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Warum wir gern Filterkaffee trinken — Markiert Kaffee eine kulturelle Grenze?

(reload vom 31.5.07)

  • Es lebe der Handfilter
  • Wir trinken gern Filterkaffee. In grossen Mengen aus grossen französischen Bols, allerdings mit Henkeln. Nicht zu stark und am liebsten aus nicht zu stark gebrannten Sorten zubereitet. Am besten gelingt Filterkaffee, wenn die Kaffeebohnen frisch gemahlen sind, und zwar nicht zu fein. „Für den Handfilter“, so lautet die Einstellung an der elektrischen Kaffeemühle und das Wasser muss sprudelnd kochend auf das Pulver im Handfilter gegossen wird. In mehreren Portionen. Die erste Ladung ist die wichtigste, denn sie „öffnet die Poren“. Dann ein bisschen warten bis das Wasser durch den Filter gelaufen ist, bevor nun in Abständen die zweite und dritte Ladung über aufgebrühte Kaffeepulver geschüttet wird. Auf den richtigen „Schwall“ kommt es an, dann wird der Kaffee prima. Nicht lecker, das passt nicht.

    Handfilter
    (Quelle Foto: ingridgrote.de)

    Natürlich mögen wir auch den Kaffee aus einer Expressomaschine, nur sind uns diese Dinge nicht ganz geheuer, sie könnten ja in die Luft gehen, ausserdem welche Maschine produziert schon auf Knopfdruck einen halben bis dreiviertel Liter Kaffee?

  • Filterpapier für Handfilter nicht beim Kaffeepulver
  • Dass die Schweizer weniger auf Filterkaffee stehen als die Deutschen merkt man untrüglich daran, dass in der Migros das dafür benötigte Filterpapier nicht in der Nähe des Kaffeepulvers (oder der ungemahlenen Kaffeebohnen) zu finden ist, wie in Deutschland, sondern bei den Kaffeemaschinen, Abteilung „Hardware für Deutsche“.

  • Ist Filterkaffee typisch für Deutsche?
  • Offensichtlich ist das eine typisch deutschen Angewohnheit, „Filterkaffee“ zu trinken. Wir lasen im Magazin des Tages-Anzeigers in einer klassen Reportage mit dem Titel „Wir gegen uns“, geschrieben von Christoph Fellmann, über die Süddeutschen und ihr Verhältnis zur Schweiz:

    Das Ehepaar Moser lebt seit 1971 an einer Wohnstrasse in Konstanz am Bodensee. Im Garten blühen die Forsythien. Serviert wird Filterkaffee und «Kaffeeglück», das ist eine Blechdose mit Kondensmilch – Kaffeegewohnheiten markieren kulturelle Grenzen.
    (Quelle: dasmagazin.ch vom 26.05.07)

  • Wer mag überhaupt Kondensmilch?
  • Nun, warum überhaupt Kondensmilch erfunden wurde, war uns auch immer ein Rätsel. Wahrscheinlich stammt die Idee aus der Zeit, als noch nicht jeder Haushalt mit einem Kühlschrank ausgestattet war, und man einen Weg suchte, Milch leicht und ungekühlt aufbewahren zu können. In meiner Kindheit galt es als besonders fiese Bestrafung, jemanden zum Trinken einer kleinen Tasse voll mit Kondensmilch zu zwingen. Ekelhaft. Heutzutage wird überall in Deutschland neben Kondensmilch auch Frischmilch zum Kaffee angeboten, einfach weil es viel besser schmeckt.

