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Wir wollen endlich alles auf Schwiizertüütsch

  • Eine Schwester im Geiste
  • In einem Leserbrief an den Tages-Anzeigers vom 12.01.06 (S. 18) entdecken wir unverhofft eine Schwester im Geiste. Frau Eichenberger-Reichmuth aus Volketswil fordert die radikale Einführung von Schweizerdeutsch als allein gültige Schriftsprache. Die Idee hierzu kam ihr beim Wetterbericht des Schweizer Fernsehens. Was auf Tele-Züri schon lange üblich ist, und uns armen Deutschen als ewiges Vorbild für die korrekte Aussprache von astreinem Züridütsch gilt (vgl. Blogwiese), findet nun Eingang in den „Service Public“ (das ist in der Schweiz die Deutsche Übersetzung von Englisch „öffentlich-rechtlichen Sendern“, wie wir sie aus Deutschland kennen).

    „Das war eine Glanzidee des Schweizer Fernsehens, Wetterprognosen in Mundart. Macht doch nichts, wenn Meteo nur noch von Schwiizertüütsch Sprechenden verstanden wird.

    Und Frau Eichenberger-Reichmuth macht es gleich gekonnt vor, wie das sein könnte:

    Deet, wotzunä tuät fürägüxlä, ischäs mäischtsunnig. Ond übrau viumiudr, wenns mitem näbu de nit chewtr wiird. Metem hööätüüf öberde naupä.

    Dahinter steckt natürlich eine Absicht! Es ist nämlich egal, ob das noch irgend jemand ausser den Schweizern versteht:

    Hauptsache, wird sind unter uns. Sollen die Touristen, die Romands und Tessiner doch ihren Gwundr anderweitig stillen. Hauptsache, man merkt endlich, dass wir eine eigene Sprache besitzen. Genauso wie die Holländer. Dafür sollten sich alle patriotisch denkenden Schweizer endlich konsequent einsetzen. Eventuell eine eigene Partei gründen. Das wollen wir zügig angehen.

    Wir hätten auch gleich einen Namensvorschlag zu machen: „Die Naupä und Näbü Partei“. Wir wissen zwar eigentlich nicht so genau, was das heisst, aber es „tönt“ auf jeden Fall schon mal verdammt gut. Diese Partei kriegt natürlich ein Programm und wird diverse Dinge konsequent ändern:

    Deshalb werden ab sofort alle Bahnhöfe und Poststellen konsequent umbenannt und neu beschildert, und zwar in der lokalen Mundart. Es heisst dann Züri, Böju, Soleduurn, Sängälä, Seebä, Hoofdärä, Buächs, Arousä, Huttu, Buäri. Hei, wird das lustig, wenn die Japaner unterwegs sind. Denn die Fahrpläne werden natürlich auch angepasst.

    Liebe Schwester im Geiste, wir können Ihnen versichern, in Bülach muss es schon mal so eine Partei gegeben haben, oder es gibt sie noch. Denn mit den Strassennamen hat man bereits tüchtig angefangen, was mit den Ortsnamen noch ansteht:
    Beispiel:
    Vögeliacher in Bülach
    Wir haben drei Kurse „Schwiitzerdütsch für Zugezogene“ bei der Migros-Clubschule absolvieren müssen, bis wir hier den „Vogel-Acker“ herauslasen, und keine schmutzigen Nebengedanken mehr hatten.

    Das mit dem „Acher“ = Acker ist nämlich ziemlich verwirrend in Bülach, da gab es mal eine andere Partei, die hat auch Schilder eingeführt, und die schreiben „Acker“ einfach mit „Äch-“ wie „Ächer“:
    Stadtächer in Bülach

    Aber wir werden diese Kleinigkeiten schon noch in den Griff bekommen, wenn erst mal alle mitmachen:

    Dann sollte der „Blick“ sofort nachziehen und nur noch schwiizertüütschi Artikel schreiben. Mit der Zeit folgen die andern Zeitungen von selbst, irgendwann auch die Ännzättzätt. Damit lässt sich auch sparen: In der Schule gibt’s kein Hochdeutsch mehr. Frühhochdeutsch im Chindsgi wird überflüssig. Pisa wird elegant ausgebremst. Es braucht viel weniger Lehrkräfte für den Deutschunterricht, denn alle dürfen so schreiben, wie sie Schwiizertüütsch sprechen. Da stellen wir keine Regeln auf. Die arbeitslosen Deutschlehrer brauchen wir, um alle behördlichen und sonstigen infrastrukturellen Texte umzuschreiben: Gesetze, Vorschriften, Verzeichnisse, Bussenzettel (zädu oder zädl, macht nichts).

