Gehen Sie doch mal im Deutschland-Trikot durch Zürich spazieren — Es lebe der Spass am Risiko!
Auf dem Online-Portal der Zeitschrift 20Minuten erschien heute ein Beitrag, in dem davon erzählt wird, dass man sich als Deutscher in diesem Jahr, anders als noch bei früheren Weltmeister- oder Europameisterschaften, einfach in der Schweiz als Fan outen kann:
Anfeindungen von Schweizern, abgebrochene Deutschland-Flaggen an Autos und die Erkenntnis, dass es den Schweizern fast wichtiger ist, die Deutsche Nationalmannschaft rausfliegen zu sehen, als die Schweizer Nati anzufeuern, führten dazu, dass die Deutschen bei uns Siege ihrer Mannschaft kaum bejubelten oder nur unter sich.
«So noch nie gesehen»
Dieses Jahr ist dies anders. Nach dem gestrigen Sieg der Deutschen über England waren nicht nur an der Langstrasse Hup-Konzerte zu beobachten. «In der Schweiz hab ich das so noch nie gesehen», so ein Deutscher gegenüber 20 Minuten Online. Vanessa Matthiebe, Präsidentin Deutscher-Club Zürich sagt: «Ich kann heute in deutscher Vollmontur ins Tram in Zürich und im Gegensatz zu früheren Zeiten ernte ich keine bösen Blicke mehr.»
(Quelle: 20min.ch)
Ich weiss nicht, wo diese Deutschland-Fans unterwegs waren. Es müssen nette Gegenden gewesen sein. Wer erleben will, wie man sich als Deutscher Fan in der Schweiz fühlen kann, braucht sich nur ein Fähnchen ans Auto zu hängen oder ein T-Shirt vom deutschen Kollegen ausleihen, und kann so einfach den Selbstversuch starten. Selbsterfahrung pur. Dschungelcamp, Wandern in den Bergen Pakistans oder Camping auf den Golan-Höhen war gestern, Zürich mit Deutschland-Trikot kennenlernen ist der wahre “Thrill”.
Unser Nachbar hatte auch die doppelte Beflaggung “Deutschland” und “Schweiz” am Auto, doch seit gestern ist da nur noch eine Schweizer Flagge. “Was ist passiert?“, fragte ich ihn. “Weiss nicht, wohl abgerissen worden“. Er hatte sich schon gewundert, warum in letzter Zeit alle immer so dicht und agressiv auffuhren.
Alles ganz entspannt? Ja, so lange Deutschland verliert.

Zum Glück sind die Schweizer noch nicht so drauf wie die Englischen Fans. Spiegel-Online berichtet, dass sich das dort 1996 noch eine Spur gefährlicher anfühlte, siehe hier “Allein unter Feinden“.
Warum kann man sich in der Schweiz nicht einfach mal entspannt über guten Fussball freuen und für die Mannschaft sein, die diesen spielt? Ganz egal was da für eine Nationalität drauf steht? Ein Redakteur von 20Minuten erzählte mir heute, dass er aus mal aus Deutschland mit einem Schwarz-Rot-Gold Pulswärmer zurückkam, während der letzten WM, und den dann auf einem Open-Air Festival trug. “Den habe ich dann aber ganz schnell wieder abgelegt“, sagte er schliesslich. Einen Deutschland-Pluswärmer sollte ein Schweizer in seinem Heimatland nicht tragen. Dabei wollte er einfach nur zum Ausdruck bringen, dass er die Deutsche Mannschaft gut fand damals. Egal, lieber kein Stress riskieren.
Gehen Sie auf’s Ganze, tragen sie einfach mal einen Tag Schwarz-Rot-Gold! Wird sicher spannend.
June 28th, 2010 at 6:46 pm
Hallo Herr Blogwiese
man kann es sich auch selber einreden, dass man nicht «geliebt» wird.
Thomi
[Anmerkung Admin: Klar, kann man. Aber jetzt bietet sich die einmalige Gelegenheit zum Selbstversuch. Schland-Shirt an und los! ]
June 28th, 2010 at 7:39 pm
Ja, man kann auch ein Problem herbeireden. In Bern an den Public-Viewing plätzen hatte es auch einige Deutschaland-Fans, einige komplett mit Deutschland-Shirt und bemaltem Gesicht. Und keiner wurde angefeindet oder schräg angeguckt. Nur haben sie eben an anderen Stellen gejubelt als die Schweizer.
Dass die Schweizer gegen Deutschland sind, hat den selben Grund, aus dem die meisten Deutschen gegen Holland sind. Und die Schweizer sind eben für Holland.
Ist es überhaupt angenehmer, im Moment in D in oranger Holland-Kleidung zumzulaufen, als hier im Deutschland-Trikot?
June 28th, 2010 at 7:51 pm
Interessanterweise hatte die Schweizer Nati in Deutschland sehr große Sympathien. Denke mal, die meisten Deutschen hätten sich ehrlich über ein Schweizer Weiterkommen gefreut.
Ein Schweizer würde jetzt wohl erwiedern: “Die Schweiz spielt halt den ehrlicheren und eleganteren Fussball, hat die sympathischere Mannschaft und ist sowieso das beste Land der Welt. Wie kann man da nicht für die Schweiz sein? Anders als die deutsche Panzertruppe, die mit brutaler Gewalt und Bestechung den Sieg gegen überlegene Gegner erzwingt und sowieso nur weiterkommt, damit die Fussballrechte nach Deutschland teuer verkauft werden.”
Alles klar, liebe Schweizer! Man kann sich auch das einreden, wenn man zu sehr von anderen geliebt wird und das eigene Herz gleichzeitig ach so eng und hart ist…
June 28th, 2010 at 8:17 pm
Ich gestehe, ich bin einer dieser Deutschlandhasser. Ich habe noch nie jemandem auf die Schnauze gehauen, oder irgendwelche Fahnen oder so abgebrochen, Gott bewahre! Nein, ich freue mich einfach tierisch wenn die Deutschen verlieren, es geht mir übrigens als FCB-Fan auch so wenn ein Zürcher Club sich mal wieder blamiert! Man nennt es Schadenfreude…
Haltet einfach mal den Ball flach und hört auf zu flennen, bloss weil ihr ein bisschen angefeindet werden, das gehört zum Fussball dazu!
Mit sportlichen Grüssen
Philipp
June 28th, 2010 at 8:40 pm
Also ich werde beim Viertelfinale das Experiment wagen und mit deutschem Trikot in der Beiz auftauchen.
Übrigens hat mich das Spiel Deutschland- England aufgrund seiner Fairness sehr beeindruckt. Nur wenige Fouls und keine Proteste der Engländer nach dem nicht gegebenen Tor. Die englische Presse hat die ganze Sache insgesamt auch ziemlich neutral bewertet.
Insofern gilt mein den Respekt den Engländern und ihrer Fairness. Als heimlicher Fan dieser Mannschaft bedauere ich wirklich, dass Rooney sein Können nicht gezeigt hat. Und ich drücke den Männern des Königreichs wirklich die Daumen, dass es bei der EM vielleicht endlich mal einen Titel geben wird.
June 28th, 2010 at 8:48 pm
LOL @ TravellerMunich - eher ein Eigentor solchen Mist zu verbreiten. Es sind genau solche Sätze welche der breiten Masse schaden und ein negativ Image aufkommen lassen. Schämen Sie sich - und bitte - bleiben Sie das nächste mal direkt in München.
June 28th, 2010 at 9:45 pm
Gegen Ghana zweimal auf eindeutig schweizerische Jugendliche gestoßen, die in Schwarz, rot, gold gekleidet herumliefen…
June 28th, 2010 at 11:07 pm
Nach dem Sieg gegen Spanien wurden viele Leute größenwahnsinnig. Wenn die Schweiz mal verliert oder ausscheidet, heißt es aber immer “Die kleine Schweiz” usw. - Diese Ausredler-Kultur ist irgendwie problematisch, legt sie doch nicht den Finger in die richtige Wunde.
Ich glaube, die schweizerische Mannschaft hatte nicht zuletzt wegen Hitzfeld größere Sympathien. Und Spanien zu schlagen, nun, da hat wohl kaum ein Deutscher für Spanien gejubelt.
Dennoch ist es eher unentspannt, wenn man offen in der Schweiz zu Deutschland steht. Blicke erntet man auch mit einem Oranje-Trikot - aber in den letzten 5-10 Jahren hat sich da eine Menge geändert. Das deutsch-niederländische Verhältnis ist wohl besser, als je zuvor. Die jungen Niederländer sind im Gegensatz zu den jungen Engländern oder Schweizern wirklich absolut germanophil.
June 28th, 2010 at 11:37 pm
Ich habe mit ein paar Freunden (alles Schweizer) dieses Spiel im TV geschaut. Ich mag mich nicht erinnern, dass irgendwer die Deutsche Mannschaft als Panzertruppe oder mit sonstiger Anspielung auf die Vergangenheit, betitelt hätte. Im Gegenteil Wir haben uns auf diese Begegnung gefreut.
Ich verstehe nicht, dass die Deutschen immer noch nicht mit der Vergangenheit abgeschlossen haben. Das ist nun über 60 Jahre her.
Vielleicht liegt es daran, dass es bisher keine genaue Auseinandersetzung mit diesem Thema gab. Man hat vermutlich einfach versucht, es vergessen zu lassen.
Die nachfolgenden Poster zeigen deutlich, dass es noch viele offene Wunden gibt und dass man sich der Vergangenheit wohl schämt.
Natürlich darf man so etwas nie vergessen. Es waren schlimme Zeiten. Für alle Menschen in Europa. Dennoch muss man diese Last endlich mal abwerfen.
Dass die Schweizer Nati - und allgemein die Schweiz in Deutschland viele Sympathien hat, ist mir auch bewusst. Vermutlich weil wir ein kleines Land sind. Man findet die Schweizer vielleicht niedliche, sture, kleine Eidgenossen.
Da hat es Deutschland schwerer. Deutschland ist ein Big Player in Europa. Und die grossen mag man vielleicht etwas weniger gut. Weil sie zu mächtig sind und ihre Macht auch mal ausspielen. Das haben wir Schweizer ja in letzter Zeit deutlich gemerkt.
Anstatt ständig die alten Wunden zu lecken sollte man eher versuchen, die kleinen Länder als gleichwertige Partner anzuschauen.
Ein Beispiel: Warum funktioniert die EU so schlecht (aus meiner Sicht)? Je grösser ein Land, desto mehr Stimmrecht (und teils Vetorecht) haben sie. Das ist nicht fair. Was kann ein kleines Land dafür, dass es klein ist? Man hat deswegen doch nicht weniger Rechte. Und genau da scheitert die EU.
Oder wie sagt man im Sport so schön. Wir sind genau so stark, wie es der Schwächste im Team ist.
Also bitte, liebe Deutschen. Habt etwas mehr gesundes Selbstvertrauen und nicht so eine gekünstelte “wir sind die Besten auf der Welt”-Einbildung. Denn mit einem solchen Auftreten mögen Euch die kleinen wirklich nicht.
Zum Abschluss muss ich aber noch folgendes sagen: Den Sieg über England habe ich den Deutschen gegönnt. Nicht weil ich die Engländer weniger gut mag, sondern einfach weil es ein tolles Spiel war. Und das bessere Team hat gewonnen. Ich drücke den Deutschen auf alle Fälle beide Daumen. Aus echtem Schweizer Herzen!
June 28th, 2010 at 11:43 pm
Ach ja, Herr Bloggwiese, nur noch dies:
Als Schweizer laufe ich sicher nicht mit dem Deutschland-Shirt herum. Man hat ja auch noch einen gewissen Nationalstolz.
June 29th, 2010 at 12:08 am
Vor jeder WM kaufen sich einige viele Schweizer min. 5 Trikots im preiswerten Kombi :Schpanniä- Brssiiliä-Argntiiniä-Holland(sie händ die schöner Manne, aber mir händ die schöner Bärge.wer hat bei diesem EM SF spot keine Gänsehaut bekommen)-Porrtugal- UUchKeii Juhee…
Man darf eben nicht vergessen, dass viele Schweizer etwas gegen Rassismus und Deutsche haben.
@Fabian
Ist das der Grund, weshalb Schweizer für Holland sind?
Niederländer denken als gute Calvinisten schwarz-weiß, gut-böse.
…… Holland hat eine lange offene Grenze mit Deutschland, Deutschland ist der einzige große Nachbar, sie sehen ihre Sprache und Kultur unter ständigem Druck von den Deutschen, die meinen, ihre Sprache sei ja fast wie deutsch… Die Belgier haben zwei lange offene Grenzen mit den Niederlanden und Frankreich, Deutschland liegt dagegen hinter den sieben Bergen. Die Flamen sehen sich von Frankophonen und Franzosen bedrängt und von englischsprechenden Holländern, die Frankophonen von den Flamen, Deutsche kommen da nicht vor. Es gibt hier praktisch keine Deutschenwitze, weil Deutsche zu dröge sind, um beachtet zu werden.
June 29th, 2010 at 9:43 am
Die Beliebtheit der Schweizer Nati war gestern. Bei der WM 06 war das zu grossen Teilen noch so. Aber mittlerweile hat sich die Schweiz ihres Sympathie-Bonus doch recht souverän entledigt: Förderung der Steuerhinterziehung, Lybien-Peinlichkeiten, Minarettverbot usw.
Und dann haben sie ja auch noch so unattraktiv Fussball gespielt. Zugegeben, das Niveau von Schweiz-Ukraine - der absolute Tiefpunkt aller je übertragenen Fussball-Länderspiele - wurde 2010 nicht mehr unterschritten. Aber trotzdem: wer will den solche furchtbaren Spiele sehen?
Zumindest in meinem deutschen Bekanntenkreis mag kaum einer das schweizerische Team und war froh, dass Chile weiterkam (wenn auch nicht sehr weit). Ich werde jedenfalls in Zukunft die schweizer Fans beschimpfen (ob in D oder in CH) - gehört ja doch zum Fussball dazu (@Phillipp).
June 29th, 2010 at 9:47 am
@tobi
finde ich super, dass du das Experiment wagen willst als D-Fan in die Beiz zu gehen. du musst aber auch richtig rumproleten, d.h. rülpsen und spucken usw. sonst nimmt dir doch niemand ab, dass du ein Deutscher Fan bist. Und falls die Deutschen gewinnen sollten ist es sehr wichtig, rum zu schreien und arrogant und laut zu sein.
June 29th, 2010 at 10:15 am
@ pfuus
Man darf eben nicht vergessen, dass viele Schweizer etwas gegen Rassismus und Deutsche haben.
zu geil!!!, so eine Art doppelte Verneinung ;-D
June 29th, 2010 at 10:15 am
@Thomi:
Offenbar haben viele Schweizer diesen Nationalstolz und wollen kein D-Leibchen tragen. Ich sehe aber viele Schweizer, die eine Brasilien- oder ein England-Leibchen tragen. Warum gibt es da kein Problem mit dem Nationalstolz? Hast Du selber auch noch nie ein solches T-Shirt getragen?
(P.S. ich bin 100% CH-Bürger seit mindestens 300 Jahren)
June 29th, 2010 at 10:22 am
@Thomi
“Ich verstehe nicht, dass die Deutschen immer noch nicht mit der Vergangenheit abgeschlossen haben. Das ist nun über 60 Jahre her.
Vielleicht liegt es daran, dass es bisher keine genaue Auseinandersetzung mit diesem Thema gab. Man hat vermutlich einfach versucht, es vergessen zu lassen.”
Ich gehe mal davon aus, dass Sie sich nicht richtig informiert haben. Die Deutschen sind sich des Unheils, welches ihre Grosseltern bzw. Eltern angerichtet haben, durchaus bewusst.
Gerade in Deutschland, wo sonst, findet eine genaue Auseinandersetzung mit diesem Thema statt.
Und von einem Strich unter diesen Teil der deutschen Geschichte darf keine
Rede sein.
Verändert hat sich aber die Eigenwahrnehmung die jüngeren Generation, was sich nicht zuletzt darin zeigt, dass man sich heute während EM oder WM die Deutschlandfahne ans Auto klemmt oder aus dem Fenster hängen lässt.
Was vor 20/30 Jahren eher diskret geschah, findet nun unbedarft in der Öffentlichkeit statt. Gerade seit 2006 ist dies gut zu beobachten.
Das ist auch gut so, auch wenn ich nicht schwarz/rot/gold bekleidet oder bemalt durch die Gegend laufe-schon gar nicht in der toleranten CH.
Ich glaube Sie sollten eher einmal Ihre Cliché Vorstellungen überdenken “Gekünsteltes Wir sind die besten der Welt” etc., und sich die Frage stellen,ob das nicht Projektionen sind.
June 29th, 2010 at 10:47 am
Fussballleibchen sind blöd und stillos, egal von welcher Nation. Das gleiche gilt für Autofähnchen und Horntouren, das sollte jeder Bürger mit etwas Stolz lieber bleiben lassen. Für Fussballfans der Deutschen ist es in der Schweiz ein bisschen schwieriger als etwa für serbische oder portugiesische, weil Deutsche es halt aufgrund ihrer Masse gar nicht recht richtig machen können, seien sie noch so lieb und anständig und nett. Tragisch.
June 29th, 2010 at 11:17 am
Doch noch Fussball? Bravo. Gratulation zum Sieg gegen die Cockneys. Nächstes Ziel kann nur sein, diesen argentinischen Hampelmann in Flanell möglichst schnell nach Hause zu schicken.
Und nicht so Mimosenhaft, lieber Wiese. Wie heisst es doch. Fussball ist die schönste Nebensache der Welt. Ausser die eigene Mannschaft spielt.
Und da sich unsere Gurkentruppe sich schon verabschiedet hat….. ?!
Irgendwas braucht der simple Schweizer ja um sich zu ärgern!
June 29th, 2010 at 11:55 am
@ Fabian:
Habe gestern viele Niederländer in vollem Ornat gesehen. Hatte nicht den Eindruck, dass das irgendwen gestört hätte. Schon gar nicht den serbischen Kellner im italienischen Eiscafé oder meine englischen Tischnachbarn. Merke: Deutschland ist multikulturell.