  • Trinken ältere Schweizer denn keine Kondensmilch?
  • Wir lernen bei Wikipedia:

    Kondensmilch (evaporierte Milch), auch Dosen- oder Büchsenmilch genannt, wird aus Milch unter teilweisem Wasserentzug hergestellt. Die Milch wird zur Keimabtötung und Albuminabscheidung für 10–25 Minuten auf 85–100 °C erhitzt und anschließend bei Unterdruck und 40–80 °C eingedickt. Danach hat sie einen Fettgehalt von 4–10 % und eine fettfreie Trockenmasse von etwa 23 %. Nach der Homogenisierung wird sie meist in Dosen oder Tuben abgefüllt und noch einmal sterilisiert, danach ist sie für lange Zeit haltbar.
    (Quelle: Wikipedia )

    Gibt es diese Generation in der Schweiz nicht, die gern Kondensmilch zum Kaffee trinkt?

  • Milch aus der Dose und Möhren aus dem Glas
  • Für die Generation unserer Eltern bedeutete es Fortschritt, Büchsenmilch stets zur Verfügung zuhaben. Erbsen aus der Dose und Karotten aus dem Glas haben die Arbeitsvorgänge beim Kochen enorm beschleunigten, genauso wie die Erfindung des tiefgefrorenen Blattspinats mit Rahm bzw. der Kartoffelbrei zum Anrühren. Sie wissen nicht, was „Kartoffelbrei“ ist? Kein Wunder, es gehört zu den beliebten Variantenwörtern, die überall anders heissen:

    Kartoffelpüree, Kartoffelbrei oder Kartoffelmus (österreichisch: Erdäpfelpüree, schweizerisch: Kartoffelstock, bairisch/fränkisch: Stampf oder Stopfer) ist ein Brei aus gekochten, zerdrückten und cremig gerührten Kartoffeln sowie anderen Zutaten.
    (Quelle: Wikipedia)

    Ob das auf Bairisch „Stopfer“ heisst, weil man danach nicht aufs Klo kann? Oder weil man damit die hungristen Mäulen gestopft kriegt?

    Wir nannten den Kartoffelbrei als Kinder „Astronautencreme“, weil er sich auch als Tubennahrung eignet, ähnlich wie Kondensmilch aus der Tube.

    Wenn Deutsche nur Filterkaffee trinken würden, gäbe es nicht den hohen Absatz von Espresso-Maschinen oder Kapsel-Systemen bei Media-Markt und anderen grossen Ketten. Aber in den meisten Büros in Deutschland gibt es nach wie vor Filterkaffeemaschinen, mit Wärmeplatte und der Garantie, dass auch nach 6 Stunden der Kaffee noch heiss und garantiert ohne Aroma bleibt.

  • Espresso ist billig
  • Stichwort Espressokaffee: Merkwürdiger Weise ist das einer der wenigen Artikel, der in der Schweiz billiger zu haben ist als in Deutschland. Wahrscheinlich weil er hier zu den Grundnahrungsmitteln gehört und in Deutschland als Luxus gilt, oder weil er anders besteuert wird.

    Gern schreiben wir ihn auch mit „x“: „Expressokaffee“, denn dann ist die Herkunft expressis verbi ersichtlich:

    Espresso, der; -[s], -s od. …ssi (aber: drei Espresso) [ital. (caffè) espresso, urspr. = auf ausdrücklichen Wunsch eigens (d. h. schnell) zubereiteter Kaffee, zu: espresso = ausgedrückt (lat. expressus, express]: a) (o. pl.) sehr dunkel gerösteter Kaffee; b) in einer Spezialmaschine aus Espresso zubereiteter, sehr starker Kaffee. (o. pl.)
    (Quelle: duden.de)

    Mann hab ich jetzt Lust auf nen Kaffee…

    

    24 Responses to “Warum wir gern Filterkaffee trinken — Markiert Kaffee eine kulturelle Grenze?”

    1. Peter Walser Says:

      Gezuckerte Kondensmilch aus der Tube war in meinen Kindheitstagen eine beliebte Schleckerei. Allerdings käme ich nie auf die Idee, Kondensmilch für den Kaffee zu verwenden.

      Kartoffelstock wird in der Schweiz übrigens nicht gestampft, sondern durch ein Passe-Vite gedreht, damit man eine klumpenfreie und cremige Konsistenz erreicht.

