Verstehen Sie Hochdeutsch? Oder soll ich Schweizerdeutsch sprechen?
Wie oft wird man dies als Deutscher in der Schweiz gefragt? In fast jeder Situation ist das der 2. oder 3. Satz. Sobald ein Schweizer merkt, dass man selbst nicht auf Schweizerdeutsch spricht, kommt die Frage:
„Verstehen Sie Schwyzerdütsch? Oder muss ich Hochdeutsch sprechen?“
Ich versichere dann stets, dass ich bereits seit 5 Jahren im Land lebe und leidlich gut Schwyzerdütsch verstehe. Falls mein Gesprächspartner allerdings aus St. Gallen kommt, bitte ich darum, dass wir auf eine Berndeutscher Variante ausweichen, da fällt mir das Verständnis leichter.
Tatsächlich sind St. Gallen und das deutschsprachige Wallis die Gegenden, mit deren Mundarten ich die meisten Verständnisprobleme habe. Dann warte ich eine weitere Minute, bevor ich mein Gegenüber abrupt frage:
“Ach Entschuldigung, verstehen Sie Hochdeutsch? Oder soll ich Schwyzerdütsch reden?”
Meist kommt dann ein fragendes Schweigen, bis ich die Spannung auflöse mit „War nur ein Scherz, ich kann gar kein Schwyzerdütsch”. Die Schweizer sind ein absolut höfliches Volk. Die Deutschen stellen die grösste Ausländergruppe im Kanton Zürich und haben damit seit kurzem sogar die Italiener überrundet. Immer noch geht der Schweizer in seiner höflichen Art davon aus, dass ihn der Deutsche nicht oder kaum versteht, wenn er mit ihm Schwyzerdütsch redet.
Gefragt wird man jedoch immer weniger, wenn man permanent im Land lebt. Aber es gibt Ausnahmen: So waren wir im letzen Sommer als Touristen unterwegs, mit Fahrrädern und Gepäck, auf einer Tour vom Bodensee zum Genfersee, quer durch das Mittelland, und auf einmal sprach jeder ausschliesslich Hochdeutsch mit uns! Gefragt, ob auch Schwyzerdütsch ok ist, wurde niemals. Es wurde nicht mal ein Versuch gestartet in dieser Sprache. Das sind Touristen, die sprechen Deutsch, also passt man sich an, um einen guten Eindruck zu machen. Die können es ja eh nicht anders.
Die Schweizer sprechen äusserst ungern Hochdeutsch. Schon allein der Name! Das kling so hochtrabend, nach „hoher Qualität“. Lieber sagen sie „Schriftdeutsch“, nicht ahnend, dass das Adjektiv „hoch“ in „Hochdeutsch“ eigentlich eine geographische Komponente bezeichnet: „Neu-Hoch-Deutsch“ nennen Sprachwissenschaftler das, was wir Deutschen seit dem 17. Jahrhundert reden, wobei „Neu“ für die Zeit steht (im Gegensatz zu Mittel-Hoch-Deutsch im Mittelalter und Alt-Deutsch davor) und „hoch“ für den südlichen Süddeutschen Raum, im Unterschied zu Mitteldeutsch und Niederdeutsch, auch Plattdeutsch genannt.
Doch Schluss mit dem Klugscheissergequatsche. Die Deutschen in der Schweiz haben ganz andere Probleme, als den Unterschied der Sprachen zu erklären. Es sind die Standard- Kommunikationssituationen, die einfach ganz anders ablaufen und am Anfang für viel Missverständnisse sorgen. Beispiel:
Eröffnen einer Gesprächssituation:
Ein Deutscher möchte den Weg zum Bahnhof wissen. Er sieht einen Polizisten in einer deutschen Fussgängerzone und fragt ihn: „Entschuldigen Sie, wo geht es hier zum Bahnhof“.
Die gleiche Szene läuft in der Schweiz ganz anders ab:
Gruezi wohl.. – warten auf die Entgegnung - Darf ich ihnen vielleicht eine Frage stellen? — warten auf die Entgegnung — Könnten Sie mir vielleicht sagen, wie ich zum Bahnhof komme? — warten auf die Entgegnung usw.
Wir lernen daraus: Für die Gesprächseröffnungssequenz muss man sich als Deutscher einfach viel mehr Zeit nehmen. Am Ende des Gesprächs in Deutschland würde der Passant sagen: „Danke und Tschüss“, in der Schweiz wäre das absolut unmöglich und unhöflich. „Tschüss“ ist ein Gruss und eine Verabschiedung nur unter guten Freunden, mit denen man Pferde stehlen kann. Das Gesprächsende braucht einfach viel mehr Zeit in der Schweiz:
„Dann danke ich Ihnen vielmals für die Information! Ja, ich habe alles genau verstanden. Ja, ich wünsche ihnen auch noch einen schönen Tag. Auf Wiedersehen und nochmals vielen Dank!“
Die Schweizer pflegen ein Ritual der kontrollierten Gesprächsbeendigung. Dazu gehört auch, dass man sich mehrfach versichert, ob das „nun so gut sei“, und alles verstanden ist.
Wenn wir als Deutsche diese Spielregeln des Rückfragens und langsam aus der Gesprächssituation Herausgehens nicht einhalten, festigen wir nur unseren Ruf, arrogant und unhöflich zu sein.
Gespräch am Telefon:
Das gilt natürlich auch für das Telefon. Es ist unmöglich und unhöflich gleich zu Beginn eines Gesprächs auf das eigentliche Anliegen zu sprechen zu kommen. Smalltalk über das Befinden, das Wetter und die allgemeine weltpolitische Lage müssen zuvor bewältigt werden. Zugegeben, das mit der „weltpolitischen Lage“ war ein Scherz. Die Schweiz ist schliesslich neutral, was interessiert sie da die Welt. Aber der Smalltalk muss sein, und wehe man nimmt sich nicht die nötige Zeit dazu.
Kommt dann der Moment, an dem ihr Gesprächspartner etwas holen geht, und er nimmt nach 30 Sekunden den Hörer wieder auf, werden sie unweigerlich gefragt: „Sind sie noch da?“
Es wäre ganz falsch, nun auf diese Frage: „Nein, ich bin geplatzt“ oder „nein, sie sprechen mit meinem Anrufbeantworter (Schweizerdeutsch ist hier kurz und knapp: „Beantworter“).
„Ja, ich bin noch da“ lautet die korrekte Antwort. Diese Satz fällt ruhig auch mehrmals, wenn ihr Gesprächspartner das Gespräch häufig unterbrechen muss.
Der “Jööö-Effekt” und die Wirkung von Hochdeutsch in der Schweiz:
Eins muss man ganz klar betonen, und die wenigsten Schweizer wissen das: Wenn sie in Deutschland mit leichtem Schweizerdeutschen Dialekteinschlag reden, können sie vom “Jööö-Effekt” profitieren. (Erklärung für die Deutschen Leser: “Jööö” ist ein Ausruf des freudigen Erstaunens in der Schweiz)
Die Deutschen finden ihren Dialekt süss, sie möchten sie am liebsten in den Arm nehmen, man kann ihnen einfach nicht böse sein. Sehr praktisch für Besuche auf dem Finanzamt oder Begegnungen mit der Deutschen Polizei. Das ist eine Trumpfkarte, die man als Schweizer in Deutschland ruhig ausspielen kann. Emil Steinberger ist bekannt und beliebt in Deutschland. Sein “Hochdeutsch” mit Luzerner Einschlag wird von den Deutschen als “Original Schweizerdeutsch” empfunden. Auch Ursus & Nadeschkin haben einen Riesenerfolg in Deutschland mit ihrem Schweizer-Hochdeutschen Programm “HAILIGHTS”. Das Ding ist übrigens für Sprachwissenschaftler hoch interessant: Es existiert eine Aufnahme auf Hochdeutsch und eine Aufnahme auf Schwyzerdütsch. Wenn man beide anhört und vergleicht, kann man viel lernen über das Wesen der Sprache. Wer glaubt, dass sich Schweizerdeutsch einfach durch erhöhte Langsamkeit im Sprachfluss auszeichnet, muss sich diese CDs anhören. Das mit der Langsamkeit gilt vielleicht für Bern. Bei Ursus & Nadeschkin geht es in der Schweizerdeutschen Version viel schneller zur Sache. Klar, die beiden müssen sich auch nicht mehr in einer Fremdsprache ausdrücken (was sie natürlich ganz vorzüglich können).
Besonders rasend schnelles Schwyzerdütsch kann man bei dem ausgezeichneten Kabarettisten (= Neudeutsch “Comedian”) Lorenz Keiser erleben. Der spricht Züridütsch mit einer Geschwindigkeit, da haben untrainierte Deutsche garantiert Hörverständnis- schwierigkeiten.
Was dem Schweizer sein “Jööö-Effekt”, ist dem Deutschen sein unbewusst unterstellter Kompetenz-Vorsprung nur allein deswegen, weil er Hochdeutsch spricht. Ganz klar, wenn ein Schweizer Hochdeutsch hört, dann hört er “Lehrer-Sprech”, dann hört er “Nachrichtensprache”, dann muss das, was gesagt wird, zunächst einfach mal wahr sein.
Das ist der Vorteil für die Deutschen: Wenn sie nur klar und deutlich Hochdeutsch reden, wird das was sie sagen ganz einfach mal als richtig und wahr aufgenommen. Hochdeutsch an sich bedeutet für den Schweizer: “Es ist was Offizielles, es kann nicht falsch sein”.
Es ist nicht umsonst die Sprache für die Katastrophenmeldungen im Radio. Jeder Dialekt-Sender schaltet um auf Hochdeutsch, wenn es einen Stau oder eine Explosion im Gotthard-Tunnel zu berichten gibt. Die Schweizer Kinder assoziieren mit dem Klang von Hochdeutsch automatisch “Katastrophenmeldung“.
Anders ausgedrückt: Sie könnten als Deutscher in der Schweiz im geschliffenen Hochdeutsch einfach auch den grössten Schwachsinn erzählen, jeder wird ihnen zunächst nur zuhören und Glauben schenken, einfach weil sie so gut Hochdeutsch sprechen. In dieser Sprache werden Fakten vermittelt, keine Unwahrheiten.
Besonders heikel ist das dann mit der Ironie: Schweizer Zuhörer haben genug damit zu tun, ihren Hochdeutschen Sprachfluss in Windeseile im Kopf zu übersetzen. Da bleibt keine Zeit für Nuancen oder ironische Anspielungen. Seien sie also nicht frustriert, wenn ihre beissende Ironie nicht gleich oder gar nicht verstanden wird. Das kommt dann vielleicht später noch.
October 18th, 2005 at 10:48 am
Hm, gut zu wissen, dass der “Jöööh” Effekt auf unserer Seite ist
So nach dem Motto “Möge der “jööh” mit dir sein”. Vorallem für uns St. Galler, wo wir ja so nahe an Deutschland sind. Ein weiterer Vorteil ist wolh klar, denn die Polizisten verstehen nicht, wenn wir uns über sieh auf Mundart lustig mached.