@ Thomi:
Wahrscheinlich hat kaum ein Land die Vergangenheit so selbstkritisch aufgearbeitet wie Deutschland. Das Ergebnis ist: Wir sind uns der Gräueltaten bewusst und haben die Verantwortung, solches in Zukunft zu verhindern. Wir waren es aber nicht selbst, haben also deshalb auch keine ausgeprägten Minderwertigkeitskomplexe. Schauen Sie sich doch in den Kommentaren dieses Blogs um – es sind die Schweizer, die uns unsere Vergangenheit um die Ohren hauen und mit Argumenten kommen, die seit Jahrzehnten nicht mehr gerechtfertigt sind, weil sie eine andere Generation betreffen, die mit den heutigen Deutschen kaum noch etwas zu tun hat. Auch über das Selbstbewusstsein könnte ich das, was Sie über uns sagen, genauso an die Schweizer zurückgeben, und ich sehe mich durch die Kommentare bestätigt.
Die angebliche Feindschaft mit den Niederlanden ist übrigens nicht mehr als die zwischen Köln und Düsseldorf – gut genug für ein paar Witze und Neckereien, aber sicher keine Abneigung mehr.
June 29th, 2010 at 12:28 pm
Hallo. Ich bin Schweizerin, die ein Forum für deutschsprachige Stonesfans führt. Die meisten Mitglieder sind Deutsche. Und da gibts den einen oder anderen “typischen” Deutschen.. der Rest ist einfach normal. So ist es hier mit den Deutschen. Wie überall,ein paar Idioten, der grosse Rest ist nett. Meistens sind des m.E. die Medien. Die total doofen Kommentare hier und dort, die das alles schüren. Da regen sich meine deutschen Kollegen auch drüber auf. Seit ich das weiss, sehe ich das total anders. Lache nur noch.
Ich war mit meinenm deutschen Kollegen in Interlaken (Deutschland:Australien) Spiel. Er im deutschen Stones-Zungen-Fussball T-Shirt, ich im schweizer Stones-Zungen-Fussball T-Shirt. (sowas gibts!). Waren in einer Beiz in einem Zelt, da waren ALLE für Deutschland, weil sie so gut gespielt haben. Mein Kollege war der einzige Deutsche… abgesehen ein paar Touristen inklusive mir waren alles Einheimische da.
Meine Ex-Schwägerin, eine Deutsche, versuche ich auch zu überzeugen, einfach T-Shirt anziehen, Flagge raushängen und vielleicht auch die Langstrasse unsicher machen.
Man sollte sich von eine paar Deppen die Sache nicht madig machen. Hatte auch nicht so Freude, als die Portugiesen, Spanier und Brasilianer am Freitag an der Langstrasse feierten.Aber da muss man durch.
Ich glaube auch, jetzt behindern sich die Deutschen auch noch selber, aus lauter eingeübter schweizerischer Zurückhaltenheit…. es wird immer besser höööö.
Sollen sie losziehen am Samstag. Fertig. Jawohl.
Ich werde das erste Mal im Leben bei einem deutschen Spiel auf deutschem Boden sein, entweder in Singen oder in Radolfzell. Ziehe aber das Schweizer T-Shirt trotz Nidederlage an. Mal luege was die Deutschen sagen. Ist ja nicht weit von Schwamendingen, wo ich wohne, und wo übrigens aus zwei Fenstern einer Wohnung in meiner Siedlung die deutsche UND die englische Fahne hängt…. neben den mehrheitlich portugiesischen Fahnen (Schweizer hatte es nur zwei)
Wir Schweizer müssen uns nur dran gewöhnen, dann sagt bald Niemand mehr etwas. Aber wenn man nichts macht.. tja…
Eine Arbeitskollegin, Schweizerin, meinte, sie gehe halt hupen wenn Deutschland gewinnt, wenn sie es selber nicht machen. So weit ist es schon.
Klar, werden ein paar Idioten auch unterwegs sein, die “dumm” tun. Muss man halt mal ignorieren. Einfach durch da…
June 29th, 2010 at 2:21 pm
Bin seit 10 Jahren hier, ich finde es wird immer besser diesbezüglich. Es sind mittlerweile einfach zuviel Deutsche in der Schweiz, als dass es noch auffiele im DFB-Trikot rumzulaufen. Bin bereit ein solches an den Schweizer abzugeben, der den Selbstversuch machen möchte.
Was mir Sorgen macht ist der unnötige Frust, den sich unsere Gastgeber machen. Die Mannschaft kommt fast immer weiter und es bleiben viele andere auf der Strecke auf die hier gesetzt wird. In Deutschland muss man als Deutscher nur einen Flaggensatz kaufen, die Schweizer in der Schweiz haben es erst mit der Italienflagge versucht, nun seh ich mehr Argentinienflaggen als es Argentinier in der Schweiz gibt und sollte das Match am Samstag anders ausgehen, muss wieder was neues ran, vielleicht die Spanienflagge von vor zwei Jahren oder der Black Star von Ghana muss schnell gedruckt werden um die Nachfrage zu bedienen.
June 29th, 2010 at 2:40 pm
@ Mrs M
Du hast eine korrekte Einstellung! genauso sollte man es machen
June 29th, 2010 at 3:29 pm
“die Schweizer in der Schweiz haben es erst mit der Italienflagge versucht, nun seh ich mehr Argentinienflaggen als es Argentinier in der Schweiz gibt und sollte das Match am Samstag anders ausgehen, muss wieder was neues ran, vielleicht die Spanienflagge von vor zwei Jahren oder der Black Star von Ghana muss schnell gedruckt werden um die Nachfrage zu bedienen. ”
Es handelt sich hierbei um sogenannte Fan-Transvestiten. Ein weit verbreitet Phänomen in der Schweiz.
June 29th, 2010 at 6:09 pm
Seit 1291 kämpfen die Eidgenossen für die Freiheit.
Unsere Schweizervorfahren haben gegen das (Herzogtum) Schwaben (rechtlich 1806 aufgelöst), die Habsburger, gegen Maximilian I und den Schwäbischen Bund (1499 wahr der Schwabenkrieg bei den Deutschen als Schweizerkrieg bekannt) gekämpft, Dan kamen da noch die Preussen mit der Pickelhaube-Mentalität und Bismarck mit seinen Ideen, etc, etc. oder wie die Geschichte auch immer wahr bin ja kein Geschichtslehrer.
Auf jeden fall wehren wir uns seit 1291 gegen irgendwelche Grafen, Fürsten, Herzöge, Könige etc. etc. und kämpften für die Reichsunmittelbarkeit, damit niemand zwischen dem Kaiser und den Eidgenossen stehen mag. Natürlich versuchten immer wieder irgendwelche Fürsten dies zu verhindern. Eben hauptsächlich unter der Initiative der Habsburger.
Seit 1949 ist die BRD, heute offiziell Bundesrepublik Deutschland eine “Demokratie” zum Glück.
Ich denke nach diesen jahrhundert andauernden Hierarchiegehabe der Habsburger, denn teils kriegerischen, blutigen Konflikten, fällt es einfach fielen Schweizern schwer, die Deutschen mit offenen Armen zu empfangen.
So denke ich werden sich die meisten Schweizer immer über eine Niederlage der Deutschen-Bundes-Nationalmannschaft freuen.
Ich habe mich über einen Sieg der Deutschen gefreut, da sie eindeutig besser gespielt haben. Falls die Deutschen so weiter spielen, gönne ich ihnen auch den WM-Pokal.
June 29th, 2010 at 8:10 pm
@swambo: jetzt wag ich mich nicht mehr an den Selbstversuch mit dem D-Trikot. Will doch keine Fan-Transvestitin sein
Fahnen von Argentinien, Chile, Spanien, Brasilien, Portugal etc. hängen übrigens sehr häufig Menschen aus diesen Ländern gegenseitig raus - die halten zusammen die spanisch/portugiesischen Länder. So wurde ich gerade erst von meinem spanischen Nachbarn belehrt. Bis… ja bis sie aufeinander treffen. Sollten die deutschsprachigen Länder vielleicht auch so machen? Hier in Bern hab ich diverse D-Trikots gesehen, übrigens auch an Schweizer Arbeitskollegen und das bereits zu Beginn der WM. Aber das sind halt diese Transvestiten. Kein Vertrauen in die eigene Mannschaft. Pah.
Ansonsten: ich bin kein Fussballfan und bei mir hängt nie irgendeine Fahne. Muss ich jetzt wirklich etwas nationalistischer werden? Hm.
June 29th, 2010 at 8:21 pm
@Wenk
mag ja alles stimmen; aber wenn die Habsburger in der schweizer Seele so ein Trauma ausgelöst haben, sollten die Schweizer statt Deutschland dann nicht eher Österreich hassen?
June 29th, 2010 at 8:55 pm
@Wenk: Vielleicht sollten wir Schweizer dann aber doch auch so langsam im aktuellen Jahrhundert ankommen?
June 29th, 2010 at 9:03 pm
Nöö Holter. Dann müssten wir uns selber hassen. Die Habsburg (Mutterhaus sozusagen) liegt im Aargau. Oh die Aargauer wieder. Jetzt wissen wir Zürcher wieso…
Nein, die Deutschen sollen einfach feiern. Fertig. Das steckt an.
June 29th, 2010 at 10:15 pm
@Holger
Als Aargauer kann man die Habsburger wohl kaum hassen, die stammen ja von dort, die Aargauer haben auch immer auf seiten der Habsburger bekämpft und auch heute noch hat das Kloster Muri (AG) ein besonders herzliches Verhältnis zu den Habsburgern.
June 30th, 2010 at 12:19 am
@ Wenk
«Seit 1291 kämpfen die Eidgenossen für die Freiheit.»
Nein.
Diese Kämpfe waren mehrheitlich Eroberungskriege, die einzelnen Kleinststaaten (genauer: einzelnen ihrer führenden Clans) Untertanenland verschafften, an dem sie sich in der Folge rücksichtslos bereicherten.
Resultat: Als die Alte Eidgenossenschaft 500 Jahre nach ihrer Gründung und nach dem Einmarsch der bösen Franzosen im Jahre 1798 unterging, waren 60, 70 Prozent der Bevölkerung Untertanen. Die hatten denn auch extrem wenig Lust, sich für die Freiheit ihrer eidgenössischen Herren von französischen Soldaten umbringen zu lassen.
Die wirklich freie Schweiz, wie wir sie heute kennen, entstand in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie wurde als französisches Importprodukt in gewisser Weise unter vorgehaltener Pistole eingekauft, später zwischenzeitlich stillgelegt, letztlich aber wieder in Betrieb genommen, gut gepflegt und sukzessive modernisiert.
Du musst also einen neuen Grund suchen, um dich über deutsche Fussballniederlagen oder gestürzte österreichische Skirennfahrer und ähnliche Hilights zu freuen.
June 30th, 2010 at 9:21 am
@Georges
Nein, habe ich nicht.
June 30th, 2010 at 2:17 pm
Ich gebe meinen Vorrednern Recht: Mit dieser Leistung hat die Schweizer Nati an eier WM nichts zu suchen. Das ist nicht Weltniveau, sondern Kreisliga.
Andererseits geht mir das “für die eigene Mannschaft” im Moment “e bitzli” auf den Keks. Ich finde, die Brasilianer spielen ganz gut und wissen, wie Südländer halt sind, jedes Tor auch am Spielrand gehörig zu feiern (ich hoffe jetzt bloss nicht, die deutsche Elf beginnt zu tanzen … peinlich). Und wenn sie weiterkommen, soll es mir Recht sein. Jogi Löw war mir nie sonderlich sympatisch, auch wenn ich zugeben muss, unsere elf war letztes Wochenende überragend. Der ganze “Mätsch” war spannend. So wie ich es aber sehe, wird wohl nur noch bald vom fatalen Fehlentscheid die rede sein, die Yellow hat ihre Kraut, Hun und Blitzkrieg-Macheten schon gespannt. Selbst Blatter spricht von einem Jahrhundertfehlentscheid und überlegt sich nach “Bloemfontein” den Videobeweis einzuführen. Hätte er es auch getan, wenn D nicht involviert gewesen wäre? Zu den Südländern: Natürlich halten die zusammen, die haben ja als ehemalige Kolonien eine gemeinsame Vergangenheit. ich war (ohne Dress) an der Langstrasse: Nach dem Sieg der Deutschen sah ich einen einzige Wagen mit Deutschlandfahne hupen, alle anbderen waren eindeutig für England. Einig war man sich, dass Deutschland schön gespielt hat. Aber Respekt ist eben keine Freude oder gar Liebe! Das muss man als Deutscher einfach akzeptieren. Und jeder soll seine Lieblingsfahne schwenken können. Er soll aber nicht erwarten, dass andere mitfeiern, schon gar nicht als Deutscher. Anfeindungen oder gar Tätlichkeiten gegen jedwelche Mannschaftsvorlieben sind aber ebenso Schwachsinn.
PS.: Ich bin überzeugt, die beiden Pappnasen anfra und neuromat sind bloss gekonnte Erfindungen des Blogbetreibers, um das Forum hier ein wenig aufzumischen.
June 30th, 2010 at 8:06 pm
Als ich an der WM2006 in Dortmund war (als Schweizer fan) hatte ich fast keine Probleme, es hatte ja so ca 30′000 Schweizer in Dortmund und wir alle wurden gefeiert.
Ich blieb aber nach dem Spiel noch 3 Tage in Dortmund und da hatte ich auch 2 unangenehme erfahrungen machen müssen,.. mit schweizer shirt, aber nicht reine deutsche, sondern deutsch-türken, ich ging mir einen döner holen und wusste nicht, dass ich im Türkenquartier gelandet war, naja weil wir die türken ja aus dem quali kickten waren sie nicht gut auf mich zu sprechen und pöbelten mich an…
also es gibt überal schwarze schaffe
http://www.wm2010-fanartikel.com/wm2010/motive_deutschland.html
July 1st, 2010 at 1:01 am
Ich hab dem Gessler noch gesagt:” Mach nicht so wild, sonst wird der Wenk sauer!”
July 1st, 2010 at 8:38 am
@Wahnfried
Ein kleiner Fehlgriff.
Denn so viel Genialität kann doch keinem einzelnen Hirn alleine entspringen.
Habe die Gewissheit, du könntest ein Klon oder Clown von diesem Züricher gewesen sein, denn es deuten etliche Anzeichen darauf hin.
Deine Pappnase AnFra.
July 1st, 2010 at 1:39 pm
@ Wahnfried
«Einig war man sich, dass Deutschland schön gespielt hat. Aber Respekt ist eben keine Freude oder gar Liebe! Das muss man als Deutscher einfach akzeptieren.»
«…die beiden Pappnasen anfra und neuromat… »
Aber, aber! Der Ausdruck «Pappnase» ist sehr, sehr teutonisch; sozusagen ein Extremfall von importiertem Deutschland-Deutsch.
Weshalb hast du ihn dennoch verwendet? Aus Liebe oder Respekt?
July 1st, 2010 at 3:07 pm
@Guggeere
Auch sein Aliasname „Wahnfried“ lässt ebenfalls eine extrem Vorliebe zum Teutonentum vermuten !
Der aus Österreich im Jahr 1932 als deutscher Reichsbürger assimilierte Onkel Wolf würde entzückt sagen: Wahnfried, dem germanischen Wallhall so nah.
Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Wahnfried
Liebe geht oft seltsame Wege! Und wenn’s sein muss auch über teutonische Pappnasen.
Seine auf seiner Nase sitzende Pappnase AnFra.
July 1st, 2010 at 4:40 pm
@ Guggere: Fakt ist, wenn Brasilien zum x-ten Mal gewinnen sollte, jubelt die ganze Schweiz. Wenn Deutschland rausfliegt, auch. Wenn Deutschland gewinnt, jubelt keiner. Das sind die Fakten. Die kann man beklagen oder akzeptieren.
Ich habe mich für “Wahnfried” entschieden, entspricht dem typisch deutschem Klischee - unsympathisch, im Moment zwar friedlich, aber immer noch im latent vorhandenen Grössenwahn. Und “Pappnasen” finde ich für die erfundenen Schreiber passend.
July 1st, 2010 at 6:32 pm
Keine Ahnung was ihr euch da einredet.
Das sagt der Blick dazu:
http://www.20min.ch/wm2010/nebendemplatz/story/26343721
July 1st, 2010 at 6:33 pm
Also sowas - 20Min natürlich.
July 1st, 2010 at 8:18 pm
@Guggeere
Vorsicht! Eventuell ein Maulwurf.
“Wahnfried” finde ich für den eingebildeten Schreiber passend.
July 1st, 2010 at 11:24 pm
@ Wahnfried
«unsympathisch, im Moment zwar friedlich, aber immer noch im latent vorhandenen Grössenwahn»
Ach so, ja logisch: die bekannten «Denk»-Muster eines Trolls.
Du* bists, gäll? Wie wars in Niflheim? Zu wenig Publikum? Noch nicht mal Trolle hörten zu?
Ich verzichte ebenfalls.
Und tschüss…
* Da gabs doch bis vor ein paar Monaten diesen wahnsinnigen rassistischen eidgenössischen Berserker, der in diesem Forum tonnenweise Gedankenschrott ablud und nicht nur mich erfolglos ZU ERCHERn versuchte. Plötzlich verschwand er Richtung Nifl- oder Muspelheim oder sonst wohin im Cyberspace. Offenbar hat er sich jetzt wieder materialisiert.
http://de.wikipedia.org/wiki/Niflheim
July 2nd, 2010 at 12:26 am
Wen die Schweizer in der Langstrasse feiern ist mir so lang wie breit. Weisses Kreuz auf rotem Grund kann es nicht, Schwarz-Rot-Gold wird es so oder so nicht sein-.
Gefeiert wird natürlich “südländisch”, auch wenn aus einer Olma Bratwurst keine Chilischote wird.
Bedenklich ist allerdings dieser zuweilen offenkundige, meist jedoch latente Rassismus in einem Land, dass sich selbst als progressiv und weltoffen darstellt.
Ein kleines Bsp. aus dem Kindermund: ” Mir(die ganze Familie, gutsituiert und “gebildet”) händ klatschet wo de X de Schweinsteiger gfoulet hät…..”
Zwei kleine(CH) Mädchen unterhalten sich:
A: ” Du häsch en schwarze Flägge uf de Hose!”
B: ” Ich bi uf Sträss keit!”
A:” Da heisst doch Strass!”
B:” Sträss, Strass…..gliich mir sind ja nöd z’ Tüütschland!”
Die ideale Basis für eine weltoffene Einstellung.