      Ich bin ein richtiger Kaffeegeniesser, der aber einem Espresso wenig abgewinnen kann, rein quantitativ (gluck-und-weg, ‚ja, von dem nehm ich glaub eine Portion‘). Mittlerweile hab‘ ich herausgefunden, wie man einen ‚richtigen‘ Kaffee bei unseren südlichen Nachbarn bestellt: ‚un caffè americano con latte‘. Kaffeeglück, auch auf Italienisch ^^

      Espresso mit X (oder auf Schweizerdeutsch ‚Äggspresso‘) treibt mir die Nackenhaare zu Berg, da halt‘ ich’s gleich wie Mitchell und Webb:
      http://www.youtube.com/watch?v=c3y0CD2CoCs

    2. Peter Says:

      Filterkaffee war auch in der Schweiz bis in die 70er Jahre das üblichste im privaten Haushalt. In den 80ern wurde dann der Kaffe-Vollautomat zum Statussymbol in der Schweizer Mittelstandsküche, und wer noch Filterkaffee brühte, war definitiv out. Diese monströsen Automaten sind jetzt auch wieder aus den Küchen verbannt, dort stehen jetzt die kleinen Nespresso-Maschinchen und ein schicker Kapselständer. Mich kümmerts nicht – ich trinke Tee. Und wenn’s mal Kaffee sein soll, nehme ich die Mokka-Espressokanne.

      Kondensmilch ist für die meisten Schweizer tatsächlich nichts Gutes. Hier gab es schon immer genug frische Milch oder Rahm, früher im Kesseli vom Milchmann, später aus dem Tetrapack.

      In einem Restaurant in Freiburg im Breisgau habe ich mal „Kartoffelpü“ gegessen, stand so auf der Karte. Gefällt mir noch besser als Stopfer.

    3. Yogi-TheBear Says:

      Apropos Kartoffelpü: Im Bayrischen Wald stand 1965 mal auf der Speisekarte eines von uns besuchten Restaurants am Brotjacklriegel folgende doch sehr sparsame Abkürzung:

      Heute empfehlen wir: „Schw-Braten mit Kart-Kn & gem.S“

    4. Smilla Says:

      Kondensmilch ist für mich der Inbegriff des Grauens, den ich gedanklich mit Instantkaffee gleichsetze. Beides in Kombination funktioniert lediglich im Campingurlaub, auf den ich mittlerweile genauso wenig Wert lege wie auf den Aufenthalt in Jugendhotels, in denen man dann aus Kostengründen ohne Frühstück bucht und sich stattdessen mit Instantkaffee und Kondensmilch behilft.

      Nein, die Abneigung gegen Filterkaffee in der Schweiz setze ich mit der verstärkten Affinität für die Kultur der italienischen Nachbarn in Verbindung. Hier würde ich mir eine Erweiterung wünschen, beispielsweise durch mehr italienische Eiscafés in der Schweiz.

    5. Mare Says:

      Ich denke, ich kann mich zur älteren Generation zählen (pensioniert!), aber tatsächlich haben wir nie Kondensmilch zum Kaffee genommen. Es gab gezuckerte Kondensmilch fürs Birchermüesli, aber nie für den Kaffee. Da war nur Milch üblich. Während einer Reise nach Deutschland 1970 habe ich Bekanntschaft gemacht mit Kondensmilch-Kaffee; sowohl ich wie meine Kollegen und Kolleginnen fanden das ungeniessbar.

    6. Brun(o)egg Says:

      Kondensmilch? Scheusslich. Ausser für das backen von Makrönchen oder wenn der nächste Milchladen 1 1/2 Std. Fussmarsch bedeutet, man den kaffe nicht schwarz mag, wie bei uns auf der Alp im Tessin.

      Filterkaffe? Also ganz frisch gehts ja noch, ab wenn dann die Plörre zwei std. im Gefäss gestanden hat…..?!

    7. An Fra Says:

      Brun(o)egg

      Hitlers Rache.