Echt guäti siite, wo do gmacht häsch - kompliment.
tschüss
October 18th, 2005 at 1:34 pm
Nun, vielleicht liegt es daran, daß die Nachrichten (ausgenommen bei den Regionalsendern) auf Hochdeutsch gesprochen werden, weil sich in der Schweiz über 20% Ausländer, vorwiegend Nicht-Deutsche, also Serben, Italiener, und so weiter aufhalten, von den eingebürgerten mit mäßigem Deutsch und saumäßigem Schweizerdeutsch ganz zu schweigen. Die haben mit Hochdeutsch weniger Probleme als mit Schweizerdeutsch und sollen doch auch verstehen, was in der Welt weltbewegend vor sich geht. Das ist Multikulti und der Schweizer nimmt darauf Rücksicht, indem er sich so gut als möglich anpaßt. Hochdeutsch fordert vielen nicht soviel Energie ab wie Albanisch oder Türkisch, da es eine Landes-Schriftsprache ist.
October 18th, 2005 at 8:31 pm
genau… gröööhl… es hat Jahre gedauert bis ich dies Gesprächritual begriffen hab. Und wehe man hält sich nicht dran… oh weh…
dieses “sin siii no daaaa ? ” ja herrje… denkt sie ich wurde vom Ufo geklaut oder was? meint sie ich ruf vom U-boot aus an und sei abgesoffen ? Oder meine Hütte ist abgebrannt oder was ?
Doch dein Scherz “ne ich bin geplatzt” (gröööhl) überfordert bestimmt das Tagesscherzpotential…. gelacht wird bestimmt nicht.
Ich sage nur noch resigniert: “ja, ich bin noch da”.
”
Und denke mir: “glaub ich doch, oder ich vermute es mal, ich weis es gar nicht mehr, moment… ich schau mal nach…
Oder das Gesprächsende unter Freunden “merci für das Telefon”… ich dachte die ganzen ersten Male: wieso so förmlich - ich dachte wir seien Kumpels ? Wieso bedankt er sich für ein Gespräch - war das grad ne Meinungsumfrage oder was? Hab ich grad mit einer Behörde telefoniert ? WIESO “merci für das Telefon” ??… hab ich grad ein Telefon verschenkt ohne es zu merken ?
Achso… logisch ist es das man förmlich das Gespräch beendet, war gewissermassen ein Bürogespräch…
noch nach jahren geht das nicht ins Hirn rein…
October 19th, 2005 at 2:48 am
Also ich Frage auch immer gerade direkt was ich will, obwohl ich hier aufgewachsen bin.
Allerdings am Tel merk ich schon wie ich bei Kollegen zuerst Frage wie es geht und so, aber das sind Sie noch da kann ich verstehen. Es kann ja sein das aus irgendwelchen gründen die Leitung unterbrochen wurde und man ins lehre Sprechen würde, was wohl der Grund dafür ist
October 24th, 2005 at 1:23 pm
Das hätte mir wirklich jemand vorher sagen müssen. In meiner ersten Arbeitswoche in der Schweiz hörte ich völlig fassungslos mit an, wie meine Kollegin telefonisch vom Chef zusammengeschissen wurde. Als sie sich dann VIELMALS für DIESES Telefon bedankte habe ich nachgefragt, wofür sie sich eigentlich gerade bedankt hat.
Für nen Einlauf Handelsgüte 1A???
Kompliment an Olivers Kommentare!!!
October 29th, 2005 at 5:29 pm
“WIESO “merci für das Telefon” ??”
Also ich sehe das einfach als Wertschätzung gegenüber dem Anderen, quasi ‘nett hesch ami dänkt’ (gut, das ist vielleicht ein bisschen überspitzt formuliert, aber ich denke es geht in die Richtung).
Netter Blog Artikel, hat mir sehr gut gefallen
(Merci fürs Blog
)
Gruss
Reto
October 31st, 2005 at 1:12 am
Hier noch die andere Seite: als Studentin habe ich an Wochenenden zum Geldverdienen auf den Nachtzügen nach Brüssel, Rom und Venedig in den SBB- Couchette-Wagen (zu Deutsch Liegewagen) gearbeitet, Pässe, Identitätskarten, Zollerklärungen und Tickets eingesammelt, die Leute am Morgen geweckt und ihnen den Zmorge gebracht. Und natürlich darüber gewacht, dass sie nicht bestohlen würden und heil ankamen.
Da hatte ich mit allen möglichen Nationalitäten zu tun und sprach meist simultan fünf Sprachen. Mit Flamen plauderte ich immer Schweizerdeutsch, dann waren sie nicht beleidigt, versuchten mich zu verstehen oder stellten auf Englisch oder Deutsch um. Ja nicht Französich sprechen, das war da der Trick. Wallonen sprangen auf mein français fédéral prima an.
Amerikaner musste man bemuttern und beruhigen. Da ich perfekt Amerikanisch spreche, hatte ich leichtes Spiel mit ihnen, musste sie aber immer wieder darüber aufklären, dass ihre Abteilkollegen keine Verschwörung oder gar einen Mordanschlag gegen sie aushecken, wenn sie in ihrer Muttersprache miteinander sprechen.Mit den College-Kids musste man langsam spechen, da sie meist stockbetrunken waren.
Die Schweizer und Italiener ( die meisten waren ja sowieso halbe Schweizer) mögen es gerne, wenn man ihnen alles gut erklärt - gerade auch die Sache mit dem Sicherheits-Schloss - und Smalltalk macht.
Bei den Südamerikanern hat der Mann das Geld im Sack und die Frau redet. Wenn ein Reservation gekauft wurde, verhandelte sie mit mir, übersetzte ihrem düster dreinblickenden Mann alles und schliesslich wurde dann bezahlt. Wenn sie am morgen noch lebten und ihren Pass wieder von mir in die Hand gedrückt bekamen, haben sie mich umarmt , geküsst und noch ein gemeinsames Foto mit mir gemacht.
Mit den Deutschen war es am Anfang ziemlich schwierig. Ich behandelte sie wie Schweizer. Doch das kam nicht gut: Sie meckerten herum, für Zugverspätungen war natürlich ich persönlich zuständig, alles war viel zu teuer und sie versuchten zu feilschen. Ich versuchte es mit Geduld und Freundlichkeit - es klappte nicht. Dann war ich über Silvester in die deutsche Provinz nach Hildesheim eingeladen. Es war ein Pfingsterlebnis: Ich lernte das Zauber-Wort “Geht nich, hamma nich”.
Von da an brauchte ich diese Wortfolge mit der nötigen Zackigkeit. Und siehe da: die Deutschen wurden höflich, angenehm und fühlten sich anscheinend wie zu Hause. Nach der richtigen Dosis Unfreundlichkeit wurde sogar Small-Talk in kleinen Dosen möglich.Ich selber erlebte mich zwar als ziemlich rabiat - aber die Reaktion meiner deutschen Fahrgäste war sehr positiv.Und von da an liefs auch mit ihnen prima!
Liebe Grüsse,
Marischi
November 11th, 2005 at 2:16 pm
Das mit dem “Merci für’s Telifon” stammt aus der Zeit, als telefonieren noch was gekostet hat. Man bedankt sich also bei der Person, die angerufen hat, dass sie die Kosten für das Gespräch übernimmt.
Cooles Blog, hab mich halb tot gelacht
Grüessli
Nienna
January 29th, 2006 at 1:25 am
aüä.. dass isch doch aues humbug.. also ig weiss auso, dass ich mini gescht im mc doof au uf schwizerdütsch bediene chönt, aber we ich uf der cam scho gseh, dass de e nummero het, wos eher nach de aus nach ch usgseht, also zb: B oder HH… de mue ich gar ned afo rede, wel ich rede so schnell schwizerdütsch, dass scho schwizer müe hei, also, da chentsch du mich chum verschto ^^
u jetzt viel schpass bim lese.
February 1st, 2006 at 9:04 am
@Sandra-Lia
Wer schreibt will verstanden werden möchte man meinen. Wer kann so ein wildes Zusammengeschreibsel denn verstehen?
March 3rd, 2006 at 12:33 am
Es stimmt nicht, dass Ausländer Hochdeutsch besser verstehen - und vor allem reden - als Schwiitzertütsch. Viele Ausländer sprechen nur Schwiitzertütsch, da habe ich, hochdeutschsprechende Anfängerin in der Schweiz, mühe im Gespräch mit anderen Ausländern.
March 20th, 2006 at 7:48 pm
Da ich beruflich viel in der Schweiz zu tun habe, verstehe ich mittlerweile relativ gut die Leute. Probleme gibt es nur in einzelnen Kantons oder wenn jemand sehr schnell spricht. Allerdings muss ich gestehen, dass ich als Bayer auch mal schnell in meine Mundart verfalle und dann wird es schwierig, da prallen dann 2 Mundarten aufeinander. Und ich habe noch nie erlebt, dass ein Bayer echtes Hochdeutsch spricht.
Recht geben muss ich auf jeden Fall der Tatsache, dass die Deutschen den sogenannten Small talk zu wenig anwenden, auch mir passiert es immer wieder, dass ich zu schnell auf den Punkt komme. Daran bin ich noch am arbeiten.
March 29th, 2006 at 11:47 am
Ja, das mit dem “Tschüss”! Das gab’s ja auch im “grossen Kanton” nicht immer. Ich GLAUBE - und der macht ja selïg! - dass dieser Ausdruck vom italienischen “Ciau” (in der Schweiz: “Tschau”) stammt - und nichts anderes als “auf Wiedersehen” oder - in der Schweiz! - “Adieu” bedeutet. Tschüss ist also als eine Art Ferienreminiszenz oder -restanz zu betrachten, als Erinnerung quasi an “die schönsten drei Wochen” des Jahres. Man hat ja dann wieder 49 Wochen Zeit, um sich (a) davon zu erholen und (b) sich auf die neuen “schönsten drei….” vorzubereiten. Also denn: “Tschüss”, sorry: “Ciau”!
March 31st, 2006 at 12:01 am
Die Webseite ist wirklich toll und für mich als Schweizer (Stadtzürcher seit
über 30 Jahren im Thurgau) amüsant. Als ich vor 10 Jahren eine deutsche Frau von ännet em Bodesee heiratete, musste ich x - Wörter erklären.
Da ich aber konsequenterweise Mundart sprach versteht sie wirklich viel
nicht immer alles aber immer mehr. Nur am Fernsehen hat sie mit einigen Moderatoren Mühe. Wobei es für mich lustig ist, dass sie die Dialekte noch nicht nach ihrer Herkunft erkennt.nur weiter so mit Ihrer Webseite
April 1st, 2006 at 2:58 pm
Sehr witziger Blog! Habs im Radio gehört und musste gleich mal nachschauen gehen.