Es erklärt sich von selbst, wenn dann Schweizer Erwachsene meinen sie könnten über Deutschland Auskunft geben, wie jene Schweizerin einer Britin:
GB: Ich möchte einmal ans Münchner Oktoberfest…
CH(Nie dort gewesen): Vergiss es, das ist so ein komischer Mix aus deutschen Traditionen etc….
Derartige Aussagen werden von CH lern gerne als typisch D Arroganz hingestellt.
July 2nd, 2010 at 12:52 am
Fast hätte ich es vergessen:
Megalomania
www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Das-British-Empire-am-Abgrund/story/13117977
July 2nd, 2010 at 1:27 am
Napoleonic Complex:
www.tagesanzeiger.ch/wm2010/die-wm/Jogi-Loews-Schweizer-Superhirn/story/24871726?trackRec
July 2nd, 2010 at 8:27 am
Der Dr. Frankenstein wird doch im Burghölzli keinen Fehler gemacht haben?
July 2nd, 2010 at 9:05 am
@pfuus: und du meinst tatsächlich, das sei nur in der Schweiz so? Nein, ich weiss dass du das nicht tust, aber es klingt beinahe so. Andere Länder andere ‘Feindbilder’. Was es nicht besser macht aber traurige Realität ist. Und zumindest gibt’s auch die anderen Schweizer, die hier im Blog nur allzugerne ‘vergessen’ werden. Wie in jedem anderen Land auch. Die Schweiz ist mit Sicherheit nicht besser, aber ganz sicher auch nicht schlechter als die anderen Länder. Auffallen tut immer das Negative.
Offensichtlich ist für so manche der Blog nur da um Frust abzulassen und rassistische Empfindungen gut verpackt weiterzugeben. Gegen beide Seiten. Jeder qualifiziert oder auch disqualifiziert sich selber mit dem was er von sich hören lässt. Im Leben genau so wie hier im Blog.
July 2nd, 2010 at 9:20 am
@Wahnfried
Nun, wenn da die Vorfreude nicht getrübt wird.
Denn der Tintenfisch Paul dürfte wohl mehr gerechte und wahrhaftige Hirnsubstanz haben als so manch ein schweizerische „Fußballexperte“.
Paulchens Voraussage: http://www.tagesanzeiger.ch/digital/wild-wide-web/Tintenfisch-Paul-sagt-knappen-deutschen-Sieg-gegen-Argentinien-voraus/story/26891467
Dabei ist Paulchen in England geboren und kannte seine englischen Pappenheimer recht gut.
adiós Argentina y Wahnfried!
July 2nd, 2010 at 10:25 am
@ Guggere: Ich habe ein Klischee skizziert, aber für Leute wie dich anscheinend nicht deutlich genug mit Smilies und Ähnlichem gekennzeichnet. Naja. Gemerell: Was haben diese paranoiden Gehässigkeiten mit dem Thema zu tun? Nichts! Kein Wunder, haben sich die kritischen Geister hier längst abgemeldet. Ein Forum voller deutscher Hurrapatrioten.
July 2nd, 2010 at 2:49 pm
Ach Du Schande…immer noch die gleichen idiotischen Anfeindungen auf beiden Seiten! Das Niveau hier ist (leider) gleichbleibend tief….werde nicht mehr reinschauen. Viel Spass noch bei Bekriegen!!!! Ist ja echt unglaublich!
July 2nd, 2010 at 4:33 pm
@Yolke
“..und du meinst tatsächlich, das sei nur in der Schweiz so? ”
Nein, sicherlich nicht.
Aber gerade deshalb brauchen manche Schweizer nicht mit den Werten der Aufklärung daherkommen, wenn die Vernunft schon im Elternhaus versagt bzw. versagt hat.
July 2nd, 2010 at 8:13 pm
@Fabian
Das mit “Holland” ist ein Mythos, das mag vielleicht im Rheinland so sein (die halten sich ja eh in der jeder Hinsicht für “typisch deutsch” und maßgeblich - Bayern sei hingegen “Ausland”…). Aber sonst nirgendwo. Holland ist hier sehr weit weg, die Schweiz hingegen ganz nah. Daher kann ich sagen dass das Getue schon einseitig von Schweizern kommt. Man muss erst betonen man sei aus dem Allgäu, also aus der Nachbarschaft, dann beruhigen die sich recht rasch wieder. Denn klar, hier fährt man im Alltag schnell mal “nach Österreich” oder “in die Schweiz”, ist ja um’s Eck und oft näher als die nächste “deutsche” Stadt um bestimmte Sachen zu kaufen und so weiter. Darum lebe ich irgendwie auch in der Schweiz, naja zumindest sind dortige Besorgungen und Aufenthalte (danach auch mal ein Kaffee nehmen usw.) für mich eine Alltäglichkeit. Gewisse Bemerkungen hör ich schon gar nicht mehr - und wenn dann parlier ich in feinstem Alemanisch (was in Südwestbayern ebenfalls Mundart ist) und zwar ganz und gar nicht “konkordanzgerecht”.
In Österreich ist das übrigens inzwischen anders - und Österreicher verabschieden sich inzwischen untereinander auch schon mit “Tschüss” und finden Essen “lecker”. Auch die Tomate demonstrativ als “Paradeiser” zu bezeichnen bringen nur noch Leute im Alter meiner Eltern. Die Schweizer nehmen da schon einen exzentrischen Platz im deutschsprachigen Raum ein. Naja und wie bei Popstars die sich besonders eklig und unnahbar gegenüber ihren Fans verhalten scheint die Schweizliebe der Teutonen nur noch zuzunehmen mit jeder Absurdität. Man stelle sich nur mal einen Augenblick vor eine bundesdeutsche Volkspartei hätte den ernsten Vorschlag eingebracht der Deutschschweiz, Österreich und den deutschsprachigen Teilen Luxemburgs und Belgiens den Beitritt zur Bundesrepublik anzubieten.
July 2nd, 2010 at 8:18 pm
@pfuus
Das Oktoberfest (Wiesn hoas des!) als Mix von “deutschen Traditionen” zu bezeichnen wäre für sich genommen für jeden Bayer schon eine üble Beleidigung. Es gibt nur noch wenige Anlässe zu denen wir uns ganz als Bayern fühlen können und uns die restliche Welt mal gerne haben kann. Inklusive Restdeutschlands. Die Wiesn ist ein BAYRISCHES Fest und dabei bleibt’s. Da flattert auch kein “Schwarz Rot Gold” sondern Weißblau im Diamantenmuster.
July 2nd, 2010 at 11:51 pm
@Yolke
” Was Thema ist ,entscheiden Glotze und Bildzeitung” Zitat G.Schröder,Ex- Bundeskanzler , reload von G.Schramm 2003
Für die Schweiz hiesse das: Glotze ,Blick und 20min. Ich habe mir den obigen Link mal angetan und muss meinem ” Nein, sicherlich nicht” noch etwas hinzufügen.
Bei deutschen Kindern und Jugendlichen habe ich derartige Äusserungen noch nie gehört.
Wenn ich einen Maturanden, bei der Verabschiedung eines deutschen Schulkollegen, ohne Anlass sagen höre: ” Ciao und zeigs den deutschen Arschlöchern”. , dann gibt das doch irgendwie zu denken, oder?
Die Anzahl der Kommentare im Tagesanzeiger, Blick,20min im Verhältnis zu anderen Themen, zeigt durchaus einen Mainstream auf.
Was heute Kindermund, klingt morgen dann so:
“Mir geht das arrogante Auftreten der Deutschen auf den Zeiger. Andere Länder (Italien, Portugal) feiern auf eine sympathische Art und Weise, das ist bei den Deutschen einfach nicht der Fall”
Wie feiern Italiener oder Portugiesen?
Der Kommentar hat noch einen Nachsatz:
“… vielleicht liegt es aber auch daran, dass wir sie (im Gegensatz zu den Italienern, Porgugiesen) verstehen. ”
Ein anderer meint:
“Die Deutschen dürfen und sollen sich in der Schweiz auch freuen dürfen. Sie verspielen sich jedoch immer die Sympathien indem sie schon grossmaulig vom Finale reden. DIese Angeberei nervt uns Schweizer einfach.”
Ja, freuen schon, aber vom Finale dürfen bitte nur Koksnasen wie Maradona, Briten, Italiener…… etc reden.
Zusammenfassend sagt treffend eine Schweizerin:
“Weshalb sind wir als Nation immer gegen die Deutschen? Diese reflexartige Ablehnung gegenüber deutschen Erfolgen erinnert irgendwie an die Pawlowschen Hunde. Die Deutschen spielen eine Schlüsselrolle für unseren Wohlstand. Ihre Mentalität ähnelt der unsrigen (schaffe,schaffe, Häusele baue).Genau dort, vermute ich, liegt des Pudels Kern. Wir mögen sie nicht, weil wir uns selbst nicht mögen. Wir wären lieber temperamentvoll wie die Brasilianer anstatt fleissig und pünktlich. Unseren Lebensstandard verdanken wir aber genau diesen “langweiligen” Eigenschaften und nicht dem lasziven Hüftschwung.”
( Das meinte ich übrigens mit der Olma Bratwurst und der Chilischote)
July 3rd, 2010 at 4:42 pm
@pfuus
Dafür dass die Schweizer sich nicht mögen flattert aber die Flagge ganz schön häufig umeinander. Etwas was ich eh nie verstehe warum Leute das machen. Wollen sie sich stets vergewissern auch im richtigen Land zu sein? Bei so einem kleinen Land muss man nur einige Male falsch abbiegen und ist schon in einem Nachbarland. Also bei Fußballturnieren entspricht die Beflaggung ja den normalen Fan-Utensilien beim Ligafußball (Vereinsschal, Trikot, usw.).
Und man scheint sich vor allem darüber zu definieren wen man alles nicht mag, was man alles nicht sei und weswegen man ja besser als zb “die Deutschen” sei. Eine Identität die darauf beruht sich von anderen abzugrenzen und sich für was besseres zu halten ist klassischer Chauvinismus. Also das genaue Gegenteil von Selbstzweifeln. Nein, es sind die Teutonen die sich selbst nicht mögen und darum so nachsichtig, fast schon unterwürdig, sind wenn man ihnen reinwürgt wie wertlos ihr Land und ihre Kultur doch sei.
Man stelle sich mal ähnliche Tiraden eines Schweizers gegenüber einem Türken oder einem Italiener vor. Klar, gibt es nicht, das traut der sich nämlich erst gar nicht.
July 3rd, 2010 at 4:43 pm
@Bavaroise
So stehts aber im ICE Begleitmagazin….
July 3rd, 2010 at 8:52 pm
@pfuus
Die Preußen bezeichnen die Zugspitze ja auch als den höchsten Berg “Deutschlands” und bezeichnen jede Außenwirtschaft mit weißen Plastikstühlen und Cola-Sonnenschirmen als “Biergarten”. Die eignen sich halt gerne Bajuwarisches an und werden dabei auch bisweilen anmaßend.
Bleibt aber dabei, ein Berliner oder ein Bochumer ist genauso Ausländer auf der Wiesn wie ein Berner. Freilich, wie alle Gäste, willkommen mit uns zum feiern.
July 3rd, 2010 at 9:16 pm
Tja, ich war heute doch nicht in der Beiz mit deutschem Trikot. Das hatte einen ganz einfachen Grund. Vor dem Spiel habe ich einige Läden abgeklappert und es war nirgendwo etwas los.
Seit dem Ausscheiden der Schweizer scheint das Interesse an gemeinsamen WM-Gucken hier zumindest deutlich nachgelassen zu haben. Schade eigentlich … da es doch sehenswerte Partien anderer Mannschaften gibt.
Also habe ich mich einsam und allein vor meinen 46′’ Zoll Flatscreen verdrückt und vier mal laut “Toooooor” gebrüllt, damit alle Nachbarn es hören. 4:0 gegen Argentinien … das ist schon unglaublich.
Und obwohl die Argentinier zwischenzeitlich einen Sturmlauf starteten, haben Jogi’s Jungs standgehalten. Ich kann es immer noch nicht so recht glauben und Diego Maradona tut mir ein Bisschen leid.
Vielleicht bin ich zu subjektiv, aber ich finde die deutsche Mannschaft hat bis auf eine Ausnahme bislang die besten Spiele in dieser WM geboten. Und ich freue mich auf das Finale. Deutschland-Holland … wie 1974 … das habe ich damals als kleiner Junge erlebt.
Um zum Thema zurückzukommen … ich lebe hier, zahle meine Steuern, benehme mich anständig und gebe den Einheimischen keinen Anlass, mich zu hassen. Unauffälligkeit heisst die Devise. Und damit lebt man recht gut.
Damit habe ich mich arrangiert und frage mich hingegen manchmal, wie das mit den Schweizer Frauen funktioniert. Sobald ich den Mund aufmache, treten die wohlgemerkt einheimischen Mädels, die noch nie aus der Schweiz herausgekommen sind, sofort den Rückzug an. Trifft man aber auf eine, die die Eidgenossenschaft schon einmal verlassen hat, dann kann das ganz anders sein. Leider gibt es davon nur wenige … und ich habe keine Lust deswegen extra nach Zürich oder andere Metropolen zu gehen.
July 3rd, 2010 at 11:44 pm
Nach dem heutigen 4:0 könnte man sich auch darauf einigen, dass Deutschland das geilste Land der Welt ist. Denn ich habe die Sorge, dass die Deutschen in die Schweiz einmarschieren, sollten sie erst einmal Weltmeister werden. Nicht wahr?
July 4th, 2010 at 1:03 am
@ Bavaroise
“Nein, es sind die Teutonen die sich selbst nicht mögen ..”
Habe ich je das Gegenteil behauptet?
Natürlich mögen sich die Schweizer, aber es gibt eben auch die stillen Momente, wo sie sich dann untereinander sagen: ” Schwiizer halt.!” oder ” D’ Düütschschwiizer sind halt stiiri sieche”
Diese Feststellung folgt meist auf die Erfahrung, dass Deutschschweizer ihre Gefühle z.B bei kulturellen Ereignissen(Tanz, Musik etc) nicht so ohne weiteres zeigen/ fliessen lassen können,es dauert einfach länger, oder braucht etwas Alkohol.
Bei den von Schweizern bevorzugten Nationen( I, E, F, GB,Bras…..) geht es eben schneller. Ein Canzione, ein Samba und schon fliessen die Tränen, tanzt man wild, verbrennt, geht aus sich heraus…
Umso bitterer, wenn man dann einen Spiegel vorgehalten bekommt.
Treffend hierzu der von M. Somm verbalisierte Abwehrmechanismus: ” Schweizer sein, heisst nicht deutsch sein!”
Die “Deutschen” beginnen sich aber wieder zu mögen und ich glaube auch, dass sie die durch die Geschichte bedingte kulturelle Wüste zu spüren beginnen,sich ihrer aber nicht wirklich bewusst sind.
Gilt zu hoffen, dass sie nicht nur bei Schwarz, Rot , Gold im Gesicht und am Auto hängen bleiben.
Ich habe in der Schweiz, neben vielem anderem, gelernt meine Heimat anders wahrzunehmen. Nicht die Flagge, nein das Unscheinbare.
July 4th, 2010 at 8:56 am
@tobi
“Unauffälligkeit heisst die Devise. Und damit lebt man recht gut.” Na Bravo, hätten Sie derartiges Duckmäusertum auch in der Bundesrepublik ertragen? Bloß nichts sagen, Frau Merkel weiss schon was richtig ist? Ich bin immer wieder erstaunt über die fehlende Frustrationstoleranz und das schrille Gejammer der Deutschen wenn es um ihr eigenes Land geht, da ist alles negative sofort “typisch deutsch” usw., aber im Ausland werden ganz andere Dinge in aller Stille ertragen. Wahrscheinlich sagen Sie auch noch “ich habe den Schritt nicht bereut” - muss man jetzt ja, sonst müsste man zugeben dass im pösen Doidschlant nicht alles so schlecht ist wie man mal dachte und in Arcadia Helvetia nicht alles golden.
Tut mir leid wenn das etwas verbittert klingt aber vor lauter Gejammer über “Deutschland” stehen sich die Deutschen halt einfach selbst im Weg. Mir will nie in den Kopf warum das Land in dem vom Dieselmotor bis zum Aspirin fast alles erfunden wurde was die moderne Zivilisation ausmacht sich selbst so wenig zutraut, jeder Beifall erhält der es runterredet und man sich rechtfertigen muss wenn man sagt man lebe gerne hier und Deutschland sei ein tolles Land mit Potential. “Schönredner” ist noch der geringste Vorwurf. Wenn man Löw und seinen Mannen zuhört dann weiss man warum die gewinnen - weil die sich nicht von Angst, Verzagtheit und Selbstzweifeln aufhalten lassen sondern sich was zutrauen. So beginnt Erfolg, nicht mit irgendwelchen abstrakten politischen Reformen um hier noch ein Rädchen zu drehen und da noch Lohnkosten zu senken.
Man hat keine Kinder weil man Angst vor der Zukunft hat, man gründet kein Unternehmen weil es ja scheitern könnte und wichtiger als gute Einkommen und mehr Netto vom Brutto (was einen schmaleren Sozialstaat bedeuten würde) ist die “soziale Sicherheit” - was natürlich das Scheitern bereits von vorneherein implitziert. Wer immer nur auf Nummer Sicher geht, stets nach einer Fortsetzung des Satzes “Aber….” sucht, zu jeder Lösung nach einem Problem sucht, mahnt und warnt und bibbert und sich sorgt und ängstelt, der steht sich selbst im Weg. Das sind dann keine bösen Chinesen die einem Konkurrenz machen, auch nicht “die da Oben” die das Problem sind.
Und anstatt sich und das eigene Land zu ändern verschwindet man und setzt sich woanders in’s gemachte Nest - ich kann diesen Ländern, inklusive der Schweiz, nicht einmal vorwerfen dass sich deren Freude über solchen Egoismus in engen Grenzen hält.
July 4th, 2010 at 9:02 am
PS: ich lege Wert darauf dass sich mein Kommentar nicht persönlich auf einen bestimmten Leser dieses Blogs bezieht. Ich kenne niemanden hier persönlich und das wäre daher auch anmaßend. Viel mehr ist es die leidliche Erfahrung die ich regelmäßig mache.
