiert hat das sich die rechnung also die fragestellung zwischendurch ändert, aber das nur so am rande…

      [Anmerkung Admin: Das ist ein einfacher Timeout, vor dem leider nicht gewarnt wird. Es gibt sicher besser Anti-Spam Lösungen, aber ich kümmere mich lieber um den Content des Blogs als um die perfekte technische Darbietung. Am Spam-Schutz arbeite ich wenn mal Zeit ist.]

    38. global Says:

      Hallo
      Dass ausgerechnet deutsche das Thema Schulen aufgreifen ist einfach unglaublich. Die Schulen in Deutschland sin nämlich mehr schlecht als recht, von den Zuständen an den Schulen in den Städten gar nicht zu sprechen.
      Oder wieso haben viele deutschen das Gefühl sie hätten alles erfunden, egal auf was man euch anspricht ?:-)

    39. Bernd Says:

      Deutscher Schulalltag: Ein ergänzendes Thema zur Schulpraxis findet sich hier: http://www.deutschland-debatte.de/2007/06/11/lehrerarbeitszeit/

    40. Heidi Says:

      Während meiner gesamten Schulzeit in Zürich wurde in Hochdeutsch unterrichtet und gesprochen. Bücher wurden auf Hochdeutsch vorgelesen.

      Kann aber schon sein, dass in Käffern in der Schweiz das nicht eingehalten wird.

      Ist nicht gut – aber mir scheissegal. Man wohnt ja auch nicht in Käffern!

      😉

    41. JB Says:

      Na ja, wenn die Schwoben alles besser wissen, dann ist es ein Glück, dass sie hier wenigstens nicht regieren. Unsere Primarlehrer haben ein 5-jährige spezialisierte Ausbildung. Sie haben wesentlich mehr verschiedene Fächer studiert als in den meisten umliegenden Ländern. Die pädagogische Kompetenz wird in Praktika gnadenlos überprüft.

      Nur weil auf dem Lehrerdiplom nicht „Seminar“ steht, da ist es noch lange nicht schlechter als irgendein Fötzel (fetzen Papier) auf dem obendrauf ein schöner Briefkopf von einer Schule steht, die sich als „Universität“ bezeichnet. In Frankreich gibt es sogar das College für die Chüngelizüchter (Fachhochschule für Kaninchenzüchter).

      Wie gesagt, da ist ein Deutscher seit 6 Jahren in der Schweiz, schlägt sich immer noch mit einfachen Dialektwörtern herum und glaubt dann, er wisse Bescheid.

      [Anmerkung Admin: Jau so isses, Bescheid wissen wir, daran glauben wir. Gleich morgen sagen wir tüchtig Bescheid zum Thema „Fötzel“, mit dem wir uns gerade rumgeschlagen haben.
      Auf diesem Blog werden einfach nur persönliche Erlebnisse erzählt, ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder wissenschaftliche Exaktheit. Was die Erfahrungen mit einigen speziellen Primarschullehrer hier angeht, so ist das natürlich keine repräsentative Kiste, habe ich auch nie behauptet, sondern mehr eine Reihe von traurigen Erlebnissen. Hoffentlich ergeht es anderen besser! Und jetzt muss ich mich weiter mit „einfachen Dialektwörtern“ rumschlagen. Aus welchem Dialekt stammt eigentlich „Vernehmlassung“, „Betreibungsamt“ und „Eintretensdebatte“? ]

    42. Lorenz Says:

      Da habe ich dir was: http://www.mittelschulvorbereitung.ch/content/msvDE/Div87bSchwWort.pdf

      Und komisch: Schweizer schaffen nie ein anstäniges Hochdeutsch, und Deutsche werden im Dialekt nie heimisch: Sie sagen Fränkli und wissen nicht, dass ein so heiliges Wort nie abschätzig behandelt werden darf.

      [Anmerkung Admin: Woher nur die Erkenntnis stammt, dass Deutsche im Dialekt nie heimisch werden? Der Alemannische Sprachraum ist gross, und nur ein geringer Anteil seiner Sprecher wohnt in der Schweiz. Die überwiegende Mehrheit hingegen in Süddeutschland. Wie man „anstäniges“ Hochdeutsch spricht, weiss ich nicht. Hingegen kenne ich viele Schweizer, die wunderbar Standarddeutsch zu sprechen in der Lage sind. Genauso kenne ich so manchen Deutschen, der das nicht kann. So what. ]

    43. abc Says:

      Lieber Herr Blog-Autor: ich hatte vorhin einen ziemlich langen, nicht ganz einfach aus dem Ärmel geschüttelten Kommentar geschrieben und war ziemlich stolz auf meine Leistung. Dann wollte ich mein kleines „Werk“ abschicken, und was geschah? Ich vergass, meinen Kopf mit komplizierten Mathe-Aufgaben zu strapazieren, konkret: das Anti-Spam-Feld auszufüllen, und mein Kommentar wurde sang- und klanglos GELÖSCHT.