      Das Problem mit der besagten Kondensmilch haben wir in Deutschland dem Adolf zu verdanken.
      Nach dem Krieg waren in den US-amerikanischen Lebensmittel-Paketen auch diese ominösen Tuben mit dieser unsäglichen Kondensmilch. Voll überzuckert, übersüßt und auch noch pastös-klebrig.
      Meine bucklige Verwandtschaft hat bis in meine Jugend hinein von diesen grausamen Kondensmilch-Tuben geschwärmt. Es gab danach auch dt. und schw. Kondensmilch im Übermaß, bis zum Erbrechen. Später habe ich bei der US-Armee so ne gleichartige Tube wie von 1945 „genossen“. Pfui, würg. ächts. Ab da kommt nur noch frische Trinkmilch mit 2,8 % Fettanteil auf den Tisch und in den Kaffe.

      Plörre.

      Der Aufbrüh-Kaffe wird durchschnittlich ab 15 Minuten ungenießbar, da sich die in ihm enthaltene Gerbsäure im Geschmack manifestiert und das Kaffe-Aroma voll überlagert.
      Solch ein alter Kaffe ist nicht verkehrsfähig und geht sofort zurück. Das führt immer zu heiterem Raten des Kaffe-Geschmacks. Es erfreut den Wirt und auch seine übrigen Gäste, wenn dann Geschmacks-Noten zwischen 1 bis 6 verteilt werden. Natürlich dem jeweiligem Land und dessen Schulnotensystem angepasst.

    8. Smilla Says:

      @An Fra und Brun(o)egg:
      Wie lange lasst Ihr denn den Kaffee stehen? Nach zwei Stunden würde ich die Brühe, wie auch immer zubereitet, nicht mehr anrühren, es sei denn in Kombination mit Vanilleeis und Schlagsahne.
      Das hätte ich jetzt nicht schreiben dürfen, bekomme gleich Appetit.

    9. Brun(o)egg Says:

      @ smilla
      Da wir keien Filterkaffee machen, können wir auch keinen stehen lassen. immer alles frisch aus der Maschine.

      @AnFra
      Neben der Kondensmilch durch die Yankees: Die haben uns auch noch das Corned Beef in Büchsen gebracht. Auch in der Schweiz. Mich würgts heute noch…!

    10. AnFra Says:

      @Smilla

      Na, wohl noch nie beim Militär gewesen? Wenn man vom Einsatz zurückkommt, ne Tasse Kaffe erhält, da merkt man beim ersten Schluck keinen Unterschied zwischen nen 1-A-Kaffe und ner braunen Plörre.

      Auf dt. Autobahnen gibt öfters besondere Kaffe-Erlebnisse. Teilweise wurden an Raststätten mit überdimensionierten Aufbrühern (eventl. sinnvoll für Krankenhäuser und ähnliche Institutionen) für den sog. Nachtbetrieb braunfarbige Flüssigkeiten namens Kaffe hergestellt. Diese Prölle könnte wegen der entstehenden Gerbsäure in Gerbereien eingesetzt werden. Die hierbei verwendeten Thermos-Kannen sind ein sicheres Zeichen dafür, dass hier Gerbsäure ausgeschenkt wird.

      Vor einigen Jahren habe ich bei meinem Kunden in Kampen / Sylt um 21.00 Uhr zwei Tassen wunderbaren Kaffe geschlürft. Typ milder äthiopischer Hochlandkaffe, bei Vollmond handgepflückt von zarter Hand, mild, schonend und frisch beim Kunden geröstet, mit metallfreien Keramik-Mahlwerk gemahlen und in vorgewärmten Tassen dargeboten. Wuuuunderbar!
      Um 01.30 Uhr beim Zwischenhalt bei Würzburg gabs den o.g.- Gerbsäure-Kaffe. Grausam, erbröchlich, kotz und würg. Die Serviertochter hatte, um diesen „Kaffe“ zu „veredeln“, auch noch Kondensmild hinzugegeben!!! Die Krone des Erbrechens. Ein Gipfel an Frechheit und ein Fall für die UNO wg. des Quälens und Folterns von afrikanischen Kaffebohnen.