Aber, he, hallo, was soll das mit dem Nichtverstehen der St. Galler??? Es ist ja noch einigermassen logisch, dass man die Walliser nicht versteht.
Aber wir St. Galler sind doch wirklich absolut problemlos?
April 1st, 2006 at 3:09 pm
@Swizzly
Das ist natürlich unser ganz subjektiver Eindruck. Es gibt da eine Website zu Schweizer Mundarten, da kann man den gleichen Satz in allen Dialekten hören. Merkwürdiger Weise hatten wir mit der St. Galler Variante die meisten Schwierigkeiten. Sicher ist Walliser-Deutsch auch schwierig, aber damals fiel uns das zum ersten Mal richtig auf. Muss mal den Link rauskramen, damit es deutlich wird.
April 1st, 2006 at 5:59 pm
hallo
.
köstliche seite, ich habe sie jetzt erst entdeckt! kann man eigene erlebnisse auch irgendwo verfassen?
zur sprache: lebe jetzt seit 3 jahren in der schweiz und kann nur raten, lernt die sprache! spreche sie heute fast akzentfrei, o.k., bin im vorteil, lebe seit 10 jahren mit einer schweizerin zusammen…..freut mich immer, wenn schweizer meinen heimatkanton zuordnen wollen….
ein anderes phänomen ist allerdings, dass ich meinen heimatakzent- das fränkisch - komplett verlernt habe. heute denke und rede ich nur no schwyzerdütsch.
in diesem sinne, weiter so und häbt sorg zäme!
wolfi
April 4th, 2006 at 9:29 am
Da ich beruflich sehr oft mit Deutschen zu tun habe, musste ich das Unhöflich sein erlernen. Aber ein Merci, wenn der Geschäftsvorgang abgeschlossen ist, passiert noch immer automatisch. Jetzt aber werde ich es sogar bewusst sagen. Vielleicht bringen wir den Deutschen ja doch noch etwas Höflichkeit bei. Das lockert doch den Umgang zusammen ungemein, oder nicht?
April 19th, 2006 at 7:07 pm
Die Dialektseite ist www.dialekt.ch
Super blog!
[Anmerkung vom Admin: Auf der rechten Seite
der Blogwiese ist ein Link unter dem Titel
“Tonbeispiele Schweizerdeutsch” zu dieser Site]
June 5th, 2006 at 4:01 pm
Eure Berichte find ich ja eigentlich ganz amüsant.
Nur möcht ich noch was zum Jöh-effekt sagen:
Ich bin in der Nähe von Zürich wohnhaft und muss sagen, dass die Anzahl der Deutschen langsam aber sicher explodiert…
mit ihren mundartvermischten Folgen.
Wenn ich Euch einen Rat geben darf, liebe Deutsche:
Entscheidet Euch: Spricht etweder weiterhin Hochdeutsch oder lernt so schnell als möglich Schweizerdeutsch.
Denn das Pesudo-Hoch-Schweizerdeutsch ist grässlich.
Meine Mutter ist selber Deutsche und hat sich ziemlich schnell relativ gut angepasst - also nicht des unmöglichen!
Weiter so, Ihr, die Ihr schon Schweizerdeutsch könnt!
En liebe Gruess
June 11th, 2006 at 8:46 pm
Ich bin seit 297 Jahren in Deutschland und ich fühle mich als Deutscher obwohl meine Vorfahren aus Burgund kamen. Aber ich wünsche nicht, von einem Schweizer arrogant behandelt zu werden! Ich als Deutscher kann jawohl den VORRANG beanspruchen da wir die grössere Nation sind. Auch haben wir mehr Wirtschaftskraft und die grössere Kultur. Ich denke Hochdeutsch ist unverzichtbar. Ich spreche kein Schwitzerdütsch und das ist auch gut so. Warum soll eine grosse Nation sich einer kleineren unterordnen ?
June 13th, 2006 at 8:24 pm
An Jacob Gironde
Sie haben dank Ihrer Wurzeln gegenüber vielen Deutschen einen Vorteil, Sie können in etwa einem Drittel der Schweiz („Welschland“ oder „Romandie“) auch französisch sprechen. Dort dürfen Sie sogar – wie das einige Franzosen gerne tun – mit dem Bewusstsein der „Grande Nation“ auf die „petits Suisses“ hinunterblicken. Testen Sie mal selbst die Beliebtheit dieser Haltung. Im Fussball sind wir allerdings gegenwärtig tatsächlich auf gleicher Höhe mit Frankreich (0:0).
Etwas ernsthafter: Die hier geäusserten Kommentare richten sich natürlich nicht an deutsche Touristen – die für ein paar Wochen sicher nicht Dialekt lernen müssen – sondern an die Deutschen, die sich die Schweiz als neue Heimat ausgewählt haben und ihr neues berufliches und persönliches Netzwerk dort weben wollen.
Mehr darüber hier:
http://www.blogwiese.ch/archives/8
http://www.blogwiese.ch/archives/306
http://www.blogwiese.ch/archives/139
June 26th, 2006 at 3:22 pm
Sehr guter Eintrag, hat mir gut gefallen. Ich bin so einer, der sich immer bedankt - nicht nur für das Telefon. Das “Merci” fällt halt automatisch. Ich finde auch, dass ein Danke nicht zuviel verlangt ist, sei es von einem/r VerkäuferIn, einer Bardame oder am Bank-/Postschalter.
Es ist für mich immer amüsant die Differenzen zu sehen. Sei es wenn daselbe Wort verschiedene Bedeutungen haben, oder eine Sache völlig anders benannt wird (Natel vs. Handy, “Berliner”). Der Jöö-Effekt muss ich in Deutschland mal ausprobieren
Danke für den Blog!
June 26th, 2006 at 4:38 pm
Kann den Jööh - Effekt nach 1 1/2 jährigen Aufenthalt in Berlin bestätigen.
Inn der Morgensendung eines lokalen Radiosenders hatte der “Schweizer” mit extra-breiten Schweizer-Hoch-Deutsch einen fixen Platz und sorgte für die morgendlichen Exoten-Lacher. Auch bei Gesprächen haben meine Helvetismen immer wieder für augenzwinkerndes Grinsen gesorgt.
June 30th, 2006 at 10:01 am
Hallo Jacky (Gironde)
Meinst Du das wirklich ernst mit dem VORRANG? Dann erinnertest Du mich an Ikarus. Der ist allerdings nur einmal abgestürzt. Bedenke: Grösse und Qualität gehen nicht immer Hand in Hand einher. Erinnere Dich der Vergangenheit!
Ich möchte aber festhalten, dass ich die Deutschen, ebenso wie Menschen aller anderen Weltgegenden, gut mag und privat wie beruflich gute Erfahrungen mit ihnen gemacht habe.
Ein versöhnliches: Tschüss und alles Gute!
Aber offenbar gilt auch hier: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.
July 8th, 2006 at 5:19 am
Kann den Jööö-Faktor für München nicht bestaetigen
Dazu ein Beispiel:
Eine schweizer Doktorandin wurde in München ohne Anhörung vom Gericht in 2 Instanzen verurteilt und der Zugang zu saemtlicen Bibliotheken der Universitaet mitten im Studienabschluss gesperrt. Der Grund war, dass sie einem Bibliotheksbeamten, der ihre Nummer gelöscht atte und ihren Ausweis und die Quittung für das bezahlte Semester verweigerte hatte anzuerkennen, ironisch zurückgezündet hatte. In Deutschland darf man anscheinend einem Beamten nicht zurückzünden, wenn sich dieser unkorrekt verhaelt und Auslaender ausg renzen will. Die Universitaetsverwaltung forderte dafür vom Gericht sogar die Ausgrenzung vom Studienabschluss, nach komplett und mit sehr g uten Leistungen absolviertem Studium! Damit kam sie aber nicht durch. Das Urteil berechtigte nicht zur Verweigerung des Studienabschlusses, sondern nur zur Verweigerung der Literatur an Biblioteken der Universitaet, womit allerdings Steine in den Weg gelegt werden.
Wie die Schweizerin in die Schweiz zurückkeren und an einer schweizer Universitaet abschliessen wollte, wurde ihr von den neu zugereisten deutschen Professoren an der Univesitaet Zürich und dann an weiteren Universitaeten in der Schweiz, die Reinteration und der Abschluss des absolvierten Studiums verweigert. Es gibt dafür keine fachlichen Gründe. Die anderen Professoren bezogen sich auf die deutschen Professoren in Zürich. Das hat sich in den Faechern Wirtschaftspsychologie / A&O Psychologie und interkulturelle Kommunikation ereignet, wo eigentlich Fachkompetenz zur Auflösung solcher Faelle vorhanden sein sollte. Denn Schweizer zünden ja oft, wenn sie sich nicht korrekt behandelt fühlen, und das wird in der Schweiz nicht für Taeter-Opfer-Inversionen und Ausgrenzungen missbraucht wie ehemals von den Nazis.
Der Zufall will es nun, dass die Schweizerin aus einer schweizer Familie stammt, die im ehemalien Freistaat Danzig seit dem 19. Jh. Kaesereien aufgebaut hatte, den Tilsiter erfunden hat, und im Zweiten Weltkrieg in die Schweiz zurückgeflohen ist. Sie kennt dieses Muster bereits sehr gut, weil es sie schon einmal alle Investitionen gekostet hat!
Es fallen gewisse Parallelen zwischen damals und heute auf:
Ab 1937 wurden in Deutschland Nicht-Deutsche und Juden an Schulen, Universitäten, in Betrieben ausgegrenzt und dazu das Recht missbraucht und Rassengesetze erlassen.
Gemäss der Studie von Brym (2004) und Statistiken der Polizei hat der Rassismus in Deutschland seit 1990 stark zugenommen. Ausländer werden wieder zunehmend ausgegrenzt, auch Schweizer.
Brym, M. (2004). Wachsender Rassismus und Antisemitismus in Deutschland. http://www.trend.infopartisan.net/trd1204/t201204.html
Die deutsche Psychologie hat sich während dem Nationalsozialismus als wissenschaftliche Disziplin etabliert. Die Förderung der Psychologie erfolgte jedoch nicht der wissenschaftlichen Forschung und Lehre zuliebe, sondern in der Erwartung praktischer Beiträge für das Regime in Form von Selektionstätigkeiten für die Wehrmacht und Arbeitslaer sowie in Form von Instrumenten zur Manipulierung der Massen und zur Sicherung der Herrschaft. Sie integrierte die Rassenlehre als Pflichtfach und deutete gesellschaftliche Probleme in solche angeblich psychischer Natur um, wo reale Ursachen und materielle Zusammenhänge nicht offen benannt werden durften.