July 4th, 2010 at 10:10 am
Ein bajuwarisches Lehrvideo:
www.youtube.com/watch?v=UZe4LzAG1lA
July 4th, 2010 at 3:50 pm
Meine Güte - jetzt ist es auch noch exzentrisch oder sogar eine Frechheit, wenn die bösen Schweizer ihre Sprache, die nun mal aus den Dialektformen besteht, einfach so schamlos verwenden und nicht gefälligst Standarddeutsch sprechen. Und dann kennen sie noch nicht mal alle Wörter, die in D gebräuchlich sind. Ein Skandal. Und Freundlichkeit ist, wenn’s aus der CH kommt sowieso schon mal per se schlecht. Kurz: Eigentlich ist eh alles schlecht und falsch in der Schweiz. Den vielfach angesprochenen Spiegel sollte sich hier vielleicht jeder selber mal vorhalten, anstatt ihn grosszügig anderen anzubieten…
Ich bin hier auch weg.
July 4th, 2010 at 4:06 pm
@Wahnfried
Ohne Worte?
Har, har!
July 4th, 2010 at 8:20 pm
@Bavaroise
Was heisst hier Duckmäusertum? Ich lebe im Ausland und da habe ich mich den Gepflogenheiten anzupassen. Und wenn das heisst, seine Herkunft nicht bei jeder Gelegenheit raushängen zu lassen, ist das doch kein Problem.
“Und anstatt sich und das eigene Land zu ändern verschwindet man und setzt sich woanders in’s gemachte Nest”
Naja, dieser Satz ist schon ziemlich hart. Nur zur Information: als ich vor 10 Jahren in die Schweiz kam, musste ich mir als erstes 5.000 Franken von meinem Chef leihen, um über die Runden zu kommen und die Miete bezahlen zu können. Ich kam praktisch mit Null auf dem Konto hierher und habe neu angefangen.
Und dann habe ich festgestellt, dass sich harte Arbeit in einem vernünftigen Steuer- und Abgabensystem durchaus lohnen kann. Was ich mir heute zusammengespart habe, wäre in Deutschland schlicht und ergreifend nicht möglich gewesen.
Ja, ich bekenne mich zu meiner Herkunft als Deutscher und bin stolz auf diese junge, faszinierende Fussballmannschaft, die das Zeug hat, den Titel gegen Holland zu holen. Genauso bekenne ich mich zu meiner Aversion gegen das politische System in Deutschland und die deutschen Politiker, die “sozial” und “gerecht” zu ihrem Hauptwort gemacht haben, um das Volk zu verdummen und abzuzocken. Leistung und Risiko wird in Deutschland nur bestraft. Deswegen bin ich froh, dass ich vor 10 Jahren ausgewandert bin. Ich kenne aus dem Bekanntenkreis einen Deutschen, der im Mai 2009 arbeitslos wurde und dann erstmal beschlossen hat, die Füsse hochzulegen. Hartz IV kommt ja erst später … und dann Massnahmen zur Selbstständigkeit usw. usw.
Da bin ich froh, in der Schweiz zu leben, die solche Schmarotzer grösstenteils nicht duldet. Und ich bin auch stolz auf die Schweiz aufgrund ihres politischen Systems. Die Volksabstimmungen sind Ausdruck der politischen Kompetenz des Volkes und ein Segen, da die Spinner in Bern nicht nur einmal in ihre Schranken verwiesen wurden.
Ja, ich bin auch stolz auf die Schweiz wegen der Parteienkultur. Hier gibt es eine SVP - über die man sicherlich geteilter Meinung sein kann -. Aber eine solche Partei würde auch Deutschland gut tun. Aber Deutscheland verbietet ja so etwas … wenn man auch nur “Autobahn” sagt, steht sofort der ZDJ auf und holt die Nazikeule raus.
Die Schweiz hat ein gesundes Nationalbewusstsein und wenn die Schweizer beim Fussball generell gegen die Deutschen sind, kann ich damit leben. Für mich ist es jedenfalls ein Land liebenswerter Menschen und deswegen werde ich auch die Staatsbürgerschaft beantragen, wenn es soweit ist.
July 4th, 2010 at 9:49 pm
Mein Vorschlag an die Wechselfans Egal-wer-Hauptsache-gegen-DFB11: Gebt Euch einen Ruck, kauft das „Deutschland-Set“ bei Aldi (Autofahne, Hawaiikranz, Schminke in scharz-rot-gelb), dann habt Ihr gemäss der Erfahrung der letzen Jahre für das mögliche Maximum an Spielen vorgesorgt. Kein Flaggenwechsel nötig und auch keine peinliche Situation wie mein spanischer Kollege 2006 berichtete: Er sah einen jungen Mann in Spanientrikot am Bellevue und sprach ihn auf Spanisch an, das war dann aber ein Schweizer ohne Spanischkenntnisse.
July 5th, 2010 at 11:09 am
@AnFra
Bavariavue in ZH;-)
“..mehr Netto vom Brutto ”
Ist das nicht ein Spruch vom gelben Entchen?
July 5th, 2010 at 12:03 pm
@pfuus
Ist ne gute Frage, aber dies war doch von der rotbefrackten Schwarzente, der „Engelhaften Feilscherin“!
PS: I han e brolblem, wer ist nun was, wie, womit und warum?
July 6th, 2010 at 12:20 am
@ Tobi
Bist du sicher, dass du in der Schweiz lebst? Das Land, in dem ich seit der Geburt lebe, ist irgendwie anders als jenes, das du hier skizzierst.
Wenn ich dich recht verstehe, hast du etwas gegen soziale Gerechtigkeit, lobst eine hiesige radikale rechtsnationale Politsekte, willst aber Schweizer Bürger werden.
Scheint mir insgesamt nicht besonders folgerichtig.
Ich möchte dich darauf aufmerksam machen, dass es a) auch hier noch immer ein ordentliches soziales Netz gibt und b) der von dir erwähnte Verein nach dem Führerprinzip funktioniert und z.B. jedem eingewanderten Deutschen lieber heute als morgen ein Zugsbillett «Deutschland einfach» in die Hand drücken würde.
Vielleicht solltest du deine Gedankengänge mal hinterfragen; aber bitte noch bevor es der extremen Rechten gelungen ist, Einbürgerungen von Menschen wie dir praktisch zu verunmöglichen. Danach kannst du immer noch der von dir gerühmten Partei beitreten und denen helfen, die Ausländer rauszuschmeissen.
July 6th, 2010 at 9:10 am
@Tobi
“Aber eine solche Partei (SVP) würde auch Deutschland gut tun”
Nein Danke!
@AnFra
Es war die gelbe Ente und nicht die Nachtigall…….
July 6th, 2010 at 10:26 am
@Tobi und @pfuus
„…SVP…“ Hilfe, ich ersticke! Würg, kotz, was für ein Erbrechen!
Na, D hat bereits G.s.D. hinter sich, die CH sollte es sich ersparen. Manchmal / mengisch ist es besser, die Erfahrungen anderer Nachbarn zu berücksichtigen. Der Faschismus in Europa hat sich in seiner Anfangsphase immer auch durch Annektionsgelüste und Gebietsansprüche verraten. Wie heurig der „Großschweizerische Traum vom Anschluss“ fremder Nachbarschaften.
Wahrscheinlich auch so ne hirnentleerte Studie beim Workshop der SVP im Burghölzli bei der gemeinsamen Gruppentherapie erarbeitet!
@fuus
Wat dem eenen sin vergilwte Entsche, isem annere sine Swartentsche.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bild-683063-68015.html
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bild-704680-107437.html
July 6th, 2010 at 2:00 pm
“Schweizer mögen Rassisten und Deutsche nicht”, trifft den Nagel auf den Kopf. Shame on my country. Obwohl ich echt das Gefühl habe, dass es sich gebessert hat.
Hab den Match Deutschland - Argentinien in Frankreich gesehen. Als ich für D jubelte meinte mein französischer Kollege scherzhaft, pass auf sonst wirst du noch verhauen.
Das Experiment mit dem D- Trikot könnte man echt mal wagen. Aber nur mit dem befreienden Satz: “Eigentlich bin ich doch Schwiizer” in der Hinterhand
.
July 6th, 2010 at 2:22 pm
@Wahnfried
Die Schadenfreude kann wieder aktiviert werden. Der Tintenfisch Paul hat den Sieg der Spanier vorausgesagt.
Wenn sich Paulchen nicht irrt!
Oh Herr, lass über Teile der Neidgenossenschaft Hirn regnen!
July 7th, 2010 at 10:31 pm
Das Leben ist schön - Danke Spanien!!!
July 8th, 2010 at 8:39 am
@ Schmidt
und es wird dann im Winter noch schöner werden. Ich bekenne jetzt mal:
Mir geht es genauso mit den Skifahrern und da habe ich viele Jahre viel Freude gehabt:
http://www.youtube.com/watch?v=nEk20A7RGkU
grundsätzlich natürlich eine erbärmliche Lebenshaltung. Aber wenn es der Integration dient
July 8th, 2010 at 10:38 am
Zieh das Nazi-Trikot aus
Ja, Sie lesen richtig: Nazi mit Z. So wurde ein 13-jähriger Deutscher nach dem letzten WM-Spiel der Schweizer Nationalmannschaft in einem spanischen Club im Berner Mittelland von einem offenbar frustrierten, ca. 40-jährigen Schweizer angequatscht. Oder soll ich schreiben beleidigt? Oder genötigt? Ich, deutscher, verheiratet mit einer Spanierin, vier Kinder, wartete im Auto vor dem Clublokal. Als ich davon hörte ging ich zurück in die Bar und stellte den Deutschenhasser zur Rede. Nachdem er ca. 15 min. lang mit seinen Saufkumpanen Argumente gesammelt hatte, kam er zu uns an den Tisch und fragte mich, ob ich wisse, warum alle Schweizer die Deutschen hassten? Warum alle, nicht nur die Schweizer, gegen die Deutschen seien, wenn diese Fussball spielten? Ich entgegnetet Ihm ich kenne viele Schweizer, die die Deutschen nicht hassen. Er fuhr fort mit Zahlen über Opfer der Nazionalsozialisten, den 2. Weltkrieg usw. Schön, dass ein Schweizer mit höchstens Jahrgang 1965 meinen 13-jährigen Sohn, dessen Muttersprache spanisch ist, der in Südamerika geboren wurde, dessen beide Grossmütter wegen der Nazis ohne Vater aufwuchsen, daran erinnert, dass er sich bis ins Grab schämen sollte, weil sein Vater deutscher ist. Wieviel Feigheit ist nötig, um sich auf Kosten eines unschuldigen Kindes vor seinen Freunden zu profilieren? Komisch, mich forderte er nicht auf mein „Nazi-Trikot“ auszuziehen. Logisch, ich bin auch einen Kopf grösser als er und wiege mindestens gleich viel. Wie hält er aus mit einem Deutschen als Nati-Trainer?
Mein Sohn brach danach zu Hause in Tränen aus und ich musste ihn mühevoll wieder aufbauen, ihm erklären, dass es überall auf der Welt Leute gibt, die sich darum kümmern, den ererbten Hass an die nächste Generation weiter zu geben. Auch dann, wenn sie selbst nie unter der verhassten Nation gelitten hatten, schon gar nicht persönlich. Vielleicht nicht mal seine Eltern oder Grosseltern. Das alles passierte ausgerechnet jetzt, nachdem mein Sohn die Schule wechseln musste, weil ihn drei zukünftige Gymnasiasten aus seiner Klasse unter anderem mit Hitlergrüssen auf dem Schulhof gemobbt hatten, die Klassenlehrerin beide Augen verschloss und zu allem Überfluss auch noch abfällige Bemerkungen über uns, seine Eltern, machte. Nachdem er in der neuen Schule nach einem Halbjahr als Klassenbester eine Stufe höher steigen durfte, ausgerechnet jetzt zerstört ein frustrierter Fussballfan das Selbstbewusstsein eines heranwachsenden.
Vor dem Eishockeyspiel an der WM gegen die Deutschen wurde ich sogar von einem Arbeitskollegen gefragt, für wen ich den sei. Es könne mir ja gleich sein, wer gewinne, da ich schliesslich in der Schweiz arbeite. Was würden Sie von einem Schweizer halten, der in Lybien arbeitet und bei einem Länderspiel gegen die Schweizer Nati schreit? A propos: Würde der Schweizer Fan in Tripolis auch mit dem Schweizer Kreuz auf der Brust herum laufen? Waren es nicht unter anderen die Deutschen, die sich für eine Beendigung der Lybien-Krise eingesetzt hatten? Ich hätte auf jeden Fall keine Bedenken den Bundesadler im Ausland zu tragen.
Ich selbst werde bald das weisse Kreuz im Ausland vertreten und die Swissness, deren Image in Deutschland sehr hoch im kurs steht, versuchen unter anderem meinen Landsleuten, den „Nazi-Erben“ zu verkaufen. Angesichts der Erfahrungen die meine Familie hierzulande mit Ausländer- und vor allem Deutschenhass hatte, fällt mir diese neue Herausforderung nicht unbedingt leichter.
Vielleicht hätte ich nichts sagen sollen? Ich hoffe, er hat auf dem Heimweg nicht deutsche Kinder verprügelt! Die Lust dazu stand Ihm ins Gesicht geschrieben. Es sind gerade solche Leute, die das Image einer ganzen Nation im Ausland nachhaltig schädigen. In dem Land, das der wichtigste Kunde für schweizer Exportgüter ist. In dem Land, dessen Einwohner die Schweiz für vieles bewundern. Sollen doch alle Deutschen ausgewiesen werden, deutsche Autos verboten, die Grenzen dicht gemacht und am besten gleich noch die Sprache verboten werden. Nach dem Lehrplan sind die Deutschschweizer sowieso alle Kelten. Wiso redet dann hier eigentlich niemand Keltisch?
July 8th, 2010 at 4:08 pm
@ Ralf
Gratuliere, du hast es richtig gemacht: nicht einfach schlucken und dann davonlaufen. Und lass dir weiterhin nichts gefallen.
Ich bin entsetzt und schäme mich wieder mal für meine Landsleute. Solche «Eidgenazis», wie ich sie nenne, gehen mir dermassen auf den Wecker, dass ich normalerweise schon gar nicht mehr mit ihnen diskutiere, sondern mich je nach Situation nur noch über sie lustig mache.
Man mag ja als Erklärung berücksichtigen, dass hierzulande unter den Fussballfans das Niveau tendenziell eher tief ist und dass der Alkohol immer eine Eigenschaft verstärkt zum Vorschein bringt, die schon vorhanden ist. Und höchstwahrscheinlich wäre der «Held» ohne seine Saufkumpane handzahm und kleinlaut. Manchmal denke ich auch, dass da nach 25 Jahren Blocherismus eine SVP-Saat herangewachsen ist. Ansonsten hinterlassen mich solche Episoden ratlos.
Was mich noch interessiert: War da niemand sonst, der diesen besoffenen Epsilon-Minus den Marsch geblasen hat (andere Gäste, Personal…)? Und welcher Lehrplan behauptet, wir Schweizer seien Kelten?
July 8th, 2010 at 8:57 pm
Beim Auftauchen des Begriffes „Kelten“ sollte man als gemeiner germanisch-gotisch-slawisch-undsonstnochwas durchmischter Deutscher schleunigst in Deckung gehen.
Bei einigen national sowie besonders nationalistisch denkenden Schweizern löst die Nennung „Kelten“ einen pawlowschen Beißreflex aus. Diese „keltisch-helvetischen“ Beißer als beschützende Hofhunde der keltisch-antigermanischen-eidgenössischen Erbhöfe in Verteidigung gegen den „nördlich-germanischen“ Eindringling aus dem zurückgebliebenen Germanien. Die Beißer als selbsternannten Nachkommen der unvermischt-blutreinen-edlen Nichtgermanen, also der „Kelten“.
Wenn das nicht eine eigentlich demaskierend-gefährliche Dummheit in einigen Schweizerköpfen ist, könnte man sich totlachen, vergleichbar wie bei der anderen arisch-reinen Hirngespinstvorstellung, die Deutschen würden von den reinen, also arischen Vorfahren aus dem unverseuchten Norden, aus Thule stammen.
Ein Vorläufer der gefährlichen Selbstbetrüger im National-Sozialismus: Die „Thule-Gesellschaft“. Eine wirre und irre Gruppierung, die sich den übrigen Menschen in Europa überlegen glaubte. Die auch nicht glauben konnten und wollten, dass sie auch nur eine wilde Mischung von jedem Stamm sind, der Europa je durchwanderte.
Werde den Verdacht nicht los: 1.) Denn größten Anteil am „keltischen Blut“ könnten die Bayern haben. 2.) Den geringsten Anteil am „keltischen Blut“ könnten die heutigen Schweizer haben. 3.) Den geringsten „germanisch-deutschen“ Anteil könnten die Bayern haben. 4.) Den größten „germanisch-deutschen“ Anteil könnten die heutigen Schweizer haben, wobei der Anteil, die sich als von „Kelten“ abstammend bezeichnen, jedoch immer größer zu werden scheint!
Nur dieses Nationalisten vergessen: Dann können sich auch folgende Länder als von „Kelten“ abstammend bezeichnen: Portugal, Spanien, Frankreich, Niederlande, Belgien, Luxemburg, Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Italien, Tschechien, Slowakei, Polen, Ukraine, usw, usw, usw.
Ne echte Kelten-Inflation. So etwas löst dann eine historische Flatulenz aus!
Und natürlich würden türkischen Fußballspieler vom Galatasaray Istanbul mehr „keltisches“ Blut haben als alle Bewohner von z. B. Zürich.
Eine tolle Vorstellung für schweizerische Nationalisten:
Türkische Fußballspieler, die letzten echten Kelten!
July 9th, 2010 at 1:53 am
Nazivergleiche etc. von CH Kindern und Jugendlichen gegenüber deutschen Schulkollegen sind sicher nicht die Regel, kommen aber häufiger vor als man denkt.
Der Spannbreite zwischen Reserviertheit und versteckter-offener Antipathie begegnet man dann schon eher häufiger.
Das Problem dabei ist, dass viele Deutsche diese versteckten Signale nicht decodieren können und deshalb allenfalls etwas irritiert sind.
Eine kleine , mir berichtete Episode1 hierzu: Ein Deutscher will am Bhf Basel SBB zur Toilette und muss feststellen, dass er mit EURO keine Chance hat sich Erleichterung zu verschaffen. Also hetzt er zum Change, wo er schnell Geld wechselt und dem Herrn an der Kasse sein Leid erzählt. Dieser erklärt ihm, dass man ins Pissoir nur mit sfr kommt, die CH aber sonst ein EURO-FREUNDLICHES LAND sei.