      Die Kassiererin wollte tatsächlich für diese gemeingefährliche Flüssigkeit auch noch Geld haben. Die folgende Diskussion war für den Betreiber wenig schmeichelhaft. Nachdem sich die Zuhörertraube aufgelöst hatte, wurde ein gesunder Kompromiss gefunden: Kein Geld für die Gerbsäure und der zuständige Lebensmittel-Kontrolleur bzw. Kreis-Veterinär kommt nicht ins Haus.

      Nach diesem Kaffe-Abenteuer gabs bei uns nen ital. Kaffe-Automaten. Jetzt steht ein schweizer. Gerät in unserer Küche. Wohl bekommts.

    11. AnFra Says:

      @Brun(o)egg

      Finde das gehörnte Fleisch nicht mal so ganz schlimm. Meine Eltern haben in der Nachkriegszeit das massenhafte Essen dieses Fleisches durch verschiedenste Varianten abgemildert. Z. B. mit Rührei und eingemischten CB sowie Pilzen, Zwiebeln, Knoblauch, Pfeffer, Grünzeug, verschiedenen Fett- und Ölarten und später auch Curry uam..

      Habe mal mit den Amerikanskys essensmäßig einige Tage im Felde verbracht. Pervers wurde es allerdings, als der eine amerik. Bekannte auf meinen „CB-Spezialomelett a la AnFra“ zur feinen Abwürzung auch noch klebrigen Ahorn-Sirup drübergoss! Mampf, würg, brech. Aber ihm hat’s geschmeckt!

      Da bleibt nur noch eine wichtige Frage übrig: Wo haben diese Amerikaner denn ihren Geschmack verlocht?

    12. Brun(o)egg Says:

      @ AnFra

      Selten so gelacht!
      Nebenbei: bei uns nimmt man Filterkaffe auch um die Reben zu spritzen. Gut gegen Blattlläuse!

    13. AnFra Says:

      @Brun)o(egg

      Nach dem Kaffe-Abenteuer bei Würzburg kann ich mir bildhaft gut vorstellen, wenn nach der Besprühung mit sicherlich abgestandenem gerbsäurehaltigen Filterkaffe die Blattläuse vom Stängel fallen!

      Bei einer vereinfachten Untersuchung, wie sich überproportional zu große Anteile von Kafferesten bei bioorganischen Kompostierungen auswirken, konnte man folgendes beobachten:
      Bei der Vererdung durch Regenwürmer wurden tatsächlich Komposthaufen, welche mit Produkten von Vollautomaten beschickt waren, durch die Regenwürmer signifikant öfters aufgesucht, jedoch die von übernässten und übersäuerten Filterkafferesten eher gemieden. Nachdem man beide Arten von Kafferesten dann entsprechend aufbereitungstechnisch nachbehandelt hatte, gab es für die Regenwürmer bezüglich der Komposthaufen mit Resten von Vollautomaten kein Halt mehr.

      Fazit: Regenwürmer würden Kaffe-Vollautomaten kaufen, denn sie sind offensichtlich kaffesüchtig!

      PS: Welche der Probanden deutsche oder schweizerische Regenwürmer waren, wurde damals nicht untersucht, denn ein Teil war immer langsamer als der andere Kontrollteil.
      Wer was war möchte man wegen Vermeidung nachbarschaftlichen Streitereien nachhinein lieber nicht vermuten. Einen gewissen Verdacht hege ich dagegen schon.

    14. Smilla Says:

      @AnFra:
      Nein, zum Militär habe ich es bisher noch nicht geschafft ;-).
      @Brun(o)egg:
      Es gibt noch eine Steigerung zu dem, was Du beschrieben hast:
      Filterkaffee mit Kondensmilch aus Schnabeltassen im Krankenhaus. Schmeckt dann sicher beinahe wie aus dem Katheter.