Der Rassismus in der deutschen Psycholoie wird implizit und explizit auch heute noch vertreten und zeigt sich z.B. in der Personalauswahl. Es gibt am grossen Institut für Psychologie in München keinen einzigen auslaendischen Professor, Dozenten oder Assistenten. Nur deutsche Doktoranden werden integriert und unterstützt, Schweizer nicht. Dasselbe Bild findet sich an vielen anderen deutschen Universitaeten und auch in der Weiterbildung.
Nach der Besetzung von Danzig und Polen 1938 wurden über 17′000 polnische und nicht-deutsche Wissenschaftler und Paedagogen mit deutschem Gerichtsbeschluss entlassen und zu Hilfsarbeiten versklavt und ihre Stellen und Einkommen von Deutschen und Österreichern übernommen. (vgl. August, Jochen 1997: Sonderaktion Krakau. Die Verhaftung der Krakauer Wissenschaftler am 6. November 1939. Hamburg). Viele gingen in den polnischen Widerstand und wurden grossenteils umgebracht. In Minsk vermerkte ein Offizier “In Minsk haben wir jetzt die ganze Intelligenz ausgelöscht.” Das Ziel davon war die Einnahme der Wirtschaft in der Ukraine.
Das Programm “Arisierung” war ein rein wirtschaftlices Kalkül, das der Umverteilung von Einkommen und Gewinnen diente. Es wurde von deutschen Wissenschaftlern entwickelt (siehe beim deutschen Historiker Aly, Götz 1999: Macht, Geist, Wahn. Kontinuitäten deutschen Denkens).
Was für Motive stecken dahinter, wenn Deutsche Schweizern heute die Qualifizierung und Facharbeit in Deutschland und auch in der Schweiz sabotieren?
Was ist aus der Schweizerin geworden? Sie hat mangels Qualifizierung in der Schweiz noch keine Arbeit erhalten. Dummerweise war sie eine Wiedereinsteigerin und Quereinsteigerin und nicht mehr die Jüngste, sondern eine alleinstehende Mutter.
Das ist ein Beispiel für erfolreiche Umverteilung von Einkommen und Gewinnen im klassischen nationalsozialistischen Stil.
Natürlich kann man dazu auch Abweichungen von Schweizern im Sprachverhalten verwenden. Das ist soar sehr leicht, weil das offensichtlich ist.
Der Jööö-Faktor scheint nicht immer gut zu funktionnieren.
Es gibt etliche Autoren, die der Ansicht sind, Deutsche haetten den Nationalsozialismus nicht aufgearbeitet, sondern nur verdraengt. Und das Verdraengte kehre wieder in anderer Gestalt.
Was ist davon zu halten?
Mit einem herzlichen Gruss
gabs
July 8th, 2006 at 10:42 am
@ gabs: Lassen Sie mich raten: Haben Sie bei der so genannten ironischen Zurueckzuendung vielleicht das Wort Nazi verwendet…?
@ alle: Beim Telefonieren in der Schweiz bin ich besonders anfangs immer etwas aus der Fassung geraten. In Deutschland sieht es bei geschaeftlichen Gespraechen mit fast oder ganz Unbekannten ja ungefaehr so aus:
Man begruesst den Gespraechspartner, stellt sich vor, und dann gibt man dem anderen eine Sekunde, um sein “guten Tag” einzuwerfen, bevor man fast im gleichen Atemzug zur Sache kommt.
Wenn ich mich in der Schweiz mit “Grueezi (Frau X)” und meinem Namen gemeldet habe, kam dann immer ein SO herzliches “Grueeziwohl, Frau Fabritz!”, dass ich mich ganz aus der Bahn geworfen fuehlte und mich genoetigt sah, noch einmal “Grueeziwohl” zu sagen (obwohl ich den Punkt ja schon abgehandelt zu haben glaubte), weil es sehr unhoeflich schien, ihr nach so viel Herzlichkeit einfach mein Anliegen ins Gesicht zu schleudern.
Der naechste passende Satz heisst also wohl “Darf ich Ihnen vielleicht eine Frage stellen?” - Danke fuer den Tip!
July 19th, 2006 at 2:00 pm
ein second-hand-bericht: eine kollegin (oder zu deutsch eine freundin) in deutschland spricht mit deutschen auf schriftdeutsch. nach einer weile, fragt sie, ob es ok wäre, wenn sie schweizerdeutsch sprechen würde. ‘natürlich, gar kein problem’. als sie dann mit schweizerdeutsch anfing, wurde sie verdutzt angeschaut. ihre version von schriftdeutsch (als sehr sprachbegabte person ist hier der gewisse akzent zu hören, das deutsch als solches ist mehr oder minder perfekt), wurde als schweizerdeutsch interpretiert. das echte ch-deutsch wird von vielen deutschen nicht verstanden.
meiner meinung nach DER grund, warum viele schweizer automatisch auf schriftdeutsch wechseln. und eine weitere erklärung: es ist eine weitere form der vielbeschriebenen höflichkeit: wir versuchen es dem gegenüber so ‘bequem’ wie möglich zu machen, wie wenn wir die türen aufhalten
ich selbst kann mich, wenn ich mit deutschen spreche, fast nicht halten und wechsle automatisch weg vom schweizerdeutsch. dieser reflex ist so tief verankert, dass ich mit sogar mit meinen deutschen verwandten (nicht wenige an der zahl), die absolut keine verständigungsprobleme hätten, auf schriftdeutsch spreche
mir persönlich hilft es auch, schriftdeutsch zu sprechen. obwohl die ‘übersetzungsarbeit’ sehr gering ist, ist sie existent - spreche ich auch hochdeutsch wie mein gegenüber kann ich mich besser in die sprache einfühlen.
August 21st, 2006 at 3:30 pm
Erstmals muss ich ein dickes lob an diese geniale seite aussprechen. Einmal den spiegel vorgehalten zu bekommen ist sehr lustig und interessant. Jedenfalls erkenne ich mich und meine umgebung in mehreren Postings wieder. Es ist ganz natürlich, dass man sich am ende eines gesprächs für das telefon bedankt. Wie von reto schon erwähnt quasi dafür, dass die andere person an mich gedacht hat und sich die zeit genommen hat. Bei mir hat sich dieses “merci” schon so eingebrannt, dass ich mich aber auch nach einem unangenehmen gespräch (bsp. siehe eintrag von “eine deutsche”) bedanke…
August 22nd, 2006 at 1:39 pm
meistens werde ich nach 30 Minuten Meeting gefragt, ob ich schytzertütsch verstoah. Ist dann auch zu spät. Lesen ist in der Tat nur möglich, wenn man es sich laut vor sagt. Und Ausländer die Schwytzertütsch reden versteh ich auch nicht so recht. Aber was wirklich unverschämt ist…die Schweizer finden Kölsch hässlich…gibb et dann sowat??
September 1st, 2006 at 10:52 am
EY DU DÜTSCHE GEILE SIECH, BISCH EIFACH DE FI**ER MIT DINE BRICHT, I HOFF DU VERSCHTOOOSCH DA…. ALSO, MACH WITER SO
September 10th, 2006 at 12:31 pm
Sehr e gueti site, komplimänt!
I persönlich bi der meinig, dass me mit dütsche sött schwyzerdütsch rede und nid hochdütsch, ussert bimne tourischt (aber das isch ja hüt schwär zunterscheide). Weme scho id schwyz chunnt cho läbe, de sött me au üsi sprach verstah. Andri meinige?
September 14th, 2006 at 5:10 pm
@flex
Ich bin au dinere Meinig aber ich erwarte nüd, dass die Dütsche au schwiizerdütsch (schwyzer-züri-bern-walliser-urner- oder anderes dütsch) chönnd oder müend rede. Won ich bimene Telefonaabüter bim Chundedienscht gschafft han, hätt’s es vill gäh, dass Dütschi am Draht gsi sind. Ich han us Höflichkeit sofort uf Hochdütsch umgstellt. Da hätt mir eine emal ghörig wüescht gseit. Sie seig dänk scho lang da i dä Schwyz und verstöng mich scho. Aber wie söll ich das am Telefon wüsse? Wänn ich umgekehrt eifach druflosgschnurret hett, wär’s natürli au nüd rächt gsi. Aber ich han während dä Usbildig glii glehrt, dass mer nie seit: danke für’s Telefon sondern für den Anruf.
September 16th, 2006 at 12:16 am
KEIN Klugscheissergequatsche, lieber Autor.
Die Verwendung von “Hochdeutsch” halte ich sogar für FALSCH. Eben weil die Gesamtheit aller Schweizer Mundarten eben zum Hochdeutschen gehört. Wie du schon richtig gesagt hast, ist das Gegenteil Niederdeutsch.
Man MUSS “Schriftdeutsch” sagen, um korrekt zu sein.
October 25th, 2006 at 4:40 pm
Hallo Jens
Habe mich soeben nach einem Telefongespräch mit einem Deiner Landsmänner an diesen Blog erinnert. Ist ja schon ‘ne Weile her, dass Du ihn geschrieben hast. - Ich habe doch immer wieder mit deutschen Staatsbürgern zu tun. Seit kurzem, seit mir Dein Blog so richtig “aufgegangen” ist, spreche ich mit den Deutschen absichtlich Mundart. Es braucht zwar schon einige Anstrenung, denn das Eingehen auf die Sprache des Gegenübers hat man schon fast in Fleisch und Blut. Aber, was ich sagen wollte: Es funktioniert tip-top. Ihr versteht ja alle schweizerdeutsch. -
November 4th, 2006 at 5:09 pm
Also, allgemein möchte ich sagen, dass Sprache ein Kommunikationsmittel ist.
Insbesondere frage ich mich, was in den Köpfen der Deutschschweizer vorgeht, wenn sie schreiben. Sie sind die geborenen Dolmetscher. Beim Schreiben wird simultan von Dialekt ins Schriftdeutsch „übersetzt“. Zumindest, wenn, wie einige behaupten, für sie Deutsch eine Fremdsprache ist.
Und hier u.a. meine Erfahrungen: Anruf bei der Schweizer Vertretung einer deutschen Firma. Ich spreche Hochdeutsch, die Antwort kommt auf Dialekt. Ich frage noch einmal nach. Die Dame möchte kein Hochdeutsch reden. Ich rede auf Französisch weiter. Die Dame kann plötzlich Hochdeutsch reden.
Am Schalter des Bahnhofs von Aigle: Ein Deutschschweizer vor uns verlangt vom Beamten Auskunft in einem Schweizerdeutsch, dass ich auch nicht verstehe. Der Beamte fragt ihn, ob er Hochdeutsch spräche. Leider nicht. Meine schweizerdeutsche Freundin, stellt sich taub. Hinterher sagt sie empört, dass alle Deutschschweizer Hochdeutsch sprächen, sie sollten sich nur etwas anstrengen.
Robert Queneau meint: Toute forme de langage devrait être reconnue et libre d’exister sans ironie. Genau, aber was habe ich davon, wenn mich keiner versteht?
