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Erfahrungen von deutschen Einwanderern in der Deutschschweiz — Ein Fragebogen aus Manchester

  • Umfrage aus Manchester
  • Wir erhielten eine nette Mail von Jonathan Morris aus dem Vereinigten Königreich, genauer gesagter aus Manchester. Offensichtlich hat sich bereits bis dorthin das entspannte Verhältnis von Schweizern und Deutschen herumgesprochen, denn es geht um die „Erfahrungen von deutschen Einwanderern in der Deutschschweiz“. Mit 260 000 Antworten könnte Jonathan rechnen. Hoffentlich sind viele Blogwiese-Leserinnen und -Leser darunter!

    Ich studiere Deutsch an der Universität Manchester, England, und arbeite momentan an meiner Magisterarbeit. Diese Arbeit hat zum Ziel, die Erfahrungen von deutschen Einwanderern in der Deutschschweiz genauer zu untersuchen. Die Ergebnisse der ausgefüllten Fragebögen sollen in meiner schriftlichen Abhandlung zusammenfassend dargestellt werden.

    Sollten Sie Interesse an den Ergebnissen meiner Untersuchung haben, dann lassen Sie es mich bitte wissen. Ich schicke Ihnen gerne ein elektronisches Exemplar der Arbeit.

    Die Beteiligung in dieser Studie ist völlig freiwillig und anonym. Schicken Sie mir bitte eine E-Mail, wenn Sie sich später umentschließen und nicht mehr teilnehmen wollen. Die ausgefüllten Fragebögen werden nur von mir eingesehen und auf meinem Computer gespeichert. Nach dem Einsendeschluss der Arbeit werde ich alle Fragebögen löschen. Allerdings könnten Auszüge der schriftlichen Abhandlung später publiziert werden.

    Bitte beantworten Sie die folgenden Fragen. Falls Sie Ihre eigenen Bemerkungen hinzufügen wollen, dann können Sie natürlich mehr schreiben. Sie können die passenden Aussagen ankreuzen [X] oder die nicht passenden Aussagen vom Text löschen. Bitte beachten Sie, dass Sie alle Änderungen speichern, bevor Sie das Dokument zurück schicken!

    Den interessanten Fragebogen gibt es hier zum Runterladen: Fragebogen aus Manchester (Word-Dokument)

    Bitte als Word-Dokument abspeichern und dann an diese E-Mail Adresse zurückschicken: fragebogenmanchester@googlemail.com

    Wir wünschen Jonathan viel Erfolg für seine Magisterarbeit (ich dachte, sowas gibt es seit Bologna gar nicht mehr?) und hoffen mit ihm auf viele ausgefüllte Rückantworten!

    

    11 Responses to “Erfahrungen von deutschen Einwanderern in der Deutschschweiz — Ein Fragebogen aus Manchester”

    1. Simone Says:

      Respekt! Dieser angelsächsische junge Mann stellt nicht nur die richtigen Fragen, sondern beherrscht Deutsch treff- und stilsicher. Hätte ich einen Hut auf, würde ich diesen jetzt ziehen.

    2. Guggeere Says:

      Ich bin als Schweizer zwar nicht direkt angesprochen, erlaube mir aber trotzdem eine Bemerkung zum Fragebogen.
      Was sogenanntes Schweizer- und was Hochdeutsch ist, wird auf dem Fragebogen nicht definiert. Das ist deswegen nicht ganz unwichtig, weil viele Ausländer deutscher Muttersprache – vor allem jene, die noch nicht lange in der Schweiz leben – vieles für Schweizerdeutsch (= hochalemannische Mundart) halten, was in Wirklichkeit schweizerisch gefärbtes Standarddeutsch (= Hochdeutsch) ist.
      Ich hoffe, dass der Autor der Umfrage sich dessen bewusst ist.

    3. Mela Says:

      @Guggeere
      Sie müssen die deutschen Eingewanderten ja wirklich für deppert halten, oder?
      Selbst die Naivsten unter diesen merken bereits nach einem Tag, dass das Schweizerische Hochdeutsch NICHT GLEICH dem Schweizerdeutsch ist.
      Und die zahlreichen deutschen Gastarbeiter berichten garantiert über ihre sprachlichen Erfahrungen, so dass es in Deutschland mittlerweile auch angekommen ist, dass es sich bei Schweizerdeutsch um eine eigene Sprache handelt.

    4. Simone Says:

      @Mela:
      Sehe ich auch so. Auch wenn man die einzelnen Mundarten nicht gleich versteht und manche sprachlichen Details vielleicht sogar nie, so hört man sich doch in vieles schnell ein und kann dann auch unterscheiden, ob eine Mundart vorliegt oder ob ein Schweizer gefärbtes Standarddeutsch spricht. Übrigens kenne ich Schweizer, die nahezu akzentfrei sprechen.

      Wenn ich das hier aber so lese, deutsche Gastarbeiter, Ausländer deutscher Muttersprache, dann warte ich darauf, dass mir hier auf den ersten Schweizer, der mir endlich einen VW-Käfer schenkt. Liebe Schweizer, wo bleibt mein Auto?

