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Achtung Fussgeher, es droht die Abschleppung — Unterwegs in Wien

  • Gang oder gehe ich zu Fuss
  • Zur Zeit arbeite ich Wien und entdecke hier täglich sprachliche Varianten der Deutschen Sprache, die einfach nur bemerkenswert sind. Warum sind Fussgänger in
    Deutschland „Gänger“ und in Österreich gehen sie zu Fuss als „Fussgeher„?

    Fussgeher Achtung!
    (Quelle: privat. Foto „Achtung Fussgeher“)

    Wer sein Auto vor diese Garagenausfahrt stellt, dem droht in Wien die „Abschleppung„. Keine Verschleppung oder Vertreibung, nein, die „Abschleppung„.

    Abschleppung
    (Quelle: privat)

    Ich habe mich auch gleich erkundigt, wie man „zu dem Velo“ und „zu dem Tram“ in Wien sagt. Die Antwort lautet: Fahrrad und Strassenbahn. Hmm, klingt kompliziert. Eine besondere Beziehung hat man hier mit der Schweiz. Es gibt einen „Schweizergarten„, der hier zum „Sch..izergarten“ mutierte, sorry:
    < Schweizergarten Wien

  • Sind Ihnen 36 Euro Wurst?
  • Hier kostet das Hinterlassen von Hundedreck die grade Summe von 36 Euro. Ungrad 100 Schilling, nehme ich mal an.
    36 Euro für die Wurst
    (Foto: 36 Euro für Hundedreck)

  • Resche Stelzen bei den Schweizern
  • Und dann ist da noch das berühmte „Schweizer Haus“ im Volkspark Prater.

    Überlieferungen zufolge gab es das Schweizerhaus bereits vor 1766. Es trug damals den Namen „Zur Schweizer Hütte“. Zu dieser Zeit war der Prater dem „gemeinen Volk“ noch nicht zugänglich. Seinen Namen erhielt es nach den Schweizer Jagdtreibern, die dort die kaiserlichen Herrschaften bewirteten. (…)
    Während des Wiener Kongresses wurde das Gasthaus 1814 der Zeit gemäß „Zum russischen Kaiser“ umbenannt. 1868 wurde es als „Schweizer Meierei“ eröffnet, um später seinen endgültigen Namen zu erhalten, der allen Wienern und Touristen, die Wien besuchen, ein Begriff ist.
    Synonym für gepflegtes Bier und resche Stelzen. Von 1907 bis 1920 führte Jan Gabriel die Gaststätte. Im „Wiener Extrablatt“ hieß es in einem Eröffnungsbericht: „Das bürgerliche Pilsner, das Gabriel seinen Gästen vorsetzt, ist eine Wiener Specialität geworden…
    (Quelle: Schweizerhaus.at)

    Schweizerhaus im Prater
    (Quelle Foto: tv.55plus

    Synonym für gepflegtes Bier und resche Stelzen„. Keine Stangen also im Schweizerhaus, sondern Stelzen. Richtig resche dazu. Kann man nicht trinken, nur essen. Mehr dazu siehe hier

    

    10 Responses to “Achtung Fussgeher, es droht die Abschleppung — Unterwegs in Wien”

    1. Guggeere Says:

      Zum Schild im Schweizergarten: Die Wiener erinnerten sich also 1902 an eine Hilfsaktion der Schweizer nach dem Ersten Weltkrieg (1914–18).
      Warum nur erinnert mich das an den amtierenden Mister Schweiz?
      http://www.bluewin.ch/de/index.php/12,264906/Viel_Muckis,_wenig_Hirn/de/entertainment/people/

    2. Brun(o)egg Says:

      Bei reschen Stelzen denk ich eigentlich eher an langbeinige Models aber nicht an Bier. Den Beinen der Models Stangen zu sagen würde uns Eidgenossen nie einfallen.

    3. Brun(o)egg Says:

      Danke Guggere. Jetzt weiss ich endlich wer Reithebuch ist.

      Nebenbei: Im Gegensatz zum Franzseppel Land kann die Abschleppung hier in der trauten Eidgenossenschaft weitreichende Folgen haben. Heirat zum Beispiel.

    4. Mare Says:

      Um Gottes Willen, das ist doch nicht schwer: Der Park wurde tatsächlich 1902 biw 1904 angelegt, aber er hiess anders. Erst nach dem Ersten Weltkrieg wurde er umbenannt in „Schweizergarten“.

    5. Mare Says:

      Und ja: eine Stelze ist nix zum Trinken, sondern zum Essen, das steht ja auch im Text von Jens Wiese. Stelze ist eine Schweinshaxe gegrillt.

    6. Ralf Says:

      Eine kaputte Rolltreppe hat in Wien ein „technisches Gebrechen“.

    7. Guggeere Says:

      @ Mare
      Klar vermutete ich, dass der Park älter sein dürfte als sein heutiger Name; aber diese Variante ist halt weniger spannend… Zudem erinnert die Formulierung auf der Tafel doch wirklich an einen dämlichen Schweizer Schönheitsmister, der mit Weltkrieg und Jahrzahl auch so seine Probleme hat.
      Von „Stiller Has“ bzw. dem Österreich-Berner Endo Anaconda gibts das Album „Stelzen“ mit dem gleichnamigen Lied, in dem ein nach zwei Jahren aus dem Gefängnis Entlassener in seiner ehemaligen Stammbeiz „a Stölzn“ bestellt und ihm zu spät auffällt, dass das jetzige Personal fast nackt ist und andere fleischliche Genüsse anbietet als früher.

    8. Amygdala Says:

      Kleine Korrektur:
      Eine Straßenbahn ist eine Bim und ein Fahrrad ein Radl, ein Schlapfendampfer oder ein Haxl-Taxi. Man hat Dich wahrscheinlich für einen Touri gehalten und wollte Dich nicht unnötig verwirren.

      Außerdem kauft man in Ösi-Land nicht etwas für X Euro, sondern um X Euro, ein Zuschauer ist ein Zuseher, die Kasse eine Kassa, usw. Bei den Lebensmittels wird’s dann richtig kompliziert: Fisolen, Karfiol, Paradeiser oder Faschierte Laibchen (grüne Bohnen, Blumenkohl, Tomaten und Frikadellen) machen anfangs jeden Einkauf zum Aha-Erlebnis…

    9. neuromat Says:

      an die Mandelkerne:

      das passt so.

      Der Bimmler wäre dann der Strassenbahnfahrer. Wäre das ein Tramchauffeur. Bims ist Brot und Bimbo, klar was das heisst. Bimfi, ist keine Salami sondern eine kleine Göre. Die Bim heisst so, weil bimmeln klingeln oder läuten heisst.

      Nun sag uns aber: Was bedeutet eigentlich Klimbim? Und warum bedeutet es neben dem, was ich jetzt lesen möchte auch Geraffel?

      Wieso heissen eigentlich Faschierte Laibchen Frikadellen, das sind doch Bulletten.

      An Jens:
      Was aber, ja was steht denn jetzt wirklich auf dem Schild mit dem Schweizergarten. da ist doch etwas drübergeschmiert. Ich kanns nicht lesen. Ist es was Böses?

    10. Archer Says:

      Wie, Nicht-EU-Ausländer in Deutschland arbeiten lassen? Da ist einem der Schweizer genau so wie der Türke. Hoffentlich keine schweizerische Konvertitin mit einem Kopftuch.

      Das fehlt noch. Schweizer, die in Deutschland arbeiten oder studieren. Sofort die Fremdenpolizei holen.

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