Ja ,nimm halt sfr mit, wenn du in die CH gehst ,arro……..!(Obwohl, Basel SBB hat noch einen französichen Bhf.teil, da könnte man doch 2 Währungen beim Pissoir gelten lassen…hätte noch etwas mehr internationales Flair)
Hierzu Episode 2:
“Auf einem Geschäftsparkplatz in einem D Grenzstädtchen parkt während der Mittagszeit ein Auto mit CH Kennzeichen. Mein Vater, damals in diesem Geschäft tätig, ging auf den Halter zu und teilte ihm mit, dass das Geschäft gerade geschlossen sei und er doch später wieder kommen möchte oder in der Zwischenzeit einen Café zu sich nehmen könnte.
Der Herr antwortete:” Ich bi denn vo Basel un ha kei D-Mark drbi…..”(Hier kommt zum, ich bin CH auch noch der Aspekt Stadt-Land Gefälle hinzu)
Mein Vater zückte sein Portmonnaie und drückte ihm einen Zwanziger in Hand….Er bekam ihn später wieder.
Ja, nimm halt D- Mark mit, wenn du nach D gehst….
Episode 3: Skipiste in der CH:
Ch jugendliche rufen D Jugendl. hinterher:” Deutsche, ihr habt was verloren!”
D: Was?
CH: Den 2.Weltkrieg!
Über 1-2 kann man schmunzeln, bei 3 fasst man sich an den Kopf.
Wenn ein SF Moderator( wie 2006 gesehen)) während einer Kultursendung in der es um Musik geht ein Schwedentrikot trägt (kurz vor , oder zeitgleich zum Spiel D-S ),dann signalisiert er seinen Zuschauern nicht seine grundsätzliche Sympathie für die S Mannschaft, sondern aktiviert/bedient bewusst antideutsche Reflexe.
In einer Zeitung aus dem Kanton BE habe ich vor Jahren einmal einen Bericht über
ein Fest gelesen. Der letzte Satz las sich etwa so:
“Das Wetter war wunderbar, die Stimmung super und Deutschland verlor gegen England”
In einem Restaurant, in welchem ich häufig Zeitung las, schien eine Person sichtlich bemüht Berichte über Deutschland mit Kugelschreiber zu kommentieren(immer negativ).
Unter 2 Leserkommentaren aus D , bei denen nur der jeweilige Name der Stadt angegeben wurde, stand daneben mit Kugelschreiber geschrieben: Deutschland.
Nein, ich glaube nicht, dass die Wurzel in 25 Jahren SVP Blocherismus zu suchen ist.
July 9th, 2010 at 9:14 am
@ Guggeere
Vielen Dank! Du reihst Dich in ein in die vielen positiven Rückmeldungen auf meinen Leserbrief, der, gut gekürzt, in der Solothurner Zeitung und im Langenthaler Tagblatt erschien. Einer meiner Kolleginnen standen sogar die Tränen in den Augen.
Wegen der Scham über meine Landsleute werde ich auch in Zukunft meine Ferien nie am Ballermann verbringen. Deutschsprachige Touri-Proleten haben hier immerhin noch den Vorteil, dass die Gastgeber alles was deutsch redet auf Deutschland projeziert.
Das Niveau der Fussballfans, die gleichzeitig Quartalssäufer ist in jedem Land ungefähr gleich niedrig. Wahrscheinlich hatte der Chirurg ausversehen vergessen das Sprachzentrum mit zu amputieren, sonst hätte der urkeltische, geschichtlich unbedarfte Zopfträger mit Baseballmütze mir wohl sofort in die Fresse geschlagen. Am besten gefallen mir die Leute, die nach der Einbürgerung sofort der SVP beitreten und gegen ihr Geburtsland schimpfen. Ich hab’ mal gelesen, Blocher hätte deutsche Vorfahren, stimmt das?
Das Lokal war voll und laut. Mein schweizer Freund (1,95 m), der mit mir und seiner dänischen Frau am Tisch sass sagte mir hinterher, er wäre schon auf dem Sprung gewesen um ebenfalls aufzustehen, als der arme Mensch mit Red-Bull T-Shirt in Begleitung seine Freundin anrauschte, um sich zu rechtfertigen. Die hatte wohl Angst, dass er durchdreht und war zum Aufpassen mitgekommen. Leider kannte auch der Klubpräsident den Typen nicht, sodass ich nicht weiter nachforschte.
Der Lehrplan lässt hier wohl ziemlich viel pädagogischen Spielraum für Interpretationen. Wenn man irgendwo in Europa tief genug gräbt, stösst man sicherlich unter den Germanen auf die Kelten, auch in D, wie das AnFra so schönbeschrieben hat. Jedenfalls bringen unsere Kinder diesen Schwachsinn aus der Schule nach Hause. Wir werden unsere Ferien wieder in Galizien verbringen, der Heimat der keltischen Vorfahren meiner Kinder, in der die Sueben ebenfalls ein paar Jahrhunderte weilten, bevor sie sich endgültig zwischen Main und Bodensee niederliessen.
@ AnFra
Super! Vielen Dank für Deinen Ausflug in die Völkerkunde und die Erinnerung daran, wie wichtig es ist, Inzucht zu vermeiden. Die Folgen sind offensichtlich. Meine Freunde aus Frankreich, deren Selbstsicherheit oft als Chauvinismus abgewertet wird, würden die genetischen Gemeinsamkeiten des heutigen Europäers wohl mit dem Cro Magnon in Verbindung bringen, wonach wir alle Franzosen wären. Aber wer stammt schon gerne vom Neandertaler ab, denn dann wären wir ja alle Ruhrgebietler, Westfalen, Deutsche oder sogar Germanen. Und das will nun wirklich niemand, oder? Scholl, Oezil, Gomez und Yakin die germanisierten Kelt-Iberer mit griechisch-römischischer Kultur und arabischen Ziffern lassen grüssen.
July 9th, 2010 at 11:01 am
@ pfuus
Leute ohne Euros/Franken knapp dies- bzw. jenseits der Landesgrenze sind etwas Alltägliches für mich, da ich schon immer in der Nähe der Grenze leb(t)e (was in einem kleinen Land nicht allzu selten vorkommt…). Da hilft man vielleicht ab und zu jemandem weiter und garniert das mit ein paar netten Worten oder – je nachdem, wen man vor sich hat – auch mal mit einem etwas maliziösen Spruch.
Als ich deinen Beitrag las, dachte ich: Jetzt hört er das Gras wachsen. Natürlich war besonders der 2.-Weltkrieg-Spruch daneben. Aber bei allem Respekt: Man kann es mit der gegenseitigen Rücksicht (oder dem gegenseitigen Argwohn) auch übertreiben. Hier gilt wie anderswo: C’est le ton qui fait la musique.
Ich sass schon mit Österreichern zusammen, und wir lachten den halben Abend lang Tränen über Österreicher- und Schweizerwitze. Anderseits hat mir auch schon mal eine Österreicherin erzählt, wie sehr sie solche Witze kränkten. Es gibt nun mal hier wie dort verschiedene Menschen; ob einem das passt oder nicht.
July 9th, 2010 at 10:57 pm
Kein Kommentar!
www.blick.ch/sport/wm2010/wm-special
July 10th, 2010 at 6:56 pm
@Ralf
Das Ding mit der Inzucht hat schon was erregendes!
Innerhalb Deutschlands wurde und wird z. B. den Bayern von anderen dt. Stammesangehörigen eine gewisse Tendenz zur Inzucht unterstellt. Na, wenn man sich da nicht täuscht! Die ritenbetreffende und physiologischen Unterschiede zu den anderen germanischen Volksstämmen haben eine gigantische Sprengkraft in sich.
Ausgerechnet die Leute mit dem größten Mundwerk und gigantischer nationaler Phantasie für ihre germanisch-abendländisch-christliche Eigenständigkeit und eigener von den Vorvätern ererbten Sitten und Bräuche auf die urgermanische Basis ableitend.
Die mögliche Wirklichkeit dieser urgermanisch sich gebärdenden alpinen Urviecher könnte auch so sein: Als „letzter“ germanischer Zuwanderer in den alpinen Raum durchgereicht. Mit vorgefundenen keltisch, kelto-römischen Voreinwohnern vermischt. Als Dreingabe auch noch dieses: Wo sind die ca. 12-15.000 römischen Legionäre verblieben, die damals im heutigen bayrischen Raum lebten. Diese Legionäre dürften mind. ca. 10 % der Bewohner gewesen sein und dann auch nur Männer!
Oh Gott, da muss man seine wildesten Phantasien zügeln. Und das Schärfste kommt noch, diese Jungs sind Orientalen aus den heutigen Gebieten von Syrien, Irak und sonstigen semitischen Umfeld. Ob da sich die „germanischen“ Gene noch durchsetzen konnten. Das Überleben hat möglicherweise deshalb nur funktioniert, dass die Mütter (aus dem germ. Frauenüberschuss) ihre Kinder „germanischer“ erzogen haben als die „fremdländischen“ Väter.
So gesehen ist die Verhinderung von Inzucht sicherlich erfolgreicher als die „blutorientierte, reinrassig Gene selektierende“ Inzucht, welche von allen Nationalisten in Germanistan, Austriakien und leider heutig immer öfters auch Helvetistan propagiert werden.
Da kann man die Verwandtschaft der Bayern zu den böhmischen und mährischen slawischen Menschen, zu den Oberpfälzern wohl auch westslawischer Herkunft nicht verleugnet werden. Beachte: Kurze Körperglieder, rundlicher Kopf, vergleichbare Bautechnik, Nationalkleidung, Speisen und Bierkultur und als sehr wichtiger Indikator die Musik.
Was würde jetzt ein „originaler“ Bayer sagen: Do leckst mi am Arsch!
Um einer Erwiderung vorzubeugen: Die Ableitung „Bayern“ kommt vom „Aus dem Böhmerwald kommend“ uäm.!
Na da bleibt nur noch der Kampfspruch: Rassen aller Länder, vereinigt euch.
PS: Blocherle, der Christof, ein deutschblütiger Abkömmling der 3. Generation, aber wohl immer noch der germanische, polternde, überhebliche, dreiste und latent einem Rassismus verdächtigte Superschweizer wie es im Buche steht und noch viele, all zu viele, seiner parteikollegialen Klone / Clowne dazu.
Wie hat mir ein Altschweizer leise ins Ohr geflüstert: „Der Blocher: Schwob bleibt Schwob“
July 11th, 2010 at 12:14 am
@Guggeere
“Es gibt nun mal hier wie dort verschiedene Menschen; ob einem das passt oder nicht.”
Ja, sicher, du hast recht.
Ich habe auch überhaupt nichts gegen Frotzeleien, nur bei medialer Unterstützung von Vorurteilen hört es bei mir einfach auf.
Nehmen wir einfach mal diesen kleinen Blick Spot ,bei welchem ,meiner Meinung nach ,der Fussball letztlich sekundär ist:
Wie würdest du ihn interpretieren?
www.blick.ch/sport/wm2010/wm-special ( Sind wir jetzt Deutschlandfans?)
Ich sehe ihn so:
Sieht man von der Herkunft des Spots einmal ab, dann sagt doch das erste Statement der jungen Frau eigentlich alles: ,
“Weil ich in eine gegen den deutschen Fussball fanende Familie geboren wurde ,bin ich für…….”
Es folgt das üblich Schlagwort:Arrogant, Arrogant, wenn sie feiern, unsympathisch….
Selbstverständlich ist die Komposition der Sequenz nicht unwillkürlich, ebenso wenig die Verteilung der Generationen darin.
Und wie bei einem Konzert, bleiben Anfang und Ende im Gedächtnis hängen.
Das ist u.a der Stoff der dann, u.a bei Typen wie von Ralf beschrieben ,hängen bleibt.
July 11th, 2010 at 10:52 am
Beim Public Viewing im kleineren Kreis habe ich fast ausschließlich Schweizer erlebt, die sich dieses Jahr hinter Deutschland gestellt haben. Die Einschränkung “fast” kommt daher, dass es an meinem Wohnort in der Schweiz gar nicht so viele Schweizer gibt und über 50% der anwesenden Zuschauer des Spiels Deutschland-Ghana irgendwo aus der Großrichtung “Balkan” stammten. Deren deutschlandfeindliches Verhalten hat mich irritiert. Jedes Mal, wenn wir am “Deutschentisch” begeistert aufsprangen, mussten wir befürchten, durch die Blicke am Nebentisch zu sterben. Den Schweizern, die für Deutschland jubelten, ging es nicht anders. Es waren Frauen, die sich so auffallend stark mit Ghana solidarisierten, die Männer jubelten zwar auch für Ghana, aber hielten sich mit der Feindseligkeit vergleichsweise zurück. In Prinzip war mir das egal. Ich hab mich dann nur gefragt, wie sich wohl die in Deutschland lebende Verwandtschaft besagter Ladies positionieren wird. Ich lebe auch als Deutsche, also Ausländer in der Schweiz, aber so lange die Schweiz nicht gerade gegen Deutschland spielt, halte ich zur Schweiz.
July 11th, 2010 at 1:07 pm
Wir waren am Samstag des Argentinien-Spiels in Berlin gewesen. Zwei bis drei Stunden vor Spielbeginn wanderten wir in Richtung Fanmeile, um uns die gute Stimmung selbst anzusehen. Überwiegend jedoch fanden wir die üblichen grölenden Fußballfans, wie sie uns aus NRW bekannt sind. Das Grölen ist offensichtlich eine deutsche Krankheit und eine unserer mal wirklich unangenehmen Eigenschaften und übertönte deutlich die Fröhlichkeit der vielen Nicht-Gröler und war unserer Empfindung nach sogar noch deutlich schlimmer als die Vuvuzelas. Wir haben uns dann ganz schnell aus dem Staub gemacht.
Fußballfans empfinde ich allgemein als üble Landplage – zumindest wenn sie aus Deutschland kommen. Was wir in NRW an normalen Bundesliga-Samstagen z.Bsp. in den Zügen mitmachen müssen, kann ich keinesfalls entschuldigen. Gegröle ohne Rücksicht, Biergestank und Bierpfützen. Die Fußballsamstage sind für viele Fans ein Freibrief zum Danebenbenehmen. Da geschieht es schon mal, dass ein junger Mann in Fankleidung rum steht, grad mal ohne seine Kumpane, ein Bier hochhebt und einfach losgrölt. Einfach so. Als würden Samstag plus Fußball plus Bier sämtliche Anstandsregeln automatisch außer Kraft setzen. Das allerschlimmste, was ich mit Fußballfans mal erlebt habe, war eine ICE Fahrt von Berlin ins Ruhrgebiet – denn da fuhren massenhaft Schalkefans mit und seitdem habe ich eine Allergie gegen diesen Fußballclub. Diese Fans grölten zum Beispiel folgende Worte: „Heute bleibt die Muschi kalt, heute wird anal geknallt.“ Muahhh…. Na dann… viel Spaß dabei. Ich habe absolut kein Verständnis für ein solches Verhalten. Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass dieses Verhalten von deutschen Fans auch im Ausland praktiziert wird… *Schäm* hoch zehn. Da kann ich sehr gut verstehen, wenn die Deutschen als unzivilisierte Horden gelten, die man ganz schnell wieder loswerden will und die unterhalb jeder Beliebtheitsskala stehen.
Wie wohltuend erlebte ich dagegen mal vor einigen Jahren in Dortmund (bei einem Qualifikationsspiel, glaube ich) Fans aus Schottland. Sie sangen ein bisschen, SANGEN, nicht grölten, und fielen nur auf, weil sie in Gruppen auftraten. Friedlich und besoffen waren sie und lagen am nächsten Morgen schlafend im Hauptbahnhof herum, wo die Berufspendler dann vorsichtig über sie steigen mussten. Aber das war nicht peinlich, eher lustig.
Zu den angeblichen Feindseligkeiten zwischen Holland und Deutschland kann ich nur sagen, dass ich sie nicht kenne. Ich habe nur davon gehört, dass es sie geben soll. Holländer gelten als nette und sehr unkomplizierte Nachbarn und durch die offenen Grenzen sind beide Seiten längst aneinander gewöhnt. Reibereien und Neckereien gibt’s sicher, aber diese sind ohne Bedeutung.
Blöde Fußballfeindschafts-Hasskampagnen werden von BILD sehr gerne geschürt. Das war bei der letzten WM so und so war es auch dieses Mal. Neulich, nach dem Vorrunden-Aus der Italiener und vor dem Spiel der Deutschen gegen England war die BILD voll von Häme gegen die Einen und voll von Hass gegen die Anderen. Eklig und wahrlich ein Grund, die Deutschen an sich gaaanz weit weg zu wünschen.
July 11th, 2010 at 8:32 pm
Da muss ich wohl etwas klarstellen. Ich habe lediglich gesagt, dass die SVP für die deutsche Parteienkultur gut wäre, aber nicht, dass ich dem Verein beitreten würde.
Das erkläre ich auch gern: Wenn man sich die deutsche Parteienlandschaft betrachtet, drängeln sich insbesondere die beiden (noch) grossen SPD und CDU/CSU profillos in der Mitte. Deswegen verlieren sie permanent an Mitgliedern und Wählern. Links ist inzwischen die Linke erschienen und fängt so einige Menschen auf. Der Rest wandert ab zu den Nichtwählern, die immer mehr werden.
Nun gibt es in Deutschland die NPD – man stelle sich vor, frustrierte Konservative würden irgendwann anfangen, die zu wählen. Das wäre grausam. Ich habe mich mit dem Verein beschäftigt und die stehen eindeutig in Tradition zum GröFaZ (grösster Führer aller Zeiten), wollen Systemumsturz und Diktatur.
Und damit ist die SVP nicht vergleichbar. Die SVP ist rechts und manche ihrer Leute sind durchaus auch rechtsradikal, aber in der Mehrheit steht die SVP in meinen Augen doch immer noch für Demokratie und Verfassung der Schweiz, oder irre ich mich?
Da ich davon ausgehe, dass meine Erkenntnisse nicht ganz falsch sind, halte ich es für gut, wenn es eine Partei wie die SVP in Deutschland geben würde, die den entsprechenden Menschen eine Heimat geben könnte. Ich habe Angst vor diesem ultrarechten Potenzial, was entstehen könnte, da „rechts“ oder „konservativ“ in Deutschland totgeschwiegen und erschlagen wird. Vielleicht könnt Ihr Euch noch an Eva Herman erinnern … die wurde quasi als „Nazisau“ durch die Strassen getrieben.
