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Warum sich Schweizer gut verstehen — Wegerklärung auf Schweizerdeutsch

  • Wegerklärung auf Schweizerdeutsch
  • Schweizer sprechen miteinander auf Schweizerdeutsch. Das ist der Oberbegriff für eine Sammlung von diversen Varianten des Hoch– und Höchstalemannischen, das sich in zahlreiche Verästelungen aufgliedert. Jeder spricht es in der Schweiz und kann sich darin ausdrücken Und verstehen tun sie sich alle, die Schweizer, wie uns dieser kleine Filmbeitrag aus dem Schweizer Fernsehen veranschaulicht:

    Noch Fragen? Gibt es eigentlich noch keine Navis für Skifahrer?

    

    16 Responses to “Warum sich Schweizer gut verstehen — Wegerklärung auf Schweizerdeutsch”

    1. Schoggistaengel Says:

      Isch doch alles klar, wo lit de da ts Problem ? 😉

    2. neuromat Says:

      Isch des miis Problem?

    3. DaveBerlininSG Says:

      Dase Beste sind noch nichtmal die Verständnisprobleme, sondern dass die süssen Schweizer nichts verstanden haben und trotzdem sagen sie probieren es einmal, also wenn das nicht typisch schweizerisch ist ^^

    4. Lukas Says:

      Dr schnäuscht Wäg nach Worb isch viil besser 😉

    5. Brun(o)egg Says:

      @ Dave Berliner in SG

      Vielleicht sind die süssen, schnuckeligen Schweizer, ja ein bisschen weltoffener als Berliner die in St.Gallen studieren? Und trauen sich auch mal etwas zuas sie nicht kennen? Ganz Gegensatz zu verklemmten Berlinern.

    6. Mare Says:

      @Zürcher: Das war aber ein Walliser

    7. Helza Says:

      Ach ja, unsere lieben Walliser. Wir mögen sie einfach, auch wenn wir sie nicht wirklich verstehen. Und sie mögen uns im Grunde genaommen auch. Auch wenn sie uns nicht wirklich verstehen und uns der Einfachheit halber „Grüezeni“ nennen. Ausländern gegenüber geben wir das mit dem nicht wirklich verstehen, natürlich nicht zu. Wäre ja noch schöner, wenn sich jeder hergelaufene von irgendwo über uns Schweizer lustig machen könnte. Doch Spass beiseite: Oberwalliser-Deutsch ist ein schlagendes Beispiel dafür, wie sich ein und dieselbe Sprache in einem extrem abgeschiedenen Gebiet, wie dies das Oberwallis früher war, weiterentwickeln kann. Fasnzinierend.

    8. AnFra Says:

      @Kein Züricher

      Vielen Dank für die Darstellung deiner Genealogie (Sippenabstammung bzw. Zuchtlinie)! 😉

    9. Schoggistaengel Says:

      Danke AnFra 😉

    10. AnFra Says:

      @Schoggistaengel

      Der Zuercher ist halt ein „Glueckschind“!;-)

    11. Torsten Berger Says:

      @Mare: Es dürfte sich wohl um einen Lötschentaler Dialekt handeln. Der unterscheidet sich ja nochmal erheblich vom Rest des Wallis.

    12. Schoggistaengel Says:

      @Torsten: Das hat nichts mit Lötscherdialekt zu tun.

      Es tönt für mich wie aus dem Vispertal, sofern man das überhaupt mit Bestimmtheit sagen kann.

      Aber es ist ganz bestimmt kein Letschii. Wie Du schon sagst; die reden ganz anders. 🙂

    13. Martin Hardquartier Says:

      Hier ist noch mal ein Clip mit allerfeinstem (und -schnellstem!)
      Terbjärtitsch:
      http://www.youtube.com/watch?v=6KkuyxkaJbs

      Ich schlage vor, Ein Zuercher als sicherlich intimer Kenner dieses „abgelegenen Gebiets“ schüttelt und mal eine Übersetzung aus dem Ärmel.

    14. Martin Hardquartier Says:

      Kleiner Tipp:
      Es hat darin sogar eine kurze hochdeutsche Passage!
      Wer erkennt die zuerst?

    15. Martin Hardquartier Says:

      @Ein Zuercher: Gar nicht schlecht, deine Interpretation. Das mit den Hühnern hat mir gefallen.
      Aber eigentlich war ja meine Idee, ob als erste Adresse du (oder sonst jemand hier) eine Transkription von dem Dialog in dem Clip (oder wenigstens ein paar Sätze) bringen kann.
      Und hast du den schriftdeutschen Satz entdeckt?

    16. Oso Says:

      Liebe Blogleser,

      den Artikel habe ich schon in http://www.blogwiese.ch/archives/14 am 7. Dezember platziert, leider in einer Archiv-Adresse, darum möchte ich ihn hier nochmals „veröffentlichen“, allerdings etwas bereinigt. Ich möchte Herrn Wiese danken, dass er dieses Thema nochmals selber aufgegriffen hat.