Respectueusement vôtre
December 25th, 2006 at 1:08 am
Hallo,
lebe schon 6.5 Jahre in Bern und bin hier quasi aufgewachen (jetzt 20 Jahre alt)….super deine Tips. Ab und zu fühlte ich mich hier unwohl, aber hier finde ich die Gründe für das “komische” Verhalten meiner Kollegen und Bekannten
Ich muss unbedingt mal das langsame-Gespräch-anfangen-und-beenden üben …;)
sch guet gsi!!
Christian aus Bern
January 4th, 2007 at 3:22 pm
Zum Begriff “Schriftdeutsch”: ich gehe davon aus, dass der Begriff auf die mediale Diglossie zurückzuführen ist. Gesprochen wird zumeist Dialekt, geschrieben wird die Standardsprache.
January 5th, 2007 at 1:20 pm
I wedd no ao amoal wissa waas ihr Schweizer ibr “Sauschwoba” wissad. Ihr hen doch grad amoal 25 km Grenz’ vo Meersburg bis Friedrechshafa zu eis. Dr ganze rescht send koane Schwoba sondern Gelbfiassler.
Also, s’ nechscht moal wissad ‘r ’s.
January 6th, 2007 at 10:24 pm
Ob es höflich sei, die eigene Sprache zu sprechen oder auf Schriftdeutsch umzustellen, ist definitiv ein kulturelles Problem - jedenfalls schliesse ich dies aus einigen vehementen Diskussionen mit meinem Mann, einem polyglotten Amerikaner (das gibt’s auch). Er spricht allerdings mit Akzent Schweizerdeutsch. ER findet es ausgesprochen unhöflich, wenn SchweizerInnen ihm hochdeutsch antworten, ich finde es ein Gebot der Höflichkeit, das mir von frühster Kindheit an eingeimpft wurde, hochdeutsch zu sprechen, wenn ich vermuten muss, dass das Gegenüber kein Schweizerdeutsch versteht. Was mich allerdings nicht daran hindert, mit Deutschen, die hier leben und arbeiten wollen, Schweizerdeutsch zu sprechen: die sollen das gefälligst lernen, das zu verstehen (einige Schonzeit kriegen sie, und ich verlange nicht, dass sie Schweizerdeutsch erwidern). Allerdings gibt es einige kleinere Probleme bei dieser Haltung: Das Hauptproblem sind selbstbewusste Deutsche, die mir versichern, dass sie perfekt Schweizerdeutsch verstehen, und dann muss man in der Diskussion feststellen, dass sie kein Wort verstanden haben. Das andere ist der Jö-Effekt: Deutschen, denen von früher Kindheit an eingetrichtert wurde (siehe oben), dass Dialekt “bäurisch” sei und sie deshalb Hochdeutsch zu sprechen hätten, wenn aus ihnen was werden soll, assoziieren Schweizerdeutsch mit “dumm”. Oder, liebe Deutsche, wie verhalten Sie sich, wenn Sie eine hochintellektuelle Diskussion in Dialekt hören? Nehmen Sie die Aussagen in der gleichen Weise ernst, wie wenn sie im deutschen Hochschuljargon gesprochen wurden? Oder finden Sie das “süss” und nicht so ganz ernstzunehmen?
January 8th, 2007 at 3:18 am
Interessante website. Ich bin deutscher uns es wundert michdas wir als unhöfflich angesehen werden. Hatte ich noch nie gemerkt!
Ein Hallo und dann Kurz und aud den Punkt gebrachtes Thema, dann ein danke und Tschüss.
Jetzt verstehe ich auch so langsam meine Schweizer Kollegen und ich dachte mir immer, wieso immer diese Einleitungen und diese Sind Sie noch da und Abschlussgespräche?
Werde mich mal extra für die schweizer Kollegen ändern und versuchen die schweizer Regel einzuhalten.
Super-Site werde des öfteren vorbeischaun.
January 12th, 2007 at 3:01 pm
Soo jetzt muss ich uach ma was loswerden
die News sind, denke ich, hochdeutsch, weil wir ja in der schule auch hochdeutsch lernen, schweizerdeutsch is ja keine “offizielle” sprache, man schreibt ja auch keine geschäftsbriefe auf schweizerdeutsch, gibt ja kein duden dafür oder sowas, abgesehn davon habe ich als schweizerin (zürcherin) sogar mühe nen walliser zu verstehn jetzt stellt euch ma vor der nachrichtensprecher wäre ein walliser… uuh das ging den gar nich mehr kla….
ach ja und wegen dem “TSCHÜSS”
ich finds natürlich amüsant und mal bissel auflockernd wenn jemand tschüss sagt und nicht ADIÖÖÖ aber in der schweiz gilt das tschüss, ciau und hallo als DU form, man duzt denjenigen also wenn man tschüss oder hallo sagt deswegen sind die schweizer denn meistens auch eingeschnappt. *gg
so und zum schluss, geiler Blog =)
January 25th, 2007 at 5:24 am
hallo zäme - dies ist ein hilferuf!
wer schreibt mir ein geburtstagsverslein auf schwiizer- (bern-) dütsch? brauche es bis heute mittag, muss nicht lang sein. aber als preussin bin ich aufgeschmissen
merci viumau
January 25th, 2007 at 9:04 am
Hallo Jens,
ich glaube, Du hast da was nicht verstanden - das ist ja die Herausforderung. Berndeutsch (wie allen anderen Mundarten) ist (vielleicht nicht offiziell anerkannt, aber in der Praxis eben doch) in diesem Sinne eine eigene Sprache mit eigener “Poetik”, wenn man so will, da kann ich nichts auf hochdeutsch vorgeben. Sonst ist es nicht mehr original.
U.a. deshalb fühlen sich ja SchweizerInnen so oft unwohl im Hochdeutschen (wie übrigens auch mindestens die Schwaben, nach Aussage einer Freundin), weil sie nicht alles so ausdrücken können, wie sie es in ihrer Sprache tun würden. Aber das weisst Du sicher alles. Danke trotzdem.
Gruss
[Anmerkung Admin: Die Diskussion, was “Sprache” ist und wie man sie abgrenzt, hatten wir schon an anderer Stelle auf diesem Blog. Auf Berndeutsch lässt sich wunderbar dichten und Verse schmieden, das zeigen die vielen Mundartgruppen und natürlich unser aller Vorbild Mani Matter. Ich glaube jedoch nicht daran, das es Sprachen gibt, die “poetischer” sind als andere. Es kommt immer darauf an, wie die Mittel eingesetzt werden, also der Wortschatz, die speziellen Laute, die besondere Syntax. Habe deine Anfrage weitergeleitet. Kriegst jetzt bestimmt direkt Post]
May 8th, 2007 at 10:42 am
ford motor news
ha-rd-po-rn-fu-ck 4914371 ford motor news intro
May 21st, 2007 at 12:09 am
Hallo
muss ich als Neuling unbedingt schweizerdeutsch sprechen und verstehen können. Ich habe drei Monaten noch immer meine Probleme. Will aber demnächst einen Kurs besuchen. Ich spreche hochdeutsch. Ist ja ulkig, dass man in der Schule in hochdeutsch unterrichtet und auch im Schweizer Fernsehen oft hochdeutsch hört.
Liebe Grüsse
June 21st, 2007 at 6:49 pm
In Deutschland gibt’s doch auch Dialekte wie Kölsch, Bayrisch und Berliner (Berliner Schnauze…?)
…wann sprechen die Deutschen denn diese Dialekte?
…beim Fluchen, wenn ein Deutscher dem andern die Türe nicht aufhält?
…oder während dem Zähneputzen, da es nicht auffällt, weil man die Schnauze sowieso voll Zahnpaste hat und unverständlich spricht?
;-)
September 20th, 2007 at 6:09 am
-> Hochdeutsch = Süddeutschland ????
Das reinste und klassischste ‘Hochdeutsch’ wird in Hannover gesprochen und das ist auch der Grund, weshalb man von Hochdeutsch spricht.
-> St. Galler-Deutsch
Wenn ein deutscher in Zürich lebt und das Züri-Dütsch versteht, dann versteht er auch das plattere St. Galler-Deutsch. So unterschiedlich sind sich die Dialekte nicht. Das ändert sich natürlich in der Nähe der Sprachgrenzen, wo es schon sehr viele unterschiedliche Wörter gibt, die sich teilweise an Französich oder Italienisch anlehnen. (Wallis, Bündnerland)
-> Wenn wir als Deutsche diese Spielregeln des Rückfragens und langsam
-> aus der Gesprächssituation Herausgehens nicht einhalten, festigen wir
-> nur unseren Ruf, arrogant und unhöflich zu sein.
Falsch, es ist die vorlaute, lauthals, rechthaberische Klappe die Deutsche in der Welt (und somit auch in der Schweiz) unbeliebt machen. Die Mehrheit der Schweizer liebt eher ein dezenteres Auftreten und das tragen
eines Understatements. Das können viele Deutsche einfach nicht, weil ihnen das geozentrische Weltbild irgendwie im Blut liegt.
Dazu kommt, dass viele Schweizer mit ihrem ‘unvollkommenen’ Hochdeutsch eher etwas Minderwertigkeits-Komplexe haben.
-> Kommt dann der Moment, an dem ihr Gesprächspartner etwas holen
-> geht, und er nimmt nach 30 Sekunden den Hörer wieder auf, werden
-> sie unweigerlich gefragt: „Sind sie noch da?“
Schade, dass Sie ein solches Bild über die Schweizer gewonnen haben. Es
mag zwar sein, dass in Bern die Uhren etwas langsamer gehen. Aber ich habe diesen Wunsch nach Redensfluss auch schon in Deutschland festgestellt. Das ist kein wirkliches Feature der Schweizer.
Aber dass die Schweizer höflich sind und Anteil nehmen, dass ist immer wieder festzustellen.
-> „Tschüss“
Ist auch in Deutschland die Verabschiedungsform für die 2. Person Einzahl. Nur leider hat sich das in den letzten 30 Jahren als allgemeine Verabschiedungsform eingeprägt. Tschüss ist gleichbedeutend mit Tschau und das sagt man nur in der Du-Form. Man sagt ja auch nicht zu jedermann Hoi sondern in der Höflichkeitsform Guezi - auf Hochdeutsch
‘ Ich grüsse Sie’ .
-> (Erklärung für die Deutschen Leser: “Jööö” ist ein Ausruf des
-> freudigen Erstaunens in der Schweiz)
und auch das ist falsch (stimmt hingegen in Bern)… Jööö, ist
in der Mittel- und Ostschweiz, das eher zynische Wort für: Ach, wie herzig oder ach wie niedlich
-> ihrem Schweizer-Hochdeutschen Programm “HAILIGHTS”. Das Ding ist
-> übrigens für Sprachwissenschaftler hoch interessant: Es existiert eine
-> Aufnahme auf Hochdeutsch und eine Aufnahme auf Schwyzerdütsch.