July 12th, 2010 at 9:00 am
@ tobi
na ja, zumindest hat die NPD wohl das “Schwarze Schaf” Plakat ganz gerne übernommen.
Das findest Du auch noch auf der Homepage dieser Partei. Aktuell verlinkt mit:
http://www.svp.ch/display.cfm/id/101196
Dann lies das mal durch. Also die kriminellen Ausländer ausschaffen. Ja prima, nur wer hat die denn geholt und den Auftrag erteilt?
Auftraggeber auf freiem Fuss
Die Schläger handelten im Auftrag eines 56-jährigen Schweizers und erhielten dafür 17′500 Franken. Der Auftraggeber und Nachbar des Opfers heuerte die Gewalttäter über einen Bekannten, einen 28-jährigen Schweizer, an. Der 28-Jährige wiederum stellte den Kontakt zu einem 37-jährigen, in der Schweiz wohnhaften Belgier her, wie Frischknecht sagt. Der Belgier beauftragte schliesslich einen 30- sowie einen 41-jährigen Serben mit der Tat. Der Schweizer, der Belgier sowie die beiden serbischen Schläger befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. «Sie bleiben so lange in Haft, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind», sagt Frischknecht auf Anfrage von Tagblatt Online. Nicht in Untersuchungshaft ist der Auftraggeber. «Es besteht kein Grund für eine U-Haft.» Der Nachbar werde aber angezeigt und müsse mit einer Strafe rechnen.
Findest Du dort:
http://www.tagblatt.ch/aktuell/polizeinews/Bauer-niedergeschlagen-Nachbar-gab-Auftrag;art675,1565920
Noch Fragen, Kienzle?
July 12th, 2010 at 12:17 pm
@ tobi
«Die SVP ist rechts und manche ihrer Leute sind durchaus auch rechtsradikal, aber in der Mehrheit steht die SVP in meinen Augen doch immer noch für Demokratie und Verfassung der Schweiz, oder irre ich mich?»
Ja; auf so etwas wie dein beschwichtigendes «immer noch» würde ich mich nämlich nicht verlassen. Vergiss nicht, dass der anständigere Teil der Mitglieder jetzt nicht mehr in der Führerpartei ist, sondern bei der BDP. Und welcher rassistische Artikel dank der Schweizerisch-Völkischen Politsekte seit ein paar Monaten in der von dir erwähnten Verfassung steht, muss ich an dieser Stelle nicht wiederholen.
In ähnlichem Stil wie du verharmlosten vor 70, 80 Jahren viele in Deutschland die NSDAP. Als es dann zu spät war, hiess es bei diesen Rechtschaffenen nach jeder Untat: «Wenn das der Führer wüsste!»
Die regelmässigen Hasspredigten aus der SVP-Propagandaabteilung, die Angstmacherei, das pausenlose Schüren einer Pogromstimmung gegenüber allem Fremden – immer auf der Grenze zu strafbaren rassistischen Äusserungen –, das rücksichtslose Niedermachen der politischen Konkurrenten, die ideologische Verherrlichung des so genannten Volkes bei gleichzeitiger Geringschätzung internationaler Verpflichtungen, die grössenwahnsinnigen nationalistischen Phantasien: Woran erinnert das wohl?
Und schliesslich, auch wenn du das verschämt ausblendest: Wenns nach denen ginge, wäre es für Leute wie dich nur noch unter grossen Schwierigkeiten möglich, sich einbürgern zu lassen.
July 12th, 2010 at 12:20 pm
@Tobi
“SVP für die deutsche Parteienkultur gut wäre, aber nicht, dass ich dem Verein beitreten würde.”
Das glaube ich nicht. Warum eine derartige Partei herbeiwünschen, jedoch beitreten wollen?
Das ist ja fast die klassische Situation: Einer soll “aufräumen” und der andere sagt:” Bitte, das ist nicht unbedingt meine Meinung, aber ich toleriere sie( Zitat: G.Polt)
July 13th, 2010 at 1:18 pm
Wie pervers ist dieses Land?
July 13th, 2010 at 8:02 pm
@Thomas Hust
Welches?
July 14th, 2010 at 1:10 am
Also erstmal Danke für Eure Rückäusserungen, die mich sehr nachdenklich gemacht haben. Würdet Ihr die SVP denn wirklich mit der NPD vergleichen wollen? Sollte ich mich da so getäuscht haben?
@ neuromat: Sehr interessant der Artikel und höchst bedenklich, dass der Auftraggeber nicht im Knast sitzt. Darf ich trotzdem die Frage stellen, was dagegen spricht, die ausführenden „Schläger“ des Landes zu verweisen?
@ Guggeere: Deine Antwort erinnert mich exakt an in Deutschland typische Reflexe. Du setzt die SVP quasi mit der NSDAP gleich und das kann ich nicht nachvollziehen. Wäre dem so, dann würde man „kriminelle und illegale Ausländer“ nicht des Landes verweisen wollen, sondern würde entsprechende „Einrichtungen zur Lösung der Frage“ verlangen. Für mich nennt die SVP Probleme beim Namen, die speziell in Deutschland totgeschwiegen werden und ermöglicht erst dadurch überhaupt eine Diskussion darüber.
Vieles daran übertreibt sicherlich – aber willst Du das verbieten oder lieber kanalisieren? Ein Verbot oder Totschweigen schürt nur ultrarechtes Potenzial. Und genau das ist das Problem, was die deutsche Parteienlandschaft hat.
July 14th, 2010 at 10:10 am
@tobi
Natürlich kann und soll man z. B. die NSDAP und die SVP, nicht vergleichen!
Das ist real und historisch nicht möglich, jedoch kann man bei beiden Parteien deren Mechanismus in der Wortwahl, Sprachduktus, Intension uam. eine starke Übereinstimmung im Aufbau, Formulierung, Darstellung, Symbolik, versteckten Inhalten, Zielsetzungen, Sinninhalten und Verwendung erkennen.
Man kann und muss solche vertrauten Begriffe wie Heimat, Treue, Rechtschaffenheit, Volk (Besonderheit, andersseiend als andere Nachbarn), Blut (Rasse, Besonderheit der Unvermischtheit, Reinheit und Gleichartigkeit), Boden, Bauernschaft, Volksgemeinschaft, Kultur, Bildung, Religion, Eigenständigkeit, Vaterlandsliebe untersuchen und sehr, sehr kritisch bewerten.
Auch sollte man Absichten und Zielsetzungen von gewissen Gleichgültigkeiten gegenüber den Nachbarn, Herausstellung der eigenen Überlegenheit oder Betonung der nachbarschaftlichen Unterlegenheit, Segnung des eigenen Handelns und Beweise eigener Rechtschaffenheit mit göttlich-himmlischen Belohnung durch höhere Mächte (dies durch merkantile Gottgefälligkeit ableitend, glaubend und hoffend) usw, usw. analysieren und bewerten.
Deren Aufzählung vom weiteren Schwachsinn und völkischem Unsinn sind keine Grenzen gesetzt. Auch das Angebot, die benachbarten Regionen, welche zum Schweizervolk passen würden, könnten der CH betreten, kann und muss als eine Indikation vom nationalem Größenwahn, unendlicher Selbstüberschätzung und grenzenloser Dummheit angesehen werden.
Lieber tobi, wenn Du dies und die übrigen Inhalte untersuchst, wird Du bei solchen Parteien, Vereinigungen, Heimatverbänden, Volksgruppen und deren herausragenden Personen, in der CH und auch anderen Ländern, immer eine verbindende Funktion finden: Die von solchen Leuten propagierte absolute Selbstüberschätzung und unreflektierter Zuordnung von Schuld und Verantwortung anderer Menschen für eigene Unzulänglichkeiten, ist immer bar jeder Selbstkritik!
Dies und noch weitere Punkte sind die verbindende Klammer solche populistischen Manipulatoren, jedoch nicht unbedingt ein Figur wie Hitler, Mussolini, Stalin, Hackenkreuzfahnen, rote Fahnen, Faschinenbündel, braune oder schwarze Uniformen, sondern die innere Gesinnung gegen andere, andersdenkende und andersseiende Menschen.
PS:
Es wurde richtig gesagt, wenn die SVP das alleinige Sagen hätte, würdest Du (wenn Du nicht auf das aktuelle politische Trittbrett aufspringen würdest) wohl das Köfferchen packen können und Heim ins Reich abgeschoben werden. In allen Nachbarländern der CH hat man leider Erfahrungen mit überdrehten Nationalisten, Völkisten, Faschisten und National-Sozialisten gemacht. Gott bewahre uns davor, dass die CH auch solch eine Erfahrung noch nachholen möchte!
Nachtrag:
Der Ch. Blocher ist eigentlich ein armseliger Siech! Er vergibt ein Linsengericht für den guten Ruf der Schweiz.
July 14th, 2010 at 10:42 am
@ tobi
«… nennt die SVP Probleme beim Namen* …»
…und du weichst ihnen nach allen Regeln der Kunst aus. Zu keinem meiner Argumente fällt dir eine plausible Entgegnung ein. Um es mit deinen eigenen Worten auszudrücken: «Deine Antwort erinnert mich exakt an SVP-typische Reflexe.»
*Jaja; und der Lösungsansatz ist jedes Mal ausserordentlich kreativ: Schuld sind die Linken und die Ausländer. Also nieder mit ihnen.
July 14th, 2010 at 1:17 pm
@ tobi
was spricht dagegen, die Schläger zur Tat anzustiften?
welches sollen dann die Kriterien für Ausschaffung sein? IV-Betrug soll da ja auch schon für genügen - und gab es da nicht mal einen SVP Politiker, der genau dieses …
was spräche dann dagegen korrupte Politiker auszuweisen, die ihr Asyl gefunden hatten oder haben?
Was spräche eigentlich dagegen, die SVP aufgrund der die Wahrheit derart verdrehenden Darstellung zu einer Strafe von 5 Millionen Franken zu verurteilen? Bei Nichtzahlung einzulochen …
July 14th, 2010 at 1:31 pm
Hallo Tobi,
ich versuche mal eine Gegenüberstellung der grossen deutschen und der schweizer Parteien, bzw. Gruppierungen innerhalb der deutschen Parteien. Dieser Vergleich ist meine persönliche Einschätzung und gründet sich auf die Erfahrungen die ich in den letzten 14 Jahren Schweiz gemacht habe.
Ich verwende für die Schweiz die Abkürzungen von Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_politischen_Parteien_in_der_Schweiz
Deutschland - Schweiz
Linke -> extrem linker Flügel der SP / PdA
Grüne -> GPS / Teile der GLP
SPD -> Mitte-Linker Teil der SP
CDU (Arbeiterflügel / CDA) -> SP
CDU -> CVP / EVP / Teile der GLP
CSU -> CVP / EVP / CSP
FDP -> FDP / GLP / BDP
Republikaner / Schill-Partei -> SVP
DVU / NPD -> PNOS / SD / Lega
Grundsätzlich würde ich die SVP am ehesten mit Haiders FPÖ und von der, von aussen gefühlten, Organisation mit Le Pens FN oder Berlusconis PDL vergleichen.
Ansonsten ist den Aussagen von AnFra nichts hinzuzufügen.
July 14th, 2010 at 3:08 pm
Dieser Brief erreichte uns per Post als Antwort auf meinen Leserbrief:
Sehr geehrter Herr (Nachname Ralf)
Erlauben Sie mich, wenn ich auf Ihres Schreiben, Solothurner-Zeitung vom 8. Juli 2010 Antwort geben möchte.
Ich bin 84 Jahre alt, bin nahe der Deutschen Grenze aufgewachsen. Meine Mutter Oesterreicherin, hat während des ersten Krieges den Vater und ein Bruder verloren. Mit den Nazis im zweiten Weltkrieg, nochmals einen Bruder und 4 junge Enkelkinder.
Mein Onkel Werner kämpfte 4 Jahre in Spanien gegen Franko. Zurück in die Schweiz hat er 1936-37 22 Deutsche Sozialdemokraten über den Rhein, bei Nacht und Nebel das Leben gerettet. Er hat auch eine Frau von Spanien geheiratet und sie hatten drei Kinder. Alle leben heute in Spanien.
Ich war dann 10 Jahre alt als die ersten in unserem Haus versteckt wurden. Damals sagte man Emigranten.
Mein Onkel hatte einen Bauernhof an der Grenze in Schaffhausen, als man die Flüchtlinge zusammen getrieben hatte, war mein Onkel öfters an der Grenze und verteilte den armen Geschöpfe Brot und Wasser. Mehrmals wurde er mit der Nazi-Waffen bedroht.
An einem Tag hatten die Deutschen eine „Mistbenne mit Mist, mit der Aufschrift Kuhmistschweizer hingestellt“.
Am folgenden Tag wurde die Benne sauber gewaschen mit Butter und Brot zurück gestellt. Mit der Aufschrift „Wir haben noch Butter und Brot und brauchen keine Kanonen und Panzer.
Herr (Nachname), sollte ich vergessen dass die Nazi unsere Jugendzeit gestohlen haben. Ich wurde alst fast 19 jähriger in die Rekrutenschule aufgeboten und war noch als Soldat an der Deutschen Grenze. Wo wir gerne auf die schwarzen SS geschossen hätten.
Nun Herr (Nachname) komme ich auf die Gegenwart, ein Deutscher bleibt ein Deutscher und ihr könnt nicht verlieren. 1954 hatten die Deutschen in Basel mit der 2. Garnitur gegen Ungarn verloren. Dafür war Puskas und noch 2 Weltspieler zusammen geschuttet worden. Puskas war im Spital, konnte aber die Leistung um die Weltmeisterschaft nicht mehr bringen. Für das 3. Tor war von den Deutschen vorangehend an der Mittellinie ein foul nicht geahndet worden.
So wurden die Deutschen Weltmeister.
Als die Deutsche Mannschaft von England in Frankfurt landete, sagte der Spotminister „Ihr seid die Moralischen Weltmeister“. Ihr könnt einfach nicht verlieren.
Nun zu Ihrem Sohn.
Was macht er dann falsch, oder Sie Herr (Nachname)?
Wenn seine Schulkollegen ihn mit Hitlergrüssen mopsen, ist doch bei Ihnen etwas falsch gelaufen.
Warum mus er mit einen Deutschen Dress an diesen Abend in den Klub gehen?
Es war doch ein spanischer Club?
„Das war doch sicher Ihre Einstellung, zu zeigen, dass ich zu dieser Nation gehöre, die Siegen“.
Warumm konnte er für seine Mutter nicht ein spanisches Dress tragen? Sie haben eben gegen die Schweiz verloren. Aber das ist doch keine Schande!!
Ihren letzten Abschnitt zeigt doch Ihre ganze Haltung. Haben sie auch, mit einem Leserbrief entschuldigt, weil die Deutschen mit Militär einmarschieren möchten? Oder die Abschätzigenm schnoddrigen Bemerkungen von Berlin.
Der Krieg ist 1945 beendet worden und ich muss feststellen, dass in Deutschland nach 65 Jahren, noch Besatzungstruppen stationiert sind!! Icch dachte auch Deutschland habe die „Schnauze“ voll von Kriegen, nein Ihr habt wieder aufgerüstet und sind neu in einen Krieg gezogen, den Ihre Nation überhaupt nichts angeht. El Kaida hat die USA in Irak hervorgebracht, wollte dann in Afghanistan mit diesen Musliemen eine Peiplein bauen, diese lehnten ab und 24 Std. später haben die Amerikaner geschossen. Sowie Hitler gegen Polen.
Ich glaube, Sie müssen mit Ihrem Kind ein Image Pflegen, wie man sich in einem fremden Land, unauffällig sich Benehmen muss.
Ich war mit meinen 4 Kindern viel in Spanien, sie hatten Dress von Spanien, haben die Spanische Sprache gelernt. Marcel besuchte die Spanische Schule in Bern. Ich glaube das ist eben der Unterschied zwischen uns. Wir müssen nichts Beweisen.
Bei der Abstimmung über das Minarett-Verbot, kamen unsere Manager und die Regierung, über die gleiche Idee wie Sie „Schweizer – Exportgüter“.
Die Mehrheit der Schweizer haben eine Grenze gesetzt. Muslime bis hier und nicht weiter. Bei den Deutschen Fernsehsendern sind 76% unserer Meinung und Ihr seit nicht das einzige Land. Die kleine Nation Schweiz, hat den Muslimen für die Christlichen Länder einen Pflock eingeschlagen. Moscheen ja, aber keine Übeheblichkeiten.
Nun Herr (Nachname), wenn Sie sich mit der Schweiz nicht im Einklang finden, ist sicher niemand gehalten in der Schweiz zu bleiben.
Sie können auch von Deutschland oder Spanien aus die Schweiz bewundern.
Sie sehen, es gibt noch alte Leute die vonden Nazis noch erzählen, weil man diese Nazizeit nicht vergessen darf.
Daneben ist Ihre Bemerkung „Ich hoffe, er hat auf dem Himweg nicht deutsch Kinder verprügelt. Die Schweizer Kinder die in München zugeschlagen haben sind Kinder die leider einen falschen Pass erhalten haben. Gerne hoffe ich dass Sia auf einen „Schweizer Pass“ verzichten. Jeden Monat erhalten 10 Deutsche Bürger einen Pass von der Schweiz.
In diesem Sinne freundliche Grüsse WN (Unterschrift)
(Danach folgen noch Familienfotos und eine Zeittafel, welche wahrscheinlich die Aussagen des ersten Teils belegen sollen.)
July 14th, 2010 at 7:49 pm
@Ralf
Ein erschütternder Brief und ein heikles Thema!
Hier auf der Blogwiese ist sicherlich jeder Schreiber nach 1945 geboren. Habe den Brief dieses Schweizers gelesen und bin immer noch erschüttert.
Sollten all die vielen Versuche eines zukünftigen friedlichen Zusammenlebens spurlos an diesem schweizerischen Menschen vergangen sein? Ist er ein repräsentativer Vertreter des Schweizertums? Hoffentlich nicht.
Die Aussage, er hätte auf die Deutschen geschossen, ist wohl zu glauben, aber er hat NICHT geschossen! Andere Menschen haben auch für seine Freiheit in seiner Schweiz ihr Leben geopfert und er schwadroniert von den verlorenen Lebensjahren. Meine Verwandtschaft in z. B. Belgien, England, USA uam. hat im Krieg gegen ihre eigene deutsche Verwandtschaft im Großdeutschen Reich das Leben riskiert und geopfert. Sie wollten und wollen keine Wenn-Dann-Aussagen von solchen Wenn-Wir-Gewollt-Hätten-Schweizerkämpfern hören!