      Einige Gedanken zu Hochdeutsch und Schwyzerdütsch

      Betreffs des Deutschweizer seinem Sprachgebrauches möchte ich folgende Gedanken beitragen:

      „Schweizerdeutsch“ empfinde ich eher als einen ungeschickten und zeitlich unangepassten Ausdruck um die tägliche Umgangssprache in der deutschsprachigen Schweiz zu beschreiben. Im dtv-Atlas „Deutsche Sprache“ (ISBN 3-423-03025-9), 12. Auflage 1998, Seite 230, (oder siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Hochalemannisch und http://als.wikipedia.org/wiki/Bild:Houptsyte-Karte-Alemannisch.png ) entnehme ich, dass das so genannte Schwyzerdütsch, Hochalemannisch ist; unterhalb von Bern wird sogar Höchstalemannisch gesprochen (z.B. Teile des Kantons Fribourg). Wird auf Hochdeutsch über „Schwyzerdütsch“ oder Schweizer Dialekt debattiert oder in der Zeitung geschrieben, so sollte auch dafür der richtige hochdeutsche Ausdruck verwendet werden, nämlich Hochalemannisch. Also z.B. eine Debatte über „Hochdeutsch und Schwyzerdütsch“ wird auf Hochdeutsch zur einer Debatte über „Hochdeutsch und Hochalemannisch“. Dies tönt (oder klingt, wie die Deutschen sagen) auch besser und ist etwas schicker! Im Unterschied zum Hochalemannischen ist Hochdeutsch eine deutsche Mundart aus der Umgebung Hannover, die im 18./19. Jahrhundert zum Standard erklärt wurde (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Hochdeutsch ).

      Dass das Schwyzerdütsch ein Dialekt sei steht wahrscheinlich(!) auch auf wackligen Beinen mit der Definition von Dialekt. Laut den oben wiedergegebenen Quellen ist Hochalemannisch (also Schweizerdeutsch) eine (akademisch) definierte und eingeordnete Sprache, demzufolge kann es vielleicht doch kein Dialekt sein. Hingegen sprechen die Luzerner und die Zürcher ihr hochalemannisches Dialekt. Ist Schweizerdeutsch ein Dialekt so muss auch Hochdeutsch ein Dialekt sein, aber eben eines, das zum Standard erklärt wurde um einen gemeinsamen Nenner für der Verständlichkeit zwischen den Dialekten zu definieren.

      Interessant ist die Beobachtung, dass Deutsche aus dem schwäbischen Raum sehr schnell Hochalemannisch (d.h. Schwyzerdütsch) annehmen können. Dasselbe gilt für Österreicher aus dem Bundesland Vorarlberg. Dies wird klar, wenn im oben genannten Buch oder Internetseite nachschlagen wird: Das schwäbische Deutschland und das Vorarlberg liegen im alemannischen Sprachraum.

      Es tönt eher unnatürlich und gekünstelt, wenn nichtschwäbische Deutsche Hochalemannisch sprechen versuchen. Hier gilt die Regel in der Schweiz: Besser Hochdeutsch zu sprechen, aber sich bemühen Hochalemannisch zu verstehen.

      Die gleiche Schwierigkeit, die ein nichtschwäbischer Deutscher mit Hochalemannisch erfährt, erfährt ein Schweizer, wenn er Hochdeutsch zu sprechen versucht. Zu sagen, dass er Hochdeutsch spricht, finde ich etwas zu vermessen (bin selber Schweizer). Besser wäre zu sagen, dass Schweizer in ihrer Schriftsprache sprechen, wenn sie sich mit dem nördlichen Nachbarn verständigen wollen. Die Schriftsprache ist die Sprache in der der Schweizer schreibt und die näher zu Hochdeutsch liegt als das Hochalemannische. In der Schriftsprache wurde der grösste Teil der Orthographie und Syntax vom Hochdeutschen übernommen. Daher die bessere Verständlichkeit für die Deutschen.

      Einer der grössten Probleme, die ein Schweizer erfährt, wenn er in Schriftsprache schreibt oder spricht ist die Unterscheidung zwischen dem 1. und 4. Fall. Das Hochalemannisch kennt „nur“ drei Fälle, 1. 2. und 3. Der 4. Fall des Hochdeutschen verschmilzt im Hochalemannischen mit dem ersten. Auch beschränken sich die Vergangenheitsformen auf das Perfekt, oder die Vorvergangenheit. Andere Vergangenheitsformen werden umschrieben wie mit nachdem, bevor etc.

      Wenn ich in letzter Zeit die Schweizer Presse lese, bekomme ich einfach den Eindruck, dass die gesprochene Alltagssprache in der deutschsprachigen Schweiz eher eine zweifelhafte Daseinsberechtigung hat, deren Ursprung sowieso im Dunkeln liegt. Hingegen haben die Deutschen in der Schweiz, so scheint es mir, wenn sie einmal unsere Alltagssprache verstehen, keine Zweifel darüber und sind fähig mit diesem Sprachunterschied umzugehen. Die Schweiz ist nun einmal vielsprachiges Land, d.h. aber auch, dass wir Schweizer gut gesprochenes Hochdeutsch in diese Vielsprachigkeit aufnehmen müssen!

      Also Summa Summarum: Ein Schweizer spricht Hochalemannisch. Um mit dem nördlichen Nachbar zu schreiben und zu kommunizieren bemüht sich der Schweizer der Schriftsprache, eine etwas gekünstelte Sprache, die näher zu Hochdeutsch liegt als das Hochalemannische und oft im deutschsprachigen Ausland als Hochalemannisch, also Schweizerdeutsch, verwechselt wird.
      Schwyzerdütsch ist eine schweizeigene Übersetzung für Hochalemannisch. Da in der Schriftsprache stets um hochdeutschkonforme Wendungen gerungen wird (mit recht!), sollte in der Schriftsprache von Hochalemannisch und nicht von Schwyzerdütsch oder Dialekt gesprochen werden.

      Grüsse Euch alle
      Oso

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