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Teile und herrsche — dem Divisionär ist nichts zu schwer

(reload vom 13.6.07)

  • Als Caesar die Helvetier besiegte
  • Gallia omnis divisa est in partes tres, lernten wir im Lateinunterricht. Dieser berühmte Bericht Caesars beginnt nebenbei mit einer Schlacht gegen die Helvetier. Latein bleibt auch nach verlorener Schlacht lange nach Caesar eine wichtige Fähigkeit für das Überleben in der Schweiz, z. B. für die morgendliche Lektüre des Tages-Anzeigers.

  • Der Divisionär und die anders Denkenden
  • Wir lasen wir im dort am 12.06.07 auf Seite 2

    Bundesrat Schmid tadelt Divisionär
    Bern. – Es ist ungehörig, wenn ein Divisionär anders Denkende als «linke Wühlmäuse » qualifiziert. (…). Allerdings habe der Divisionär keine Person angepeilt. (SDA)

  • Wer teilt denn da?
  • Ein „Division“, das wissen wir noch aus dem Mathematikunterricht, ist eine „Teilung“. Das Verb dazu ist „dividieren“. Ist ein „Divisionär“ folglich ein „Teiler“ Nein, das wäre der „Divisor„? Vielleicht ein kleinster gemeinsamer Teiler? Weit gefehlt, der gute Mann hat auch nichts mit Visionen zu tun, „Di Vision“ so wie „Di Caprio“. Nein, ein „Divisionär“ ist der Chef einer „Division“, denn wir sind beim Militär, nicht in der Mathematik. Damit hatten wir nicht gerechnet. Wie gross ist in der Schweiz so eine militärische Teilung?
    Unser Duden weiss:

    Divisionär, der; -s, -e ‹franz.› (bes. schweiz., österr. für Befehlshaber einer Division)
    (Quelle: Duden.de)

    Der kleinwüchsige Franzose aus Korsika hat ihn sicher in die Schweiz gebracht, und die Österreicher pflegen ihn auch, den Divisionär. Nur wir armen deutsche Ex-Zivildienstleistenden können mit dem Wort so gar nichts anfangen. Wie garantiert schweizerisch und verbreitet dieser Begriff bei den Eidgenossen ist, verrät uns der altbekannte Google-Vergleichstest: 22‘700 Funde bei Google-CH gegenüber nur
    901 Fundstellen bei Google-DE, von denen die ersten 3 Auszüge aus Fremdwortlexikas sind. Zur „Division“ meint der Fremdwörterduden:

    Division »Teilung«:
    Das seit dem 15. Jh. – vor allem als mathematischer Fachausdruck – gebräuchliche Wort ist aus gleichbed. lat. divisio entlehnt, das zu lat. dividere »teilen« (vgl. dividieren) gehört. 2Division »Heeresteil«: Das Wort wurde als militärischer Fachausdruck zu Beginn des 18. Jh.s aus gleichbed. frz. division (eigentlich »Abteilung«) entlehnt, das auf lat. divisio zurückgeht (s. o.).

    Also nix mit Latein, über Frankreich kam das Wort zu den Schweizern! Und ganz schön gross noch dazu. 10-20‘000 kommen da locker bei einem Heer zusammen (Quelle Wikipedia).

  • Die Super Challenge in der League
  • In Frankreich, Spanien und England ist eine Division auch eine Fussball-Liga. Nicht so in der Schweiz, da wird für eine Division auf die uraltbündnerischen Sport-Fachbegriffen „Axpo Superleague“ und „Challenge League“ zurückgegriffen, passend zum alt-berndeutschen Ausdrücken „Penalty“, „Corner“ und „Goalie“.

    

    6 Responses to “Teile und herrsche — dem Divisionär ist nichts zu schwer”

    1. Yogi-TheBear Says:

      Leon Huber’s schönstes „Fremdwort“ in der TAGESSCHAU:

      „EVAQUATION“!!!
      Ja…warum einfach – wenn es auxh so geht!

    2. Brun(o)egg Says:

      Divisionär ist einfach ein Zwei Sterne General. Der Brigadier der mit nur einem Sternchen auf den Schultern. Oder täusch ich mich da? Hab den Käse ja Gottseidank hinter mir. Mit drei Sternchen wirds dann komplizierter. Und den Vierer gibts bei uns Helvetiern nur im Kriegsfall.

    3. Sandro Says:

      Die englischen Fussballbegriffe kommen wohl daher, dass der Fussball in der Schweiz von Briten vorwärtsgebracht wurde. (Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Grasshopper-Club_Z%C3%BCrich )

    4. pfuus Says:

      @Sandra

      Das tut der Zürcher Seele gut!

    5. Brenno Says:

      Frau Dr. Erika Fuchs, Chefredakteurin des Ehapa-Verlages und langjährige Übersetzerin der Mickey-Mouse-Hefte, würde geschrieben haben: Dem Divisionär ist nichts zu schwär. Und hätte damit einen neuen Helvetismus geschaffen

    6. Brun(o)egg Says:

      @ Brenno

      Dem Bundeswehr Heeres „Inschpektör“ ist nichts zu schwör. Das wäre dann der entsprechende Germanismus.. oder wie oder was.

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