      Trotzdem, mein Filterkaffee mit normaler Milch und einigen Gewürzen versehen, der kann sich sehen und natürlich schmecken lassen.

    15. AnFra Says:

      @Smilla
      @Brunn)o(egg

      Zum Filterkaffe noch ein Nachtrag, wobei man für ihn noch ne Lanze brechen möchte. Wenn man doch noch Filterkaffe machen muss, weil keine andere Alternative vorhanden ist, kann ehrlicherweise beim Einhalten gewisser Regeln der Filterkaffe sogar halbwegs brauchbar sein.

      Denn funktionell ist die Kaffeaufbereitung beim Vollautomaten und dem besagten Filter technisch-physikalisch eigentlich gleich. Es wird heißes Wasser durch das Kaffesubstrat durchgeschickt. Beim Automaten so in ca. bis max. 12 Sekunden und beim Filter leider viele Minuten.
      Der Trick zum Filterkaffe ist folgender: Den Kaffe beim Mahlwerk auf mittel/grob bzw. grob stellen oder beim Schlagwerk kürzer mahlen. Die Filtertüte nur mit Teilfüllig aufschütten und das Wasser im Schwung schnell eingießen. Die Einwirkzeit des Kaffes sollte nicht länger als ca. 30 Sekunden sein. Dadurch werden zwar die Aroma-, Duft- und Geschmacksstoffe gelöst, jedoch die Gerbstoffe gerade noch nicht.

      Der gerbsäurehaltige Kaffe wird viel ZU LANGE gequält. Minuten und Stundenlang. Wenn die Gerbsäure im Kaffetrunk dann drin ist, taugt er nur noch zum Blattlaussprühen a la Brun(o)egg. So kann sogar der Filterkaffe, gebrüht mit der Stoppuhr in der zarten Hand, mit geringeren Menge an gröber gemahlenem Kaffe im teilgefülltem Filter und mit schneller Wasserzuführung sogar recht gut schmecken.

      Im Gegensatz zum Vollautomaten hat der Filterkaffe, wenn richtig gehandhabt, ein größeres Duftempfinden als die schnellen und etwas kühleren Vollautomaten. Da schwebt einfach eine stärke Sinnlichkeit in der Luft, beim gutgemachten Filterkaffe.
      Der Duft des Sonntagnachmittagskaffes lässt einen träumen, zwar nicht der großen weiten Welt, aber von dem Kuchen bei der Tante Käthe.

    16. Guggeere Says:

      Ich muss Anfra und Smilla unterstützen.
      Wer über Filterkaffee lästert, stattdessen aber ohne Wimpernzucken Nespresso oder irgendein Vollautomatengebräu runterkippt, hat keine Ahnung von der Materie. Die Vollautomaten z.B. mahlen den Kaffee viel zu grob und können zwar etwas produzieren, was man als Kaffee bezeichnen kann, aber sicher keinen Espresso. Nespresso anderseits ist recht guter Espresso, aber zu welchem Aufwand und Preis!
      Anders ausgedrückt: Es kann doch nicht sein, dass wir seit vielen Jahrhunderten Kaffee schätzen, aber jetzt, im 3. Jahrtausend, nur noch ein Getränk als gut empfinden, das mit möglichst viel Hightech, Abfall und Ressourcenverschwendung hergestellt wird.
      Kaffee kann, ganz im Gegensatz etwa zum Tee, auf vielerlei Weise zubereitet werden, und jede Kaffeeart hat ihr Gutes.

    17. AnFra Says:

      @Guggeere

      Ja, ja, der Filterkaffe. Auch wenn man auf diesen Filterkaffe, wegen falscher Behandlung durch inkompetente Dritte zu Gerbsäure mutiert, schwer mault, so muss trotzdem gesagt werden: Wenn man eine knisternde „Kaffe-Erotik“ beschreiben sollte, so gibt’s halt nur den „gut gemachten“ Filterkaffe. Bei Tante Käthe den Frankfurter Kranz und bei Tante Agnes den Mohnkuchen. Sich in diesem Milieu einen Vollautomaten vorzustellen ist einfach unmöglich.