    Frau Eichenberger-Reichmuth, so wie Sie das schön beschreiben, da wird uns richtig warm ums Herz und im Gemüt:

    Dann sind wir endlich auf der Schweizerinsel, die wir ja schon lange anstreben. Und völlig unter uns. Ond aui zfrede, momoou!

    Wir sind dabei, mit Leib und Seele, ähm, mit „liib und seel“, fu ganzem härzä.
    Näbu z Huttu ond z Böju
    Foto Leserbrief Tages-Anzeiger 12.01.06 S. 18

    

    24 Responses to “Wir wollen endlich alles auf Schwiizertüütsch”

    1. Urs Müller Says:

      Jetzt hätte ich mich doch fast ins Bockshorn jagen lassen.
      Frau Eichenbergers Leserbrief ist ironisch gemeint… Nur das „Buäri“ habe ich noch nicht in meinem Wortschatz gefunden.
      Ob das wohl so etwas wie Pumpfel ist?
      Pumpfel… unbekannt? Kommt aus der selben Zeit wie die Apfelsine und der Schlauchapfel. Da haben ein paar Strategen den Schweizer Jura eingedeutscht. Und aus Bonfol wurde Pumpfel…

    2. Dan Says:

      Die Einführung der Schriftform ist bisher nur gescheitert, weil dann alle Dokumente in vermutlich 28 Dialekte übertragen werden müssten, und die eingebürgerten Albaner würden dann zusätzlich Albanatüütsch als Amtsdialekt durchsetzen, in dem Bundesrat Blocher dann neue Gesetzesvorlagen auch veröffentlichen müsste.

      Aber ich muss gestehen, ich liebe die Mundart-Wettervorhersage, wenn mir die rothaarige Ansagerin mit weit geöffneten Augen bei eisigem Wind vom schönen Wetter in den Bergen erzählt und den grossen roten Knopf verfehlt, der die nächste Karte anzeigt. Wetter als Idyll! Im deutschen Fernsehn sieht es immer eher wie ein militärischer Lagevortrag aus, früher ragte die Karte auch noch gefärhlich weit in den Osten rein.

    3. kwyjibo Says:

      @Urs

      Buäri = Buchrain LU
      Im Kt. Luzern gibt es einige schöne Ortsnamen, die Auswärtige niemals verstehen werden 😀

      zB:
      Hofdere = Hochdorf
      Ballwil = Baubu
      Inwil = Eibu

    4. Cruschti Says:

      @Dan:

      Naja, die Wettervohersagerin mit den roten Haaren ist ein ziemliches Flachland. Meteo ist sowieso überflüssig. Zwei oder drei Karten in der Tagesschau zeigen, das würde vollends reichen. Dann müsste man nicht die grusige Vögele-Mode angucken und sich zig Minuten ab dem Nonsens der Moderatoren langweilen. In praktisch jeder Sendung kommt irgend eine Binsenwahrheit: bspw. : Über dem Nebel scheint die Sonne (ja danke für die Info, hätt ich nicht gewusst ^^) oder: Im Nordwesten wird es über Nacht minus 4 Grad, also unter Null. Passen sie auf Eisglätte auf den Strassen auf (auch wieder eine unglaubliche Meldung, die den Zuschauer als Dubel hinstellt :(….).

    5. Martin Says:

      Ich gehe mal davon aus, dass in den meisten Ländern der Wetterbericht in der Landessprache gesendet wird!
      Sollte das jemand nicht verstehen gibts ja die Kurse „Schwiitzerdütsch für Zugezogene“ oder schaut einfach beim welschen- oder tessiner Fernsehen rein.

    6. Frank Says:

      @Martin: die Landessprache der Schweiz ist Deutsch. In Deutschland und Österreich wird ja der Wetterbericht auch nicht in lokalen Dialekten gesendet.

    7. räulfi Says:

      @alle!
      Hört echt mal auf mit dieser Nonsense-Diskussion! Es nervt! Ist doch scheissegal auf welche Sprache/Dialekt Meteo gesendet wird! Wers nicht verstehen sollte, hat ja genug Möglichkeiten sich anderweitig zu informieren…
      Ich plädiere hiermit dafür, dass weltweit alles auf Esperanto gesendet werden soll! Zumindest in der Theorie sollte dann ja jeder mit Fremdsprachenkenntnissen jeden verstehen! Oder noch besser: alles nur noch auf Chinesisch, müssen wir ja alle sowieso früher od. später lernen, wieso also nicht gleich jetzt?! Und wie hoch wäre dann auch der Anreiz, es wirklich zu lernen, wenn das Meteo auf Chinesisch gesendet wird! Ich kann ja mittlerweile nicht mehr selber entscheiden, ob ich einen Schirm mitnehme, ohne dass Meteo sagt: Achtung es gibt Regen heute!
      Ja und wenn wir schon dabei sind: die Romands und Tessiner sollen gefälligst auch Standartfranzösisch, resp. -italienisch sprechen (ist ja so auch in der Verfassung)! Sonst verstehen sie die Italiener und Franzosen ja wohl auch nicht! Also bitte Leute, bisschen Flexibilität ist halt schon Voraussetzung, wenn man in ein fremdes Land zieht, oder auch nur dort in Urlaub fährt… menno!

    8. viking Says:

      Bezüglich Ortsnamen ist swisstopo bereits einen Schritt weiter:
      http://www.maplan.ch/lokalnamen/bilder/20051111_beobachter.asp.html

    9. räulfi Says:

      Habe ja schon gewisses Verständnis, dass es nervt wenn eigentlich interessant Sendungen nicht verstanden werden, nur weil sie auf CH-erdeutsch gesendet werden. Aber dann meldet halt euch doch mal direkt beim SF, dort ist die Kritik besser angebracht als generell bei den CH-ern! Ich denke mal nicht, dass wir nur weil in der Verfassung Amtssprache Deutsch steht (und das Ding in Hochdeutsch=Deutsch verfasst ist), plötzlich aufhören werden, Dialekt zu sprechen…
      Oder halt bei einem Politiker, der so Probleme gerne vorbringt… würde mal Jean Ziegler vorschlagen, der ist ja für alles Üble auf der Welt zuständig… dann gibts vielleicht auch noch eine Abfindung von irgendeiner Bank, die sind ja sowieso an allem Schuld, wieso also nicht auch am CH-erdeutschen Meteo??:-))

    10. räulfi Says:

      @viking
      okay, damit habe ich auch Mühe… Muss ja nicht wirklich so sein… AMTSSPRACHE ist ja Hochdeutsch, so sollen auch alle AMTLICHEN Bezeichnungen (und dazu gehören für mich Adressen, Ortsbezeichnungen etc…. schliesslich muss man ja einen Wechsel der selbigen auch beim Amt melden:-)) Hochdeutsch sein. Aber was ‚informelles‘ wie einen Wetterbericht können sie von mir aus auch in Hutu senden…

    11. Dan Says:

      @räufli
      Hast recht, der Kachelmann musste auch erst mühsam Hochdeutsch lernen bevor er in Deutschland auf Sendung gehen könnte.

    12. Celonias Says:

      Ich wollte mich nur zur Idee äussern, künftig alles in Schweizerdeutsch zu machen. Ich halte das für eine schlechte Idee. Neben der stumpfsinnigen, kleinkarrierten Befriedigung irgendwelcher Vorortspatrioten(um nicht zu sagen Idioten) hat das keinen Sinn, im Gegenteil, ich halte es sogar für gefährlich. Einerseits erschwert es das Verständnis zwischen deutschsprachigen und anderssprachigen Schweizern (also französisch- und italienischsprechende) und natürlich auch für Ausländer, die in der Schweiz leben. Deutsch ist eine schwere Sprache, der Dialekt ist noch viel schwerer und unverständlicher. Es existiert dafür keine gültige Rechtschreibung und Grammatik. Hinzu kommt, dass es ohnehin schon soweit ist, dass viele, in der Schweiz lebende Menschen, der Schriftsprache nicht (oder ungenügend) mächtig sind. Das gilt für Schweizer ebenso wie für Ausländer. Das würde also nur eine Barriere errichten, die das Lernen der deutschen Sprache behindern würde.
      Ausserdem habe ich den Eindruck, dass die Idee nur aufkam, um ein (sehr trügerisches) Bild einer Zusammengehörigkeit zu erstellen. In Wirklichkeit dient es nur der Bildung von Gruppen, die ganz klar definieren (über den jeweiligen Dialekt), wer dazugehört und wer nicht. Das ist in keinem Fall einer (welt-)offenen und sozialen Gesellschaft, wie wir sie in der Schweiz haben (sollten), dienlich.
      Deshalb: LASST DAS SEIN!!!

    13. Cruschti Says:

      @Celonias:
      Da hast du ja eine Verschwörung aufgedeckt *grosseaugenmach*

    14. Phipu Says:

      Stadtächer sind übrigens einfach die Stadt-Äcker, also Mehrzahl. So schwierig ist DAS nun auch wieder nicht.