    5. Guggeere Says:

      @ Mela, Simone

      Einfach locker bleiben und nicht hinter jedem Baum Willi Tell mit schussbereiter Armbrust vermuten…
      Lassen wir mal die Depperten unter den Einwanderern weg: Auch bei den anderen gibts leider solche, die weniger schnell von Begriff, weniger sprachbegabt und -interessiert sind, als ihr es seid. Sonst müsste ich wohl nicht immer wieder mal einem Ausländer / einer Ausländerin deutscher Muttersprache* erklären, dass z.B. «Velo» kein Mundartwort ist und «es hat noch Brot» normales eidgenössisches Standarddeutsch ist.
      Zudem enthält der im Blogbeitrag erwähnte Fragebogen mehrmals «Mischung» als Antwort auf Fragen zur Verwendung von Mundart bzw. Standarddeutsch. Es ist nun mal so, dass korrektes schweizerisches Standarddeutsch, mit deutlichem hiesigem Akzent gesprochen, vielfach von Ausländern (sogar von hier ansässigen nicht depperten Deutschen) als «Mischung» aus Dialekt und Hochdeutsch wahrgenommen wird. Entsprechende Antworten in Herrn Morris’ Umfrage sind deshalb. m.E. mit Vorsicht zu geniessen.
      * Ausser Deutschen leben in der Schweiz u.a. auch viele Österreicher und Südtiroler.

    6. Simone Says:

      @Guggeere:
      Sprachbegabt ok, aber nach drei Jahren denke ich schlichtweg nicht immer darüber nach, was ich höre. In den Dialekt meines Umfeldes habe ich mich so sehr eingehört, dass ich manchmal tatsächlich nicht zwischen dem Dialekt / der Mundart oder dem hiesigen Standarddeutsch unterscheide. Ist m. E. eine Konzentrationssache und kein schlechtes Zeichen bezüglich Integration. Ging mir in Schweden nach vier Wochen ähnlich, da habe ich sogar auf Schwedisch geträumt, ohne die Sprache perfekt zu beherrschen.

      Den meisten Deutschen in der Schweiz dürfte es ähnlich gehen, sind sie doch überwiegend wegen des Jobs hier und somit in den meisten Fällen qualifiziert. Klar, nicht jeder ist sprachbegabt, aber letztlich handelt es sich soziologisch doch eher um eine halbwegs belehrbare Schicht. Mit den Österreichern sollte es ähnlich sein, aus Südtirol habe ich in den letzten 25 Jahren niemanden mehr getroffen.

    7. roko Says:

      @Ein Zuercher
      Deine Frage wird oben mit fetter Schrift beantwortet.

    8. AnFra Says:

      @Kein Züricher

      Weiter so. Die Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung.

      Selten so einen freudschen Lapsus gelesen!

    9. AnFra Says:

      @Kein Züricher

      Hier noch ne kleine bittere Medizin, um die restlich verbliebene Naziritis abzuheilen.
      Flappe auf, rein damit, schlucken und lange wirken lassen. Dat hilf sicher.

      Folgend das Rezept.

      Dein Barfussarzt AnFra

      Der Jammerer

      Der Zuercher, der mit der einzig riesengroßen Klappe,
      der Verwirrte, der mit der echt ätzend giftigen Flappe.

      Der Selbsterkennende, der unerträglich grölende Bazi,
      der Bekennende, der schrieb – ..ich bin immer ein Nazi.

      Der Ausrutscher, der vollzogene – ein Lapsus calamitus,
      der Vorgang, den er meint – eher ein Lapsus stupidus.

      Der Zustand, der beschriebene – wohl Morbus teutonicus,
      der Verdacht, der befürchtete – Megalomania helveticus.

      Der Indianer, der hier gemeinte, welch eine tolle Ironie,
      der Besuch, der zu ihm kommet, die nördliche Kavallerie

      Der Vorschlag, überwind die Hürde und reich die Hand,
      der Nachbarschaft, nicht dem unterstellten bösen Feind.

    10. Bruno Says:

      @Guggere
      Wenn man den Fragebogen einfach mal durchliest, erkennt man relativ schnell, dass Jonathan der Begriff „Dialekt“ nicht unbekannt ist und er m.E. den Begriff „Schweizerdeutsch“ und „Dialekt“ als gleichbedeutend benutzt (Ausnahme: wenn es um die deutschen Dialekte geht).
      Ich kann persönlich keine Frage erkennen, wo man den Begriff „Schweizerdeutsch“ als schweizerisch gefärbtes Standarddeutsch bzw. Helvetismen missinterpretieren könnte.

    11. Guggeere Says:

      @ Bruno
      Ich behaupte nicht, der Autor der Umfrage könne Mundart und Standardsprache nicht unterscheiden, sondern stelle fest, dass eingewanderte Deutschsprachige die schweizerische Varietät des Standarddeutschen oft als Schweizer Mundart oder als Gemisch wahrnehmen. Ich bin der Meinung, dass der Autor diese Tatsache bei der Auswertung berücksichtigen sollte.
      Heikel ist es demnach dort, wo als Auswahlantwort «Mischung» vorgegeben ist (Fragen 2f und 2g).
      Beispiel: Ein Schweizer sagt in einem Gespräch: «Auf dem Uferweg hats immer viele Velofahrer.» Das ist typisches eidgenössisch gefärbtes Standarddeutsch. Wer sich für die Nuancen aber wenig interessiert (was im Sprachalltag eher die Regel als die Ausnahme ist), würde gemäss Fragebogen diesen Satz eher zur Kategorie «Mischung» schlagen. Wäre zwar nicht weiter schlimm, da es in Umfragen immer ein paar falsche Antworten gibt. Da aber der Autor weder darauf hinweist, dass die Teilnehmer schweizerdeutschen Dialekt und schweizerisch gefärbtes Standarddeutsch doch bitte unterscheiden mögen, noch die Begriffe klar definiert, besteht m.E. die Gefahr, dass Fehler wie der oben erwähnte häufiger vorkommen.

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