-> Wenn man beide anhört und vergleicht, kann man viel lernen über das
-> Wesen der Sprache.
jetzt kommst du langsam in die Nähe Grundes, weshalb viele Leute
die schweizer Dialekte lieben. Als Dialekt ist das schweizer-Dütsch viel volkstümlicher und beinhaltet viele ausdrücke aus dem früheren allemannischen, schwäbischen und teilweise sogar bayrischen Sprachherkunft. Mal abgesehen von der habsburgischen Regentschaft oder jener des deutschen Kaisers, war in der Frühzeit die Schweiz schon ein Durchgangsland. Die keltischen Helveter wurden durch die Germanen während der Völkerwanderungen in Richtung Genfersee und sogar in die Regionen Lyon verdrängt. Sesshaft blieben die Allemannen, die Ihrerseits vom süddeutschen Raum in die Deutschschweiz gedrückt wurden, die Franken, Burgunder, Romanen und die Langobarden. Und das ist der
Grund für die Ähnlichkeit der deutschsprachigen Dialekte mit den süddeutschen Dialekten.
Auf jedenfall hat Hochdeutsch etwas elitäres und das Schwyzer-Dütsch etwas bodenständiges, rustikales. Das ist sicher der
Grund, weshalb die Deutschen das schweizerische cool finden.
Nicht zu vergessen, vor den Welt-Kriegen, da wurde in den besseren Familien Hochdeutsch gesprochen und in der Arbeiterschicht ausschliesslich der Dialekt !
-> Die Schweizer Kinder assoziieren mit dem Klang von Hochdeutsch
-> automatisch “Katastrophenmeldung“.
Quatsch. Es war früher die ‘Amtsprache’ und die Obrigkeit sprach Hochdeutsch.
-> Anders ausgedrückt: Sie könnten als Deutscher in der Schweiz im
-> geschliffenen Hochdeutsch einfach auch den grössten Schwachsinn
-> erzählen
das tun die Deutschen doch auch
-> jeder wird ihnen zunächst nur zuhören und Glauben schenken, einfach
-> weil sie so gut Hochdeutsch sprechen. In dieser Sprache werden
-> Fakten vermittelt, keine Unwahrheiten.
Nö, der Anstand gebietet, dass man ersteinmal Zuhört.
Aber Sie kennen die Appenzeller und die Innerschweizer nicht, die glauben einem Deutschen nicht, wenn er auch die Wahrheit spricht
-> Besonders heikel ist das dann mit der Ironie: Schweizer Zuhörer haben
-> genug damit zu tun, ihren Hochdeutschen Sprachfluss in Windeseile im
-> Kopf zu übersetzen.
Sie stellen die schweizer Bevölkerung schon sehr dumm hin. Seit der Pisa-Studie ist wohl klar, wer vorne liegt und wer dahinter…
Als sehr kleines Land stellt die Schweiz wissenschaftlich, wirtschaftlich, kulturell und sozial ein sehr hohes weltweites Niveau und Reputation dar. Sonst wären Sie kaum in der Schweiz wohnhaft.
-> Da bleibt keine Zeit für Nuancen oder ironische Anspielungen. Seien sie
-> also nicht frustriert, wenn ihre beissende Ironie nicht gleich oder gar
-> nicht verstanden wird. Das kommt dann vielleicht später noch.
Doch aber seit den Weltkriegen, haben viele Schweizer ein Problem mit deutschem Zynismus, Sarkasmus und Ironie.
Ketzerisch könnte man fragen, ‘ sind die Schweizer’ die besseren Deutschen ? Sehr viele gute Attribute der Deutschen (Pünktlichkeit, Genauigkeit, Sauberkeit etc.) hätte wir ja. Wenn jetzt den Schweizern die Einbildung, die grosse Klappe, die Grossspurigkeit (da werden die Deutschen nur noch von den Amis übertroffen), der Egoismus und die Egozentrik fehlen, dann sind wir’s.
Gut dass Sie Ihr Thread nur provokativ und ironisch gemeint war, so lassen wirs dabei. Verstehen wir uns ?
[Anmerkung Admin: Vielen Dank für die zahlreichen Anmerkungen. Ja, wir verstehen uns, und nein, die Blogwiese ist kein Lexikon. Tschüss ist meines Wissens von Lat. “Ad Deus” = Mit Gott und funktioniert in jeder Person, das hat nichts mit “Du” und “Sie” zu tun. In Hamburg sagt der Senator zu seiner Mitarbeiterin auch “Tschüss” und kommuniziert damit nicht auf der “Du-Ebene”.
“Hochdeutsch” ist die Kurzform von “Neu-Hoch-Deutsch”, wobei “neu” die zeitliche Ebene kennzeichnet, und “Hoch” im Gegensatz zu “Mittel” und “Nieder” die geographische Komponente anzeigt. ]
November 12th, 2007 at 1:42 pm
Erstmal möchte ich ein dickes Lob loswerden für diese äußerst amüsante Seite.. Wer kann mir nette weihnachtsgrüße, Neujahrsgrüße und liebe Geburtstagsgrüße auf schweizerdeutsch mailen? Möchte meine schweizer. Kollegin überraschen (die ich aufgrund dieser site besser verstehen kann in ihrem Tun)…. Vielen lieben Dank
November 12th, 2007 at 1:44 pm
achso, meine liebe Kollegin kommt aus dem aargau-gibt ja wohl Unterschiede, wenn ich das hier alles richtig verstanden habe… smile*
November 18th, 2007 at 12:54 pm
Es tut Einheimischen immer gut, von ‘Fremden’ (wobei je nach Nationalität dieser Fremden etwas anderes dabei herauskommt) den Spiegel vorgehalten zu bekommen (und wenn es dabei noch etwas überspitzt dargestellt wird, so doch nur, um es zu verdeutlichen). Wenn sie (die Einheimischen) sich nicht angegriffen fühlen, sondern (über sich selber) mitlachen können, ist das ein Zeichen wahrer Grösse.
Danke für Deinen Blog.
January 14th, 2008 at 3:38 pm
Entschuldigung, aber das muss ich nun kurz loswerden:
Hatte soeben einen geschäftlichen Anruf eines Deutschen (in der Schweiz), der eine Nachricht für Herr XY hinterlassen wollte:
Ich: “Und was söui ize Herr XY usrichte?”
Er: “Ehm, jetzt habe ich Sie akustisch nicht ganz verstanden.”
Und ich wollte doch nur nett sein, da ich dachte, dass er (schon) Schweizerdeutsch versteht.
Oder hätte ich zuerst fragen sollen:
“Soll ich Hochdeutsch sprechen oder verstehen Sie Schweizerdeutsch?”
January 17th, 2008 at 1:29 pm
Herzlichen Glückwunsch zu diesem Blog! Selten so gelacht;-)
Ich amüsiere mich schon seit Stunden.
Zum Jöö-Effekt muss ich noch was hizufügen.
Der Berner sagt iiiih.Ich brauchte Monate,um herauszufinden,dass er damit nicht seinem Ekel Ausdruck verleihen möchte.Sondern,dass es ein Ausruf des Entzückens ist.lol.
Noch kleine Anektode.Ich war erst kurz in der Schweiz und mit den sprachlichen Tücken noch nicht vertraut.
Eine Kollegin fragte mich.”Gibsch mir noch diiis telifon”???(Sorry für die nicht korrekte Schweizer Schreibweise)Worauf ich antwortete:”Warum? Kauf dir doch selber eins”.
Oder noch besser:”willsch mitriite??
Deutsche Übersetzung: Willst du mitreiten? Hää? Immer noch ???
Heisst im Bernerland soviel wie: “Willst du mitfahren?” lol
April 10th, 2008 at 4:32 pm
Also wirklich Spitze diese Analyse! Ich habe mich halb tot gelacht (Katastrophenmeldung).
Noch ein Satz zu “sind Sie noch da?” beim Telefonieren. Das kommt wohl von früher, als man zur Telefonverbindung noch nicht so viel Vertrauen hatte. Heute ist diese Frage mit dem Mobiltelefon (in der Schweiz sagt man Natel* - auch im französischsprachigen Teil der Schweiz) wieder Brandaktuell (z.B. bei den Unterbrüchen während des Zugfahrens, wo man nie weiss, ob der Gesprächspartner wirklich noch “da” ist).
*Natel = kommt von “nationales Auto Telefon”
May 4th, 2008 at 1:24 am
• In keinem Land Europas ist es mir derart unmöglich vorgekommen die Landessprache zu sprechen wie in der Schweiz. Nach acht Jahren Schweiz spreche ich kein Schweizerdeutsch. Ich verstehe jedoch (fast) alles. Just imagine my English after eight years…
• Liebe Schweizer, macht es wie die Holländer. Wenn euch das Hochdeutsch so verhasst ist, einigt euch (aber ich denke, das ist das Problem) auf ein Amts-Schweizerdeutsch. Das könnte dann auch von Ausländern (Deutschen) erlernt werden.
• Wenn man die lokale Mundart nicht akzentfrei beherrscht, wird „Schriftdeutsch“ gesprochen. Was wiederum dazu führt, dass man die Mundart nicht erlernen kann.
• Mir ist klar, dass jede Schweizer Mundart eine Fremdsprache ist wie Holländisch oder Dänisch.
• Das automatische Umschalten ins „Schriftdeutsche“ wird von mir als unhöflich empfunden.
• Ein Deutscher, der Schweizerdeutsch redet, will sich nicht anbiedern. Er will sich unterhalten.
• Ihr solltet differenzieren zwischen Touristen und in der Schweiz lebenden Deutschen. Wenn sich das Gegenüber bemüht, Schweizerdeutsch zu sprechen, schaltet bitte nicht auf „Schriftdeutsch“ um.
• Der „Jööh“-Effekt vergeht jedem in der Schweiz lebenden Deutschen nach kürzester Zeit. Redet jemand Schweizerdeutsch, heisst das: Herzlich willkommen. „Schriftdeutsch“ bedeutet: Du arrogantes A… kannst mich mal.
• Wenn Euer Schweizerdeutsch nicht zu 100% verstanden wird, schaltet bitte nicht wieder auf „Schriftdeutsch“ um. Gebt eurem Gegenüber eine Chance, die Sprache zu lernen.