Fast möchte man eine zynische Frage stellen: Er hätte gerne auf die schwarze SS geschossen, und was hätte er mit den anderen feldgrauen Soldaten gemacht?
In Würdigung des hohen Altern scheint hier eine analytische Zerlegung dieser denkwürdigen und in meinen Augen sehr unqualifizierten sowie unhistorischen Aussagen wohl wenig angebracht.
Aber als nach dem Krieg geborener darf ich fragen, ob solche dargebotenen Verquickungen persönlicher Natur, Fußballweltmeistertitel 1954 in Bern, heurigen Besatzungstruppen in Dt. und Sonst-Noch-Was-An-Dingen nicht eigentlich eine starke Indikation ist, dieser Schweizer hat trotz seiner nicht guten Erlebnisse uns neuen und friedensuchenden Deutschen KEINE Chance zu Besserung und Veränderung gegeben!
Was mich an diesen Schweizer auch verwirrt, ist seine Aussage, wir Deutschen könnten nicht verlieren! So kann man seine Vorurteile jederzeit, immer und zu jeder Gelegenheit begründen, aktivieren, denn bei dieser Aussage ist das Vorurteil fest betoniert. Für immer und ewig.
Aber es wird auch durch ihn das Bild der hässlichen Schweiz in das europäische Gehirn gebrannt, denn die Schweiz wurde nicht von dt. Truppen besetzt, geplündert und geschändet im Gegensatz zu anderen Ländern, sondern hat sich aus verständlichen Ängsten, nachvollziehbarer Opportunität und merkantilen Vorteilen dem nazistischen Dt. Reich (allzuleicht?) hingegeben.
Onkel Wolf hat den Gevatter Benito am Einmarsch in die Schweiz und der Okkupation der lateinischen Landesteile verhindert.
Dies zum historischen Bedenken, aber jedoch nicht als Gegenrechnung irgend einer deutschen Schandtat und Verantwortung!
July 14th, 2010 at 10:55 pm
@ Ralf
In einem meiner ersten Schuljahre, ich war etwa 8 oder 9 Jahre alt, trug sich folgendes zu: Mit einem anderen Mädchen war ich an einem nasskalten Herbsttag auf dem Nachhauseweg von der Schule. Plötzlich blieb sie stehen und zertrat und verwischte einige auf der Straße liegende Zweige. Als ich sie nach dem Grund fragte, sagte sie, die Zweige hätten so dagelegen, dass sie wie ein Hakenkreuz aussahen und deshalb hätte sie es zerstört. Ich war erschrocken. Ein Hakenkreuz? Hier? Gibt es hier etwa Nazis? Uns war in diesem zarten Alter schon von den Nazis erzählt worden, also was damals geschehen war. Natürlich etwas harmloser als wir es in späteren Jahren gelernt haben, aber schlimm genug, um an diesem Tag im Herbst wegen einiger zufällig angeordneter Zweige in Panik zu geraten. Wochenlang hatte ich ANGST, diesen Weg nach Hause zu nehmen, weil ich mich vor Nazis fürchtete. Vielleicht gibt es tatsächlich Schweizer, die nicht wissen, wie intensiv wir Deutschen uns mit der Nazizeit beschäftigen, deshalb hier noch mal deutlich: SCHON NEUNJÄHRIGEN KINDERN WURDE DAVON ERZÄHLT. Und NEIN, die Deutschen wurden nicht als bedauernswerte Kriegsverlierer dargestellt sondern als Täter. Uns wurde gelehrt, dass UNSERE Vorfahren an den Verbrechen der Nazizeit die Schuld tragen, wir dies nie vergessen dürfen und dass wir die Verpflichtung hätten, so etwas niemals mehr zuzulassen.
Offensichtlich gibt es Schweizer, denen dies nicht bewusst ist oder die es absichtlich ignorieren.
Zu der schon genannten Zeit, als wir in der Schule über die Nazizeit unterrichtet wurden, sah ich in einem Lehrbuch das Foto von einem Mann mittleren Alters, der den gelben Stern trug und auch das werde ich nie vergessen. Sein Blick war eine Mischung aus Angst, Irritation und dem Versuch, die Würde zu bewahren. Allein in diesem Bild, in diesem Blick, lag bereits der ganze Schrecken der Nazizeit. Die Erinnerung an die Dinge, die ich hier erzähle, ist sehr stark. Wenige Jahre später, ich war etwa 15, war in der Schule wieder mal das Thema Nazizeit dran. Diesmal unter anderem mit einer Art Tatsachenbericht aus einem KZ, mit Verbrennungsöfen und Gaskammern. Nein, zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine Angst mehr, aber ziemlich großen Abscheu. Nun war es aber so, dass diese Abscheu nicht nur die Nazis betraf sondern alsbald auch meine deutsche Herkunft. Auch dies wird vielen Schweizern nicht bewusst sein. Vielen Deutschen haben die Berichte aus der Vergangenheit so sehr zugesetzt, dass sie sich selbst zu hassen begonnen haben. Auch unsere ganz normalen Eigenschaften, die wir als Deutsche haben, wie effizientes Verhalten, wurden teils offen, zum großen Teil unterschwellig, als Mit-Ursache für den damaligen Massenmord bezeichnet. Es gibt heutzutage in Deutschland viele junge Menschen, die ALLES Deutsche ablehnen. Die krampfhaft versuchen, bloß nichts Deutsches an sich zu haben. Ich war damals auch darauf reingefallen und es dauerte noch sehr lange, bis ich den Satz: „Ich bin Deutsche“ denken konnte, ohne zugleich an Gaskammern zu denken. Auf dieses Phänomen, sich selber abzulehnen, weil man „deutsch“ ist, stößt man im gesamten öffentlichen Leben. Im Jahr, als ich meinen späteren Ehemann kennenlernte, lief gerade eine sehr erfolgreiche deutsche Komödie im Kino und wir gingen hinein. Mein Mann wusste nicht, was laufen sollte und war zutiefst empört, weil ich ihn in einen deutschen Film mitgenommen hatte, denn auch er war „drauf reingefallen“. Auch bei ihm hatte es noch viele Jahre lang gedauert, bis er unverkrampfter reagieren konnte, wenn etwas „deutsch“ war. DAS IST DIE REALITÄT. Den weitaus meisten Deutschen ist sehr bewusst, welche Verbrechen ihre Vorfahren begangen haben. Die heutigen Deutschen als Nazis zu beschimpfen, ist daher, harmlos ausgedrückt: FALSCH. Natürlich haben wir Deutsche unangenehme Eigenschaften, wozu ich es auch zählen würde, dass wir immer gewinnen wollen und so einiges mehr. Doch hat dies mit Nazis nun mal überhaupt nichts zu tun. Uns Deutschen fällt es unglaublich schwer, unserer WAHRE und EIGENE Identität zu finden. In Bezug darauf sagte mir mal jemand, wie froh er doch sei, Schweizer zu sein. Wie wahr.
In Bezug auf die zugewanderten Deutschen, möchte ich mal fragen, wie es denn wäre, wenn man die Schweizer als Heuchler bezeichnen würde? Zum Beispiel deshalb, weil sie zwar jahrelang die gut ausgebildeten Deutschen ins Land gelockt haben, sie aber, wie es mir nach etwa anderthalb Jahren Schweizer Onlinezeitungen und Blogwiese lesend erscheint, nicht ausstehen können? Wenn uns so viele Schweizer hassen, dann hätten sie das nicht tun dürfen. Da sie es aber getan haben, müssen sie auch akzeptieren, dass die Deutschen ein Stück weit ihre eigene Kultur mitbringen – und diese weist keine wirklich bedeutenden Unterschiede zur Schweizer Kultur auf. Unterschiede ja, wirklich bedeutende Unterschiede nein. Wenn Deutsche sich in der Schweiz danebenbenehmen, sprich „in-Gruppen-herumschreien“ oder „immer-alles-besser-wissen-müssen“, dann ist das für mich natürlich nicht akzeptabel. Während einer WM mit dem Shirt der Nationalmannschaft herumzulaufen, zählt aber noch längst nicht zu inakzeptablem Benehmen – solange dies ruhig und friedlich geschieht.
Noch mal: Die Schweizer hätten die Deutschen nicht ins Land holen müssen. Sie hätten auch kleinere Brötchen backen können, wenn die gut ausgebildeten Deutschen gefehlt hätten. Ich meine das nicht ironisch. Wenn eigene Leute mit der entsprechenden Ausbildung fehlen, dann hätte man das auch akzeptieren können. Aber das war der Wirtschaft wohl nicht recht. Die Schweizer sind nicht gezwungen, auf eine bestimmte Art und Weise zu wirtschaften oder auf die gleiche hektische Weise wie die Deutschen zu leben. Die Schweizer können ihr System gestalten, wie sie wollen. Ich finde es nicht richtig, wenn Schweizer, die FÜR die Zuwanderung von Deutschen sind, dies damit begründen, dass die nördlichen Nachbarn mithelfen, den Wohlstand in der Schweiz zu sichern. Was bitte ist denn Wohlstand? Und wieso bitteschön besteht denn angeblich Bedarf an deutschen Arbeitskräften? Wie möchten die Schweizer denn leben? Was ist ihnen wichtig? Es ist nicht alles Gold was glänzt.
Erschreckend fand ich, dass in der Schweiz gegen Deutsche Stimmung gemacht wurde, weil sie angeblich Schweizern die Arbeitsplätze wegnehmen. Da möchte ich mal fragen, ob sich die Deutschen denn selbst einstellen, oder ob dies nicht die Schweizer Unternehmer tun. Ebenso die Behauptung mit den niedrigeren Löhnen für Deutsche, wegen denen sie von eben jeden Unternehmern gerne eingestellt werden. Angenommen, das stimmt, dann ist dies trotzdem wohl eher eine Frage der Schweizer Unternehmer-Moral.
Zu den blöden Bemerkungen der Herren Steinbrück und Müntefering fällt mir auch keine Entschuldigung ein. Das sind nun mal dumme Politiker-Arschlöcher, dumme deutsche Politiker-Arschlöcher, und dumme deutsche rücksichtslose Politik-Daherquassler. Herrn Steinbrück hatte ich mal live erlebt, bei einem Tag der offenen Ministerien. Er ist ein rhetorisch gewandter Verführer und steht bei mir noch eine Stufe niedriger als die Bundeskanzlerin, die ich nur allzu gern mit „Schlampe“ titulieren würde. Aber ich will mal höflich bleiben.
Als ich den an Sie, Ralf, gerichteten Leserbrief las, hatte ich erst wieder mit ihnen Mitleid und später dann mit dem Verfasser. Ich dachte mir, okay, 84 Jahre alt, das ist nicht die Schweizer Mehrheit. Es tut weh, so etwas zu lesen. Interessant fand ich die Aussagen über die Hilfe für die Flüchtlinge. Es ist nicht das erste Mal, dass ich so etwas von einem Schweizer höre. Als Beweis dafür, wie hilfsbereit sie doch seien und gerne als Verteidigung vorgetragen. Was habe ich schon als Kind gelernt? Wenn jemand Hilfe braucht und du kannst ihm helfen, dann hast du die Verpflichtung zu helfen! Ich möchte damit diese Hilfe nicht gering schätzen und auch nicht die Hilfe, die Schweizer seit sehr vielen Jahren sehr vielen Menschen in der Welt, auch vielen Deutschen, haben zukommen lassen. Auf gar keinen Fall. Mich stört daran, dass etwas, was normal sein sollte, als zu wichtig genommen wird. Die meisten Menschen helfen anderen Menschen, viele Staaten tun das auch und sie tun es auch noch gerne. Zum Glück ist dies noch die Normalität auf dieser Welt.
Was das Minarettverbot betrifft, so fühle ich mich als Bewohner „eines christlichen Landes“ NICHT von der Schweiz gegen die Muslime verteidigt. Ich bin entsetzt über diesen Unfug. Da die Schweizer, ebenso wie andere europäische Nationen, mit den bei ihnen lebenden Muslimen Probleme haben, sollten sie diese realen Probleme mit realen Mitteln angehen, offen und ehrlich und vor allem konsequent und nicht stattdessen den Muslimen hinterrücks einen Arschtritt verpassen, eine Hasskampagne schüren und damit ausgerechnet jene Menschen treffen, die NICHT irgendwelche mittelalterlichen Sitten ins Land bringen. Minarette? Ich weiß nicht, was das Problem mit diesen Türmchen sein soll. Die Probleme mit geprügelten und zwangsverheirateten Töchtern und auch Söhnen sind dagegen real. Türkische oder arabische Einwanderer, die verschiedene Straftaten begehen, sind auch real und für die anständigen Zuwanderer ebenso ein Problem. Ich denke, man sollte zuerst mal konsequent das Strafgesetzbuch anwenden. Ich bin mir sicher, da steht was von Freiheitsberaubung, sexueller Nötigung, Diebstahl… und in den Gesetzen steht auch ganz sicher was von Ausweisung. Aber offensichtlich ist man auf dem ganzen Kontinent nicht in der Lage, die Gesetze durchzusetzen. Zugegeben, das ist auch wirklich ein schwieriges Problem und weit mehr als eine einfache Strafgesetzbuchangelegenheit. Der Begriff Gerechtigkeit ist schwieriger als man glaubt, ebenso wie allgemein die Gestaltung einer offenen und toleranten Gesellschaft, die möglichst alle Menschen mit einbeziehen sollte und ihnen Chancen gibt und Verständnis schenkt.
Wie wäre es, wenn man auch in Bezug auf Muslime die Schweizer als Heuchler bezeichnen würde? Weil sie gleichzeitig mit schwerreichen Arabern keine Probleme haben, sich sogar freuen, weil diese Geld ins Land bringen? Und dann natürlich auch nicht danach fragen, wie jene schwerreichen Muslime ihre Ehefrau(en) behandeln, ob sie ihre Töchter verschachern oder wie sie mit den Menschen in ihren Heimatländern umgehen. Aber das ist überall auf der Welt dieselbe Heuchelei und kein „Privileg“ der Schweiz. Geld darf alles.
Noch ein Wort zu den Schweizer Jugendlichen in München: Wir im Norden haben das kaum mitbekommen und es hat definitiv keinen Einfluss auf unsere überwiegend positive Haltung zu den Schweizern.
Und noch ein Wort zur SVP: Für mich ist diese Partei eine Verbrecherpartei. Manchmal ist sie auch einfach nur lustig (Ernst Schibli), mal erschreckend dämlich (René Kuhn) und zweifellos spricht sie in anderen Fällen auch das aus, was wirklich bedeutend und richtig ist. Dies jedoch ist solange ohne Relevanz, wie sie gleichzeitig Menschen gegeneinander aufstachelt und Lügen verbreitet. Genau das macht sie für mich zu einer Verbrecherpartei.
Man sollte ein solches Verhalten nicht einfach ignorieren. Die nationalsozialistische Bewegung in Deutschland war in der Zeit vor 33 recht umfassend und hatte auch Inhalte gehabt, die im Gegensatz zu den späteren Verbrechen durchaus richtig waren. Aber es waren NICHT DIESE, die später noch eine Rolle spielten. Soll man vielleicht die Verbrechen der Nationalsozialisten entschuldigen, nur weil sie nebenher, neben Krieg, Herrenmenschendenken, Holocaust, auch eine gesunde Umwelt propagiert haben? Oder die Wertschätzung für Mütter??? Ach ja, die ach so schützenswerte Umwelt wurde im Krieg gnadenlos verheizt und die Söhne der wertgeschätzten Mütter wurden zu Kanonenfutter.
July 15th, 2010 at 1:07 am
@ Ralf
Wie Ihnen sicher aufgefallen ist, ist mein etwas aggressiver Kommentar von Mittwoch 22.55h eigentlich nicht an Sie gerichtet. Der Text hatte sich irgendwie verselbstständigt und sich auf die grad stattfindende SVP Diskussion und auf das von Ihnen beschriebene Erlebnis in dem spanischen Club bezogen. Das hätte ich wohl besser als Überschrift hinschreiben sollen. Nachdem ich Ihren Kommentar von Mittwochnachmittag gelesen hatte, schrieb ich meinen Kommentar zu alldem, vergaß aber dann, das @ Ralf zu streichen. Sorry.
July 15th, 2010 at 10:09 am
@Ralf
Ich kann die Ressentiments eines 84 jährigen , der die Jahre 1933-1945 als unmittelbare Bedrohung erlebt hat, bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen.
Nicht nachvollziehen kann ich seine Ignoranz, nationale Eigenverliebtheit “(Sie können auch von Deutschland oder Spanien aus die Schweiz bewundern.)”
gepaart mit einem Schuss Rassismus “(Die Schweizer Kinder die in München zugeschlagen haben sind Kinder die leider einen falschen Pass erhalten haben.)”
“Wenn seine Schulkollegen ihn mit Hitlergrüssen mopsen, ist doch bei Ihnen etwas falsch gelaufen.”
Es erklärt sich von selbst, weshalb derartiges Kraut und Rüben Denken auch bei CH Jugendlichen und Kindern im 21.Jh. vorkommt.
July 15th, 2010 at 12:06 pm
@ Ralf
Ich habe solche Typen 1989 erlebt, als an meinem Wohnort eine von der Schweizer Armee finanzierte Wanderausstellung zum Gedenken an den Kriegsbeginn stattfand. (Kein Witz: Die Schweiz feierte 1989 offiziell 50 Jahre Kriegsbeginn – äh, Mobilmachung.)
Ich war zufällig dabei, als am Rande dieser Veranstaltung ein paar Pazifisten und Armeegegner einen Infostand mit Transparenten und Flugblättern aufstellten, um für ihre Sicht der Dinge zu werben. Dass eine Gruppe Offiziere mit Hohn und Spott reagierte («Ihr könnt ja nicht mal einen rechten Stand konstruieren, hahaha!») und die Kantonspolizei recht unverschämt Fotos machte (wohl was Halb- bis Illegales für den Staatsschutz…) fand ich damals noch seltsam. Schockiert war ich von den Sprüchen der haufenweise vorbeigehenden sogenannten «Aktivdienstler», wie die Kriegsveteranen hierzulande genannt werden, und ihrer Brüder im Geiste. Es hagelte interessante Vorschläge wie «an die Wand stellen», «Landesverweisung», «als Zielscheibe fürs Obligatorische verwenden», «vergasen» (!) oder einfach «warum räumt hier keiner auf». – Lupenreine Nazisprüche also von jenen, die Nachgeborenen wie mir jahrzehntelang weismachten, sie hätten uns damals vor den Nazis bewahrt.