      Schwieriger ist es für auswärtige Autofahrer zur Fasnachtszeit: Da die Amtssprache deutsch ist, ist es eben ungünstig, wenn gewisse Gemeinden tolerieren, dass die offiziellen Ortseinfahrts-Schilder mit einer humorvoll gemeinten Tafel überdeckt werden. Z.B eben der Dorfname im Dialekt oder ein Übername natürlich auch in Dialekt. Mir sind z.Zt. nur gerade solche Fälle von „Bäuch“ („Bä-uch“, nicht Böich aussprechen) für Bellach oder „Houzbirrliwiu“ für Lommiswil bekannt. Die zitierte rothaarige Wetterfee ist übrigens auch in diesem namensverformenden Gebiet Soledurn*/Zuchu (Solothurn/Zuchwil) aufgewachsen. Entgegen der geschilderten Probleme mit Flur- oder Wegnamen ist wenigstens die Dorfschreibweise nach der Fasnacht wieder richtig.

      * = zu Römerzeiten „Salodurum“, daher wohl der Dialektausdruck.

      Übrigens hätten nicht nur Japaner Mühe, wenn auf einem Bahnhofschild „Buchsi“ stehen würde. Zwei so benannte Ortschaften liegen nämlich an zwei komplett verschiedenen Bahnlinien, wenn auch im Kanton Bern. Wer z.B. in Langenthal wohnt, meint natürlich Herzogenbuchsee; jemand aus Zollikofen denkt eher an Münchenbuchsee.

      In Ergänzung zu kwyjibo:
      Die Haltestelle „Däret“ im Kanton Luzern würden viele In- und Ausländer auf der Bahnkarte ebenfalls vergeblich suchen. (St. Erhard)

      So, diese schönen Beispiele musste ich noch loswerden. Nun etwas ernsthafter:
      Die Leserbrief-Schreiberin hat übrigens absichtlich einige Wörter – sagen wir mal – sehr phonetisch geschrieben. Auch ich, des Dialektverständnisses mächtig, musste es laut vorlesen, um zu begreifen. U.a. deshalb bin auch ich der Meinung, dass es Frau Eichenberger-Reichmuth ironisch meint. Genauso glaube ich, dass uns Jens eigentlich nur sensibilisieren will. Es täte nämlich uns allen gut, alle paar Jahre wieder Weiterbildungskurse in Hochdeutsch zu nehmen. SMS, Chat, E-mail und weitere kundenfreundliche Angebote, die man durch einen simplen Telefonanruf erledigen kann, helfen uns nicht gerade, unseren Schreibstil und unsere Deutschkenntnisse zu pflegen. Auch ich muss mich manchmal an der Nase nehmen; wann habe ich wohl meinen letzten richtigen Brief geschrieben?

    15. Administrator Says:

      @Phipu
      bist Du dir da ganz sicher, dass es Frau Eichenberger-Reichmuth nur ironisch gemeint haben könnte?
      Mein Gott, gleich bricht bei mir eine Welt zusammen:
      DANN IST SIE JA GAR KEINE SCHWESTER IM GEISTE!!!

      Darüber muss ich jetzt erst mal hinwegkommen.

      Zu Äcker-Ächer Acker-Acher
      Habe schon vermutet, dass das was mit Einzahl und Mehrzahl zu tun haben könnte, kommt mir aber dennoch komisch vor.
      „Stadtächer“ ist halbherzig: Wenn schon „Städtliaecher“ oder so.
      Aber ich mische mich da lieber nicht ein, sonst machen die hier noch einen „Wyser“ aus mir.

    16. Phipu Says:

      Frau Eichenberger-Reichmuth ist sehr wohl eine Schwester in deinem Geiste. Ich habe nämlich auf den grünen Link bei ihrem Namen geklickt. So leicht „linggsch“ (= austrickst/veräppelst) du mich nicht.

      Achtung: nicht jede Stadt (Zürich, Bern, Basel) ist ein Städtli (Büren an der Aare, Wangen an der Aare). So, wie es einfach Dinge gibt, die nie verkleinert werden (siehe Fränkli und Törli). Es ist auch nicht jeder Vogel (Rabe, Falke, Bussard) ein Vögeli (Meise, Rotbrüstchen/Rotkehlchen, Spatz). Und die Wege führen ja auch nicht zu den Ächerli oder zu einem Ächerli, sondern zu grossen Äckern.

      …und nach diesem Bericht bin ich der „Behserwyser“

    17. eggestei Says:

      Ich würd mich auf die Zeit freuen, wenn Schweizerdeutsch Amtssprache wird 😀 Man stelle sich nur die Briefwechsel mit Ämtern vor, speziell so in Richtung Wallis, jeder der dort eine Ferienwohnung oder umzieht kann stundenlang versuchen die Amtsbriefe zu entziffern.