      Können sie sich vorstellen, dass ich jetzt gerade ziemlich wütend bin???!!!

      [Anmerkung Admin: Es gibt einen Time-Out beim Anti-Spam Programm, der verhindert, dass man lange Texte online tippen kann. Die sollten besser vorgeschrieben und dann über die Zwischenablage (Neudeutsch „Clipboard“) am Stück eingefügt werden. Es tut mir leid, wenn der Text jetzt verschwunden ist. Ich weise immer wieder auf die Gefahr dieses Timeouts hin, steht jetzt sogar beim Kommentarfeld selbst, doch leider muss man erst selbst diese dumme Erfahrung machen, um in Zukunft wirklich dran zu denken. ]

    44. abc Says:

      PS: Falls sie Helvetismen finden, können Sie sie behalten…:-))

    45. Liebe die Schweiz Says:

      Da sieht man es wieder mal. Eine Lehrerausbildung dauerte bis vor wenigen Jahren 5 Jahre – nicht 2 – wenn sich bei mir eine Bewerberin aus Deutschland meldet – sie sei Multimedia-Spezialistin und sich dann herausstellt, dass sie grademal Powerpoint beherrscht – im Gegensatz dazu würde ich als Schweizer sagen, i verstah äs bitzeli vom computer – und beherrsche neben dem einfachen Powerpoint, Flash, Director, Dreamweaver, InDesign, Photoshop etc. etc. – aber schon vor 30 Jahren waren alle „studiert“, die ich in Deutschland traf – bei uns war es immer bescheidener aber nicht weniger gebildet oder intelligent. Schaue ich mir im TV Wissensfragen an, muss ich staunen, wie wenig die Deutschen auf der Strasse wissen – oder etwa nicht?

    46. Rinaldo Hesse Says:

      Hab mir im Gymnasium (Zürich) zwei Formen der hochdeutschen Sprache angeeignet, da ich gemerkt hab, dass das einwandfreie Bühnendeutsch, das an die norddeutschen Regionen angelehnt sind, nicht so gut ankam bei den Mischülerinnen und Mitschülern, die empfanden es als etwas gekünstelt oder hochnäsig, wenn ich so sprach, dabei hab ich nur ein Talent, Leute oder Sprachen und Sprechweisen zu imitieren.
      Das schweizerisch angehauchte Schriftdeutsch/Beamtendeutsch (so wie die meisten Moderatoren im Schweizer Fernsehen hochdeutsch sprechen) sprach ich dann in der Klasse und das dialektfreie, klassische Bühnendeutsch war nur meinen deutschen Freunden vorbehalten. Soviel zurselben Sprache, die als Fremdsprache empfunden wird.

    47. Gabi Says:

      Tja, tut mir ja Leid für die Deutschen. Verstehen einfach nix und das auch noch falsch. Was um Himmels Willen soll „lieslich“ heissen? Wahrscheinlich meinen sie „liislig“. Es gibt sogar eine Grammatik für Schweizerdeutsch von Eugen Dieth. Und wenn alle akzentfrei Grüezi sagen, statt griezi, grüzzi oder sonstwas, können wir weiterdiskutieren. Bis dahin will ich in der „Beiz“ eine“ Stange“ bestellen, ohne erklären zu müssen, was ich meine (oder mir dumme Witze anzuhören). Schriftdeutsch spreche ich gerne mit Touristen, oder „Welschschweizern“, mit denen auch französisch oder englisch. Wer aber hier lebt, soll gefälligst diese Sprache lernen und sich mit dem hiesigen System auseinandersetzen ohne zynische Sprüche abzugeben. Wenn in Deutschland alles besser ist – dort soll es noch viel Platz haben!

    48. wauz Says:

      Also auch in D schaffen es durchgeknallte Eltern, ganze Schulen aufzumischen. Die Unheilige Allianz aus inkompetenten Politikern, unfähigen Lehrern (70% des Bestandes) und absolut größenwahnsinnigen Eltern kriegt es hin, jegliche veränderung ins Positive zu ersticken. Deutschland mit einem funktionierenden Schulsystem auszustatten, hieße, eine extreme Diktatur zu errichten, wöchentliche exemplarische Hinrichtungen inklusive.
      In der Schweiz wird’s ähnlich sein. Wir haben schließlich die gleichen Vorfahren. Oder sogar dieselben.

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