Dass heute einer dieser Dinosaurier dich mit seinem gedanklichen Sondermüll belästigt hat, ist eine Schande. Immerhin bestätigt so was wieder mal meine Fascho-Diagnose von 1989.
July 16th, 2010 at 10:23 am
@Guggeere
Leider haben Teile der Schweiz seit 1989 nichts dazu gelernt. Auch im vergangenen Jahr wurde wieder dem Jahrestag der Mobilmachung “gedacht”. Auch mit Beteiligung der “offiziellen” Schweiz (vergl. http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Stahlhelm-lebt-immer-noch/story/10414189 / http://www.vbs.admin.ch/internet/vbs/de/home/aktuell/reden/detailspeech.28899.nsb.html ). Würde in der Schweiz dem Kriegsende gedacht, hätten wohl alle Verständnis, aber so?
Manchmal stellt sich mir die ketzerische Frage, ob das Verhältnis CH - DE nicht besser wäre, wenn deutsche Truppen im 2. WK in die Schweiz einmarschiert wären und die Schweiz sich eindeutig als Opfer des “3. Reichs” sehen dürfte. So bleibt immer der “Beigeschmack”, dass bedeutende Teile der schweizer Wirtschaft am 2. WK profitiert haben. Wenn ich mir das Verhältnis zur überwiegenden Mehrheit der Franzosen, Belgier, selbst Polen, usw. ansehe, drängt sich mir diese Frage auf. Selbst die überwiegende Mehrheit der Menschen jüdischen Glaubens, hat keine Probleme mit der deutschen Nachkriegsgeneration. Dass Menschen, die persönlich unter der Verfolgung durch Nazi-Deutschland gelitten haben, dennoch Vorbehalte haben, ist nachvollziehbar. Aber, was immer wieder verdrängt wird, die ersten, die dem Rassenwahn der Nazis zum Opfer gefallen sind, waren zunächst Deutsche (Sozialisten, Behinderte, Juden, usw.).
July 16th, 2010 at 8:27 pm
Hier kann ich die Meinungen
von anfra
“In Würdigung des hohen Altern scheint hier eine analytische Zerlegung dieser denkwürdigen und in meinen Augen sehr unqualifizierten sowie unhistorischen Aussagen wohl wenig angebracht.”
von Milena
“Zu den blöden Bemerkungen der Herren Steinbrück und Müntefering fällt mir auch keine Entschuldigung ein. Das sind nun mal dumme Politiker-Arschlöcher,”
und pfuus
“Ich kann die Ressentiments eines 84 jährigen , der die Jahre 1933-1945 als unmittelbare Bedrohung erlebt hat, bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen.”
nicht teilen. Ob 84 oder 86 von mir aus auch 88 - das ist egal, da es sich um eine kollektive stilisierte Erinnerung handelt, um einen Aktivdienstlermythos, mit dessen Konstruktion man ab 1940 begann zu arbeiten und dies fortzusetzen: “Die Bedrohung durch das Dritte Reich hat unser Schweizer Volk zusammengeschweisst. Regierung, Armee und Bevölkerung bildeten eine Schicksalsgemeinschaft”. Das ist aus heutiger Sicht fast lächerlich. Aber das Unwissen der breiten Bevölkerung und auch das Desinteresse an den Tatsachen bleiben weiter erschreckend und sind keine Marotte von erinnerungsschwachen Senioren.
Was Steinbrück heute ungeschickt fordert, das wollte schon die politische Führung der Weimarer Republik. Das wollte auch Frankreich. Die Geschichte ist bekannt. Das flüchtige Kapital blieb in der Schweiz. Aber mit Hilfe eines Herrn Oehler erhielt ein gewisser Adolf Hitler österreichischer Abstammung für seine politischen Ideen einen nicht unbeträchtlichen Geldbetrag - es war 1923 nicht der letzte Batzen.
Als Bedrohung mag es das Volk schon empfunden haben, als die Schweizer Armee grösstenteils abmarschierte ins réduit, um die Brücken hochzuziehen.
Dieser Teil der Geschichte wird weiter verschwiegen, es gilt immer noch die Geschichtsschreibung einer offiziellen Schweiz, was so ein wenig an die DDR erinnert.
July 18th, 2010 at 1:21 pm
@neuromat
Grundsätzlich hast Du recht! Aber es ist bei solch langjährigen Vorurteilen recht mühselig, hier möglicherweise noch eine Neupositionierung in solch einem höheren Lebensalter durchzuführen, wenn sogar heurig Schweizerenkel ihre Vorurteile nicht in Griff bekommen, blind, wirr und von unbegrenzter arroganter Selbstüberschätzung durch die Historie stolpern.
Habe mit alten, über 80 bis 90 Jahre alten deutschen Soldaten des Afrika-Korps vom E. Rommel geplaudert. Wie bei dem hier beschriebenem schweizerischen Herrn war eine undiskutable und einseitig verhärte Meinung zum Erwin Rommel erkennbar, als ich meine Meinung darstellte, dieser habe durch seine extrem konservative, regierungstreue, nazismusduldende, völkerrechtunbeachtende und unkritische Einstellung zur Kriegsverantwortung und mindestens indirekt zu Kriegsgräuel mit beigetragen zu haben.
Oh Mann, die ollen Helden, die musste man von ihren sprichwörtlichen Palmen runterholen. Die haben ihre Rollstühle in Null Komma Nix in Kampfpanzer und Sturmgeschütze umfunktioniert. Habe schnellstens die italienische Kampstrategie eingeschlagen: Vorwärts, wir müssen zurück.
Soll heißen:
Hier kann, bracht und soll man keinen Ansatz zur Selbstbesinnung und Selbstkritik erwarten, die ich als ein Nachkomme von Deutschen aus der damaligen Zeit an mich selbst, meine Vorfahren, aber- und dass verwirrt sicherlich unsere Nachbarn im Süden, also unsere Schweizernachbarn-, auch diesen wegen der historischen Hygiene an deren Verhalten stelle.
Die erscheint einigen Menschen verwirrend, aber diese müssen sich damit abfinden, dass man auch sie fragt: Wie hast Du es mit Deiner eigenen Vergangenheit? Wie z. B. bei der Schweiz mit dem Raubgold und besitzlosem Vermögen sowie anderen vergessenen Abenteuern und Mauscheleien.
Wie lauter doch ein extrem beliebter Schweizerspruch, besonders für die ganz Unbelehrbaren wie den Züricher, der eventuell immer noch in der Weltwoche als Alfred, das Ekel rumsudelt: :
Ihr müsst mal vor der eigenen Hütte kehren, wischen, waschen, fegen, reinigen, scheuern, säubern, putzen, saubermachen uam.! Hopp de Bäse!
August 26th, 2010 at 4:44 pm
Hier die Antwort auf den Brief des Veteranen:
Sehr geehrter Herr (Name),
vielen Dank für Ihren ausführlichen Brief. Über die Sommerferien habe ich mir überlegt, ob ich Ihnen überhaupt antworten soll. Lese ich zwischen den Zeilen komme ich zu dem Schluss, dass Ihre Vorurteile zu gross sind, um alles was mir und meiner Familie in den vergangenen 84 Jahre passiert ist, objektiv zu beurteilen. Ich habe Ihren Brief, unter Wahrung Ihrer Privatspäre (Postfach), in Blogwiese, einem Internetforum, veröffentlicht. Die Reaktionen Ihrer Landsleute möchte ich Ihnen trotzdem nicht vorenthalten und lege sie diesem Brief bei. Ich hoffe, Sie haben Spass beim Lesen!
Trotzdem muss ich Ihnen noch ein paar Fragen stellen:
¿ Was hat ein Schweizer 4 Jahre lang im spanischen Bürgerkrieg zu suchen?
Ein paar Zeilen zuvor schreiben Sie: „…Ihr habt wieder aufgerüstet und sind neu in einen Krieg gezogen, den Ihre Nation überhaupt nichts angeht.“
Ich lade Sie ein nach Langenthal, um mit meiner Schwiegermutter über Ihren Onkel zu diskutieren. Sie verlor im Alter von 5 Jahren ihren Vater durch den Schuss eines ausländischen Kriegshelden, der auch meinte, er müsse sich einmischen.
¿ Was machen schweizer Soldaten auf einer deutschen Fregatte im Golf von Aden?
Ich gebe Ihnen eine Antwort, falls Sie überraschenderweise heute dagegen sind, dass sich Schweizer in „anderer Leute Kriege“ einmischen: Sie sorgen unter anderem dafür, dass Sie mit Ihrem Auto an der Tankstelle nicht Schlange stehen müssen. Von den tausend anderen Importartikeln, die Sie Tag täglich in Gebrauch haben, möchte ich erst gar nicht erzählen.
Ich wünschte die USA hätte sich schon am 11. Juli 1995 in Srebrenica eingemischt. Eine Handvoll dänischer Soldaten solten gegen mehrere serbische Kompanien antreten, um mindestens 8′372 bosnische Männer und Jugendliche zu schützen, die danach einfach ermordet wurden.
Zum Glück waren die Amerikaner bei uns, und nicht die Russen. Uns Westdeutschen war auch schon lange vor dem Mauerfall klar, dass die Ostdeutschen die einzigen wahren Verlierer des 2. Weltkrieges sind.
¿ Was sollen die Fotos beweisen, die Sie Ihrem Brief beigelegt haben?
Ich sehe nur fröhliche, glückliche Menschen. Hatten Sie gedacht, ich glaube Ihnen nicht, dass Sie einen Onkel hatten? Oder dass Sie es schwerer hatten, nach dem Krieg, als wir Jungen, die wir sowieso keine Ahnung haben? Oder, dass Ihre Eltern Flüchtlinge aufgenommen haben?
Weitere Fakten aus Ihrem Brief:
Sie erwähnen Heldentaten Ihrer Verwandschaft und sprechen von sich selbst im Konjunktiv: „Wo wir gerne auf die schwarzen SS geschossen hätten.“
Sie vermischen in Ihrem Brief geschickt Dinge, die ihre Familie geleistet hat, mit Dingen die Sie selbst gerne geleistet hätten. Sie selbst sprechen ja nicht spanisch, aber zumindest haben Sie nicht verhindert, dass Ihre Kinder spanisch lernen. Rechnen Sie sich das selbst hoch an? Soll das Ihre Aufgeschlossenheit gegenüber Ausländern unter Beweis stellen? Sorry, ich vergass: Sie „…müssen nichts Beweisen.“
Sie vermischen Dinge die nichts miteinander zu tun haben. Wer Politik und Sport nicht trennen kann, ist unsportlich. Viva España, willkommen im Klub! Wussten Sie eigentlich, dass der Ihr Nati-Trainer deutscher ist? Sprechen Sie das auch „Nazi“ aus? In Deutschland wäre das undenkbar.
Sie vergessen die vielen zurückgeschickten „Emigranten“. Es gibt auch heute noch Schweizer Ihres Jahrgangs, die darauf stolz sind, Flüchtlinge zurückgeschickt zu haben.
Das mit dem „Kuhmistschweizer“ ist natürlich eine gemeine Beleidigung. (Für mich als Bauer wäre das eh keine Beleidigung.) Den Ausdruck kannte ich nicht und habe ihne in Deutschland auch nie gehört. Überhaupt ist die Schweiz eine Nation, über die in Deutschland extrem wenige Witze kursieren, wenn man bedenkt, wie häufig es Berührungspunkte gibt („…Abschätzigen schnoddrigen Bemerkungen von Berlin“). Viel eher wird über die Schweiz in Deutschland einfach einfach nicht diskutiert.
In unserem spanischen Club werden Trikots fast aller Nationalitäten getragen und toleriert. Ich kann Sie beruhigen. Mein Sohn hatte nicht wegen der Niederlage gegen die Schweiz kein spanisches Trikot an. Das ist in der Tat keine Schande, wohl eher ein Ausrutscher, der dem amtierenden Weltmeister vielleicht sogar gut tat, zu dem Zeitpunkt. Wir tragen auch in Spanien deutsche Trikots und werden nicht mit „Nazi“ beschimpft. Ich trage auch das Spanische ohne Probleme, allerdings mögen es die Spanier auch nicht, wenn jemand seine Fahne in den Wind hängt. Sie akzepieren mich besser im weissen Dress.
Was „ unauffälliges Benehmen im Ausland“ angeht: Schweizer und Österreicher haben am Ballermann einen entscheidenden Vorteil. Sie können auffallen und werden von den Mallorquinern als Deutsche eingestuft, weil Sie die Unterschiede nicht heraushören. Das geht uns bei Dänen, Norwegern und Schweden auch so. Das ist eben der Unterschied zwischen uns. Sie sagen: „ meine Mutter Österreicherin..“. Ich würde sagen: „ich bin zur Hälfte Österreicher“ und wäre stolz darauf. Obwohl die meisten Menschen denken, Hitler war Deutscher (und Mozart Österreicher).
Niemand hat den Nationalsozialismus ausführlicher aufgearbeitet als Deutschland.
Auch meine Oma hat mir von klein auf von den Nazis erzählt. Sie sehen, auch in Deutschland gab es immer Leute, die von der Nazizeit erzählen.
Meine Generation wurde von Lehrern der 68er-Generation während jeder Deutsch- und Geschichtsstunde daran erinnert, welche Erbschuld (falls es sowas gibt) wir geladen haben. Wir brauchen deshalb keine Aufklärung darüber, noch dazu von Jungen Leuten, die nicht unter dem Nationalsozialismus gelitten haben und ganz offensichtlich zu wenig wissen.
Meine Bemerkung über den Heimweg des Fussballfans war übrigens keine Anspielung auf den Vorfall in München. Ihre Ausrede „…Kinder die leider einen falschen Pass erhalten haben“ ist wirklich tragisch. Warum schreiben Sie nicht gleich „das waren alles Yugos, die in der Schweiz geboren wurden“. Haben Sie die letzte U17-WM im Fussball gesehen? Wirklich zu tragisch, Ihre Ansichten.
Sie haben Recht, ein schweizer Pass macht noch keinen Schweizer. Aber ich kann Ihnen versichern, dass im ICE niemand aufgefordert wird, seine Mütze mit Schweizer Kreuz abzunehmen, weil in München Fussgänger zusammengeschlagen wurden.
Ich werde also Ihre Hoffnung erfüllen und auf einen schweizer Pass verzichten, obwohl man nur auf etwas verzichten kann, das man zuvor geschenkt oder zumindest angeboten bekommen hat (aber ich verstehe, was Sie damit meinen!). Übrigens, den Pass kann man kaufen. Er kostet ca. 8′000.- CHF, je nach Gemeinde oder Kanton ist er unterschiedlich viel wert, versteht sich. Für eine administrative Gebühr relativ hoch, oder? Bringen würde er mir relativ wenig. Aber vielleicht wissen Sie ja einen Nutzen, ausser dass ich dafür meinen Deutschen (endlich) wegwerfen könnte. Wahrscheinlich hätte man ihn (den Pass) mir angeboten, hätte ich noch mehr Geld mitgebracht oder wäre jünger und könnte im Sport nützlich sein. Entweder man hat Anspruch auf eine Nationalität oder nicht. Die Gebühr fürs Ausstellen des Passes sollte Nebensache sein und für alle gleich.
Es ist normal, dass man mit seinen Nachbarn mehr Probleme hat, als mit Leuten, weiter weg wohnen. Jedenfall überwiegt in Südamerika die Bewunderung über Deutschland und der Hass auf Spanien. Die haben ja schliesslich das ganze Gold geklaut, vor 400 Jahren. Heute übernehmen das die Kanadier, die ich persönlich ebenfalls sehr schätze aufgrund ihrer Toleranz!
Mein Sohn wurde durch diese Erfahrung nur gestärkt und er schämt sich immer noch nicht ein Deutscher zu sein, obwohl er auch Spanier ist (und durch Geburt sogar Peruaner!).
Ich werde nicht ruhen und, als Botschafter meiner Heimat, versuchen auch den letzten Schweizer davon zu überzeugen, dass die Bundeswehr in den nächsten 1’000 Jahren nicht einmarschieren wird.
Trotz Ihrer freundlichen Einladung werden wir die Schweiz nicht verlassen. Ich wurde von einem schweizer Unternehmen angestellt und zahle meine Steuern hier, in der Schweiz. Ich werde noch dieses Jahr beginnen die Swissness, d.h. das Schweizer Kreuz im Ausland, vor allem in Deutschland, zu verkaufen und bin gespannt, ob Ihr Deutschenhass mich negativ beeinflusst hat.
In der Schule hätte man Ihren Aufsatz wohl so bewertet: Thema verfehlt, setzen, 1.
Sie haben einfach nicht begriffen, worum es in meinem Leserbrief geht. Sie denken es geht um Rechtfertigungen für deutsche Kriegsverbrechen. Tatsächlich geht es um Intoleranz, Unwissen, Halbwahrheiten, Fussballfrust und vor allem Feigheit eines Erwachsenen gegenüber einem Jugendlichen.
Leute mit Ihren Ansichten sorgen dafür, dass die folgenden Generationen Ausreden und Sündenböcke für ihr eigenes Unvermögen jederzeit und für alles aus der Schublade ziehen können. Wer keinen Hundsfurz riechen kann, braucht auch kein Wildbret essen, heisst ein Sprichwort aus der Jägerei. Bauen wir doch eine Mauer, werfen alle Deutschen raus, verbieten deutsche Autos, Elektronik, Nahrungsmittel, chemische Produkte, Maschinen, Druckerpressen, Computerprogramme, Bücher, Professoren, Ärtzte und Krankenschwestern, einfach alles was deutsch ist. Dann werden sich sicher alle Probleme der Schweiz von alleine lösen.
Ich hoffe, ich habe bei Ihnen ein Nach- und Umdenken ausgelöst und verbleibe
Mit freundlichem Gruss
Ralf (Nachname)
PS: Jetzt sind wir ja schon fast so was wie Brieffreunde! War das jetzt arogant?
January 23rd, 2012 at 3:32 pm
Ich finde es eigentlich schade, das man eine EM nicht gemeinsam feiern kann. Bei der letzten WM habe ich sogar erlebt, das Deutsche und Türken zusammen gefeiert haben!