June 3rd, 2008 at 10:37 pm
hahahhahaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa…. ich könnte mich echt totlachen…. J
bin schon gespannt, denn ich ziehe bald in die schweiz… mal sehen, was sich da bewahrheitet.
ich denke übrigens, dass man von zuwanderern nicht erwarten sollte, dialekte zu erlernen. es ist schon herausforderung genug die offizielle/n sprache/n zu erlernen (sofern nicht muttersprache).
ich würde von schweizern oder deutschen zumindest nicht erwarten, dass sie wienerisch lernen J - hochdeutsch (wie es bei uns heißt) reicht da wirklich aus J
(dennoch eine lustige vorstellung… )
na ja, um dennoch das anpassen vorab ein wenig zu üben: danke für’s lesen meines comments. es hat mich sehr gefreut die vielen witzigen beiträge zu lesen. vielen dank noch mal und einen schönen abend.
lg aus wien
June 15th, 2008 at 9:26 pm
Stimmt - ich hasse es, hochdeutsch zu sprechen. Aber wir werden in der Schule dazu gezwungen. Und es hat sich ausgebreitet - jetzt sollen schon Kindergärteler diese ungeliebte Sprache sprechen. Die Schweizer Dialekte sind so vielfältig - ich hoffe, sie werden nicht untergehen. Selbst im gleichen Tal hat man von Ortschaft zu Ortschaft verschiedene Ausdrücke z.B. i ga uehi oder i ga embruuf - oder wer von Euch Deutschen weiss, was das heisst: ä Ligu ehm ?
June 15th, 2008 at 9:34 pm
Es heisst: ä Ligu Lehm …. ging unter beim Schreiben! Kenne einen Dänen, der nach 2 Jahren perfekt Berndeutsch sprach - ebenso eine Süddeutsche aus dem Stuttgarter Raum - da merkt man keinen Unterschied mehr zu uns. Aber eine Frau aus der EX-DDR, wenn die Schweizerdeutsch sprechen will …. da merkt mans schon beim ersten Wort. Sie müssen nicht unbedingt unsere Sprache lernen - aber sie sollen sie wenigstens verstehen. Ich habe keine Lust, in meinem Heimatland, eine fremde Sprache zu sprechen - da werden wir unweigerlich langsamer - was man uns ja immer wieder vorwirft. Aber hören Sie die gleichen Leute mal in Dialekt - da geht es viel viel lebendiger und schneller.
Ich habe in Ihrem Blog viele abschätzige Bemerkungen über unsere Schweiz gelesen - z.B. auch gegen Beni Turnherr - unser Motto ist - wenn man Gast ist - lästert man nicht über die Gastgeber. Und die Deutschen sind Gäste - sie sind willkommen, wenn sie nicht zu lange bleiben und vor allem, wenn sie uns nicht verändern wollen und wir uns ihnen nicht anpassen müssen. Es ist wie im eigenen Heim - da will man leben wie man es möchte und nicht wie die Gäste es verlangen. Zu Hochdeutsch: gerne würde ich alles in Dialekt schreiben - aber die Schule hat uns geprägt - selten bis nie hat man etwas in Dialekt geschrieben - leider. Eine offizielle nicht den Deutschen angepasste Sprache würde mir gefallen. Je mehr Deutsche kommen, desto patriotischer wird man wohl.
June 26th, 2008 at 3:48 pm
Hallo, Servus, Sali zäme,
ach ist der Block toll. Im Moment trage ich wieder mal die ganze Last des deutschen Fussballvolkes auf mir. Obwohl ich perfekt Schwyzerdütsch spreche, weiss mein Umfeld das ich Doppelbürger bin und in den Tagen der grosse Fussballfeste werde ich immer gefragt ob ich mich jetzt freue das “Ihr” im Halbfinale seid und dass “wir” nicht noch ma soviel Glück haben werden und doch noch verlieren werden. Ich betone zwar immer wieder dass ich ob des Ausscheidens der Eidgenossen weit mehr Trauer als Freude über die Deutschen empfinde, dies acheint mir aber niemand zu glauben. Einmal Deutsch - immer Deutsch - vor allem bei EM’s und WM’s - so scheints. Ich führe in diesen Tagen so viele Gespräche wie selten……..
Ach so, warum schreib ich das eigentlich - ja eben der Frust über des sich erklärens liess mich diese Seite googelnd finden und ich habe meine wahre Freude daran. Vor allem der Aspekt dass der Schweizer gerne länger für ein Gespräch braucht und sich gerne mehrmals versichert ob’s auch so verstanden wurde wies gemeint war, liess mich schmunzeln - vor allem über mich. Das Schweizer Deutsch hat mich übermannt und ich habe mein fränkisch abgestreift. Nach einem Jahr Heimatentzug hatte ich mein heimatliches Zeitungsblatt nicht mehr nötig und ich hab telefonisch das Abo aufgelöst. Dies mit den verhängissvollen Worten:” ich hab doch ein Zeitungsabo bei Ihnen, oder?”Wie ihr alle wisst ist das Oder als Bestätigung und nicht als Frage zu verstehen, meine Gesprächspartnerin war entsetzt und sagte:” ich müsste eigenlich selber wissen ob ich ein Abo habe oder nicht” So gewöhnt man sich Dinge an und führt plötzlich selber lange Gespräche. So jetzt möcht ich mal weiterlesen und nix mehr schreiben. Tschüss
July 27th, 2008 at 4:25 pm
Hallo zusammen,
mir ist in letzter Zeit mehrere Male aufgefallen, dass sich Schweizer am Telefon - obwohl das ein Erstkontakt und geschäfticher Art war - sich mit “Tschüss” bei mir verabschiede. War das nur ein Versehen oder wollte man mir damit indirekt was sagen?
Ich rede privat in CH (wohne Nähe Bodensee) gerne schwäbisch, eben weil das Hochdeutsch in CH kommunikationsblockierend sein kann, aber auch, weil es mit dem Schwyzerdütsch verwand und für Schweizer einigermassen verständlich ist und ich das Schwyzerdütsch noch nicht beherrsche. Jedenfalls nicht überzeugend. Ich möchte einem Schweizer nicht das Gefühl geben, ich würde ihn despektierlich nachäffen. Die Frage ist: Wenn man schon kein Schwyzerdütsch sprechen kan, dann lieber schwäbisch als Hochdeutsch? Oder ist das noch falscher?
Gruss Ralf
July 29th, 2008 at 12:25 am
@ralf
Mit vielleicht etwas gemäßigtem Schwäbischem Dialekt versteht dich ein Schweizer bestimmt gut. (Also keine Spezial-Dialekt-Ausdrücke!) Mein Gefühl sagt, dass das bestimmt besser ankommt, als ein „Deutsches Standarddeutsch“ mit schwäbischem Akzent. Oder merkt ein Schweizer diesen Unterschied gar nicht?
Andere Dialekte, die weiter vom Schweizerdeutsch weg sind, würde ich nicht sprechen, dann lieber „Schweizerisches Standarddeutsch“ – also mit all den Helvetismen, die du kennst.
lg aus DE
July 31st, 2008 at 11:21 am
Hochdeutsch = Katastrophenmeldungssprache?
Das ist auch eine Ansicht…
October 29th, 2008 at 3:00 am
Reto
Salü zusammen.
Freue mich endtlich meinen Senf beizugeben…
In der hälfte dieses Blogs habe ich so eine (tschuldigung) hunds Miese bemerkung gelesen.
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# Jacob Gironde Says:
June 11th, 2006 at 8:46 pm
Ich bin seit 297 Jahren in Deutschland und ich fühle mich als Deutscher obwohl meine Vorfahren aus Burgund kamen. Aber ich wünsche nicht, von einem Schweizer arrogant behandelt zu werden! Ich als Deutscher kann jawohl den VORRANG beanspruchen da wir die grössere Nation sind. Auch haben wir mehr Wirtschaftskraft und die grössere Kultur. Ich denke Hochdeutsch ist unverzichtbar. Ich spreche kein Schwitzerdütsch und das ist auch gut so. Warum soll eine grosse Nation sich einer kleineren unterordnen ?
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Ganz erlich ich bin eigentlich echt fan von deutschen mag sie zimlich gerne. Aber das sind so anschuldigungen die eim Persönlich richtig fest treffen. Und bei solchen anschuldigungen ist es bei uns dan schnell, schnell das Wort “Nazi” das eim ihm “GURGELI” brennt und raus will. Doch schluss endlich behalted mann es dan für sich.
Ich behaupte sowiso: Das die Negativ Deutschen eigentlich die Schwaben sind. (im durchschnitt). Wir haben im Dorf einer aus Hamburg, echt netter typ, aber auch die Bayern mögen wir sehr.
Anderes Theman:
SCHWEIZERDEUTSCH LERNEN:
Jeder Schweizer kann Hochdeutsch? Jaein
Ich kann dieses von Schweitzer—> Hochdeutsch gesprochen , nicht mehr hören ist auch so , etwas wie ein deutscher mit bizeli schweizerdeutsch.
Ich rede aus überzeugung Deutsches-Deutsch.. bekomme von deutschen relativ viel annerkennung für dass..
Finde im übrigen auch das jeder deutsche der hier auf die dauer leben will soll Schweizerdeutsch (the realone) lerne. Gilt auch für die andere einreisende. Ich hatte früher immer verständnis für. doch in meiner lehre hatte ich eine interesannten chef…
der ist mit 14jahren von italien nach genf gegangen und hat dort die Lehre gemacht(France) mit 23Jahren ist er nach zürich gekommen.. nun ist er 56Jahre alt und man merkt kein Stückli mehr das er KEIN Schweizer ist…. es gibt kein wort das er nicht kennt. Finde sowas beachtlich und zeugt auch von viel leistung….;-)
Es ist doch einfach schön solche Dialekte zu erhalten.
Da kann jeder deutsche mithelfen.
hier noch zu was wir alles fähig sind:-D
Absolut genial dieser berner. hat eine geschichte erfunden aus einer sprache die es nicht gibt aber trotzdem kommt jeder schweizer drauss um wass es geht. Kein witz diese wörter gibt es wirklich nicht.!!!
http://www.youtube.com/watch?v=bESS6fhJ03s
Der Schöppelimunggi u der Houderebäseler si einischt schpät am Abe, wo scho der Schibützu durs Gochlimoos pfoderet het, über s Batzmättere Heigisch im Erpfetli zueglüffe u hei nang na gschtigelet u gschigöggelet, das me z Gotts Bäri hätt chönne meine, si sige nanger scheich.
«Na ei so schlöözige Blotzbänggu am Fläre, u i verminggle der s Bätzi, dass d Oschterpföteler ghörsch zawanggle!»
«Drby wärsch froh, hättsch en einzige nuesige Schiggeler uf em Lugipfupf!»
U so isch das hin u härgange wie nes Färegschäderli amene Milchgröözi, da seit plötzlech Houderebäseler zu Schöppelimunggi:
«Schtill! Was ziberlet dert näbem Tobelöhli z grachtige n uuf u aab?»
Schöppelimunggi het gschläfzet wie ne Gitzeler u hets du o gseh. Es Totemügerli! U nid numen eis, nei, zwöi, drü, vier, füüf, es ganzes Schoossinjong voll si da desumegschläberlet u hei zäng pinggerlet u globofzgerlet u gschanghangizigerlifisionöögge let, das es eim richtig agschnäggelet het.