      Der Kaffe-Dampf quillt aus der guten Stube, wabbert schwer in der Luft, schlängelt sich in die Nasenlöcher und schleicht dann an die Duft-Rezeptoren. Die lösen einen gigantischen Alarm aus und senden Meldungen ans Hirn: Sonntag-Nachmittag, es ist Kaffe-Zeit! Man sieht die grausam-herrlichen Kaffe-Wärmehäubchen und das schwere, dick aufgetragene Kuchenzeugs. Das ist ein heimeliges Gefühl, welches einen noch leicht beschleicht, wenn man heutzutage noch einen echt guten kräftig-duftenden Kaffe erhält.

      Der heurige Alltag ist grauer: Ein schweizerischer Vollautomat gibt seinen Kaffe ab. Schnell, bequem, rationell und immer mit einem Hauch etwas zu kühlem Wasser. Aber tolles Design. Ein richtiger Augen-Trunk.
      Das Auge trinkt ja mit.

      Bei dem Wegwerf-Büchsen-Kaffe a la verschiedener Firmen ist die Ressourcenverschwendung unbegreiflich. Es ist teuer und umweltproblematisch hergestelltes Aluminium. Die entlehrten Alu-Dippchen wandern realistischerweise nicht in die Wiederverwertung, sondern landen im Kehricht / Restmüll. Wenn dieser verbrannt / thermisch verwertet wird, geht dieses Alu dadurch massenhaft und komplett verloren, im Ascherest fest eingebacken. Das Metall ist unwiederbringlich aus dem Kreislauf raus. Na ja, wir haben’s!

      Fast möchte man die alten Filter-Monster wieder vorholen.

    18. Fischkopp Says:

      mhhh Kaffee!
      In der „Weltstadt“ Zürich konsumiert man auch gern die Sorte!
      http://de.wikipedia.org/wiki/Kopi_Luwak

      Ganz lecker und teuer ist er auch noch.
      Verhält sich wie alles in der Schweiz.
      Für Scheisse viel Geld bezahlen! 😀

    19. Stefan Says:

      Ich trinke sehr gerne Kaffee, aber leider kaum noch gefilterten. Auch wenn hier Vollautomaten-Bashing betreiben wird, ich liebe den grob gemahlenen und mit zu wenig Druck herausgepressten Kaffee. Filterkaffee schmeckt irgendwie wässrig oder viel zu stark, einen gut schmeckenden hinzubekommen, da gehört schon eine gute Bohne zu. Am liebsten trinke ich aber Espresso (oder wie der Deutsche sagt: „Expresso“) aus Handmaschinen – und dann ganz stark und schwarz, hmm!

    20. AnFra Says:

      @Stefan

      Da ist ein Missverständnis bezüglich Vollautomaten-Bashing: Auf der Blogwiese wird ein All- Bashing durchgeführt. ;-(

    21. Smilla Says:

      Danke, Guggeere! Morgen habe ich frei und werde mein Frühstück mit Filterkaffee mit aufgeschäumter Milch und Zimt und Kardamom verfeinert genießen.

    22. helveticus Says:

      anfra
      amis ham nie geschack gehabt

    23. Tom Says:

      Ich trinke liebend gerne einen guten Filterkaffee da dieser mich einfach wacher macht als der Kaffee auf einem Vollautomaten! Günstiger ist dieser auch noch!!!
      Werde mir erstmal noch nen Kaffee holen!
      VG

    24. Nicolas Says:

      Für mich geht nur Kaffee aus einem Vollautomaten, kann mich auch mit Kapselkaffee nicht anfreunden.

      Filterkaffe geht gar nicht, genau so wie Milch und Zucker im Kaffee einfach nicht passen.

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