      Achja Luzern und Ortsnamen, die liebe ich… speziell Rusmu, also Ruswil.

    18. Raphael Says:

      Meine Freundin und ich haben heute den ultimativen Test gemacht. Ich sah Meteo ohne Ton während meine Freundin Meteo mit einem Kopfhörer sah und hörte.

      Einige Minuten nach der Sendung verglichen wir das gehörte/gesehene und oh Schreck beide wussten ähnlich viel.

      Meine These lautet: Egal, ob auf CH-Deutsch, in Hochdeutsch oder ohne Ton die Charts alleine sagen gleichviel aus wie die Ginsenwahrheiten der Wetterkrähen. Versucht es doch selbst mal…

    19. Mikki Studer Says:

      Die Geschichte muss ich einfach loswerden:
      Da treffe ich eine Russin an meiner Uni und perplex wie ich bin, fange ich natürlich an, hochdeutsch zu sprechen. Sie antwortet mir in beinahe lupenreinen Schweizerdeutsch (naja, Zürcher Dialekt) und zwar in etwa folgendes: Könnt ihr Schweizer denn nicht mal schweizerdeutsch reden, das sei schliesslich faktisch eine eigene SPRACHE und sie würde sich nie so verdrehen lassen. Wer kein Schweizerdeutsch verstehe, solle es gefälligst lernen oder wieder dahin gehen wo her kommt. Und sowieso sei es eine wunderschöne SPRACHE – verglichen mit diesem platten deutsch.
      Tja, da war ich baff.

    20. Sandra-Lia Says:

      jetzt muen die liebi frou nur no lerne, dass das ganze Helvetisch heisst, u mir sind üüs sehr einig.. jawoh. 20min uf helvetisch, dr blick uf helvetisch, Tari Eledhwen News uf helvetisch.. eh nei, also dass de ned, ehm, tele züri uf helvetisch (wobi zürihelvtisch an sich gar kei dialekt isch, sondern en halschranket) tele bern uf helvetisch.. (demmol so, dass es au die dütsche verschtönd, wells so langsam isch…) tele basel uf helvetisch.. ah nei, dass isch ja baslerhelvetysch ^^. . Eh, denn natürlich alli angere Zitige uf helvetisch.. es lebe helvetisch.. es lebe die schweiz mit ihre 10000 und 1er sprach 🙂 U we eg denkt, mer bruche helvetisch: http://www.sandrainfanger.com/archiv/auso-jetzt-isch-fertig-loschtig da chame suscht no si senf und sini mayo und sis tomatesöseli abge..

    21. räulfi Says:

      @Sandra-Lia
      Sorry, aber dein “helvetisch“ versteht man kaum, wäre also von Vorteil, wenn Du mal ein Standart-helvetisch kreieren würdest. Das wird aber wohl mit den 10000und1ersprachen mehr als eine Lebensaufgabe:-)) Vielleicht wärs einfacher Hindi und Englisch einzuführen? Darauf konnten sich die Inder mit ihren 415 Sprachen und Idiomen auch am ehesten einigen;-)

    22. Peter Gloor Says:

      Es gibt eine Geschichte, dass im kommunistischen Moskau in den Restaurants, wo Westler verkehrten, der Geheimdienst die Gäste belauschte oder per Wanze abhörte. Die Knacknuss waren die Schweizer, deren Sprache kein Genosse entschlüsseln konnte, auch wenn er Deutsch-Spezialist war….

    23. Peter Gloor Says:

      Administrator:
      Ich bin gegen „Städliächer“. Bülach nennt man im Dialekt ein Städtli, aber offiziell ist es ganz einfach eine Stadt, denn sie hat „Stadtrecht“.

    24. Gizmo Says:

      also dann will ich aber auch das bayrisch und schwäbisch und sächsisch und was da noch so kreucht und fleuicht als eigene sprachen kreiirt und eingeführt werden, sonst ist ja der spass weg… von wegen helvetien.. es lebe sachsen in seiner eigenen sprache, gesprochen UND geschrieben… und oldenburgisch und kölsch und bonndeutsch und frankfurtdeutsch, jawoll….

      doch das wär echt cool…

      und dann hätten wir da noch türkischdeutsch…

      und was machen wir mit den norditalienern? dürfen die auch mal? oder sollten die besser gleich auf einen friesischen dialekt umsatteln so norddeutsch wie die sich fühlen….???

      ach das wär ein spass….

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