Schöppelimunggi u Houderebäseler hei nang nume zuegmutzet u hei ganz hingerbyggelig wöllen abschöberle. Aber chuum hei si der Awang ytröölet, gröözet es Totemügerli:
«Heee, dir zweee!»
U denen isch i d Chnöde glöötet wie bschüttigs Chrüzimääl dure Chätschäbertrog. Düpfelig u gnütelig si si blybe schtah wie zwöi gripseti Mischtschwibeli, u scho isch das Totemügerli was tschigerlisch was pfigerlisch binene zueche gsi. Äs het se zersch es Rüngli chyblig u gschiferlig aagnöttelet u het se de möögglige gfraget:
«Chöit dir is hälfe, ds Blindeli der Schtotzgrotzen ueche z graagge?»
Wo der Schöppelimunggi das Wort «Blindeli» ghört het, het em fasch wölle ds Härzgätterli zum Hosegschingg uspföderle, aber der Houderebäseler het em zueggaschplet:
«Du weisch doch, das men imene Totemügerli nid darf nei säge!»
U du si si halt mitgschnarpflet.
«Sooo, dir zweee!» het ds Totemügerli gseit, wo si zum Blindeli cho si, u die angere Totemügerli si ganz rüeiig daaggalzlet u hei numen ugschynig ychegschwärzelet.
Da hei die beide gwüsst, was es Scheieli Gschlychets ds Gloubige choschtet u hei das Blindeli aagroupet, der eint am schörpfu, der anger a de Gängertalpli.
Uuuh, isch das e botterepfloorigi Schtrüpfete gsi! Die zwee hei gschwouderet u ghetzpacheret, das si z näbis meh gwüsst hei, wo se der Gürchu zwurglet.
Daa, z eis Dapf, wo si scho halber der Schtotzgrotzen uecheghaschpaaperet si, faht sech das Blindeli afah ziirgge u bäärgglet mit schychem Schtimmli:
«Ooh, wie buuchet mi der Glutz!»
Jetz hets aber im Schöppelimunggi böös im Schyssächerli gguugget. Är het das Blindeli la glootsche u isch der Schtotzgrotz abdotzeret, wie wenn em der Hurligwaagg mit em Flarzyse der Schtirps vermöcklet hätt.
«Häb dure, Münggu!» het em der Houderebäseler na naagräätschet; u de het er nüt meh gwüsst.
http://www.youtube.com/watch?v=bESS6fhJ03s
Liebs Grüässliii
[Anmerkung Admin: Die hier zitierte Berndeutsche Geschichte wurde ausgiebig auf der Blogwiese hier http://www.blogwiese.ch/archives/740 besprochen. Es ist eine Kunst-Sprache, mit vielen erfundenen Dialektausdrücken, die selbst Berner nicht verstehen, weil sie von Franz Hohler einfach ausgedacht und nachempfunden wurden. Das Kunstwerk gibt es auch auf Französisch und Rumansch, ähnlich unverständlich. ]
December 7th, 2008 at 10:36 am
Einige Gedanken zu Hochdeutsch und Schwyzerdütsch
Liebe Blogleser,
betreffs dem Deutschweizer seinem Sprachgebrauch möchte ich folgende Gedanken beitragen:
„Schweizerdeutsch“ sehe ich eher als ein ungeschickter Ausdruck um die tägliche Umgangssprache in der „deutschsprachigen“ Schweiz zu umschreiben. Im dtv-Atlas „Deutsche Sprache“ (ISBN 3-423-03025-9), 12. Auflage 1998, Seite 230, entnehme ich, dass das so genannte Schwyzerdütsch, Hochalemannisch ist; unterhalb von Bern wird sogar Höchstalemannisch gesprochen (z.B. Teile des Kantons Fribourg). Wird über Hochdeutsch und Schwyzerdütsch debattiert oder in der Zeitung geschrieben, so sollte der Ausdruck Schwyzerdütsch durch Hochalemannisch ersetzt werden: Also z.B. eine Debatte über „Hochdeutsch und Schwyzerdütsch“ wird zu einer Debatte über „Hochdeutsch und Hochalemannisch“. Dies tönt (oder klingt, wie die Deutsch sagen) auch besser und ist salonfähiger! Im Vergleich zum Hochalemannisch ist Hochdeutsch eine deutsche Mundart aus einem Teil Deutschlands, die zum Standard erklärt wurde. Es sei denn, dass Hochdeutsch eine gekünstelte Sprache ist, also eine Kunstsprache, aber dem sei nicht so, falls ich richtig informiert bin.
Interessant ist auch die Beobachtung, dass Deutsche, die aus dem schwäbischen Raum kommen, sehr schnell Hochalemannisch (d.h. Schwyzerdütsch) annehmen können, da Schwäbisch auch zum alemannischen Sprachraum gehört. Hingegen für Deutsche aus dem Norden tönt es eher unnatürlich und gekünstelt, wenn sie Hochalemannisch sprechen versuchen. Hier gilt die Regel: Besser nicht Hochalemannisch sprechen zu versuchen, aber sich bemühen es zu verstehen.
Die gleiche Schwierigkeit, die ein nichtschwäbischer Deutscher mit Hochalemannisch erfährt, erfährt ein Schweizer, wenn er Hochdeutsch zu sprechen versucht. Zu sagen, dass er Hochdeutsch spricht, finde ich etwas zu vermessen (bin selber Schweizer). Besser wäre zu sagen, dass er Schriftsprache spricht, die Sprache in der er schreibt und die näher zu Hochdeutsch liegt als das Hochalemannische. In der Schriftsprache wurde der grösste Teil der Orthographie und Syntax vom Hochdeutschen übernommen. Daher die bessere Verständlichkeit für die Deutschen.
Also Summa Summarum: Ein Schweizer spricht Hochalemannisch, schreiben tut er in der Schriftsprache, und wenn er sich für den nördlichen Nachbar besser verständlich machen will, spricht er Schriftsprache.
Grüsse Euch alle
Oso
March 22nd, 2009 at 10:33 pm
hallo
aber es verunsichert mich doch. ich finde halt, dass man sich die mühe nach einem anständigen “tschüüs” machen sollte, aus respekt und aus freundlichkeit.
wegen dem “tschüss” - ich denke, es ist nicht das “tschüss” an sich, was “stört”, sondern die art und weise. wir sprechen es eher à “tschü-üüüüs” oder “ciaaao”/”ciaocaaio” aus, auf eine niedliche art und weise… das hochdeutsche “tschüss” mit dem ultra kurzen ü und dem spitzen “ss” klingt eher bösartig. eine abrupt und achtlos hingeworfene abschiedsformel, irgendwie herzlos. natürlich weiss ich, dass es nicht böse gemeint ist
ciao zäme
May 15th, 2009 at 10:47 pm
Wie wär’s damit, Schweizerdeutsch sprechen zu lernen? Online-Schweizerdeutsch-Kurse von Linguazoom sieht dabei eine gute Methode … Mehr dazu unter www.linguazoom.ch!
August 21st, 2009 at 1:54 pm
Hallo
Wunderbarer Blog, Gratulation
Ich sage aber am Telefon nicht sind sie noch da, sondern danke fürs warten…
dies wurde uns eingetrichtert beim Kommunikationsworkshop…
Sind sie noch da gilt nicht mehr als höflich - es scheint aber bei den meisten Schweizern noch nicht bekannt zu sein
Liebe Grüsse
Manuela
September 11th, 2009 at 2:17 pm
Sehr guter Eintrag, hat mir gut gefallen. Ich bin so einer, der sich immer bedankt - nicht nur für das Telefon. Das “Merci” fällt halt automatisch. Ich finde auch, dass ein Danke nicht zuviel verlangt ist, sei es von einem Verkäufer, einer Bardame oder am Bank-/Postschalter.
Es ist für mich immer amüsant die Differenzen zu sehen. Sei es wenn daselbe Wort verschiedene Bedeutungen haben, oder eine Sache völlig anders benannt wird (Natel vs. Handy, “Berliner”). Der Jöö-Effekt muss ich in Deutschland mal ausprobieren
Danke für den Blog!
Sich für ein Telefonat bedanken, und das unter Freunden. Viel zu förmlich. Das kommt den Speichellecken sehr nahe.
;-)
September 28th, 2009 at 1:06 am
herrlich. hab mich kaputt gelacht.
@Aje. du hast recht, hochdeutsch ist recht bekannt dafür nicht den schönsten od. weichsten klang zu haben.
)…
aber wozu gibts denn unsere lieben dialekte (die wir auch in deutschland gerne und oft benutzen
October 24th, 2009 at 1:09 am
Das sehe ich ziemlich anders. Fernsehdeutsch ist zweifellos eine schöne Sprache. Schöner und natürlicher als Französisch, da es weniger affektiert klingt (außer leider bei der bescheuerten Aussprache von französischen Wörtern). Das Problem ist, dass es nicht existiert außerhalb vom Télé. Die Dialekte sind aber zum Kotzen.
Würde Elsässisch und Jiddisch noch zu Deutsch gehören, wären wohl Nordelsässisch und Jiddisch die zwei einzigen passablen Dialekte.
Scheinbar gibt es in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz nur Dialekte, wo die Wörter so verstümmelt werden, dass sie erstens nicht mehr zu erkennen sind und das ganze dann klingt, wie wenn man reden würde mit einem Mund voll Kartoffelbrei.
Wieso lässt man z.B. in euren Dialekten zwei Drittel der n weg ?
Z.B. “Ä Moh ohne Boach is koah Moh”. Das ist doch nur unerträglich, leider aber Standard in ganz D, Ö und Schweiz.
Gröss vom e Elsasser
April 9th, 2010 at 2:53 pm
Alsatian, ich sehe da das Problem nicht so ganz. Solange man Schriftdeutsch beherrscht, ist diese Vielfalt doch toll und vor allem ein riesiger Teil der immer mehr verloren gehenden deutschen Identität.
“Zum Kotzen” ist subjektiv, hat damit für uns andere Menschen überhaupt keinen Aussagewert.
Dialekte, genau so wie Sprachen, sind nichts was man sich zusammenschneidert, so wie es am schönsten klingt, sondern sie entstehen durch geographische, soziologische und andere Einflüsse.
Ist dein Ziel, dass alle Menschen das selbe Hochdeutsch sprechen, die selben Jeans tragen (weil Lederhosen oder andere traditionelle Kleidung “zum Kotzen” ist) und nur eine Sorte Bier trinken?
Verstehst du, was ich sagen möchte? Diese Vielfalt ist unbedingt aufrecht zu erhalten! Das ist, was unserem Land die Seele gibt.
(Übrigens sollte sich das Elsässische mal ganz hinten einreihen was Ästhetik anbelangt
Trotzdem schätze ich es, einfach weil es dazu gehört und seit Jahrhunderten gesprochen wird und die Geschichte der Region und der Menschen erzählt.)